Zitat: Vice und Co haben sich zu sehr auf Facebook-Algorithmen verlassen, sagt Ulrike Simon.

"Womöglich wäre der eine oder andere in der aktuellen Situation ganz froh, ein Schlachtross hinter sich zu wissen, alternd und schrumpfend zwar, aber noch immer gewinnbringend genug, um im Zweifel ein wenig Sicherheit zu bieten."

Ulrike Simon sieht die einst aussichtsreiche Zukunft von Digital-only-Medien bröckeln, wenn sogar die Mitarbeiter von Vice aus Angst vor Entlassungswellen einen Betriebsrat gründen wollen.
horizont.net

Junge Online-Nachrichtenportale wollen unabhängiger von Werbeeinnahmen werden.

Online-Portale wie BuzzFeed und Vice wollen sich unabhängiger von schwankenden Werbeeinnahmen machen, beobachten Isabell Hülsen und Martin Müller. BuzzFeed betreibt in New York ein Erlebnisgeschäft für Spielzeug. Gemeinsam mit einer Universität bietet das Unternehmen zudem Social-Media-Kurse an. Junge Nachrichtenportale wie Vice mussten zuletzt Mitarbeiter entlassen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi.tv: Daniel Drepper bastelt für BuzzFeed auch lustige Listen.


BuzzFeed macht das Geld mit Witzvideos, beobachtet Veronika Wulf.

Lese-Tipp: Veronika Wulf besucht die deutsche BuzzFeed-Redaktion, um herauszufinden, wie wachsende Relevanz und schrumpfende Belegschaft zusammengehen. Ob der deutsche Ableger sich selbst trägt, verrät Daniel Drepper nicht, die meisten Klicks sammelt BuzzFeed über Witzartikel. Dass die Seriosität unter einem Journalismus-Modell leidet, das sich u.a. durch Katzenvideos und den Verkauf von Produkten wie Kochtöpfen finanziert, glaubt Drepper nicht.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi.tv: Daniel Drepper bastelt für BuzzFeed auch lustige Listen.

Zahl des Tages: BuzzFeed News lockt zahlende Unterstützer mit exklusiven E-Mails.

Zahl des Tages: Um 5 Dollar im Monat bittet BuzzFeed News seine Leser zur Finanzierung der Recherchen. Das neue Mitglieds­programm bietet den Unterstützern exklusive E-Mails, soll aber kein Vorbote für eine Paywall sein. Wer 100 Dollar im Jahr zahlt, bekommt zudem einen Stoffbeutel.
techcrunch.com, support.buzzfeednews.com

Demonstranten gehen in Chemnitz auf Reporter los.

Rechte Reporter-Jäger: Sogenannte besorgte Bürger attackieren bei erneuten Protesten in Chemnitz mindestens zwei Journalisten. T-Online-Redakteur Jan-Hendrik Wiebe (Foto) wird neben einem Polizeifahrzeug angegriffen und verliert sein Mikro. Buzzfeed-Reporterin Pascale Müller wird die Kamera aus der Hand geschlagen. In Chemnitz marschieren AfD-Funktionäre an der Seite von Pegida-Unterstützern und bekannten Neonazis. (Foto: Screenshot Twitter)
twitter.com (Angriff auf Wiebe), twitter.com (Angriff auf Müller)

Nachtrag, 2. September, 12:35 Uhr: Offenbar wurden weitere Journalisten bei ihrer Arbeit in Chemnitz angegriffen, dokumentiert Patrick Gensing.
twitter.com (Tweet-Sammlung)

Buzzfeed testet freiwilliges Bezahlmodell.

Buzzfeed testet in Kooperation mit Google ein freiwilliges Bezahlmodell. Nutzer werden aufgefordert, einen selbst gewählten Betrag zu zahlen, um umfangreiche Berichterstattung zu finanzieren. Die Inhalte bleiben frei zugänglich. Bei Erfolg des Modells könnte Buzzfeed zusätzliche Funktionen für Abonnenten anbieten. Bei der technischen Umsetzung hilft Google im Rahmen seiner News Initiative.
digiday.com

Hör-Tipp: BuzzFeed verkauft auch News mit dem Mitteln des Boulevards.

Hör-Tipp: Clickbait-Portale wie BuzzFeed fallen in letzter Zeit immer öfter mit Exklusiv-Recherchen auf, sagt Daniel Bouhs. Auch die verkauft BuzzFeed mit den Mitteln des Boulevards, um Leser "anzufixen". Die Strategie: Recherchen in Emotionen wickeln. Bei den News gehe es BuzzFeed weniger um Klicks, sondern mehr um "Impact", also die Erwähnung in anderen Medien. Die Redaktion besetze gezielt Themen, die andere Medien nicht abdecken.
deutschlandfunkkultur.de (8-Min-Audio)

Netflix zeigt in seiner BuzzFeed-Serie auch Folge über eine deutsche Reporterin.

Netflix zeigt in "Follow This", seiner Dokumentation über BuzzFeed, auch eine Folge aus Deutschland. Darin portraitiert Netflix die Reporterin Juliane Löffler, die zum Leben von intersexuellen Menschen recherchiert und der Frage nachgeht, wie das geplante Gesetz für ein drittes Geschlecht ihr Leben ändert. Die Folge erscheint zusammen mit fünf anderen am 23. August. Insgesamt hat die Serie 21 Folgen.
per Mail, turi2.de (Background)

BuzzFeed koppelt selbst recherchierte News von Klick-Content ab.

BuzzFeed gibt seinen selbst recherchierten News eine eigene Website. Künftig laufen harte Nachrichten auf buzzfeednews.com, auf der Mutterseite buzzfeed.com herrscht weiter der Klick-Content mit Memes und Gifs. BuzzFeed News will sich mit der neuen News-Seite als seriöse Nachrichten-Quelle profilieren. Zwischen den Seiten soll es weiter Verweise und Links geben.
techcrunch.com, buzzfeednews.com

BuzzFeed-Chefredakteur Ben Smith sieht die Plattform nicht als Anti-Trump-Medium.

BuzzFeed sei nicht gegen Trump, sondern für Millenials, sagt Chefredakteur Ben Smith der dpa. Trump hatte BuzzFeed verklagt, weil das Portal ein Dossier des britischen Geheimdienstexperten Christopher Steele veröffentlichte. Andere Medien hatten es abgelehnt, es wirft Trumps Wahlkampfteam Kontakte zur russischen Regierung vor. Smith verteidigt die Veröffentlichung.
derstandard.de, turi2.de (Background)

Basta: BuzzFeed-Redakteur bittet um Praktikum bei Robin Alexander.

Robin Alexander Nah dran: BuzzFeed-Rechercheur Karsten Schmehl geht der Frage nach, wie "Welt"-Redakteur Robin Alexander (Foto) an Infos aus dem Innersten der deutschen Politik kommt. Aber auch der Beitritt in die geschlossene Facebook-Gruppe "Gespräche über die Union - CDU/CSU!" bringt keine Erkenntnisse. Da hilft wohl nur eins: Schmehl bittet um ein Praktikum bei Alexander.
buzzfeed.com

Buzzfeed: Merkel-Podcast wird offenbar sehr teuer von union-naher Firma produziert.

Merkel-Podcast hat zwischen 2006 bis 2017 mehr als eine Mio Euro und damit im Schnitt 750 Euro pro Minute gekostet, schreibt Buzzfeed. Er wird von Evisco produziert, einer Firma, die zur Hälfte Politikberater Roland Berger gehöre und zu 40 % dem Schwiegersohn von Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber. Berger sagt auf Buzzfeed-Anfrage, er halte inzwischen keine Anteile mehr an dem Unternehmen. Das Bundespresseamt gibt an, in dieser Zeit keine Beratungsaufträge an Berger vergeben zu haben.
buzzfeed.com

Juliane Leopold soll die Redaktion von tagesschau.de leiten.

Juliane Leopold, Gründungschefredakteurin der deutschen BuzzFeed-Ausgabe, soll Chefin von tagesschau.de werden, schreibt Kai-Hinrich Renner. Die ARD-Intendanten müssen der Personalie noch zustimmen. Nach ihrem Abschied von BuzzFeed hat Juliane Leopold tagesschau.de bereits beraten. Redaktionsleiterin Christiane Krogmann hat ihren Job wegen eines Streits mit "Tagesschau"-Chef Kai Gniffke aufgegeben.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Juliane Leopold über das Rezept für viralen Erfolg. (2015)

BuzzFeed-Chef Jonah Peretti wünscht sich mehr Geld von Facebook.

BuzzFeed: CEO Jonah Peretti beklagt im Interview mit Digiday, dass Facebook Umsatzbeteiligungen für Inhalteproduzenten nur bei neuen Diensten wie Instant Articles biete, aber nicht für den Newsstream. Dabei mache Facebook damit den größten Umsatz. Peretti regt eine Beteiligung von z.B. zwei Cent für jede Minute "gut verbrachter Zeit" auf Facebook an. Er setzt darauf, dass sich Google und Facebook aus eigenem Interesse für Qualitätsinhalte einsetzen, "falls nicht, werden sie reguliert". Für Stefan Winterbauer klingt Peretti schon wie die deutschen Verlegerverbände.
digiday.com via meedia.de (Winterbauer)

Google und Facebook werden für News zahlen, glaubt Jonah Peretti.

Nachrichten sind nicht per se ein schlechtes Online-Geschäftsmodell, argumentiert BuzzFeed-Chef Jonah Peretti. Google und Facebook müssten früher oder später die Produktion hochwertiger News unterstützen, um nicht reguliert zu werden. Wer wie BuzzFeed Qualitäts-Nachrichten digital mit hoher Reichweite biete, habe eine Chance - und gegenüber z.B. der "New York Times" und der "Washington Post" einen Kostenvorteil.
digiday.com

Klick-Tipp: BuzzFeed-Gründer Jonah Peretti erläutert seine Strategie.

Klick-Tipp: BuzzFeed-Gründer Jonah Peretti verbindet seinen Ausblick 2018 mit einer deutlichen Google- und Facebook-Kritik. In Zeiten von Fake News sollten sie endlich Qualität bevorzugen und Publisher besser bezahlen. Peretti schildert eine neue strategische Ausrichtung: BuzzFeed soll diversifizieren und 2019 die Hälfte seines Umsatzes außerhalb klassischer Werbung erzielen, etwa mit Produkte-Verkauf und Video-Produktion.
buzzfeed.com, niemanlab.org

BuzzFeed entlässt etwa 100 Mitarbeiter in den USA und UK.

BuzzFeed trennt sich in den USA und Großbritannien von etwa 100 Mitarbeitern. Das Unternehmen nimmt deutlich weniger mit Werbung ein als erwartet. BuzzFeed Deutschland unter Daniel Drepper ist nicht betroffen. Im Sommer hatte BuzzFeed seine Anti-Banner-Politik beendet und bindet seitdem Display-Anzeigen auf seiner Website und seinen Mobil-Apps ein.
wsj.com turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Deutschland-Chefredakteur Daniel Drepper zu seinem Antritt bei BuzzFeed.


Analyse: Anzeigenfinanzierte Online-Medien haben es zunehmend schwer.

Online-Medien: Der niedrige Kaufpreis für Mashable und die offenbar verfehlten Einnahmeziele von BuzzFeed und Vice zeigen, wie abhängig selbst große Medien-Startups von den Verschiebungen im Werbemarkt sind, analysiert Ricardo Bilton. Anzeigenfinanzierte Online-Medien haben es demnach zunehmend schwer, während die Anzeigen-Geschäfte bei Google und Facebook gut laufen. Das "Wall Street Journal" hat berichtet, dass BuzzFeed und Vice ihre Erlösziele verpassen.
niemanlab.org, wsj.com (Paid), turi2.de, turi2.de (Background)

Basta: BuzzFeed-Partyspiel ruft zu peinlichen Social-Media-Aktionen auf.

Asoziales Netzwerk: BuzzFeed verkauft das Partyspiel Social Sabotage, das die Spieler zu peinlichen Social-Media-Aktionen auffordert. Auf den Karten steht z.B. "Sende Deiner Mutter: Meine Windel ist voll" oder "Poste bei Facebook: Ich überlege, Fotos meiner Füße online zu verkaufen". Ein ideales Spiel also, um endlich den Freundeskreis zu dezimieren.
theverge.com

Zitat: BuzzFeed-News-Chef Daniel Drepper weiß, wie er Menschen im Netz erreicht.

"Ich glaube, kaum ein anderes Unternehmen im Journalismus weiß so gut wie wir, wie man Menschen im Netz erreicht."

Daniel Drepper, deutscher Chef von BuzzFeed News, nimmt sich beim Verkaufen von Geschichten seine Entertainment-Kollegen als Vorbild.
journalist-magazin.de

weitere Zitate:

"Geschichten in den sozialen Netzwerken funktionieren unabhängig von der Marke. Das heißt, die Leute klicken nicht irgendwas an, bloß weil Buzzfeed draufsteht. Für uns bedeutet das, dass wir jede Geschichte so spannend anteasern müssen, dass sie geklickt wird."

"Uns ist es wichtig, dass wir Geschichten aus unserem eigenen Blickwinkel erzählen und nicht das nachmachen, was schon erschienen ist oder schon drei Mal so ähnlich gesagt wurde."

"Wir brauchen Kollegen, die bereit sind, sich dauernd mit uns zu verändern. Was wir überhaupt nicht gebrauchen können, sind Leute, die sich für was Besseres halten."

Aus dem Archiv von turi2.tv: Daniel Drepper bastelt für BuzzFeed auch lustige Listen.

Auch Google hat Werbe-Targeting von Rassisten zugelassen.

Google: Werbekunden können Anzeigen für Nutzer buchen, die nach antisemitischen oder rassistischen Aussagen googeln, recherchiert BuzzFeed. BuzzFeed hatte eine Anzeigen-Kampagne für Nutzer gestartet, die mit Google nach Aussagen wie "Schwarze ruinieren alles" oder "Zionisten kontrollieren die Welt" gesucht haben. Google hat die Anzeigen nach einer Anfrage von BuzzFeed gestoppt und sagt, es versuche bereits, anstößige Kampagnen zu erkennen, wolle darin aber besser werden. Zuvor war bekannt geworden, dass Facebook Anzeigenkunden ermöglicht, Werbung bei antisemitischen und rassistischen Nutzern auszuspielen.
buzzfeed.com, mashable.com, turi2.de (Background)

14 Journalismus-Organisationen fordern Freilassung von Journalisten in Türkei.

Türkei: 14 Journalismus-Organisationen fordern in einem offenen Brief an Erdogan die Freilassung von Deniz Yücel und den anderen aus politischen Gründen inhaftierten Journalisten in der Türkei. Zu den Unterzeichnern gehören der DJV, Netzwerk Recherche und Correctiv, Initiator ist der Recherche-Verband Journalists Network. Die Organisationen verlangen von der Türkei, rechtsstaatliche Prinzipien und faire Prozesse zu garantieren. Der Brief soll auch in türkischen Medien erscheinen. Yücel sitzt am 10. September, seinem 44. Geburtstag, seit 209 Tagen in Haft.
kress.de, journalists-network.org

Daniel Drepper weckt Aufbruchsstimmung bei Buzzfeed.

Buzzfeed Deutschland erlebt seit dem Dienstantritt von Daniel Drepper als Chefredakteur eine Aufbruchsstimmung, schreibt Marvin Schade nach einem Besuch der Redaktion in Berlin. Der erfahrene Recherche-Journalist Drepper will Buzzfeed mit aufmerksamkeitsstarken, seriösen Geschichten neues Gewicht verleihen, was auch der Vermarktung zugutekommen könnte. Bis Ende 2017 soll die Redaktion auf 13 Festangestellte wachsen.
meedia.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Daniel Drepper bastelt für BuzzFeed auch lustige Listen.

BuzzFeed setzt künftig doch auf Banner-Werbung.

BuzzFeed beendet seine Anti-Banner-Politik und bindet künftig doch Display-Anzeigen auf seiner Website und seinen Mobil-Apps ein. Die Anzeigenplätze will BuzzFeed nicht selbst vermarkten, sondern plant die Nutzung von Google DoubleClick und dem Facebook Audience Network. Bisher hat BuzzFeed ausschließlich auf Native Advertising gesetzt. CEO Jonah Peretti begründet die Kehrwende mit verbesserten Ladezeiten von Display-Anzeigen und dem Wunsch, künftig auch in Ländern Geld zu verdienen, in denen BuzzFeed bislang keine Vermarktung hat.
businessinsider.de

BuzzFeed Deutschland und T-Online.de starten Recherche zu Dark Ads.

BuzzFeed Deutschland und T-Online.de recherchieren gemeinsam zu Dark Ads im deutschen Wahlkampf. Dark Ads ermöglichen es den Parteien auf Facebook, an verschiedene Zielgruppen unterschiedliche Botschaften auszuspielen. BuzzFeed Deutschland und T-Online.de setzen für das Projekt auf die Unterstützung von Lesern - Programmierer von WhoTargetsMe haben eine Software programmiert, die bei Nutzern die Anzeigen erkennt und die Daten sammelt. Reporter von BuzzFeed Deutschland und T-Online.de wollen die Daten anschließend auswerten.
buzzfeed.com, whotargets.me

Aus dem Archiv von turi2.tv: Neuer Newsroom in Berlin: Florian Harms will T-Online.de zum Leitmedium ausbauen.

Eric Karp verantwortet bei BuzzFeed die Lizenzgeschäfte.

BuzzFeed holt Eric Karp als Leiter für Lizenzgeschäfte von Crayola. Er soll gemeinsam mit externen Partnern neue Buzzfeed-Produkte entwickeln, Marken-Richtlinien dafür aufsetzen und bestehende Content-Partnerschaften betreuen. Das Unternehmen dringt beim Portfolio-Ausbau auch in vermeintlich fremde Branchen vor, Tasty One Top ist zum Beispiel eine Bluetooth-Kochplatte.
techcrunch.com, turi2.de (Tasty One Top)