Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Zitat: BuzzFeed-Chef Daniel Drepper ist ein Fan der Öffentlich-Rechtlichen.

"Anzeigen finanzieren weniger Journalismus als erhofft. Verlage legen ihre Recherchen zunehmend hinter Bezahlschranken. Gemeinnütziger Journalismus ersetzt keine wegbrechenden Institutionen. Was bleibt? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk."

BuzzFeed-Deutschland-Chefredakteur Daniel Drepper ist ernüchtert von jüngsten Journalisten-Entlassungen – und hofft auf eine starke ARD und ein starkes ZDF.
netzwerkrecherche.org via facebook.com

Zahl des Tages: ARD zahlt 120.000 Euro für umstrittenes Framing-Manual.

Zahl des Tages: Umstrittene 120.000 Euro hat die ARD für ihr Framing-Manual ausgegeben, legt die Anstalt offen. Einen Anteil von 90.000 Euro für das Papier und begleitende Workshops habe der MDR übernommen, der zur damaligen Zeit den Vorsitz der Anstalt inne hatte. Die restlichen Kosten habe das Generalsekretariat für Folgeworkshops ausgegeben.
sueddeutsche.de

Meinung: ARD hätte Framing-Manual selbst veröffentlichen sollen.

ARD: Chefredakteur Rainald Becker sagt, ein offener Umgang mit dem Framing-Manual wäre gut gewesen, die ARD habe nichts zu verbergen. Dass Netzpolitik.org das Papier veröffentlicht hat, findet er okay. Einige Reaktionen seien überzogen. Er könne keinen Skandal entdecken. Er persönlich "hätte dieses Papier aber nicht gebraucht."
welt.de, turi2.de (Background)

Früherer SR-Intendant Hubert Rohde, 89, ist tot.

Hubert Rohde, 89, ist tot. Der ehemalige Intendant des Saarländischen Rundfunks ist in der Nacht zum Montag in einem Pflegeheim nahe seiner Geburtsstadt Hildesheim gestorben. Hubert Rohde leitete die Geschicke des SR von 1978 bis 1988, in seine Amtszeit fällt u.a. die Gründung der SR 3 Saarlandwelle, außerdem setzte er sich für einen stärkeren Finanzausgleich innerhalb der ARD ein. Vor seinem Job beim SR war Rohde Landtagsabgeordneter.
sr.de, sr.de (Background)

"Gutes sehen statt Brot und Spiele fürs Volk": Netzpolitik.org veröffentlicht das Framing-Gutachten der ARD.

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Programmstein: Netzpolitik.org veröffentlicht das umstrittene Framing-Gutachten der ARD mit sprachlichen Tipps für die Argumentation in Beitragsdebatten. Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling empfiehlt "moralische" Argumente statt reine Fakten und verfasst Slogans wie "Gutes sehen statt Brot und Spiele fürs Volk". Aus "urheberrechtlichen Gründen" sei die ARD gegen die Veröffentlichung des Gutachtens.

Für eine öffentliche Debatte sei es wichtig, dass sich alle Interessierten informieren könnten, argumentieren die Netzpolitik-Autoren Markus Beckedahl und Leonhard Dobusch. Das Gutachten sei zudem aus öffentlichen Geldern finanziert und damit "öffentliches Gut". In dem Framing-Handbuch beschreibt Wehling die ARD als "Fernsehen ohne Profitzensur", private "Kommerzmedien" betrieben dagegen "ungezügelt und demokratisch nicht kontrollierbaren Rundfunkkapitalismus".
netzpolitik.org, netzpolitik.org (Gutachten), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Wie die ARD Nachrichten konstruktiv weiterdenken möchte.

Hör-Tipp: Marcus Bornheim (Foto), stellvertretender ARD-Aktuell-Chef, will konstruktive Berichterstattung ausbauen, sagt er im WDR-Hörfunkbeitrag von Daniel Bouhs. Beim Lösungsjournalismus werden Probleme nicht nur aufgezeigt, sondern auch Lösungsansätze vorgestellt. Andere Medien hätten mit dem Konzept positive Erfahrungen gemacht.
wdr.de (5-Min-Audio)

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sieht den öffentlichen Raum im Internet in Gefahr.

Grundsatzkritik: Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm beklagt im Interview mit der "FAZ", dass Europa die Kontrolle über das Internet an US-Firmen abgegeben hat. Die Politik habe versäumt, frühzeitig Spielregeln für den öffentlichen Raum im Internet festzulegen. Nun sei es wichtig, Internetgiganten stärker zu regulieren und gemeinwohl-orientierte, europäische Gegengewichte zu schaffen. Dabei könne auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk helfen.
"FAZ", S. 7 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv (11/2018): ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden.

Ab 2020 produziert der Hessische Rundfunk alle Wettersendungen im Ersten.

Hessischer Rundfunk produziert ab 2020 wieder alle Wetter-Sendungen im Ersten und baut dazu ein neues Wetterstudio, berichtet Übermedien. Die Produktionsfirma Cumulus Media, Tochter der ARD-Produktionsfirma Bavaria, verliert den Auftrag für die Wettervorhersagen im "ARD-Morgenmagazin" und den "Tagesthemen" sowie die Sendung "Wetter vor Acht". Die übrigen Wetterformate kommen bereits vom Hessischen Rundfunk. Den Moderatoren Claudia Kleinert, Sven Plöger und Karsten Schwanke will der HR ein Angebot machen. Cumulus Media hat den Auftrag 2012 von Meteomedia übernommen.
uebermedien.de

Zitat: Hans Demmel wundert sich über das Framing-Gutachten der ARD.

"Dass ausregerechnet die wortgewaltige ARD mit Beitragsgeldern Nachhilfeunterricht nimmt, wie sie ihre eigenen Botschaften richtig 'framen' kann, mutet schon mehr als kurios an."

Hans Demmel, Chef von n-tv und Vaunet-Vorsitzender, findet, die ARD sollte nicht nur das Weltgeschehen, sondern auch in eigener Sache überzeugend kommunizieren können.
vau.net, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Hans Demmel liebt Multimediales und liest Gedrucktes.

Meinung: Sender machen zu enge Vorgaben bei Dokumentationen.

Dokumentationen: Viele Fernsehreporter nutzen Komparsen-Plattformen, weil ihre Sender ihnen zu enge Vorgaben machen, sagt Berufsgruppensprecherin Katarina Schickling im Interview der "Süddeutschen Zeitung". Oft müssten die Autoren im Vorfeld angeben, was die Protagonisten sagen könnten. Schickling selbst arbeite daher lieber mit Experten oder Zeitzeugen. Ähnliche Kritik äußerte vor kurzen auch Thomas Frickel, Vorsitzender der AG Dok.
"Süddeutsche Zeitung" S. 27, turi2.de (Background)

ARD hat Framing-Expertengutachten beauftragt.

ARD gibt ihren Mitarbeiter sprachliche Tipps für den Auftritt in Beitragsdebatten, berichtet Christian Meier auf Welt.de. Sprachforscherin Elisabeth Wehling erklärt dafür in einem Experten-Gutachten Framing – eine Methode, Meinungen sprachlich zu lenken. ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab sagt, das Gutachten solle ein Denkanstoß sein, um "gemeinwohlorientierten Rundfunk besser erklären zu können". Wo und wie die Tipps konkret umgesetzt werden, sagt Pfab nicht. Meier kritisiert, die gezielte Beeinflussung der öffentlichen Meinung passe kaum zum Auftrag der ARD.
welt.de

BR-Rundfunkrat lehnt Helmut Markwort als neues Mitglied ab.


Radio kills the Rundfunkrat-Star: Die FDP will, dass Helmut Markwort einen Platz im neuen BR-Rundfunkrat bekommt, der lehnt ab. Das Aufsichtsgremium des Senders sieht einen Konflikt mit dem Bayerischen Rundfunkgesetz, u.a. wegen möglicher Interessenkonflikte wegen Markworts Radio-Beteiligungen und -Aktivitäten. Der Rundfunkrat fordert vom Landtag, ein anderes Mitglied zu entsenden. "Focus"-Gründer Markwort kritisiert die Entscheidung scharf und widerspricht ihr in einem Schreiben seines Anwalts. Der Bayerische Rundfunk wolle "sich seine Kontrolleure selbst aussuchen".
t-online.de

"BamS": RBB verschiebt Harald-Juhnke-Film wegen Geldmangels.

RBB verschiebt die fürs Frühjahr geplanten Dreharbeiten für seinen Harald-Juhnke-Film auf unbestimmte Zeit, erfährt "Bild am Sonntag" "unter der Hand". Der Film werde deutlich teurer als ein normaler 90-Minüter, deshalb suche der Sender nun einen weiteren Partner im ARD-Verbund. Der Streifen sollte ursprünglich in diesem Herbst laufen. Im Juni hätte Juhnke seinen 90. Geburtstag gefeiert.
"Bild am Sonntag", S. 39 (Paid)

Basta: YouTuber brauchen WLAN statt Wasser zum Überleben.

Hauptsache WLAN: YouTube-Star Bibi spielt "Quizduell" in der ARD. Bei der Frage, ob es auf dem Mars WLAN, Strom, Wasser oder doch eine Fußbodenheizung gibt, tippt die Influencerin ohne Dr. Google auf WLAN, da ihr im Internet ein angebliches Grundstück auf dem Mars angeboten wurde - inklusive WLAN. YouTuber leben eben von Luft und Liebe WLAN statt von Wasser.
stern.de, twitter.com

ARD einigt sich auf neue Vergütungsregeln für Drehbuchautoren.

ARD einigt sich auf gemeinsame Vergütungsregeln mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren und dem Verband der Medien- und Bühnenverlage. Die Mindestsätze lägen "deutlich" über den bislang als Buy-Out-Honorar gezahlten Durchschnittsvergütungen und berücksichtigten Online-Verwertungen. Zuvor erhöhte auch das ZDF die Reportage-Honorare.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Meinung: Sender begünstigen die Protagonisten-Suche in Portalen wie Komparse.de.

Dokumentationen: Protagonisten in Portalen wie Komparse.de zu suchen, sei ein weit verbreitetes Phänomen unter Autoren, beobachtet Thomas Frickel, Vorsitzender der AG Dok. Der Fall bei den WDR-Dokus der Reihe "Menschen hautnah" sei nicht einmalig und würde durch die strukturellen Bedingungen der Sender begünstigt. Für die ARD zähle die Recherche zum "unternehmerischen Risiko der Produzenten" – wenn ein Filmkonzept schnell geliefert werden müsse, könne nicht gründlich gesucht werden, was ein "unhaltbarer Zustand" sei.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Gerhard Schneider verlässt Degeto, Christine Strobl wird alleinige Geschäftsführerin.

Degeto: Gerhard Schneider, bisher Kaufmännischer Geschäftsführer, verlässt die ARD-Produktionstochter "aus privaten Gründen". Christine Strobl, seit 2012 Programm-Chefin und Sprecherin der Degeto, übernimmt die Aufgaben von Schneider zusätzlich und ist künftig alleinige Geschäftsführerin.
presseportal.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Das lineare Programm öffnen" – Degeto-Chefin Christine Strobl über die Strategie hinter "Babylon Berlin".

Zitat: ARD und ZDF haben ein zu großes Angebot an Unterhaltung, kritisiert Hans Demmel.

"Eines Tages werde ich Alexa fragen: Was gibt es heute in der ARD außer Krimis – und dann wird da Schweigen herrschen."

Hans Demmel, Chef von n-tv, sieht die Privatsender beim Thema Bewegtbild sowohl von US-Riesen wie Facebook, YouTube und Co als auch vom "überbordenden" Angebot bei ARD und ZDF bedroht.
wiwo.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Hans Demmel liebt Multimediales und liest Gedrucktes.

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda regt Zweiteilung des ÖR-Budgets an.

Öffentlich-Rechtliche: Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda regt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" an, das Budget in je eines für Programme und eines zur Distribution zu teilen. Statt starr die Zahl der linearen Sender vorzugeben, sollten die Anstalten die Ausspielkanäle frei wählen dürfen und nur an Qualitätsstandards gemessen werden. So könnten die Sender Reichweite und damit auch Akzeptanz herstellen und flexibler auf Entwicklungen reagieren.
"Süddeutsche Zeitung", S. 10 (Paid)

Bewerberzahlen bei ARD-Anstalten sinken, beobachtet Annika Schneider.

ARD: 30 bis 50 % weniger Bewerbungen trudeln bei einigen ARD-Anstalten aktuell ein, recherchiert Annika Schneider. Guido Schulenberg, Volo-Beauftragter bei Radio Bremen, glaubt, das könne an der öffentlichen Spardiskussion und den guten Gehältern in der Privatwirtschaft liegen. Öffentlich-Rechtliche hätten allerdings den Trumpf der hochwertigen Ausbildung. Beim NDR ist die Nachfrage ungebrochen hoch, sagt Diana Dlugosch, Leiterin der Volo-Ausbildung. Sie glaubt, das liege u.a. an modernen Seminaren mit Videodreh per Smartphone und Datenjournalismus sowie Ausschreibungen, die sich an Bewerber ohne Studium richten.
deutschlandfunk.de

Studie: Freie fühlen sich bei Öffentlich-Rechtlichen benachteiligt.

Freie Mitarbeiter fühlen sich vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk oft benachteiligt, sagt eine Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung. 66 % der knapp 1.900 Befragten bekommen laut ihrer Aussage für die gleiche Arbeit weniger Geld. 70 % wären lieber festangestellt. Bei den Öffentlich-Rechtlichen arbeiten rund 25.500 Festangestellte, laut Studie rund 19.100 arbeitnehmerähnliche Freie und Freie, deren Anzahl "nicht zu ermitteln" ist.
taz.de

WDR-Rundfunkrat erwägt die Vereinfachung der internen Kontrollinstanzen.

WDR-Rundfunkrat berät sich am Dienstag zu einer Gesetzesänderung, die interne Kontrollen künftig erschweren könnten, schreibt Hans Hoff. Der ohnehin nicht sehr mächtige Rundfunkrat würde bei Zustimmung entmachtet, da Intendanten ihre Kontrolleure selbst aussuchen könnten. Die Kontrollinstanz betreffe auch die kommerziellen WDR-Tochtergesellschaften.
sueddeutsche.de

Meinung: Öffentlich-rechtliches Fernsehen braucht mehr Haltung statt Quotengier.

Fernsehen ist grau geworden, schreibt Norbert Schneider, "Tagesspiegel"-Gastautor und Ex-Direktor der Landesanstalt für Medien NRW. Die TV-Programme seien von Routine geprägt und zu sehr auf Quoten fixiert. Aufmerksamkeit finde, was im Netz passiere und Aufregung schaffe. Qualität stehe für eine Haltung gegenüber dem Publikum. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse diese Rolle wieder stärker besetzen.
tagesspiegel.de

Renner: NDR-Hörfunkdirektor Joachim Knuth soll Vize von Intendant Lutz Marmor werden.

NDR: Hörfunkdirektor Joachim Knuth (Foto) soll neuer Stellvertreter von Intendant Lutz Marmor, 65, werden, hört Kai-Hinrich Renner im NDR-Flurfunk. Amtsinhaber Arno Beyer geht in den Ruhestand. Mitte 2019 steht die Verlängerung von Marmors Vertrag an. Eigentlich will der NDR einen Generations­wechsel an der Spitze und bevorzugt eine Frau, doch alle Kandidatinnen sind woanders fest im Amt, zu alt, zu jung oder haben kein Interesse. So könnte es doch auf eine Wiederwahl von Marmor hinauslaufen.
morgenpost.de

Patricia Schlesinger hat nach kurzer Zeit ihre Ziele beim RBB erreicht, analysiert Jana Gioia Baurmann.

RBB: Intendantin Patricia Schlesinger, 57, denkt den Umbau der ARD-Anstalt von unten – und macht auch vor der Kantine nicht Halt, beobachtet Jana Gioia Baurmann. Die drei Ziele, die sie vor ihrer Wahl vor zweieinhalb Jahren formuliert hat, habe sie inzwischen erreicht: mehr Eigenprogramme, eine bessere Wahrnehmung des RBB in der Bevölkerung sowie eine stärkere Position in der ARD.
"Zeit" 4/2019, S. 30