Burda macht Birgit Schrowange zum Maskottchen für "Lust auf mehr".


Lust auf Print: BurdaLife steigt in das Geschäft mit Personality-Magazinen ein und holt Birgit Schrowange (Foto, rechts) als Zeitschriften-Maskottchen für Lust auf mehr in das Frauen- und Rätselheft-Universum. Ab der August-Ausgabe, die am 18. Juli erscheint, trägt die Zeitschrift für Frauen ab 50 den Namen der TV-Moderatorin. Bei "Birgit Schrowange – Lust auf mehr" arbeitet Schrowange als Editor-at-Large an der Seite von Chefredakteurin Maria Sandoval.

"Lust auf mehr" liegt seit Herbst 2016 am Kiosk mit einer durchschnittlich verkauften Auflage von 100.000 Exemplaren. "Birgit Schrowange – Lust auf mehr" erhält zum neuen Namen ein neues Layout und bekommt mehr Seiten. Das Best-Ager-Magazin kommt für 2,95 Euro an den Kiosk.
burda.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: Multi-Chefredakteurin Maria Sandoval erklärt, warum in Gemeinschaftsredaktionen bessere Zeitschriften entstehen.

Video-Tipp: Lieferheld startet TV-Spots mit ihrem neuen Helden.

Video-Tipp: Lieferheld serviert eine crossmediale Werbe-Kampagne mit TV-Spots, Außenwerbung und Online-Marketing. Der britische Komiker Guy Combes spielt in den Clips den neuen Lieferhelden, den kleine Hündchen süß finden und der hart arbeitet, um Kunden glücklich zu machen. Für die Konzeption verantwortlich ist die Berliner Agentur Dojo. Produzent ist die Filmproduktion Bigfish.
presseportal.de, youtube.com (30-Sek-Spot)



Jörg Eggers sieht die deutschen Anzeigenblätter auf Erfolgskurs.


Mit dem Bohrhammer: Anzeigenblätter sind mit 87 Mio Auflage stille Riesen im Medienmarkt – im vergangenen Jahr erzielen sie sogar ein Umsatzplus von 5,9 %. Eine Trendwende? Mehr denn je liefern sie "Kaufimpulse für Produkte, die man sonst nicht haben möchte", gibt Geschäftsführer Jörg Eggers vom Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter freimütig zu. Eggers selbst ist stolzer Besitzer eines Bohrhammers – weil ein Gratisblatt ihn zum Kauf trieb.

Eggers Verband BVDA ermittelt, dass die Leser-Blatt-Bindung steigt: 68 % der Leser würden ihr Anzeigenblatt stark oder sehr stark vermissen. Auch Werbekunden schätzten die Blätter, mit denen sie in die unterschiedlichsten Haushalte vordringen. Die Werbeumsätze liegen mit 1,9 Mrd Euro auf dem Niveau von Publikums- und Fachzeitschriften zusammen. Der Markt ist komplex: 1.298 Titel erscheinen in 436 Verlagen.
youtube.com (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Richter: Leistungsschutzrecht ist ein "sehr schlecht gemachtes Gesetz".

Leistungsschutzrecht LSR 150Leistungsschutzrecht: Das Landgericht Berlin will im Mai entscheiden, ob Google ein Inhalte-Verwerter im Sinne des Gesetzes ist - davon verspricht sich die VG Media rund 1 Mrd Euro. Besonders gut stehen die Chancen nicht: Der Vorsitzende Richter kritisiert das Gesetz heute als "sehr schlecht gemacht". Es könnte ungültig sein, weil die EU-Kommission nicht rechtzeitig informiert wurde.
horizont.net, noz.de, turi2.de (Background)

interview2: Sigrun Albert holt einen Hauch von Neuland nach Oberfranken.


Boomtown Bamberg: Die Mediengruppe Oberfranken buhlt um Startups. Verlags-Geschäftsführerin Sigrun Albert erklärt im turi2.tv-Interview, wie junge Gründer und ein altes regionales Medienhaus zusammenfinden. Albert will keine Rendite aus frischen Ideen rauspressen, sondern Geschwindigkeit in den Verlag bringen und ganz viel lernen. Der Journalismus funktioniere schließlich noch gut, "unsere Zeitungen sind unsere Cashcows".

Die Tochter MGO Digital Ventures investiert jeweils bis zu eine halbe Mio Euro und ist u.a. am Digitalbuch-Startup Blinkist und dem Shop Tausendkind beteiligt. "Wir wollen unser Portfolio erweitern und in Geschäftsfelder vordringen, die nicht eng mit unserer Tradition zu tun haben." Und wie geht es mit dem Lernen voneinander voran? Albert gibt zu, noch nicht zu wissen, wie sich Startup-Denke übertragen lässt. Die Gründer hätten auch nicht ständig Zeit, nach Bamberg zu reisen, um zu erklären, wie die neue Welt funktioniert.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Nora-Vanessa Wohlert verwandelt mit Edition F weibliche Emotionen in Euros.


E wie erfolgreich: Nora-Vanessa Wohlert baut mit Susann Hoffmann ein vorbildliches Medien-Startup auf – Edition F ist seit 2014 die digitale Heimat erfolgreicher Frauen. Wohlert wundert sich im turi2.tv-Interview, dass große Verlage starke Frauen nur über Zeitschriften ansprechen. Was gut für Edition F ist: Konkurrenz gibt es kaum. Ab heute soll die Stellenanzeige 3.0 frisches Kapital in die Kasse spülen: In der neuen Jobbörse vermitteln Firmen über Fotos, Videos und Backstage-Blicke ein Gefühl für sich.

Gründerin Wohlert beschäftigt inzwischen 19 Menschen, finanziert von Risikokapital und laufenden Einnahmen. Ihr Erfolgsrezept lautet offiziell: ein passendes Thema haben, ein gutes Team aufbauen und sich selbst eingestehen, wenn was nicht läuft. In Wahrheit hat sie vor allem eines besser gemacht als andere gründende Journalisten: Wohlert wollte sich mit ihrer Partnerin Hoffmann nicht nur selbst verwirklichen, sondern von vornherein Geld verdienen und wachsen. Wohlert empfiehlt Gründern, im ständigen Austausch mit Nutzern und anderen Geschäftsführern zu bleiben – und offen zu sein für Kooperationen.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Klaus-Peter Frahm baut aus Ideen Medien-Produkte.


Vom Problem zum Produkt: Klaus-Peter Frahm versucht, aus wirren Ideen konkrete Innovationen für Medienhäuser herzustellen. Der Leiter Business Development bei der dpa-Tochter news aktuell kennt keinen Königsweg, möglichst schnell ein Produkt auf den Markt zu bringen. Unverzichtbar ist aber ein großes Selbstvertrauen, erläutert er im turi2.tv-Interview: "Das beste Produkt ist immer das Produkt, an dem ich gerade arbeite."

Frahm nennt als wichtigsten Schritt zur Lösung: Macher müssen Produktinnovation als komplexes System akzeptieren – und bewältigen. Er selbst beschäftigt sich derzeit mit der Frage, wie kleine Unternehmen und Vereine besser PR mit den Angeboten von news aktuell machen können. Mit einer Lösung namens Newsroom soll das gelingen.

interview2: Niddal Salah-Eldin hält die Facebook-Seite der "Welt" sauber.


Flotte Facebook-Truppe: Niddal Salah-Eldin räumt mit ihrem Team die Kommentar-Spalten der "Welt" auf. Trolle, Hetzer und Spammer bekommen es mit ihr zu tun. Seit zwei Jahren läuft das Projekt Rückeroberung der eigenen Facebook-Seite, erzählt sie im turi2.tv-Interview. Der stressige Job sei "nichts für zart besaitete Menschen".

Salah-Eldin erläutert, wie sich das Social-Media-Team "proaktiv und mit Haltung in die Facebook-Kommentarspalten gestürzt" habe. Die Redakteure sprechen mit Nutzern, rufen sie auch mal per Telefon an – und wenn gar nichts hilft, gibt es die rote Karte. Engagement sei wichtig: "Wenn man sich nicht um seine Community kümmert, wenn einem die Community selbst egal ist, braucht man sich nicht wundern, wenn die Stimmung verpestet ist."
youtube.com (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Joachim Dreykluft treibt die Wollmilchsau aus der Redaktion.


Mehr Exzellenz wagen: Chefredakteur Joachim Dreykluft reißt das Bild vom digitalen Alleskönner ein – sein Flensburger Team von shz.de soll sich radikal spezialisieren. Eierlegende Wollmilchsau war gestern, sagt er im turi2.tv-Interview. Die Spezialisierung im Digitalen werde weitaus größer werden, als sie es bei der Zeitung ist.

Dreykluft mischt journalistisch auf allen Kanälen mit und sagt für die Zukunft voraus: "Lokaljournalismus wird da stattfinden, wo unsere Leser ihn haben wollen." Für ihn steht die Website im Fokus, viel Aufmerksamkeit schenkt das Team des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags auch der Verbesserung der Apps. Überall mitzumischen ist auch Dreyklufts Erwartung an seine Mitarbeiter: Egal, ob sie es privat ablehnen – beruflich erwartet Dreykluft von Journalisten eine Präsenz auf Facebook. Er sagt ihnen: "Ihr müsst euch als professioneller Journalist auf diesen Plattformen deswegen darstellen, weil eure Leser einen Anspruch haben auf diesen Rückkanal."
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Stahlhändler Gisbert Rühl erklärt Verlegern die Digitalisierung.


Skip the middleman: Gisbert Rühl bringt Startup-Atmosphäre in einen Stahl-Giganten – und ermutigt Kollegen aus der Medienbranche. Der Vorstandschef von Klöckner & Co beschreibt im turi2.tv-Interview die Vorteile von Kommunikation ohne Hierarchie. Mitarbeiter an 200 Standorten kommunizieren über ein internes Facebook. So vermeidet Rühl, dass Infos beim mittleren Management stecken bleiben.

"Die Mitarbeiter verfügen über den gleichen Informationsstand wie alle anderen Ebenen auch", sagt Rühl – deshalb setze sich das neue Arbeiten an der Basis durch. Nur die mittleren Führungsebenen bremsen, weil plötzlich über ihre Köpfe hinweg Informationen rauschen. Damit kann Rühl leben. Sein Motto: erst schnell, dann gründlich machen. "Wir fangen besser mit einer schnellen Lösung an und optimieren diese dann." Den Gedanken brachte er aus dem Silicon Valley mit – wo er auch Springers Executive Vice President Christoph Keese kennenlernte.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: AfD-Vize Alexander Gauland über "Lügenpresse".



Ganz neue Töne: AfD-Vizechef Alexander Gauland geht ungewöhnlich zahm auf die Medien zu und sieht den Begriff "Lügenpresse" kritisch. Journalisten würden "nicht in jedem Fall" die Unwahrheit schreiben und das sei auch nie gemeint gewesen, sagt Gauland im turi2.tv-Interview beim Zeitungskongress. Viele Journalisten hätten sich aber gemein gemacht mit der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel: "Das hat viele Menschen tief verunsichert und es hat sie entfremdet von den Medien."

Gauland lobt "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der im turi2.tv-Interview Fehler auch seiner Redaktion im Umgang mit der "Willkommenskultur" eingeräumt hatte. Trotz dieser Entwicklungen macht sich Gauland wenig Sorgen, dass ihm die Themen ausgehen: Mit grundsätzlicher Kritik an Eliten-Entscheidungen werde die AfD "immer eine sehr gute Marktlücke im Wählerpotenzial" finden. Gauland gibt aber zu, dass die AfD dazu auch die viel kritisierten Medien braucht: "Nur über den Resonanzboden der Medien erzielen sie gesellschaftliche Wirkung."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Interview di Lorenzo)

interview2: Christoph Pepper über 25 Jahre als Chefredakteur.


Multitasking in Minden: Christoph Pepper steht seit 25 Jahren an der Spitze des "Mindener Tageblatts". Im turi2.tv-Interview blickt er zurück auf eine Zeit, als es neben der Zeitung nichts gab. Heute müsse eine Person Print, Digital und viele Beiboote bespielen. "Ein Chefredakteur muss heute viel, viel mehr Bälle gleichzeitig in der Luft halten", sagt der 59-Jährige.

Pepper glaubt trotz kontinuierlich sinkender Auflage ans Gedruckte, sein "Tageblatt" verbreitet noch rund 30.000 Exemplare. Einige Leser werden noch lange bereit sein, ihr Geld für Gedrucktes auszugeben. Den Rückzug aus der Region beobachtet jedoch auch Pepper, der früher eine unter drei Lokalzeitungen machte und heute das letzte verbliebene Blatt. Monopolist sei sein Medium deshalb nicht: "Wir stehen in einem Wettbewerb mit vielen anderen Quellen und mit neuen Verhaltensweisen in der Mediennutzung."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Manfred Sauerer steuert bei der "Mittelbayerischen" um.


Regensburger Redaktionsreform: Die "Mittelbayerische Zeitung" rückt Tische, Stühle und Köpfe, um immer mehr Plattformen und immer mehr Möglichkeiten zu bewältigen. Zwei Themen- und vier Produktverantwortliche bestimmen nun den Alltag im Newsroom, erläutert Geschäftsführer und Chefredakteur Manfred Sauerer im turi2.tv-Interview. Ressortchefs haben im aktuellen Geschehen weniger zu melden.

"Wir arbeiten so integriert, dass wir plattformunabhängig arbeiten und stattdessen Themen bearbeiten", sagt Sauerer. In der modernen Schaltzentrale halten zwei Verantwortliche die Fäden in der Hand. Sie steuern die Reporter, konzentrieren sich auf Themen und ihre Darstellung auf allen Plattformen. Ob das klappt, gucken vier Produktverantwortliche: jeweils einer für Zeitung, Website, mobile Plattformen und Social Media. Auch die Zeitung verliert Sauerer nicht aus dem Blick. Er glaubt, "über Gestaltung die Leute zum Lesen bewegen" zu können. Auch im wohlhabenden Süden seien Anzeigengeschäft und Lesermarkt unter Druck.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Umfrage Zeitungs-Zukunft)

interview2: Medien-Anwalt Thomas Schwenke sieht Snapchat als "rechtlichen Ruhebereich".


Snap und weg: Thomas Schwenke beobachtet täglich Rechtsverstöße auf Snapchat, rät Nutzern aber: weitermachen. Noch sei Snapchat ein "Bereich, in dem man sich austoben kann", sagt der Anwalt im turi2.tv-Interview. "Weil es dort so wenige Juristen gibt, kann man sich noch frei bewegen." Schwenke, der selbst snappt, sieht das größte Problem in veralteten Gesetzen, die nicht mehr ins Internet-Zeitalter passten.

In der Praxis sei es gar nicht möglich, sich immer genau an geltenden Regeln zu orientieren. "Wenn wir nur auf das Recht achten würden, könnten wir das Internet zumachen", sagt der Berliner Jurist. Snapchat sorge nun wiederum für neue Probleme, weil Inhalte nach 24 Stunden verschwinden und nicht mehr nachgewiesen werden können: "Der Grundsatz 'Das Internet vergisst nie', gilt bei Snapchat nicht."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Martin Hoffmanns App Resi will mit Teenies ins Gespräch kommen.


Bitte ein Bot: Martin Hoffmann, früher Social-Media-Chef von WeltN24, wagt sich in den News-Nahkampf mit Teenagern und gründet die App Resi. Die Anwendung soll 15- bis 25-Jährigen ab heute die Nachrichten in Form eines WhatsApp-Dialogs vermitteln. Die Nutzer sprechen dabei nicht mit Redakteuren, sondern mit einem Bot, erläutert Hoffmann im Video-Interview von turi2.tv. Resi soll im Laufe der Zeit eine digitale Persönlichkeit entwickeln.

Mit einem Team hat Hoffmann Resi seit seinem Abschied bei WeltN24 programmiert und trainiert. Zu seinen Entwicklern zählen Moritz Klack und Christopher Möller, die auch für die "Berliner Morgenpost" arbeiten. Zusammen wollen sie eine neue Form des Nachrichten-Journalismus etablieren. "Nachrichten werden häufig in Form eines Artikels gedacht. Wir haben uns überlegt: 'Was können wir machen, um das Artikelprinzip aufzubrechen?'" Herausgekommen ist ein Journalismus, der Infos im Gespräch vermittelt – ähnlich wie es Quartz in den USA seit einigen Monaten versucht.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Christiane Krogmann erklärt die Viral-Strategie von tagesschau.de.


Viral oder egal: Die "Tagesschau" traut sich was und drängt in die Timelines junger Nutzer. "Plattformoptimiert" arbeite ihr Team für Social Media, sagt Online-Chefin Christiane Krogmann beim Redaktionsbesuch von turi2.tv. Trotzdem bleibe sich die Marke treu: Grundlage jedes Postings sei eine Nachricht. Und Caren Miosga mit Bierpulle im Liegestuhl zu zeigen, sei nicht lächerlich, sondern ein Einblick mit Augenzwinkern.

Krogmann plant, nach Facebook und Twitter auch Instagram und YouTube zu erobern. Dabei unterstützt sie Viral-Expertin Juliane Leopold, die BuzzFeed in Deutschland aufbaute. Die Redaktion arbeitet laufend an eigenen Formaten für die sozialen Kanäle, denn Krogmann weiß: "Es ist nicht möglich, lineare Inhalte 1:1 auf den sozialen Netzwerken abzuspielen. Das bringt keinen Erfolg. Wir müssen extra Formate kreieren."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Jochen Herrlich über Funkes Lockangebote im Lokalen.


Reichweite in der Region: Funke livetickert sich mit neuen Digitalportalen die verlorenen Zeitungsleser zurück. Thüringen24, Berlinlive und News38 sind voll auf Werbeerlöse und eine jüngere Zielgruppe ausgelegt, erläutert Funke-Digital-Geschäftsführer Jochen Herrlich im turi2.tv-Interview. Die Portale sollen neue Marken werden – abseits der traditionellen, kostenpflichtigen Zeitungstitel.

Wie die nicht üppig ausgestatteten Redaktionen die zusätzliche Last stemmen wollen, kann Herrlich nicht beantworten. Funke beschäftige "tolle Journalisten", investiere in neue Produkte und Kollegen, lautet die offizielle, aber vage Antwort. In der Vergangenheit gab es unter den tollen Journalisten oft genug Sparrunden, Zeitungen wurden auf Effizienz getrimmt.
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

umfrage2: Wie sieht Zeitung in zehn Jahren aus?


Grandios gedruckt oder längst tot: Sechs Medienmacher und ein Auto-Manager denken über die Zukunft der Zeitung nach. Vor der turi2-Kamera hofft G+J-Managerin Eva-Maria Bauch auf das rollbare Papier. Vermarkter Matthias Wahl zweifelt, dass sich eine Zeitung noch finanzieren kann. Funke-Digital-Chef Jochen Herrlich glaubt an Nachrichten auf wirklich allen Kanälen und Geräten, Volkswagen-Digitalstratege Johann Jungwirth an den langfristigen Wert des Lesens auf Papier.

Christoph Pepper, Chefredakteur und Herausgeber des "Mindener Tageblatts", träumt von einem "täglichen Wochenmagazin". Marcus Schwarze von der "Rhein-Zeitung" beschreibt seine Vision einer Medien-Flatrate. "Mittelbayerische Zeitung"-Chef Manfred Sauerer sieht in zehn Jahren Zeitungen mit "grandiosem Druck" und einem Leseerlebnis zum Wohlfühlen.
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Eva-Maria Bauch erzieht Werbemuffel.


Die Blocker blockieren: Gruner + Jahr verbucht einen Erfolg im Kindergarten Internet und erzieht die bösen, kleinen Nutzer. Seit "Geo" und andere Marken Werbemuffel aussperren, sinkt die Nutzung von Ad-Blockern um bis zu 50 %. Statt die Seite zu meiden, schalten die meisten Nutzer den Ad-Blocker einfach aus, erzählt Eva-Maria Bauch, Geschäftsführerin der Digitalprodukt-Sparte im turi2.tv-Interview.

Blockaden und Nutzer direkt anzusprechen, schärfe das Bewusstsein beim Nutzer. Bauch experimentiert deshalb weiter, um das lästige Ad-Blocker-Problem loszuwerden. G+J bemühe sich auch, mit der werbenden Wirtschaft zusammenzuarbeiten, um Werbung besser zu machen. In jedem Fall zieht Bauch die Zügel weiter an: "Wir werden es weiter ausrollen, werden es verändern und anpassen, weil noch nicht so viele Erfahrungen existieren."
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Background)

interview2: Online-Vermarkter Matthias Wahl kritisiert die Kreativen.


Kreativität im Keller: Matthias Wahl, Chef des Online-Vermarkters OMS, macht die kreativen Köpfe der Werbung für die massive Adblocker-Nutzung mit verantwortlich. "Ich vermisse einen Aufschrei der Kreativagenturen", sagt Wahl im turi2.tv-Interview bei der Konferenz Zeitung Digital. Er verlangt eine konzertierte Aktion der Branche, um digitale Werbung besser zu machen. Werbung treibende Unternehmen müssten mehr Geld in ihr Online-Marketing stecken.

Wegen der Adblocker-Problematik komme endlich eine Diskussion in Gang, wie es gelingen könnte, Werbung relevanter für Netz-Nutzer zu machen. Native Advertising sei ein erstes Ergebnis, sagt Wahl.
"Kreativagenturen müssen in der Gestaltung von digitalen Werbemitteln ein Feld sehen, wo Ruhm und Ehre zu erreichen ist."
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Wie die "t3n"-Verleger den Hintern in der Luft behalten.


Häufig mal was Neues: Yeebase Media, Verlag hinter t3n, versucht sich seit elf Jahren beständig zu wandeln. Verleger Andreas Lenz (rechts) baut auf junge Mitarbeiter. Im turi2.tv-Interview erzählt er, wie sein Hannoveraner Team mit Azubis, Volontären und freien Autoren regelmäßig "frisches Blut" zuführt. Häufig unterwegs zu sein helfe zudem, "den Hintern in der Luft zu behalten".

Mitgründer Jan Christe propagiert eine anhaltende "Kultur der Offenheit und des Ausprobierens". "t3n" testet möglichst alles sofort – von Facebook Instant Articles über News-Auslieferung via WhatsApp und Slack. Yeebase macht sich dabei wenig Sorgen, Geld an Plattformen zu verschenken. "Manchmal ist ein Reichweitenzugewinn ein legitimes Vermarktungsmodell", sagt Andreas Lenz und baut auf eine gute Mischung aus Jobbörsen und Verzeichniseinträgen von Firmen.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Christoph Schneider sucht Video-Ware für Amazon.


Bieterkampf um Bildschirm-Ware: Amazon stürzt sich kopfüber in die Content-Konkurrenz und schaut sich auf dem Filmmarkt "agnostisch" nach Kaufobjekten um, sagt Video-Chef Christoph Schneider. 2017 starten ein Bully-Herbig-Film und die Serie You are wanted mit Matthias Schweighöfer bei Prime Video. Schneider rechnet im turi2.tv-Interview mit steigenden Preisen für gute Inhalte, freut sich aber, dass immer mehr Unternehmen den Markt fluten.

Schneider betont, dass die konkurrierenden Plattformen künftig schneller sein und ein noch besseres Gespür beweisen müssen. Sein Videodienst, in Europa früher unter dem Namen Lovefilm bekannt, steht im Wettbewerb mit Netflix, Maxdome, iTunes und Sky. Auch Sky-Programmchefin Elke Walthelm wirbt um neue Kunden mit eigenen Produktionen.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Walthelm), turi2.de (Background Herbig), turi2.de (Background Schweighöfer)

interview2: Frauke Langguth sieht Teletext als Medium der Zukunft.


Die ganze Welt, grob gepixelt: Teletext bleibt Medium für Millionen und positioniert sich als "Gegenangebot zum Internet", sagt Frauke Langguth, Chefin des ARD-Textes. Ihre täglichen 4 Mio Leser schätzten das Angebot, weil es Zeit spart. Langguth will den Text auf mehr Plattformen bringen. Nach Versionen fürs Netz, für Smartphones und Smart-TV denkt Langguth im turi2.tv-Interview über Teletext für die Armbanduhr nach.

Langguth räumt ein, dass der Teletext Leser verloren habe. Der Verlust geht aber vor allem darauf zurück, dass Fernsehzuschauer ihre Programminfos heute meist aus dem Electonic Program Guide (EPG) beziehen. "Die Leser, die uns wegen der Inhalte lesen, sind uns geblieben."
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Sky-Programmchefin Elke Walthelm hält Netflix auf Distanz.


Pay-TV im Plattformen-Krieg: Sky will künftig eine "kritische Menge an spannendem Content" selbst produzieren, um gegen Streaming-Giganten wie Netflix und Amazon zu bestehen. Programmchefin Elke Walthelm ist keine Freundin martialischer Töne und glaubt im turi2.tv-Interview, dass sich Sky und Streaming gut ergänzen. "Es muss ja nicht nur einen am Markt geben", sagt Walthelm, die bei Sky "alles außer Sport" verantwortet.

Walthelm spürt die wachsende Nachfrage der Plattformen, aber auch ein besser werdendes Angebot an Inhalten. "Es gibt mehr Player im Markt, die tollen Content herstellen", sagt die frühere Unternehmensberaterin, die im Februar zur Sky-Programmchefin aufstieg. Am Pay-TV gefällt ihr, nicht immer den Massengeschmack treffen zu müssen. Auf den vielen Kanälen der Sky-Welt könne sie unterschiedliche Geschmäcker bedienen.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Vice-Chef Tom Littlewood über den Reiz der alten Medien.


Oldie but Goldie: Vice strebt aus dem Kindergarten namens Internet ins Seniorenheim Fernsehen. Gerade alte Medien böten viel Spielraum, Neues zu schaffen, sagt Deutschland-Chefredakteur Tom Littlewood. Im turi2.tv-Interview erklärt er, wie Viceland aussehen wird – ein TV-Kanal, der noch dieses Jahr in Deutschland starten soll. Alle Protagonisten sollten etwas Persönliches preisgeben, gemeinsam "auf die Suche nach dem Sinn des Lebens" gehen.

Vice habe auf dem Weg zum "wichtigsten Medienunternehmen der Welt" den Ehrgeiz, eine Geschichte in allen möglichen Medien zu erzählen. Das Prinzip, alles aus einer Hand herzustellen, gilt dabei auch für die Werbung: "Unser Anspruch ist, dass wir Anzeigen und Werbespots selber gestalten. Wir haben ein Gefühl für die junge Zielgruppe, wir haben die Erfahrung, wie man junge Leute begeistert."
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg will im Digitalen radikaler werden.


Welle viral: Intendant Peter Limbourg träumt vom Welt-Nachrichtensender Deutsche Welle und ruft eine digitale Offensive aus. Der ehrgeizige Privatfernseh-Mann will die steuerfinanzierte Anstalt "radikaler, klarer, besser" im Netz machen, sagt er im turi2.tv-Interview. Limbourgs Messlatte liegt bei Millionen-Reichweiten: Das auf Englisch geführte Frauke-Petry-Interview wurde 1 Mio mal geklickt.

Limbourg ist stolz, die wöchentlichen Nutzerzahlen auf allen Kanälen in den vergangenen zwei Jahren um 17,5 % auf fast 120 Mio gesteigert zu haben. Die Datenerhebung ist für die Welle traditionell schwierig, weil die Programme global auf den unterschiedlichsten Wegen verbreitet werden. Die Welle-Inhalte seien zunehmend gefragt, weil das Interesse an deutschen Sichtweisen wachse. Daran will Limbourg online anknüpfen und Produktionsweisen auf die digitale Nutzung abstimmen. Dies erfordere Anstrengungen von Mitarbeitern, gibt er zu – seine Leute seien aber Anstrengungen gewöhnt.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Florian Hager über den Mammut-Kampf um die Millenials.


Klick mich, lieb’ mich: Florian Hager will die Quadratur des Kreises vollziehen und die Coolness zurückbringen in die öffentlich-rechtliche Anstaltswelt. Der Aufbau-Helfer des Jugendangebots der schwerfälligen Mammute ARD und ZDF hört sich unter Millenials um und lockt Webvideo-Stars an Bord. Im turi2.tv-Interview bedauert Hager, dass er ausschließlich online um Reichweite kämpfen muss und erklärt, warum Google, Facebook und Snapchat die BFF des neuen Angebots sein werden.

Hager rechnet nicht damit, dass die künftige Website des Jugendangebots eine große Rolle spielen wird. Sein Team konzentriert sich auf Drittplattformen wie Facebook und YouTube, wird die Inhalte aber breit streuen. "Wir werden keine exklusiven Deals mit Drittplattformen machen", sagt der frühere Vize-Programmchef von Arte. Hager unterhält sich mit der Zielgruppe und etablierten Webvideo-Machern und stellt sich auf einen harten Kampf um Klicks ein: "Wir begeben uns in einen Markt, in dem jeder Youtuber um seine Abonnenten, um seine Community kämpfen muss, das müssen wir auch tun."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: Sensoren-Supernerd Marco Maas baut Nachrichten-App xMinutes.

Nachrichten-NSA für die Hosentasche: Datenjournalist Marco Maas arbeitet an einer App, die massenhaft Daten saugt und die passendsten Inhalte an Nutzer ausspielen soll. "Die richtige Nachricht, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort in der richtigen Länge", verspricht Maas im turi2.tv-Interview. Google finanziert die App xMinutes mit mehreren hunderttausend Euro aus der Digital News Initiative, private und öffentlich-rechtliche Medienhäuser liefern Inhalte.

Maas erforscht die Wirksamkeit von Sensoren bereits bei sich zu Hause. 118 Datensammler verarbeiten und speichern in seiner Wohnung täglich 600 Megabyte und durchleuchten sein Leben. Der Gründer von OpenDataCity will damit in unser aller Zukunft blicken, kümmert sich aber auch um den Datenschutz: xMinutes soll der Werbeindustrie zahlreiche Daten über Zeit, Ort und Kontext zuspielen, aber die Identität des Nutzers anonym halten.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Video: Blendle verkauft bald auch Zeitungsabos.


Blendle mag auch Bündel: Der Artikel-Kiosk Blendle expandiert und verkauft künftig auch komplette Monatsabos von Zeitungen und Magazinen. Gründer Marten Blankesteijn wirbt mit seinem superlekker-einfachen Bezahl-Mechanismus made in Holland - und hofft auf mehr Mut in Medienhäusern zu neuen Geschäftsmodellen. Deutsche Verlage seien nie ganz vorne mit dabei, bedauert Blankesteijn im turi2.tv-Video vom Bürobesuch in Utrecht.

Der Journalist will die hauseigene Paywall-Technologie umfangreicher ausnutzen. Blendle verspricht Verlagen das einfachste Bezahlsystem auf dem Markt. Bei deutschen Zeitungen und Zeitschriften dauere es mehr als vier Minuten, ein digitales Abo abzuschließen. Blendle-Nutzer seien innerhalb von 23 Sekunden fertig. Laut Blankesteijn verbrennen Verlage unnötig Geld in halbherzigen technischen Lösungen, statt Kräfte zu bündeln und eine gemeinsame Lösung zu finden.

Übermedien.de liefert ein erstes Beispiel, wie Nutzer über Blendle ein Monatsabo abschließen können. Mitarbeiter des Startups verhandeln derzeit mit etablierten Verlagen, um künftig deren Digitalabos zu vermarkten. Eine Flatrate für sämtliche Artikel auf Blendle wird es nicht geben, denn kein Verlag mag aktuellste Artikel zum Dauertiefpreis anbieten.
turi2.tv (6-Min-Video), turi2.de (Blankesteijn-Interview von 2015)

turi2.tv: Werber Martin Blach impft Verlegern Mut ein.


Seid wuchtig: Werbe-Wunderheiler Martin Blach bekämpft die Verzagtheit der Verleger. Die Branche müsse selbstbewusst kommunizieren, dass die Formel "Verleger = Print = Papier" nicht mehr gelte, fordert der Chef der Hirschen Group im turi2.tv-Interview. Ober-Hirsch Blach hilft mit der Kampagne Editorial Media bei der Kurskorrektur - und räumt ein, dass der Kampagnen-Titel Fragen offen lässt.

Die Gattungskampagne Editorial Media löst den eingängigen Slogan "Print wirkt" ab und erklärt sich nicht von selbst. "Wenn Sie einen neuen Begriff kreieren, dauert es immer ein Stück", entschuldigt sich Blach und startet einen Versuch: Editorial Media grenze sich von Social Media und Functional Media (z.B. Google) ab. Blach lobt: "Es gibt kaum eine Branche, die auf so vielen Kanälen ihre Inhalte ausspielt wie die Verlagsbranche." Nur müsse sie das immer wieder betonen, auch gegenüber der werbetreibenden Industrie.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTune-Kanal von turi2), turi2.de (Background)

(Interview vom VDZ Publisher's Summit, November 2015)

interview2: Maren Urner will mit konstruktivem Journalismus Probleme lösen.


Machen statt meckern: Maren Urner gründet mit zwei Kollegen Perspective Daily - ein digitales Magazin für konstruktiven Journalismus. "Wir stellen nicht eine Lösung für ein Problem vor, sondern vergleichen verschiedene Ansätze", erklärt Urner im turi2.tv-Interview. Ihr Team traf sich mit Krautreporter, um aus deren Fehlern zu lernen. Bis Sonntagabend braucht Perspective Daily 42 Euro von 12.000 Crowdfundern - ist davon aber noch weit entfernt. Gelingt die Finanzierung, baut das Team eine Redaktion in Münster auf.

Bei Perspective Daily sollen nicht nur Journalisten schreiben: "Jeder Autor bekommt einen thematischen Schwerpunkt, nicht ein Ressort, und soll verschiedene Facetten eines Themas beleuchten", sagt Urner, die promovierte Neurowissenschaftlerin ist. Die Mitgründer Han Langeslag und Bernhard Eickenberg sind ebenfalls Neuro- bzw. Naturwissenschaftler und keine Journalisten. Sie setzen sich hohe Ziele: Kurz nach dem Start soll die Mitgliederzahl auf 20.000 steigen, damit das Projekt wächst und "impact" erzeugen kann, wie Urner sagt.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), perspective-daily.de, indiskretionehrensache.de

interview2: Steffen Grimberg – vom Kritiker zum ARD-Sprecher.


Alle in einem Boot? Der neue ARD-Sprecher Steffen Grimberg sieht kaum Unterschiede zwischen Medienjournalismus und Sender-PR. Die Transformation vom Journalisten zum Sprecher falle ihm nicht schwer, behauptet der frühere "taz"-Mann im turi2.tv-Interview und sagt einen Satz, über den Kollegen stolpern könnten: "Die meisten Medienjournalisten haben der ARD immer in einer kritisch-liebevollen Solidarität gegenüber gestanden."

Grimberg betont, dass die "kritisch-liebevolle Solidarität" auch für die privaten Medienunternehmen gelte. Als neues Sprachrohr in Diensten der ARD will Grimberg, der zuletzt bei NDR "Zapp" und fürs Grimme-Institut arbeitete, "intern weiter kritisieren". Ihn als Journalisten von außen zu holen, sei Neuland, aber nötig, damit es im öffentlich-rechtlichen System vorangeht: "Die ARD will sich verändern, die ARD wird sich verändern. Da macht es Spaß und es ist eine Ehre, dabei zu sein."

Auf ewig unter Funktionären? Das kann sich Grimberg nicht vorstellen und kündigt schon jetzt seine Rückkehr in den Journalismus an. Er meint: "Ich verlasse den Journalismus ja gar nicht, sondern mache eine interessante Erfahrung auf der anderen Seite des Tisches."
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), twitter.com/sprechstelle, turi2.de (Background)

interview2: Stefan Niggemeier startet übermedien.de.


Medien-Polizei 24/7: Stefan Niggemeier will das Genre Medienkritik neu erfinden und startet morgen übermedien.de - als tagesaktuelle Website über die Medienszene. Mit Kompagnon Boris Rosenkranz will Niggemeier multimedial über Verfehlungen, aber auch Sternstunden berichten. "Wir wollen nicht nur Fehler sammeln", kündigt er im Video-Interview von turi2.tv an. Viele übermedien.de-Inhalte stehen hinter einer 3,99-Euro-Paywall, Nutzer können über ihr Blendle-Konto bezahlen. Niggemeier hofft auf "ein paar tausend Abonnenten".

Übermedien.de geht in einer heißen Phase an den Start - Niggemeier ist bewusst, dass Medienkritik derzeit allgegenwärtig ist. Er verspricht: "Wir sind unabhängig und wir sitzen zwischen allen Stühlen." Dennoch bestehe die Gefahr, Verschwörungstheoretikern in die Karten zu spielen: "Wenn es dabei vorkommt, dass man den Kritikern Argumente liefert, dann ist das so." Niggemeier und Rosenkranz wollen sich davon nicht einschränken lassen.
turi2.tv (8-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

"Wenn das Kind wirklich verstehen will, braucht es Print."

Hirnforscher Hans-Georg Häusel erklärt im Interview mit Peter Turi in der turi2 edition, wie gedruckte Medien die Sinne ansprechen und ihre Wirkung entfalten – und warnt vor einer nur digitalen Kindheit. Häusel ist Diplom-Psychologe und Fachmann für Hirnforschung und Konsumverhalten. Er veranstaltet jährlich den größten europäischen Neuromarketing-Kongress. Weiterlesen

turi2 edition: "Zeit"-Chef Rainer Esser und sein Königreich der Diversifikation.


Der Mann mit der Marke: "Ich pack den Spaten und den Hammer aus", sagt "Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser. Seit 1999 führt er den Verlag, hat die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt und das Zusatzangebot zur Wochenzeitung vervielfacht. Esser macht die Marke "Zeit" zu einem Königreich der Diversifikation und spricht in der turi2 edition über seine Überzeugungen, seine Strategie und die Pläne: 2016 werden ein oder zwei weitere Magazine folgen, entweder als Beilage zur "Zeit" oder einzeln am Kiosk. Das im Dezember gestartete Medizin-Supplement Zeit Doctor erscheint vier Mal, auch Zeit Geld und Zeit Golfen werden fortgeführt.

"Only the sky is the limit", brummt Esser mit sonorer Stimme – und meint das gar nicht überheblich. Er weiß um seine Stärken, ist Ermöglicher eines kreativen Team-Prozesses. Die meisten neuen Ideen zur Diversifikation entstünden einfach im Gespräch; nicht in seinem Eckbüro mit dem bescheidenen Schreibtisch, sondern unter Redakteuren und Verlagsmitarbeitern. Die Trennung von Redaktion und Zusatzgeschäften, sagt Esser, sei in den genetischen Code aller eingeschrieben: "Ich habe noch nie einem Redakteur oder dem Chefredakteur etwas Inhaltliches nahegelegt, weil es dem Kommerz dienen könnte. Das ist ein absolutes No-Go."
turi2.de (Themen-Seite zu Esser in der turi2 edition 1)

Weiterlesen können Sie in der turi2 edition, Ausgabe 1, Print. Ein Plädoyer für Slow Media.

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turi2 edition: Sandra Kreft über die "Zeit"-Pläne für 2016.


Expandieren statt lamentieren: Neue Zielgruppen-Magazine, mehr Reise-Angebote und E-Commerce – das sind die Schwerpunkte des "Zeit"-Verlags für 2016. "Uns fällt noch eine Menge ein", sagt Magazine-Verlagsleiterin Sandra Kreft im Video-Interview für die turi2 edition. "Das Limit ist dann erreicht, wenn sich einer unserer Kunden fragt: Warum machen die das?"

Ja, warum machen die das eigentlich? Ganz offenbar, weil die Kunden es annehmen – und Geschäftsführer Rainer Esser seit 1999 diversifiziert, ohne den Verlag zum Gemischtwarenladen zu machen. Längst nicht alles, was Geld bringt, ist im Produktportfolio enthalten. Kreft, die viel unterwegs ist, sich auf Reisen inspirieren lässt, behält immer das Bild des anspruchsvollen "Zeit"-Lesers im Kopf und sagt daher: "Sie werden von uns keine Nahrungsergänzungsmittel bekommen, Sie werden von uns keine Versicherungen verkauft bekommen. Wir stehen für Inhalte und Qualität."
turi2.de ("Zeit"-Video-Seite zur Story in turi2 edition 1)

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turi2 edition: Welche Zukunft hat die Nachricht?


Live, bewegt und mobil ist die Zukunft der Nachricht – und auf dem alten Tanker Deutsche Presse-Agentur müssen sie in rauer Medien-See nicht nur die Bordwand streichen. Chefredakteur Sven Gösmann und sein Team bauen ganze Decks neu und ein paar andere ab. Jens Twiehaus beobachtet für die turi2 edition den Wandel im Berliner Newsroom der dpa – und verfolgt die Frage "Was ist die Nachricht noch wert?" bis in die Köpfe ihrer führenden Macher.

Print ist in den Augen von Gösmann immer noch stark, die Print-Verlage sind das Rückgrat der 680 Mitarbeiter starken Agentur. Längst aber suchen erfahrene Journalisten nach neuen Geschäftsmodellen und journalistischen Formaten. Vize-Chefredakteur Roland Freund zog sich in die kleine Denkfabrik dpa next lab zurück. Infocom-Geschäftsführer Christoph Dernbach glaubt an den Siegeszug multimedialer Liveticker.
turi2.de (Video-Dossier zur Zukunft der dpa)

Die komplette Geschichte finden Sie in der turi2 edition, Ausgabe 1: Print)

Text und Videos: Jens Twiehaus. Fotos: Holger Talinski.

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turi2 edition: Christoph Dernbach sieht die Zukunft der dpa im Live-Geschäft.


Deutsche Puls-Agentur: Liveticker sind ein wichtiges Wachstumsfeld für die dpa, denn Live-Formate am Puls der Zeit "entsprechen der DNA einer Nachrichtenagentur", sagt dpa-infocom-Chef Christoph Dernbach. "Wir waren immer daran interessiert, Sachen auf den Punkt zu bringen, zu zeigen, dass wir vor Ort sind." Im Liveticker finde alles zusammen, was die dpa leistet, sagt Dernbach im Video-Interview für die turi2 edition.

Heute bietet die dpa meistens einzeln Text-Formate, Fotos, Grafiken und technisches Know-how. "Die Zauberformel wird sein, alle Komponenten vernünftig zusammen zu bringen – daraus spannende journalistische Produkte zu machen, die sich finanziell rechnen." Dernbach arbeitet daran, die vielen Innovationen mit der Grundeigenschaft der dpa zu fusionieren: eine sauber recherchierte Nachricht zu liefern. Für Dernbach ist es die spannendste Zeit seiner Laufbahn, die 1989 bei dpa begann. In der gedruckten turi2 edition führt er seine Ideen aus.
turi2.de (Video-Dossier zur Zukunft der dpa)

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turi2 edition: dpa-Fotochef Peer Grimm will Video massiv ausbauen.


Bewegte Bilderflut: Die dpa steht bei der effizienten Produktion von Videos noch am Anfang, räumt Fotochef Peer Grimm im Video-Interview der turi2 edition ein. Viele seiner Fotografen können Bewegtbild, aber nicht bei allen lasse sich ein "Schalter umlegen". Die simple und meist zuverlässige Technik helfe aber gestandenen Fotografen zu Filmern zu werden. "Diejenigen, die für Fotografie einen besonderen Blick haben, haben den auch bei der Produktion von Bewegtbildern", sagt Grimm.

Im gedruckten Text über die Zukunft der Nachricht und der dpa bestätigt Grimm: "Die Medien brauchen mehr Bilder als früher." Online-Portale verlangen ständig frische Ware von den 40 festen und 40 freien Fotojournalisten der Agentur. Und Print-Medien werden auch in der Tagesaktualität magaziniger, weshalb das Standardbild von der Pressekonferenz nicht mehr reicht.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

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turi2 edition: Sven Gösmann über die dpa in wirren Zeiten.


Konzentration, bitte! Die Deutsche Presse-Agentur steht als Lieferant der Verlage im Gewitter des Medienwandels und muss sich erneuern. dpa-Chefredakteur Sven Gösmann, 49, werkelt deshalb an allen Fronten - und muss manches niederreißen. "Wir versuchen allen Kunden alles zu geben, aber wir müssen uns auch konzentrieren", sagt Gösmann im Video-Interview für die turi2 edition. dpa probiert neue Textformate wie Listicles, wird in Korrespondenten-Berichten persönlicher, reduziert aber die Zahl der arbeitsintensiven Zusammenfassungen.

Nebenbei macht Gösmann so manchem Kunden Beine. Nicht dpa ist stets das trägste Teilchen im atomisierten Medienmarkt - manchmal sind auch die Verlage lahm. Er müsse "in die Köpfe der Kunden reinbringen, sich zu öffnen für die Möglichkeiten, die wir heute schon anbieten", sagt Gösmann in vornehm diplomatischer Zurückhaltung. Was alle wollen, egal ob Print oder Online: mehr Bild, mehr Grafik, was zum Gucken. "Ein Wort ist eine ganze Menge wert", sagt Gösmann, "aber daneben tritt immer stärker die Visualisierung."
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

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