"FAZ": Random House gibt Falschaussage im Fall um Sarrazins Islam-Buch zu.

Thilo Sarrazin erzielt einen Teilerfolg im Streit mit seinem bisherigen Verlag Random House. Der Chefjustiziar der Bertelsmann-Tochter hat eine Falschaussage eingestanden. Er hatte behauptet, Sarrazin habe ein Gutachten vor der Veröffentlichung seines Buches abgelehnt. Sarrazin konnte hingegen anhand einer Mail das Gegenteil beweisen. Er verlangt 800.000 Euro Schadenersatz von Random House, weil der Verlag sein Islam-Buch nicht drucken wollte.
"FAZ", S. 19, turi2.de (Background)

Verlagsgruppe Random House kauft Hörbuch-Verlag DAV.

Verlagsgruppe Random House, die Mutter von Bertelsmanns deutschen Publikumsverlagen, kauft den Hörbuch-Spezialisten DAV. Die bisherigen Gesellschafter sind der Spiegelverlag sowie die privatwirtschaftlichen Töchter der Rundfunkanstalten WDR, SWR und RBB. Die Firma soll mit allen Mitarbeitern in Berlin bleiben, Amadeus Gerlach bleibt Geschäftsführer.
buchmarkt.de

Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt wieder gegen Thomas Middelhoff.


Nächste Prozess-Runde? Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt wieder gegen Thomas Middelhoff, berichten WDR und "Süddeutsche Zeitung". Der Vorwurf richtet sich gegen den Ex-Bertelsmann-Boss und seinen Anwalt und Vertrauten Hartmut Fromm. Middelhoff soll trotz drohender Pleite Mio-Summen verschoben und so Gläubiger betrogen haben. Sein Anwalt soll bei dem Manöver geholfen haben. Middelhoff erklärt, dass er von den Ermittlungen nichts wisse. Der Vorwurf sei zudem durch die Staatsanwaltschaft Bochum bereits geklärt.

Laut WDR und "Süddeutscher Zeitung" lägen der Staatsanwaltschaft Bielefeld nun jedoch neue Erkenntnisse vor. Diese kommen von Insolvenzverwalter Thorsten Fuest, der eine Zivilklage gegen Fromm und dessen Kanzlei eingereicht hat und rund 5,1 Mio Euro zurückverlangt. Im November 2017 kam Thomas Middelhoff nach rund zwei Jahren Haft vorzeitig frei. Wegen Untreue war er zu drei Jahren Haft verurteilt worden.
tagesschau.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

Meinung: Mohn-Enkel Carsten Coesfeld könnte mal Bertelsmann-Vorstand werden.

Bertelsmann bringt Carsten Coesfeld (Foto), 31, in Position: Der Enkel von Reinhard Mohn aus erster Ehe könnte einmal den Medienkonzern leiten, schreibt Christoph Neßhöver. Er sieht Coesfelds fast lautlose Berufung ins Kuratorium der Bertelsmann Stiftung als ersten Schritt zu "höheren Weihen", also einem künftigen Job im Vorstand, wenn nicht gar CEO. Derzeit ist der Mohn-Enkel Geschäftsführer Telecommunications bei Arvato SCM Solutions.
"manager magazin" 8/2018, S. 54 (Paid)

Random House will Islam-Buch von Thilo Sarrazin nicht veröffentlichen.

Random House will ein Buch von Thilo Sarrazin über den Islam nicht veröffentlichen, schreibt "Bild". Am Montag treffen sich beide Seiten vor Gericht. Sarrazin sagt, er habe für das Buch einen Vertrag mit dem Verlag geschlossen. Die Bertelsman-Tochter erwidert, das Buch sei nie angekündigt gewesen, Sarrazin könne es woanders publizieren. Die Münchner Verlagsgruppe springt ein und kündigt das Sarrazin-Buch für den 30. August an.
bild.de (Paid), buchmarkt.de, buchreport.de

Zitat: Frank Hoffmann kritisiert "Babylon Berlin" als Subvention für Sky.

"'Babylon Berlin' ist bisher in erster Linie ein Erfolg für Sky, doch die Zeche zahlt im Wesentlichen die ARD."

RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann wirft im Interview mit Anne Burgmer der ARD vor, "mit Gebührengeld" den Bezahlsender Sky stark zu machen. RTL wolle eigene Produktionen nur für sich haben und frei über Sendezeiten bestimmen können.
ksta.de

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Von unseren Stammzuschauern – und das sind bekanntlich viele – bekommen wir durchweg positives Feedback. Das Image von RTL hat sich insgesamt sehr positiv entwickelt. Dennoch muss ein Sender wie RTL auch mal polarisieren, wir wollen nicht immer jedem gefallen und haben kein Problem damit, auch mal aufzufallen."

"Es zahlt all das ein, was wir exklusiv haben und uns nicht mit anderen teilen müssen. Programme, die es nur auf unseren Sendern oder auf unseren Plattformen gibt und die wir kreativ beeinflussen können. Weil wir uns so, mit lokalem Bezug, auf den sich ändernden Zuschauergeschmack einstellen können. Mit Serien können wir uns darüber hinaus noch stärker von der privaten Konkurrenz differenzieren, weil sich viele Fernsehsender keine Eigenproduktionen im Bereich der deutschen Serie leisten können, denn die sind sehr, sehr teuer."

Studie: Viele Deutsche verstehen den Begriff Algorithmus nicht.

Internet: Fast die Hälfte aller Deutschen kann den Begriff Algorithmus nicht erklären, sagt eine Bertelsmann-Studie. Drei Viertel der Befragten haben das Wort schon einmal gehört, nur jeder Zehnte kann aber erklären, wie ein Algorithmus funktioniert. Fast die Hälfte weiß, dass Facebook und Co mathematische Formeln nutzen, um passgenaue Werbung einzublenden.
focus.de

RTL Group bilanziert in Q1 gute Werbekonjunktur, ungünstige Wechselkurse.

RTL Group profitiert von steigenden Werbeumsätzen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Ungünstige Wechselkurse sorgen dafür, dass der Umsatz im 1. Quartal trotzdem nur um 11 Mio Euro auf 1,416 Mrd Euro steigt. Der Digitalumsatz wächst um 6,7 % auf 190 Mio Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) der Mediengruppe RTL in Deutschland steigt um 1,2 % auf 169 Mio Euro.
per Mail

Bertelsmann-Tochter Arvato schließt sieben Standorte in Ostdeutschland.

Arvato, Dienst­leis­tungs­ein­heit von Bertelsmann, schließt Mitte 2019 sieben Standorte im Osten Deutschlands. Betroffen sind 950 Mitarbeiter, u.a. an den Standorten Leipzig, Dresden und Halle. Grund für die Schließung in Leipzig sei ein sinkendes Auftragsvolumen bei fehlender Wirtschaftlichkeit, teilt das Unternehmen mit.

Hinweis: In einer früheren Version hieß es, Arvato schließe sechs Standorte. Es handelt sich allerdings um sieben Standorte, die von der Schließungswelle betroffen sind.

handelsblatt.com, l-iz.de

Frank Hoffmann: Wettbewerb um Zuschauer wird immer härter.

TV-Sender haben es schwerer denn je, neue serielle Programme zu setzen, sagt RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann im "Horizont"-Interview. RTL investiere aktuell viel Geld, weil noch die Chance bestehe, Sehgewohnheiten zu schaffen oder zu verändern. Wegen des wachsenden Wettbewerbs werde dies immer aufwendiger. RTL habe rund 40 neue Projekte in der Pipeline.
"Horizont" 18/2018, S. 1 und 12-13 (Paid)

Groupe M6 legt im 1. Quartal beim Umsatz zu, macht aber weniger Gewinn.

Frankreich: Groupe M6 steigert ihren Umsatz im 1. Quartal 2018 um 11 % auf 359,2 Mio Euro. Die Werbeeinnahmen des französischen Medienunternehmens, dessen größter Anteilseigner die Bertelsmann-Tochter RTL Group ist, wachsen um 20 %. Das operative Ergebnis sinkt hingegen von 47,1 auf 44,6 Mio Euro. Ein Grund sind Verluste des Fußballvereins FC Girondins de Bordeaux, der zur Groupe M6 gehört.
new-business.de, capital.fr

Plattenfirma BMG stoppt Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bang.

BMG stellt die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang vorerst kalt. Die Zusammenarbeit der Bertelsmann-Tochter mit den Musikern ruht. Nun soll es ein Gespräch mit den harten Jungs über ihre politische Haltung geben. In einem Song bezeichnen sie ihre Körper als "definierter" als den von Auschwitz-Insassen – für diese künstlerische Leistung erhielten sie einen Echo. BMG hatte bereits reumütig 100.000 Euro für eine Kampagne gegen Antisemitismus angekündigt.
faz.net (Paid)

"BamS": Streit zwischen Bertelsmann-Stiftung und Arbeitsagentur.

Bertelsmann-Stiftung und Arbeitsagentur streiten sich um Berufstests für Flüchtlinge, berichtet "Bild am Sonntag". Die BA kritisiere, dass die Bildungsstiftung das gemeinsam entwickelte Programm MySkills zur Eigenwerbung nutze und den Eindruck erwecke, die Testergebnisse könnten für Bewerbungen genutzt werden. BA-Verwaltungsräte fordern laut "BamS", die Zusammenarbeit auf Eis zu legen.
"Bild am Sonntag" S. 10 (Paid), vorab.bams.de

"Auch auf dem Sonnendeck": Bertelsmann-Boss Thomas Rabe meldet 1,2 Mrd Euro Gewinn.


Mehr von allem: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe beansprucht seine Liege auf dem digitalen Sonnendeck. Im turi2.tv-Interview nach der Bilanz-Pk nimmt er die Internet-Riesen selbstbewusst ins Visier und kündigt an, "massiv in Premium-Inhalte" und in Reichweite zu investieren. Bertelsmann steigert seinen Umsatz 2017 um rund 1,4 % auf 17,2 Mrd. Euro. 46 % davon rechnet das Unternehmen digitalen Geschäftsbereichen zu. Der Gewinn erreicht mit 1,2 Mrd Euro den höchsten Wert seit 2006.

Grund für das Wachstum ist vor allem das organische Wachstum von etwa 1,7 %. Vor Steuern kommt Bertelsmann sogar auf einen Rekordgewinn von 2,6 Mrd Euro. Zum Ergebnis trug auch ein gesteigertes Konzernergebnis bei Tochter Gruner + Jahr bei. Der Verlag verbesserte seinen Vorsteuer-Gewinn um 6,2 % auf 145 Mio Euro. Der Umsatz ging, bedingt durch Verkäufe in Spanien und Österreich, um 4,2 % auf 1,5 Mrd Euro zurück.

Vorstandschef Rabe sieht auch für die traditionellen Geschäfte noch längst nicht schwarz: Der Umsatzanteil mit Büchern steigt. "Offenbar ist Haptik, ein gedrucktes Buch im Wohnzimmer stehen zu haben, doch wichtig", sagt Rabe. "Auf eine Renaissance würde ich nicht unbedingt setzen, aber bei Gruner + Jahr sehen wir, dass gut gemachte Hefte nach wie vor Anklang finden – vor allem, wenn man Zielgruppen auswählt."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), presseportal.de

Mitarbeit: Peter Turi, Jens Twiehaus

RTL bündelt Sport unter neuer Dachmarke, schreibt DWDL.

RTL bündelt seine Sport-Übertragungen unter der neuen Marke "RTL Sport", schreibt Timo Niemeier. Der Sender gleicht das Erscheinungsbild der verschiedenen Sportarten an, teilt ihnen aber eigene Farben zu. Die neue Optik soll den Zuschauern im Sport-Angebot eine bessere Orientierung verschaffen und kommt erstmals zum Start der neuen Formel-1-Saison am Wochenende zum Einsatz.
dwdl.de

RTL-Group-Tochter steigt ins E-Sport-Business ein.

M6, Tochter der RTL Group, steigt ins E-Sport-Geschäft ein. Zusammen mit dem Investor Calao Finance erwirbt M6 eine Minderheitsbeteiligung an Glory4Gamers, das Turniere für Computerspiel-Fans anbietet und mehr als 500.000 Nutzer hat. Die Bertelsmann-Tochter RTL Group ist mit 48,26 % der größte Anteilseigner von M6. Das Startup Glory4Gamers ist 2012 gegründet worden.
"New Business" 12/2018, S. 34 (Paid), new-business.de

RTL Group wächst 2017 ordentlich, verdient 739 Mio Euro.

RTL Group setzt 2017 knapp 6,4 Mrd Euro um, das sind 2,2 % mehr als 2016. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) steigt um 3,8 % auf knapp 1,5 Mrd Euro. Der Nettogewinn für die Aktionäre steigt um 2,6 % auf 739 Euro. CEO Bert Habets sieht weiter Wachstumschancen im Streaming-Markt und will in den nächsten Monaten neue Angebote in Belgien, Ungarn und Kroatien starten.

51,5 % der Umsätze kommen aus dem Geschäft mit Fernseh- und Radiowerbung, 20,1 % aus Inhalteproduktion und 13 % aus dem Digitalgeschäft. Das Digitalgeschäft soll bis 2022 auf 15 % Umsatzanteil anwachsen. Die Mediengruppe RTL Deutschland trägt 743 Mio Euro zum Ebitda bei, die französische Groupe M6 bringt 389 Mio Euro ein. FremantleMedia trägt 140 Mio Euro bei, RTL Nederland 87 Mio Euro. Hauptaktionär der RTL Group ist Bertelsmann mit 75,1 %.
per Mail, turi2.de (Background)

Thomas Rabe beklagt ungleiche Behandlungen von Medien- und Tech-Konzernen.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sieht sein Unternehmen mit Firmen wie Facebook oder Amazon in einem Spannungsverhältnis, da sie sowohl Konkurrenten als auch Kunden von Bertelsmann seien. Im "FAZ"-Interview beklagt er zudem die ungleiche Behandlung von Tech-Unternehmen und Medienkonzernen im Hinblick auf Steuern und insbesondere die Regulierung der Werbemärkte.
"FAZ", S. 22 (Paid)

lexikon2: Peter Kloeppel.


Peter Kloeppel ist das Gesicht von "RTL Aktuell" und journalistische Allzweckwaffe des Kölner Privatsenders. Als Kind träumt Kloeppel von einer Karriere als Pilot, wie er im Video-Fragebogen von turi2.tv erzählt, studiert dann aber Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Tierproduktion. Sein Weg vom Ferkelstall ins Fernsehstudio beginnt in der Henri-Nannen-Schule. Weiterlesen …