BLM verbietet "Pastewka"-Folge wegen Schleichwerbung.


Die Zuschauer sind doch nicht blöd: Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien verbietet Amazon Prime Video wegen Schleichwerbung eine Folge der Comedy-Serie Pastewka. Die Episode Das Lied von Hals und Nase spielt in und vor einem Elektronikmarkt, der deutlich als Media Markt zu erkennen ist. Einen Hinweis auf Werbung oder Produktplatzierung gibt es nicht. Die BLM beanstandet die "häufigen und intensiven Darstellungen und Erwähnungen" der Marke, die "nicht programmlich-dramaturgisch begründbar" seien.

Media Markt sagt, keine Produktplatzierung gebucht zu haben. Die Produktionsfirma Brainpool habe für den Dreh im Markt eine "produktionsübliche Miete" bezahlt. Weitere Absprachen oder Leistungen habe es nicht gegeben. Amazon hat die ehemalige Sat.1-Serie, in der Comedian Bastian Pastewka eine Parodie von sich selbst spielt, 2018 übernommen und weitergeführt.
spiegel.de, welt.de

Lese-Tipp: Fatoumata Ba erklärt, wie sie Afrikas Amazon hochgezogen hat.

Lese-Tipp: Fatoumata Ba erzählt im "FAZ"-Interview, wie sie Jumia, das Amazon Afrikas, gegründet und aufgebaut hat. Die Senegalesin musste das fehlende Vertrauen der Afrikaner in Onlineshops wecken und gründete wegen fehlender Infrastruktur ein eigenes Transportunternehmen. Jumia setzt auf mobiles Bezahlen, denn weniger als 20 % der Afrikaner haben ein Bankkonto. Bas neues Startup Janngo, das sie "Tech für den guten Zweck" nennt, will Technologie und Risikokapital nach Afrika bringen.
faz.net

CNBC: Walmart streicht seine Pläne für einen eigenen Streamingdienst.

Walmart will Amazon und Netflix nun doch keine Konkurrenz auf dem Streamingmarkt machen und streicht seine Pläne für einen eigenen Videodienst, berichtet CNBC. Die Investitionen in eigene Inhalte seien zu riskant. Walmart wolle sich deshalb auf seinen 2010 übernommenen Dienst Vudu konzentrieren und dessen Angebot ausbauen.
cnbc.com

Thalia-Fusion setzt Trend zu mehr Konzentration im Buchmarkt fort.

Buchmarkt: Der Zusammenschluss von Thalia und der Mayerschen sei angesichts des Wettbewerbs mit Onlinehändlern wie Amazon erforderlich, sagt Unternehmensberater Axel Bartholomäus im "Börsenblatt". Der Deal setzte den Trend der stärkeren Konzentration im Buchmarkt fort. Sollte das Kartellamt die Fusion genehmigen, gäbe es im stationären Handel lokal im Westen Deutschlands kaum noch Wettbewerb.
boersenblatt.net, turi2.de (Background)

Amazon startet Gratis-Streaming und entwickelt Dienst für Videospiele.

Streaming im Doppelpack: Amazon ergänzt seine Film-Datenbank IMDb um den werbefinanzierten Streaming-Dienst Freedive. Nutzer können, vorerst nur in den USA, ältere Serien wie "Fringe" und Filme wie "Last Samurai" kostenlos schauen. Parallel arbeitet Amazon an einem Dienst für Videospiele, berichtet "The Information". Nutzer sollen über die Plattform Spiele abrufen können – und in der Cloud spielen, statt Software herunterzuladen oder auf DVD zu kaufen. Amazon gehört bereits Twitch, die wichtigste Plattform für Livestreams in der Gaming-Gemeinde.

Das neu gestartete Video-Angebot von IMDb läuft im Web und über Amazon Fire TV. IMDb sitzt auf Millionen Daten zu Filmen und Schauspielern und gehört bereits seit 1998 zu Amazon – das damals noch ein kleiner Online-Laden für Bücher und DVDs war. Separat von IMDb bietet Amazon seinen Prime-Kunden den werbefreien Streaming-Dienst Prime Video an. Auch hier kommen die Filme aus der Cloud auf die Geräte der Nutzer – Amazon hat also reichlich Knowhow, auch für einen möglicherweise kommenden Streaming-Dienst für Spiele. Amazon ist nicht das einzige Unternehmen mit diesen Plänen: Microsoft und Google arbeiten an Angeboten und Sony betreibt bereits Playstation Now. (Fotos: Picture Alliance / Montage: turi2)
hollywoodreporter.com (Freedive), theinformation.com (Spiele-Streaming, Paid), theverge.com

Amazon und Facebook werben offline um Vertrauen, glaubt Christian Rechmann.

Werbung: Amazon, Facebook, Google und Co werben zur Zeit besonders in klassischen Medien, beobachtet Werber Christian Rechmann. Das liegt seiner Meinung nach daran, dass Zeitschriften, Plakate und Rundfunk Reichweite generieren und Interesse wecken. Das könnten Unternehmen dann online in Conversions umwandeln. Facebook und Amazon wollen offline außerdem Vertrauen zurückgewinnen, glaubt Rechmann.
horizont.net

Kassenlose Supermärkte revolutionieren den Handel, schreibt Marie-Astrid Langer.

Amazon führt kassenlose Supermärkte ein und läutet im Handel eine der radikalsten Umwälzungen seit der Erfindung der Registrierkasse 1879 ein, schreibt Marie-Astrid Langer. Die Kunden zahlten für die Zeitersparnis mit ihren Daten, Händler sparten Platz und Personal. Auch andere Anbieter wie Microsoft arbeiten an neuen Bezahlprozessen.
nzz.ch

Meinung: Sprachassistenten gefährden den Handel.

Sprachassistenten werden den Handel entpersonalisieren und den direkten Kontakt zwischen Verbraucher und Hersteller beenden, glauben Michael Kläsgen und Nils Wischmeyer. Gefährlich sei daran, dass Alexa und Co nicht die besten und billigsten Produkte wählen, sondern die, an denen Amazon und Co gut mitverdienen. Außerdem würden sie zu "unumgänglichen Torwächtern im Internet", die große Konzerne wachsen, kleine Unternehmen aber verschwinden lassen könnten.
sueddeutsche.de

JD.com legt Expansionspläne für Deutschland und Europa auf Eis.

JD.com eröffnet doch kein Deutschland-Büro, schreibt das "Handelsblatt". Der chinesische Onlinehändler wollte groß in den deutschen und europäischen Markt einsteigen. Gegen Gründer und Chef Richard Liu gibt es Vergewaltigungs-Vorwürfe. Der Aufsichtsrat will JD.com restrukturieren werden und Aktien für 1 Mrd Dollar zurückkaufen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

"Ein isolierter Einzelfall": Amazon reagiert auf Datenpanne bei Alexa.

Amazon nimmt Stellung zu einem Daten-Leck, durch das ein Nutzer auf die Alexa-Sprachaufzeichnungen eines anderen zugreifen konnte: Es handle sich um einen "unglücklichen Fall" in Folge eines "menschlichen Fehlers" und einen "isolierten Einzelfall". Das Problem sei mit beiden beteiligten Kunden geklärt worden, vorsorglich sei Amazon auch mit den zuständigen Behörden in Kontakt gewesen.
turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)

Amazon hat Alexa-Sprachdateien an Unbefugten weitergegeben.

Amazon hat ein Datenleck, durch das ein Nutzer, der um Auskunft nach DSGVO gebeten hat, auf rund 1.700 Alexa-Sprachaufzeichnungen eines anderen zugreifen konnte. Er teilte Amazon mit, Alexa nicht zu nutzen und bat um Klärung. Amazon löschte den entsprechenden Link, informierte den betroffenen Nutzer aber nicht. Unklar ist, ob das ein Einzelfall ist.
heise.de

Update 13.20 Uhr: Zu dieser Meldung gibt es eine neue Entwicklung. Alle Infos hier.

Zitat: Kinder von Amazons Hardware-Chef Dave Limp schalten das Licht smart an.

"Wenn sie woanders sind und es nicht klappt, ist in ihrer Wahrnehmung das Haus kaputt."

Amazons Hardware-Chef Dave Limp erzählt im "stern"-Interview, dass seine Kinder KI im Alltag für normal halten. Er sei Optimist – zwar werde irgendwer KI in Zukunft für böse Zwecke nutzen, aber "im Großen und Ganzen betrachtet" werde sie die Gesellschaft weiterbringen.
stern.de

Amazon: Marketplace-Händler verschicken fürs Ranking unbestellt Pakete.

Amazon: Nutzer bekommen kostenlos Produkte, die sie nicht bestellt haben, beobachtet Dominik Reintjes. Dahinter steckten Amazon-Marketplace-Händler, die damit wohl den Algorithmus austricksen wollten – denn der basiere u.a. darauf, wie oft Produkte bestellt werden. Es handele sich oft um "China-Schrott". Amazon selbst sagt, es sperre Händler, die ungefragt Produkte verschicken.
wiwo.de

"NYT": Facebook ließ Netflix und Spotify private Chats mitlesen.

Facebook-LogoFacebook hat den nächsten Datenskandal am Hacken: Wie die "New York Times" berichtet, hat das Netzwerk Partnern wie Netflix und Spotify Zugriff auf private Chat-Nachrichten seiner Nutzer gegeben. Programmierer von Bing, Amazon und Yahoo konnten die Verbindungen der Nutzer untereinander einsehen. In seinen Geschäftsbedingungen schreibt Facebook zu einer so weitgehenden Datenweitergabe an Dritte nichts.
nytimes.com, derstandard.at

Frankreich führt Digitalsteuer auf eigene Faust ein – schon in zwei Wochen.


Auf die Techkonzerne, Citoyens: Frankreich führt zum 1. Januar im Alleingang eine Digitalsteuer auf den Umsatz der Tech-Konzerne wie Google, Apple, Facebook und Amazon ein, sagt Finanzminister Bruno Le Maire. Er nennt keinen Steuersatz, rechnet aber mit einem Aufkommen von rund 500 Mio Euro in 2019. Die Steuer soll auf Umsätze aus Werbung, Plattformen und dem Verkauf personenbezogener Daten fällig werden.

Deutsch-Französische Planspiele rechneten bisher mit einem Steuersatz von 3 %. Die Einnahmen sollen Teile der sozialen Wohltaten gegenfinanzieren, die Präsident Emmanuel Macron den protestierenden Gelbwesten zugesagt hat. Eigentlich wollten Deutschland und Frankreich die Steuer koordiniert einführen, in Paris ist aber offenbar die Geduld ausgegangen.
politico.eu, lefigaro.fr, turi2.de (Background)

Verdi ruft Amazon-Mitarbeiter in Sachsen und NRW zum Streik auf.

Amazon: Die Gewerkschaft Verdi will das Versand-Zentrum in Leipzig bis Heiligabend bestreiken und ruft die Mitarbeiter zum Ausstand auf. Zusätzlich soll bis Dienstagabend auch in Werne gestreikt werden. Verdi versucht bei Amazon alle Jahre wieder den Tarifvertrag des Versand- und Einzelhandels durchzusetzen. Der Versandriese orientiert sich an den Löhnen in der Logistikbranche.
spiegel.de

"WSJ": Amazon will unprofitable Güter aus dem Sortiment schmeißen.


Die Schlechten ins Kröpfchen: Amazon will Produkte mit geringen Margen aus dem Sortiment nehmen, berichtet das "Wall Street Journal". Intern bezeichnet der Versandriese die ungeliebten Produkte als "Crap", kurz für "Can't realize a profit". Dabei handelt es sich um Waren, die keinen oder wenig Gewinn abwerfen, etwa abgefülltes Trinkwasser oder Snacks. Profitabilitäts-Probleme hat der Online-Händler, wenn Produkte weniger als 15 Dollar kosten oder hohe Versandkosten verursachen, weil sie sperrig sind.

Amazon hofft, dass Drittanbieter die entstehenden Lücken auf der Plattform schließen. Einige Artikel sollen durch billigere Verpackungen rentabel werden. Mit Coca Cola will Amazon einen Deal aushandeln, damit die Getränke direkt vom Abfüller und nicht aus dem Amazon-Lager zu den Kunden kommen.
wsj.com, businessinsider.de

Amazon erreicht in Deutschland zunehmend auch Geschäftskunden.

amazonAmazon beliefert zwei Jahre nach dem Start des B2B-Service Amazon Business 22 von 30 Dax-Konzernen und zwölf der 15 größten deutschen Städte und Universitäten, schreibt das "Handelsblatt". Der Handelsriese setze vor allem auf Preistransparenz und einfachere Bestellungen. Klassische Zulieferer gerieten zunehmend unter Druck, da auch andere Unternehmen als Amazon in den Markt drängen, den das Handelsforschungsinstitut IFH Köln auf rund 1,2 Billionen Euro schätzt.
handelsblatt.com

Zitat: Dachser-Chef Bernhard Simon sieht in schnellen Lieferversprechen Stau-Ursache.

"Das Problem des Sonnenbrands wäre gelöst, wir brauchten uns nie wieder mit Sonnencreme einschmieren, so dunkel würde es am Himmel, wenn Drohnen all die Fracht transportieren sollten."

Bernhard Simon, Inhaber der Spedition Dachser, hält im "FAS"-Interview nichts von Drohnen. Die schellen Lieferversprechen des Online-Handels seien die Ursache für den Verkehrskollaps der Innenstädte.
"FAS", S. 23 (Paid)

Amazon plant eigene Zustellung mit Mitarbeiter-Autos.

Amazon sucht verstärkt Paketzusteller, die mit dem privaten PKW ausliefern, schreibt "Welt". Die Zustellvariante wurde zunächst in Berlin getestet und soll in weiteren Zustellbezirken ausgeweitet werden. Trotz steigender Paketmenge und wachsender Mitarbeiter-Nachfrage verbesserten sich die Arbeitsbedingungen kaum. Experten rechnen damit, dass sich Kunden künftig Pakete an Sammelstellen abholen müssten.
"Welt", S. 9 (Paid)

Studie: Geoblocking macht Streaming-Nutzern im EU-Ausland immer noch Probleme.

Streaming funktioniert im EU-Ausland trotz der im April eingeführten EU-Regelung gegen Geoblocking nicht einwandfrei, ergibt eine Studie der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Knapp 20 % der 2.500 Befragten haben seitdem Streaming im EU-Ausland genutzt, bei 49 % lief das Streaming nicht wie Zuhause. Das häufigste Problem war, dass in Deutschland verfügbare Inhalte im Ausland nicht oder nur teilweise angezeigt wurden.
horizont.net

Meinung: Walmart nutzt seine Offline-Shops im Konkurrenzkampf mit Amazon.

Walmart weiß die Vorteile seiner Offline-Shops im Konkurrenzkampf mit Amazon zu nutzen, beobachtet Dennis Green. Verkäufer des US-Einzelhandelsriesen können mit einer speziellen App Online-Bestellungen für Kunden direkt im Shop auslösen und u.a. Produkte ordern, die nicht im Laden erhältlich sind. Die Bezahlung ist einfach an der Kasse auch in bar möglich. So öffne Walmart das Online-Shopping für neue Zielgruppen – Menschen ohne Kreditkarte, Bankkonto oder ohne Zugang zum Internet.
businessinsider.de

EU-Digitalsteuer: Deutschland und Frankreich wollen Onlinewerbeerlöse mit 3 % besteuern.

Europa EU-Flagge SterneEU-Digitalsteuer: Deutschland und Frankreich einigen sich auf einen Kompromiss und wollen die Onlinewerbeerlöse der Internetgiganten mit einer Umsatzsteuer in Höhe von 3 % besteuern, berichten dpa und AFP übereinstimmend. Die Digitalsteuer soll bis März 2019 beschlossen werden und im Januar 2021 in Kraft treten, sollte es keine Einigung innerhalb der OECD geben.
zeit.de

"WSJ": Amazon testet kassenlose Läden auch für größere Supermärkte.

Amazon testet das Konzept des kassenlosen Supermarkts auch für eine größere Ladenfläche, berichtet das "Wall Street Journal". Die Tests fänden derzeit in Seattle statt. Die bisherigen kassenlosen Amazon-Go-Märkte sind etwa 170 Quadratmeter groß. Amazon gehört auch die Biomarkt-Kette Whole Foods, wo die Technologie zum Einsatz kommen könnte.
wsj.com (Paid), "FAZ", S. 20 (Paid)

Streamingdienste sorgen für Boom beim Product Placement.

TV-Werbung im Fernseher 150Streamingdienste lassen in der Regel keine Werbespots zu. Die einzige Möglichkeit für Werbetreibende in dem wachsenden Markt Botschaften unterzubringen seien daher Product Placements, schreibt Katrin Otto in "Werben & Verkaufen". Amazon baue sie in alle Eigenproduktionen ein, bei Netflix fänden in 75% der Eigenproduktionen Markenbotschaften den Weg auf den Bildschirm. Künftig könnten die Streaminganbieter, insbesondere Amazon, Produkte auch direkt über ihre Apps verkaufen.
"Werben & Verkaufen " 49/2018, S. 22 (Paid)