Gruner + Jahr stützt Büchner – vorerst.

Galgenfrist: Das Gesellschaftertreffen am Freitagabend hat keine Lösung der "Spiegel"-Krise gebracht. Die Mitarbeiter-KG konnte sich mit ihrem Wunsch nach Ablösung von Chefredakteur Wolfgang Büchner nicht durchsetzen. Gruner + Jahr hält an Büchner fest – zumindest, bis ein Nachfolger für Büchner gefunden ist. Den zu suchen, sei im Übrigen die Aufgabe von Geschäftsführer Ove Saffe, nicht der Mitarbeiter, ist zu hören. Ein konsensfähiger Kandidat soll "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo sein. Ob der allerdings freiwillig ins Haifischbecken "Spiegel" springt, bleibt unklar. Laut "W&V" werden auch "Handelsblatt"-Chefredakteur und Ex-"Spiegel"-Redakteur Hans-Jürgen Jakobs Chancen eingeräumt, unklar sei aber, ob Herausgeber Gabor Steingart ihn ziehen ließe. Auch wenn ein anderer "Hochkaräter" von außen zusagt, ist Gruner + Jahr bereit, Büchner fallen zu lassen. Auf Seiten der Mitarbeiter ist die Verärgerung über das G+J-Veto groß. Büchner will am Montag um 11 Uhr in der Konferenz mit einem veränderten Konzept aufwarten, das deutlich weniger rigoros ist und der Printredaktion entgegen kommt. Ob er damit wirklich punkten kann, bleibt offen. Nach Meinung aller Beteiligten sind Büchners Tage an der Spitze des "Spiegel" gezählt.
turi2 – eigene Infos, "W&V" 40/2014, S. 8, tagesspiegel.de (weiterer Bericht)