Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Der Bundesrechnungshof kritisiert Steuervorteile für die Öffentlich-Rechtlichen.


Vom Rechnungshof gejagt: Der Bundesrechnungshof moniert in seinem Jahresbericht, dass die öffentlich-rechtlichen Sender Steuervorteile in Anspruch nehmen, die ihnen aus seiner Sicht eigentlich nicht zustünden, berichtet die "Welt". In den letzten zehn Jahren seien ARD, ZDF und Co so mit 55 Mio Euro subventioniert worden. Konkret geht es um die Versteuerung von Einnahmen aus Werbung und dem Verkauf von Serien und Filmen.

Anders als Privatsender müssten die Öffentlich-Rechtlichen nicht die tatsächlichen Erträge versteuern, sondern könnten Pauschalen nutzen – und die seien seit 20 Jahren nicht angepasst worden, was aus Sicht des Rechnungshofes jedoch nötig sei. Die derzeitige Situation verzerre den Wettbewerb von Öffentlich-Rechtlichen und privaten Sendern beim Handel mit Werbezeiten und Lizenzen.
"Welt", S. 13 (Paid)

Ulrich Wilhelm fordert staatliche Förderung für eine EU-Alternative zu Google und Facebook.

Europäischer Internetriese: Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm fordert am Mittwochabend bei einer Diskussion des Bayerischen Journalisten-Verbandes eine deutliche staatliche Unterstützung für eine europäische Alternative zu US-Internetgiganten. "Europa kann das, wenn der Wille nur entfacht wird", so Wilhelm.
handelsblatt.com (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden.

Ufa-Podcast zur Serie beleuchtet die Errungenschaften der Berliner Charité.

Ufa und RTL Radio starten einen Podcast zur ARD-Serie Charité, die Ufa ebenfalls produziert. Journalist Prof. Dr. Markus Heinker, kein Mediziner, spricht mit Ärzten und Experten über Errungenschaften, Probleme und Besonderheiten des historischen Krankenhauses. Der Podcast ist exklusiv über Bertelsmanns Audio-Now-App abrufbar. Die ARD hat zugestimmt.
per Mail

Funk startet ein Format mit Tipps zum Umweltschutz.

Funk will die Jugend nicht nur mit den Fridays for Future für den Umweltschutz begeistern und startet das Format "Ozon". Auf der Website des Jugendangebots von ARD und ZDF, aber vor allem auf Instagram, geben dabei drei junge Gastgeber Tipps für mehr Umweltschutz und führen Selbstversuche durch. Jede Woche behandeln sie ein Thema. Zum Start stellen sie die Frage, wie man schlechte Angewohnheiten überwindet. UFA X produziert das Format.
dwdl.de, instagram.com

TV-Tipp: Ranga Yogeshwar widmet sich der KI-Technologie in einer ARD-Dokumentation.

TV-Tipp: Das Erste, 22.45 Uhr: Ranga Yogeshwar beleuchtet in einer ARD-Dokumentation die Chancen und Risiken von künstlicher Intelligenz. Europa liege technisch hinter den USA und China. Yogeshwar fordert in "Der große Durchbruch - Wie künstliche Intelligenz unser Leben verändert" eine gesellschaftliche Debatte, um auch ethische Fragen zu diskutieren.
tagesspiegel.de, daserste.de

Hör-Tipp: Kasia Mol-Wolf plauder-podcastet mit Anja Reschke.

Hör-Tipp: "Emotion"-Verlegerin Katarzyna "Kasia" Mol-Wolf trifft für ihren Podcast Anja Reschke. Die NDR-Journalistin erzählt im persönlichen Gespräch, dass sie sich nicht als starke Frau wahrnimmt und ursprünglich nie zum Politmagazin "Panorama" wollte. Nun ist sie Chefin und hat Spaß daran, anderen das Feld zu bereiten – zumal immer mehr Frauen an die Spitze streben.
emotion.de, spotify.com, itunes.apple.com (54-Min-Audio)

Zitat: Anja Reschke freut sich über mehr Frauen im Polit-Journalimus.

"Wenn ich zurückblicke, finde ich es interessant, wie in Redaktionen immer logisch war, die Männer machen das Investigative."

Anja Reschke, Leiterin der Innenpolitik beim NDR, sagt im "Emotion"-Interview, dass sie auf ihrem Karriereweg im Polit-Journalismus nicht viel "Frauensolidarität" erlebt hat. Männer hätten eher Männer gefördert, jedoch gebe es "gerade einen totalen Break" - auch dank Pro Quote.
"Emotion" 5/2019 (Vorabmeldung)

ARD weist Kritik an Israel-Berichterstattung zurück.

ARD: "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke weist die Kritik von Andrea Kiewel zur Israel-Berichterstattung zurück. Die "Tagesschau" habe "selbstverständlich darauf hingewiesen", dass der israelische Angriff eine Reaktion auf einen Hamas-Angriff war. Der Hinweis kam am Ende des Beitrages. Die Reihenfolge der geschilderten Ereignisse erwecke einen falschen Eindruck, kritisiert die ZDF-Moderatorin zuvor in einem Gastbeitrag für die "Jüdische Allgemeine".
stern.de, facebook.com (Gniffke-Reaktion), juedische-allgemeine.de (Kiewel-Gastbeitrag)

ARD-Chef Ulrich Wilhelm will sich nicht von Printmedien abgrenzen.


Friedensbotschaft: Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sieht keinen Anlass für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sich gegenüber Zeitungen abzugrenzen. Er teile die Auffassung der ARD-Werbechefs Elke Schneiderbanger und Uwe Esser aus ihrem jüngsten "Horizont"-Interview nicht, teilt die ARD-Pressestelle auf Nachfrage mit. Zuvor hatte DJV-Vorsitzende Frank Überall deren Aussagen als "bodenlose Frechheit" und "verheerend für die Glaubwürdigkeit der Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen" bezeichnet und Ulrich Wilhelm aufgefordert, Stellung zu beziehen. Schneiderbanger und Esser hatten heftige Zweifel an der Qualität von Printmedien geäußert und betont, die ARD stehe für Brand Safety.

Mit Blick auf den Relotius-Skandal sagte Schneiderbanger unter anderem: "Wie muss es denn in den Redaktionen zugehen, wenn Journalisten glauben, auf diese Art gewünschte Geschichten kreieren zu müssen?" Die ARD-Pressestelle teilt mit, nur gemeinsam könnten beide Seiten "die vielfältigen Themen des öffentlichen Lebens begleiten und durchdringen und sich den Herausforderungen in einer sich rasant verändernden Medienwelt stellen".
per Mail, djv.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden.

ARD-Werber attackieren die Print-Medien.


Reklame-Rowdys: Die Chefs der ARD-Werbung haben Oberwasser – und zielen per "Horizont"-Interview auf die schon angeschossene Print-Branche. AS&S-Chefin Elke Schneiderbanger sieht Werbung in TV und Radio als Krisen-Gewinner: Wer früher großflächig Papier-Präsenz zeigte, wechsele jetzt ins Umfeld von "Tagesschau" und "Sportschau". ARD-Werbung sei "die personifizierte Brand Safety". Schneiderbanger vermutet große Not bei Zeitungen und Zeitschriften mit Blick auf den Relotius-Skandal: "Wie muss es denn in den Redaktionen zugehen, wenn Journalisten glauben, auf diese Art gewünschte Geschichten kreieren zu müssen?"

Ihr TV-Chef Uwe Esser sekundiert, ohne konkrete Beispiele zu nennen, die heutige Qualität im Printbereich sei "selbst bei den sogenannten Entscheidermedien zu diskutieren". Uwe Esser widerspricht "Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser, der beobachtet haben will, dass sich Marken aus dem TV zurückziehen, um ihre Werbebudgets in Print zu stecken. "Rainer Esser spricht vielleicht für 'Die Zeit', aber nicht für die Gattung", meint Esser über Esser. (Fotos: AS&S, Montage: turi2)
"Horizont" 13/2019, S. 14 (Paid)

Aus dem Archiv der turi2 edition: Elke Schneiderbanger im Porträt.

Aus dem Archiv von turi2.tv (Dezember 2018): Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt – hier mit Themenliste des Gesprächs zum Anklicken.

"manager magazin": WDR-Intendant Tom Buhrow ist "Gefangener im Kölner Chaos".

WDR verschläft unter Intendant Tom Buhrow den digitalen Wandel, urteilt Gisela Maria Freisinger im "manager magazin". Grund seien u.a. interne Machtkämpfe, etwa zwischen Radio-Chefin Valerie Weber und Fernseh-Chef Jörg Schönenborn. Der bekannte TV-Moderator gelte vielen als heimlicher Herrscher im Sender – einst war er Buhrows Chef, nun ist es umgekehrt. Auch der #MeeToo-Skandal schwele weiter. Kritiker werfen Buhrow fehlende Entscheidungsfreude und mangelnde Management-Kompetenz vor.
"manager magazin" 4/2019, S. 100-104 (Paid)

Renner: ARD-Mitarbeiter werfen Kai Gniffke Zweckentfremdung von Gebührengeldern vor.


Sendestörung: Redakteure von ARD-aktuell richten sich mit einem Brandbrief an die ARD-Intendanten und werfen "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke die Zweckentfremdung von Gebührengeldern vor, berichtet Kai-Hinrich Renner. Gniffke habe Anfang des Jahres die Nachtschicht in der Redaktion von ARD-aktuell abgeschafft, wo "Tagesschau", "Tagesthemen" und "Nachtmagazin" produziert werden. Ab 2.30 Uhr arbeite seither ausschließlich ein Online-Redakteur. In Nächten mit hohem Nachrichtenaufkommen solle deshalb auf Anordnung Gniffkes die 4.40-Uhr-Ausgabe der "Tagesschau" ausfallen. Ist dies der Fall, sollen als offizielle Version "'redaktionelle Gründe' vorgeschoben werden.

Gleichzeitig würden bei Tagesschau24 "redaktionelle Kapazitäten … heruntergefahren". Die so eingesparten Gelder seien laut dem Brandbrief nötig, "um Löcher im Dienstplan zu stopfen". Redakteure, die nicht am Brandbrief beteiligt waren, bestätigen die Vorwürfe gegenüber Renner. Es seien vor allem Mittel zugunsten von Tagesschau.de umgeschichtet worden.

Die Verfasser des Briefs wollen anonym bleiben. Sie werfen Gniffke vor, "ein Klima der Angst geschaffen" zu habe. Der Brandbrief ist auf den 13. März datiert – drei Tage zuvor wurde bekanntgegeben, dass Gniffke zur SWR-Intendantenwahl antreten wird.
morgenpost.de

Zitat: Malu Dreyer spricht sich für eine gemeinsame Onlineplattformen von ARD und ZDF aus.

"Das wäre ganz und gar in unserem Interesse, aber wir denken, das ist vor allem im Interesse der Zeit."

Malu Dreyer, die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, spricht sich im Interview mit Steffen Grimberg und Daniel Bouhs für eine gemeinsame Onlineplattform von ARD und ZDF aus – in der neuen Welt müsse es auch darum gehen, wie man die Angebote des Öffentlich-Rechtlichen künftig findet.
daniel-bouhs.de

Wir graturilieren: Thomas von Bötticher wird 55.


Wir graturilieren: Thomas von Bötticher, Programmbereichsleiter Gesellschaft bei Radio Bremen, feiert heute mit Freunden und Familie seinen 55. Geburtstag. Im Val d‘Ultimo in Südtirol genießt er Neuschnee, Sonne und Veneziano. Das Beste am abgelaufenen Jahr war für von Bötticher die Entwicklung und der erfolgreiche Sendestart der Reportage-Reihe "Rabiat" im Ersten, veredelt mit dem internationalen Premios Ondas. Mit "Kroymann" hat sein Programmbereich zudem ein ebenfalls preisverwöhntes Comedy-Format aufgelegt.

Für das kommende Jahr wünscht er sich beruflich, dass es genau so weitergeht und privat, dass seine Tochter gut durchs Abi sowie sein Sohn weiter mit Spaß durchs Studium kommt. Wegen der Funklöcher kurz vorm Ortler erreichen ihn Glückwunsche am besten per E-Mail oder über Facebook.

WDR entfernt fehlerhafte Doku aus der Mediathek.

WDR entfernt eine Doku aus der Mediathek: In "Ausgerechnet – Billig-Kreuzfahrt" begibt Reporter Daniel Aßmann sich auf hohe See und suggeriert, in einer billigen Innenkabinen zu nächtigen. Zuschauer erkennen anhand der Kabinennummer, dass das nicht stimmt. Der WDR will nun weitere Folgen der Sendung prüfen. Anfang des Jahres hat der Sender bereits Fakten-Schiffbruch mit der Doku-Reihe "Menschen hautnah" erlitten.
dwdl.de, turi2.de (Background)

SWR-Einheit fehlt, schreibt Verwaltungsdirektor Jan Büttner in einem Rundbrief.

Unmut auf den Fluren: SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner zieht seine Intendanten-Kandidatur zurück und schreibt in einem Rundbrief, "das Gegeneinander von Direktionen und Standorten" habe stark zugenommen. Der SWR sei 21 Jahre nach der Fusion noch keine Einheit, Strukturen und Programm nicht effizient genug. Er ziehe seine Bewerbung zurück, um "weiteren Schaden" vom Sender abzuwenden.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Thomas Gottschalk hat keine Hoffnung, dass Lesen zu retten.

"Ich habe die Samstagabend-Unterhaltung nicht gerettet, von der ich sehr viel verstanden habe. Also werde ich auch das Lesen nicht retten, von dem ich relativ wenig verstehe."

Thomas Gottschalk debütiert im BR heute Abend als Literatur-Kritiker. Gottschalk liest macht er auch, um selbst einen Grund zum Lesen zu haben sagt er der "Augsburger Allgemeinen".
augsburger-allgemeine.de via stern.de

Video-Tipp: ARD-Doku zeigt fragwürdige Handelspraktiken von Amazon.

Video-Tipp: Die ARD-Doku Amazon außer Kontrolle? beleuchtet das Geschäftsmodell von Amazons Marketplace, wo Dritthändler ihre Waren vertreiben. Darunter befinden sich auch gesundheitsschädliche Kosmetik, Marken-Fälschungen und Elektronik-Produkte, die nicht deutschen Sicherheits­standards entsprechen. Amazon sieht sich nicht in der Verantwortung.
daserste.de (44-Min-Video)

News-WG erklärt Weltpolitik mit den Mitteln von Instagram.

News-WG des Bayerischen Rundfunks versucht, mit persönlich erzählten Nachrichten und ein bisschen Quatsch, Instagram-Nutzer für Politik zu interessieren. Was in den Insta-Storys spontan aussieht, ist das Ergebnis stundenlanger Recherchen und Aufnahmen, erfährt Aurelie von Blazekovic beim Besuch in der WG, in der die beiden News-Hosts Helene Reiner und Max Osenstätter auch wohnen.
sueddeutsche.de, instagram.com/news_wg

Kai Gniffke erklärt das übliche Vorgehen bei Moderatoren-Übelkeit.

Über Übelkeit: Kai Gniffke erklärt im "Tagesschau"-Blog, warum die Kamera so lange auf Moderator Jan Hofer hielt, dem schlecht war – man sei davon ausgegangen, Hofer komme "noch ins Ziel", eine kürzere Abspann-Variante sei misslungen. Bisher sei eine solche Situation noch nie vorgekommen. Grundsätzlich sei das Worst-Case-Szanrio, dass der Off-Sprecher einspringe oder eine Ablösung ins Studio gehe, z.B. während eines Filmbeitrags. Hofer geht es gut, er twitterte, er habe ein Medikament nicht vertragen.
blog.tagesschau.de, turi2.de (Background)

"Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer muss Sendung abbrechen.

Tagesschau um 20 Uhr endet mit einem Beinahe-Zusammenbruch von Jan Hofer. Der Sprecher muss sich bei der Abmoderation am Tisch festhalten, kann nicht mehr sprechen. Die Kamera bleibt sekundenlang auf ihn gerichtet, bis der Bildschirm schwarz wird. Hofer twittert nach einem Check in der Uniklinik, die Ärzte hätten keine Auffälligkeiten festgestellt: "Ich nehme an, dass ich ein Medikament nicht vertrage, dass ich seit heute wegen einer verschleppten Grippe nehmen muss." "Bild" schlachtet Hofers Not maximal aus, veröffentlicht ein Video des Vorfalls und bringt ein Transkript seiner Versprecher.
tagesschau.de, bild.de, twitter.com (Hofers Tweet)


Dunja Hayali bekommt in ZDF-Livesendung "Lügenpresse"-Anfeindungen.

ZDF: Im "Morgenmagazin" drängt sich am Mittwochmorgen eine Frau in die Livesendung und beschimpft Moderatorin Dunja Hayali mit "Lügenpresse"-Vorwürfen: "Müsst ihr hier eigentlich alle anlügen? Lügenpresse, Lügenfresse, oder was?" - Hayali kontert, sie ist "dialogbereit, nicht nur hier" und wolle nach der Sendung mit der Frau sprechen.
welt.de, twitter.com, quotenmeter.de


SWR-Rundfunkrat will aus fünf statt drei Intendanten-Bewerbern wählen.

Gremien-Grummel: Volker Stich, Vorsitzender des Landesrundfunkrats Baden-Württemberg, will das Intendanten-Wahlverfahren kippen. Die Räte sollen aus fünf statt nur drei Kandidaten wählen dürfen. Bisher war vorgesehen, dass eine Findungskommission aus fünf Bewerbern zwei vorauswählt – sie hatte Landessenderchefin Stefanie Schneider und "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke vorgeschlagen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

"Süddeutsche": ARD plant Sport-Talk mit Ingo Zamperoni.

ARD plant ein Talk-Format zu sportlichen Themen mit Ingo Zamperoni, berichtet Ralf Wiegand. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky bestätigt lediglich die Entwicklung eines neuen Hintergrundformats. Produzieren soll die Sendung laut der "Süddeutschen" Beckground TV des Ex-"Sportschau"-Moderators Reinhold Beckmann. Sechs Sendungen ohne Publikum sollen in der Kulisse der Hamburger Elbphilharmonie geplant sein.
"Süddeutsche", S. 27 (Paid)

Matthias Matussek feiert mit Identitären und Journalisten 65. Geburtstag.


Wie politisch ist das Private? Der umstrittene Autor und Polemiker Matthias Matussek hat am Samstagabend seinen 65. Geburtstag gefeiert – die prominente Gästeliste mit Wegbegleitern vom bürgerlichen bis ins extrem rechte Spektrum verursacht tags darauf Aufregung in den sozialen Medien. Fotos bei Facebook und Twitter zeigen etwa Identitäre wie Mario Müller, den rechten Journalisten Dieter Stein und die AfD-nahe Stiftungschefin Erika Steinbach. Außerdem sind die "Spiegel"-Redakteure Martin Müller und Alexander Smoltczyk sowie "Spiegel"-Kolumnist Jan Fleischhauer Gäste der privaten Party. ARD-Moderator und Musiker Reinhold Beckmann singt Matussek ein nachdenkliches Geburtstags-Ständchen, distanziert sich via Facebook allerdings später von der Zusammenkunft: "Ich muss zugeben, ich habe mich da verlaufen, ich hätte dort nicht hingehen sollen."

Bei Twitter stellt sich ZDF-Entertainer Jan Böhmermann an die Spitze der Kritiker und nimmt vor allem den "Spiegel" ins Visier: Er fragt u.a., ob die Chefredaktion von der Feier und der Teilnahme der Redaktions-Mitglieder vorab wusste und wie sich die Leitung des Nachrichten-Magazins dazu verhält. Eine Stellungnahme des "Spiegel" dazu gibt es bis zum Abend nicht.
twitter.com (Böhmermann), facebook.com (Matussek über Beckmann), facebook.com (Beckmann über Matussek), twitter.com (Sammlung Party-Bilder)

Update 11.3., 5.30 Uhr: Laut "Bild" haben auch Franz-Josef Wagner, "Bild", Ulrich Greiner, Zeit Online, Stephan Sattler, "Focus" und "stern"-Journalist Jochen Siemens mitgefeiert. Das Boulevard-Blatt nennt die Feier "eine der seltsamsten Geburtstagspartys des Jahres".
bild.de

"Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke soll bei SWR-Intendantenwahl antreten.

Zweikampf im Südwesten: "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke wird bei der SWR-Intendantenwahl antreten, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Bei der Vollversammlung des Rundfunk- und Verwaltungsrates am 22. März soll sich die Medienmanagerin Stefanie Schneider als einzige Gegenkandidatin vorstellen. Beide Bewerber sind nur wenige Jahre jünger als der 64-jährige Peter Boudgoust, der als SWR-Intendant zurücktritt.

Gniffke zählt zu den profiliertesten Journalisten Deutschlands, was im bunten SWR-Angebot aber auch ein Nachteil sein könnte, sagen Kritiker, die ihm Unterhaltungs-Kompetenz absprechen. Gniffke arbeitete in den 1990ern bereits als SWR-Reporter. Schneider gilt im Südwesten als stark verwurzelt, doch im Umgang mit anderen ARD-Anstalten fehle ihr die Erfahrung.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Steffen Grimberg ist neuer "kress"-Kolumnist, schreibt über Rundfunk-Reform.

Kress: Steffen Grimberg ist neuer Medien-Kolumnist. In seiner ersten Kolumne analysiert er die Beschlussvorlage der Rundfunkkommission für die Reform im Juni: Sie will ARD und ZDF eine "Profilschärfung" verordnen, ab 2023 soll der Rundfunkbeitrag "mittels eines Index angepasst werden". Laut Grimberg ist fraglich, wie einig sich die Länder wirklich sind, ihre Differenzen hätten sie aber "besser versteckt als in Vorgängerpapieren".
kress.de

Aus dem Archiv von turi2.tv (01/2016): Steffen Grimberg hat keine Probleme mit Seitenwechseln.

Zitat: P7S1-Manager Conrad Albert schießt Supermediathek auf den Mars.

"Jeder weiß, dass dieser hehre Wunsch leider so unrealistisch ist wie übermorgen eine Reise zum Mars."

Conrad Albert, Vize-Vorstandschef von ProSiebenSat.1, glaubt nicht an Ulrich Wilhelms Idee eines europäischen YouTube – dafür an den schnellen Erfolg des hauseigenen 7TV-Relaunchs.
horizont.net (Registrierung erforderlich), turi2.de (Background)

Zitat: ARD-Chef Ulrich Wilhelm fordert Inflationsausgleich für Rundfunkbeitrag.

"Wenn wir den heutigen Leistungsstand in den Jahren 2021 bis 2024 halten wollen, brauchen wir dann einen Ausgleich der Teuerung – orientiert am Verbraucherpreisindex."

ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm spricht sich im "Abendblatt"-Interview für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags und einen Inflationsausgleich aus. Sparpotentiale, die sich aus der Kooperation von ARD und ZDF ergeben, nutze man "längst".
abendblatt.de

weitere Zitate:
"Wir bewegen uns komplett im Ökosystem von Google, Facebook, Youtube und in einigen Jahren auch von chinesischen Anbietern wie Alibaba und WeChat. Wir überlassen nicht nur unsere wertvollen Inhalte, sondern auch noch unsere Nutzerdaten."

"Eine Super-Mediathek wäre mir zu kurz gegriffen. Das Thema ist wesentlich breiter und betrifft nicht nur den Rundfunk, sondern die gesamte Gesellschaft."


Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden.

Bayerns Ministerpräsident Söder will Rundfunkbeitrag an die Inflation koppeln.

Rundfunkbeitrag : Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert im "Spiegel", die Entwicklung des Rundfunkbeitrags an die Inflation zu koppeln. Den Anstalten solle außerdem ein Budget zugewiesen werden, über das sie eigenverantwortlich entscheiden können. Für eine Steigerung des aktuellen Beitrags von 17,50 Euro auf mehr als 18 Euro schließt Söder aus.
"Spiegel" 10/2019, S. 63 (Paid)

Rundfunkbeitrag wird 17,98 Euro nicht übersteigen, sagt Staatsminister Rainer Robra.

Rundfunkbeitrag stößt bei 17,98 Euro an eine Grenze, sagt Sachsen-Anhalts Staatskanzlei-Chef Rainer Robra. In seinem Bundesland sei dies die Schallmauer. Robra mahnt Einsparungen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten an und sieht noch Verbesserungsbedarf in der Berichterstattung über den Osten.
tagesspiegel.de

Zitat: Elisabeth Wehling sagt, ihr Framing-Manual sei keine Handlungsanweisung.

"Wenn man den Kontext nicht kennt, in dem damals in den Workshops mit Verantwortlichen der ARD diskutiert wurde, kann man auch einzelne Schlagwörter nicht einordnen."

Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", ihr Framing-Manual für die ARD sei eine "Diskussionsgrundlage".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

weitere Zitate:
"Ich habe noch nie einem Kunden vorgeschrieben, was er sagen soll."

"Es geht darum, dass sich gedankliche Vielfalt zu ein und denselben Fakten in sprachlicher Vielfalt spiegeln sollte. Anders gesagt: Was man denkt, sollte man auch sagen."