Was macht eigentlich Konstantin Neven DuMont?

 
Konstantin Neven DuMont war eigentlich als Erbe des Verlags M. DuMont Schauberg vorgesehen, doch 2010 schied er im Streit mit dem Vater aus.

Konstantin Neven DuMont

 

Konstantin Neven DuMont, wo sind Sie in diesem Moment?

In diesem Moment bin ich auf dem Weg nach Hamburg zu einer unserer Beteiligungen, die innovative Erfindungen im Abwasserbereich entwickelt hat.

 

Was machen Sie gerade?

Gerade beantworte ich Ihre Fragen.

 

Und sonst so?

Ansonsten pendle ich viel zwischen Rheinland und der Provinz Zeeland in den Niederlanden, kümmere mich um Immobilien, Beteiligungen sowie meine sechs Kinder, bewege mich an der frischen Luft, musiziere, studiere diverse Kontoauszüge oder diskutiere über Politik, Medien, Gott und die Welt.

 

Beneidenswert. Sind Sie froh, aus den Medien raus zu sein?

Eigentlich nicht, weil ich Qualitätsjournalismus gerne noch länger unterstützt hätte. Auf der anderen Seite bin ich zur Zeit aber froh, in diesem Bereich kein Geld mehr zu verbrennen. Wenn ich irgendwann genügend Geld habe, möchte ich Qualitätsjournalismus aber wieder verstärkt subventionieren. Zuletzt ging das nur mit kleineren Beiträgen wie zum Beispiel an die Krautreporter.

 

Sie investieren in die Krautreporter?

Ich war einer der Ersten, der den Krautreportern 9.000 Euro zugesichert hatte. Meines Erachtens brauchen wir mehr von derartigen Plattformen in Deutschland.

 

Dabei ist doch Stefan Niggemeier ein Aushängeschild der Krautreporter. Der Mann, der Sie in seinem Blog am Nasenring durch die Manege geführt hat.

Natürlich fand ich das damals nicht nett von Niggemeier, weil ich noch nie ein Freund von anonymen Kommentaren gewesen bin und selber auch keine verfasst hatte. Das hatte ich ihm auch mitgeteilt. Deshalb finde ich aber nicht alles schlecht, was er macht. Es wäre auch Humbug zu behaupten, dass ich seinetwegen aus dem Vorstand ausgeschieden bin. Das hatte andere Gründe. Mittlerweile ist das für mich aber alles Schnee von gestern. Das ist ja schon Jahre her.

 

Wo würden Sie denn investieren, wenn Sie genügend Geld hätten?

Zur Zeit beschäftige ich mich erstmal mit meinen neuen Projekten. Ansonsten würde ich mich verzetteln. Aber wenn Sie schon so fragen, am liebsten in investigative Projekte. Davon gibt’s in Deutschland viel zu wenige. Die Krautreporter scheinen auch eher gut recherchierte Erklärstücke zu produzieren.

 

Erfindung im Abwasserbereich – klingt nach schmutzigen Geschäften. Gibt es ein System, nach dem Sie investieren?
Den Immobilienbereich hatte ich mir ganz bewusst ausgesucht, weil mir das Planen, Bauen und Sanieren immer schon Spaß gemacht hat. Außerdem sehe ich in diesem Bereich keine Gefahr, von den Googles, Apples, Amazons oder Facebooks aus dem Markt gedrängt zu werden. Bei Einzelhandelsflächen sollte man im Gegensatz zu Wohnungen aber schon vorsichtig sein. Das hat mit den Marktveränderungen zu tun. In die Bereiche Energie und Wasser bin ich per Zufall über Bekannte geraten. Da muss ich mich allerdings erstmal einarbeiten. Schmutzig sind diese Geschäfte aber keinesfalls. Da geht’s ja um möglichst ökologische sowie kostengünstige Lösungen für die Zukunft.

 

Sie haben sich sehr öffentlich mit Ihrem Vater gestritten. Bereuen Sie das eigentlich?
Dazu will ich mich nicht mehr äußern. Irgendwann sollte es auch mal gut sein.

 

Haben Sie sich mit Ihrem Vater versöhnt?
Immer wieder, ja.

 

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