Spiegel Online experimentiert mit Bezahl-Angeboten.

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Probieren geht über Studieren: Florian Harms, Chefredakteur von Spiegel Online, will mehr Geld mit Journalismus verdienen. In der zweiten Jahreshälfte startet er ein Bezahl-Angebot, das zunächst aber “kein so großer Aufschlag” sein soll wie bei Bild.de oder Sueddeutsche.de. Dem “Journalist” sagt er: “Wir wollen, dass viel mehr von dem Journalismus, den wir hier erarbeiten, bezahlt wird. Das ist wichtig für das Haus, das ist wichtig für die Branche.” Welches Bezahl-Modell für Spiegel Online das Richtige ist, will Harms durch Ausprobieren herausfinden und auch dabei “mehrere Ansätze gleichzeitig verfolgen”. Die meisten Bezahlangebote von Verlagen erscheinen ihm zu kompliziert, sein Ziel ist daher: “Das Bezahlen muss leicht sein, es muss sich gut anfühlen.”

Auch das umstrittene “Spiegel 3.0″-Konzept des geschassten Chefredakteurs Wolfgang Büchner wurde nicht auf Eis gelegt: “Auf vielen Ideen können wir aufbauen”, sagt Harms, schränkt aber ein: “Wir setzen nicht alle Kraft auf die langwierige Entwicklung eines einzigen Großprojekts”, stattdessen würden fertige neue Produkte und Features nach Startup-Manier freigeschaltet und im Livebetrieb weiterentwickelt. Besonders wichtig ist Harms dabei der Dialog mit den Lesern. Künftig soll Spiegel Online “mobilaffiner” werden, weil sich laut Harms auch PC-Nutzer “immer stärker an der Mobil-Logik orientieren”. Eine weitere Erkenntnis: “Offenkundig vermögen viele Nutzer im Onlinekontext nicht zwischen Nachricht und Meinung zu unterscheiden”, erklärt Harms. Daher sollen sich Meinungsstücke stärker von journalistischen Texten abheben.
“Journalist” 6/2015, S. 15 bis 20 (E-Paper), journalist.de (Paid)

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