US-Handelskonzern Walmart plant einen eigenen Video-Streamingdienst.

Walmart will seinem Erzfeind Amazon mit einem eigenen Video-Streamingdienst Konkurrenz machen, schreibt The Information. Demnach soll das Angebot des US-Handelskonzern mit acht Dollar unter dem Preis von Amazon liegen und vor allem die Bevölkerung im zentralen Heartland der USA ansprechen. Helfen könnte bei der Umsetzung der Videodienst Vudu, den Walmart 2010 übernommen hat, aber nur bedingt erfolgreich betreibt.
theinformation.com (Paid) via heise.de, sueddeutsche.de

Wir graturilieren: Andreas Laux wird 41.


Wir graturilieren: Andreas Laux, Managing Editor für Alexa bei Amazon Deutschland, feiert heute seinen 41. Geburtstag - altersgemäß im Freibad bei Pommes und "Fruchtschlangen für zwei Euro, bitte". Besonders freut ihn, dass seine Tochter sich immer noch lieber von ihm als von Alexa vorlesen lässt. Fürs kommende Lebensjahr wünscht Laux sich einen Masterplan "Alle mal runterkommen", den elften Abonnenten für seinen Newsletter und endlich ein neues Haftbefehl-Album. Über Glückwünsche freut er sich per Prime-now-Lieferdienst oder E-Mail. Und nun Alexa: Singe Happy Birthday!

Walmart und Microsoft arbeiten bei Clouddiensten zusammen.

Walmart nutzt in den kommenden fünf Jahren die Microsoft-Cloud. Es geht u.a. um Algorithmen für den Einkauf und sowie den Verkaufsdaten-Austausch mit Lieferanten. Damit verbünden sich zwei der wichtigsten Amazon-Konkurrenten - Walmart fühlt sich im Einzelhandel bedroht, Microsoft liefert sich beim Cloud-Umsatz ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Amazons Tochter AWS.
wsj.com (Paid)

Porträt: Streaming-Plattform Twitch bekommt von Mutter Amazon viel Freiheit.

Twitch hat sich zum Sky der E-Sports-Szene entwickelt, schreibt Alexander Demling im Porträt von Amazons Livestreaming-Plattform. Chef und Gründer Emmett Shear sagt, Mutter Amazon lasse ihm mindestens so viel Einfluss wie die Investoren vor der Übernahme. Amazon und Twitch wollen Blockbuster-Spiele entwickeln, das Amazon-Management habe dem Plan ohne Weiteres zugestimmt.
"Handelsblatt", S. 46 (Paid), turi2.de (Background)

Amazon liefert zunehmend Pakete selbst aus.

Amazon investiert in Deutschland zunehmend in eigene Lieferungen und macht so DHL, Hermes und Co. Konkurrenz, berichtet Daniel Schleidt. Im Rhein-Main-Gebiet hat der Versandhändler ein neues Verteilzentrum eröffnet und beauftragt seitdem kleine Firmen mit Lieferungen für seine Vielbesteller. Die Amazon-Boten kommen meist am Abend. Amazon beteuert, man attackiere damit nicht die etablierten Paketzusteller.
faz.net, turi2.de (Background)

Audible investiert 1 Mio Euro in ein eigenes Tonstudio in Berlin.

Audible baut sich in Berlin ein eigenes Tonstudio. Laut "Berliner Morgenpost" investiert Amazons Hörbuch-Plattform rund 1 Mio Euro in die Technik, um in vier Studios selbst zu produzieren. Jedes Jahr sollen bis zu vier Hörbücher entstehen, die exklusiv für Audible geschrieben und konzipiert werden. Hinzu kommen Aufnahmen für Lizenz-Hörbücher und Podcasts.
morgenpost.de via buchreport.de

Lese-Tipp: Ralf Kleber verbindet bei Amazon Startup-Geist mit Controlling.

Lese-Tipp: Ralf Kleber, Deutschlandchef von Amazon, hat in seinen 19 Jahren bei dem Onlineriesen nicht nur den deutschen Handel das Fürchten gelehrt. Florian Kolf porträtiert ihn als Rammstein-hörenden Manager, den man auf den ersten Blick leicht unterschätze und der den "experimentierfreudigen Startup-Geist der Amerikaner mit knallhartem deutschem Controlling" verbinde.
"Handelsblatt", S. 46 (Paid)

"manager magazin": Amazons Alexa wird zum Marken-Mörder.


Bewertung schlägt Marke: Amazons Alexa wird viele Markenartikler in die Krise stürzen, analysieren Eva Müller und Jonas Rest im manager magazin. Die Bestell-Logik der Wohnzimmer-Wanze mache es vor allem jenen Marken schwer, die zu teuer sind, um mit billiger China-Ware mitzuhalten, und zu unpopulär, um von den Kunden direkt gefordert zu werden. Denn wer ausdrücklich Tempo-Taschentücher bestellt, wird auch künftig das Markenprodukt erhalten. Bei unspezifischen Bestellungen bevorzugt Alexa Amazons Eigenmarken, die das Label Amazon Basic tragen oder den Adels-Titel Amazon's Choice führen – Lieferanten mit Topbewertungen.

Amazons Alexa gleiche einem Supermarktregal, in dem nur zwei Produkte stehen, zitiert das "manager magazin" den Mindshare-Mann Jim Cridlin, "aber nicht ne­ben-, son­dern hin­ter­ein­an­der". Denn nur wenn der Kunde das von Alexa vorgeschlagene Produkt ausdrücklich ablehnt, kommt die Top zwei in der Trefferliste zum Zuge. Konsumgüterriesen wie Henkel und Nestlé reagieren bereits: Sie streichen ihr Markenportfolio zusammen und trennen sich von umsatzschwachen Brands.

Wer in Alexas eingeschränkter Warenwelt überleben will, muss ins Marketing investieren und für möglichst gute Amazon-Bewertungen sorgen, empfehlen die Autoren. Auch die Programmierung eines eigenen Alexa-Skills könne helfen. In den USA können Marken auf besonders beliebte Keywords bereits bieten und sich so eine hohe Platzierung erkaufen. Auch in Europa solle das bald möglich sein.
"manager magazin" 7/2018, S. 78-86 (Paid)

Allianz zwischen Versandhändlern und Lieferdiensten gerät ins Wanken.

Lieferdienste wie DHL und Hermes können nicht mehr mit dem Wachstum ihrer wichtigsten Kunden wie Amazon und Zalando mithalten, schreibt Jacqueline Goebel. Die geringen Einnahmen pro Lieferung rechtfertigten die hohen Investitionen nicht länger, weshalb die Lieferdienste neue Verträge aushandeln müssten. Gleichzeitig investiert Amazon in einen eigenen Lieferdienst und drohe so, die wenigen profitablen Liefergebiete künftig selbst zu versorgen.
wiwo.de

Amazon bringt Alexa in Hotelzimmer.


Alexa, das Frühstück bitte: Amazon bringt seine smarte Sprachassistentin in Hotelzimmer und Ferien-Appartments. Die Herbergen können Alexa individuell einstellen und Gästen z.B. Zimmerservice-Bestellungen ermöglichen oder die Öffnungszeiten des Schwimmbads abrufen lassen. Die Marriott-Kette führt Alexa for Hospitality in ausgewählten US-Häusern ein, zu der Kette gehören auch Westin, St. Regis und Aloft.

Amazon schließt Alexa auch an bestehende Hotelmanagement-Software an, sodass sich Gäste den Gang oder den Anruf an der Rezeption sparen. Die Echo-Geräte im Hotelzimmer sollen außerdem Funktionen im Raum steuern und Musik abspielen. Nutzer können das System mit ihrem persönlichen Account nutzen – Amazon verspricht, dem Hotel keinerlei Datenzugriff zu geben. Neben der Hotel-Offensive kündigt Amazon an, Alexa auch in Italien und Spanien einzuführen – Spanisch gehört zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt. (Foto: Picture Alliance / Chromorange)
techcrunch.com, theverge.com, mashable.com, theverge.com (Spanisch & Italienisch)

Facebook beantwortet die Fragen des US-Kongresses auf 454 Seiten.

Facebook-LogoFacebook macht seine Hausaufgaben und überreicht dem US-Kongress 454 Seiten mit Antworten auf die Fragen, die Mark Zuckerberg bei seiner Anhörung Anfang April nicht beantworten konnte. Facebook nennt dabei u.a. Google, Twitter, YouTube und Amazon als seine Konkurrenten. Das soziale Netzwerk gibt an, nur 6 % der 650 Mrd Dollar des globalen Werbemarktes auszumachen – Plakatwerbung und Printanzeigen seien eine Alternative zu Facebook.
fossbytes.com, techcrunch.com (komplette Antworten), turi2.de (Background)

Studie: Video-on-Demand wird in 18 % aller deutschen Haushalte genutzt.

Video-on-Demand: Mindestens einen kostenpflichtigen Video-Dienst haben 18 % der deutschen Haushalte Ende 2017 abonniert, ergibt eine Goldmedia-Studie. Zum Jahreswechsel lagen die Gesamterlöse auf dem VoD-Markt bei 1,1 Mrd Euro, die Studie prognostiziert bis 2023 einen Anstieg auf 2,5 Mrd. Netflix und Amazons Prime sind die beliebtesten Anbieter in Deutschland.
goldmedia.com, digitalfernsehen.de

Prime wird zur eigenständigen Marke – über Amazon hinaus.

Amazon baut Prime zu einer eigenständigen Marke um. Der Konzern streicht nach und nach das Wort Amazon aus allen Elementen seines Mitglieder-Programms, statt Gelb und Orange ist Hellblau die dominierende Farbe. Hintergrund des Markenwandels: Prime-Dienste werden ausgeweitet, u.a. in die Supermärkte der von Amazon gekauften Kette Whole Foods. Prime zählt inzwischen 100 Mio zahlende Kunden.
businessinsider.de

Amazon vernichtet offenbar im großen Stil Waren.

amazonAmazon zerstört im großen Stil Waren, darunter auch neuwertige Produkte, berichten die "Wirtschaftswoche" und das ZDF-Magazin "Frontal 21". Die beiden Medien beziehen sich dabei auf interne Dokumente und Aussagen von Mitarbeitern. Demnach würden in deutschen Logistiklagern unter anderem Kleidung, Haushaltsgeräte, Handys, Matratzen und Möbel zerstört. Amazon bestreitet nicht, Waren zu vernichten und teilt mit, das Unternehmen arbeite daran, "so wenig Produkte wie möglich entsorgen zu müssen".
wiwo.de, zdf.de

Amazon kauft Premier-League-Rechte.

Amazon erhält den Zuschlag für TV-Rechte der britischen Premier League. Ab 2019 zeigt Amazon Prime Video seinen Kunden in Großbritannien 20 Spiele pro Jahr. Der Vertrag läuft drei Jahre, der Preis ist nicht bekannt. BT zahlt für 52 Spiele 295 Mio Pfund für drei Jahre, Sky für 128 Partien knapp 3,6 Mrd Pfund. Erst im April hatte Amazon britische Tennis-Rechte für die US Open gekauft.
bbc.com, independent.co.uk, theguardian.com

Lese-Tipp: Benedikt Fuest testet Amazons Gesichtserkennung.

Lese-Tipp: Benedikt Fuest macht den Selbsttest und lässt sich von Amazons Gesichtserkennung Rekognition auf Fotos finden. Auf Bildern mit mehr als 60 Menschen findet die Software ihn ohne Probleme. Bei Aufnahmen, die ihn nur von der Seite zeigen, bekommt "Amazons digitaler Detektiv" Probleme und macht kurzer Hand seinen Cousin zum Gesuchten. Jeder bei AWS angemeldete Amazon-Kunde kann das Tool nutzen, in den USA ist es besonders bei der Polizei beliebt.
"Welt am Sonntag", S. 44 (Paid)

"Spiegel": Verbraucherschutz bei Kosmetikartikeln aus Onlineshops ist lückenhaft.

amazonAmazon bietet Kosmetika an, die in der EU nicht zugelassen sind, schreibt Simone Salden. Sie bezieht sich auf einen Test des Unternehmens Sefiro, das 24 bei Amazon erhältliche Kosmetikartikel getestet hat. Insgesamt ergab der Test 93 Einzelverstöße gegen die EU-Kosmetikverordnung, nur zwei Produkte seien uneingeschränkt in Deutschland "verkehrsfähig".
"Spiegel" 23/2018, S.62-63 (Paid)

Lese-Tipp: Amazon drängt chinesische Händler zum Steuernzahlen.

Lese-Tipp: Holger Petersen profitiert davon, dass Amazon chinesische Händler drängt, in Deutschland Steuern zu zahlen. Der Steuerberater hat vor ein paar Monaten seine Firma TaxFBA gegründet und vertritt bereits 100 Händler. Das Finanzministerium entwirft ein Gesetz, um Steuerhinterziehung im Onlinehandel zu bekämpfen, es soll ab 2019 gelten. Amazon und Co müssen dann für Händler haften. Laut Schätzungen arbeiten 15.000 von 20.000 chinesischen Unternehmen illegal.
"Wirtschaftswoche" 23/2018, S. 50 (Paid)

"Alexa" zeichnet Gespräch auf und verschickt es.

Amazon Echo hat das Gespräch eines US-Ehepaares ohne deren Wissen aufgezeichnet und an einen Bekannten geschickt. Amazon sagt, ein Wort in der Unterhaltung habe wie der Aktivierungsbefehl "Alexa" geklungen, weitere Wortfetzen seien als Befehle missverstanden worden. Eine solche Verkettung von Missverständnissen sei "höchst ungewöhnlich".
kiro7.com (2-Min-Video), theverge.com via faz.net

Trump soll US-Post gedrängt haben, Amazons Porto zu verdoppeln.

Logistik: US-Präsident Donald Trump hat die Chefin der US-Postbehörde USPS gedrängt, die Versandpreise für Amazon und andere Großkunden zu verdoppeln, berichtet die "Washington Post". Die Zeitung gehört Amazon-Chef Jeff Bezos. Post-Chefin Megan Brennan weigere sich standhaft, da Verträge bestünden und eine Kommission die Deals reguliere. Sie habe Trump zu erklären versucht, dass USPS von dem Vertrag mit Amazon profitiere - und nicht, wie Trump unterstellt, den Shopping-Riesen subventioniert.
washingtonpost.com, cnbc.com

Ulla Strauß von United Kiosk: Verlage sollten Amazon und Apple umarmen.


Keine Angst vorm A: United-Kiosk-Vorstand Ulla Strauß erweist ihrem Mädchennamen Fröhlich alle Ehre. Die digitale Zeitschriften-Händlerin findet es ganz wunderbar, wenn sich Amazon und Apple im Presse-Vertrieb breitmachen. Im turi2.tv-Interview beim Kongress der Deutschen Fachpresse plädiert die fröhliche Strauß für eine radikale Kunden-Perspektive und ruft 2018 zum Jahr aus, in dem die Branche richtig was bewegt.

Strauß trägt nicht nur das Jeff-Bezos-Mantra "still day one" am Körper, sie glaubt auch an optimistische Silicon-Valley-Thesen. Verlage, United Kiosk und die großen Tech-Unternehmen könnten "gemeinsam den Kuchen größer machen" für digitale Zeitschriften. Die Zukunft des Lesens sieht die Vertriebs-Fachfrau in einer Super-Plattform, dem "Spotify fürs Lesen", weil der einfache Zugriff heute wichtiger sei als der Besitz.
turi2.tv (5-Min-Video bei YouTube)

Zahl des Tages: Amazon Prime müsste 784 Dollar kosten, sagt JP Morgan.

Zahl des Tages: Eigentlich 784 Dollar im Jahr statt 119 Dollar müsste das Amazon-Prime-Abo in den USA kosten, errechnet JP Morgan auf Basis der enthalten Leistungen. Wegen der Fülle an Diensten hätten es Konkurrenten schwer, mit einem vergleichbaren Angebot dagegenzuhalten, sagen die Analysten. In Deutschland verlangt Amazon 69 Euro pro Jahr.
businessinsider.de

Media Markt will mit Allianz europäischer Elektronikhändler gegen Amazon bestehen.

Mediamarkt Logo 150Media Markt will mit einer Allianz europäischer Elektronikhändler gegen globale Konkurrenten wie Amazon und Alibaba bestehen, schreibt Joachim Hofer. In einem ersten Schritt gründet die Dachgesellschaft von Media Markt und Saturn ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Konkurrenten Fnac Darty, um Einkauf und Forschung zusammenzulegen. Der European Retail Alliance sollen in den kommenden Monaten weitere europäische Elektronikhändler beitreten.
"Handelsblatt", S. 18 (Paid)

Bloomberg: Amazon testet eigenes Retargeting für Marketplace-Händler.

Amazon greift Google laut Bloomberg an, wo es wehtut: Der Shopping-Riese teste ein Programm, mit dem Händler seines Marketplace auf anderen Websites und in Apps für ihre Produkte werben können. Solche Retargeting-Anzeigen verfolgen Nutzer, die sich ein Produkt angesehen haben, quer durchs Web. Amazon stellt nur Gebühren für erfolgte Klicks in Rechnung. Neben Google bietet u.a. die französische Firma Criteo vergleichbare Dienste an.
bloomberg.com