EU-Kommission beginnt Kartellverfahren gegen Amazon.


Kein Strafrabatt am Prime Day: EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager bringt ihre Truppen gegen Amazon in Stellung, berichtet Bloomberg. Noch diesen Sommer will sie die Geschäfte des Konzerns nach allen Regeln der Kartell-Kunst durchleuchten. Bei der Kommission läuft bereits eine vorläufige Untersuchung, ob Amazon die Daten von Drittanbietern auf seiner Plattform zum eigenen Vorteil ausschlachtet – ein Verfahren will Vestager vor dem Ende ihrer Amtszeit im Oktober abschließen.

Die Ausweitung zu einem Kartellverfahren würde der Kommission ermöglichen, Strafzahlungen von Amazon zu kassieren. Vestager hat sich in den vergangenen Jahren als Schrecken der Tech-Konzerne einen Namen gemacht: Google musste in mehreren Verfahren schon insgesamt 8,2 Mrd Euro berappen und Apple Steuern in Milliarden-Höhe nachzahlen. Facebook ist aktuell noch im Visier. Auch Amazon stand schon zweimal auf dem Prüfstand, allerdings wegen Steuerfragen und dem E-Book-Vertrieb – für das Handelsgeschäft ist es eine Premiere. (Foto: MAXPPP / Picture Alliance, Montage: turi2)
bloomberg.com, turi2.de (Background)

Amazon schafft 2.800 neue Arbeitsplätze in Deutschland.

Jobs im Warenkorb: Amazon will bis Ende 2019 bundesweit 2.800 neue Arbeitsplätze schaffen. Damit steige die Zahl der Mitarbeiter auf über 20.000. Deutschland sei der wichtigste Auslandsmarkt für Amazon. Noch in diesem Jahr eröffne in Mönchengladbach das 13. Logistikzentrum des Versandriesen.

Amazon suche in Deutschland sowohl Berufseinsteiger als auch Fach- und Führungskräfte, darunter Softwareentwickler und Mitarbeiter in der Logistik. Die Stellen seien unbefristet ausgeschrieben. Amazon zahle in den deutschen Logistikzentren einen "wettbewerbsfähigen" Stundenlohn von mindestens 10,78 Euro brutto.
handelsblatt.com, heise.de, presseportal.de

EuGH: Online-Händler müssen keine Telefonnummer angeben.


Kein Anschluss unter dieser Nummer: Online-Händler müssen ihren Kunden nach EU-Recht nicht grundsätzlich eine Telefonnummer zur Kontaktaufnahme angeben, entscheidet der Europäische Gerichtshof. Es sei "unverhältnismäßig", sie extra zur Einrichtung einer solchen zu verpflichten. Die Richter betonen jedoch, dass der Händler Kommunikationsmittel bereit stellen müsse, über der die Kunden den Händler schnell und effizient erreichen können, zum Beispiel einen Online-Chat.

Geklagt hatte der Bundesverband der deutschen Verbraucherzentrale gegen Amazon. Auch die Vorinstanzen wollten Amazon nicht zu telefonischer Erreichbarkeit verdonnern. Der deutsche Bundesgerichtshof hatte die Klage zur endgültigen Klärung an den EuGH weitergeleitet.
heute.de, spiegel.de, curia.europa.eu

Digitalisierung führt zu mehr wirtschaftlicher Ungleichheit.

Digitalisierung führt bei Tech-Konzernen wie Google, Facebook und Amazon zu wachsender Marktmacht, schreibt Ökonom Gunther Schnabl in einem "FAS"-Gastbeitrag. Daraus entstünden Monopolstellungen, die insgesamt zu wirtschaftlicher Ungleichheit führten. Die Zentralbanken hätten die Konzentrationsprozesse durch niedrige Zinsen begünstigt.
"FAS", S. 22 (Paid)

Amazon-Gründer Jeff Bezos bleibt auch nach Scheidung reichster Mann der Welt.

Amazon: Die Ehe zwischen MacKenzie und Jeff Bezos ist auf den Tag genau 25 Jahre nach Gründung des Onlinehändlers geschieden, meldet die Agentur Bloomberg. Die Ex-Frau erhält knapp 19,7 Mio Amazon-Aktien, womit sie einen Anteil von 4 % hält. Auf dem Milliardärsindex von Blomberg landet die Autorin auf dem 22. Rang. Jeff Bezos bleibt der reichste Mann der Welt.
manager-magazin.de

Britische Wettbewerbshüter untersuchen Amazon-Einstieg bei Deliveroo.

Amazon darf womöglich nicht wie geplant als Hauptinvestor eines 575 Mio Dollar umfassenden Investments beim Essenslieferdienst Deliveroo einsteigen. Die britischen Kartellbehörden untersuchen den Deal und befürchten, Amazon und Deliveroo könnten mit dem Deal weitestgehend verschmelzen. Solange die Untersuchungen laufen, ist der Deal vorerst gestoppt.
nytimes.com, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Amazon will über 2.000 neue Stellen in Großbritannien schaffen.

Zahl des Tages: Versandfertige 2.000 Arbeiter will Amazon zusätzlich in Großbritannien einstellen. Darunter seien auch 170 Ingenieure, die sich unter anderem um die Weiterentwicklung von Alexa und des Drohnenversands Prime Air kümmern sollen. Insgesamt hätte Amazon im Anschluss rund 30.000 Mitarbeiter in Großbritannien.
bloomberg.com

Zahl des Tages: Amazon hat 17,3 Mio Prime-Kunden in Deutschland.

Zahl des Tages: Rund 17,3 Mio Deutsche sind Kunden von Amazon Prime, so eine Studie des Handelsforschungsinstituts IFH. Das sei mehr als jeder dritte Online-Shopper. Laut der Studie seien viele Amazon-Kunden mittlerweile sogar dazu bereit, eine monatliche Gebühr zu bezahlen, um weiter Einkäufe über die Plattform tätigen zu können.
"Handelsblatt", S. 14 (Paid)

Amazon eröffnet in US-Drogerien Abhol-Schalter.

Amazon bietet künftig in mehr als 100 Filialen der US-Drogeriekette Rite Aid kostenlose Abhol-Schalter an. Bis Ende 2019 sollen es 1.500 Filialen sein – Amazon sucht dafür weitere Kooperationspartner. Beobachter werten den Schritt als weiteren Vorstoß in die Apotheken-Branche. Der Konzern hat 2018 für knapp 1 Mrd Dollar die Online-Apotheke PillPack gekauft.
techcrunch.com, turi2.de (Background)

P7S1 braucht mit Joyn viel Geduld, glaubt Goldmedia-Chef Florian Kerkau.

Joyn, neue Streaming-Plattform von ProSiebenSat.1, wird für die Nutzer als dritter Anbieter neben Amazon und Netflix erstmal paradiesische Zustände schaffen, glaubt Goldmedia-Chef Florian Kerkau. P7S1-Boss Max Conze brauche aber langen Atem, um abnehmende TV- durch wachsende Digitalreichweite auszugleichen. Wer all die Angebote schauen soll, die es im Markt gibt, bleibt ungewiss, schreibt Lisa Priller-Gebhardt. Joyn setze auf Lokalkolorit als Abgrenzung.
sueddeutsche.de

Zahl des Tages: Amazon nennt versehentlich deutschen Marktplatz-Umsatz.

Zahl des Tages: Einen Umsatz von 10,2 Mrd Euro machten Dritthändler 2018 auf dem deutschen Marktplatz von Amazon, errechnet E-Commerce-Experte Mark Steier. Die Rechnung basiert auf einer Zahl, die Amazon in einer Mail an seine Händler wohl versehentlich preisgegeben hat.
wortfilter.de via handelsblatt.com


Nachtrag 19.6.2019, 18:10 Uhr Amazon teilt dazu mit:
"Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt. Die Person, die diese Informationen zusammengestellt hat, hat Zahlen benutzt, die nichts mit den Verkäufen von Drittanbietern bei Amazon zu tun haben. Dies ist allein auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen und es wäre falsch, anzunehmen, dass diese Zahlen etwas über das Geschäft von Amazon in Deutschland oder auf der ganzen Welt aussagen."

Amazon verkauft ein Plagiat von Oliver Wurms Grundgesetz-Magazin.

Grundgesetz-Magazin: Amazon verkauft ein Plagiat von GG - Das Grundgesetz als Magazin, schreibt Herausgeber Oliver Wurm bei Facebook. Die Kopie trägt den gleichen Titel, ist aber ohne grafische Gestaltung auf billigem Papier gedruckt. Herausgeber ist ein Verlag im bulgarischen Sofia, gedruckt hat das Plagiat Amazon Fulfillment in Polen.
facebook.com/oliver.wurm

Aus dem Archiv von turi2.tv: Oliver Wurm lag oft auf der Schnauze – und ist jetzt so erfolgreich, dass er aufhören will. (05/2019)

Grüne wollen Amazon den Retour-Müll verbieten.

Ist das Retour oder kann das weg? Die Grünen wollen Versandhändlern wie Amazon verbieten, von Kunden zurückgeschickte Neuware zu vernichten, melden die Funke-Zeitungen. "Wir erleben eine Perversion der Wegwerfgesellschaft", sagt Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Hier sei der Staat gefordert. Die Rücksendungen belasteten durch zusätzliche Transporte nicht nur das Klima, häufig werde zurückgegebene Ware trotz Funktionsfähigkeit aus Kostengründen entsorgt. Die Grünen fordern, zurückgesendete Ware etwa über Sozialkaufhäuser zu verschenken.

Amazon wehrt sich gegen den Vorwurf, leichtfertig Retouren zu vernichten. Union und FDP wollen das Problem ohne Verbote lösen. Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer warnt im "Handelsblatt" vor mehr Bürokratie. Es sei falsch, "gleich die Verbotskeule zu schwingen". 2018 schickten die Deutschen rund 487 Mio Artikel wieder zurück, sagt eine Studie der Universität Bamberg. In Frankreich soll es Onlinehändlern bereits ab Sommer verboten werden, zurückgesandte Waren zu vernichten.
manager-magazin.de, faz.net, handelsblatt.de

Hör-Tipp: Goldmedia-Chef gibt Einblick in Streaming-Marktforschung.

Hör-Tipp: Serienjunkies-Redakteurin Hanna Huge spricht mit Florian Kerkau (Foto) über Streamingdienste. Der Goldmedia-Chef hat deren Nutzerverhalten untersucht. Die US-Konzerne veröffentlichen kaum Abonnentenzahlen. Mit Start von Netflix und Amazon Prime verlieren die deutschen Anbieter Marktanteile, beobachtet Kerkau.
serienjunkies.de (87-Min-Audio)

Bundesfinanzminister Scholz will die Steuertricks der Tech-Konzerne beenden.

Digitalsteuer: Bundesfinanzminister Scholz plant mit den G20-Finanzministern eine internationale Mindestbesteuerung für Unternehmen, die auch Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon treffen würde. Die OECD will Details bis Ende 2020 ausarbeiten. Über Tochtergesellschaften in Steueroasen minimieren die Konzerne bisher legal ihre Steuerlast.
stern.de, zdf.de, "FAS", S. 1 (Paid)

Lese-Tipp: "SZ" trifft Deutschland-Chef von Amazon Music.

Lese-Tipp: "SZ"-Redakteur Michael Bremmer besucht den Deutschland-Chef von Amazon Music in der Münchener Konzernzentrale. Michael Höweler verkaufte früher Mode und ist mit Amazons Streamingplattform heute schärfster Verfolger von Spotify. Um sich stärker abzugrenzen, will Höweler mit Schlager oder Hip-Hop neue Zielgruppen gewinnen.
"Süddeutsche Zeitung", R6 (Paid)

Digitalbranche warnt vor Behördenzugriff auf Alexa.

Datenschutz: Der Digitalverband Bitkom kritisiert den Wunsch der Bundesregierung, leichter auf verschlüsselte Kommunikationsdaten von Sprachassistenten wie Amazons Alexa zugreifen zu dürfen. Gesetzesänderungen, die Behörden den Datenzugriff erleichterten, bezeichnet Bitkom als "massive Schwächung der allgemeinen IT-Sicherheit in Deutschland".
"FAZ", S. 20 (Paid), bitkom.de (Pressemitteilung)