Reporter ohne Grenzen warnen vor chinesischem Einfluss auf ausländische Medien.

China bemüht sich zunehmend, nicht nur heimische Journalisten zu kontrollieren, sondern auch Einfluss auf ausländische Medien zu nehmen, warnen die Reporter ohne Grenzen. Die Regierung erhöhe dafür den Druck auf kritische Journalisten und kaufe sich in ausländische Medienhäuser ein. So entstehe "eine konkrete Gefahr" für Demokratien weltweit, da China versuche, die öffentliche Wahrnehmung zu kontrollieren.
sueddeutsche.de

5G: Bundesnachrichtendienst warnte Bundesregierung vor Huawei.

Huawei: Der Bundesnachrichtendienst warnte die Bundesregierung vor einer Beteiligung von Huawei am Aufbau des deutschen 5G-Mobilfunknetzes, schreibt der "Spiegel". Die Sicherheitsexperten begründeten die Warnung mit einer "Gesamtwürdigung" der Strategie Chinas. Der chinesische Geheimdienst dürfe laut Gesetz "betroffenen Organen, Organisationen und Bürgern die erforderliche Unterstützung, Hilfe und Zusammenarbeit verlangen".
per E-Mail, turi2.de (Background)

Huawei will deutsche Bedenken mit No-Spy-Abkommen zerstreuen.

Huawei: Vincent Pang, Westeuropa-Chef des umstrittenen chinesischen Mobilnetz-Ausrüsters, bietet Deutschland ein sogenanntes No-Spy-Abkommen an. Die Firma gebe keine Daten weiter oder baue Hintertüren in Geräte ein - sollte der chinesische Staat darum bitten, werde man ablehnen, sagt er im "Handelsblatt"-Interview.

Seine Wortwahl zeigt einen gewissen Humor: 2013 kündigte die Bundesregierung nach dem NSA-Skandal ein gleichnamiges Abkommen mit den USA an, das dann nicht zustande kam. Bei Routern des Huawei-Konkurrenten Cisco aus den USA sind wiederholt Hintertürchen aufgetaucht.
"Handelsblatt", S. 59 (Paid), spiegel.de (Background Cisco)

Zahl des Tages: 364 Mio chinesische Chat-Logs waren frei im Netz auffindbar.

Zahl des Tages: Satte 364 Mio Chatlogs chinesischer Internetnutzer waren bis Samstag frei im Netz einsehbar, berichtet die "Financial Times". Zu den Daten gehörten auch Fotos, Realnamen, ID-Nummern und Adressen. Viele der Daten stammen aus Internetcafés, wo sie offenbar abgezweigt wurden. Sie sind mittlerweile nicht mehr frei einsehbar, wurden aber an andere Server weitergereicht - offenbar Polizeibehörden.
ft.com (Paid), theverge.com

Tui und der chinesische Online-Reisevermarkter Ctrip kooperieren.

Tui und der chinesische Expedia-Rivale Ctrip verbünden sich, schreibt das "Handelsblatt". Alle 150.000 Sightseeing- und Event-Aktivitäten aus Tuis Sparte Destinations Experiences sollen über Ctrip vermarktet werden. Der Online-Reisevermarkter hat in China 200 Mio Nutzer monatlich und steht damit an der Spitze des Marktes. Tui-Vorstandschef Fritz Joussen will neue Kunden besonders in Schwellenmärkten wie Südostasien gewinnen.
handelsblatt.com

Basta: China boykottiert Pu den Bären.

Game-over für Meinungsfreiheit: Nach dem Boykott chinesischer Computerspielfans hat sich ein taiwanischer Spieleentwickler für das PC-Spiel Devotion entschuldigt, das "unbemerkt" versteckte Vergleiche zwischen Präsident Xi Jinping und der Buchfigur Pu der Bär (Foto) enthalte. Taiwans Vizepräsident Chen Chimai ruft zur Unterstützung auf und wolle zocken, sofern er Zeit finde. Dies wird chinesische Regierungskritiker freuen, sofern sie Zeit finden - während ihrer Haft.
stuttgarter-zeitung.de

Huawei will 2 Mrd Dollar in Netzwerksicherheit investieren.

Huawei will in den nächsten 5 Jahren 2 Mrd Dollar in Netzwerksicherheit investieren, sagt Deutschlandchef Dennis Zuo im Interview mit dem "Handelsblatt". Huawei gehöre zu 100% der Belegschaft, sei unabhängig von China. Spionagevorwürfe weist Zuo zurück. Huawei wolle transparenter werden und sich für 5G-Standards einsetzen. Die Bundesregierung streitet derzeit über eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes, die Huawei beim Netzausbau ausschließen würde.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Chinesischer Künstler Ai Weiwei beklagt indirekte Berlinale-Zensur.

Berlinale: Der chinesische Künstler und Regime-Kritiker Ai Weiwei beklagt im Interview mit der Deutschen Welle indirekte Zensur durch China. Sein Beitrag für den Episoden-Film Berlin, I Love You sei rausgeschnitten worden, weil die Berlinale den Film sonst nicht akzeptiert hätte, sagten ihm die Produzenten des Films. Die Organisatoren widersprechen. Auch ohne Ai Weiwei lief das Werk letztlich nicht auf dem Festival.
spiegel.de, youtube.com (5-Min-Video)

Huawei wehrt sich mit Gutachten gegen möglichen 5G-Ausschluss.

Huawei wehrt sich vorsorglich mit einem 37-Seiten-Gutachten gegen den politischen Ausschluss bei 5G. Die Bundesregierung befürchtet Spionage. Nachrichtendienste dürfen laut Artikel 14 des chinesischen Nachrichtengesetzes "erforderliche Unterstützung" sowie eine "Zusammenarbeit" einfordern. Der chinesische Staat kann Unternehmen nicht zu "geschäftsschädigendem Verhalten" zwingen, kontern zwei von Huawei beauftragte Pekinger Juristen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 2 (Paid), turi2.de (Background)

Bundesregierung will Huawei bei 5G-Ausbau nicht ausschließen.

5G: Die Bundesregierung will Huawei beim Netzausbau nicht kategorisch ausschließen, schreibt das "Handelsblatt". Das Kabinett will mit neuen Sicherheitsvorschriften die Spionage und Sabotage durch China verhindern. Auch Italiens Regierung erklärt, Huawei bei 5G nicht explizit ausschließen zu wollen. Dem chinesischen Konzern wird Datenspionage unterstellt.
handelsblatt.com (Deutschland), spiegel.de,
handelsblatt.com (Italien), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die "SZ" portraitiert Sogou-Gründer Wang Xiaochuan.

Lese-Tipp: Wang Xiaochuan ist der Gründer von Sogou. Sein Konzern betreibt unter anderem die drittgrößte Suchmaschine der Welt. Dennoch ist der Chinese im Westen weitestgehend unbekannt. Claus Hulverscheidt und Jürgen Schmieder stellen den Unternehmer vor, der bereits als Kind und Jugendlicher seinen Altersgenossen voraus ist und mit seinen Informatik-Fähigkeiten auffällt.
"Süddeutsche Zeitung", S. 16 (Paid)

Kanadischer Botschafter nach Äußerungen zu Huawei-Finanzchefin entlassen.

Huawei: Kanadas Premierminister Justin Trudeau trennt sich von Botschafter John McCallum. Dieser hatte zuvor gesagt, dass es "großartig" wäre, wenn die USA den Auslieferungsantrag für die in Kanada festgenommene Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou (Foto) fallen ließe. McCallum hatte angedeutet, dass die Festnahme politisch motiviert sein könnte.
handelsblatt.com, faz.net, turi2.de (Background)

Zitat: Huawei-Chef Eric Zu sieht Cyber-Sicherheit nicht als politische Angelegenheit.

"Wenn jemand beweisen kann, dass die Netzwerke und der Mobilfunk ohne Huawei sicherer sind, dann lasse ich Huawei gerne bankrottgehen."

Eric Xu, Chef des chinesischen Netzwerk­ausrüsters Huawei, wirbt bei einer Journalisten-Führung in Shenzhen um Vertrauen der westlichen Welt. Cyber-Sicherheit sollte eine technische, keine politische Angelegenheit sein.
"Handelsblatt", S. 18/19, faz.net (Paid)

Tesla fordert von der US-Regierung die Strafzoll-Befreiung.

Tesla fordert von der US-Regierung im Handelsstreit mit China Ausnahmen bei den Strafzöllen: Seit August gilt eine Sonderabgabe von 25 %. Tesla baut den aus China eingeführten Bordcomputer in Kalifornien ein. Es sei kein passender US-Lieferant gefunden worden. Tesla verkaufte zuletzt weniger E-Autos als erwartet.
"Bild am Sonntag", S. 12 (Paid), n-tv.de, turi2.de (Background)

JD.com legt Expansionspläne für Deutschland und Europa auf Eis.

JD.com eröffnet doch kein Deutschland-Büro, schreibt das "Handelsblatt". Der chinesische Onlinehändler wollte groß in den deutschen und europäischen Markt einsteigen. Gegen Gründer und Chef Richard Liu gibt es Vergewaltigungs-Vorwürfe. Der Aufsichtsrat will JD.com restrukturieren werden und Aktien für 1 Mrd Dollar zurückkaufen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

"Intercept": Google hat zensierte China-Suchmaschine auf Eis gelegt.

Google hat effektiv den Stecker bei Project Dragonfly gezogen, der zensierten Suchmaschine für den chinesischen Markt, schreibt "The Intercept". Das Projektteam habe Logdaten von Googles chinesischem Web-Index 265.com benutzt, um Filterlisten zur Zensur der späteren Suchmaschine anzulegen. Googles mächtiges Privatsphäre-Team sei nicht involviert gewesen - und mächtig sauer geworden, als es davon erfuhr.
theintercept.com, theverge.com, businessinsider.de

Bundesamt sieht bei Huawei keinen Beleg für chinesische Spionage.

Huawei spioniert nicht für die chinesische Regierung, sagt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das Amt spricht sich laut "Spiegel" gegen einen Bann aus, wie ihn die USA, Australien und Japan planen. Huawei stellt Smartphones her und beliefert die Mobilfunk-Provider mit Ausrüstung. Das Bundesamt hat Huawei-Bauteile gekauft, überprüft und keinen Daten-Missbrauch festgestellt.
"Spiegel" 51/2018, S. 60 (Paid), turi2.de (Background)

"Handelsblatt": ZTE verliert Telefónica-Auftrag, United Internet plant Zusammenarbeit.

ZTE verliert die Ausschreibung um die Wartung der Netze von Telefónica Deutschland und muss sich von einem der größten Auslandsaufträge verabschieden. Wie das "Handelsblatt" berichtet, verhandelt der chinesische Technologie-Konzern bereits mit United Internet. ZTE könnte den Ausbau des 5G-Netzes für United Internet übernehmen, der Mobilfunkanbieter die Infrastruktur dann leasen.
"Handelsblatt", S. 16-17

Google-CEO Sundar Pichai bestreitet in seiner Senatsanhörung China-Pläne.


Nur eine Versuchmaschine: Google-Chef Sundar Pichai hat sich am späten Dienstag fast vier Stunden lang den Fragen der US-Abgeordneten gestellt und einer abgespeckten Suchmaschine in China eine Absage erteilt. "Es gibt aktuell keine Pläne dafür", sagt Pichai. Er gab jedoch zu, dass über 100 Software-Ingenieure an einem Prototyp gearbeitet haben. Mit dem sogenannten Projekt Dragonfly habe Google jedoch nur ausprobieren wollen, wie eine zensierte Google-Version funktionieren würde, sagte Pichai auf Nachfrage.

Dragonfly wurde im August bekannt, woraufhin sich Google deutlicher Kritik von außen wie auch von Mitarbeitern gegenüber sah. In der Senatsanhörung äußerte sich Pichai auch zum Umfang der mit Android gesammelten Daten und bestritt, dass Google konservative Ansichten in der Ansicht von Suchergebnissen benachteilige.
handelsblatt.com, faz.net, cnbc.com, turi2.de (Background Anhörung), turi2.de (Background Dragonfly)