"SZ"-Autor Johannes Kuhn wechselt zum Deutschlandfunk.

Süddeutsche Zeitung: Johannes Kuhn, Autor und Ex-US-Korrespondent für Tech- und Wirtschaftsthemen, wechselt im August als Korrespondent in das Hauptstadtstudio von Deutschlandfunk, verkündigt der Journalist bei Twitter. Künftiger Schwerpunkt sei die Digitalpolitik. Kuhn arbeitete knapp zehn Jahre für die "Süddeutsche Zeitung".
twitter.com

Bloggerin erfindet Holocaust-Opfer, täuscht Zeit Online und Deutschlandfunk.


Schauriger Schein: Bloggerin Marie Sophie Hingst hat über Jahre Leser und Medien mit erfundenen Holocaust-Opfern getäuscht, berichtet Martin Doerry im "Spiegel". Hingst veröffentlichte eine weitere Fake-Story über ihre angebliche Flüchtlings-Hilfe unter anderem Namen bei Zeit Online und berichtete bei Deutschlandfunk Nova. Die Goldenen Blogger ehrten sie als Bloggerin des Jahres 2017 für die Fantasie-Geschichten ihres Blogs Read on My Dear, Read on.

Demnach erfand Hingst mehrere Familienmitglieder, die in Auschwitz getötet worden seien oder das KZ überlebten. Tatsächlich stammt Hingst aus einer evangelischen Familie. Ihr Drang zum Geschichten-Erfinden sei so weit gegangen, dass sie Dokumente zu erfundenen Familienmitgliedern bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einreichte, berichtet der "Spiegel". Mit den Täuschungen konfrontiert, entschuldigt sich Hingst, ihre Texte nähmen ein "erhebliches Maß an künstlerischer Freiheit für sich in Anspruch". Auch Zeit Online recherchiert ihr hinterher. Hingst habe daraufhin die Identität einer verstorbenen Person benutzt, um in deren Namen E-Mails an die Redaktion zu schreiben. (Foto: obs / Die Goldenen Blogger / Henrik Andree, Montage: turi2)
"Spiegel" 23/2019, S. 112-115 (Paid), spiegel.de, zeit.de

Hör-Tipp: Neue Online-Regeln der öffentlich-rechtlichen Sender stärken US-Plattformen.

Hör-Tipp: Daniel Bouhs und Deutschlandfunk-Moderator Tim Wiese sprechen über die Änderungen im Rundfunkstaatsvertrag, der ARD, ZDF und Deutschlandradio bei Facebook oder YouTube mehr Online-Inhalte einräumt - wovon die US-Plattformen profitierten. Da Personal für die Bespielung der Drittplattformen fehle, sparten die öffentlich-rechtlichen Sender bei Texten.
deutschlandfunkkultur.de (8-Min-Audio)

Video-Tipp: Konferenz "Subscribe10" liefert Tipps für Podcaster.

Video-Tipp: Beim Deutschlandfunk hat am Wochenende die Podcaster-Konferenz Subscribe 10 stattgefunden. Die Themen reichten von Minderheiten-Podcasts über Software- und Technik-Tipps bis hin zu Social Media und Datenschutz für Podcaster. U.a. gaben Spiegel Online und die "Süddeutsche" Einblicke in ihre Arbeit. Die Mitschnitte der fast 40 Vorträgen und Diskussionsrunden stehen als YouTube-Playlist bereit.
youtube.com (Playlist)

Deutschlandfunk: DFB besteht auf "Abnahme" und "Vetorecht" bei Berichten aus Video-Keller.


Runde Sache? Medienjournalist Daniel Bouhs veröffentlicht im Deutschlandfunk einen weiteren Fall von fragwürdiger Pressearbeit des DFB – nach dem Interview-Abbruch durch Verbandsboss Reinhard Grindel (Foto) bei der Deutschen Welle. Im Rahmen der Berichterstattung über die Video-Schiedsrichter der Liga verlangte der DFB "bei der Abnahme des Hörfunkstücks als Ganzes dabei" zu sein und ein "Vetorecht". "Bild" und Der WDR-Hörfunk spielten mit, der Deutschlandfunk lehnte ab.

Die DFB-Pressestelle erklärt, die Kontrolle der redaktionellen Arbeit sei wichtig, um Irritationen bei der Spielleitung zu vermeiden. Die Schiedsrichter sollten sich auf ihre Arbeit konzentrieren und nicht über eine mögliche Berichterstattung nachdenken.

Bouhs kritisiert das Schweigen des DFB-Bosses auch grundsätzlich: Der Sportredaktion des Deutschlandfunks verweigere Grindel seit Jahren ein ausführliches Interview, auch das WDR-Magazin "Sport Inside" kassiere laufend Absagen und bekomme stattdessen nur schriftliche Antworten oder Verweise auf allgemeine Statements des Verbandes.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Ergänzung 18.32019, 18.05 Uhr: Ein "Bild"-Sprecher teilt mit, es habe bei der Berichterstattung "keine Einschränkungen" gegeben habe. "Bild" habe "ausschließlich Zitate des Schiedsrichters zu Spielern außerhalb des Videobeweises dem DFB zur Autorisierung vorgelegt".

Lokalradios sollten Themen nicht zu lokal wählen, findet Hans Hoff.

Lokalradios verfestigen ein Hörer-Weltbild, das jenseits der Stadtgrenze unscharf wird, wenn sie nur Lokales erzählen, glaubt Hans Hoff. Das "krampfhafte Herunterbrechen von internationalen Themen aufs Lokale" nervt ihn. Er bricht eine Lanze für Deutschlandfunk Kultur: Der Sender erweitere "beinahe beiläufig" seinen Horizont und spiele guten Pop.
dwdl.de

Bayerns Ministerpräsident Söder will Rundfunkbeitrag an die Inflation koppeln.

Rundfunkbeitrag : Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert im "Spiegel", die Entwicklung des Rundfunkbeitrags an die Inflation zu koppeln. Den Anstalten solle außerdem ein Budget zugewiesen werden, über das sie eigenverantwortlich entscheiden können. Für eine Steigerung des aktuellen Beitrags von 17,50 Euro auf mehr als 18 Euro schließt Söder aus.
"Spiegel" 10/2019, S. 63 (Paid)

Rundfunkbeitrag wird 17,98 Euro nicht übersteigen, sagt Staatsminister Rainer Robra.

Rundfunkbeitrag stößt bei 17,98 Euro an eine Grenze, sagt Sachsen-Anhalts Staatskanzlei-Chef Rainer Robra. In seinem Bundesland sei dies die Schallmauer. Robra mahnt Einsparungen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten an und sieht noch Verbesserungsbedarf in der Berichterstattung über den Osten.
tagesspiegel.de

Zitat: Ralf Müller-Schmid sieht DLF Nova als Vorreiter des guten Geschmacks.

"Mainstream kann sicher auch Spaß machen, aber dazu werden wir nicht gebraucht."

Ralf Müller-Schmid, Programmchef von Deutschlandfunk Nova, sieht seinen Sender als "Entdecker von Interpreten und Titeln". Das könne der Sender nur leisten, weil er generell und "auch von Werbeeinnahmen" unabhängig sei, sagt er im Interview mit Radioszene.
radioszene.de

Hör-Tipp: "Babylon Berlin" erzählt mehr über die Gegenwart als über die 1920er.

Hör-Tipp: Die Serie "Babylon Berlin" verrät mehr über unsere Gegenwart als über die 1920er Jahre, sagt Hanno Hochmuth im "Hörsaal" von Deutschlandfunk Nova. Der Historiker stellt zehn Thesen auf zum Mythos der "Goldenen Zwanziger". Wichtig für den Erfolg der Co-Produktion von ARD und Sky sei die Vermarktung Berlins als Party-Metropole. Genau wie damals sei die Demokratie auch heute von rechts bedroht.
deutschlandfunknova.de (47-Min-Audio)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Sky-Kommunikator Ralph Fürther erklärt die Kooperation zwischen ARD und Sky. (9/2018)

Hör-Tipp: Deutschlandfunk Kultur podcastet "Lakonisch Elegant".

Hör-Tipp: Deutschlandfunk Kultur streamt ab morgen den Podcast "Lakonisch Elegant" aufs Handy. Zeitsouverän und einmal pro Woche will das Format Debatten in Popkultur, Film und Literatur weitererzählen. Am Mikro sind die Deutschlandfunk-Stimmen Christine Watty, Julius Stucke und Johannes Nichelmann sowie Podcasterin Katrin Rönicke.
deutschlandfunkkultur.de

Lese-Tipp: "Journalist" veröffentlicht Interviews zur Zukunft der Öffentlich-rechtlichen.

Lese-Tipp: Der "Journalist" veröffentlicht eine Interviewreihe zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Gespräche entstanden zusammen mit Studenten der HMKW Köln. Antworten geben unter anderem Comedian Ralf Kabelka, SWR-Justiziar Hermann Eicher und ARD.de-Redaktionsleiter Thomas Laufersweiler.
journalist-magazin.de

"Horizont": Verleger und Intendanten einigen sich auf Neuordnung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote.


Was lange währt: Die Verleger und Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio machen den Weg frei für einen neuen Telemedienauftrag. Es sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig das Verbot der Presseähnlichkeit in ihren Online-Angeboten akzeptieren, berichtet Ulrike Simon. Das sei das Ergebnis eines Treffens zwischen BDZV-Präsident Mathias Döpfner, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Stefan Raue vom Deutschlandradio und ARD-Vertreterin Karola Wille.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote künftig auf längere Texte ohne Bezug zu einer Sendung verzichten. Websites und Apps von ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich damit komplett auf audiovisuelle Inhalte konzentrieren und dürfen mit Texten nur noch anteasern. Sollte es Streit geben, entscheidet eine gemeinsame Schiedsstelle. Wie dies rechtssicher im neuen Telemediengesetz formuliert wird, müssen die Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Der juristische Streit zwischen den Verlegern und den Öffentlich-Rechtlichen schwelt seit Jahren – unter anderem beschäftigen sich Gerichte mit der Tagesschau-App. Eine Einigung könnte diese Verfahren nun auflösen. Das neue Telemediengesetz bietet aber auch Zuckerstückchen für die Öffentlich-Rechtlichen: So sollen Inhalte künftig länger in Mediatheken online bleiben dürfen. Auch der Rundfunkbeitrag könnte künftig an die Inflation gekoppelt werden – was mehr Geld in die Kassen der Sender spülen würde.
horizont.net

Deutschlandradio startet Themensammlung für die geplante Denkfabrik.

Deutschlandradio will noch in diesem Monat starten, Themenvorschläge für die geplante Denkfabrik zu sammeln, schreibt Ulrike Simon. Intendant Stefan Raue, der die Denkfabrik bereits 2017 angekündigt hatte, habe das Projekt zur Chefsache erklärt. Themenvorschläge sollen von Mitarbeitern sowie Hörern und Nutzern kommen.
daily.spiegel.de (Paid)

Mehrheit der Deutschen gegen Abschaffung der Öffentlich-Rechtlichen.

Öffentliche-rechtlicher Rundfunk in Deutschland soll nicht abgeschafft werden, sagen 55 % der Befragten in einer Civey-Befragung im Auftrag des "Hamburger Abendblatts". 39 % sagen "nein, auf keinen Fall", 16 % "eher nein". Dem stehen 29 % gegenüber, die ARD und ZDF "auf jeden Fall" abschaffen wollen. Die Ablehnung der Öffentlich-Rechtlichen ist im Osten größer als im Westen. Männer befürworten ARD und Co. häufiger als Frauen.
abendblatt.de

Deutschlandfunk Nova sendet ab März auch aus Berlin.

Deutschlandradio baut das digitale Programm des jungen Formats Deutschlandfunk Nova aus und sendet ab März auch aus Berlin. Der Sender produziert bislang überwiegend in Köln und ergänzt das Programm durch das neue Format "Ab 21". Mit dem Schritt in die Hauptstadt will Deutschlandfunk "mehr kreativen Freiraum" für die Themen der Zielgruppe schaffen, so Programmdirektor Andreas-Peter Weber.
presseportal.de

Zitat: Ex-Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof plädiert gegen Werbung bei ARD und ZDF.

"Ich wäre dafür gewesen, den Rundfunkbeitrag nicht um 48 Cent auf 17,50 Euro zu senken. Diese Ersparnis beeindruckt den Bürger nicht."

Ex-Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof sagt im "Welt"-Interview ein werbefreier öffentlich-rechtlicher Rundfunk würde mehr Zustimmung erhalten als ein günstigerer.
welt.de (Paid)

Zitat: Christian Ulmen findet es schwierig, eine eigene Meinung zu vertreten.

Christian Ulmen-150 Foto dpa"Ich bin wie eine Qualle, ein Wesen ohne Rückgrat. Ich find mal das richtig und mal das."

Produzent Christian Ulmen findet es "wahnsinnig schwierig", eine eigene Meinung zu finden und beendet deshalb seine Deutschlandfunk-Medienkolumne. Ulmen verabschiedet sich mit einem Katzenfoto von Deutschlandfunk Nova.
deutschlandfunk.de (3-Min-Audio), turi2.de (Background)

Deutschlandradio will bei Investigation und Events kooperieren.

Deutschlandradio: Intendant Stefan Raue ist nach 100 Tagen im Amt eifrig auf der Suche nach Partnern. Um Investigatives zu stärken, will Raue mit anderen Medien arbeiten und eventuell einen namhaften Rechercheur von außen anwerben, hört Ulrike Simon. Mit weiteren Partnern will der Sender mehr Konferenzen veranstalten: Nach "Formate des Politischen" sollen Events für Kultur- und für Wissensthemen folgen.
daily.spiegel.de

Julia Stein kritisiert das hohe Tempo im Journalismus.

"Das hohe Tempo ist Gift für den Journalismus."

Julia Stein, Leiterin der Redaktion "Politik und Recherche" des NDR in Schleswig-Holstein spricht im Interview des Deutschlandfunks über die Klippen bei der Arbeit. Für sie ist es eine "Herausforderung, die kleinen Manipulationen im journalistischen Alltag aufzuspüren."
deutschlandfunk.de (7-Min-Audio)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Julia Stein über die Macht des Recherche-Tankers.

Stefan Raue: BDZV-Präsident Döpf­ner hat journalistisches Terrain verlassen.

Ma­thi­as Döpf­ner und die anderen Vertreter der Kritik am "Staatsrundfunk" verlassen den journalistischen Boden und sind selbst Partei, meint Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue in einem Gastbeitrag im "Spiegel". Wo­chen­lang sei kaum ein Tag ohne An­grif­fe un­ter der Gür­tel­li­nie vergangen. Der "klein­geis­ti­ge Krieg" helfe aber niemandem, nötig seien Kom­pro­misse. Die wirkliche Gefahr für die Verlage seien Google, Facebook und Co. Raue schreibt, auch die Öffent­lich-Recht­li­chen hätten im Umgang mit Print-Kollegen "Sün­den" begangen.
"Spiegel", 46/2017, S. 84-85 (Paid)

ARD Audiothek startet und umschifft elegant die Löschfrist.

ARD startet morgen offiziell ihre Audiothek mit einem medienpolitisch spannenden Feature: Nutzer können die Löschfrist für Inhalte mit einem Download umgehen. Beiträge herunterzuladen sei eine Privatkopie, der Download stehe außerhalb der Verweildauer-Vorschriften für Mediatheken, argumentieren ARD.de-Redaktionsleiter Thomas Laufersweiler und Radio-Bremen-Programmdirektor Jan Weyrauch bei einem Pressegespräch in Berlin. Öffentlich-rechtliche Inhalte müssen nach bestimmten Fristen gelöscht werden, das schreibt der Rundfunkstaatsvertrag vor. Die neue Audiothek bündelt Radioinhalte aller neun ARD-Rundfunkanstalten und des Deutschlandradios.

Zum Start sind 560 Sendungen über die App abrufbar, täglich gehen mehrere hundert neue Folgen und Beiträge online. Viele Formate fehlen noch, weil jede Sendung Vorschaubilder und bestimmte Metadaten mitliefern muss, damit alles einheitlich aussieht und durchsuchbar ist. News und tagesaktuelle Inhalte fließen nicht ins Angebot ein. Der Fokus liegt auf Dokus, Reportagen, Magazinen, Comedy und Hörspielen. Die hausinterne App-Entwicklung kostete vergleichsweise günstige 200.000 Euro. In den vergangenen Test-Tagen luden 13.000 Nutzer die App herunter.
turi2 vor Ort beim Pressegespräch in Berlin, itunes.apple.com (iPhone), play.google.com (Android)

Deutschlandfunk Kultur unterbricht Sendebetrieb nach Bombenfund.


Bombenfund am Brückentag: Das Deutschlandradio muss sein Berliner Funkhaus nach dem Fund einer Weltkriegsbombe räumen. Deutschlandfunk Kultur unterbricht am Nachmittag den Sendebetrieb. Der Sender strahlt zeitweilig das Programm des Deutschlandfunks aus Köln aus. Seit 17 Uhr kommen die Sendungen aus dem Hauptstadtstudio im Berliner Regierungsviertel.

Das frühere Funkhaus des Rias liegt innerhalb eines 500-Meter-Sperrkreises. Betroffen ist auch der Verkehr: Die Stadtautobahn ist gesperrt, die Ring-S-Bahn und eine U-Bahn-Linie sind unterbrochen. Mehrere tausend Menschen müssen Häuser verlassen. Die 250-Kilo-Bombe wurde bei Bauarbeiten gefunden. Wann sie entschärft wird, ist derzeit noch unklar. (Foto: Picture Alliance / Bildagentur-online)
turi2 - eigene Infos, deutschlandfunk.de, rbb24.de

Update: Seit dem 3. Oktober, gegen 7 Uhr, kann Deutschlandfunk Kultur wieder aus dem Funkhaus senden. Die Bombe wurde entschärft.

Meinung: ARD und ZDF müssen sich um besseres Programm kümmern.

ARD und ZDF denken bei ihren Reformplänen zu kurz und vergessen das Programm, meint Joachim Huber. Der Reformwille beschränke sich auf Organisation, Verwaltung und Technik. ARD, ZDF und Deutschlandradio müssten aber für "Exzellenz im Programm" sorgen. Es gelte, den Programmauftrag zu konzentrieren. Der "Wahn zu Omnipräsenz und Omnipotenz in allen Formaten und Farben" müsse ein Ende finden.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Deutschlandfunk launcht den Podcast "Der Tag".

Deutschlandfunk startet den werktäglichen Podcast Der Tag. Das 15-minütige Format vertieft ab 17 Uhr zwei bis drei politische oder gesellschaftliche Themen - in der ersten Ausgabe geht es um den Streit in der AfD und die Perspektiven einer Jamaika-Koalition. Vier Moderatoren präsentieren den Podcast im Wechsel. Das Angebot soll den Deutschlandfunk-Anspruch "Alles von Relevanz" stärker im Netz verankern.
radioszene.de, deutschlandfunk.de

Kleinere Parteien profitieren von Radio-Wahlwerbung besonders.

Wahlwerbung im Radio wird oft unterschätzt und kommt insbesondere den kleineren Parteien zugute, schreibt Stefan Fries. Die Nischen-Parteien, die in der medialen Berichterstattung sonst untergehen, bekommen eine Bühne wie die Großen und profitieren von der kostenlosen Radio-Wahlwerbung. Auch ansonsten werbefreie Wellen wie der Deutschlandfunk sind zur Ausstrahlung verpflichtet.
deutschlandfunk.de

Jürgen Kaube: ARD und ZDF sollen Bürger nicht für dumm verkaufen.

ARD und ZDF sollen die Bürger nicht für dumm verkaufen, meint "FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube. Er habe nichts gegen Spaßköche, Heimatklänge und "Unterhaltung unter dem eigenen Niveau", doch Bürger sollten dies nicht unabhängig von der Nutzung teuer bezahlen müssen. Der Großteil des zwangsfinanziert Ausgestrahlten habe nichts mit der Demokratie oder einem Bildungsauftrag zu tun. Das Deutschlandradio, Arte, 3sat und ARD-Alpha seien hingegen positive Beispiele. Zudem habe die "FAZ" das Wort "Staatsrundfunk", anders als vom Deutschlandfunk behauptet, in den vergangenen zwei Jahren für ARD und ZDF nicht verwendet, nur einmal zitiert.
"FAZ", S. 1 (Paid), turi2.de (Background)

"SZ": Welchen Rundfunkbeitrag ARD und ZDF fordern werden, ist offen.

ard_zdf_150x150Rundfunkbeitrag: Ob ARD, ZDF und Deutschlandradio wie von der "FAZ" berichtet eine Erhöhung des Beitrags auf 21 Euro fordern werden, ist offen, schreibt Hans Hoff. Dies entscheide sich erst im September. Die angebliche Forderung von 21 Euro Rundfunkbeitrag stamme aus einem öffentlichen Papier auf der ARD-Homepage vom November 2016 und sei nur eine Modellrechnung.
sueddeutsche.de, ard.de (ARD-Papier, Modellrechnung S. 27, PDF), turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Öffentlich-Rechtliche wollen Rundfunkbeitrag von 21 Euro.

Zahl des Tages: Schrittweise von heute monatlich 17,50 Euro auf 21 Euro in 2029 sollen die Rundfunkgebühren steigen, fordern ARD, ZDF und Deutschlandfunk. Laut der "FAS" wollen sie im September den Bundesländern eine entsprechende automatische Anpassung der Beiträge vorschlagen. Gegenüber der "Bild" bestreitet ARD-Sprecher Steffen Grimberg die Darstellung der "FAS" und nennt sie "frei erfunden".
faz.net, "Bild", S. 8 (Paid)

Zahl des Tages: Datenabgleich hat zu 4,1 Mio neuen Rundfunkbeitrags-Zahlern geführt.

Zahl des Tages: Rund 4,1 Mio Personen hat der Beitragsservice gefunden, die bisher keinen Beitrag für ARD und ZDF gezahlt haben, sagt Beitragsservice-Chef Stefan Wolf im Interview mit "Bild". Die Betroffenen seien zur Beitragspflicht angemeldet worden, viele Klärungsprozesse dauerten noch an. Dies sei der Grund, weshalb gegen etwa 1,46 Mio säumige Beitragszahler Vollstreckungsmaßnahmen laufen.
bild.de (Paid)

Produzenten-Allianz spricht sich für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags aus.

Produzenten-Allianz fordert eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Eine Erhöhung sei u.a. deshalb "unvermeidlich", weil die festen Kosten von ARD und ZDF steigen, sagt Christoph Palmer, Chef der Produzenten-Allianz im Interview mit dem "Tagesspiegel". Mit der Steigerung von Film-Fördermitteln in 2018 sei er hingegen zufrieden.
dwdl.de, tagesspiegel.de

ARD, Deutschlandradio und Gewerkschaften einigen sich über Altersversorgung.


Gnadenbrot-Deal für Rundfunkrentner: Die Journalisten-Gewerkschaften einigen sich mit ARD, Deutschlandradio und Deutscher Welle auf eine Reform der betrieblichen Altersversorgung der Rundfunkanstalten. Die Renten sollen künftig um 1 Prozentpunkt geringer steigen als die Gehälter. Anders als im öffentlichen Dienst ist der Anstieg aber nicht nach oben gedeckelt. Die Verhandlungen dauerten insgesamt fünf Jahre.

Auch befristet angestellte Journalisten können künftig Altersversorgungsansprüche erwerben. Die Tarifparteien müssen die Eckpunkte, die nach fünf Jahren Verhandlungen beschlossen sind, bis 31. Juli in Tarifverträge umsetzen. Die ARD-Vorsitzende Karola Wille sagt, mit dem Kompromiss hätten die Tarifpartner ihre Handlungsfähigkeit und Reformbereitschaft bewiesen. Die Altersversorgung der Rundfunkanstalten habe nun eine dauerhaft tragfähige Grundlage. Die Verhandlungen waren durch eine Kündigung des bisherigen Versorgungstarifvertrags durch die Rundfunkanstalten nötig geworden.
presseportal.de, djv.de

Hör-Tipp: Medienmagazin "Mediares" widmet sich Journalisten und Gewerkschaften.

Hör-Tipp: Deutschlandfunk beschäftigt sich am Tag der Arbeit in seinem Medienmagazin "Mediasres" monothematisch mit Medien und Gewerkschaften. Themen sind u.a. die Geschichte der Arbeiterzeitungen, der Medienumbau am Beispiel DuMont, ein Interview mit Verdi-Vertreter Frank Werneke sowie eines mit DJV-Chef Frank Überall.
deutschlandfunk.de (alle Beiträge/gesamte Sendung)

Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen bekommen neue Namen.

Deutschlandradio beerdigt die Marke Deutschlandradio und weitet die bekanntere Marke Deutschlandfunk auf alle seine Sender aus: Zunächst online und ab 1. Mai auch im Radio firmiert Deutschlandradio Kultur als Deutschlandfunk Kultur. Der junge Ableger DRadio Wissen heißt Deutschlandfunk Nova. Außerdem bekommen die Sender frischere Farben und neue Logos. Der Sender will deutlicher machen, dass alle drei Kanäle zusammengehören. Die Pläne waren bereits im September 2016 bekannt geworden.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Version dieser Meldung hat es zwei Fehler gegeben. Zum einen war von "Deutschlandfunk" als Betreiber der Sendergruppe die Rede, zum anderen haben wir den jungen Ableger "Deutschlandfunk Nova" versehentlich falsch betitelt. Wir bitten die Fehler zu entschuldigen.

Hör-Tipp: Deutschlandfunk startet heute @mediasres.

Hör-Tipp: Die werktägliche Medien-Sendung @mediasres feiert um 15.35 Uhr im Deutschlandfunk Premiere. Leiter Stefan Koldehoff und sein Team wollen tagesaktuell arbeiten und "Sendung mit der Maus" für medieninteressierte Laien spielen. @mediasres ersetzt "Markt und Medien", das Samstag zum letzten Mal lief.
"Süddeutsche Zeitung", S. 23 (Koldehoff), deutschlandfunk.de (Markt und Medien)

Thielko Grieß wird Moskau-Korrespondent des Deutschlandradios.

Thielko Griess-150Deutschlandradio schickt Thielko Grieß, 35, als Korrespondent nach Moskau. Grieß arbeitet seit Jahren für die Anstalt und moderierte u.a. die "Informationen am Morgen" im DLF. Er folgt auf Gesine Dornblüth, 47, die mit Thomas Franke das Büro texte und toene in Berlin neu aufstellen will. Dornblüth arbeitet künftig frei und weiterhin für die Deutschlandradio-Sender.
turi2 - eigene Infos

interview2: Dem Deutschlandradio stehen große Veränderungen bevor, sagt Intendant Willi Steul.


Das war erst der Anfang: Intendant Willi Steul kündigt tiefgreifende Reformen beim Funk-Flaggschiff Deutschlandradio an. Sein Nachfolger werde redaktionelle Abläufe ändern, stärker visuell und für Plattformen produzieren lassen, stellt Steul im turi2.tv-Interview in Aussicht. Er geht im Mai in den Ruhestand. In den vergangenen Jahren habe er einen Modernisierungsstau aufgelöst. Der neue Intendant müsse "den Zug in Fahrt bringen".

Steul ruft die Mitarbeiter von Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen auf, vieles in Frage zu stellen. Abläufe müssten sich grundlegend ändern, um Radio via Spotify und Podcast aufs iPhone zu bringen oder ein Visual Radio zu produzieren. Steul kritisiert, dass einige auf der Bremse stehen: "Nicht alle gehen mit dieser Leidenschaft an Veränderungen heran – das ist eine Aufgabe, die man intern zu bewältigen hat." Steul selbst will sich das aus der Distanz anschauen. Der Ethnologe und Historiker plant ein Buch über Dschingis Khan und ein Drehbuch zusammen mit seiner älteren Tochter.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)