Seit dem Massaker vom 7. Januar 2015 ist die kleine Pariser Satirezeitung “Charlie Hebdo” zu einem weltweiten Symbol für Pressefreiheit, Bekennermut und Standfestigkeit geworden. Weiterlesen im lexikon2.de

"Charlie Hebdo" leidet noch unter den Anschlägen.

Charlie HebdoCharlie Hebdo: Auch ein halbes Jahr nach den Anschlägen auf die Charlie Hebdo-Redaktion herrscht noch keine Normalität, so Stefan Brändle. In seiner Reportage beschreibt er, wie das Satire-Magazin zwischen Islamisten und Rechtspolitikern eingeengt werde. "Charlie Hebdo"-Journalist Laurent Léger spricht im Interview zudem über personelle Schwierigkeiten, u.a. bei der Suche nach neuen Karikaturisten mit "Charlies" Haltung.
derstandard.at, derstandard.at (Interview)

Video-Tipp: Springer-Akademie startet Terror-Doku.

jerestecharlie.eu-150Je reste Charlie: Das Team 17 der Axel-Springer-Akademie bringt eine aufwändige Video-Dokumentation über den religiös motivierten Terror der vergangenen Jahre ins Netz. Unter jerestecharlie.eu liefern die 19 jungen Journalisten u.a. Filme aus London, New York und Oslo. Darin berichten Überlebende - teilweise zum ersten Mal - über ihr Leben nach dem Terror. Den Ausschlag gab der Terroranschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo vor sechs Monaten. Die Video-Doku erscheint auf deutsch, französisch und englisch und soll fortgesetzt werden.
jerestecharlie.eu, presseportal.de

"Charlie Hebo" steht wieder alleine da.

Charlie Hebdo-Titel-Zeit-150Charlie Hebdo ist rund ein halbes Jahr nach dem Attentat fast wieder in Vergessenheit geraten. "Keiner will mehr Charlie sein", konstatiert "Die Zeit" auf ihrem aktuellen Titel mit Mohammed-Karikatur und widmet der Satirezeitung, vor allem aber ihrer hübschen neuen Reporterin, drei Seiten Dossier. Das Schreiben wirkt auf die überlebenden Journalisten bis heute wie eine Therapie, Alltag ist mit sieben Wachleuten vor der Tür längst nicht eingekehrt, schreibt Tanja Stelzer.
Die Zeit, S. 1 und 13-15 (Paid)

"Charlie Hebdo" in der Krise.

Charlie Hebdo 600
Alles im (Um)Bruch: Die Redaktion von Charlie Hebdo droht auseinander zu brechen. Rund vier Monate nach dem Anschlag auf das Satire-Magazin stellen sich 15 der 20 Redakteure gegen die Geschäftsführung. Sie fordern in einem Beitrag in der Zeitung "Le Monde" mehr Mitbestimmung. Bisher werde die Redaktion bei wichtigen Entscheidungen zwar angehört, am Ende sagen aber die Besitzer, wo es langgeht. Zu den Rebellen gehört auch der Zeichner Luz, der das "Alles ist vergeben"-Titelbild der ersten Ausgabe nach dem Anschlag gezeichnet hat. Er will das Blatt in diesem Sommer verlassen.

Kritiker werfen den Redakteuren und Zeichnern derweil vor, dass es ihnen vor allem ums Geld gehe. Seit dem Anschlag soll das Magazin durch Solidaritätskäufe und zusätzliche Abos rund 30 Mio Euro eingenommen haben. 4,3 Mio Euro Spenden, die nach dem Anschlag zusammenkamen, werden nun an die Opferfamilien fließen.
spiegel.de, derstandard.at, sueddeutsche.de

Mitarbeit: Markus Trantow

"Charlie Hebdo" erhält 4,3 Mio Euro Spenden.

Charlie HebdoCharlie Hebdo erhält nach dem Anschlag auf die Redaktion im Januar Spenden in Höhe von 4,3 Mio Euro. Die Leitung der Zeitung will das Geld an die Familien der Opfer auszahlen und hat das französische Justizministerium gebeten, eine Kommission zu bilden, um das Geld zu verteilen. Die 36.000 Spender kommen aus 84 verschiedenen Ländern.
persoenlich.com, derstandard.at, turi2.de ("Charlie Hebdo" im lexikon2)

Schriftsteller protestieren gegen Charlie-Hebdo-Ehrung.

Charlie HebdoCharlie Hebdo: 200 Schriftsteller protestieren in New York gegen die posthume Ehrung der Charlie-Hebdo-Journalisten mit dem Toni and James C. Goodale Freedom of Expression Courage Award. Sie verweisen darauf, dass Minderheiten einen Anspruch auf Schonung haben - egal wie intolerant deren Befindlichkeiten sind: Freie Meinungsäußerung bedeutet auch, die Meinung des Andersdenkenden öffentlich zu machen.
"Zeit" 19/2015, S. 47, premium.zeit.de (Paid)

Ermordeter "Charlie Hebdo"-Chef übte Medienkritik.

Stéphane-Charbonnier-150Stéphane Charbonnier, ermordeter Chef der französischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo, kritisierte in seinem Buch die Berichterstattung der Medien. Im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen wies er in seinem Werk, das er kurz vor dem Anschlag fertiggestellt hatte, die Anschuldigung der Islamfeindlichkeit zurück: "Eine andere Interpretation war möglich, aber sie interessierte die Medien weniger."
rp-online.de, turi2.de (Stéphane Charbonnier im lexikon2)

Charlie Hebdo soll Genossenschaft werden.

Charlie HebdoCharlie Hebdo hat nach den Anschlägen auf die eigene Redaktion in Paris knapp 22 Mio Pfund eingenommen, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Die Redakteure streiten nun über die Verwendung des Geldes und wollen gleichberechtigte Teilhaber des Satire-Magazins werden. Die Zeitschrift gehört den Eltern des getöteten Herausgebers Charb, dem verletzten Cartoonisten Riss und dem Manager Eric Portheault.
spiegel.de, faz.nettelegraph.co.uk, dailymail.co.uk, lexikon2.de (Charlie Hebdo)

"MoPo"-Brandanschlag: Polizei verdächtig Islamisten.

Mopo Hamburger Morgenpost 150Hamburger Morgenpost: Der Brandanschlag auf das Archiv der "MoPo" im Januar könnte doch einen islamistischen Hintergrund gehabt haben. Einige der Tatverdächtigen sind dem Verfassungsschutz wegen ihrer Teilnahme an der von Salafisten organisierten Koranverteilaktion "Lies" bekannt, teilte der Hamburger Senat mit. Die Ermittlungen laufen weiter.
faz.netspiegel.de, cdu-hamburg.de, turi2.de (Background)

Deutschlandfunk erklärt Koranverse.

DLF Deutschlandfunk 150Deutschlandfunk sendet jeden Freitag einen Koranvers, der von einem Wissenschaftler erklärt wird. Pläne dafür gab es schon länger, der Anschlag auf Charlie Hebdo beschleunigte die "nahezu geräuschlose Einführung". Für Raphael Rauch ein Zeichen dafür, dass für Integration der "politische Wille entscheidend" ist.
"FAZ", S. 15, faz.net/e-paper (Paid), deutschlandfunk.de

Cartoonist Spiegelmann zeichnet "Charlie Hebdo"-Comic.

Bildschirmfoto 2015-02-21 um 00.18.18Charlie Hebdo als Comic: Cartoonist Art Spiegelmann zeichnet die Zerissenheit eines Karikaturisten nach dem "Charlie Hebdo"-Attentat in einem Comic. In siebzehn Bildern zeigt Spiegelmann, der u.a. für seine Zeichnungen nach den Anschlägen vom 11. September im Magazin "New Yorker" berühmt ist, was die Freiheit der Karikatur bedeutet.
"FAZ", S. 9, faz.net (E-Paper)

Terror-Angriff auf Konferenz zur Meinungsfreiheit.

Erneuter Angriff auf die Pressefreiheit: Drei Tote, fünf Verletzte und die Angst vor weiteren Anschlägen – das ist die Bilanz des Terroranschlags von Samstag in Kopenhagen. Ein 22-Jähriger hatte die Konferenz "Kunst, Blasphemie und Meinungsfreiheit" überfallen, bei der auch der schwedische Mohammed-Karikaturist Lars Vilks anwesend war. Womöglich hat ihm der Angriff gegolten,… Weiterlesen …

Kai Gniffke verteidigt sich gegen Niggemeier-Kritik.

Kai Gniffke-150Kai Gniffke verteidigt sich gegen die Kritik von Stefan Niggemeier in der "FAS", findet aber deutlich versöhnlichere Worte als zuletzt im Tagesschau-Blog. Der Chefredakteur von ARD-Aktuell rechtfertigt, den Auftritt von Politikern bei der Charlie-Hebdo-Demo in Paris nicht als Inszenierung entlarvt zu haben. Er wolle "nicht skandalisieren, was kein Skandal ist". Gniffke erwägt, die Themen der "Tagesschau" zu reduzieren und dafür ausführlicher zu berichten.
"FAS", 6/2015, S. 41, blog.tagesschau.de, stefan-niggemeier.de