Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Beitragsservice veröffentlicht Formular zur Befreiung für Nebenwohnungen.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice veröffentlicht ein Formular, mit dem Besitzer eines Zweitwohnsitzes diesen vom Beitrag befreien können, wenn sie am Hauptwohnsitz bereits den Rundfunkbeitrag zahlen. Betroffene müssen den Antrag schriftlich stellen. Das Bundesverfassungsgericht hatte geurteilt, dass Personen mit mehreren Wohnsitzen nicht mehrfach zahlen müssen.
presseportal.de, rundfunkbeitrag.de (Antragsformular)

Analyse: ZDFneo und ARDs One ziehen hauptsächlich ältere Zuschauer an.

ARD und ZDF ziehen mit ihren Sendern ZDFneo und One, mit denen sie hauptsächlich junge Menschen erreichen wollen, im Durchschnitt Zuschauer im Alter von 60 bzw. 57 Jahren an, analysiert Alexander Krei. Krimi-Wiederholungen von "Ein starkes Team", "Tatort" oder "Mord mit Aussicht" seien die unangefochtenen Quotenbringer. ZDFneo trage zwar u.a. durch "Sherlock" und das "Neo Magazin Royale" zur Verjüngung der Senderfamilie bei, schaffe es bei den jüngeren Zuschauern im Gegensatz zum Gesamtpublikum aber nicht mehr zu wachsen.
dwdl.de

Zitat: Hans Demmel hält nichts von längeren Einstellzeiten in den Mediatheken.

"Die 'Verlängerung von Einstellzeiten' ist keine Therapie, sondern eine Fehlbehandlung."

Hans Demmel, Vorstandschef der Privatfunk-Lobby Vaunet, glaub nicht, dass die Akzeptanz von ARD und ZDF steigt, wenn Inhalte länger in Mediatheken sind. Im Interview mit "promedia" spricht er stattdessen von Wettbewerbsnachteilen für die Privatwirtschaft.
medienpolitik.net

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Facebook wird vollgepumpt": Hans Demmel will ARD und ZDF im Netz einschränken

Klick-Tipp: WDR eröffnet ein virtuelles Bergwerk.

Klick-Tipp: Ende 2018 geht in NRW die Bergbau-Ära zu Ende. Der WDR lässt das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop multimedial weiterleben. Nutzer können eine Seilfahrt in Echtzeit erleben oder bei einer Tour mit der berühmten "Dieselkatze" durch das weit verzweigte Stollennetz fahren. Das Bergwerk-Erlebnis gibt es im Browser oder für VR-Brillen.
glueckauf.wdr.de, presseportal.de (Beschreibung)

Offener Brief fordert Rücktritt von WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn.

WDR Logo 150WDR: Ein anonymer, offener Brief fordert von Fernsehdirektor Jörg Schönenborn "persönliche Konsequenzen" nach den Missbrauchsfällen im Sender, schreibt DWDL. Er war damals Chefredakteur. Autorin des Briefs ist eine - nach eigenen Angaben - langjährige WDR-Mitarbeiterin, die über detailliertes Wissen der Fälle verfügt, jedoch anonym bleiben möchte. Mit der "Vertuschung" der Fälle schade Schönenborn der "journalistischen und moralischen Reputation des Senders". In den kommenden Monaten steht Schönenborns Vertragsverlängerung an.
dwdl.de

Ulrich Wilhelm will öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht nur als Kostenfrage diskutieren.

Ulrich Wilhelm schreibt in einem "Tagesspiegel"-Gastbeitrag, die Debatte um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk lasse sich nicht auf die Frage reduzieren, ob es billiger ginge. Für öffentliche Güter könnten rein ökonomische Kriterien nicht gelten. Es sei nicht im gesellschaftlichen Interesse, dass die Öffis nur die Nischen füllen, die kommerzielle Anbieter aus Mangel an Wirtschaftlichkeit verschmähen.
tagesspiegel.de

Wir graturilieren: Michael Loeb wird 55.


Wir graturilieren: Michael Loeb, Geschäftsführer der WDR Mediagroup, wird heute 55 Jahre alt. Seinen Geburtstag feiert er bei "freiem Eintritt für das Geburtstagskind" im Phantasialand in Brühl zusammen mit seiner Frau und den Kindern. Das beste am abgelaufenen Jahr war das "sensationelle Ergebnis" von WDR2 bei der Radio-MA.

Für das neue Lebensjahr wünscht sich Michael Loeb, dass "wir wieder mehr Europa wagen". Nur so sei unser Leben in Frieden und Freiheit möglich. Eine kleine Bitte an den Fußballgott steht auch auf dem Wunschzettel, nämlich der direkte Wiederaufstieg des 1. FC Köln. Glückwünsche erreichen Loeb per WhatsApp-Sprachnachricht oder über "die klassische Grußkarte mit Witzen über Best Ager"

Gericht: Newsangebot rbb24.de von Januar 2017 war unzulässig.

RBB unterliegt im Rechtsstreit mit Zeitungsverlegern aus Berlin und Brandenburg. Das Nachrichtenangebot von rbb24.de vom 23. Januar 2017 sei juristisch nicht zulässig, urteilt das Landgericht Potsdam. Die Begründung steht noch aus. Der RBB sagt, das heutige Angebot sei "inhaltlich und formal" bereits "weit entfernt" von dem im Januar 2017. Der Sender will künftig noch stärker auf Audio und Video setzen.
presseportal.de, meedia.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: "ARD Exclusiv" entlarvt Fake-Wissenschaft.

Video-Tipp: Svea Eckert und Peter Hornung begeben sich für "ARD Exclusiv" in die Welt von Scheinwissenschaftsverlagen. Deren Publikationen übernehmen die Studien von Wissenschaftlern, ohne sie durch Fachkollegen prüfen zu lassen. Damit verstoßen sie gegen Standards und bringen zweifelhafte Studien in die Welt. Die Autoren der Doku schaffen es etwa mit einer von einem Computerprogramm geschriebenen Studie in ein Journal und auf eine Wissenschafts-Konferenz. Auch Wissenschaftler von der Charité, der TU München und der Uni Hannover haben in den Fake-Verlagen veröffentlicht.
daserste.de (29-Min-Video)

WDR bestellt zwei Dokus zum gleichen Thema.


Fake-Wissenschaft hoch 2: Der WDR hat versehentlich zwei Reportagen zum Thema Wissenschaftsbetrug in Auftrag gegeben, schreibt Kai-Hinrich Renner. Vom Recherche-Verbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" kommt die TV-Reportage Fake Science – Die Lügenmacher. Bei dem Investigativ-Journalisten Peter Onneken hat der WDR den Film Betrug statt Spitzenforschung bestellt. Auf Initiative von Onneken berichtet der aktuelle "Spiegel" über das Thema. Beim Recherche-Verbund soll der Unmut über die Themen-Dopplung groß sein, schreibt Renner.

Eine WDR-Sprecherin sagt, es habe Versuche gegeben, beide Recherchen zusammenzuführen. Die Redaktionen und Autoren hätten sich aber dagegen entschieden. Die Doku des Recherche-Verbunds läuft am Montagabend im Ersten, die Onneken-Reportage am Dienstagabend im WDR-Fernsehen. Schon heute zeigt das "SZ-Magazin" in einem Selbstversuch, wie völlig absurde wissenschaftliche Arbeiten den Weg in vermeintlich renommierte Fachjournale finden. (Symbolbild: Jan Woitas/dpa)
abendblatt.de, "SZ-Magazin" 29/2018, S. 10 - 24, magazin.spiegel.de (Paid)

"GEZ" will nicht aus den Köpfen raus, schreibt Boris Rosenkranz.

GEZ ist auch fünf Jahre nach der Umbenennung in Beitragsservice noch im Standardwortschaft vieler Redaktionen, schreibt Boris Rosenkranz. Nicht nur bei "Bild" und Focus Online war in dieser Woche vom "GEZ-Urteil" zu lesen. Der Kampfbegriff "Zwangsbeitrag" findet sich auch in den Archiven von "Tagesspiegel" oder "FAZ". Kündigungsdienste im Internet bieten sogar an, sich gegen Gebühr um die Abmeldung zu kümmern.
uebermedien.de, turi2.de (Background)

Ex-Fernsehspielchef Gebhard Henke fühlt sich vom WDR ungerecht behandelt.

Gebhard Henke, Ex-Fernsehspielchef des WDR, fühlt sich vom Sender ungerecht behandelt und streitet im "Zeit"-Interview jegliche Vorwürfe sexueller Belästigung ab. Er vermute, der WDR habe an ihm ein Exempel statuieren wollen, sein Anwalt Peter Raue sieht ihn als Bauernopfer. Der WDR habe anonyme Anschuldigungen gegen Henke unüberprüft übernommen.
zeit.de (Vorabmeldung), turi2.de (Background)

ARD ist mit Philipp Lahms Kommentator-Kompetenzen unzufrieden.

ARD kritisiert Philipp Lahm für seine Auftritte als TV-Experte bei der WM 2018. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sagt, er hätte sich "noch deutlichere Einschätzungen" gewünscht. Lahm blieb im TV schmallippig, teilte danach aber bei LinkedIn gegen die deutsche Mannschaft aus. Balkausky will "noch einmal grundsätzlich" über die gemeinsamen Sendungen sprechen.
sportbild.de

Bundesverfassungsgericht erklärt den Rundfunkbeitrag für verfassungsgemäß.


Passt schon: Der pauschale Rundfunkbeitrag von monatlich 17,50 Euro pro Monat ist verfassungsgemäß, entscheiden die Karlsruher Richter. Zahlreiche Kläger hatten in Verfassungsbeschwerden kritisiert, der Beitrag sei ungerecht, u.a., weil die Größe des Haushalts unerheblich und nicht ausschlaggebend ist, ob es überhaupt einen Fernseher oder ein Radio gibt.

Der Senat hat für das Verfahren beispielhafte Fälle ausgewählt: Darunter ist z.B. ein alleinstehender Kläger, der den Beitrag allein aufbringen sowie doppelt zahlen muss, weil er eine Zweitwohnung besitzt. Letzteres beanstandet das Gericht in seinem Urteil. Betroffene können die Befreiung vom zweiten Beitrag beantragen, bis spätestens Mitte 2020 muss der Gesetzgeber in diesem Punkt nachbessern.
spiegel.de, sueddeutsche.de

Zitat: 1Live-Chef Jochen Rausch will im Radio Menschen statt Algorithmen hören.

"Beim Streaming regieren Algorithmen, bei uns reden echte Menschen. Radio lebt und ist keine Datenbank von einer Milliarde Songs."

Jochen Rausch, Vize-Hörfunkdirektor beim WDR, sagt im Interview mit Hans Hoff, dass reine Hitradios ein Auslaufmodell sind.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27 (Paid)

Weitere Zitate:

"Alle klassischen Medien haben im Smartphone einen mächtigen Konkurrenten. Es kann einfach alles: Videos, Musik, Nachrichten, Bücher, Spiele. Zur Not auch Telefon. Wer auf dem Smartphone ein Video anschaut oder einen Messenger abhört, hört eben nicht gleichzeitig Radio."

"Wenn Radio nicht von einem Streamingdienst zu unterscheiden ist, können wir die Sendemasten abschrauben. Der Mensch im Radio und am Radio ist unsere Überlebensstrategie. Als Öffentlich-Rechtliche müssen wir den Unterschied suchen, nicht die Gleichförmigkeit.

"Es sollte einem öffentlich-rechtlichen Sender gelingen, glaubwürdiger und authentischer rüberzukommen als Internetfirmen und Handyhersteller."

Öffis finanzieren sich in den meisten europäischen Ländern durch Gebühren.

Öffentlich-Rechtliche finanzieren sich in Europa meist mit einem ähnlichen Modell wie in Deutschland. Die Rundfunkanstalt SRG in der Schweiz setzt überwiegend auf Gebühren, in Österreich variieren sie für den ORF je nach Wohnort. Dänemark erhebt eine Rundfunkgebühr pro Haushalt, will sie aber 2022 abschaffen und ersetzt sie durch Änderungen des persönlichen Steuer-Freibetrags. In Großbritannien zahlt jeder Haushalt einen Festbetrag für die BBC, die Niederlande finanzieren den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus Steuermitteln.
digitalfernsehen.de

Securitel entwickelt Kriminalmagazin für Bayerischen Rundfunk.

Bayerischer Rundfunk soll ein wöchentliches Kriminalmagazin bekommen. Securitel, Produktionsfirma des ZDF-Klassikers Aktenzeichen XY … ungelöst, entwickelt die Reihe. Die nach Aktenzeichen-XY-Gründer Eduard Zimmermann benannte Redaktion Eduard Zimmermann - Deutsche Kriminal-Fachredaktion ist eine Tochter von Securitel.
"New Business" 29/2018, S. 32 (Paid), turi2.de (Background)

Marcus Schuler kritisiert maulfaule Tech-Konzerne im Silicon Valley.

Hör-Tipp: ARD-Korrespondent Marcus Schuler, seines Zeichens Europäer, fühlt sich im Silicon Valley manchmal "wie ein Korrespondent fünfter Klasse." Google, Apple und Co bevorzugten bei Interviews und Akkreditierungen Tech-Webseiten und US-Medien. Korrespondenten ausländischer Medien seien wegen der hohen Lebenshaltungskosten ohnehin Exoten. Google findet Schuler "launisch, undurchsichtig", vielleicht "aber auch einfach nur konzeptlos."
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio)

ARD fügt Passage gegen sexuelle Belästigungen in Produktionsverträge ein.

ARD und die Allianz Deutscher Produzenten reagieren auf die zurückliegenden Missbrauchsskandale und erweitern ihre gemeinsamen Leitlinien um eine Klausel gegen sexuelle Gewalt und Belästigungen. Sie wird künftig Teil aller neuen Produktionsverträge. Die neue Passage lautet: "Die ARD-Landesrundfunkanstalten und die Produzenten werden jeglicher Form von sexueller Gewalt, Missbrauch und sexualisierter Belästigung entgegenwirken und jeweils erforderliche Maßnahmen zum Schutz Betroffener sowie zur Aufarbeitung und Prävention sicherstellen."
horizont.net

Wir graturilieren: Frank Nielebock wird 47.


Wir graturilieren: Frank Nielebock, Geschäftsführer der WDR Mediagroup feiert heute seinen 47. Geburtstag mit Kuchen und Kollegen im Büro – und am Wochenende noch einmal in München mit seiner Frau beim Italiener. Das Beste am abgelaufenen Jahr war die erfolgreiche Neuausrichtung des WDR-Vermarkters, deren Vorteile trotz "Verschlankung und Straffung" inzwischen bei "den Kolleginnen und Kollegen gesehen und gelebt" werden.

Im neuen Jahr soll dieser Prozess genau so erfolgreich und spannend fortgesetzt werden, persönlich wünscht sich Frank Nielebock Gesundheit. Über Glückwünsche freut er sich auf allen Kanälen, u.a. per Mail oder die LinkedIn – oder gern auch persönlich, denn "Postkarten werden immer weniger".

WDR macht Ellen Ehni zur Chefredakteurin Fernsehen.

WDR macht Ellen Ehni ab September zur Chefredakteurin Fernsehen. Sie folgt auf Sonia Seymour Mikich, die in den Ruhestand geht. Ellen Ehni leitet aktuell die Programmgruppe Zeitgeschehen, Europa und Ausland. TV-Zuschauern ist sie unter anderem als Moderatorin von "Brennpunkt"-Sendungen des WDR und durch die Präsentation des Deutschlandtrends bekannt.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Leonhard Dobusch schlägt eine öffentlich-rechtliche Plattform vor.


Alle rühren in einem Topf: Öffentlich-rechtliche Sender sollten eine gemeinsame, soziale Plattform entwickeln, statt 13 Mediatheken zu betreiben, schlägt ZDF-Fernsehrat-Mitglied Leonhard Dobusch im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" vor. Nutzer sollten darauf auch selbst Inhalte hochladen können, ein Algorithmus könnte die Inhalte prüfen und sortieren. Eine Internet-Intendanz hätte den Hut für die Plattform auf.

Ulrich Wilhelms Vorschlag einer "Supermediathek" geht ihm nicht weit genug. Er schlägt "eine Art öffentlich-rechtliche Alternative zu YouTube" abseits reiner Klickzahlen-Sortierung vor. Als realistisches Budget sieht er rund 500 Mio Euro im Jahr – rund 200 Mio kostet aktuell der Unterhalt aller Mediatheken.
sueddeutsche.de

Anke Schäferkordt fordert engere Regeln für ARD und ZDF.


Anke Schäferkordt fordert engere Regeln für ARD und ZDF.
Maßlos enttäuscht: RTL-Chefin Anke Schäferkordt betreibt im Interview mit Kai-Hinrich Renner u.a. im "Hamburger Abendblatt" Agenda-Setting gegen ARD und ZDF: Quizshows und Krimis seien "Gebiete" der Privatsender. Dass ARD und ZDF ausländische Lizenzproduktionen 30 Tage lang kostenlos in ihre Mediatheken stellen dürften, raube RTL die Möglichkeit, mit Bezahlinhalten Geld zu verdienen.

Gebührenfinanzierte Produktionen von ARD und ZDF für YouTube und Facebook seien "geradezu absurd". Von der Politik sei Schäferkordt "maßlos" enttäuscht und wünscht sich mehr Bereitschaft, den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen enger zu definieren.
abendblatt.de

Rundfunkbeitrag: Beitragsservice hakt bei 3,5 Mio Bürgern nach.

Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio schickt 3,5 Mio postalische Grüße an Bürger, die keinen Rundfunkbeitrag zahlen. Empfänger müssen auf die "Klärungsschreiben" antworten, sonst werden sie automatisch angemeldet. Der Beitragsservice hat jüngst Daten aller Einwohner-Meldeämter mit seiner Datenbank abgeglichen.
twitter.com, presseportal.de, turi2.de (Background)

Hinweis: In einer früheren Version dieser Meldung war von 3,5 Mio mutmaßlichen Schuldnern bzw. Beitrag-Verweigerern die Rede. Der Beitragsservice rechnet jedoch damit, dass viele Angeschriebene in Wohn- oder Lebensgemeinschaften wohnen, in denen bereits ein Rundfunkbeitrag gezahlt wird.

lexikon2: Patricia Schlesinger.


Patricia Schlesinger klopft dem RBB als Frontfrau den Staub aus den Sender-Sofaritzen. Seit 2016 baut sie das Image und das Programm des Senders um. Schlesinger wird 1961 in Hannover geboren und weiß schon mit 16, dass sie Journalistin werden will. Sie studiert in Hamburg Wirtschaftsgeographie, politische Wissenschaft, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Weiterlesen …

Zitat: Regisseur Christian Alvart stört der "heilige Ernst" bei "Tatort"-Diskussionen.

Christian Alvart"Wir konnten eine neue Welt erschaffen und haben mit Til Schweiger einen sehr physischen Darsteller, der solche Steve-McQueen- oder Bruce-Willis-artigen Figuren glaubwürdig verkörpern kann."

Regisseur Christian Alvart erklärt im Interview mit der "Süddeutschen", was ihn am "Tatort"-Drehen reizte und dass ihm "der heilige Ernst auf den Keks" ging, mit dem über den "Tatort" diskutiert wurde.
sueddeutsche.de

Weiteres Zitat über seine Zusage als Regisseur für den "Tatort":
"Die Redakteurin Jeanette Würl vom NDR hat mich mit ihrer Leidenschaft angesteckt. Sie fragte, ob ich Lust hätte, für den Kieler Tatort eine Henning-Mankell-Vorlage als Thriller zu inszenieren, weil sie meine Arbeit und Vorliebe für das Genre kannte. Vor der Ausstrahlung ist sie leider verstorben. Mankell lese ich auch privat. Zu meiner Entscheidung hat auch beigetragen, dass ich, als das Angebot kam, am nächsten Sonntag den Tatort angeguckt habe und wie weggeblasen war."

Kai Gniffke würde Seehofers Beinahe-Rücktritt wieder so kommentieren.

Medienkritik: Kai Gniffke sagt im "Zeit"-Interview, er würde den angeblichen Rücktritt Seehofers wieder so kommentieren – vielleicht mit einem Satz à la "Da ist noch nichts sicher". Er ziehe aus der Kritik die Lehre, bei hochkochenden Themen "noch stärker zu berücksichtigen, dass der Konjunktiv überhört werden kann". Gniffke glaubt, die Diskussion sei "in gewissem Maße eine medieninterne".
zeit.de (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Tagesschau"-Chef Kai Gniffke will nicht unbedingt der Schnellste sein.

Gericht: BR muss keine Beleidigungen auf Facebook dulden.

BR siegt vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht im Rechtsstreit mit einem Nutzer, den der Sender sperrte. Das Gericht sagt zwar, dass alle Nutzer Anspruch auf die Kommentarfunktion hätten und ein Verweis auf die Netiquette keinen Ausschluss rechtfertige. Der Nutzer habe aber andere beleidigt und den Diskussionsverlauf nachhaltig gestört. Die Meinungsfreiheit gelte dabei nicht. Seiten-Betreiber müssten bei mehrfachen Beleidigungen nicht jeweils den Kontext prüfen und die strafrechtliche Relevanz bewerten.
skwschwarz.de

Meinung: Politik-Telenovela verdrängt wichtige Themen und erschöpft die Bürger.

Tagesthemen-Berichterstattung über den Asylstreit der Union animiere dazu, in die nächste Kirche zu gehen, um Kerzen für die Journalisten anzuzünden, meint Cornelius Pollmer. Wenn die Koalitionskrise zur Telenovela werde, würden relevante Themen durch Eitelkeiten und Zerwürfnisse verdrängt. Langfristig könnten die lückenlosen Echtzeitberichte bei den Bürgern nur maximale Erschöpfung auslösen.
sueddeutsche.de

Monopolkommission: Werbezeitbeschränkungen gehören abgeschafft.

TV-Werbung im Fernseher 150Werbezeitbeschränkungen sollten im TV aufgehoben werden, sagt die Monopolkommission in einem Gutachten. Nötig seien einheitliche Regeln zum Jugend- und Verbraucherschutz und zur Werbung, die sowohl für das TV als auch Streamingdienste und Plattformen wie YouTube gelten. ARD und ZDF sollten online vor allem Inhalte von gesellschaftlicher und kultureller Relevanz bieten, die von Privatsendern zu wenig gesendet werden. Außerdem solle die Preisbildung im Internet-Handel stärker kontrolliert werden.
horizont.net, wiwo.de, monopolkommission.de

Basta: ARD hat Probleme mit Wackelkandidat Seehofer.

Ja oder nein oder doch: Horst Seehofers Unentschiedenheit über seinen Rücktritt bringt die "Tagesschau" in Erklärungsnot. Wie viele andere Medien haben die ARD-Nachrichten gestern Seehofers Rücktritt gemeldet, den er selbst angekündigt hatte, um kurz darauf eine verbale Rückwärtsrolle zu machen. Somit keine Falschmeldung - nur ein Horst-Case-Szenario.
faktenfinder.tagesschau.de

"Welt": Werbeeinnahmen der "Sportschau" sinken auf Tiefpunkt.


Werbe-Eigentor: Die Werbe-Einnahmen der ARD-"Sportschau" stürzen auf einen Tiefpunkt ab, schreibt Carsten Dierig in der "Welt". Laut Zahlen der Media-Beratung Ebiquity haben Firmen in der vergangenen Bundesliga-Saison nur noch 43,65 Mio Euro für TV-Werbung in den Samstagssendungen der "Sportschau" von 18 bis 20 Uhr ausgegeben - knapp fünf Mio Euro weniger als in der vorherigen Spielzeit.

Zwar schalteten insgesamt 5,4 Mio Zuschauer ein, also 160.000 mehr als in der Saison 2016/17, für die Werbekunden aber nicht die "Richtigen". Bei den Männern zwischen 20 und 49 Jahren sei die Zahl der Zuschauer in der vergangenen Saison um 8 % gesunken, rechnet Ebiquity vor. Zugleich sind die Werbepreise angestiegen. Bei Konkurrenten wie Sky, Eurosport, DAZN und RTL Nitro sei der Tausenderkontaktpreis teils deutlich geringer.
"Welt", S. 11 (Paid)