Familien-Tracking-App veröffentlicht ungeschützte Daten von mehr als 238.000 Nutzern.

Datenleck: Daten von mehr als 238.000 Nutzern der Familien-Tracking-App "Family Locator" waren im Netz wochenlang frei zugänglich, berichtet TechCrunch. In einer Datenbank, die ohne Passwort zugänglich war, konnten Namen, E-Mail-Adressen, Profilfotos und Passwörter eingesehen werden. Auf Drängen von TechCrunch gegenüber Microsoft, wo die Daten in der Azure-Cloud gehostet wurden, wurde der Datensatz inzwischen entfernt.
techcrunch.com

Apple kontert der Spotify-Kritik zu Appstore-Bedingungen.

Apple kassiert von Spotify-Kunden mit Free-Accounts keine Gebühren im Appstore, kontert der Konzern die Kritik von Spotify. Auch für zahlende Kunden, die über Partnerschaften mit Handy-Providern kommen, erhalte Apple keine Gebühren. Spotify sieht sich durch die Regeln im Appstore benachteiligt – auch weil Apple nicht nur den Appstore betreibt, sondern selbst als Streamingdienst agiert.
apple.com, turi2.de (Background)

Spotify verpfeift Apple bei der EU-Kommission.


Spiel mir das Lied vom Appstore: Spotify, mit Sitz in Stockholm eine der wenigen Tech-Größen der EU, klingelt bei den Brüsseler Kartellis um Hilfe gegen Streaming-Konkurrent und Geräte-Goliath Apple. Die Regeln in Apples Appstore behinderten "die freie Auswahl und Innovationen". Spotify-Chef Daniel Ek fordert u.a. klare Regeln für Appstores und freie Auswahl des Bezahlsystems für App-Anbieter.

Außerdem soll die Kommission dafür sorgen, dass Apple nicht mehr die Kommunikation zwischen App-Anbietern und Nutzern beschränken kann. Der wichtigste Kartellaspekt: Apples Bezahlsystem mit seinen 30 % Provision benachteilige Spotify und andere Konkurrenten gegenüber dem hauseigenen Musikdienst Apple Music. Außerdem hindere Apple Spotify daran, Nutzer auf konzerneigener Hardware wie der Apple Watch und dem Lauschsprecher Homepod zu erreichen.
spiegel.de, heise.de, bloomberg.com, newsroom.spotify.com

Taboola kauft Native-Sperrbildschirm für Android zu.

Taboola: Der Native-Advertising-Empfehler kauft die Abteilung Start des israelischen Mobilentwicklers Celltick. Kern ist ein Android-Sperrbildschirm, der u.a. personalisierte Schlagzeilen anzeigt. Cellticks Kunden sind Mobilfunk-Anbieter und Gerätehersteller wie Deutsche Telekom und ZTE. Gruner + Jahr hat vor wenigen Tagen angekündigt, seinen Dienstleister Ligatus per Share-Deal in den größeren Taboola-Konkurrenten Outbrain einzubringen.
adweek.com

Autovermieter Sixt baut sich zur Mobilitäts-Plattform um.


Unternehmer Erich Sixt, 74, wandelt sich vom Vermieter analoger Autos zum Chef einer digitalen Plattform. Sixt beschäftigt nun mehr Entwickler als Mietstationen-Leiter. (Foto: Matthias Balk / dpa / Picture Alliance)

Pullacher Plattform-Ökonomie: Sixt verwischt die Grenzen zwischen Autovermietung, Carsharing und Taxi-Vermittlung – und erfindet sich als Digitalunternehmen neu. Im Berliner Stadtgebiet stehen ab sofort 750 Autos bereit – Nutzer können einen Wagen per Smartphone für Minuten mieten oder ihn Tage später in Köln abgeben. Die meisten der weltweit 240.000 Fahrzeuge sollen künftig spontan per Handy zu öffnen sein. Über die Sixt-App können außerdem Taxis und Chauffeur-Dienste in 250 Städten gebucht werden. In den USA kooperiert das bayerische Familienunternehmen aus Pullach mit dem Uber-Konkurrenten Lyft.

Die Funktionen Rent, Share und Ride stehen in einer Sixt-App bereit. Dazu haben 600 Entwickler die bestehenden Plattformen ausgebaut, verflochten und in die Cloud ausgelagert. Schon heute erreichen die Server 1 Mrd Preisanfragen pro Tag, viele davon automatisiert durch Suchmaschinen und Vergleichsportale. Sixt setzt bei den Preisen auch auf künstliche Intelligenz: Der iPhone-Nutzer in München sieht deshalb andere, tendenziell höhere Preise, als der Computer-Nutzer in Cottbus.
about.sixt.com, gruenderszene.de, "FAZ", S. 21 (Paid), turi2.de (Background)

"WSJ": Gesundheits-Apps geben sensible Daten an Facebook weiter.

Facebook-LogoFacebook: Rund ein Dutzend Gesundheits- und Fitness-Apps gibt sensible, persönliche Daten wie Herzfrequenz oder Eisprungzyklus an Facebook weiter, ohne dass die Nutzer davon wissen, schreibt das "Wall Street Journal" nach einem Test. Die Entwickler nutzen das Facebook-Tool App Events, das Aktivitäten der Nutzer aufzeichnet, um sie für Werbung zu adressieren. Facebooks Rolle in dem Fall ist unklar.
wsj.com (Paid), theverge.com, therepublic.com

Apps von "Welt" und "Bild" unter den umsatzstärksten Deutschlands.

Medien-Apps 150Apps der "Bild" und der "Welt" zählen laut eines von App Annie für Mobilbranche.de erstellten Rankings zu den Top 12 der umsatzstärksten Apps aus Deutschland. Dort tummeln sich sonst v.a. Fitness-Apps. Das Berliner Sprachlern-Unternehmen Babbbel ist mit fünf verschiedenen Apps im Ranking vertreten und damit einer der umsatzstärksten App-Publisher Deutschlands.
mobilbranche.de

Apple News: Einige US-Magazinverlage akzeptieren Apples hartes Angebot.

Apple hat bereits einige Zeitschriftenverlage für seine geplantes Digitalkiosk-Flatrate gewonnen - trotz der umstrittenen Umsatzaufteilung von je 50 %, schreibt Peter Kafka. Die Logik der teilnehmenden Verlage sei, dass ein niedrigerer Prozentsatz einer großen Geldsumme besser wäre als ein höherer Anteil an einem kleinen Betrag.
recode.net, turi2.de (Background)

Meinung: Nichts, was das iPhone kann, ist 50 % journalistischer Einnahmen wert.

Apple: Eine Welt, in der Verlage wie beim geplanten Apple News die Hälfte ihrer Einnahmen an Tech-Firmen abdrücken müssen, ist genauso besorgniserregend wie die Abhängigkeit von Algorithmen in sozialen Netzwerken, kritisiert Casey Newton. Neue Einnahmequellen für den Journalismus seien zwar zu begrüßen, jedoch wolle Apple hier nur für sich das Beste herausholen. Sogar Facebook habe Verlagen bei der Einführung von Instant Articles erlaubt, 100 % der Werbeerlöse zu behalten.
theverge.com

Zitat: Apple fordert zu viel.

"Apple liebt den Journalismus so sehr, dass die Firma den Verlagen einen Deal anbietet, der noch schlechter ist als der, den die Musikindustrie bekommen hat."

Wolfgang Blau, Chef des Condé-Nast-Geschäfts außerhalb der USA, ist von der geplanten hälftigen Umsatzaufteilung bei Apple News, der geplanten Flatrate für Inhalte von Zeitungen und Zeitschriften, nicht gerade begeistert.
twitter.com

Apple bestraft auch Google wegen Datensammel-App.

Apple dreht auch Google-internen Apps den Saft ab. Google-Entwickler können vorerst nichts mehr auf iPhones testen oder sich einen Bus zum Büro bestellen – als Strafe für eine Datensammel-App, mit der Google das Verhalten von iPhone-Nutzern auslesen konnte. Eine ähnliche Abschaltung für Facebook-Apps hat Apple wieder aufgehoben.
theverge.com (Google), businessinsider.de (Facebook), turi2.de (Background)

Facebook erzürnt Apple mit regelwidriger Marktforschungs-App.

Das App-perium schlägt zurück: Apple schmeißt Facebook nach einem Missbrauchsfall aus seinem Programm für Firmenapps. Facebook hatte mithilfe der App Facebook Research im Tausch gegen 20-Dollar-Gutscheinkarten erhebliche Datenmengen auf den iPhones von Freiwilligen zwischen 13 und 35 ausgelesen. Fraglich ist, ob den Nutzern der App den Umfang ihrer Forschungshilfe klar war. Da die App ziemlich klar gegen die Bedingungen des App Store verstoßen hätte, hat Facebook sie als Firmen-App lanciert, die Apple nicht vorab prüft. Dieser Weg darf aber laut Apples Regeln nur auf die iPhones von Mitarbeiter der jeweiligen Firma führen.

Die Existenz des Programms wurde in der Nacht breiter bekannt, Facebook hat am Morgen ein Ende der App angekündigt. Die App fungierte als ein sogenanntes VPN und hatte damit Zugriff auf Daten anderer Apps auf Betriebssystem-Ebene, also auch auf Daten von verschlüsselten Apps oder vermeintlich sicheren Browser-Sessions. Facebook ergründete mit der App, welche Funktionen von konkurrierenden Anbietern von den freiwilligen Teilnehmern wie stark genutzt werden. Mithilfe einer früheren, ähnlichen App namens Onavo soll Facebook entschieden haben, welche Firmen es kauft - und von welchen es entscheidende Funktionen "nachbaut" - möglicherweise auch WhatsApp, Instagram und Snapchat.
recode.net, turi2.de (Background)

Medizin-Apps konfrontieren Krankenkassen mit einer Rechtsunsicherheit.

Medizin-Apps können mittlerweile vielen Nutzern bei der Diagnose von Krankheiten helfen, schreibt Andreas Mihm in der "FAZ". Krankenkassen dürften laut Sozialgesetzbuch die Apps aber nur finanzieren, wenn sie nicht gegen den Arztvorbehalt verstießen, sprich keine Tätigkeiten übernähmen, die Ärzten vorbehalten ist. Inwiefern das der Fall ist, sei strittig. Gesundheitsminister Spahn kündigt an, die Regeln zu lockern.
"FAZ", S. 24 (Paid)

Scope schließt Portal, konzentriert sich auf Firmenkunden.

Scope, Newsaggregator von Peter Hogenkamp, stellt den Kuratier-Dienst für Privatkunden ein. Scope konzentriert sich nun auf Firmenkunden, die die hauseigene Kuratier-Software im Mietmodell nutzen. Das Geschäft mit Privatkunden rechne sich nicht, Newsportal, Apps und Newsletter werden eingestellt. Scope wurde 2015 unter dem Namen Niuws gegründet.
per Mail

Aus dem Archiv: Peter Hogenkamp spricht 2015 bei turi2.tv übers Scheitern.

Facebook zeigt die Nutzungsdauer in seiner App an.

Facebook-LogoFacebook rollt "Your Time on Facebook" für die Überwachung der eigenen Nutzungsdauer weltweit aus. Nutzer können sich damit u.a. ein Zeitlimit für das Surfen bei Facebook setzen. Das Feature läuft lediglich in der App, nicht auf dem Desktop und auch nicht insgesamt für ein Profil. Das soziale Netzwerk hatte die Funktion bereits im Sommer angekündigt, technische Probleme haben den Start verzögert.
techcrunch.com

Zahl des Tages: Snaps neue Kamera-Brille Spectacles soll 350 Dollar kosten.

Zahl des Tages: Spektakuläre 350 Dollar soll die neue Generation von Snaps Kamera-Brille Spectacles kosten, berichtet Cheddar. Das neue Modell mit zwei Kameras liegt damit 150 Dollar über dem Preis des Vorgängermodells. Der Rahmen bekommt ein Upgrade aus Alu, die Kameras sollen AR-Effekte in Videos erzeugen können.
cheddar.com, cnet.com

BNetzA schickt nun Bürger auf Funklochsuche.

Funkloch-App der Bundesnetzagentur ist gestartet: Konkret hat die Agentur ihre Breitband-App um eine Messung der Netzverfügbarkeit ergänzt. Sobald Nutzer sie aktivieren, misst sie, ob und welche Netze verfügbar sind. Die Ergebnisse sollen "spätestens" 2019 als öffentlich einsehbare Karte vorliegen. Die Funktion wurde im April angekündigt.
heise.de, turi2.de (Background), itunes.apple.com (App für iPhone), play.google.com (App für Android)

Studie: 95 % der Apps für Kinder unter fünf Jahren enthalten Werbung.

Google Play Store: Apps für Kinder im Alter von fünf Jahren oder jünger enthalten zu 95 % mindestens eine Art von Werbung, ergibt eine Studie der University of Michigan. Die Forscher verbrachten Hunderte Stunden mit 135 verschiendenen Spiele-Apps. Dabei fanden sie u.a. Pop-ups mit verstörenden Inhalten sowie tanzende Schatztruhen, die dem Spieler Punkte für das Anschauen von Werbespots versprechen. Teilweise forderten auch die Spiel-Figuren Kinder zu Käufen auf. Die große Mehrheit der Anzeigen war nicht gekennzeichnet.
nytimes.com

Ian Small übernimmt den Chefposten bei Evernote von Chris O’Neill.

Evernote und Chef Chris O’Neill gehen getrennte Wege, Ian Small (Foto) übernimmt den Chefposten. Small kommt von TokBox, wo er zuletzt als Chairman, von 2009 bis 2014 als Firmenboss, tätig war. Evernote habe in den letzten sechs Jahren Schwierigkeiten gehabt, die Basis zahlender Nutzer zu erweitern, schreibt TechCrunch. Erst Ende September hat das Unternehmen 15 % seiner Belegschaft entlassen.
evernote.com, techcrunch.com

Analyse: Beacons sind als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet.

Beacons: Die kleinen Bluetooth-Sender, die Nutzern bei Annäherung kleine Benachrichtigungen aufs Smartphone schicken, haben die hohen Erwartungen nicht erfüllt, schreibt Kyle Wiggers. Apple iBeacon und Googles Eddystone bzw. Nearby sollten eigentlich den stationären Handel revolutionieren, scheiterten aber an technischer Komplexität, Spam und ungeklärten Privatsphäre-Ängsten der Nutzer.
venturebeat.com