Springer testet ab 2019 das Wochenmagazin "Bild Politik".

Stern macht "Spiegel" und "Focus" Konkurrenz: Selma Stern hat den Anstoß gegeben und setzt "Bild Politik" gemeinsam mit Nikolaus Blome um.

Den Spiegel im Focus? Springer testet ab Frühjahr 2019 ein gedrucktes, politisches Wochenmagazin. "Bild Politik" ist eine Idee von Vorstandsreferentin Selma Stern, die die Zeitschrift mit Politikchef Nikolaus Blome startet. Seine etwa 40-köpfige Politik-Redaktion bestückt das Blatt. Umfang, Auflage und Preis sind noch offen – aber das redaktionelle Konzept steht. Laut Ulrike Simon wird Springer das Heft zuerst in der Region Hamburg/Lübeck an den Kiosk legen.

"Bild Politik" verzichtet auf klassische Ressorts und teilt Themen in die drei Kategorien Ärger, Neugier, Freude ein. Dies zeigt: Das Magazin setzt "Bild"-typisch auf Bauch und Herz oder wie Blome sagt: "Wir nehmen Fakten und Gefühle ernst." Blome ist dies wichtig, weil aus Gefühlen schnell Fakten würden – ein Tribut an die polarisierte, zerrissene Gesellschaft. "Bild Politik" soll im Lesermarkt auch Menschen ansprechen, die von politische Magazinen gerade nicht erreicht werden.

Ideengeberin Selma Stern kündigt ein Magazin an, das "maximal verdichtet", was in der Woche passiert, "maximal transparent" Meinung und Fakten kennzeichnet und "maximal nah am Leser" ist. Für die Print-Form setzt sie sich ein wegen der besseren Haptik, Kuratierung und der Abgeschlossenheit. Stern arbeitet selbst redaktionell mit als waschechte Quereinsteigerin – die frühere Unternehmensberaterin war bislang nur Praktikantin bei "Bild" und "Zeit".
turi2 vor Ort bei Springer-PK in Berlin

, axelspringer.com, horizont.net

Nachrichten-Portal RTL.de steht kurz vor dem Start, schreibt Ulrike Simon.

RTL geht in den kommenden Tagen mit dem zum Nachrichten-Portal umgebauten RTL.de online, schreibt Ulrike Simon und vermutet die Nacht vom 17. auf den 18.12. als Starttermin. Simon glaubt, dass RTL mit dem neuen Angebot nicht nur wie bisher Mitarbeiter bei Bild.de abwirbt, sondern bald auch Nutzer. Zumal der Sender die Boulevard-News aus Sendungen von "Dschungelcamp" bis "Bachelor" für sich behalten könnte, statt sie "Bild" zu stecken. RTL-Digitalchef Jan Wachtel, früher bei Springer, soll mit dem Portal Reichweite für das zum Streaming-Dienst ausgebaute TV Now aufbauen. Bis zu 80 Mitarbeiter sollen für das neue RTL.de arbeiten.
spiegel.de (Paid), turi2.de (RTL.de), turi2.de (TV Now)

"Horizont": Jan Bayer soll Business Insider zur stärksten Springermarke ausbauen.


Die Zukunft des Zeitungsverlags: Mathias Döpfner wird "Friede Springers starker Mann im Hintergrund", Jan Bayer sein Nachfolger, glaubt Ulrike Simon. Springer baue gerade für die Zukunft vor, werde Döpfner zu gegebener Zeit in den Aufsichtsrat versetzen und Business Insider zur wichtigsten internationalen Marke ausbauen.

Der Konzern wolle damit das Risiko einer erlösschwächelnden "Bild" minimieren. Business Insider sei in Deutschland bisher zwar kein Dickschiff, könne es aber werden, z.B. durch einen Umzug von Karlsruhe nach Berlin. Simon glaubt, dass es Jan Bayers Aufgabe werde, Business Insider international zur wichtigsten Springer-Marke auszubauen.
"Horizont" 49/2018, S. 1 (Paid), turi2.de (Background)

Stephanie Caspar übernimmt Springers deutsche Print-Zuständigkeiten von Jan Bayer.


Papier geerbt: Springer gibt Stephanie Caspar, Vorständin für das Ressort Technologie und Daten, zusätzlich Springers Print-Medienmarken in Deutschland. Sie verantwortet künftig damit auch Vermarktung, Vertrieb und Druckereien für "Bild", "Welt", die Musiktitel und die Verlagsgruppe Auto, Computer und Sport.

Sie hat sich bisher bereits um die digitalen Aktivitäten sowie die Digitalvermarktung gekümmert. Jan Bayer "konzentriert sich auf das internationale Mediengeschäft". Stephanie Caspar bekommt auch die Verantwortung für das Preisvergleichsportal Idealo und soll dessen Kooperationen mit den digitalen Medienangeboten ausbauen.
axelspringer.com

Springer stellt "Fussball Bild" ein.


Abpfiff: Springer stellt seine "Fußball Bild" zum Jahresende ein, meldet "Horizont". Die Mitarbeiter seien heute informiert worden. Springer hatte die tägliche Fußball-Zeitung 2016 zunächst in und um Stuttgart und München getestet. Seit Anfang 2017 erscheint sie bundesweit, zunächst für 1 Euro, mittlerweile für 1,50 Euro. Für die Inhalte der "Fussball Bild" greift Springer zu großen Teilen auf Beiträge aus den Regionalausgaben der "Bild" zurück. Die Produktionskosten fallen dadurch vergleichsweise geringen aus.

Da die verkaufte Auflage unter den Erwartungen blieb, zieht Springer nun dennoch den Stecker. Heute titelte die Zeitung noch "Hoeneß spricht von Rückzug" - nun bleibt der Bayernboss vermutlich doch länger als die "Fussball Bild".
horizont.net, turi2.de (Background)

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Deutschlands größte TV-Kombi rtv PLUS umfasst ab Januar neben "rtv" und "STERN TV MAGAZIN" auch das neue "tvtv MAGAZIN", das wöchentlich mit 500.000 Exemplaren der "Bild" beiliegen wird. Maximale Kontaktchancen bei nationaler Abdeckung - und das mit nur einer Buchung. Mehr erfahren: www.rtv-plus.de

Klick-Tipp: Kartoffel-Preisträger Julian Reichelt verteidigt sich und "Bild".

Klick-Tipp: "Bild"-Chef Julian Reichelt erhält den Negativ-Preis Goldene Kartoffel und kommt überraschend persönlich zur "Vorladung". In einer Rede schildert er seine journalistische Haltung und kritisiert die Selbstgewissheit seiner Kritiker. Zum Beweis, dass "Bild" nicht gegen Flüchtlinge mobilisiere und Panik verbreite, bringt Reichelt einen Syrer mit, der bei "Bild" volontiert. Den Preis nimmt er nicht an.
twitter.com (35-Min-Video), tagesspiegel.de

Bild darf seine Livestream-Formate vorerst weitersenden.


Sendezeit-Verlängerung: "Bild" darf seine Livestream-Formate "Bild Live", "Die richtigen Fragen" und "Bild Sport – Talk mit Thorsten Kinhöfer" vorerst weiter ausstrahlen. Das Verwaltungsgericht Berlin hat einem Eilantrag Springers auf Vollstreckungsschutz stattgegeben. Es sieht es als fraglich an, dass die Formate tatsächlich Rundfunk seien und eine entsprechende Lizenz benötigten. Das Verwaltungsgericht betont allerdings, eine grundsätzliche Entscheidung, ob die Angebote Rundfunk seien, könne nur in einem Hauptsacheverfahren geklärt werden.

Gegen den Beschluss kann die Medienanstalt Berlin-Brandenburg noch am Oberverwaltungsgericht Beschwerde einreichen, was sie auch angekündigt hat. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg argumentiert, Springer brauche für die Formate eine Rundfunklizenz und will die Formate solange untersagen. Sie hatte dem Verlag zunächst eine Frist bis September eingeräumt.
horizont.net, wuv.deturi2.de (Background)

Keine TV-Schalte: Team von Stefan Raab widerspricht "Bild" und Spiegel Online.

Raab-Rückkehr: Das Team des Entertainers widerspricht auf Facebook Meldungen von "Bild" und Spiegel Online, wonach ein Teil oder gar der ganze Live-Auftritt Raabs live auf ProSieben gezeigt werde. Die Informationen seien "in großen Teilen schlicht erfunden", auch die Zusammenstellung der Gäste sei nicht korrekt. Das Team droht ferner mit rechtlichen Schritten "wegen Täuschung der Öffentlichkeit". ProSieben twittert, es gebe keine Liv-Schalte. Spiegel Online hat seinen Beitrag korrigiert, Bild.de die entsprechende Passage zur Live-Schalte entfernt.
bildblog.de, facebook.com (Raab-Team), twitter.com (ProSieben), turi2.de (Background)

Video-Tipp: "Bild" widmet Wolfgang Bosbach eine Porträt-Serie.

Video-Tipp: "Bild" setzt Wolfgang Bosbach ein Denkmal in bewegten Bildern. Sieben 12-Minuten-Folgen begleiten den Markus-Lanz-gestählten Polit-Rentner auf den Golfplatz und beim Schreiben der ersten eigenen E-Mails. Im pathetischen Trailer sagen u.a. Reiner Calmund, Claudia Roth und Bosbach freundliche Dinge über Bosbach.
axelspringer.com, bild.de, youtube.com (2-Min-Trailer)

Jörg Kachelmann kriegt weitere 235.000 Euro von Springer.

Springer muss noch einmal für "Bild"-Berichte über Jörg Kachelmann blechen, entscheidet der Bundesgerichtshof. Der Wetter-Moderator erhält weitere 235.000 Euro Schmerzensgeld einschließlich Zinsen für die Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte durch bild.de. Wegen Print-Berichten musste Springer bereits 295.000 Euro zahlen, also nun insgesamt 530.000 Euro. Die Entscheidung ist rechtskräftig, Springer prüft jedoch eine Verfassungsbeschwerde – das Geld muss dennoch fließen. Kachelmann war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden, nachdem eine Frau ihn falsch beschuldigt hatte.
ndr.de, turi2.de (Background)

"Bild" dokumentiert rechtswidrige Beitrags-Löschungen von Facebook.

bildlogoBild dokumentiert drei seltsame Fälle, in denen Facebook Nutzer-Beiträge gelöscht und dies mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz begründet hat. In zwei Fällen haben Gerichte Facebook bereits verboten, den Beitrag zu löschen und den Nutzer zu sperren. In einem dieser Fälle hatte der Betroffene eine Nutzerin in Schutz genommen, die beschimpft worden war.
"Bild", S. 2 (Paid)

BuzzFeed: Ströer verbreitet ohne Kennzeichnung Werbe-Links bei Facebook.


Entfreundungsmaßnahme: Ströer Social Publishing verbreitet über seine eigenen Facebook-Seiten Links zu Inhalten von Werbekunden, ohne sie als Anzeige zu kennzeichnen, schreibt BuzzFeed. Im Gießkannen-Prinzip und mit Clickbait-Überschriften streue Ströer Links u.a. zu Artikeln von Burda, Gruner + Jahr, "Bild" oder Bento. Mit den Themen der Seite haben die Werbe-Posts oft nichts zu tun – viele Fans sind verärgert. Auf Nachfragen von BuzzFeed wollten weder Ströer noch Facebook antworten.

Laut BuzzFeed betreibt Ströer Social Publishing mindestens 62 Themen-Seiten, u.a. Unnützes Wissen, Lach-Zentrum, Dinge, die eine Erzieherin nicht sagt oder Wir Kinder der 90er. Bei rund der Hälfte der Seiten liege die Interaktionsrate bei 0,0 %. BuzzFeed legt nahe, dass Ströer einige der Themenseiten von früheren Betreibern gekauft haben könnte, was einen Verstoß gegen die Regeln von Facebook darstellen würde.
buzzfeed.com

Ulrike Simon: "Bild" veredelt mit dem Video-Foto die gedruckte Zeitung.

Bild will die Print-Liebe der Leser mit Augmented Reality erhalten, beobachtet Ulrike Simon. Das Video-Foto, das Bilder aus der "Bild" in der App in Bewegtbild verwandelt, könne den Bruch zwischen Print und Digital ausmerzen, hofft Sport-Chef der "Bild"-Gruppe Matthias Brügelmann. Die neue Technologie sei geschmeidiger als der "sperrige QR-Code" und halte Leser "in der Welt von Bild".
"Horizont" 34/2018, S. 4 (Paid)

Springer und DFL kooperieren und produzieren Video-Zeitungsbilder.


Hinter der Bildfläche: Die Deutsche Fußball-Liga und die Bild-Gruppe starten ein gemeinsames Video-Angebot mit Augmented-Reality-Technologie. Ab der neuen Bundesliga-Saison können Leser per Handyscan Fußball-Videos hinter markierten Zeitungsfotos abrufen. Das Angebot kommt in der "Bild", "Sport Bild", "Fußball Bild", "Bild am Sonntag", "B.Z." und "B.Z. am Sonntag" zum Einsatz.

Printleser sehen spieltagsaktuelle und historische Spielszenen sowie Mitschnitte von Pressekonferenzen. Für die zehn- bis 30-sekündigen Clips bekommt Springer Zugriff auf das Deutsche Fußball-Archiv des DFL, in dem 140.000 Stunden Bewegtbild-Material aus mehr als fünf Jahrzehnten gespeichert sind. Leser können über eine der Apps der Bild-Gruppe, z.B. die Bild.de-App, auf das Angebot zugreifen.
axelspringer.de

Bild-Gruppe bündelt Sportberichterstattung ab 2019 in Berlin.

Bewegliche "Bild": Springer zentralisiert sein vor einem Jahr gegründetes Kompetenzzentrum Sport in Berlin. Die Redaktion der "Sport Bild" verlässt im Rahmen des Umbaus den ohnehin stark geschrumpften Standort Hamburg und zieht in die Hauptstadt – 30 Mitarbeiter sind davon betroffen. Die Verlagsleitung solle allerdings an der Elbe bleiben, so Springer.

Matthias Brügelmann, Sport-Chef der Bild-Gruppe und Chefredakteur der "Sport Bild", will mit dem Umzug "durch noch engere Verzahnung in allen Bereichen die Qualität auf allen Plattformen weiter steigern". Künftig soll die zentrale Redaktion alle Titel von Springers roter Gruppe mit Sportberichten versorgen. Anfang 2019 soll der Umzug abgeschlossen sein. Am Standort Hamburg verbleiben dann neben der Verlagsleitung das Kompetenzcenter Auto unter Tom Drechsler und die Redaktion von "Computer Bild".
new-business.de, axelspringer.de

Zitat: "Bild" nutzt "Refugees Welcome"-Banner nur noch als Feigenblatt.

"Im Spätwerk Diekmanns wollte 'Bild' von den Eliten, den Intellektuellen, den Kollegen gemocht werden. Reichelts 'Bild' ist wieder plumper geworden, verbohrter, dümmer, rechter."

Stefan Niggemeier beobachtet, "Bild" sei nach einem "kostspieligen Ausflug in die Welt der Menschlichkeit" wieder "für AfD-Anhänger und Pegida-Spaziergänger lesbar".
uebermedien.de

Kai-Hinrich Renner: Madsacks Druckerei in Leipzig verliert "Bild" als Kunden.


Ausgedruckt: Die Madsack-Tochter Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft verliert den Druckauftrag der "Bild", schreibt Kai-Hinrich Renner. Sie druckt aktuell täglich 270.000 Exemplare, das ist mehr als die Hälfte des täglichen Druckvolumens der Druckerei. Spätestens zum Jahreswechsel 2019/20 wolle Springer die Teilauflage in die eigene Druckerei in Berlin-Spandau holen.

Madsacks "LVZ"-Schwesterblatt "Dresdner Neueste Nachrichten" könnte laut Renner zur Dresdener DDV-Mediengruppe wechseln, einer Tochter von Gruner + Jahr. Madsack und DDV würden auch "über weitere Verlagsdienstleistungen" sprechen. Sollte die Leipziger Druckerei zur Disposition stehen, stünden die Chancen für DuMonts Druckerei in Halle gut, den Auftrag zu erhalten, schreibt Renner - dort entsteht, eine halbe Autostunde von der Leipziger Druckerei entfernt, die "Mitteldeutsche Zeitung".
abendblatt.de

Lese-Tipp: "Basler Zeitung" interviewt Franz Josef Wagner zu seinem 75. Geburtstag.

Lese-Tipp: Michael Bahnerth und Erik Ebneter interviewen "Bild"-Kolumnist Franz Josef Wagner zu seinem 75. Geburtstag. Seine Kolumne in der "Bild" helfe ihm, fit zu bleiben. Es sei schön, "den Maschinenraum anzuwerfen, sich zu informieren, nachzudenken". Den Appetit aufs Schreiben hole er sich mit "Espresso und Gitanes".
tablet.baz.ch