Sinclair kauft Disney die Regionalsport-Sender von Fox für 10 Mrd Dollar ab.


Sportliche Übernahme: Sinclair übernimmt für rund 10 Mrd Dollar 21 regionale Sportsender von Disney, die Disney im Rahmen der Fox-Übernahme mitgekauft hat. Damit setzt sich der Konzern gegen andere Bieter wie Konkurrent Liberty Media und die Major League Baseball durch. Auch Amazon galt als Interessent an den TV-Kanälen. Disney gab offenbar Sinclair den Vorzug, weil der Konzern die Übernahme überwiegend direkt in Geld zahlt.

Nicht zu den 21 verkauften Sendern gehört der bekannteste der Sportsender, das Yes Network, das Disney separat für 3,5 Mrd Dollar an eine Käufergruppe abtritt, zu der auch Amazon gehört. Die US-Kartellbehörde hatte dem Kauf von 21st Century Fox durch den Disney nur unter der Bedingung zugestimmt, dass Disney die Sportsender wieder veräußert.
wsj.com (Paid) via theverge.com, techcrunch.com, turi2.de (Background)

Disney+ startet am 12. November für monatlich 6,99 Dollar.

Disney Logo 150Disney startet sein Streaming-Angebot Disney+ in den USA am 12. November und verlangt monatlich 6,99 Dollar oder im Jahresabo 69,99 Dollar. Damit unterbietet Disney zum Markteintritt wie erwartet die Preise von Netflix. Disney will sein neues Streaming-Angebot auch in reduzierten Kombi-Paketen mit dem Sportangebot ESPN+ und der übernommenen Streamingplattform Hulu anbieten.
theverge.com (Preis und Starttermin), theverge.com (Pakete)

Disneys neuer Streamingdienst zeigt nicht nur eigene Produktionen.

Disney Logo 150Disney will zum Start des eigenen Streamingdienstes auch fremde Produktionen anbieten. Zu sehen sind Inhalte des US-Rivalen CBS. Die Plattform soll zum Jahresende zunächst in den USA verfügbar sein. Disneys Überschuss ist im vergangenen Geschäftsquartal auf umgerechnet rund 2,5 Mrd Euro gesunken.
techcrunch.com, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Fassung stand, dass auch Marvel-Produktionen Disney-fremde Inhalte seien. Seit 2009 gehört Marvel jedoch auch zu Disney.

Meinung: Eigene Streaming-Angebote gefährden das Zweitverwertungs-Geschäft.

Streaming: Disney und Warner bringen mit ihren Hollywood-Produktionen alles mit, um attraktive Streaming-Angebote zu starten, schreibt David Steinitz in der "Süddeutschen Zeitung". Allerdings würden sie das für sie bisher lukrative Geschäft mit Zweitverwertungsrechten aufgeben, wenn sie für die eigenen Angebote produzieren. Netflix dränge derweil andersherum ins Kino-Geschäft, stoße hier aber wegen der kurzen Zeit zwischen Kinoaufführung und Streamingstart auf wenig Gegenliebe.
"Süddeutsche Zeitung", S. 17 (Paid)

CNBC: Amazon will die regionalen Sportsender von Fox übernehmen.


Athletische Akquise: Amazon interessiert sich offenbar für die 22 regionalen Sportsender aus dem Fox-Universum, die bei der Disney-Übernahme übrig bleiben, berichtet CNBC. Die US-Kartellbehörde hatte dem Kauf von 21st Century Fox durch den Micky-Maus-Konzern nur unter der Bedingung zugestimmt, dass die Sportsender wieder veräußert werden müssen. Zum Verkauf steht u.a. auch das YES Network – die New York Yankees hatten ihren Sender erst vor sechs Jahren an Fox verkauft. Mit Anteilen von 20 % hat das Baseball-Team außerdem den Anspruch auf ein vorrangiges Rückkaufrecht.

Neben Amazon seien u.a. auch die beiden Medienunternehmen Sinclair Broadcast Group und Tegna an dem Gesamtpaket der Sender interessiert und sollen ein Gebot abgegeben haben. Die Bewertung der Sender beläuft sich auf 20 bis 22 Mrd Dollar, schreibt Alexander Krei.
cnbc.com, dwdl.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: "Zeit"-Autorin besucht das Micky-Maus-Archiv.

Lese-Tipp: Katja Nicodemus besucht für die "Zeit" zum 90. Geburtstag von Micky Maus das Archiv von Disney in Kalifornien. Insgesamt lagern dort zwischen 70 und 100 Mio Blätter. Nicodemus sieht die erste Micky-Skizze und wie sich die berühmte Maus im Laufe der Zeit verändert hat. Wandel sei erlaubt, rauchen, Drogen nehmen oder Sex haben dürfe Micky aber genauso wenig, wie politisch sein.
"Zeit" 45/2018, S. 45 (Paid)

Egmont Ehapa bringt ein Rapunzel-Magazin raus.

Rapunzel, Rapunzel, lass dein Heft herunter: Egmont Ehapa legt ab nächsten Dienstag das "Disney Rapunzel Magazin" zur gleichnamigen Serie ins Kinderzimmer. Das Heft über die Prinzessin mit dem hübschen Haupthaar erscheint quartalsweise für 3,99 Euro mit 70.000 Auflage. Die TV-Serie läuft im Disney Channel.
egmont.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Peter Höpfner, heute Global Creative Director bei Egmont, sieht keine Print-Krise in Entenhausen.

Disney: Kartellamt gibt grünes Licht für die Fox-Übernahme.


Disneys Deal: Der Micky-Maus-Konzern kommt dem Kauf von Rupert Murdochs Geschäft 21st Century Fox einen Schritt näher, die Kartellbehörde nickt die Übernahme kartellrechtlich ab, erklärt das US-Justizministerium. Einzige Bedingung: Disney darf die 22 regionalen Sportsender aus dem Fox-Universum nicht übernehmen, da es bereits den US-Sportsender ESPN besitzt und sonst die Marktmacht des Medienunternehmens zu groß würde. Disney hat den Bestimmungen bereits zugestimmt.

Disney sichert sich damit einen weiteren Vorteil gegenüber dem Mit-Bieter Comcast. Comcast hatte Mitte Juni 65 Mrd Dollar für die Übernahme geboten, Disney erhöhte wenige Tage später auf 71,3 Mrd Dollar. Beide Konzerne buhlen um das Medienhaus Murdochs, der nur Fox News und seinen größten Sportsender behalten will.
variety.com, theverge.com, turi2.de (Disney), turi2.de (Comcast)

Comcast möchte Disney bei Übernahme von 21st Century Fox überbieten.

Comcast will Disney überbieten und große Teile von Rupert Murdochs Medienimperium 21st Century Fox übernehmen. Die Vorbereitungen für das entsprechende Gebot seien fortgeschritten, teilt Comcast mit. Die Summe soll bar gezahlt werden. Eigentlich hatten sich Disney und 21st Century Fox bereits auf einen Kaufpreis von 52 Mrd Dollar geeinigt.
digitalfernsehen.de

Disney muss wegen seiner Fox-Anteile auch für Sky bieten.

Disney Logo 150Disney muss ein Übernahmeangebot für Sky vorlegen, weil der US-Medienkonzern Teile von 21st Century Fox kaufen will. Die britische Aufsicht erklärt, Disney müsse mindestens so viel bieten wie Fox und das Angebot binnen 28 Tagen nach der Übernahme der Fox-Anteile vorlegen. Wenn Fox Sky vor Abschluss des Disney-Geschäfts komplett übernimmt oder ein anderes Unternehmen mehr als die Hälfte an Sky kauft, gilt die Vorgabe nicht.
wiwo.de, turi2.de (Background)

Disney kauft 21st Century Fox für rund 52 Mrd Dollar.


Maus schluckt Fuchs: Disney kauft Rupert Murdoch einen Großteil seiner 21st Century Fox für 52,4 Mrd Dollar in Aktien ab und begleicht 13,7 Mrd Dollar Schulden. Die Aktionäre von 21st Century Fox erhalten rund 25 % an Disney, die Murdochs halten dann 4,25 % der Disney-Anteile. Der Deal beinhaltet das Filmstudio 20th Century Fox, die TV-Produktion, die US-Kabelsender FX und National Geographic und u.a. die Anteile an Sky. Fox behält seine gleichnamigen US-Sender Fox Sports, Fox News und Fox Business - Disney darf sie aus Kartellgründen nicht besitzen.

Der Disney-Anteil an dem US-Streamingportal Hulu wächst damit auf 60 %. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Mäusechef Robert Iger verlängert seinen Vertrag, um den Zukauf zu verdauen, und verschiebt damit seinen für 2019 geplanten Ruhestand auf 2021. Disney will sich mit dem Zukauf gegen die Konkurrenz aus dem Silicon Valley wappnen. Disney erwartet, dass der Deal in 12 bis 18 Monaten abgeschlossen ist und Einsparungen von rund 2 Mrd Dollar bietet.
nytimes.com, theverge.com, handelsblatt.com, manager-magazin.de, theguardian.com

Streaming-Anbieter Pantaflix kooperiert künftig mit Disney.


Schweighöfer fängt Mäuse: Die deutsche Streaming-Plattform Pantaflix hat einen Kooperationsvertrag mit Disney geschlossen. Ab 2018 wird Pantaflix Disney-Filme zeigen, darunter alle Neuerscheinungen, sowie Inhalte wie die "Star Wars"-Streifen, die Filme der "Fluch der Karibik"-Reihe und mehrere Pixar- und Marvel-Kinowerke. Für den von Schauspieler Matthias Schweighöfer und Dan Maag gegründeten Streaming-Anbieter ist es der erste Deal mit einem Major Studio.

Bisher setzt Pantaflix auf Independent-Werke und lässt die Produzenten selbst entscheiden, welche Werke zu welchem Preis angeboten werden. Disney seinerseits hat vor kurzem angekündigt, in den USA künftig nicht mehr mit Netflix zusammenarbeiten zu wollen. Stattdessen gibt es Überlegungen, eine eigene Streaming-Plattform zu etablieren.
dwdl.de, turi2.de (Background)

CNBC: Disney will Großteil von 21st Century Fox kaufen.


Mickys Mäuse für Murdoch: Disney hat offenbar vor, große Teile von Rupert Murdochs Film- und TV-Sparte 21st Century Fox zu kaufen, berichtet CNBC. Beide Konzerne hätten in den vergangenen Wochen Gespräche geführt, die derzeit zwar nicht andauern, aber wieder aufgenommen werden könnten. Im Visier hat Disney das Filmstudio 20th Century Fox, aber auch Produktionsfirmen und internationale Ableger wie Star TV in Indien und Sky in Europa.

Das Fox-TV-Netzwerk samt Sport-, News- und Lokalsendern wäre nicht Teil des Deals - wohl auch weil Disney in den USA mit ABC bereits ein eigenes TV-Network sowie den ESPN besitzt. Disney hat kürzlich angekündigt, seine Inhalte von Netflix zurückzuziehen und einen eigenen Video-Streamingdienst zu starten. Das Archiv von 21st Century Fox käme da gerade recht.
cnbc.com, mashable.com, dwdl.de

Meinung: Kai-Hinrich Renner sieht Disney Channel in Deutschland gescheitert.

Disney ChannelDisney Channel ist mit seinem Angriff auf Kika und Super RTL "krachend gescheitert", schreibt Kai-Hinrich Renner. Drei Jahre nach dem Wechsel vom Pay- ins Free-TV hat der Sender in der Zielgruppe der 3- bis 13-Jährigen nie 10 % Marktanteil erreicht. Die Amerikaner hätten zu sehr auf die Strahlkraft der Marke Disney gesetzt und die Besonderheiten des deutschen Marktes außer Acht gelassen. Disney hat seinen Auslandsgesellschaften einen Sparkurs verordnet. Senderchef Lars Wagner, Programmchef Ralf Gerhardt und Marketingleiter Nico Wohlschlegel haben die Firma dem Vernehmen nach verlassen, Disney schweigt dazu.
abendblatt.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Ralf Gerhardt holt die ganz Jungen vor den Fernseher.

Lese-Tipp: Portrait des Disney-Chefs Iger als Manager mit Haltung.

Lese-Tipp: Lars Jensen portraitiert Disney-Chef Bob Iger (Foto) als Kapitalisten mit Haltung und gesundem Menschenverstand. Iger zeige Rückgrat, indem er Trump-kritischen Journalisten den Rücken stärke. Seine Haltung sei sensationell, weil Disney als selbsternannter "glücklichster Platz auf der Erde" traditionell jede Position vermeide. Wahrscheinlich habe Skandal-Produzent Harvey Weinstein auch wegen Iger kurz nach dessen Amtsantritt 2005 den Disney-Kosmos verlassen müssen. Schon 2005 seien Weinsteins "Probleme im sexuellen Bereich" berüchtigt gewesen, schreibt Jensen.
"FAS", S. 41 (Paid), turi2.de (Background)