Zitat: Rainer Robra sieht eine Indexierung des Rundfunkbeitrags kritisch.

"Bei so einem Gerangel möchte ich nicht dabei sein."

Rainer Robra, Medienminister von Sachsen-Anhalt, fürchtet eine Entpolitisierung der Rundfunkgesetzgebung, sollte der Rundfunkbeitrag indexiert werden. Das könne für die Akzeptanz der öffentlich-rechtlichen Anstalten gefährlich werden, sagt er im "promedia"-Interview.
medienpolitik.net

Beitragsservice veröffentlicht Formular zur Befreiung für Nebenwohnungen.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice veröffentlicht ein Formular, mit dem Besitzer eines Zweitwohnsitzes diesen vom Beitrag befreien können, wenn sie am Hauptwohnsitz bereits den Rundfunkbeitrag zahlen. Betroffene müssen den Antrag schriftlich stellen. Das Bundesverfassungsgericht hatte geurteilt, dass Personen mit mehreren Wohnsitzen nicht mehrfach zahlen müssen.
presseportal.de, rundfunkbeitrag.de (Antragsformular)

Ulrich Wilhelm will öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht nur als Kostenfrage diskutieren.

Ulrich Wilhelm schreibt in einem "Tagesspiegel"-Gastbeitrag, die Debatte um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk lasse sich nicht auf die Frage reduzieren, ob es billiger ginge. Für öffentliche Güter könnten rein ökonomische Kriterien nicht gelten. Es sei nicht im gesellschaftlichen Interesse, dass die Öffis nur die Nischen füllen, die kommerzielle Anbieter aus Mangel an Wirtschaftlichkeit verschmähen.
tagesspiegel.de

Rundfunkbeitrag: Beitragsservice hakt bei 3,5 Mio Bürgern nach.

Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio schickt 3,5 Mio postalische Grüße an Bürger, die keinen Rundfunkbeitrag zahlen. Empfänger müssen auf die "Klärungsschreiben" antworten, sonst werden sie automatisch angemeldet. Der Beitragsservice hat jüngst Daten aller Einwohner-Meldeämter mit seiner Datenbank abgeglichen.
twitter.com, presseportal.de, turi2.de (Background)

Hinweis: In einer früheren Version dieser Meldung war von 3,5 Mio mutmaßlichen Schuldnern bzw. Beitrag-Verweigerern die Rede. Der Beitragsservice rechnet jedoch damit, dass viele Angeschriebene in Wohn- oder Lebensgemeinschaften wohnen, in denen bereits ein Rundfunkbeitrag gezahlt wird.

Zitat: DRadio-Intendant Stefan Raue erwartet "fürsorgliche Belagerung" der Mediennutzer.

"Das Medienangebot der Zukunft wird penetrant, sehr persönlich und sehr aufdringlich sein."

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue prognostiziert in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel", dass Mediennutzer künftig auch von klassischen Medien eine "fürsorgliche Belagerung" erwarten, so wie bei Amazon, iTunes und in sozialen Netzwerken heute schon üblich.
tagesspiegel.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stefan Raue will sich den Text im Netz nicht gänzlich verbieten lassen.

Deutschlandradio will sparen, streicht Kinder- und Sportsendungen.

Deutschlandradio: Intendant Stefan Raue kündigt einen Sparkurs an, der u.a. Sport- und Kindersendungen trifft. "Aktuelle Sport" entfällt wochentags, die Sendung "Schlaglichter" wird mit "Studio 9" zusammengelegt, das Kinderprogramm Kakadu verschwindet ab 2019 werktags. Raue sagt, das überschrittene Budget für feste Mitarbeiter könne nicht mehr wie bisher mit Reserven ausgeglichen werden. Bis Jahresende will er beim Deutschlandradio noch 145.000 Euro sparen, beim ganzen Sender 600.000 Euro.
spiegel.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stefan Raue will sich den Text im Netz nicht gänzlich verbieten lassen.

Zitat: Thomas Bellut plädiert für starke Online-Präsenzen der Öffentlich-Rechtlichen.

"Wer nicht gehört wird, kann auch mit tiefschürfendster Information keine Wirkung entfalten."

ZDF-Intendant Thomas Bellut fordert im Deutschlandradio-Programmheft sicher nicht zur Freude der privaten Konkurrenz weitreichende Online-Angebote von ZDF und Co., um den Kontakt zu jungen Zielgruppen nicht zu verlieren.
deutschlandradio.de

Neuer Telemedienauftrag: Politik, Öffentlich-Rechtliche und Verlage beenden jahrelangen Streit.


Nur glückliche Gesichter (von links): Mathias Döpfner, Reiner Haseloff, Malu Dreyer, Ulrich Wilhelm, Thomas Bellut, Stefan Raue. (Foto: Twiehaus)

Weniger Text, Ausbau Mediatheken: Der Telemedienauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird in weiten Teilen überarbeitet – damit endet ein jahrelanges politisches Ringen zwischen den Sendern, den Verlagen und der Politik. Die Beteiligten stellen in Berlin die Ergebnisse vor: Wichtigste Neuerung ist, dass die Onlineangebote von ARD, ZDF und Deutschlandradio ihren Schwerpunkt auf Bild und Ton legen – presseähnliche Berichterstattung ist verboten.

Ein Zückerchen für die Sender: Die 7-Tage-Löschfrist für Inhalte in den Mediatheken fällt weg, sie können außerdem mehr europäische Filme und Serien einstellen. Die Politik beauftragt die Sender zudem ausdrücklich, interaktiv und über Social Media zu kommunizieren. Neu ist auch eine gemeinsame Schlichtungsstelle der Rundfunkanstalten und der Verlage – falls es doch noch Streit um die richtigen Anteile von Text, Video und Audio geben sollte.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff nannte die gemeinsame Lösung aller Beteiligten der Medienindustrie einen "historischen Moment". BDZV-Präsident Mathias Döpfner war spürbar erfreut, sich mit ARD, ZDF und Deutschlandradio zu einigen. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sagt, dass die Belastung der langen Verhandlungen geschafft sei. Wilhelm erinnert daran, dass sich manche journalistische Arbeitsweisen in den Sendern ändern müssten.

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue schränkte ein, noch mit dem Begriff Presseähnlichkeit zu fremdeln. Sein Deutschlandfunk wird etwa weiterhin die morgendlichen Interviews im Volltext anbieten. Döpfner zeigte sich grundsätzlich offen: "Keiner kann den Öffentlich-Rechtlichen verbieten, Textelemente zu nutzen". Wenn die Sender also bei investigativen Recherchen Dokumente zugänglich machen, bleibt das weiterhin erlaubt.
turi2 vor Ort bei Pressekonferenz in Berlin, rlp.de (Reaktionen), bdzv.de, ndr.de

"Horizont": Verleger und Intendanten einigen sich auf Neuordnung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote.


Was lange währt: Die Verleger und Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio machen den Weg frei für einen neuen Telemedienauftrag. Es sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig das Verbot der Presseähnlichkeit in ihren Online-Angeboten akzeptieren, berichtet Ulrike Simon. Das sei das Ergebnis eines Treffens zwischen BDZV-Präsident Mathias Döpfner, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Stefan Raue vom Deutschlandradio und ARD-Vertreterin Karola Wille.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote künftig auf längere Texte ohne Bezug zu einer Sendung verzichten. Websites und Apps von ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich damit komplett auf audiovisuelle Inhalte konzentrieren und dürfen mit Texten nur noch anteasern. Sollte es Streit geben, entscheidet eine gemeinsame Schiedsstelle. Wie dies rechtssicher im neuen Telemediengesetz formuliert wird, müssen die Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Der juristische Streit zwischen den Verlegern und den Öffentlich-Rechtlichen schwelt seit Jahren – unter anderem beschäftigen sich Gerichte mit der Tagesschau-App. Eine Einigung könnte diese Verfahren nun auflösen. Das neue Telemediengesetz bietet aber auch Zuckerstückchen für die Öffentlich-Rechtlichen: So sollen Inhalte künftig länger in Mediatheken online bleiben dürfen. Auch der Rundfunkbeitrag könnte künftig an die Inflation gekoppelt werden – was mehr Geld in die Kassen der Sender spülen würde.
horizont.net

Rundfunkbeitrag: Sechs Länder für Inflationsausgleich statt KEF-Empfehlung.

Rundfunkbeitrag: Sechs der 16 Bundesländer machen konkrete Reformvorschläge, berichtet Volker Nünning in der "Medienkorrespondenz". Der Beitrag soll künftig aller zwei Jahre analog der Teuerungsrate steigen, statt wie bisher nach Empfehlung der KEF, schlagen Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Sachsen und Thüringen vor. Der Auftrag der Anstalten soll "geschärft" werden, "schwerpunktmäßig" auf Information, Kultur und Bildung - im Gegenzug soll es "mehr Freiräume bei ihrer Budgetverwendung" geben.
medienkorrespondenz.de

Meinung: Fake News legen sich als digitaler Mehltau über die Demokratie, findet Mathias Döpfner.

Mathias Döpfner sieht die zunehmende Menge an Fake News als "eine Art digitaler Mehltau", die die Demokratie bedrohe, schreibt er in einem Gastbeitrag im Deutschlandradio-Programmheft. Falschmeldungen würden als unabhängiger Journalismus verkleidet subtiler daherkommen als früher. Facebook und Co seien als "Transporteure dieses Mehltaus" auf einem Irrweg, denn solch komplexe, gesellschaftliche Probleme könnten nicht durch ein paar Programmierer behoben werden.
deutschlandradio.de

Rainer Robra findet, die Öffentlich-Rechtlichen sollten mehr kooperieren.

Öffentlich-Rechtliche: Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Medienpolitiker in Sachsen-Anhalt, sagt im Interview mit dem "Tagesspiegel", ihn verwundere, wie "jede Einzelheit des Programms für sakrosankt erklärt wird." Die Ministerpräsidenten erwarten laut Robra nach wie vor neue Sparvorschläge. Die KEF habe mehrere Ansätze gefunden, die die Sender noch nicht ausreichend nutzten – z.B., mehr zu kooperieren.
tagesspiegel.de

Zitat: Anke Schäferkordt sucht den richtigen Gärtner für Einschnitte bei ARD und ZDF.

"Starke Triebe müssen schwach, schwache Triebe besonders stark beschnitten werden. Je radikaler der Schnitt, desto besser das langfristige Ergebnis. Wer sich das nicht selbst traut, braucht einen guten Gärtner."

RTL-Chefin Anke Schäferkordt wünscht sich in der Debatte über den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen eine Strukturkommission als Gärtner, der für die nötigen Rückschnitte sorgt, damit wieder "schöne Blüten" wachsen können.
"Wirtschaftswoche" 19/2018, S. 12 (Paid)

Deutschlandradio startet Themensammlung für die geplante Denkfabrik.

Deutschlandradio will noch in diesem Monat starten, Themenvorschläge für die geplante Denkfabrik zu sammeln, schreibt Ulrike Simon. Intendant Stefan Raue, der die Denkfabrik bereits 2017 angekündigt hatte, habe das Projekt zur Chefsache erklärt. Themenvorschläge sollen von Mitarbeitern sowie Hörern und Nutzern kommen.
daily.spiegel.de (Paid)

Rundfunkbeitrag: BVG lehnt Ablehnungsgesuche gegen Ferdinand Kirchhof ab.

Rundfunkbeitrag: Ferdinand Kirchhof wird bei Verfassungsbeschwerden zum Rundfunkbeitrag als Richter mitverhandeln. Das gab das Gericht bekannt. Zwei Kläger hatten kritisiert, dass Ferdinand Kirchhof befangen sein könnte, da sein Bruder Paul Kirchhof die Beitragsreform juristisch mit auf den Weg gebracht hatte.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Bericht: Fünf Bundesländer arbeiten an neuem Budgetmodell für ARD und ZDF.

ARD und ZDF: Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen und Hamburg streben ein neues Modell zur Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen an, schreibt Volker Nünning. Die fünf Länder wollen demnach den Sendern jährlich ein bestimmtes Budget zuweisen, es aber den Sendern überlassen, wie sie das Geld für TV, Hörfunk und Internet ausgeben.
medienkorrespondenz.de

Sparzwang der Öffentlich-Rechtlichen trifft Freie, befürchtet Stefan Fries.

Freie Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Sender werden das Nachsehen haben, wenn sie weiter sparen müssen, glaubt Stefan Fries. 28.000 Festangestellten stehen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk laut Verdi 18.000 Freie gegenüber. Auf sie werde bei Sparzwang mehr Arbeit zum gleichen Honorar abgewälzt, unter dem Deckmantel der Crossmedialität müssten sie z.B. neben dem Radiobeitrag auch für TV und Online liefern. In einer Resolution fordern die Freien mehr Mitbestimmung bei den Sendern und sozialen Schutz.
deutschlandfunk.de

Rundfunkbeitrag-Kläger zweifeln an Verfassungsrichter Ferdinand Kirchhof.

Rundfunkbeitrag: Zwei Kläger könnten das Verfahren am Bundesverfassungsgericht vorerst stoppen. Sie kritisieren, dass einer der Richter Ferdinand Kirchhof ist, Bruder von Paul Kirchhof, der als juristischer Vater der Beitragsreform gilt. Das Gericht soll im Mai entscheiden, ob die Erhebung des Rundfunkbeitrags vom Grundgesetz gedeckt ist.
"Handelsblatt", S. 18 (Paid)

UKW-Radios werden vorerst nicht abgeschaltet, berichtet Radiowoche.de.

UKW-Abschaltung der Programme von u.a. MDR, NDR und Deutschlandradio am kommenden Mittwoch ist vorerst abgewendet und der Sendebetrieb für das 1. Halbjahr 2018 gesichert, schreibt Stephan Munder bei Radiowoche.de. Die Sendernetzbetreiber Uplink und Divicon hätten die Übergangsregelung der Ex-Telekom-Tochter Media Broadcast akzeptiert.
radiowoche.de, turi2.de (Background)

Media Broadcast droht UKW-Radios mit Abschaltung.


Sendepause: Vielen Radiosendern in Deutschland droht ab Mittwoch Stille im Äther, schreibt die "Welt". Grund dafür sei ein Streit über den Preis zwischen den Antennenbesitzern und den Sendernetzbetreibern. Die Ex-Telekom-Tochter Media Broadcast hat sich zwar bereiterklärt, die UKW-Radioprogramme u.a. vom Deutschlandradio, dem NDR und MDR bis Ende Juni weiterhin zu verbreiten, fordert aber eine explizite Beauftragung. Bisher sei diese nur von einem Viertel der 40 betroffenen Sender eingegangen. Nun setzt Media Broadcast ein Ultimatum: Wer sich bis Montag nicht gemeldet hat, wird am Mittwoch abgeschaltet.

Seit März 2016 gehört Media Broadcast zum Telekommunikations-Anbieter Freenet. Seitdem die Bundesnetzagentur 2016 eine Preisobergrenze für die Nutzung von UKW-Antennen festgelegt hat, sieht Media Broadcast für sich keine Zukunft mehr im UKW-Radio und hat seine Sendemasten und die Infrastruktur verkauft. Zwischen den neuen Besitzern und den alternativen Sendernetzbetreibern Uplink und Divicon gibt es bisher aber keine Einigung über den Preis für die Nutzung, weil die neuen Antennenbesitzer sich nicht mehr an die Preisgrenze gebunden fühlen. (Foto: Picture Alliance / Hans Ringhofer)
welt.de

Porträt: Stefan Raue will die Zukunft des Rundfunks selbst gestalten.

Stefan Raue möchte die Zukunft des Rundfunks selbst gestalten und nicht abwarten, bis Politik und Gerichte alle Probleme lösen, porträtiert die "Süddeutsche Zeitung" den Intendanten des Deutschlandradios. Im Streit mit den Verlegern strebt Raue Kompromisse an. Außerdem will er das Programm seines Senders näher an Hörer und Nutzer rücken und Kritik stärker annehmen, um einen Teil der Rundfunk-Skeptiker zurückzugewinnen. Das Deutschlandradio müsse relevanter werden für Menschen ohne Hochschulabschluss, bisher gebe es vielleicht zu viele "Mittelstandsdiskussionen".
sueddeutsche.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stefan Raue will sich den Text im Netz nicht gänzlich verbieten lassen.

Öffentlich-rechtlicher Beitragsservice durchleuchtet alle Meldedaten.

Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio, früher GEZ, bekommt die Daten aller Einwohner-Meldeämter vom Stichtag 6. Mai, schreibt Daniel Bouhs. Die Geld-Einsammler wollen Zechprellern auf die Spur kommen. Zuletzt glichen sie die Daten bei der Einführung der Haushaltsabgabe 2013 ab. Einen Außendienst und den Ankauf von Adressdaten gibt es heute nicht mehr.
taz.de

Meinung: Senderchefs von ARD und ZDF setzen die falsche Agenda.

Rundfunkbeitrag: Wenn ARD und ZDF unverzichtbar werden wollen, müssen sie in ihren Programmen auf Verzichtbares verzichten, findet Joachim Huber. Ein Krimi oder eine Fußballübertragung weniger seien kein Verlust. Statt des Programmauftrags stünden Altersversorgung, das eigene Gehalt und die eigene Wiederwahl auf der Agenda der Senderchefs, kritisiert Huber.
tagesspiegel.de

Meinung: Funk setzt auf Vielfalt und geht mit gutem Beispiel voran.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk hat Nachholbedarf beim Thema Diversität, das Jugendangebot Funk geht aber mit gutem Beispiel voran, beobachtet Anke Petermann. Mit Angeboten wie dem Satire-Format "Datteltäter" und 30 % Mitarbeitern mit Migrationshintergrund trage Funk zur im Staatsvertrag festgehaltenen Darstellung der Vielfalt im deutschsprachigen Raum bei.
deutschlandfunk.de

Deutschlandfunk Nova sendet ab März auch aus Berlin.

Deutschlandradio baut das digitale Programm des jungen Formats Deutschlandfunk Nova aus und sendet ab März auch aus Berlin. Der Sender produziert bislang überwiegend in Köln und ergänzt das Programm durch das neue Format "Ab 21". Mit dem Schritt in die Hauptstadt will Deutschlandfunk "mehr kreativen Freiraum" für die Themen der Zielgruppe schaffen, so Programmdirektor Andreas-Peter Weber.
presseportal.de

Zahl des Tages: Öffentlich-Rechtliche kommen bis 2020 auf 544,5 Mio Euro Überschuss, sagt KEF.

ard_zdf_150x150Zahl des Tages: Stattliche 544,5 Mio Euro Überschuss erzielen die Öffentlich-Rechtlichen bis 2020, prognostiziert die KEF. Demnach macht die ARD 502,4 Mio Euro Überschuss, das ZDF 27,7 Mio Euro und das Deutschlandradio 14,4 Mio Euro. Arte verzeichne hingegen ein Minus von 3 Mio Euro. Die KEF-Berechnung weicht drastisch von den Finanzanmeldungen von ARD und ZDF ab, die einen ungedeckten Finanzbedarf von 203,7 Mio Euro sehen.
dwdl.de, zeit.de

Die Öffentlich-Rechtlichen müssen ihre Facebook-Strategie ändern, fordert Kai-Hinrich Renner.

ARD, ZDF und Deutschlandradio brauchen eine neue Strategie im Umgang mit Facebook, YouTube und Co, kritisiert Kai-Hinrich Renner. Die Öffentlich-Rechtlichen hätten die Bedrohung durch Facebook, Google und Co zwar erkannt, tummelten sich aber weiterhin fleißig auf deren Pllattformen. Deshalb würde es nicht schaden, sich nach österreichischem Vorbild mit den Verlagen gegen die Marktmacht der US-Internetriesen zusammenzutun.
abendblatt.de

Streit um "Presseähnlichkeit" blockiert neuen Telemedienauftrag.

Medienpolitik: Ein neuer rechtlicher Rahmen für ARD, ZDF und Deutschlandradio scheitert vorerst am Begriff "Presseähnlichkeit", schreibt Christian Meier. Strittig ist unter den Ländern, was genau das Wort mit einschließt. Die Öffentlich-Rechtlichen sollen online nicht presseähnlich berichten, um privaten Verlagen keine Konkurrenz zu machen. Gerungen werde um jedes Wort, um Streitereien wie um die "Tagesschau"-App in Zukunft zu verhindern. Der neue Telemedienauftrag wird wegen der offenen Fragen wohl erst Mitte Juni definiert.
welt.de

Beratungen über neuen Telemedienauftrag stocken.

Medienpolitik: Staatssekretäre der Länder können sich nicht auf einen neuen Telemedienauftrag einigen, berichtet Daniel Bouhs. Umstritten bleibt, wie viel Text ARD, ZDF und Deutschlandradio ins Netz stellen dürfen. Auch die Vergütung von Produzenten ist unklar, weil Videos künftig länger in Mediatheken stehen sollen. Die Strukturreformen in den Sendern zeigen indes Wirkung, beobachtet Bouhs: ZDF-Intendant Thomas Bellut und ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm teilen sich kostensparend ein Shuttle ins Hotel.
twitter.com



"Facebook wird vollgepumpt": Privatfunk-Chef Hans Demmel will ARD und ZDF im Netz einschränken.


Mehr Zurückhaltung, bitte: Den privaten Sendern in Deutschland sind die Social-Media-Angebote von ARD, ZDF und Deutschlandradio ein Dorn im Auge. "Facebook wird vollgepumpt", kritisiert Hans Demmel, Vorstandschef des VPRT, im Interview von "Horizont" und turi2.tv. "Wir zahlen Gebühren dafür, dass Facebook im Umfeld Werbegelder einnimmt." Demmels Appell zur Zurückhaltung ist dringend: Heute beraten die Ministerpräsidenten über den neuen Telemedienauftrag.

Demmel verlangt von den Öffentlich-Rechtlichen, Facebook nur als Werbekanal zu nutzen. Auch die privaten Sender versuchten, Facebook-Nutzer auf die eigenen Seiten zu lotsen statt Programm exklusiv für die Plattformen zu machen. Öffentlich-rechtliche Journalisten dürften nicht verpflichtet werden, Facebook voll zu pumpen und einen US-Konkurrenten stärker zu machen. "Ein ausgeglichenes Spielfeld – mehr wollen wir gar nicht", sagt Demmel, im Hauptjob Geschäftsführer von n-tv, am Rande des Deutschen Medienkongress.

Er beobachtet, wie sich in Deutschland eine Opposition gegen das Mediensystem formt. Demmel schätzt, dass in einer Abstimmung heute ein Viertel der Deutschen gegen den Rundfunkbeitrag stimmen würden. Aus staatsbürgerlicher Sicht für ihn kein guter Zustand. Darum verlangt er Reformen und eine Besinnung auf den Kernauftrag. Doch den verlören die Sender oft aus dem Blick: Höherklassige Dokus würden immer häufiger im Nachtprogramm verschwinden oder auf Spartensender abgeschoben.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2.tv)

ARD, ZDF, Deutschlandradio müssen sich auf deutlich weniger Text im Netz einstellen.

ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich auf einen "deutlichen Rückbau" von Texten in ihren Online-Angeboten einstellen, schreibt Claudia Tieschky. Der Entwurf des Telemedienauftrags sieht vor, dass Texte nur erlaubt sind, wenn sie auf Materialien und Quellen zu Sendungen beruhen. Momentan reicht ein Sendungsbezug.

Der NDR will den seit Jahren währenden Streit um die "Tagesschau"-App indes vor das Bundesverfassungsgericht bringen. Hier geht es um die Frage, in welcher Form das Angebot zu "presseähnlich" ist und damit Verlagen Konkurrenz macht. Donnerstag treffen sich die Ministerpräsidenten, um den Telemedienauftrag neu zu definieren.
sueddeutsche.de

KEF bewertet Reformvorschläge von ARD und ZDF als unzureichend.

KEF hält die Reformvorschläge von ARD, ZDF und Deutschlandradio für unzureichend, berichtet Medienkorrespondenz. Nach Ansicht der Kostenprüfer können die meisten Vorhaben in Bezug auf ihre Reichweite und Effekte nicht als Strukturreform angesehen werden. Die Einsparungen entsprächen lediglich Mindesteinsparpotenzialen. Vor wenigen Tagen hatte "Bild" bereits aus einem Bericht der KEF zitiert, in dem die Prüfer die laufenden Kosten der Anstalt kritisieren.
medienkorrespondenz.de, turi2.de (Background)

Zitat: ARD-Chef Ulrich Wilhelm will mit Verlagen über "gemeinsame Plattform" reden.

"Am Ende haben wir so viel mehr gemeinsame Interessen als Gegensätze. (...) Wir haben nie gedacht: Es wäre jetzt das Beste, einfach aufeinander loszugehen."

Der neue ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm will Frieden zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Verlagen. Zum Start bringt er eine gemeinsame Online-Plattform ins Gespräch.
daniel-bouhs.de (Transkript), youtube.com (9-Min-Statement)

Die Zukunft des öffentlichen Rundfunks entscheidet sich 2018, glaubt Kai-Hinrich Renner.

Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland wird 2018 an Themen wie der Höhe des Rundfunkbeitrags, dem neuen Rundfunkstaatsvertrag und Reformvorhaben verhandelt, prognostiziert Kai-Hinrich Renner. Er glaubt, dass die Vorschrift zu presseähnlichen Beiträgen bleibt und die Sieben-Tage-Mediathekenregel verschwindet.
morgenpost.de

fragebogen2: Stefan Raue.


Stefan Raue wollte schon als Kind tief graben – am liebsten als Archäologe an antiken Ausgrabungsstätten. Heute steht er als Intendant des Deutschlandradios für tiefschürfenden Journalismus. Im Video-Fragebogen von turi2.tv offenbart der langjährige Chefredakteur eine heimliche Schwäche für Rockmusik und unterschätzte Talent als Rockmusikkritiker. Außerdem spricht er über sein großes Vorbild Wolf von Lojewski.
turi2.tv (69-Sek-Video)

Zitat: Christian Ulmen findet es schwierig, eine eigene Meinung zu vertreten.

Christian Ulmen-150 Foto dpa"Ich bin wie eine Qualle, ein Wesen ohne Rückgrat. Ich find mal das richtig und mal das."

Produzent Christian Ulmen findet es "wahnsinnig schwierig", eine eigene Meinung zu finden und beendet deshalb seine Deutschlandfunk-Medienkolumne. Ulmen verabschiedet sich mit einem Katzenfoto von Deutschlandfunk Nova.
deutschlandfunk.de (3-Min-Audio), turi2.de (Background)