Mein größter Misserfolg – und was ich daraus gelernt habe (5): Kai Diekmann.


Kai Diekmann (links) blickt 2003 zusammen mit Ex-RTL-Chefredakteur Hans Mahr in eine Ausgabe der "taz", beobachtet von der damaligen "taz"-Chefredakteurin Bascha Mika. (Foto: Marcel Mettelsiefen / dpa)

Den Misserfolg genossen: Ex-"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann stellt fest, dass Recht haben und Recht bekommen zwei sehr unterschiedliche Dinge sind und schlägt die "taz" lieber mit ihren eigenen Mitteln. Er und viele andere Medien- Marken- und Meinungsmacher schreiben bei turi2 über ihre größten Misserfolge und was sie daraus gelernt haben. Erzählen auch Sie uns Ihre Geschichte: post@turi2.de.

Kai Diekmann, Chef von Storymachine und Ex-"Bild"-Chefredakteur, erzählt seine Misserfolgs-Geschichte:

Wer 16 Jahre eine so anspruchsvolle und herausfordernde Marke wie "Bild" leitet, sammelt zwangsläufig so viele Misserfolge, dass es schwierig fällt, sich an den größten zu erinnern.

Mein wohl bekanntester (und fröhlichster) Misserfolg dürfte der Prozess gegen die "taz" gewesen sein – juristisch weitgehend gewonnen, im öffentlichen Diskurs ebenso weitgehend verloren.

Was ich gelernt habe: Recht haben und Recht bekommen sind 1.) zwei sehr unterschiedliche Dinge und 2.) macht es nicht immer wirklich Sinn, Recht juristisch durchsetzen zu wollen.

Einfacher ausgedrückt: Die "taz" mit Anwälten ärgern zu wollen, war doof – die "taz" mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen, als "taz"-Genosse, das hat jahrelang eine Menge Spaß gemacht!

Im Übrigen gilt: Erfolg ist, wenn die Zahl deiner Misserfolge am Ende geringer ist als die der Erfolge!

Mehr Geschichten von schmerzhaften Lernschritten unter turi2.de/misserfolg und ab 9. Mai in der turi2 edition #8 Erfolg.