Basta: Rache ist Blutwurst. Auf einem Media-Brötchen.

Schmollbär-Bezos: Amazon und Apple üben Vergeltung gegen Bloomberg. Genauer: gegen einen Artikel über einen angeblichen chinesischen Hack bei Mikrochips. Nachdem Tim Cook öffentlich gefordert hatte, den Beitrag zurückzuziehen, zieht er selbst zurück – die Unterlippe und Anzeigen. Apple-Ätschibätsch lädt Bloomberg nicht zum Herbstevent ein.
buzzfeednews.com

Zahl des Tages: Chinas Internetkontrolleur hat korrupte 4 Mio Euro angenommen.

Zahl des Tages: Saftige 32 Mio Yuan – umgerechnet 4 Mio Euro – Bestechungsgeld kassierte Lu Wei, seines Zeichens chinesisch-scharfgeschaltener Dobermann der Internetzensur, von 2002 bis 2017. Er hat seine Taten im Prozess gestanden. Chinas Behörden sperren nicht nur Plattformen wie Facebook und Twitter, sondern auch Google-Dienste und unzählige Medienseiten und Menschenrechtsorganisationen, etwa die der "New York Times" und Amnesty International.
spiegel.de

Deutsche Welle zeigt mit neuem Büro Präsenz in Taiwan.

Deutsche Welle eröffnet ein Büro in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Vier Redakteure berichten für das chinesische, englische und deutsche Angebot des Auslandssenders. Schon seit Jahren versucht die Deutsche Welle erfolglos, ein Büro in der chinesischen Hauptstadt Peking aufzubauen. DW-Inhalte werden in China blockiert.
dw.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Die Regierung redet uns nicht rein." – Peter Limbourg über 65 Jahre Deutsche Welle. (6/2018)

Google bekommt in China nichts mehr vom Kuchen ab, glaubt Christoph Giesen.

China: Google versteht nicht, dass der Kuchen längst verteilt und Dragonfly zu spät dran ist, meint Christoph Giesen. Statt bei Amazon kaufen Chinesen bei Alibaba, statt bei Google suchen sie bei Baidu, zum kommunizieren nutzen sie WeChat. Die Frage sei nicht, wann und wie das Silicon Valley in China Fuß fasst, sondern wann der vielfach größere, chinesisch Digitalmarkt herüberschwappt.
sueddeutsche.de

Deutschland will bei 5G-Technologie keine Anbieter aus China ausschließen.

Bundesregierung will beim Mobilfunkstandard 5G keine chinesischen Anbieter ausschließen, wie Australien und die USA es tun. Beide Länder bannen aus Angst vor Industriespionage z.B. Huawei, das eng mit der chinesischen Regierung verbandelt sein soll. Die Bundesregierung will das Abzapfen von Daten durch Kontrollen verhindern. Cybersicherheitsexperten bezweifeln, dass das funktioniert.
handelsblatt.com

Google will mit "Project Dragonfly" den chinesischen Markt erforschen.

Google: Konzern-Chef Sundar Pichai verteidigt die Entwicklung einer zensierten Suchmaschine speziell für China. Mit dem Project Dragonfly, das auch innerhalb der Firma auf Kritik stößt, wolle Google erforschen, wie weit der Suchkonzern in China gehen könne. 99 % der Suchanfragen wären von Zensur nicht betroffen, sagt Pichai. Zudem sei wichtig, herauszufinden, wie wichtig der Markt sei und wie viele Nutzer es geben könnte. Schließlich ist der chinesische Suchmarkt schon durch den lokalen Giganten Baidu besetzt. Anfang 2010 hat sich Google aus China zurückgezogen.
onlinemarketing.de, cnet.com, theverge.com

Apple versichert dem US-Kongress, keine Spionagechips gefunden zu haben.


Kein fauler Apfel: George Stathakopoulos, Apples Chef für Informationssicherheit, widerspricht einem Bloomberg-Bericht, chinesische Hacker hätten Spionagechips von der Firma Supermicro in Apples Server verbaut, berichtet Reuters. In einem Brief an den US-Kongress versichert Stathakopoulos, Apple habe die Server wiederholt überprüft und keinen Beleg für die Anschuldigungen gefunden.

Bloomberg hatte am Donnerstag unter Berufung auf 17 Informanten berichtet, chinesische Spionagechips seien in tausende Server bei Apple, Amazon und weiteren US-Unternehmen verbaut worden. Regierungsbehörden aus den USA sowie Großbritannien hatten die Dementi der Internetriesen zuvor bereits als glaubwürdig eingestuft. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat Apple und Amazon um Stellungnahmen gebeten.
reuters.com, theverge.com, faz.net, turi2.de (Background)

Chinesen sollen Spionagechips bei Apple und Amazon eingeschmuggelt haben.

China hat Spionagechips in tausende Server von Apple, Amazon und andere US-Unternehmen verbaut, berichtet Bloomberg. Der Bericht stützt sich auf 17 Informanten. Die Unternehmen und China widersprechen. China soll die Chip-Wanzen auf Platinen geschmuggelt haben, die vom Unternehmen Supermicro in Server eingebaut wurden. Dies soll schon 2015 aufgefallen sein.
bloomberg.com, spiegel.de

China: Google arbeitet an Suchmaschinen-Prototyp, der Daten weitergibt.

Google: Über ein internes Memo sind weitere Details zu Dragonfly, der Suchmaschine für China, bekannt geworden. Google arbeitet demnach an einem App-Prototypen, der Informationen zensiert und nur Nutzern offen steht, die sich anmelden und ihren Standort preisgeben. Die Daten will Google mit einem chinesischen Partner Drittanbieter teilen.
theintercept.com, turi2.de (Background)

Volkswagen: Holger Santel löst Thomas Zahn als Vetriebs- und Marketingchef ab.

Volkswagen holt Holger Santel, 50, aus China zurück in die Heimat. Er verantwortet ab November Vertrieb und Marketing für Volkswagen PKW in Deutschland. Er folgt auf Thomas Zahn, der "neue Aufgaben" im Konzern übernehmen soll. Santel ist seit 22 Jahren bei Volkswagen tätig, bisher als Executive Vice President von SAIC Volkswagen in China.
automobilwoche.de, horizont.net

Amazon untersucht, ob Mitarbeiter Daten an Händler verkauft haben.


False friends: Amazon untersucht, ob Mitarbeiter in den USA und China Bestechungsgelder für interne Daten und vertrauliche Informationen von Händlern angenommen haben. Für Summen zwischen 80 und 2.000 Dollar verschachern sie laut Vorwürfen über Vermittler u.a. Verkaufsanalysen, E-Mail-Adressen von Käufern, die negative Bewertungen geschrieben haben, und stellen geblockte Amazon-Konten wieder her. Amazon hat seit Mai die wichtigsten Führungskräfte in China neu besetzt, um dem Problem Herr zu werden.

Insgesamt sind auf Amazon mehr als 2 Mio Händler aktiv und verkaufen rund 550 Mio Produkte. Der Algorithmus sortiert die Ergebnisse der Produktsuche anhand mehrerer Faktoren, u.a. Bewertungen und Anzahl der Klicks.
wsj.com

Porträt: Künftiger Alibaba-Chef Zhang möchte mehr sein als ein Manager.

Alibaba: Daniel Zhang will als künftiger Vorstandschef den chinesischen Online-Riesen nicht nur managen, sondern auch neue Ideen für die Zukunft entwickeln, schreibt Sha Hua in einem Porträt. In chinesischen Medien gelte Zhang als Mann, der bei Alibaba auf der Autobahn die Motoren gewechselt und einen Traktor durch eine Boeing 747 ersetzt habe. Er besitze den Spitznamen Xiayaozi - übersetzt "sorgloser Wanderer".
handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Alibaba: Daniel Zhang übernimmt 2019 den Chefposten von Jack Ma.

Alibaba: Jack Ma gibt seinen Posten als Vorstandschef des chinesischen Online-Riesen auf. In zwölf Monaten wird Daniel Zhang (Foto), bisher CEO des Konzerns, den Job übernehmen, berichtet die "South China Morning Post". In der Zwischenzeit will Alibaba den Übergang organisieren. Am Wochenende hatte es Verwirrung um den Führungswechsel gegeben. Die "New York Times" hatte von einem sofortigen Abgang Mas berichtet.
handelsblatt.com, scmp.com

In chinesischen Kinderzimmern findet sich kaum deutsches Spielzeug.

Spielzeughersteller aus Deutschland wie Simba-Dickie, Ravensburger und Bruder zögern, nach China zu expandieren, beobachtet Fulya Cayir. Chinesische Eltern lieben hierzulande produzierte Eisenbahnen, Puzzles und Co, aber für die Firmen sei der Markt unübersichtlich und sehr heterogen. Außerdem brauchen sie das CCC-Zertifikat, chinesisches Pendant zum CE-Siegel. Dafür müssen chinesische Beamte die Produktionsstätten besichtigen – manch einer fürchtet Produkt-Piraterie.
handelsblatt.com (Paid)

Mitgründer Jack Ma bleibt doch Alibaba-Chef.

Rücktrittsmissverständnis: Alibaba-Mitgründer Jack Ma will offenbar doch nicht von seinem Chefposten zurücktreten, berichtet die "South China Morning Post". Alibaba dementiert einen Bericht der "New York Times", wonach Ma am Montag, seinem 54. Geburtstag, abtritt. Er werde nur eine langfristige Nachfolgestrategie vorstellen und "den Weg für jüngere Talente ebnen", bleibe aber Executive Chairman des chinesischen Online-Riesen.
handelsblatt.com, faz.net, scmp.com

Jack Ma gibt Alibaba-Chefposten ab, bleibt als Aufsichtsrat.

Rente mit 54: Jack Ma, Chef und Mitgründer des chinesischen Handelsriesen Alibaba, tritt zurück. Bereits am Montag, seinem 54. Geburtstag, sei Schluss, sagt Ma der "New York Times". Er hat die Handelsplattform Alibaba 1999 aus seiner Wohnung heraus gegründet und zum weltweit größten Amazon-Konkurrenten aufgebaut. Ma bleibt im Aufsichtsrat. Er gilt als reichster Mann Chinas.
nytimes.com, spiegel.de

Update 18:30 Uhr: Alibaba dementiert den Rücktritt. Jack Ma werde nur eine langfristige Nachfolgestrategie vorstellen, bleibe aber Executive Chairman.
turi2.de

Bezahlen mit dem Smartphone gehört in China zum Alltag.

Bargeldloses Bezahlen gehört in China zum Alltag, berichtet Hendrik Ankenbrand. WeChat und insbesondere Alipay, der Online-Bezahldienst von Alibaba-Gründer Jack Ma, hätten das Land revolutioniert. In den ersten 10 Monaten 2017 hätten die Chinesen Zahlungen im Wert von 81 Billionen Euro mit ihrem Smartphone getätigt. Die Mehrheit der Smartphone-Besitzer bezahle am liebsten mit dem Handy. Kreditkarten seien in China kaum gefragt.
"FAS", S. 32 (Paid)

Die Umsätze von Alibaba wachsen um 61 %, der Gewinn sinkt.

Alibaba wächst im ersten Halbjahr 2018 schneller als in den vergangenen vier Jahren: Der Amazon-Konkurrent steigert den Umsatz um 61 % auf rund 10,2 Mrd Euro. Die Nettogewinne halbieren sich allerdings fast, denn die aggressive Expansion und die Erschließung neuer Märkte kosten. Alibaba investiert massiv in Offline-Geschäfte, Logistik und Cloud Computing.
handelsblatt.com

Zahl des Tages: In China ist bald kaum noch jemand offline.

Zahl des Tages: Vernetzte 802 Mio Chinesen sind inzwischen online, meldet eine staatliche Agentur. 788 Mio nutzen das Internet auch mobil – das entspricht satten 98 %. Knapp 30 Mio Chinesen sagten allein im ersten Halbjahr erstmals: "Ich bin drin. Das ist ja einfach." Beliebteste Online-Dienste sind Kurzvideo-Apps wie TikTok sowie mobiles Bezahlen und Shopping.
techcrunch.com

Alibaba will "South China Morning Post" zur globalen Medienmarke machen.

South China Morning Post wird vom neuen Mutterkonzern Alibaba seit der Übernahme vor zwei Jahren mit Geld überschüttet, um die Lokalzeitung aus Hongkong zu einer globalen Medienmarke aufzubauen, schreibt Ann-Kathrin Nezik im "Spiegel". Obwohl der chinesische Konzern sich offiziell heraus halte, kritisierten Beobachter, dass die Zeitung chinafreundlichen Themen nun mehr Platz gebe.
"Spiegel" 34/2018, S. 66-67 (Paid), scmp.com

"NYT": Google Mitarbeiter sind gegen zensierte Suche für China.

Google: Die Mitarbeiter des Such-Riesen sprechen sich in einem internen Brief gegen die Entscheidung aus, heimlich eine zensierte Suchmaschinen für China zu bauen, berichtet die "New York Times". Googles Bereitschaft, sich an Chinas Zensur zu halten, werfe moralische und ethische Fragen auf. Rund 1.000 Mitarbeiter sollen den Brief unterzeichnet haben.
nytimes.com, turi2.de (Background)

Tencent meldet ersten Gewinnrückgang seit knapp 13 Jahren.

Tencent: Der chinesische Tech-Riese meldet den ersten Gewinnrückgang in knapp 13 Jahren. Der Gewinn der wertvollsten börsennotierten asiatischen Firma liegt immer noch bei saftigen 2,59 Mrd Dollar. Der Umsatz mit PC-Spielen geht zurück, das Geschäft mit Spielen auf Mobiltelefonen wächst langsamer. Die Zensurbehörden haben Tencent u.a. bisher noch nicht gestattet, den Spiele-Hit Fortnite in China zu veröffentlichen.
reuters.com

China weist deutschen Studenten wegen Films über Menschenrechtsanwälte aus.

China weist den Journalismus-Studenten David Missal aus. Der DAAD-Stipendiat hatte sich unter anderem mit dem Anwalt Lin Qilei und der Frau eines inhaftierten Menschenrechtsanwalts getroffen. Beim Versuch, sein Visum zu verlängern, teilten die Behörden ihm mit, dass er Aktivitäten nachgegangen sei, die nicht von seinem Studenten-Visum gedeckt seien.
tagesschau.de