Tesla fordert von der US-Regierung die Strafzoll-Befreiung.

Tesla fordert von der US-Regierung im Handelsstreit mit China Ausnahmen bei den Strafzöllen: Seit August gilt eine Sonderabgabe von 25 %. Tesla baut den aus China eingeführten Bordcomputer in Kalifornien ein. Es sei kein passender US-Lieferant gefunden worden. Tesla verkaufte zuletzt weniger E-Autos als erwartet.
"Bild am Sonntag", S. 12 (Paid), n-tv.de, turi2.de (Background)

JD.com legt Expansionspläne für Deutschland und Europa auf Eis.

JD.com eröffnet doch kein Deutschland-Büro, schreibt das "Handelsblatt". Der chinesische Onlinehändler wollte groß in den deutschen und europäischen Markt einsteigen. Gegen Gründer und Chef Richard Liu gibt es Vergewaltigungs-Vorwürfe. Der Aufsichtsrat will JD.com restrukturieren werden und Aktien für 1 Mrd Dollar zurückkaufen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

"Intercept": Google hat zensierte China-Suchmaschine auf Eis gelegt.

Google hat effektiv den Stecker bei Project Dragonfly gezogen, der zensierten Suchmaschine für den chinesischen Markt, schreibt "The Intercept". Das Projektteam habe Logdaten von Googles chinesischem Web-Index 265.com benutzt, um Filterlisten zur Zensur der späteren Suchmaschine anzulegen. Googles mächtiges Privatsphäre-Team sei nicht involviert gewesen - und mächtig sauer geworden, als es davon erfuhr.
theintercept.com, theverge.com, businessinsider.de

Bundesamt sieht bei Huawei keinen Beleg für chinesische Spionage.

Huawei spioniert nicht für die chinesische Regierung, sagt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das Amt spricht sich laut "Spiegel" gegen einen Bann aus, wie ihn die USA, Australien und Japan planen. Huawei stellt Smartphones her und beliefert die Mobilfunk-Provider mit Ausrüstung. Das Bundesamt hat Huawei-Bauteile gekauft, überprüft und keinen Daten-Missbrauch festgestellt.
"Spiegel" 51/2018, S. 60 (Paid), turi2.de (Background)

"Handelsblatt": ZTE verliert Telefónica-Auftrag, United Internet plant Zusammenarbeit.

ZTE verliert die Ausschreibung um die Wartung der Netze von Telefónica Deutschland und muss sich von einem der größten Auslandsaufträge verabschieden. Wie das "Handelsblatt" berichtet, verhandelt der chinesische Technologie-Konzern bereits mit United Internet. ZTE könnte den Ausbau des 5G-Netzes für United Internet übernehmen, der Mobilfunkanbieter die Infrastruktur dann leasen.
"Handelsblatt", S. 16-17

Google-CEO Sundar Pichai bestreitet in seiner Senatsanhörung China-Pläne.


Nur eine Versuchmaschine: Google-Chef Sundar Pichai hat sich am späten Dienstag fast vier Stunden lang den Fragen der US-Abgeordneten gestellt und einer abgespeckten Suchmaschine in China eine Absage erteilt. "Es gibt aktuell keine Pläne dafür", sagt Pichai. Er gab jedoch zu, dass über 100 Software-Ingenieure an einem Prototyp gearbeitet haben. Mit dem sogenannten Projekt Dragonfly habe Google jedoch nur ausprobieren wollen, wie eine zensierte Google-Version funktionieren würde, sagte Pichai auf Nachfrage.

Dragonfly wurde im August bekannt, woraufhin sich Google deutlicher Kritik von außen wie auch von Mitarbeitern gegenüber sah. In der Senatsanhörung äußerte sich Pichai auch zum Umfang der mit Android gesammelten Daten und bestritt, dass Google konservative Ansichten in der Ansicht von Suchergebnissen benachteilige.
handelsblatt.com, faz.net, cnbc.com, turi2.de (Background Anhörung), turi2.de (Background Dragonfly)

China überwacht seine Bürger ab 2020 mit Social Credit System.

China wird ab 2020 die erste Digitaldiktatur der Welt, beobachtet Jörg Heinrich. Die Regierung belohnt dann brave Bürge mit Social Credits und stuft Verrufene, die z.B. viel Alkohol kaufen, ab. Chinesen, die negativ auffallen, bekommen bereits jetzt oft keine Zug- und Flugtickets. Der Score bei "Sesame Credit" speist sich u.a. aus Daten von Behörden, dem Arbeitgeber, Shoppingsmalls und Co.
lead-digital.de

Bertelsmann investiert in den chinesischen Musikstreaming-Dienst NetEase Cloud.

Bertelsmann beteiligt sich über seinen Investment-Fond BAI an einer 600 Mio Dollar schweren Finanzierungsrunde der Musikplattform NetEase Cloud Music. Neben Geld will Bertelsmann auch eine Kooperation mit der Musiksparte BMG beisteuern. Außer Bertelsmann beteiligen sich unter anderem Baidu, General Atlantic und Boyu Capital Geld an der Finanzierungsrunde. Haupteigner des chinesischen Musikstreaming-Dienstes mit laut eigenen Angaben 600 Mio registrierten Nutzern ist der gleichnamige Online-Game-Provider NetEase.
"New Business" 49/2018, S. 42 (Paid), presseportal.de

Google-Mitarbeiter unterzeichnen Petition gegen "Project Dragonfly".

Google bekommt mal wieder Gegenwind aus den eigenen Reihen – die Mitarbeiter stellen sich mit einer Petition gegen das Project Dragonfly, bei dem Google eine zensierte Suchmaschine speziell für China entwickelt. Mit dem Brief solidarisieren sich die Google-Mitarbeiter mit einer Kampagne von Amnesty International. Diese fordert, das Vorhaben für den chinesischen Markt komplett aufzugeben, da sich Google "mitschuldig an den systematischen Menschenrechtsverletzungen" mache.
businessinsider.de, heise.com

USA rufen auch Deutschland zu Huawei-Boykott auf.

USA werben bei Offiziellen und Unternehmen im Ausland für einen Boykott des chinesischen Elektronikkonzerns Huawei. Auch in Deutschland drängen sie darauf, keine Technologie von Huawei in der Telekommunikation zu nutzen, weil China so Daten abfangen könnte, berichtet das "Wall Street Journal". Die USA sorgen sich dabei auch um ihr eigenes Wohl, denn Teile der militärischen Kommunikation laufen über die ganz normalen, kommerziellen Netze.
wsj.com

Basta: Rache ist Blutwurst. Auf einem Media-Brötchen.

Schmollbär-Bezos: Amazon und Apple üben Vergeltung gegen Bloomberg. Genauer: gegen einen Artikel über einen angeblichen chinesischen Hack bei Mikrochips. Nachdem Tim Cook öffentlich gefordert hatte, den Beitrag zurückzuziehen, zieht er selbst zurück – die Unterlippe und Anzeigen. Apple-Ätschibätsch lädt Bloomberg nicht zum Herbstevent ein.
buzzfeednews.com

Zahl des Tages: Chinas Internetkontrolleur hat korrupte 4 Mio Euro angenommen.

Zahl des Tages: Saftige 32 Mio Yuan – umgerechnet 4 Mio Euro – Bestechungsgeld kassierte Lu Wei, seines Zeichens chinesisch-scharfgeschaltener Dobermann der Internetzensur, von 2002 bis 2017. Er hat seine Taten im Prozess gestanden. Chinas Behörden sperren nicht nur Plattformen wie Facebook und Twitter, sondern auch Google-Dienste und unzählige Medienseiten und Menschenrechtsorganisationen, etwa die der "New York Times" und Amnesty International.
spiegel.de

Deutsche Welle zeigt mit neuem Büro Präsenz in Taiwan.

Deutsche Welle eröffnet ein Büro in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Vier Redakteure berichten für das chinesische, englische und deutsche Angebot des Auslandssenders. Schon seit Jahren versucht die Deutsche Welle erfolglos, ein Büro in der chinesischen Hauptstadt Peking aufzubauen. DW-Inhalte werden in China blockiert.
dw.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Die Regierung redet uns nicht rein." – Peter Limbourg über 65 Jahre Deutsche Welle. (6/2018)

Google bekommt in China nichts mehr vom Kuchen ab, glaubt Christoph Giesen.

China: Google versteht nicht, dass der Kuchen längst verteilt und Dragonfly zu spät dran ist, meint Christoph Giesen. Statt bei Amazon kaufen Chinesen bei Alibaba, statt bei Google suchen sie bei Baidu, zum kommunizieren nutzen sie WeChat. Die Frage sei nicht, wann und wie das Silicon Valley in China Fuß fasst, sondern wann der vielfach größere, chinesisch Digitalmarkt herüberschwappt.
sueddeutsche.de

Deutschland will bei 5G-Technologie keine Anbieter aus China ausschließen.

Bundesregierung will beim Mobilfunkstandard 5G keine chinesischen Anbieter ausschließen, wie Australien und die USA es tun. Beide Länder bannen aus Angst vor Industriespionage z.B. Huawei, das eng mit der chinesischen Regierung verbandelt sein soll. Die Bundesregierung will das Abzapfen von Daten durch Kontrollen verhindern. Cybersicherheitsexperten bezweifeln, dass das funktioniert.
handelsblatt.com

Google will mit "Project Dragonfly" den chinesischen Markt erforschen.

Google: Konzern-Chef Sundar Pichai verteidigt die Entwicklung einer zensierten Suchmaschine speziell für China. Mit dem Project Dragonfly, das auch innerhalb der Firma auf Kritik stößt, wolle Google erforschen, wie weit der Suchkonzern in China gehen könne. 99 % der Suchanfragen wären von Zensur nicht betroffen, sagt Pichai. Zudem sei wichtig, herauszufinden, wie wichtig der Markt sei und wie viele Nutzer es geben könnte. Schließlich ist der chinesische Suchmarkt schon durch den lokalen Giganten Baidu besetzt. Anfang 2010 hat sich Google aus China zurückgezogen.
onlinemarketing.de, cnet.com, theverge.com

Apple versichert dem US-Kongress, keine Spionagechips gefunden zu haben.


Kein fauler Apfel: George Stathakopoulos, Apples Chef für Informationssicherheit, widerspricht einem Bloomberg-Bericht, chinesische Hacker hätten Spionagechips von der Firma Supermicro in Apples Server verbaut, berichtet Reuters. In einem Brief an den US-Kongress versichert Stathakopoulos, Apple habe die Server wiederholt überprüft und keinen Beleg für die Anschuldigungen gefunden.

Bloomberg hatte am Donnerstag unter Berufung auf 17 Informanten berichtet, chinesische Spionagechips seien in tausende Server bei Apple, Amazon und weiteren US-Unternehmen verbaut worden. Regierungsbehörden aus den USA sowie Großbritannien hatten die Dementi der Internetriesen zuvor bereits als glaubwürdig eingestuft. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat Apple und Amazon um Stellungnahmen gebeten.
reuters.com, theverge.com, faz.net, turi2.de (Background)

Chinesen sollen Spionagechips bei Apple und Amazon eingeschmuggelt haben.

China hat Spionagechips in tausende Server von Apple, Amazon und andere US-Unternehmen verbaut, berichtet Bloomberg. Der Bericht stützt sich auf 17 Informanten. Die Unternehmen und China widersprechen. China soll die Chip-Wanzen auf Platinen geschmuggelt haben, die vom Unternehmen Supermicro in Server eingebaut wurden. Dies soll schon 2015 aufgefallen sein.
bloomberg.com, spiegel.de

China: Google arbeitet an Suchmaschinen-Prototyp, der Daten weitergibt.

Google: Über ein internes Memo sind weitere Details zu Dragonfly, der Suchmaschine für China, bekannt geworden. Google arbeitet demnach an einem App-Prototypen, der Informationen zensiert und nur Nutzern offen steht, die sich anmelden und ihren Standort preisgeben. Die Daten will Google mit einem chinesischen Partner Drittanbieter teilen.
theintercept.com, turi2.de (Background)

Volkswagen: Holger Santel löst Thomas Zahn als Vetriebs- und Marketingchef ab.

Volkswagen holt Holger Santel, 50, aus China zurück in die Heimat. Er verantwortet ab November Vertrieb und Marketing für Volkswagen PKW in Deutschland. Er folgt auf Thomas Zahn, der "neue Aufgaben" im Konzern übernehmen soll. Santel ist seit 22 Jahren bei Volkswagen tätig, bisher als Executive Vice President von SAIC Volkswagen in China.
automobilwoche.de, horizont.net

Amazon untersucht, ob Mitarbeiter Daten an Händler verkauft haben.


False friends: Amazon untersucht, ob Mitarbeiter in den USA und China Bestechungsgelder für interne Daten und vertrauliche Informationen von Händlern angenommen haben. Für Summen zwischen 80 und 2.000 Dollar verschachern sie laut Vorwürfen über Vermittler u.a. Verkaufsanalysen, E-Mail-Adressen von Käufern, die negative Bewertungen geschrieben haben, und stellen geblockte Amazon-Konten wieder her. Amazon hat seit Mai die wichtigsten Führungskräfte in China neu besetzt, um dem Problem Herr zu werden.

Insgesamt sind auf Amazon mehr als 2 Mio Händler aktiv und verkaufen rund 550 Mio Produkte. Der Algorithmus sortiert die Ergebnisse der Produktsuche anhand mehrerer Faktoren, u.a. Bewertungen und Anzahl der Klicks.
wsj.com

Porträt: Künftiger Alibaba-Chef Zhang möchte mehr sein als ein Manager.

Alibaba: Daniel Zhang will als künftiger Vorstandschef den chinesischen Online-Riesen nicht nur managen, sondern auch neue Ideen für die Zukunft entwickeln, schreibt Sha Hua in einem Porträt. In chinesischen Medien gelte Zhang als Mann, der bei Alibaba auf der Autobahn die Motoren gewechselt und einen Traktor durch eine Boeing 747 ersetzt habe. Er besitze den Spitznamen Xiayaozi - übersetzt "sorgloser Wanderer".
handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Alibaba: Daniel Zhang übernimmt 2019 den Chefposten von Jack Ma.

Alibaba: Jack Ma gibt seinen Posten als Vorstandschef des chinesischen Online-Riesen auf. In zwölf Monaten wird Daniel Zhang (Foto), bisher CEO des Konzerns, den Job übernehmen, berichtet die "South China Morning Post". In der Zwischenzeit will Alibaba den Übergang organisieren. Am Wochenende hatte es Verwirrung um den Führungswechsel gegeben. Die "New York Times" hatte von einem sofortigen Abgang Mas berichtet.
handelsblatt.com, scmp.com