US-Verleger-Chef bläst in "Bild" und "Welt" zur Attacke auf Google und Facebook.


Halali im Hause Springer: US-Verleger-Chef David Chavern schießt scharf gegen Google und Facebook. Über Interviews in "Bild" und "Welt" sucht der Chef der News Media Alliance den Schulterschluss mit deutschen Kollegen. Über beiden Blättern thront zufällig Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, zugleich Präsident des deutschen Zeitungsverleger-Verbandes BDZV. Chavern will, dass sich Verleger aus den USA und Europa gemeinsam gegen Internetgiganten wehren.

Der US-Branchenlobbyist beschwert sich via "Bild", wie schwierig es sei, mit den Vertriebspartnern Google und Facebook zu leben. Beide ziehen Werbegeld ab und behinderten Online-Abos. In der "Welt" erkennt Chavern die jüngsten Bemühungen von Google und Facebook für Online-Abos an. Die Verleger würden trotz netter Worte aber "Aktivisten bleiben", bis wirtschaftliche Ergebnisse sichtbar werden. Chavern lobt namentlich EU-Kommissar Günther Oettinger für seine verlegerfreundliche Politik. Vor den Interviews in den beiden Springer-Zeitungen hatte Chavern seine Interview-Rundreise in der "FAZ" begonnen.
"Bild", S. 2; "Welt", S. 10 (Paid); faz.netKommentieren ...

Georg Altrogge: Der BDZV droht, dem VDZ den Rang abzulaufen.

VDZ ist seit dem Rücktritt seines langjährigen Präsidenten Hubert Burda geschwächt, analysiert Georg Altrogge. Die Wahl des konfessionellen Verlegers Rudolf Thiemann zu Burdas Nach-Nachfolger werde das kaum ändern. Altrogge sieht den Konkurrenz-Verband BDZV mit Mathias Döpfner an der Spitze als neuen Stern am Lobby-Himmel. In einem Nebensatz bricht der Meedia-Chef beinahe eine Lanze für den Alternativ-Kandidaten Peter "Bulo" Böhling, der als chancenlos gilt. Der Gewinner der Wahl am 5. November stehe mit Thiemann schon fest, so Altrogge, "der Verlierer auch: der Verband Deutscher Zeitschriften-Verleger".
meedia.de1 Kommentar

Zitat: Mathias Döpfner sieht eine Allianz zwischen Politikern und ARD und ZDF.

"Es gibt eine Interessenallianz, die dazu führt, dass kaum ein Politiker es wagt – schon gar nicht in Wahlkampfzeiten –, sich mit den Öffentlich-Rechtlichen anzulegen, weil man auf deren Wohlwollen angewiesen ist."

BDZV-Präsident und Springer-Chef Mathias Döpfner sieht einen Interessenkonflikt der Politiker bei der Kontrolle von ARD und ZDF. Besonders Landespolitiker seien von der Präsenz in den öffentlich-rechtlichen Programmen abhängig, sagt Döpfner im Interview mit der "FAZ".
faz.net

Weiteres Zitat aus dem Interview:
"Wenn sich die ARD von morgen an so verhielte wie das ZDF, würde kein Verleger mehr Kritik üben. Aber die ARD verhält sich eben anders – mit ihrer "Tagesschau"-App, mit ihren regionalen Angeboten und mit ihren Heerscharen von Print-Redakteuren, die Texte schreiben."Kommentieren ...

"Horizont": Zeitungsverleger sind von ihrem Präsidenten Mathias Döpfner ganz angetan.

Mathias Döpfner hinterlässt als Präsident des BDZV nach einem Jahr Amtszeit einen positiven Eindruck, bilanziert Uwe Vorkötter. Branchengrößen loben Döpfner genauso wie Kleinverleger. Der Springer-Boss treibe die Reform des Verbandes voran und sei in Berlin und Brüssel präsent. Die Arbeit mit dem Präsidenten sei "sehr professionell, aber auch sehr kompliziert", weil die Granden des Verlags auch im Verband mitsprechen. Bevor eine Vorlage den Präsidenten erreiche, werde geprüft und umgeschrieben. Wenn ein Thema bei Döpfner ankomme, treffe er immerhin schnell Entscheidungen.
"Horizont", 38/2017, S. 11 (Paid)Kommentieren ...

Katrin Tischer wird Geschäftsführerin Märkte beim BDZV.

BDZV ernennt Katrin Tischer, 51, zur Geschäftsführerin für den Fachbereich Märkte, sie fängt im Dezember an. Tischer kommt vom Cornelsen Verlag, wo sie bisher als Produktions- und Prozessleiterin für Print & Digital verantwortlich ist. Beim BDZV folgt sie auf Jörg Laskowski, der den Verleger-Verband im August 2016 in Richtung Reisebranche verlassen hat. Seitdem ist der Posten unbesetzt.
presseportal.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Zeitungskongress hinterlässt bei Ulrike Simon Widersprüchlichkeiten.

Zeitungskongress wirkt auf Ulrike Simon sehr ambivalent: Einerseits singt BDZV-Präsident Mathias Döpfner ein Loblied auf die Pressefreiheit, andererseits lädt der Verband Bundestrainer Jogi Löw zum PR-Gespräch mit seinem eigenen Pressesprecher ein. Auch das Ergebnis einer vorgestellten Allensbach-Studie scheint widersprüchlich: Die Mehrheit der Bevölkerung halte sich zwar für gut informiert, das Überangebot an Informationen sorge aber zugleich dafür, dass viele sich nur noch "nach Bedarf" informierten und 15 Minuten am Tag für ausreichend hielten.
horizont.netKommentieren ...

Bild des Tages: Mathias Döpfner bereitet sich auf seine Rede beim Zeitungskongress vor.


Einsamer Präsident: Springer-Chef Mathias Döpfner sitzt beim Zeitungskongress in Stuttgart in einer noch leeren Stuhlreihe. Auf dem Schoß liegt sein Redemanuskript, das er konzentriert noch einmal durchgeht. In seiner Rolle als BDZV-Präsident wird Döpfner die Verleger an ihre Verantwortung für freien Journalismus erinnern und von der Politik bessere Rahmenbedingungen für Verlage fordern.
(Foto: Marijan Murat / dpa / Picture Alliance)Kommentieren ...

Zitat: Mathias Döpfner fordert Beschränkungen für ARD und ZDF.

"Ich hoffe sehr darauf, dass die Ministerpräsidenten den Sendern sehr bald klare Grenzen setzen."

BDZV-Präsident und Springer-Chef Mathias Döpfner appelliert beim Zeitungskongress an die Politik, die "gebührenfinanzierte Staats-Presse" von ARD und ZDF einzuschränken. Zudem fordert er, die "staatlich verursachten Kosten" für Zeitungszusteller deutlich zu senken.
presseportal.deKommentieren ...

Oettinger will öffentlich-rechtlichen Sendern ihre Grenzen aufzeigen.

Günther Oettinger zeigt sich vor dem Zeitungskongress als Verlage-Versteher: Der EU-Kommissar will die Freiheit von ARD und ZDF im Internet einschränken. Es sei "überfällig, dass Gerichte den Graubereich ausleuchten, Spielräume definieren und den öffentlich-rechtlichen Sendern auch Grenzen aufzeigen". Er ermutigt die Verleger, per Beschwerde bei der EU-Kommission den Rundfunkbeitrag zu prüfen. Oettinger glaubt zudem, dass 2018 ein europäisches Leistungsschutzrecht beschlossen wird.
stuttgarter-zeitung.deKommentieren ...

BDZV erwägt Reform der Präsentation der Geschäftszahlen.


Neue Zeitungs-Zahlen: Der BDZV will die Präsentation der Geschäftszahlen der Zeitungsbranche überarbeiten, sagt Geschäftsführer Dietmar Wolff im Interview mit Ulrike Simon. Der Verband überlege, die Umsätze aus dem Kerngeschäft mit Zeitungen mit Nebengeschäften wie Postdienstleistungen, regionalen Magazinen und Themen-Apps zu kombinieren. Die Zahlen aus dem reinen Zeitungsgeschäft würden die Stärke der Medienhäuser nicht vollständig abbilden. "Unsere Mitgliedsverlage haben sich längst weiterentwickelt", sagt Dietmar Wolff.

Bisher veröffentlicht der Verband jährlich Daten zum Kerngeschäft seiner Mitglieder. Seit drei Jahren gibt der BDZV ergänzend eine Trendstudie zu Zusatzgeschäften heraus, die nun ebenfalls erweitert werden soll.

Kritik an seiner Person und Amtsführung weist der BDZV-Geschäftsführer zurück und zählt die Erfolge der Verlags-Lobby auf, etwa die EU-Rekordstrafe gegen Google. Er gibt aber auch zu, dass die Reform eines Verbandes "Kraft und Nerven" kostet. Gleichzeitig lobt er Verbandspräsident Mathias Döpfner: Anders als von "manchen befürchtet", wolle er nicht dominieren, sondern achte "akribisch auf die Ausgewogenheit zwischen großen und kleinen Verlagen".
"Horizont" 37/2017, S. 16 (Paid)
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Hans-Joachim Fuhrmann verlässt den BDZV.

BDZV und Hans-Joachim Fuhrmann gehen ab Jahresende getrennte Wege. Fuhrmann leitet den Bereich Kommunikation und Digitales und ist Mitglied der Geschäftsführung. Der BDZV sortiert im Zuge des Weggangs die Geschäftsbereiche neu, die Abteilungen Digitales und Verlagswirtschaft werden zusammengefasst und fließen in den neuen Geschäftsbereich Märkte ein, für den der Verband einen Geschäftsführer sucht.
presseportal.deKommentieren ...

Verleger-Verbände: Inhalte müssen im Netz neutral aufgelistet werden.

Internet-Regulierung: Marktdominante Plattformen und Suchmaschinen müssen Presseinhalte neutral auffindbar machen, fordern die Verleger-Verbände BDZV und VDZ. Bisher seien die Algorithmen und Kriterien für die Ergebnisse von Suchmaschinen intransparent. Die Plattformen könnten Inhalte und Meinungen auslisten oder bevorzugen, teilt der BDZV "Horizont" mit. Bundesjustizminister Heiko Maas hatte ein "Antidiskriminierungsgesetz für Algorithmen gegen digitale Diskriminierung" vorgeschlagen.
horizont.net

Aus dem Archiv: Im Gespräch mit turi2-Verleger Peter Turi auf dem IT-Gipfel 2016 sagt Google-Lobbyistin Sabine Frank, eine Offenlegung der Algorithmen würde Suchmaschinen unnutzbar machen. Spammer könnten sonst die Informationen missbrauchen.
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Christoph Keese denkt radikal digital – weil der Wandel extrem ausfällt.


Frisch voraus: Christoph Keese hat keine Zeit zum Verschnaufen. Die Digitalisierung verläuft immer schneller. Mehr und mehr Bereiche sind betroffen. Springer-Manager Keese fasst beim Kongress Zeitung Digital für turi2.tv die Entwicklungen zusammen. Sein persönliches Motto stammt vom französischen Lyriker Arthur Rimbaud: "Il faut être absolument moderne" – frei übersetzt: Mach dich selbst zur Speerspitze des Fortschritts.

"Mich hat früh eine Experimentierfreude befallen", sagt Keese, der durch private Neugierde getrieben auch immer nach dem neuesten Handy Ausschau hält. Das Nachdenken über digitale Geschäftsmodelle machte ihn zum "Mister Leistungsschutzrecht". Heute steht Keese mit der Springer-Tochter Hy anderen Unternehmen bei der Digitalisierung zur Seite.

Keese ist überzeugt, dass jeder mit möglichst vielen gesammelten Infos und Menschenverstand drei bis fünf Jahre vorhersehen kann. Doch kein Individuum könne alleine alles verstehen – es brauche Berater, Kooperationen und Netzwerke. Autoherstellern und Banken rät Keese einen Blick auf die Verlagsbranche: "Die anderen Branchen haben den Vorteil, dass sie von den Medien lernen können. Aber sie haben den Nachteil, dass sie viel weniger Zeit zur Verfügung haben."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

EU-Finanzminister vertagen einheitliche Steuer für Presse und Bücher.

Reduzierte Mehrwertsteuer für E-Paper und E-Books lässt weiter auf sich warten. Der EU-Finanzministerrat kann sich wegen des Vetos eines Mitgliedsstaates nicht einigen, beklagen BDZV und VDZ. In Deutschland gilt für die gedruckte Presse ein ermäßigter Steuersatz von 7 %. Für digitale Produkte und auch E-Books sind die vollen 19 % fällig.
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Verlegerverbände: Neues Urheberrecht würde Verlage und Journalisten enteignen.

Urheberrecht: Der vom Bundesrat begrüßte Entwurf zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz würde zu einer teilweisen Enteignung der Verlage und Journalisten führen, meinen die Verleger-Verbände BDZV und VDZ. Sollte das Gesetz in Kraft treten, bedeute dies massive Einschnitten in die Finanzierung von Journalismus. Immerhin habe der Bundesrat auf die Gefahren des Gesetzes für die Presse hingewiesen, sagen die Verlegerverbände. Der Gesetzentwurf sähe vor, dass Presseprodukte in den digitalen Angeboten von Bibliotheken teilweise gratis genutzt werden dürfen. Das Gesetz soll im Juni im Bundestag endgültig verabschiedet werden.
presseportal.de, bmjv.de (Gesetzesentwurf)Kommentieren ...

Zitat: Verleger Martin Balle sieht sich beim BDZV im Nachteil.

"In Berlin müssen sie aufpassen, dass kein Spalt entsteht – nur weil die Großstadtverlage große Probleme haben und die Tendenz, diese auf Kosten der kleinen und mittleren Verlage lösen zu wollen."

Martin Balle, Verleger von "Straubinger Tagblatt" und Münchner "Abendzeitung", schickt eine kleine Warnung an den BDZV: Der Verlegerverband vertrete zu stark Interessen aus der Großstadt.
"Kress Pro" 03/2017, S. 16-24 (Paid)Kommentieren ...

Wir graturilieren: Joachim Donnerstag wird 56.


Wir graturilieren: Joachim Donnerstag, Leiter der Marktkommunikation beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, feiert heute seinen 56. Geburtstag. Wenn das Wetter mitspielt, auf dem Fahrrad mit seinem Enkel Yannik im Anhänger beim "Einrollen" in die Fahrradsaison. Draußen ist es ohnehin am schönsten – Donnerstags tollste Erinnerung im letzten Lebensjahr ist eine lange geplante Tour nach Island mit grandiosen landschaftlichen Eindrücken. Für das neue wünscht er sich kurz und knapp: Gesundheit, denn "ohne ist alles nichts".

Donnerstag ist froh, bei vielen spannenden Momenten in der Zeitungs- und Medienbranche dabei gewesen zu sein und an der einen oder anderen Stelle einen Beitrag geleistet zu haben. Aktuell hält er die Nase in die frische Brise des Wandels, denn die Innovationen in der Medienbranche, die im September 2017 erstmalig gekürt werden, wollen zunächst mal aufgespürt werden.
Donnerstag schon am Mittwoch gratulieren geht per Mail, Twitter oder Facebook.2 Kommentare

Hasspost-Gesetz: BDZV will "kein staatliches Monopol auf Wahrheit".

BDZV stört sich am Vorschlag von CDU-Netzpolitiker Thomas Jarzombek, der im "Spiegel" eine staatliche Einrichtung zur Löschung von Hassposts anregt. Es gebe "kein staatliches Monopol auf Wahrheit", schreibt der Verleger-Verband. Jarzombek reagiert bei Twitter: "Das Lustige ist, dass die gar nicht wissen was mein Vorschlag ist."
presseportal.de (BDZV), twitter.com (Jarzombek), turi2.de (Background)Kommentieren ...

BGH: "Ruhr Nachrichten" müssen einem Freien 45.000 Euro nachzahlen.

Ruhr Nachrichten müssen einem freien Sportjournalisten 45.000 Euro Honorar nachzahlen. Der Bundesgerichtshof lehnt eine Nichtzulassungsbeschwerde des Medienhauses Lensing ab und bestätigt damit das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm. Die Nachforderung berechnet sich auf Basis der gemeinsamen Vergütungsregeln für Freie, auf die sich Verleger- und Journalistenverbände geeinigt haben. Lensing zahlt seinen Freien aber weniger. Der Verlag hatte versucht, das Kartellrecht für den Fall heranzuziehen, das hätte Lensing jedoch schon in früheren Instanzen tun müssen, sagen die Bundesrichter.
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Deutsche Inhalte-Anbieter stecken ihren Claim fürs Wahljahr ab.


In der Deutschen Content Allianz vereint (von links): Jan Herchenröder für die Drehbuchautoren, Stephan Holthoff-Pförtner für die Zeitschriftenverleger, Alexander Skipis für den Buchhandel, Jürgen Doetz für den privaten Rundfunk, Dieter Gorny für die Musikindustrie, Mathias Döpfner für die Zeitungsverleger, Harald Heker von der Gema für die Urheber und Alfred Holighaus für die Filmwirtschaft. (Foto: Jens Twiehaus)

Acht Herren für ein Halleluja: Die Verbände der Verlags- und Kreativwirtschaft verlangen von der Bundesregierung ein besseres Urheberrecht und eine stärkere Stellung im Wettstreit mit Internetkonzernen. Verbandschefs von Musik- und Buchwirtschaft, privatem Rundfunk, Autoren und Presseverlagen unterzeichnen ein Positionspapier für das Wahljahr. Die Verbände sind in der Deutschen Content Allianz vereint. ARD und ZDF sind beim Papier nicht mit an Bord, was BDZV-Präsident Mathias Döpfner für einen heftigen Seitenhieb nutzt: "Die Öffentlich-Rechtlichen haben ihr Geschäftsmodell, nämlich 8 Mrd Euro Beiträge, und kämpfen deshalb nicht an unserer Seite."

In der Konkurrenz mit den digitalen Konzernen sei "die Wippe in Bewegung, aber noch nicht in der Waage", sagt Dieter Gorny, Chef des Bundesverbandes Musikindustrie. Döpfner beklagt, dass digitale Inhalte schlechter gestellt seien, als Inhalte zum Anfassen. Gema-Chef Harald Heker meint, Internetkonzerne würden sich ihrer Verantwortung entziehen, indem sie sich auf die Rolle des Infrastruktur-Anbieters zurückziehen. Alexander Skipis vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels fordert mehr faire Marktwirtschaft.

Die Deutsche Content Allianz repräsentiert 1,6 Mio Arbeitsplätze und 150 Mrd Euro Wirtschaftsleistung. Das sehr allgemein formulierte Positionspapier nennt keine Namen von Konkurrenten wie Facebook, Google, Amazon und Spotify. Ziel der Content Allianz, sagt VPRT-Vertreter Jürgen Doetz, sei es, die "Kräfte zu bündeln" und auf die digitale Agenda von Bundesregierung und EU zu kommen.
turi2 vor Ort beim Gespräch der Deutschen Content Allianz in Berlin, turi2.de (Positionspapier als PDF)

Hinweis 15.45 Uhr: ARD und ZDF verlassen nicht die Deutsche Content Allianz, sondern konnten das Positionspapier nicht mittragen. Um diese Klarstellung bittet der Allianz-Vorsitzende Jürgen Doetz.3 Kommentare

Zitat: Mathias Döpfner zeichnet ein dunkles Bild digitaler Gegenwart.

"Das ist die digitale Wiederholung radikal kommunistischer Ideologie."

BDZV-Präsident Mathias Döpfner warnt in einer Rede vor Vertretern der Musikindustrie vor Gratiskultur, die die Internetkonzerne predigten, um allein ihre Geschäftsmodelle zu erhalten.

"Unsere größte Angst ist es doch immer, den Zeitgeist zu verpassen. (...) Doch bei aller Liebe zum Zeitgeist müssen noch immer die Gesetze der ökonomischen Schwerkraft gelten."

"Traditionelle Medienkonzerne haben noch immer eine große gefühlte Macht. (...) Google ist lange mit 'Don't do evil' ohne Gelächter aus dem Publikum durchgekommen."

"Es tut sich ein immer größerer Graben auf zwischen dem privaten Sektor (...) und den Öffentlich-Rechtlichen."

"Journalismus ist heute ein genauso flüchtiges Gut wie Musik oder Film."

"Dass Verlage nun Facebook dabei helfen sollen, sein Glaubwürdigkeitsproblem zu lösen, ist ein Treppenwitz der Geschichte."

"Mir stockt der Atem, wenn ich über ein 'Wahrheitsministerium' nachdenke."

turi2 vor Ort bei der Kulturkonferenz des Bundesverbandes Musikindustrie in Berlin

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Zitat: ZDF-Intendant Thomas Bellut bleibt beim ARD-Verleger-Streit Zaungast.

"Wir tun nichts lieber, als Bewegtbild im Netz zu verbreiten. Probleme, wie es sie zwischen den Verlegern und der ARD gibt, haben wir nicht."

ZDF-Intendant Thomas Bellut erlaubt sich einen Seitenhieb auf den medienpolitischen Dauerzank – eine von ihm geplante Kulturplattform soll auch vor allem Videos bieten.

... zur Vergabe der TV-Rechte an Discovery:
"Die Olympischen Spiele sind weg, auf Jahre."

... zum Thema Faktenchecks auf Facebook:
"Ich beteilige mich nicht am Internet- oder Facebook-Bashing. Ich sehe uns nicht als 'Polizei' oder 'Wächter' für andere. Wir schauen auf uns selbst und stellen sicher, dass unsere Informationen und Nachrichten stimmen."
"FAZ", S. 13 (Paid), dwdl.deKommentieren ...

Auch RBB und MDR drohen Verleger-Klagen, schreibt Ulrike Simon.


Sende(r)pause im Internet: Die Verleger aus Berlin und Ostdeutschland planen juristische Schritte gegen die Online-Angebote von RBB und MDR, erfährt Ulrike Simon. Wie in Bremen und im bundesweiten Streit um die Tagesschau-App geht es um die Frage, ob die öffentlich-rechtlichen Angebot zu "presseähnlich" sind. Um das zu prüfen, lädt sich der Verleger-Verband VZBO in seinen Expeditionen ins öffentlich-rechtliche Netz bis zu 7.000 Internetseiten herunter.

Simon fürchtet, der ewige Kampf zwischen Verlegern und ARD-ZDF-Gremien verfolge sie bis in die Rente. In vielen Bundesländern aber sehen die Verleger das regionale Angebot der Sender entspannt: SWR, NDR und BR drohen wohl kein Ungemach. Beim RBB will die Online-Redaktion jedoch schon vor den Gerichten handeln und rbb24 umbauen, schreibt Simon. Bis dahin könnten sich die Verleger aber auch schon das Internet heruntergeladen und ausgedruckt haben.
rnd-news.de, turi2.de (Bremen), turi2.de (Tagesschau-App)1 Kommentar

ARD und BDZV können sich nicht auf Kompromiss über Online-Auftritte einigen.

BDZV und ARD bekommen keinen Kompromiss im Streit um die Online-Angebote der ARD-Sender hin, berichtet "Zapp". Die Intendanten der ARD lehnen nach monatelangen Verhandlungen die von den Verlegern geforderte Selbstverpflichtung ab. Danach dürften die Sender auf den Start- und Ressortseiten ihrer Homepages künftig nur noch ein Drittel Text zeigen. Nun landet der Streit wohl vor Gericht.
ndr.de, turi2.de (Background)
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Verlegerverbände begrüßen Liberalisierung von Verlagskooperationen.

BDZV und VDZ bejubeln die Entscheidung des Bundestags, die Zusammenarbeit zwischen Verlagen außerhalb des redaktionellen Bereichs zu erleichtern. Die Neufassung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen sieht eine Liberalisierung des Kartellrechts für verlagswirtschaftliche Kooperationen vor. Die Verlegerverbände appellieren an die Länder, das Gesetz bereits in der nächsten Sitzung des Bundesrats am 31. März zu billigen, damit es schnell in Kraft treten kann.
bdzv.deKommentieren ...

Leistungsschutzrecht droht Rückschlag auf EU-Ebene.

Europaparlament blockiert ein Leistungsschutzrecht für Presse-Verlage auf europäischer Ebene, berichtet das "Handelsblatt". Die zuständige Berichterstatterin des Parlaments will nicht, dass Verlage Geld verlangen dürfen, wenn Google kleine Textausschnitte aus Artikeln verwendet. Der frühere EU-Digitalkommissar Günther Oettinger hatte den Verlegern das in Aussicht gestellt. Die deutschen Verbände BDZV und VDZ kritisieren die neueste Entwicklung erwartungsgemäß.
handelsblatt.comKommentieren ...

Wegen neuem Gesetz zur Urhebervergütung: BDZV kündigt Gemeinsame Vergütungsregeln.

BDZV-150 RahmenBDZV kündigt die Gemeinsamen Vergütungsregeln mit DJV und Verdi für hauptberufliche freie Journalisten bei Tageszeitungen. Der Grund: Am Mittwoch tritt eine Gesetzesnovelle zur Urhebervergütung in Kraft, die ein Verbandsklagerecht vorsieht - dies werde "künftig Grundlage eines zwingenden und unflexiblen Vertragsregimes", so der Verlegerverband. Mit anderen Worten formuliert es die Gewerkschaft DJV: Sie hätte ab morgen die Einhaltung der Gemeinsamen Vergütungsregeln gerichtlich erzwingen können. Die Kündigung "kurz vor Toresschluss" wirke "wie eine Panikattacke", sagt DJV-Chef Frank Überall - und sei ein "Affront gegen die Freien".
presseportal.de Kommentieren ...

Zitat: Das Medium tritt in den Hintergrund, der Inhalt bleibt, glaubt Mathias Döpfner.

Mathias Döpfner-150"Die digitale Transformation heißt nicht, dass Print keine Zukunft hat. Mit Print ist aber – von wenigen Ausnahmen abgesehen – kein Wachstum mehr zu bestreiten, mit der digitalen Zeitung sehr wohl."

Springer-Chef Mathias Döpfner malt in seiner Rolle als BDZV-Präsident eine rosige Zukunft für Journalismus. Im großen Interview mit der dpa spricht er außerdem über den Kampf gegen Fake News und den Streit zwischen Verlegern und ARD und ZDF.
welt.deKommentieren ...