Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

ARD räumt für "Babylon Berlin" den "Tatort"-Sendeplatz frei.

Babylon Berlin läuft zum Free-TV-Start am 30. September auf dem "Tatort"-Sendeplatz in der ARD am Sonntagabend. Die ARD will mit der Serie auch die Netflix-Generation abholen: Die ersten drei Folgen laufen direkt hintereinander, die nächsten drei am darauffolgenden Donnerstag. Zum Binge-Watchen läuft Babylon Berlin komplett an zwei aufeinanderfolgenden Abenden in 150 deutschen Kinos.
sueddeutsche.de

Axel Balkausky und Daniel Bouhs vertragen sich.

Axel Balkausky und Daniel Bouhs haben sich getroffen und ausgesprochen. Details sollen vertraulich bleiben. Die gegenseitigen Vorwürfe seien aus der Welt geschafft worden. Die kritische Begleitung der ARD-Sportberichterstattung stehe ebenso wenig in Frage wie die Bereitschaft der ARD-Sportkoordination, Interviewanfragen wahrzunehmen.
facebook.com, turi2.de (Background)

"Bild": Judith Rakers moderiert Konkurrenz-Sendung zu "Aktenzeichen XY".

Judith Rakers
Die Schöne und die Verbrecher: Judith Rakers, das Vorzeigelächeln der ARD, soll ab Herbst für die ARD Verbrecher jagen und der ZDF-Konkurrenz "Aktenzeichen XY" Quote abluchsen, schreibt "Bild". HR und RBB sollen die Sendung mit dem Arbeitstitel "Kriminalreport" demnach produzieren.

Vorbilder für die neue Sendung zur Prime Time sollen der ZDF-Quotengarant "Aktenzeichen XY" und das HR-Format "Maintower Kriminalreport" sein. "Tagesschau"-Sprecherin Rakers hat bereits den Vertrag für die Sendung unterschrieben, schreibt "Bild". Rakers Management sagt hingegen, der TV-Deal sei "noch nicht fix".
"Bild", S. 4 (Paid)

Antenneneigentümer und Sendernetze einigen sich, wenden UKW-Sendepause ab.


Weiter auf Sendung: Das Radio-Beben bleibt aus, eine großflächige UKW-Abschaltung in Deutschland ist abgewendet. Auf Vermittlung von Ex-Kanzleramtsminister Friedrich Bohl einigen sich fünf Antennenbesitzer und die Sendernetze Uplink und Divicon auf "Eckpunkte für eine vertragliche Lösung". Nun fehlen noch konkrete Verträge.

Divicon und Uplink sollen ab Juli die Antennen direkt anmieten und schrittweise ihre Sender an die Antennen der Antenneneigner anschließen. Der Ex-Betreiber, die einstige Telekom-Tochter Media Broadcast, unterstützt die Einigung nach eigenen Worten "wirtschaftlich". Im Vorfeld drohte die Abschaltung etlicher Sendeanlagen.

Hintergrund der Entwicklung ist, dass sich Media Broadcast wegen fehlender Gewinnperspektiven aus dem Geschäft mit UKW zurückgezogen hat. Als Sendenetzbetreiber sind Divicon und Uplink eingesprungen. Die Antennen selbst hat Media Broadcast an Investoren verkauft, die nun teils deutlich erhöhte Nutzungsentgelte verlangten.
faz.net, presseportal.de, turi2.de (Background)

ARD-Dopingredaktion: Doping im russischen Fußball wurde wohl vertuscht.

Russischer Fußball ist wohl von der Vertuschung positiver Dopingproben betroffen, berichten Hajo Seppelt, Florian Riesewieck und Andrea Schültke unter Berufung auf Doping-Whistleblower Grigori Rodschenkow. Von Doping betroffen sei u.a. Russlands Nationalspieler Ruslan Kambolov, der aber aus dem WM-Kader gestrichen wurde. Die Fifa hatte gegen Kambolov ermittelt, ihn jedoch aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Basta: ARD wollte Anne Will nicht über die Regierungskrise talken lassen.

Anne will, Frank nicht: Talkerin Anne Will hätte sich gerne am Sonntag aus der Sommerpause-Ersatzbank ins Programm eingewechselt, um über den Asyl-Koalitionskrach zu diskutieren. Doch die Programm-Schiedsrichter der ARD lehnten ab. Frank Plasberg ist am Montagabend zwar auf Sendung, talkt aber lieber über Mesut Özil und die Fußball-WM als über die große Regierungskrise.
spiegel.de

Zitat: Hajo Seppelt sagt, Sportjournalismus ist hochpolitisch.

"Wie kann man an ein solches Land überhaupt eine WM vergeben? Da stellen sich ganz viele Fragen, wie der Journalismus künftig mit dem organisierten Sport umgehen soll."

ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", der Sportjournalismus muss erkennen, dass er "hochpolitisch ist". Der Weltverband der Sportjournalisten halte sich auffällig bedeckt zu seinem Fall.
"Süddeutsche Zeitung", S. 10 (Paid), turi2.de (Background)

weitere Zitate:
"Ich habe lange mit mir gerungen: Was setzt das für ein Zeichen, wenn man sich von solchen Dingen womöglich einschüchtern lässt und hinnimmt, dass freie Berichterstattung so eingeschränkt werden kann? Aber das andere Argument überwiegt: Ich wäre ja als Mitarbeiter der ARD dorthin gefahren, und für den Sender steht natürlich die Sicherheit der ARD-Reporter an allererster Stelle."

"Ich stehe ja nur pars pro toto, die Botschaft richtet sich an alle Journalisten: Seid vorsichtig, berichtet nur vom grünen Rasen."

Meinung: Bouhs und Balkausky hätten ihren Streit "unter sich" regeln sollen.

Bouhs vs. Balkausky: Ulrike Simon kritisiert den öffentlichen Streit zwischen dem Medienjournalisten und dem ARD-Sportkoordinator. Zwar habe sich Balkausky "in jeder Hinsicht unprofessionell" verhalten, indem Bouhs die Interview-Weigerung öffentlich gemacht hat, sei eine "gesichtswahrende Versöhnung" aber nicht leichter geworden.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Filmwirtschaft und Privatsender kritisieren neuen Telemedienauftrag.

Telemedienauftrag: Filmwirtschaft und Privatsender kritisieren den zwischen Verlagen und Öffentlich-Rechtlichen ausgehandelten Kompromiss. Filmemacher und Doku-Produzenten wehren sich gegen die längere Online-Verfügbarkeit. Die Privatsender befürchten "weitreichende Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation", sagt Vaunet-Chef Hans Demmel.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Neuer Telemedienauftrag: Politik, Öffentlich-Rechtliche und Verlage beenden jahrelangen Streit.


Nur glückliche Gesichter (von links): Mathias Döpfner, Reiner Haseloff, Malu Dreyer, Ulrich Wilhelm, Thomas Bellut, Stefan Raue. (Foto: Twiehaus)

Weniger Text, Ausbau Mediatheken: Der Telemedienauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird in weiten Teilen überarbeitet – damit endet ein jahrelanges politisches Ringen zwischen den Sendern, den Verlagen und der Politik. Die Beteiligten stellen in Berlin die Ergebnisse vor: Wichtigste Neuerung ist, dass die Onlineangebote von ARD, ZDF und Deutschlandradio ihren Schwerpunkt auf Bild und Ton legen – presseähnliche Berichterstattung ist verboten.

Ein Zückerchen für die Sender: Die 7-Tage-Löschfrist für Inhalte in den Mediatheken fällt weg, sie können außerdem mehr europäische Filme und Serien einstellen. Die Politik beauftragt die Sender zudem ausdrücklich, interaktiv und über Social Media zu kommunizieren. Neu ist auch eine gemeinsame Schlichtungsstelle der Rundfunkanstalten und der Verlage – falls es doch noch Streit um die richtigen Anteile von Text, Video und Audio geben sollte.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff nannte die gemeinsame Lösung aller Beteiligten der Medienindustrie einen "historischen Moment". BDZV-Präsident Mathias Döpfner war spürbar erfreut, sich mit ARD, ZDF und Deutschlandradio zu einigen. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sagt, dass die Belastung der langen Verhandlungen geschafft sei. Wilhelm erinnert daran, dass sich manche journalistische Arbeitsweisen in den Sendern ändern müssten.

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue schränkte ein, noch mit dem Begriff Presseähnlichkeit zu fremdeln. Sein Deutschlandfunk wird etwa weiterhin die morgendlichen Interviews im Volltext anbieten. Döpfner zeigte sich grundsätzlich offen: "Keiner kann den Öffentlich-Rechtlichen verbieten, Textelemente zu nutzen". Wenn die Sender also bei investigativen Recherchen Dokumente zugänglich machen, bleibt das weiterhin erlaubt.
turi2 vor Ort bei Pressekonferenz in Berlin, rlp.de (Reaktionen), bdzv.de, ndr.de

WDR kündigt Gebhard Henke mit sofortiger Wirkung.

WDR kündigt Fernsehfilmchef Gebhard Henke mit sofortiger Wirkung, da aus Sicht des Senders kein Vertrauensverhältnis mehr bestehe. Mehr als zehn Frauen hatten sich gegenüber dem Sender über sexuelle Belästigungen, teils in Zusammenhang mit Machtmissbrauch, durch Henke beschwert. Der WDR sieht die Schilderungen der Frauen als "schwerwiegend und glaubhaft" an, Henke weist die Vorwürfe zurück.
presseportal.de, turi2.de (Background)

"Unberechenbares Risiko": Hajo Seppelt reist nicht zur Fußball-WM nach Russland.


Sicherheit zuerst: ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt fährt nicht zur Fußball-WM nach Russland, melden die "Tagesthemen". Die Reise sei für den Enthüller des Staatsdopings in Russland zu gefährlich. Zu dieser Einschätzung kommt die ARD nach einer Abstimmung mit deutschen Sicherheitsbehörden. An dem Gespräch nahmen Außenminister Maas, RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky und Seppelt teil.

Die deutschen Behörden befürchten, dass ein Ermittlungskomitee zum russischen Dopingskandal Seppelt festsetzen könnte. Außerdem sei spontane Gewalt durch einzelne Russen nicht auszuschließen. Seppelt wird in Russland angefeindet, weil er das Staatsdoping-System aufgedeckt hat. Wegen seiner Recherchen sind einige russische Sportler von Olympia ausgeschlossen worden. Die übrigen mussten unter neutraler Flagge antreten.
tagesschau.de, spiegel.de

KEF-Chef Fischer-Heidlberger warnt vor Schnellschüssen.

Rundfunkbeitrag: Der tatsächliche Aufwand für das Programm von ARD und ZDF muss berechnet werden, bevor eine Anpassung nach einem Inflationsindex eingeführt wird, sagt KEF-Chef Heinz Fischer-Heidlberger. Den aktuellen Beitrag in Höhe von 17,20 Euro als Basis zu nehmen, sei "nicht nachvollziehbar" und habe "mit dem tatsächlichen Bedarf nichts zu tun". Außerdem habe ein an die Inflationsrate gekoppeltes Modell viele verfassungsrechtliche Probleme.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Carsten Brosda kritisiert zu wenig Gestaltungsraum für ARD und ZDF.

"Die Eigenverantwortung der Sender muss im neuen Staatsvertrag erhöht werden."

Carsten Brosda, Kultursenator von Hamburg, kritisiert im Interview mit Spiegel Online, dass das ZDF seinen Kanal ZDF Kultur mehr als ein Jahr lang weiterlaufen lassen musste, obwohl die Einstellung des Senders zugunsten von Funk beschlossen war.
spiegel.de

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Die Eigenverantwortung der Sender muss im neuen Staatsvertrag erhöht werden."

Über Erwartungen an ARD und ZDF:
"Zum Beispiel dass die Sender dort innovativ tätig werden, wo es sich privatwirtschaftlich noch nicht lohnt. Nach dem Motto: Probiert es schon mal aus, auch wenn es noch riskant ist. Auch für den Mut seid ihr öffentlich finanziert."

"Niemand sollte die Sensibilität dafür verlieren, wie sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk momentan in ganz Europa neu begründen muss, da sind steile Maximalforderungen nicht zielführend."

Über das langsame Aus von ZDF Kultur:
"So eine Geldverschwendung hält kein System aus, da müssen die Sender mehr Gestaltungsraum kriegen und so etwas künftig über die Rundfunk- und Fernsehräte entscheiden können."

Meinung: Sandra Maischberger hält eine Talkshow-Pause nicht für nötig.

Sandra Maischberger widerspricht in der "Zeit" der Forderung nach einer Pause für Talkshows. Auch die Kritik, Sendungen wie ihre in der ARD hätten die AfD erst groß gemacht, weist sie zurück. Fernsehleute litten zwar gelegentlich an Selbstüberschätzung, das Phänomen betreffe aber einen Großteil Europas und schwele lange im Internet, bevor es an die Öffentlichkeit gelange.
"Zeit" 25/2018, S. 10 (Vorabmeldung)

Basta: Auch das "Morgenmagazin" sendet zur Fuball-WM live aus Rußland.

MoMa on Tour: Das ARD "Morgenmagazin" lässt sich zur Fußball-WM nicht lumpen und sendet an zwölf Tagen live aus Rußland. Passend zum TV-Event gibt es ein russisch gestyltes Wohnzimmer in einem Bauwagen und ein winziges Spielfeld – das einzige in dem ostfriesischen Dörfchen. Nach er heutigen Bekanntgabe für die WM 2026 haben die "MoMa"-Macher sicher auch schon in Amerika angefragt.
stern.de

"Shababtalk": Jaafar Abdul Karim gibt der arabischen Jugend eine Stimme.


Haltung ja, Parteinahme nein: Jaafar Abdul Karim fasst für die Deutsche Welle die ganz heißen Eisen in der arabischen Welt an. Im Interview mit turi2.tv am Rande des Global Media Forums in Bonn erklärt er, dass er bei seiner Arbeit vorsichtig sein muss – egal ob in Beirut oder Berlin. Mit seiner Sendung Shababtalk polarisiert er und bringt konservative Moslems genauso gegen sich auf wie Pegida-Aktivisten. Als er 2015 von einer Pegida-Demo berichtet, wird er angegriffen und verletzt.

Dabei fühlt Karim sich zu Neutralität verpflichtet und will dennoch Journalismus mit Haltung machen: "Bei 'Shababtalk' sollen Menschen zusammenkommen und miteinander reden, die sonst nicht miteinander reden", erklärt er das Konzept. Was er nicht zulässt, sind Rassismus und Beleidigungen. So musste ein hochrangiger jordanischer Politiker die Sendung verlassen. Zuvor hatte er einer jungen Frau, die Opfer sexueller Gewalt geworden war, vorgeworfen, dass sie selbst schuld sei.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

Zitat: Frank Hoffmann kritisiert "Babylon Berlin" als Subvention für Sky.

"'Babylon Berlin' ist bisher in erster Linie ein Erfolg für Sky, doch die Zeche zahlt im Wesentlichen die ARD."

RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann wirft im Interview mit Anne Burgmer der ARD vor, "mit Gebührengeld" den Bezahlsender Sky stark zu machen. RTL wolle eigene Produktionen nur für sich haben und frei über Sendezeiten bestimmen können.
ksta.de

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Von unseren Stammzuschauern – und das sind bekanntlich viele – bekommen wir durchweg positives Feedback. Das Image von RTL hat sich insgesamt sehr positiv entwickelt. Dennoch muss ein Sender wie RTL auch mal polarisieren, wir wollen nicht immer jedem gefallen und haben kein Problem damit, auch mal aufzufallen."

"Es zahlt all das ein, was wir exklusiv haben und uns nicht mit anderen teilen müssen. Programme, die es nur auf unseren Sendern oder auf unseren Plattformen gibt und die wir kreativ beeinflussen können. Weil wir uns so, mit lokalem Bezug, auf den sich ändernden Zuschauergeschmack einstellen können. Mit Serien können wir uns darüber hinaus noch stärker von der privaten Konkurrenz differenzieren, weil sich viele Fernsehsender keine Eigenproduktionen im Bereich der deutschen Serie leisten können, denn die sind sehr, sehr teuer."

"Ich finde Perspektiv-Wechsel gut." Chefredakteurin Ines Pohl über ihr erstes Jahr bei der Deutschen Welle.


Auf der Welle: Seit einem Jahr leitet Ines Pohl die Deutsche Welle als Chefredakteurin, im Interview mit turi2.tv zieht sie eine erste Bilanz. Ihren ungewöhnlichen Wechsel von der links-alternativen "taz" zum steuerfinanzierten Auslandssender findet sie gar nicht ungewöhnlich. Denn ihre Rolle als Journalistin bleibe die gleiche, so Pohl. "Dass ich Chefredakteurin der Deutschen Welle bin, zeigt, dass die Deutsche Welle in der Lage ist, kritisch mit Politikerinnen und Politikern umzugehen."

Dass Pohl in der deutschen Medienwelt nun weniger laut mitmischt, findet die Chefin des Auslandssenders ganz normal: "Meine Rolle in der deutschen Medienlandschaft ist nicht mehr so wichtig." Lieber betont sie die Rolle der DW angesichts der Krisen in der Welt: "Wer hätte gedacht, dass wir in Polen wirklich wieder für die Pressefreiheit kämpfen müssen?"
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)

Mitarbeit: Andreas Maisch

Balkausky: Daniel Bouhs sei nicht der Grund für das abgelehnte Interview beim RBB.

ARD: Sportkoordinator Axel Balkausky rudert zurück – er habe das Interview mit dem Radioeins Medienmagazin des RBB nur aus zeitlichen Gründen abgelehnt. Sein Kommentar über Medienjournalist Daniel Bouhs, mit dem er nicht in einer Sendung auftauchen wolle, sei nur eine "flapsige Bemerkung" gegenüber Moderator Jörg Wagner gewesen. Bouhs weist bei Twitter hingegen darauf hin, dass Balkausky vor Kurzem bereits ein Interview mit einem Kollegen von "Zapp" abgelehnt habe – "ebenfalls ausdrücklich mit Verweis auf mich als Mitarbeiter der Redaktion".
dwdl.de, twitter.com, turi2.de (Background)

Zitat: Tom Buhrow fordert von Medienmachern, ihre Filterblasen zu verlassen.

"Alle Journalisten leben in Filterblasen."

WDR-Intendant Tom Buhrow fordert Medienmacher auf, auch den Menschen zuzuhören, die nicht zur urbanen, digitalen Avantgarde gehören.
turi2 vor Ort beim DW Global Media Forum


ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky verweigert RBB-Magazin ein Interview.

ARD-Zwist: Sportkoordinator Axel Balkausky lehnt ein Interview im Radioeins Medienmagazin des RBB ab. Balkausky will nicht in einer Sendung auftauchen, in der Medienjournalist Daniel Bouhs spricht – und nimmt deshalb nicht Stellung zur kommenden WM-Berichterstattung. Bouhs hatte zuvor über umstrittene Nebentätigkeiten von ARD-Sport-Moderatoren berichtet.
radioeins.de (ab Minute 38)

"Horizont": Verleger und Intendanten einigen sich auf Neuordnung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote.


Was lange währt: Die Verleger und Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio machen den Weg frei für einen neuen Telemedienauftrag. Es sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig das Verbot der Presseähnlichkeit in ihren Online-Angeboten akzeptieren, berichtet Ulrike Simon. Das sei das Ergebnis eines Treffens zwischen BDZV-Präsident Mathias Döpfner, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Stefan Raue vom Deutschlandradio und ARD-Vertreterin Karola Wille.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote künftig auf längere Texte ohne Bezug zu einer Sendung verzichten. Websites und Apps von ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich damit komplett auf audiovisuelle Inhalte konzentrieren und dürfen mit Texten nur noch anteasern. Sollte es Streit geben, entscheidet eine gemeinsame Schiedsstelle. Wie dies rechtssicher im neuen Telemediengesetz formuliert wird, müssen die Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Der juristische Streit zwischen den Verlegern und den Öffentlich-Rechtlichen schwelt seit Jahren – unter anderem beschäftigen sich Gerichte mit der Tagesschau-App. Eine Einigung könnte diese Verfahren nun auflösen. Das neue Telemediengesetz bietet aber auch Zuckerstückchen für die Öffentlich-Rechtlichen: So sollen Inhalte künftig länger in Mediatheken online bleiben dürfen. Auch der Rundfunkbeitrag könnte künftig an die Inflation gekoppelt werden – was mehr Geld in die Kassen der Sender spülen würde.
horizont.net

Zitat: ZDF-Intendant Bellut sieht Sport als Lockmittel für Info-Sendungen.

"Wer einen Wegfall von Sport und Unterhaltung im ZDF und in der ARD fordert, der muss eine Reduzierung der Reichweite von Informationssendungen einkalkulieren, am Ende die schrittweise Verspartung der großen Vollprogramme."

ZDF-Intendant Thomas Bellut verteidigt vor dem Start der WM teure Rechte für den Sport: Er locke Publikum an und motiviere Zuschauer, auch bei News und Magazinen dranzubleiben.
tagesspiegel.de

Rundfunkbeitrag: Sechs Länder für Inflationsausgleich statt KEF-Empfehlung.

Rundfunkbeitrag: Sechs der 16 Bundesländer machen konkrete Reformvorschläge, berichtet Volker Nünning in der "Medienkorrespondenz". Der Beitrag soll künftig aller zwei Jahre analog der Teuerungsrate steigen, statt wie bisher nach Empfehlung der KEF, schlagen Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Sachsen und Thüringen vor. Der Auftrag der Anstalten soll "geschärft" werden, "schwerpunktmäßig" auf Information, Kultur und Bildung - im Gegenzug soll es "mehr Freiräume bei ihrer Budgetverwendung" geben.
medienkorrespondenz.de

Zitat: Talkshows sollten aufhören, sich zum Komplizen zu machen.

"Hat man früher ständig Politiker der Republikaner, DVU oder NPD in Talkshows eingeladen? Nein, und das aus gutem Grund."

Alf Frommer, Kreativdirektor bei der Agentur Ressourcenmangel, kritisiert Talkshows, die AfD-Themen und im Falle von Alexander Gauland einen Geschichtsrevisionisten zum "anerkannten Teil des öffentlichen Diskurses" adeln.
kress.de, spiegel.de (Background)

Video-Tipp: "Zapp" beleuchtet einen von den Medien erfundenen Gewaltexzess.

Video-Tipp: Nach einem Protest vor dem Privathaus eines Polizisten in Hitzacker steigen Onlinemedien in die Berichterstattung ein, ohne selbst zu recherchieren und erfinden einen Gewaltexzess, kritisiert "Zapp". Die meisten Beiträge werden mit Symbolbildern versehen, die offenbar von den Krawallen um den G20-Gipfel in Hamburg stammen. Teilweise sogar, ohne die Bilder als Symbolbilder zu kennzeichnen.
ndr.de (7-Min-Video)

Verein gründet Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung.


Der etwas andere Arbeitsschutz: Verbände und Gewerkschaften der Film- und Fernsehbranche gründen gemeinsam einen Verein als Träger für eine Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt. Sie ist vorerst auf den Film-, Fernseh-, Theater- und Orchesterbereich beschränkt, kann aber auf die gesamte Medienbranche ausgeweitet werden. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, sagt, die Zeit des Schweigens müsse vorbei sein.

Zu den ersten Mitgliedern zählen u.a. ARD und ZDF, Vaunet, der Produzentenverband und Ver.di. Der Bund geht mit 100.000 Euro in Vorleistung, von der ARD kommen 40.000 Euro pro Jahr, vom Deutschen Bühnenverein, ZDF und Vaunet jeweils 15.000 Euro. Die Vertrauensstelle soll Beschwerden entgegen nehmen und prüfen, Betroffene unterstützen und Fälle aufarbeiten. Wann genau sie startet, ist noch nicht klar.
dwdl.de

Meinung: Ein gemeinsamer Infokanal von ARD und ZDF wäre aus Kostengründen eine gute Idee.

ard_zdf_150x150Infokanäle Phoenix, Tagesschau 24 und ZDFinfo von ARD und ZDF, konkurrieren um ein "kleines, nach politischer Information suchendes Publikum" – sie zusammenzulegen und so Stärken zu bündeln, wäre aus Kostengründen eine gute Idee, findet Ulrike Simon. Bei immer größer werdenden Geldsummen, die in Sportrechte und "Schubidu-Unterhaltung" flössen, empfände sie es jedoch als "seltsam", wenn die Ministerpräsidenten der Länder ARD und ZDF den Auftrag für Informationskanäle entzögen.
spiegel.de (Paid)

Tom Buhrow räumt Fehler bei der Aufklärung der Belästigungs-Vorwürfe ein.


Nachgefragt: Im Interview mit dem "Journalist" sagt WDR-Intendant Tom Buhrow, er werfe sich in Bezug auf die Vorwürfe von Machtmissbrauch und sexueller Belästigung in seiner Anstalt drei Dinge vor. Erstens die Ermahnung des Korrespondenten Arnim Stauth, der 2010 Hinweise auf sexuelle Belästigung weitergegeben hatte. Sie erwecke rückblickend "einen völlig falschen Eindruck". Zweitens räumt Buhrow Fehler im Umgang mit dem Personalrat ein – dieser kritisiert, dass seine Hinweise und Einschätzungen übergangen worden seien. Auch die Wahl der Kanzlei als Anlaufstelle für Betroffene war laut Intendant nicht optimal, weil sie den WDR schon in Prozessen gegen Mitarbeiter vertreten habe. Die Betroffenen würden sich aber trotzdem an die Anwälte wenden.

Ein "angstbesetzter Laden" sei der WDR nicht. Buhrow sagt, in seinen Augen sei die Anstalt in den vergangenen zehn Jahren "eigentlich vorneweg" gewesen, was Schutz vor Machtmissbrauch und Belästigung angehe. Nach außen sei schwer zu vermitteln, dass bei Vorwürfen keine Vorverurteilung stattfinden dürfe und Aufklärung immer vor einem Arbeitsgericht Bestand haben müsse.

Buhrow konkretisiert im Interview mit Hans Hoff außerdem die Idee einer gemeinsamen Internetplattform von öffentlich-rechtlichen Anstalten und Zeitungsverlagen: "Meine Vision ist, dass wir alles, was wir im aktuellen Bereich audiovisuell haben, ohne Bezahlung auf die gemeinsame Plattform einstellen."
journalist-magazin.de (Zusammenfassung Fehler), journalist-magazin.de (Zusammenfassung Plattform)