Trump soll US-Post gedrängt haben, Amazons Porto zu verdoppeln.

Logistik: US-Präsident Donald Trump hat die Chefin der US-Postbehörde USPS gedrängt, die Versandpreise für Amazon und andere Großkunden zu verdoppeln, berichtet die "Washington Post". Die Zeitung gehört Amazon-Chef Jeff Bezos. Post-Chefin Megan Brennan weigere sich standhaft, da Verträge bestünden und eine Kommission die Deals reguliere. Sie habe Trump zu erklären versucht, dass USPS von dem Vertrag mit Amazon profitiere - und nicht, wie Trump unterstellt, den Shopping-Riesen subventioniert.
washingtonpost.com, cnbc.com

Ulla Strauß von United Kiosk: Verlage sollten Amazon und Apple umarmen.


Keine Angst vorm A: United-Kiosk-Vorstand Ulla Strauß erweist ihrem Mädchennamen Fröhlich alle Ehre. Die digitale Zeitschriften-Händlerin findet es ganz wunderbar, wenn sich Amazon und Apple im Presse-Vertrieb breitmachen. Im turi2.tv-Interview beim Kongress der Deutschen Fachpresse plädiert die fröhliche Strauß für eine radikale Kunden-Perspektive und ruft 2018 zum Jahr aus, in dem die Branche richtig was bewegt.

Strauß trägt nicht nur das Jeff-Bezos-Mantra "still day one" am Körper, sie glaubt auch an optimistische Silicon-Valley-Thesen. Verlage, United Kiosk und die großen Tech-Unternehmen könnten "gemeinsam den Kuchen größer machen" für digitale Zeitschriften. Die Zukunft des Lesens sieht die Vertriebs-Fachfrau in einer Super-Plattform, dem "Spotify fürs Lesen", weil der einfache Zugriff heute wichtiger sei als der Besitz.
turi2.tv (5-Min-Video bei YouTube)

Zahl des Tages: Amazon Prime müsste 784 Dollar kosten, sagt JP Morgan.

Zahl des Tages: Eigentlich 784 Dollar im Jahr statt 119 Dollar müsste das Amazon-Prime-Abo in den USA kosten, errechnet JP Morgan auf Basis der enthalten Leistungen. Wegen der Fülle an Diensten hätten es Konkurrenten schwer, mit einem vergleichbaren Angebot dagegenzuhalten, sagen die Analysten. In Deutschland verlangt Amazon 69 Euro pro Jahr.
businessinsider.de

Media Markt will mit Allianz europäischer Elektronikhändler gegen Amazon bestehen.

Mediamarkt Logo 150Media Markt will mit einer Allianz europäischer Elektronikhändler gegen globale Konkurrenten wie Amazon und Alibaba bestehen, schreibt Joachim Hofer. In einem ersten Schritt gründet die Dachgesellschaft von Media Markt und Saturn ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Konkurrenten Fnac Darty, um Einkauf und Forschung zusammenzulegen. Der European Retail Alliance sollen in den kommenden Monaten weitere europäische Elektronikhändler beitreten.
"Handelsblatt", S. 18 (Paid)

Bloomberg: Amazon testet eigenes Retargeting für Marketplace-Händler.

Amazon greift Google laut Bloomberg an, wo es wehtut: Der Shopping-Riese teste ein Programm, mit dem Händler seines Marketplace auf anderen Websites und in Apps für ihre Produkte werben können. Solche Retargeting-Anzeigen verfolgen Nutzer, die sich ein Produkt angesehen haben, quer durchs Web. Amazon stellt nur Gebühren für erfolgte Klicks in Rechnung. Neben Google bietet u.a. die französische Firma Criteo vergleichbare Dienste an.
bloomberg.com

Basta: Alexa ist vom Aussterben bedroht.

Mensch oder Maschine: Seit die Popularität von Amazons smarter Haushaltshilfe steigt, nennen immer weniger Eltern ihre Töchter Alexa. Sie wollen damit wohl vermeiden, dass sich im Haushalt alle gleichzeitig angesprochen fühlen. Vielleicht verbergen sie aber auch nur ihre Enttäuschung darüber, dass der eigene Sprössling bei Befehlen wie "Alexa, leiser!" nicht so umstandslos pariert.
mashable.com

Lese-Tipp: Junge Konsumenten wollen Abo-Modelle.

Lese-Tipp: Junge Kunden wollen Produkte nicht mehr besitzen, sondern nur benutzen, am liebsten mit Abo-Modellen, beobachtet Christian Schlesiger. Daimler bietet seinen Kunden z.B. ein Abo für 750 Euro monatlich an, mit dem sie bis zu zwölf Autos im Jahr fahren können – die B-Klasse für Geschäftsreisen, das Cabrio fürs Wochenende. BMW und Porsche testen ähnliche Modelle in den USA. Dort haben bereits jetzt 118 Mio Haushalte rund 200 Mio Abos für verschiedenste Dienste. Damit Abos für Rasierklingen, Müsli und Co funktionieren, müssen sie abwechslungsreich und emotional sein, schreibt Schlesiger. Von Amazon könnten Marken sich abgucken, wie Abo-kunden allumfänglich mit Premium-Leistungen umgarnt werden.
"Wirtschaftswoche" 20/2018, S. 20 (Paid)

Bloomberg: Apple TV will Streaming Abos direkt über seine App verkaufen.

apple tvApple TV will eine zentralere Rolle im Streaming-Geschäft spielen und Abos für andere Anbieter direkt über seine App verkaufen, berichtet Bloomberg. Ähnlich wie bei Amazon Channels müssten Nutzer so nicht mehr extra neue Apps installieren. Aktuell können die Inhalte von u.a. ABC und HBO zwar in Apples TV App genutzt werden, Abos müssen jedoch bei jedem Anbieter einzeln abgeschlossen werden.
bloomberg.com, theverge.com, turi2.de (Amazon Channels)

Snap tauscht Finanzchef Andrew Vollero gegen Amazon-Manager Tim Stone.

Snap, Mutterkonzern von Snapchat, tauscht seinen Finanzchef aus: Tim Stone kommt Mitte Mai von Amazon für Andrew Vollero, der beratend an Bord bleibt. Stone war in seinen 20 Jahren bei Amazon u.a. als Finanzdirektor tätig. Als Willkommensgeschenk erhält er ein Aktienpaket im Wert von 20 Mio Dollar. Mit dem Wechsel reagiert Snap auf die abermals schlecht ausgefallenen Quartalszahlen.
bloomberg.com, handelsblatt.com

Frank Hoffmann: Wettbewerb um Zuschauer wird immer härter.

TV-Sender haben es schwerer denn je, neue serielle Programme zu setzen, sagt RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann im "Horizont"-Interview. RTL investiere aktuell viel Geld, weil noch die Chance bestehe, Sehgewohnheiten zu schaffen oder zu verändern. Wegen des wachsenden Wettbewerbs werde dies immer aufwendiger. RTL habe rund 40 neue Projekte in der Pipeline.
"Horizont" 18/2018, S. 1 und 12-13 (Paid)

Video vielleicht verpasst? Die meistgeklickten turi2.tv-Videos im April.


Mit Klicks in den Mai: Miriam Meckel hackt ihr Hirn, Postbotin Heike Straube ist der gelbe Blitz von Blankenfelde und Politik-Flüsterer Axel Wallrabenstein erhebt auch im turi2.tv-Interview nicht seine Stimme. Das sind die meistgeklickten turi2.tv-Videos im April.

Top 1:
Miriam Meckel hackt ihr Hirn – der komplette Talk mit Peter Turi
(1.134 Abrufe)

Top 2:
Der Alltag einer Postbotin – mit Heike Straube unterwegs in Blankenfelde
(871 Abrufe)

Top 3:
Axel Wallrabenstein im Flüster-Interview: "Manche Dinge kann man nicht laut sagen"
(752 Abrufe)

Top 4:
Miriam Meckel erklärt die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz
(713 Abrufe)

Top 5:
Versandfabrik Amazon: Einblick in das Logistikzentrum Winsen
(640 Abrufe)

Die Top 5 in einer Playlist











Das waren die meistgeklickten turi2.tv-Videos im März

Lese-Tipp: Mathias Döpfner spricht mit Jeff Bezos.

Lese-Tipp: Die "Welt am Sonntag" druckt auf vier Seiten das Gespräch zwischen Mathias Döpfner und Jeff Bezos (Foto), das beide anlässlich der Verleihung des Axel Springer Awards geführt haben. Darin sagt der Amazon-Gründer, dass er die "Washington Post" gekauft habe, weil er davon überzeugt gewesen sei, sie retten zu können. Der Rückhalt seiner Familie und Frau helfe ihm, Risiken einzugehen. In einem Extrateil stellt die "Welt am Sonntag" Bezos und seiner Investitionen in mehreren Beiträgen näher vor.
"Welt am Sonntag", S. 11-14 (Paid)

Lese-Tipp: Katharina Nocun analysiert die Daten, die Amazon über sie speichert.

Lese-Tipp: Netzaktivistin Katharina Nocun hat für ihr Buch "Die Daten, die ich rief" bei Amazon ihre personenbezogenen Daten angefordert. Bei Spiegel Online beschreibt sie, wie sich aus den gespeicherten Produktsuchen und Klicks Person- und Bewegungsprofile erstellen lassen. Als Konsequenz fordert sie eine Möglichkeit, inkognito bei Onlineshops recherchieren zu können.
spiegel.de

Meinung: Amazon kommt mit seinen Investitionen nicht hinterher.

Amazon schreibt zuletzt nicht etwa größere Gewinne, weil Jeff Bezos auf Gewinnmaximierung setze, kommentiert Martin Dowideit. Vielmehr wachse der Konzern so stark, dass er nicht im gleichen Tempo neue Felder für Investitionen erschließen könne. Dass die weiter in großem Maße geplant seien, zeige die Weite der prognostizierten Gewinnspanne für das zweite Quartal von 1,1 bis 1,9 Mrd Dollar.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Studie: Google Home ist schlauer als Amazons Alexa.

Google Assistant kann mehr Fragen beantworten als die Sprachassistenten von Microsoft, Amazon und Apple, ergibt ein Test von Stone Temple mit knapp 5.000 Fragen. Alexa hat im Vergleich zum Vorjahrestest die Zahl beantworteter Fragen von 19,8 % auf 53 % gesteigert. Google Assistant wurde zweifach getestet und hat auf dem Smartphone besser abgeschnitten als auf Googles Smartspeaker.
cnet.com

Amazons Alexa: Forscher entwickeln Skill, der Gespräche belauschen kann.

Lauschsprecher: Forscher der Cybersecurity-Firma Checkmarx haben Amazons Alexa mit einem einfachen Taschenrechner-Skill so manipuliert, dass der Smartspeaker nach einer Frage weiter zugehört und die Gespräche transkribiert weitergeleitet hat. Alexas API lässt einen leeren Antwort-Code zu: Alexa denkt, dem Nutzer signalisiert zu haben, dass sie weiterhin zuhört – der Nutzer erkennt dies allerdings nur am dauerhaft leuchtenden Lichtring am Lauschsprecher.
zdnet.com

Video-Tipp: Jeff Bezos erhält den Axel Springer Award.

Video-Tipp: Springer filmt die Verleihung des Axel Springer Awards an Amazon-Chef Jeff Bezos und stellt seine wichtigsten Lebensstationen in Dioramen dar. Springer-Chef Mathias Döpfner sagt, Bezos habe aus dem Nichts eines der größten Unternehmen geschaffen und erleichtere durch sein Handelsmodell mehreren hundert Mio Kunden weltweit das Leben.
youtube.com (2-Min-Video), axelspringer.de

Andreas Mundt: Facebook ist marktbeherrschend und muss wohl Geschäftsmodell ändern.

Facebook ist marktbeherrschend und muss wohl sein Geschäftsmodell der Datensammlung ändern, sagt Bundeskartellamts-Präsident Andreas Mundt. Noch müsse aber Facebook angehört werden. Bei aufstrebenden asiatischen Tech-Unternehmen müsse auch auf die Trennung zwischen Staat und Wirtschaft geachtet werden. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis chinesische Internetfirmen nach Deutschland kommen.
"Handelsblatt", S. 8-9 (Paid)

Amazon entwickelt autonomen Haushaltsroboter, berichtet Bloomberg.

Amazon will mal wieder schneller liefern als die Konkurrenz und arbeitet an einem Haushaltsroboter, der sich autonom bewegen kann, berichtet Bloomberg. Vesta, so der Codename, entstehe in der kalifornischen Hardware-Schmiede, die bereits Fire TV und Echo entworfen hat. Das Projekt laufe schon eine Weile, Amazon stelle aber seit Anfang 2018 "aggressiv" neue Mitarbeiter für das Projekt ein.
bloomberg.com

Zitat: Thomas Bellut will mit der ZDF-Mediathek mit Netflix und Co mithalten können.

"Jüngere Menschen können nicht nachvollziehen, warum eine internationale Kaufserie, die das ZDF in seinem linearen Angebot zeigt, nicht in der Mediathek zu finden ist."

ZDF-Intendant Thomas Bellut erhofft sich von Neuerungen im Telemedienauftrag, dass die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender an die Bedingungen des Internets und die Erwartungen der Nutzer angepasst werden können, um im Wettbewerb mit Netflix, Amazon und Co bestehen zu können.
"promedia" 05/2018 (Paid), medienpolitik.net

Amazon punktet beim Verkauf von Lebensmitteln.

Amazon expandiert beim Online-Verkauf von Lebensmitteln so schnell, dass die stationären Händler nicht hinterherkommen, schreibt Florian Kolf. Im ersten Quartal 2018 habe Amazon in Deutschland Lebensmittel im Wert von 65 Mio Euro verkauft - ein Plus von 33 %. Einer Analyse zufolge werde sich mittelfristig ein Umsatz von bis zu 8 Mrd Euro in den Onlinehandel verschieben, was wiederum 40.000 Arbeitsplätze im stationären Handel bedrohe.
handelsblatt.com

turi2 edition6: Ein Besuch in der Versandfabrik – bei Amazon in Winsen.


Tanz der Roboter: Amazon schraubt südlich von Hamburg am Einkaufen der Zukunft. Hunderte Roboter transportieren Produkte durch das Lager in Winsen (Luhe). Die turi2 edition blickt mit der Kamera tief hinein in die höchst effiziente Versandfabrik. Standortchef Norbert Brandau erklärt turi2.tv, wie täglich 100.000 Pakete zu den richtigen Kunden kommen. Brandau ist einer von 20 Vernetzern, denen die turi2 edition6 über die Schulter schaut.

Selbst entwickelte Transportroboter, die aussehen wie große Roboter-Staubsauger, elektrisch fahren und über W-Lan vernetzt sind, bringen Regale zu den Lagermitarbeitern. Sie nehmen Produkte aus den Fächern oder legen neue hinein. Immer gibt die Maschine vor, wo was platziert werden muss. Auch beim Verpacken gibt der Computer die optimale Päckchengröße vor. Die Mitarbeiter müssen nur noch greifen – und zwischendurch das Atmen nicht vergessen.

Im Hintergrund der gigantischen Maschine vernetzt Software das System Amazon. Sie bestimmt auch, was in welchen Regalen gelagert wird. Registriert der Computer, dass besonders häufig Grillzangen und Katzenfutter zur gleichen Zeit bestellt werden, landen beide Produkte in einem Regal – so sparen sich die nimmermüden Transportroboter weitere Wege. Endet das in der totalen Überwachung? Nein, sagt Norbert Brandau. "Der Scanner ist das normalste Arbeitsmittel dieser Welt. Es dient nicht der Überwachung. Ich muss Artikel und Fach scannen, damit die Datenbank weiß, wo welcher Artikel ist."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Die Reportage aus dem Amazon-Lager in Winsen lesen Sie in der turi2 edition #6 Netze.

Lesen Sie die #6 jetzt gratis – direkt hier im Browser als E-Paper. Oder bestellen Sie das Buch hier für 20 Euro.

Analyse: Das nächste Ziel der Technik-Riesen ist das menschliche Gehirn.

Technik-Riesen wollen als Nächstes in das menschliche Gehirn vordringen, analysiert Miriam Meckel in der "Zeit". Falls es Facebook, Tesla und Co gelinge, das Gehirn ans Internet anzuschließen, werde das die Entwicklung der Menschheit stark beeinflussen. Wo sich Gedanken aus dem Gehirn lesen ließen, könne man im Umkehrschluss auch eine Persönlichkeit umschreiben. Die Freiheit der Gedanken stehe auf dem Spiel.
"Zeit" 16/2018, S. 36 (Paid)