BDZV und Gewerkschaften handeln Gehaltserhöhung für Zeitunsgredakteure aus.

Zeitungsverleger und Gewerkschaften haben in der Nacht eine Erhöhung der Gehälter von Redakteuren um 1,9 % rückwirkend ab Mai ausgehandelt. Zusätzlich zahlen die Verlage einmalig 500 Euro. Ab Mai 2019 sollen die Gehälter um weitere 2,4 % steigen. Berufseinsteiger bekommen 135, Volontäre 100 Euro mehr. Der DJV akzptiert die ausgehandelte Erhöhung, nennt sie jedoch "kein Traumergebnis". Verdi lehnt ab und will die Mitglieder abstimmen lassen.
djv.de, dju.verdi.de, bdzv.de

BDZV will eine Stichtagssammlung der Tagespresse in Angriff nehmen.

Pressestatistik: Der BDZV plant offenbar, die von Walter J. Schütz initiierte Stichtagssammlung wieder ins Leben zu rufen, berichtet "Horizont". Die letzte statistische Erfassung der deutschen Tagespresse stammt aus dem Jahr 2012. Schütz hatte seit 1954 acht Mal alle Titel, Kopfblätter, Nebenausgaben, Stadtteilzeitun­gen, lokalen Wechselseiten und Beilagen gesammelt und ausgewertet. Der BDZV habe bereits Kontakt mit Beate Schneider, der Verwalterin des wissen­schaftlichen Erbes von Walter Schütz, aufgenommen.
"Horizont" 25/2018, S. 5 (Paid)

Lese-Tipp: Verbände üben laut "taz" Druck auf EU-Abgeordnete aus.

Lese-Tipp: Anne Fromm und Daniel Bouhs beschreiben, wie EU-Abgeordnete vor der heutigen Abstimmung über die Urheberrechtsreform von Befürwortern und Gegnern der Reform mit Anrufen und E-Mails "bombardiert" werden. Anonyme Quellen sagen, besonders Vertreter des BDZV warben "teilweise aggressiv" für das Leistungsschutzrecht. Die "taz" sieht eine knappe Mehrheit für das Leistungsschutzrecht. Das "Handelsblatt" schreibt, eine Mehrheit sei unsicher, die eigentlich fest eingeplante Zustimmung der liberalen Abgeordneten sei offen. Die Abstimmung findet im federführenden Rechtsausschuss statt.
taz.de, handelsblatt.com

"Horizont": Verleger und Intendanten einigen sich auf Neuordnung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote.


Was lange währt: Die Verleger und Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio machen den Weg frei für einen neuen Telemedienauftrag. Es sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig das Verbot der Presseähnlichkeit in ihren Online-Angeboten akzeptieren, berichtet Ulrike Simon. Das sei das Ergebnis eines Treffens zwischen BDZV-Präsident Mathias Döpfner, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Stefan Raue vom Deutschlandradio und ARD-Vertreterin Karola Wille.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote künftig auf längere Texte ohne Bezug zu einer Sendung verzichten. Websites und Apps von ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich damit komplett auf audiovisuelle Inhalte konzentrieren und dürfen mit Texten nur noch anteasern. Sollte es Streit geben, entscheidet eine gemeinsame Schiedsstelle. Wie dies rechtssicher im neuen Telemediengesetz formuliert wird, müssen die Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Der juristische Streit zwischen den Verlegern und den Öffentlich-Rechtlichen schwelt seit Jahren – unter anderem beschäftigen sich Gerichte mit der Tagesschau-App. Eine Einigung könnte diese Verfahren nun auflösen. Das neue Telemediengesetz bietet aber auch Zuckerstückchen für die Öffentlich-Rechtlichen: So sollen Inhalte künftig länger in Mediatheken online bleiben dürfen. Auch der Rundfunkbeitrag könnte künftig an die Inflation gekoppelt werden – was mehr Geld in die Kassen der Sender spülen würde.
horizont.net

Meinung: Fake News legen sich als digitaler Mehltau über die Demokratie, findet Mathias Döpfner.

Mathias Döpfner sieht die zunehmende Menge an Fake News als "eine Art digitaler Mehltau", die die Demokratie bedrohe, schreibt er in einem Gastbeitrag im Deutschlandradio-Programmheft. Falschmeldungen würden als unabhängiger Journalismus verkleidet subtiler daherkommen als früher. Facebook und Co seien als "Transporteure dieses Mehltaus" auf einem Irrweg, denn solch komplexe, gesellschaftliche Probleme könnten nicht durch ein paar Programmierer behoben werden.
deutschlandradio.de

Zitat: Rainer Esser will die Reihen der Verlage schließen.

"Zeitungsverlage untereinander sollten sich nicht bekämpfen, so ein Bullshit. Wir müssen möglichst viel kooperieren, unsere Inhalte austauschen – dann können wir ein Gegengewicht zu ausländischen Monopolen bilden."

"Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser will die Panik vor Facebook und Google nutzen, um Kollegen konstruktiv zur Zusammenarbeit zu bewegen.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

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Einsendeschluss 18. Mai 2018: Der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gestiftete NOVA – Innovation Award der deutschen Zeitungen wird erneut ausgeschrieben. Außergewöhnliche Ideen, kreative Konzepte und radikale Innovationen der deutschen Zeitungen werden in den drei Kategorien Produktinnovation, Vermarktungsinnovation und neue Geschäftsfelder ausgezeichnet. Verlage bewerben sich bis 18. Mai hier: www.nova-award.de

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Einsendeschluss 18. Mai 2018: Der NOVA – Innovation Award der deutschen Zeitungen wird für 2018 erneut ausgeschrieben: Je ein Preis für Verlage wird in den Kategorien Produktinnovation, Vermarktungsinnovation und Neue Geschäftsfelder vergeben. Ausschreibungsunterlagen unter www.nova-award.de

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Volker Stennei ist neuer Sprecher des Presserats.

Presserat wählt Volker Stennei zu seinem neuen Sprecher. Der Geschäftsführer beim Zeitungsverlag Rubens und Chefredakteur des Hellweger Anzeigers wird vom BDZV in den Presserat entsandt und löst den bisherigen Sprecher Manfred Protze von der DJU ab. Protze ist künftig Vize-Sprecher. Stennei will den Presserat als Stimme in
medienethischen Debatten stärken.
presserat.de (PDF)

Wir graturilieren: Nadine Rosenkranz wird 39.


Wir graturilieren: Nadine Rosenkranz, Leiterin Produktmanagement und Sales Marketing beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag sh:z, feiert heute ihren 39. Geburtstag. Sie blickt auf ein "spannendes Jahr" zurück, in dem sie mit viel Durchhaltevermögen neue Kundenprojekte gestartet hat. Auch im nächsten Lebensjahr will sie das Agenturgeschäft ihres Verlags ausbauen.

Die Produktmanagerin freut sich bereits darauf, ihre Geschäftsideen am 24. April beim BDZV-Vermarktungsgipfel in Berlin mit ihrem Beitrag "Da geht noch viel mehr: Zusatzumsatz durch Veredlung von Kundenbeziehungen" auch anderen Verlagen vorzustellen.

Ihr privates Highlight im vergangenen Jahr war das Ja­wort zu ihrem Ehemann und Norddeutschland. So feiert die Golf- und Schachspielerin heute mit Familie und Freunden in ihrer Wahlheimat Glücksburg an der Ostsee. Für die Zukunft wünscht sie sich "immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel". Glückwünsche erreichen Nadine Rosenkranz via Facebook, LinkedIn, Xing und E-Mail. Am meisten freut sie sich aber über Anrufe und den Blumen- oder Postboten.

BDZV protestiert gegen mehr Online-Texte für ARD und ZDF.

Zeitungsverleger haben Angst, dass ARD und ZDF im Netz mit dem Segen der Politik noch mehr statt weniger Text bringen könnten. Anlass dafür ist laut BDZV ein neuer Textvorschlag für den Telemedienauftrag, der momentan in den Staatskanzleien kursiere und nach Angaben des Verlegerverbands "sehr viel mehr und deutlich hervorgehobene Textbeiträge" erlaube. Der BDZV hält die Regelung für "medienpolitisch nicht tragbar" und appelliert an die Bundesländer, dem Text nicht zuzustimmen.
bdzv.de

Wir graturilieren: Dietmar Wolff wird 55.


Wir graturilieren: Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des BDZV, wird 55. Wolff nutzt den freien Sonntag, um mit der Familie zu feiern und in den Parks von Potsdam zu frösteln. Zu Hause wird heute mit Hausmannskost getafelt: Knackiger Feldsalat mit Speck, krosse Bratkartoffeln und deftige Frikadelle stehen auf dem Speiseplan.

Wolff wünscht sich für sein neues Lebensjahr stabile und klare politische Verhältnisse mit einer neuen Regierung – zumindest ein paar Wochen dürfte es bis zur Erfüllung dieses Wunsches aber noch dauern. BDZV-intern sieht sich Wolff auf Kurs: Der Verlegerverband habe neue Mitglieder gewonnen und von den alten mehr Unterstützung erhalten. Glückwünsche und weitere Tipps für deftige Hausmannskost nimmt der gebürtige Rheinländer per Mail entgegen.

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Heute um 24.00 Uhr ist Einsendeschluss! Der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ausgeschriebene Theodor-Wolff-Preis 2018 wird vergeben für Texte, die 2017 in einer deutschen Tages-, Wochen- oder Sonntagszeitung gedruckt oder digital erschienen sind. Autoren bewerben sich nur noch heute hier: www.bdzv.de/twp/

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Morgen ist Einsendeschluss! Der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ausgeschriebene Theodor-Wolff-Preis 2017 wird vergeben für Texte, die 2016 in einer deutschen Tages-, Wochen- oder Sonntagszeitung gedruckt oder digital erschienen sind. Autoren bewerben sich bis 31. Januar hier: www.bdzv.de/twp/

"W&V"-Gründer Alexander von Kuk ist tot.

Alexander von Kuk, Mitgründer von "Werben & Verkaufen" und Ex-BDZV-Geschäftsführer Verlagswirtschaft, ist am 22. Januar im Alter von 84 Jahren in München gestorben. Von Kuk begann seine Laufbahn beim Ullstein-Verlag, arbeitete danach bei der "Welt" und der "Süddeutschen Zeitung". Mit 29 gründete er "Werben & Verkaufen". Bis 1997 leitete er beim BDZV die Verlagswirtschaft.
wuv.de, trauer.sueddeutsche.de

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Einsendeschluss 31. Januar: Der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ausgeschriebene Theodor-Wolff-Preis 2018 wird vergeben für Texte, die 2017 in einer deutschen Tages-, Wochen- oder Sonntagszeitung gedruckt oder digital erschienen sind. Autoren bewerben sich bis 31. Januar hier: www.bdzv.de/twp/

BDZV schließt sich Murdoch-Forderung nach Geld von Facebook an.

BDZV unterstützt wenig überraschend die Forderung von Rupert Murdoch, wonach Facebook und vergleichbare Anbieter Verlagen Geld für die Verbreitung von vertrauenswürdigen Inhalten zahlen sollen. "Unsere Produkte werden gedruckt und digital als seriöse Quellen wahrgenommen mit weitem Abstand vor den sozialen Medien. Davon profitieren die Plattformanbieter nicht nur inhaltlich, sondern auch mit einem Zugewinn an Image", begründet der Verleger-Verband.
presseportal.de, turi2.de (Background)

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"Heimat und die Fremden" lautet das Thema des Jahres beim Theodor-Wolff-Preis 2018. Die vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ausgeschriebene Würdigung wird vergeben für Texte, die 2017 in einer deutschen Tages-, Wochen- oder Sonntagszeitung gedruckt oder digital erschienen sind. Autoren bewerben sich bis 31. Januar 2018 hier:
www.bdzv.de/twp/

Hör-Tipp: Döpfner sieht ZDF und WDR als Vorbilder für öffentlich-rechtliche Berichterstattung.

Hör-Tipp: ARD und ZDF können gerne Texte veröffentlichen, sagt BDZV-Präsident Mathias Döpfner. Doch zwei Drittel der Online-Inhalte sollten aus Bewegtbild- und Audio-Elementen bestehen. ZDF und WDR seien Vorbilder, wie es gehen könne. ARD und ZDF sollten vor allem Video-Plattformen wie Netflix und YouTube Konkurrenz machen, meint Döpfner.
deutschlandfunk.de (12-Min-Audio)

Zitat: Nordkorea-Vergleich hat seinen Zweck erfüllt, sagt Mathias Döpfner.

"Für mich ist der Begriff nicht wichtig, aber wenn Sie so wollen, hat er seinen Zweck erfüllt."

BDZV-Präsident Mathias Döpfner steht im "Spiegel"-Interview zu seinem Nordkorea-Vergleich im Verleger-Streit mit ARD und ZDF. Die Zuspitzung habe Aufmerksamkeit gebracht, weil "wir Verlage uns nicht mehr anders zu helfen wissen".
"Spiegel" 50/2017, S. 96 (Paid), spiegel.de

Zitat: ZDF-Intendant Bellut wundert sich über BDZV-Präsident Döpfner.

"Ich habe noch keine einzige Klage von einem Verleger oder Chefredakteur gehört, wir vom ZDF würden mit unserem Angebot im Netz Verlagsangebote konterkarieren, Geschäftsmodelle zerstören."

ZDF-Intendant Thomas Bellut versteht die giftige Debatte nicht. Über kämpferische Aussagen von BDZV-Präsident Mathias Döpfner hat er sich "schwer gewundert".
"Zeit" 51/2017, S. 29 (Paid), zeit.de

Weitere Zitate:

"Google und Amazon sind wohl schwieriger zu kritisieren, denen ist Kritik aus Deutschland am Ende auch egal."


"Wir sollten uns als Qualitätsmedien gemeinsam darauf konzentrieren, in möglichst großer Zahl zu überleben."

"Immer, wenn in Deutschland versucht wird, etwas Größeres zu machen, gibt es den Kartellhammer."

Radio Bremen gibt im Streit mit Zeitungen eine Unterlassungserklärung ab.

Radio Bremen verpflichtet sich vor dem Landgericht Bremen, radiobremen.de niemals wieder in der Version vom 16. Januar 2017 anzubieten. Vier Tageszeitungen hatten wegen vermeintlich presseähnlicher, nicht sendungsbezogener Texte auf Unterlassung geklagt. Der BDZV bejubelt den Akt als "Niederlage" für Radio Bremen, das die Kosten des Verfahrens übernimmt. Die Anstalt betont, das Angebot des Tages werde ohnehin nicht mehr verbreitet und sieht den "Vorwurf der nicht-sendungsbezogenen Presseähnlichkeit ausgeräumt", da die Seite mittlerweile weiterentwickelt worden sei.
bdzv.de, radiobremen.de, turi2.de (Background)

Mathias Döpfner hat musikalische Wurzeln in Ladenburg.

Mathias Döpfner, Springer-Boss und BDZV-Präsident, übernimmt einen zusätzlichen Job: Am Sonntag, den 14. Januar, eröffnet er als Festredner im Domhof des nordbadischen Ladenburg die Feierlichkeiten zum 175. Jubiläum des Gesangsvereins Liederkranz Ladenburg. Sein Ur-Urgroßvater Franz Joseph Wenzeslaus Döpfner gründet den Verein in Ladenburg 1843, Ur-Großvater Joseph Ernst Döpfner war seinerzeit 1. Vorsitzender. Die Familie von Mathias Döpfner ist seit Jahrhunderten in der Römerstadt verwurzelt und musikalisch aktiv.
morgenweb.de

Stefan Raue: BDZV-Präsident Döpf­ner hat journalistisches Terrain verlassen.

Ma­thi­as Döpf­ner und die anderen Vertreter der Kritik am "Staatsrundfunk" verlassen den journalistischen Boden und sind selbst Partei, meint Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue in einem Gastbeitrag im "Spiegel". Wo­chen­lang sei kaum ein Tag ohne An­grif­fe un­ter der Gür­tel­li­nie vergangen. Der "klein­geis­ti­ge Krieg" helfe aber niemandem, nötig seien Kom­pro­misse. Die wirkliche Gefahr für die Verlage seien Google, Facebook und Co. Raue schreibt, auch die Öffent­lich-Recht­li­chen hätten im Umgang mit Print-Kollegen "Sün­den" begangen.
"Spiegel", 46/2017, S. 84-85 (Paid)

"Staatspresse-Debatte": Stefan Niggemeier bezichtigt Mathias Döpfner der Lüge.

Mathias Döpfner hat ARD und ZDF sehr wohl als "gebührenfinanzierte Staats-Presse" bezeichnet, schreibt Stefan Niggemeier. Der BDZV verbreitete laut Niggemeier in seiner Entgegnung auf die Erklärung der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse daher einer Lüge, wenn er schreibe, Döpfner habe den Ausdruck nur in einem Konjunktiv-Szenario verwendet. Die Wiedergabe Döpfners sei daher auch nicht böswillig.
uebermedien.de, turi2.de (Background)

US-Verleger-Chef bläst in "Bild" und "Welt" zur Attacke auf Google und Facebook.


Halali im Hause Springer: US-Verleger-Chef David Chavern schießt scharf gegen Google und Facebook. Über Interviews in "Bild" und "Welt" sucht der Chef der News Media Alliance den Schulterschluss mit deutschen Kollegen. Über beiden Blättern thront zufällig Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, zugleich Präsident des deutschen Zeitungsverleger-Verbandes BDZV. Chavern will, dass sich Verleger aus den USA und Europa gemeinsam gegen Internetgiganten wehren.

Der US-Branchenlobbyist beschwert sich via "Bild", wie schwierig es sei, mit den Vertriebspartnern Google und Facebook zu leben. Beide ziehen Werbegeld ab und behinderten Online-Abos. In der "Welt" erkennt Chavern die jüngsten Bemühungen von Google und Facebook für Online-Abos an. Die Verleger würden trotz netter Worte aber "Aktivisten bleiben", bis wirtschaftliche Ergebnisse sichtbar werden. Chavern lobt namentlich EU-Kommissar Günther Oettinger für seine verlegerfreundliche Politik. Vor den Interviews in den beiden Springer-Zeitungen hatte Chavern seine Interview-Rundreise in der "FAZ" begonnen.
"Bild", S. 2; "Welt", S. 10 (Paid); faz.net

Georg Altrogge: Der BDZV droht, dem VDZ den Rang abzulaufen.

VDZ ist seit dem Rücktritt seines langjährigen Präsidenten Hubert Burda geschwächt, analysiert Georg Altrogge. Die Wahl des konfessionellen Verlegers Rudolf Thiemann zu Burdas Nach-Nachfolger werde das kaum ändern. Altrogge sieht den Konkurrenz-Verband BDZV mit Mathias Döpfner an der Spitze als neuen Stern am Lobby-Himmel. In einem Nebensatz bricht der Meedia-Chef beinahe eine Lanze für den Alternativ-Kandidaten Peter "Bulo" Böhling, der als chancenlos gilt. Der Gewinner der Wahl am 5. November stehe mit Thiemann schon fest, so Altrogge, "der Verlierer auch: der Verband Deutscher Zeitschriften-Verleger".
meedia.de