Springer-Stratege Lauer gibt Google einen Korb.

Christopher Lauer hält Googles Offerte an die Verlage für einen Witz.  (Foto: Springer)

Christopher Lauer hält Googles Offerte für einen Witz. (Foto: Springer)

Lauer Versuch: Christopher Lauer, 30, will die Freude der Verlage über die avisierten Google-Millionen nicht teilen. Der Ex-Piraten-Politiker, der seit einem Monat als Leiter Strategische Innovation auf Springers Payroll steht, nennt die Google-Offerte im "Spiegel" eine "transparente Industriespionage", bei der "vor allem Google gewinnt". Dem Versprechen, Google wolle den Verlagen nur helfen, schenkt er wenig Glauben: "Dann könnte Google doch einfach das Leistungsschutzrecht akzeptieren", sagt Lauer, der in seiner Rolle als Piraten-Politiker einst kein Fan des Leistungsschutzrechtes war.
 
Springer will sich laut Lauer vorerst nicht an dem Projekt beteiligen, da "jede Frage zu dieser Initiative für uns unbeantwortet bleibt". Unklar sei, in welche Unternehmen und Innovationen investiert werden soll. Zudem sieht Lauer die Gefahr, dass Google das Know-how der Verlage abgreift und später sagt: "Jetzt verstehen wir das halbwegs, jetzt machen wir es selbst und besser." Schließlich sei Google "in erster Linie ein Konkurrent auf dem Werbemarkt." Im Vergleich zu den sieben Milliarden Dollar, die Google jedes Jahr in Forschung und Entwicklung investiert, seien die angebotenen 150 Mio Dollar "ein Witz". Googles Vorgehen werfe die Frage auf, "wie ernst es dem Konzern wirklich ist".
 
Der Hoffnung mancher Verlage auf Gespräche mit Google auf hoher Ebene entgegnet Lauer: "Vielleicht klingt das arrogant, aber wenn wir mit Eric Schmidt sprechen wollen, findet Mathias Döpfner schon eine Möglichkeit."
"Spiegel" 19/2015, S. 85 (E-Paper), spiegel.de, turi2.de (Background)