Max Conze wird Thomas Ebelings Nachfolger bei ProSiebenSat.1.


Frischluft für Unterföhring: Der ProSiebenSat.1-Aufsichtsrat ernennt Max Conze, 48, zum Nachfolger von Thomas Ebeling, 59. Ex-Dyson-Chef Conze wird ab Juni als Vorstandsvorsitzender den Konzern aufwirbeln. Bis zu seinem Amtsantritt übernimmt Vize-Vorstand Conrad Albert, 50, interimistisch.

Conze hat von 2011 bis 2017 das britische Technologieunternehmen Dyson geleitet und verdreifachte dort Gewinn und Umsatz. Vorher arbeitete er 17 Jahre für Procter & Gamble in unterschiedlichen Management- und Marketingpositionen in Deutschland, USA, China und der Schweiz. Branchenfremde Oberhäupter anzuheuern wird damit eine Art Tradition für ProSiebenSat.1, Vorgänger Ebeling kam aus der Pharmabranche.
prosiebensat1.com, turi2.de (Background)2 Kommentare

Update: "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ist frei.


Deniz is free: "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ist aus türkischer Untersuchungshaft frei. Er sei bereits auf dem Weg zum Flughafen in Istanbul, sagte Außenminister Sigmar Gabriel bei einer Pressekonferenz am Nachmittag. Yücels Ziel sei ihm unbekannt. Es habe keine "Deals" mit der Türkei gegeben, betont Gabriel, abgesehen von der Verfahrensbeschleunigung auch keine politische Einflussnahme. Am Vormittag hat ein Gericht in Istanbul die Freilassung Yücels für die weitere Dauer des Verfahrens angeordnet. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Anklage vorgelegt, die 18 Jahre Haft fordert.

Springer-Chef Mathias Döpfner zeigt sich "unendlich erleichtert" und dankt allen, die sich für Yücels Freilassung eingesetzt haben, insbesondere Sigmar Gabriel. "Es ist ach ein guter Tag für den Journalismus und für die Freiheit", sagt Döpfner. "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt berichtet von Freudentränen im Newsroom: "Das ist der schönste Tag in meinem Berufleben als Journalist." Gabriel appelliert im Blick auf fünf weitere Deutsche, die in der Türkei inhaftiert sind: "Ich glaube, dass wir jetzt das Momentum nützen müssen, auch da über Verfahrensbeschleunigung zu sprechen."

Vorgestern jährte sich der Tag, an dem Deniz Yücel ohne Anklage ein Jahr im Gefängnis saß. Die Inhaftierung hatte die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei enorm belastet. Die türkischen Behörden werfen Yücel Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor.
welt.de, spiegel.de, axelspringer.de, esslinger-zeitung.de (Anklageschrift)1 Kommentar

Holtzbrinck bestätigt Trennung von Gabor Steingart.


Goodbye, Gabor: "Handelsblatt"-Verleger Dieter von Holtzbrinck und "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart gehen nun auch offiziell getrennte Wege. Am Freitag kurz vor 16 Uhr mit Ende der Mitarbeiter-Versammlung in Düsseldorf hat der Verlag die finale Trennungsnachricht herausgegeben. Darin nennt DvH Medien "Differenzen in wesentlichen gesellschaftsrechtlichen Fragen" als Haupttrennungsgrund. Eine "unterschiedliche Beurteilung journalistischer Standards", wie zuletzt nach dem Morning Briefing von Mittwoch, habe demnach nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

In der Schlussnote unter der Zusammenarbeit finden Holtzbrinck und Steingart warme Worte füreinander: Steingart nennt Holtzbrinck einen "wunderbaren Menschen, dessen Geduld ich über so viele Jahre nicht nur strapaziert, sondern oft genug auch überstrapaziert habe". Holtzbrinck lobt Steingart als "Multitalent", "dynamischen Unternehmensstrategen" und "charismatischen Führer". Beide wollen nun an einem "reibungslosen Übergang" arbeiten.

Das Morning Briefing des "Handelsblatts" soll auch künftig weiter erscheinen – allerdings ohne seinen Erfinder als Autor. Frühaufsteher Steingart verschickt künftig seinen eigenen Morgennewsletter "als unabhängige journalistische Stimme" an seine "rund 700.000 Abonnenten".
turi2.de (Pressemitteilung im Wortlaut)2 Kommentare

Abgang von Gabor Steingart beim Handelsblatt ist intern bestätigt.

Der Himmel über Düsseldorf verdüstert sich: Junior-Verleger Gabor Steingart verlässt die Handelsblatt Media Group. Senior-Verleger Dieter von Holtzbrinck hat jetzt ein Problem: Das neue "Handelsblatt" hatte sich Steingart auf den Leib geschneidert - was und wer wird bleiben von Gabors Konstrukt? Foto: Michael Englert für turi2.de/edition2

Handelsblatt künftig ohne Steingart: Der Abgang von Gabor Steingart, 56, beim Handelsblatt ist intern bestätigt. Die Redakteure sind für 15 Uhr zu einem Townhall-Meeting eingeladen. Damit bewahrheitet sich die News von Spiegel Online, die von einem Zerwürfnis mit Verleger Dieter von Holtzbrinck, 76, berichtet hatte. Die Meldung kommt dennoch überraschend – hatte Steingart doch in den letzten neun Jahren dem "Handelsblatt" erst als Chefredakteur, dann als Herausgeber und 3-Prozent-Verleger selbstbewusst seinen Stempel aufgedrückt.

Als ausgeschlossen darf dabei gelten, dass allein der Ärger Dieter von Holtzbrincks über einen scharfen Kommentar von Steingart gegen SPD-Minus-Mann Martin Schulz die plötzliche Trennung bewirkt hat. DvH gilt als liberal und besonnen. Die Ursachen dürften tiefer liegen, womöglich in der Persönlichkeit von Steingart. Der ist unfassbar schnell im Denken, Sprechen, Schreiben und Handeln, dazu bis zum Anschlag selbstbewusst. Womöglich hat er die Rolle als Junior-Verleger anders, also weiter und freier definiert, als es dem Senior-Verleger recht war.

Auf jeden Fall steht Dieter von Holtzbrinck beim "Handelsblatt" jetzt vor einem Scherbenhaufen – Steingart hatte den Verlag entschlossen entstaubt, die publizistische Linie, das Unternehmenskonzept und das Führungspersonal ganz auf sich und sein Konzept Live-Journalsmus ausgerichtet. Es ist jetzt die große Frage, was und wer bleibt von der Ära Steingart.
turi2 - eigene Quellen, turi2.de (Background)

Background-Infos von turi2 zu Gabor Steingart:

Gabor Steingart spricht im September 2016 im 7-Seiten-Interview mit der turi2.de/edition4 über Innovation und darüber, wie er das "Handelsblatt" umgebaut hat. Der Artikel ist vollständig und kostenlos lesbar im E-Paper auf turi2.de/epaper/4, dazu unten bei Gehe zu Seite 44 eingeben.


Gabor Steingart führt turi2.tv durch die neue Firmenzentrale in Düsseldorf-Pempelfort



Gabor Steingart im 40-Minuten-Gespräch mit Peter Turi für turi2.tv zum Thema "Innovation".

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Ippen will "Frankfurter Rundschau" und "Frankfurter Neue Presse" kaufen.


Dirk Ippen will die "Frankfurter Rundschau" und die "Frankfurter Neue Presse" kaufen, berichtet Bülend Ürük. Bisher gehören die Blätter zur Fazit-Stiftung, der Trägerin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Offen sei noch, was mit der Frankfurter Societäts-Druckerei passieren soll. Auch Funke und Madsack seien interessiert gewesen, hätten aber nach Ansicht der Geschäftsdaten abgewunken.

Gegenstand eines möglichen Deals sei die Mediengruppe Frankfurt, früher Frankfurter Societäts-Medien GmbH, mit Anzeigenblättern, Webportalen, einem Buchverlag, Eventgeschäft und der Frankfurter Societäts-Druckerei in Mörfelden-Walldorf.
kress.de Kommentieren ...

Tanit Koch verlässt "Bild".


Jetzt reich(el)ts: Tanit Koch verlässt "Bild", ihren Job als Chefredakteurin übernimmt Julian Reichelt zusätzlich. Der Vorsitzende der Chefredaktionen ist damit nun Herr im Haus, sein Verhältnis zu Koch galt als schwierig. Springer-Boss Mathias Döpfner soll den Machtkampf persönlich zugunsten von Reichelt entschieden haben, schreibt Meedia.

Tanit Koch gilt als loyale Anhängerin von Ex-Herausgeber Kai Diekmann. Ihr Aufstieg zur Chefredakteurin war vielfach auch als Entscheidung gegen Reichelt verstanden worden. Mathias Döpfner schreibt in der Abschieds-Mitteilung: "Die Verantwortungskonstellation in der Chefredaktion war zwar gut gemeint, hat aber in der Praxis nicht funktioniert. 'Bild' braucht ganz klare Verhältnisse."
axelspringer.de, meedia.deKommentieren ...

SWR-Chefreporter Thomas Leif, 58, ist tot.


Thomas Leif, Chefreporter des SWR und bekannter Investigativ-Journalist, ist tot. Er starb bereits am 30. Dezember im Alter von nur 58 Jahren an den Folgen einer Krankheit, bestätigt der SWR eine Meldung von "Zapp". Thomas Leif wurde einem breiten Publikum durch seine TV-Reportagen bekannt. Als Mitgründer und langjähriger Vorsitzender ist er untrennbar mit dem Netzwerk Recherche verbunden. 2011 musste er abtreten, weil der Journalisten-Verein zu Unrecht Fördergelder erhalten hatte.

Leif ist Autor mehrerer Bücher, u.a. des Bestsellers "Beraten & verkauft" über die Machenschaften von Unternehmensberatungen. Zuletzt enthüllte er 2016 den Innovationsreport des "Spiegel". Kritisiert wurde Leif für seinen als autoritär geltenden Fühgrungsstil, der ihm den Spitznamen "Godfather" eingebrachte. (Foto: Horst Galuschka / dpa)
twitter.com/ZappMM, dwdl.de, netzwerkrecherche.org, turi2.de (Background Innovationsreport)Kommentieren ...

Manfred Braun tritt als Funke-Chef ab, Andreas Schoo folgt nach.


Es bauert in Essen: Funke bekommt mit Andreas Schoo, 57 (rechts), ab April einen neuen Geschäftsführer. Der bisherige Bauer-Manager folgt auf Manfred Braun, 65. Beide haben viele Jahre gemeinsam bei Bauer gearbeitet. Bei Funke wird Schoo die Verantwortung für die Zeitschriften und das Digitale übernehmen. Als weiterer Geschäftsführer bleibt Finanz-Fachmann Michael Wüller im Amt. Offen ist der Chef-Job für den Bereich Zeitungen: Funke-Manager Ove Saffe gilt als Top-Kandidat, schreibt Roland Pimpl.

Andreas Schoo war zehn Jahre Mitglied der Bauer-Geschäftsleitung und insgesamt 25 Jahre im Konzern. Er verantwortete die Geschäfte in Print, Digital und Radio, im September gab er überraschend seinen Abschied bekannt. Unter Braun kaufte Funke u.a. Springer-Zeitschriften wie "Hörzu" und Zeitungen wie das "Hamburger Abendblatt". Schoo könnte diesen gelungenen Expansionskurs fortsetzen. Braun jedenfalls wird von Verlegerin Julia Becker mit allen Ehren, Pauken und Trompeten verabschiedet: "Er hat einen großartigen Job gemacht."
funkemedien.de, meedia.de, horizont.net

Aus dem Archiv von turi2.tv: Manfred Braun versprüht im November gute Laune für Print.
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Jürgen Todenhöfer tritt als "Freitag"-Herausgeber zurück.

Freitag verliert Herausgeber Jürgen Todenhöfer nach nur einem Jahr im Amt. Er könne seinen Aufgaben neben Reisen in Krisengebiete, publizistischen Aktivitäten und sozialen Engagement "nicht in dem Maße gerecht werden, das er von sich immer verlange". Um die Berufung des umstrittenen Autors Todenhöfer hatte es vor einem Jahr Ärger gegeben. Mehrere Journalisten verließen die Redaktion.
per Mail, turi2.de (Background)1 Kommentar

Silke Burmester wird Redaktionsleiterin beim Springer-Magazin "Die Dame".

Mehr Matriarchat wagen: Springer krallt sich die spitze Edelfeder Silke Burmester. Die Ex-Kolumnistin der "taz" und Vorkämpferin für Frauen in Führungspositionen leitet die Redaktion von "Die Dame". Der Traditionstitel erschien bis 1937 und seit 2017 neu im Axel Springer Mediahouse. Burmester arbeitet an der dritten Neu-Ausgabe, die im April für 15 Euro Copypreis erscheint.

Die Medienjournalistin schreibt und spricht auch für "Süddeutsche", "Zeit", Deutschlandfunk sowie die turi2 edition. Ihre Entscheidung, als langjährige Springer-Kritikerin nun für den Konzern zu arbeiten, begründet sie mit ihrer Lust, selber ein Magazin machen zu dürfen. Außerdem wolle sie eine berufliche Situation verlassen, die zunehmend perspektivlos erscheine. Die bisherige "Dame"-Chefin Lena Bergmann ist in Elternzeit. (Foto: Eva Häberle / Montage: turi2)
axelspringer.de, silkeburmester.de, turi2.de (Burmester-Text für die turi2 edition)

Die Burmeisterin liest Passagen aus ihrem Porträt über die "Lecker"-Erfinderin Jessika Brendel, erschienen in der turi2 edition, #1:

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Türkei: Mesale Tolu wird unter Auflagen freigelassen.


Endlich frei: Die deutsche Journalistin Mesale Tolu wird aus der türkischen Untersuchungshaft entlassen. Sie und sechs weitere Angeklagte dürfen die Türkei allerdings nicht verlassen und müssen sich jede Woche bei den Behörden melden, bis die Richter das Urteil fällen. Der Prozess geht im April 2018 weiter. Die Staatsanwaltschaft in Istanbul hatte Tolus Freilassung beantragt.

Die türkische Regierung wirft ihr, wie den meisten inhaftierten Journalisten, Terror-Propaganda und Mitgliedschaft in einer Terror-Organisation vor. Der Prozess begann im Oktober. Ihr kleiner Sohn saß mit im Gefängnis.
sueddeutsche.de, spiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Disney kauft 21st Century Fox für rund 52 Mrd Dollar.


Maus schluckt Fuchs: Disney kauft Rupert Murdoch einen Großteil seiner 21st Century Fox für 52,4 Mrd Dollar in Aktien ab und begleicht 13,7 Mrd Dollar Schulden. Die Aktionäre von 21st Century Fox erhalten rund 25 % an Disney, die Murdochs halten dann 4,25 % der Disney-Anteile. Der Deal beinhaltet das Filmstudio 20th Century Fox, die TV-Produktion, die US-Kabelsender FX und National Geographic und u.a. die Anteile an Sky. Fox behält seine gleichnamigen US-Sender Fox Sports, Fox News und Fox Business - Disney darf sie aus Kartellgründen nicht besitzen.

Der Disney-Anteil an dem US-Streamingportal Hulu wächst damit auf 60 %. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Mäusechef Robert Iger verlängert seinen Vertrag, um den Zukauf zu verdauen, und verschiebt damit seinen für 2019 geplanten Ruhestand auf 2021. Disney will sich mit dem Zukauf gegen die Konkurrenz aus dem Silicon Valley wappnen. Disney erwartet, dass der Deal in 12 bis 18 Monaten abgeschlossen ist und Einsparungen von rund 2 Mrd Dollar bietet.
nytimes.com, theverge.com, handelsblatt.com, manager-magazin.de, theguardian.comKommentieren ...

Spiegel Online startet Spiegel Akademie.

Spiegel Online steigt ins Bildungs-Business ein und gründet die Spiegel Akademie – mit der SRH Fernhochschule in Baden-Württemberg als Partner. Zunächst bietet die Spiegel Akademie berufsbegleitend staatlich zugelassene Zertifikatskurse, später soll es auch die Möglichkeit geben, Bachelor- und Master-Studiengänge zu absolvieren. Zum Start können Studierende zwischen den Kursen Digital Media Management, Digital Business Management und Projekt- und Change-Management wählen – Themen, mit denen der Verlag selbst kämpft. Spiegel Online schmückt das Studium nicht nur mit seinem Namen, sondern liefert Unterrichtsmaterial aus der "Spiegel"-Dokumentation und Video-Tutorials. Spiegel-Online-Geschäftsführer Jesper Doub nennt Bildung "ein Zukunftsfeld".
spiegel.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Jesper Doub steuert den "Spiegel" durch den digitalen Umbruch.
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RTL Group: Guillaume de Posch tritt zurück, Bert Habets führt die Sendergruppe allein.


Künftig im Alleingang: Guillaume de Posch, 59, tritt als Co-CEO der RTL Group zurück, bleibt aber Mitglied des Verwaltungsrats. De Posch hatte die Rolle des Co-CEO der RTL Group im April 2012 übernommen, sein Rücktritt erfolgt "auf eigenen Wunsch", teilt RTL mit. Seit Ende September gehört ihm ein Restaurant in Brüssel.

Thomas Rabe, Vorsitzender des Verwaltungsrates, dankt de Posch dafür, dass er "die RTL Group in die digitalste europäische Rundfunkanstalt umgewandelt und die Kreativität von Fremantle Media wiederbelebt hat." De Posch kam 2012 zu RTL, arbeitete vorher als selbstständiger Berater und war von 2004 bis 2008 bei ProSiebenSat.1. Bert Habets führt die Sendergruppe künftig allein. Er ist seit April 2017 Co-Chef, ab dem neuen Jahr trägt er die Gesamtverantwortung.
dwdl.de, handelsblatt.com (Restaurant), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Volker Breid wird "FAZ"-Geschäftsführer.


Kluge Zeitschriften-Köpfe: Volker Breid, 55, (Foto links), bis Ende Mai noch Geschäftsführer der Motor Presse Stuttgart, fährt bei der "FAZ" als neuer Geschäftsführer vor. Er verantwortet die FAZ GmbH gemeinsam mit Thomas Lindner, 52, (Foto rechts), dessen Vertrag vorzeitig in die Verlängerung geht. Damit holt sich die "Zeitung für Deutschland" noch mehr Zeitschriften-Knowhow ins Haus: Mit Breid und Lindner stehen zwei frühere Manager von Gruner + Jahr an der Spitze der "FAZ".

Der Verlag stattet Neuzugang Breid mit umfangreichen Aufgaben aus: Er verantwortet die Unternehmensstrategie, die Fachmedien, Controlling, Recht und Personal. Die Führung der Frankfurter Societät wird er sich mit Oliver Rohloff teilen. Breids Vorgänger Burkhard Petzold wechselt in die Geschäftsführung der Fazit-Stiftung, Eigentümerin der "FAZ". Er war mehr als 30 Jahre lang für die "FAZ" und Tochterunternehmen tätig und übernahm die Leitung des Verlags 2014 gemeinsam mit Lindner.
horizont.net, turi2.de (Background)Kommentieren ...

NZZ und AZ Medien formen ein Regionalmedien-Dickschiff für die Schweiz.


In der Größe liegt die Kraft: Die Schweizer Verlage NZZ und AZ Medien legen ihr regionales Geschäft in einem Joint Venture zusammen. Das Unternehmen umfasst Zeitungen, Onlineportale, Radio, TV und Druckereien mit zusammen 2.000 Mitarbeitern. Vereint kommen die Bereiche auf 500 Mio Franken Umsatz, rund 430 Mio Euro. AZ-Medien-Chef Axel Wüstmann leitet das Joint Venture, AZ-Verleger Peter Wanner den Verwaltungsrat.

Als einzige Ausnahme geht das Online-Portal Watson von AZ Medien nicht in dem Joint Venture auf. Auch das nicht regionale Geschäft der NZZ-Mediengruppe bleibt außen vor. Das neue Joint Venture will aber "Technologie-Dienstleistungen" der NZZ beziehen. Zu den Marken der neuen Firma gehören u.a. "St. Galler Tagblatt", "Luzerner Zeitung", "Aargauer Zeitung" und "Badener Tagblatt". Mit vereinter Kraft soll das neue Unternehmen in die Zukunft investieren, sagt Verleger Wanner. Die Schweizer Wettbewerbskommission muss noch zustimmen.
persoenlich.comKommentieren ...

Content-Klau-Klage: "Bild" und Focus Online einigen sich außergerichtlich.


Bild und Focus Online legen ihren Streit um Content-Klau bei Bild Plus außergerichtlich bei, meldet Burda in einer knappen Pressemitteilung. "Bild" hatte Anfang des Jahres gegen das Burda-Portal Focus.de geklagt. Der Vorwurf: Focus Online übernehme systematisch Content, der bei Bild.de hinter der Paywall steht und vermarkte die Inhalte in einem Reichweiten-Modell. Dabei bediene sich Focus.de nicht nur an News, sondern auch an aufwändigen Hintergrundstücken, sagte "Bild"-Chef Julian Reichelt im Januar zu turi2.tv.

Für den 15. Februar 2018 hatte das Landgericht Köln einen Verhandlungstermin angesetzt, der nun offenbar obsolet ist. Im Pressestatement schreibt Burda: "Nach konstruktiven Gesprächen haben sich beide Häuser geeinigt, die gerichtliche Auseinandersetzung zu beenden." Weitere Stellungnahmen zum Ende des Streits solle es nicht geben.
burda.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Bild" verklagt Focus Online wegen Content-Diebstahls - Julian Reichelt erklärt die Klage.

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Bauer kauft "Madame" von Medweth und zieht "Maxi" und "It‘s Style" nach München.


Bauer kauft Frau: Bauer übernimmt die Zeitschrift "Madame". Das monatliche Luxus-Magazin erscheint seit Januar 2010 bei Medweth. Chefredakteurin Petra Winter und Vize Heike Haag sollen das Magazin auch bei Bauer weiter führen. Bei "Madame" soll es keine Kündigungen im Zusammenhang mit dem Verkauf geben. Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass Medweth nach einem Käufer für mehrere seiner Publikumszeitschriften sucht. Neben Bauer soll auch Funke am Kauf einiger Titel interessiert sein.

Parallel zum Kauf von "Madame" baut Bauer sein sonstiges Portfolio im Bereich Luxus, Fashion und Beauty um. Die Redaktionen von "Maxi" und "It’s Style", die bis vor kurzem noch "InTouch Style" hieß, ziehen von Hamburg nach München. Nina Maurischat gibt die Chefredaktion von "Maxi" an "Cosmopolitan"-Chefin Anja Delastik ab und bleibt in Hamburg. Den bislang ebenfalls von ihr verantworteten Titel "Myway" will Bauer künftig extern produzieren lassen.
horizont.net, meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Thomas Middelhoff darf die erste Auflage seines Buches nicht weiter vertreiben.


Ausge-bucht. Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff muss die erste Auflage seines Buches "A 115 - Der Sturz" einstampfen, entscheidet das Landgericht Stuttgart. Auch bereits gedruckte und ausgelieferte Bücher darf der Verlag nicht weiter verbreiten. Grund sind mehrere unwahre Tatsachenbehauptungen, über drei "Spiegel"-Journalisten und deren Berichte über ihn. Middelhoffs Darstellung verletzt nach Ansicht der Richter die "Spiegel"-Journalisten in ihren Persönlichkeitsrechten.

Middelhoff behauptet u.a. die "Spiegel"-Redakteure hätten unsauber recherchiert, Fakten unterschlagen und sich auf dubiose Quellen gestützt. Middelhoffs Anwältin habe versucht, einige der beanstandeten Passagen als bloße "Meinungsäußerung" zu verteidigen. Die Richter sagen aber: Wenn eine Meinungsäußerung einen erwiesen falschen oder bewusst unwahren Tatsachenkern enthalte, tritt das Grundrecht der Meinungsfreiheit hinter die Schutzinteressen des Betroffenen. (Foto: Uwe Zucchi / dpa)
spiegelgruppe.deKommentieren ...

Thomas Ebeling und ProSiebenSat.1 trennen sich bereits Ende Februar 2018.


Ein Spruch zu viel: Thomas Ebeling verlässt ProSiebenSat.1 früher als bisher geplant, teilt der Konzern mit. Der Manager und der Aufsichtsrat haben sich demnach "einvernehmlich" auf ein vorzeitiges Ausscheiden geeinigt – nach der Bilanzpressekonferenz im Februar ist für Ebeling Schluss. Eigentlich läuft sein Vertrag noch bis Mitte 2019. Conrad Albert (Foto rechts), bisher Vorstand für External Affairs, wird Vize-Vorstandschef, er solle die Kontinuität im Konzern auch nach Ebelings Abgang sichern, falls die Nachfolger-Suche länger dauert.

Ebeling fällt nun offenbar einer seiner markigen Sprüche auf die Füße: Vergangene Woche war ein Kommentar aus einem Analysten-Call über arme und fettleibige TV-Zuschauer bekannt geworden. Auch wegen seines Führungsstils steht der Manager in der Kritik. Er hatte die Konzernführung 2009 übernommen und die damals schwächelnde Sendergruppe mit Digital-Zukäufen wieder zum Erfolg und aus der Abhängigkeit von Finanzinvestoren geführt. Gegen zuletzt einbrechende Werbeerlöse im klassischen TV fehlt aber das Rezept.
faz.net, dwdl.de, turi2.de (Zitat TV-Zuschauer), turi2.de (Führungsstil)

Mitarbeit: Markus TrantowKommentieren ...

Thomas Strerath und Larissa Pohl verlassen Jung von Matt.


Jung von Matt: Die Vorstände Thomas Strerath und Larissa Pohl verlassen die Agenturgruppe, berichtet Horizont.net. Sie werden ihre Partnerschaft mit der Agentur nicht verlängern, die Verträge laufen Mitte 2018 aus. "Dass gegenseitige Erwartungen nicht erfüllt werden, gehört leider zur Natur unseres Geschäfts. Dennoch bin ich dankbar für die vielen Impulse, die Larissa und Thomas eingebracht haben und nach wie vor einbringen", lässt sich JvM-Gründer Jean-Remy von Matt zitieren.

Strerath und Pohl schreiben: "Für Jung von Matt zu arbeiten, war eine Herzenssache. Wir werden die vielen Menschen vermissen, die hier immer für die beste kreative Lösung kämpfen." Strerath und Pohl waren erst im Herbst 2015 zu Jung von Matt gekommen. Strerath war zuvor fast zehn Jahre lang CEO von Ogilvy Deutschland, Pohl wirkte bei der Agentur u.a. als Strategiechefin.
horizont.netKommentieren ...

"manager magazin": Kai Diekmann startet Zweitkarriere als Vermögensverwalter.


Kai Diekmann macht in Finanzen, berichtet das "manager magazin": Der ehemalige "Bild"-Herausgeber hat mit Banker und Jugendfreund Leonhard "Lenny" Fischer die Deutsche Fondsgesellschaft Invest gegründet, verraten die beiden im Interview. Kernprodukt soll ein "Zukunftsfonds" mit geplanten 20 Mrd Einlagevolumen werden. Weitere Geschäftspartner sind der Anwalt Anton Voglmaier, Ehemann der Finanzjournalistin Carola Ferstl, als CEO die Bankerin Martha Boeckenfeld sowie der Vermögensverwalter Volker Schilling.

Fischer kümmere sich um die Investments, Diekmann um die Vermarktung. Eine "journalistisch unabhängige Finanzwebsite" der Agentur Storymachine, an der Diekmann beteiligt ist, soll den Fonds unterstützen - und den Deutschen ihre "Schwellenangst vor der Börse" nehmen. Dabei beschränkt sich Diekmann auf die Rolle des Herausgebers. Christin Martens, zuvor Chefredakteurin der deutschen Ausgabe von Springers "Business Insider", leitet die Redaktion.
"manager magazin" 12/2017, S. 120 - 127 (Paid)2 Kommentare

Klambt übernimmt die "Grazia" komplett und kauft Gruner + Jahr alle Anteile ab.


Grazie im Alleingang: Klambt übernimmt von Gruner + Jahr zu einem nicht genannten Preis alle Anteile am bisherigen Joint Venture Gruner + Jahr/Klambt-Style-Verlag und ist damit ab 2018 alleiniger Besitzer der Zeitschrift "Grazia" in Deutschland und der dazugehörigen Marken. Die Redaktion der "Grazia" arbeitet weiterhin von Hamburg aus. Klambt kümmert sich wie bisher um Verlauf und Vertrieb, G+J EMS bleibt Vermarkter. Die Vermarktung in Print und Online soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden.
dnv-online.net, meedia.deKommentieren ...

Gruner + Jahr verkauft niederländische Tochter G+J Media an Hearst.

Gruner + Jahr trennt sich von seinem Geschäft in den Niederlanden, berichtet new-business.de. Die Tochter G+J Media geht an den US-Verlag Hearst. Die niederländischen Ausgaben von "Glamour", "National Geographic", "Vogue" und anderen erscheinen künftig bei Hearst Niederlande. Zuletzt hatte die Hamburger Firma Axos MidCap Interesse am Niederlande-Geschäft von G+J angemeldet. Die Firma hatte bereits das Spanien-Geschäft der Hamburger übernommen.
new-business.de, turi2.de (Axos MidCap)Kommentieren ...

"Spiegel" holt "Süddeutsche"-Digitalchef Stefan Plöchinger.


Rückkehr und Neuanfang: Der "Spiegel" wirbt "Süddeutsche"-Digitalchef Stefan Plöchinger, 41, ab und macht ihn zum Leiter der Produktentwicklung. Plöchinger soll als "kaufmännischer Partner" mit den Chefredaktionen und Geschäftsführungen im Haus arbeiten. Neben dem Zusammenwachsen von Print und Online soll er auch die Paid-Content-Angebote stärken, schreibt Stefan Winterbauer.

Plöchinger arbeitete vor seinem Wechsel zur "Süddeutschen" bereits bei Spiegel Online. In München war er zunächst Chefredakteur von Süddeutsche.de und stieg dann als Digital-Mann in die Chefredaktion auf. Meedia berichtete zunächst, dass Plöchinger in seiner neuen Funktion über Spiegel-Online-Chefredakteurin Barbara Hans steht. Laut Verlag wird er Teil des Teams um Geschäftsführer Thomas Hass.
spiegelgruppe.de, meedia.de

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Deutschlandfunk Kultur unterbricht Sendebetrieb nach Bombenfund.


Bombenfund am Brückentag: Das Deutschlandradio muss sein Berliner Funkhaus nach dem Fund einer Weltkriegsbombe räumen. Deutschlandfunk Kultur unterbricht am Nachmittag den Sendebetrieb. Der Sender strahlt zeitweilig das Programm des Deutschlandfunks aus Köln aus. Seit 17 Uhr kommen die Sendungen aus dem Hauptstadtstudio im Berliner Regierungsviertel.

Das frühere Funkhaus des Rias liegt innerhalb eines 500-Meter-Sperrkreises. Betroffen ist auch der Verkehr: Die Stadtautobahn ist gesperrt, die Ring-S-Bahn und eine U-Bahn-Linie sind unterbrochen. Mehrere tausend Menschen müssen Häuser verlassen. Die 250-Kilo-Bombe wurde bei Bauarbeiten gefunden. Wann sie entschärft wird, ist derzeit noch unklar. (Foto: Picture Alliance / Bildagentur-online)
turi2 - eigene Infos, deutschlandfunk.de, rbb24.de

Update: Seit dem 3. Oktober, gegen 7 Uhr, kann Deutschlandfunk Kultur wieder aus dem Funkhaus senden. Die Bombe wurde entschärft.Kommentieren ...

Sebastian Matthes wechselt in die Chefredaktion des "Handelsblatts".


Von der Isar zurück an den Rhein: Das "Handelsblatt" beruft Sebastian Matthes, 40, seit Ende 2013 Chefredakteur der deutschen HuffPost, in die Chefredaktion. Matthes wechselt spätestens im ersten Quartal 2018 nach Düsseldorf, wo er Stellvertreter von "Handelsblatt"-Chefredakteur Sven Afhüppe wird. Als Head of Digital zeichnet Matthes für die journalistische Weiterentwicklung der Digital-Produkte verantwortlich.

Sebastian Matthes sei "der richtige Mann für diese wichtige Position", lobt Afhüppe. Mit ihm an der Spitze wolle das "Handelsblatt" seine Bezahl-Modelle weiter ausbauen. Der neue Job ist für Matthes auch eine Rückkehr zur Verlagsgruppe Handelsblatt. Vor seinem Ausflug zu Burda, dem Betreiber der deutschen "HuffPost", war er Redakteur und Ressortleiter bei der "Wirtschaftswoche". Sein Handwerk hat er in der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten gelernt.
presseportal.de, meedia.deKommentieren ...

"WSJ": ProSiebenSat.1 führt Kauf-Verhandlungen mit Mashable.


ProSiebenSat.1 führt umfangreiche Gespräche über den Kauf der Tech-News-Plattform Mashable, berichtet das "Wall Street Journal". Mashable war 2016 rund 250 Mio Dollar wert und dürfte jetzt mit 300 Mio bewertet werden. Andere Interessenten könnten noch auftauchen, heißt es. Der Medienkonzern Viacom war interessiert, führt aber derzeit keine Gespräche.

Mashable wandelt sich – wie viele digitale US-Medien – zunehmend zu einer Videoseite. Im vergangenen Jahr mussten 30 Mitarbeiter gehen, um im Videobereich zu wachsen. Auch Mic.com, Fox Sports und MTV News vollziehen einen Strategiewechsel hin zu Video. Das in New York ansässige Mashable hat Ableger für Großbritannien, Frankreich, Australien, Asien und Indien. Mit einem Kauf würde P7S1 den Weg von Springer gehen, das als Besitzer von Business Insider groß ins US-Geschäft eingestiegen ist.
wsj.comKommentieren ...

Digital-Chef Mathias Müller von Blumencron verlässt die "FAZ".


Nächste Station: Digital-Chef Mathias Müller von Blumencron verlässt die "FAZ" Ende 2017 auf "eigenen Wunsch". Nachfolger wird Carsten Knop, 48, bisher verantwortlicher Redakteur für die Wirtschafts- und Unternehmensberichterstattung der "FAZ". "Es war ein Privileg, dieser Zeitung beim digitalen Aufbruch zu helfen", sagt Müller von Blumencron, "nun ist es Zeit weiterzuziehen". Das Ziel ist der Öffentlichkeit bisher unbekannt. Der Verlag bedauert den Abschied und bedankt sich: "Unser Haus hat enorm von seiner Erfahrung und Begeisterungsfähigkeit profitiert", lässt sich Berthold Kohler, Vorsitzender der Herausgeberkonferenz, zitieren.

Müller von Blumencron ist seit Oktober 2013 in Frankfurt tätig, in dieser Zeit hat er das Digital-Angebot der Zeitung runderneuert und dabei u.a. das Bezahl-Angebot FAZ Plus sowie die App Der Tag eingeführt. Diesen Weg soll Nachfolger Carsten Knop weiter voranschreiten. Die Zahl der kostenpflichtigen Geschichten auf faz.net werde sich erhöhen, zudem will Knop "einzelne Interessengruppen intensiver bedienen".

Carsten Knop kam 1993 als Volontär zur "FAZ", war danach Wirtschaftsredakteur der "Börsen-Zeitung", kehrte zur "FAZ" zurück und berichtete als Wirtschaftskorrespondent aus Düsseldorf, New York und San Francisco. Er zeichnet bisher verantwortlich für die Seiten "Menschen und Wirtschaft" und ist Mitglied im "Digital Board" der "FAZ".
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Geschäftsführerin Stefanie Hauer verlässt "Lübecker Nachrichten" und "Ostsee-Zeitung".

Fragerunde mit Folgen: Madsack und Stefanie Hauer, Geschäftsführerin der "Lübecker Nachrichten" und der Rostocker "Ostsee-Zeitung", gehen mit sofortiger Wirkung getrennte Wege. Ausschlaggebend war laut Meedia wohl Hauers Auftreten gegenüber SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz bei einem Redaktionsbesuch im Lübecker Verlagshaus. Hauer hatte Schulz in dem Gespräch, das bei Facebook live übertragen wurde, nach einer Entlastung für Verlage bei den Sozialabgaben gefragt, insbesondere beim Mindestlohn für Zeitungszusteller. Schulz reagierte irritiert, die Redaktion beschämt.

Hauer hatte sich kurz darauf für ihren "unglücklicher Auftritt" zwar entschuldigt, habe bei "LN"-Gesellschafter Madsack aber den Rückhalt verloren, schreibt Gregory Lipinski. Schon seit Tagen sei sie nicht mehr im Verlagshaus gesehen worden, heute Mittag habe der Verlag die Mitarbeiter über die Demission Hauers informiert. Madsack spricht in einer Pressemitteilung davon, die Geschäftsführung beider Verlage neu aufzustellen, damit sie sich stärker auf das lokale und regionale Werbe- und Vertriebsgeschäft fokussieren können. Interims-Nachfolger in Lübeck wird Günter Evert, der bei Madsack den Konzernbereich Niedersachsen leitet.
meedia.de, madsack.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Funke startet bundesweites Jugendmagazin "#screenshot".

Die bessere "Bravo"? Funke wagt eine Print-Gründung und legt das Jugendmagazin #screenshot vor. Bundesweit liegen 100.000 Exemplare am Kiosk. "#screenshot" soll YouTube-Stars zu Redakteuren machen und die Zielgruppe der 12- bis 17-Jährigen ansprechen. Die erste Ausgabe erscheint heute mit 86 Seiten für 3,50 Euro. Beim Jugend-Klassiker "Bravo" ist die Auflage seit Jahren im Sinkflug.

Die Zeitschrift erscheint unter der Regie des New-Business-Teams von Funke NRW. Verlagsgeschäftsführer Matthias Körner verspricht "ein exklusives Angebot in ansprechender Umsetzung", das im Netz so nicht zu finden sei. Dass Jugendliche nur auf ihren Smartphones lesen, stimme nicht, sagt Körner. In "#screenshot" berichten YouTuber wie Marc-René Lochmann und MrWissen2go über die Themen, zu denen sie auch Videos machen. Zusammen kommen die Heft-Stars auf 6,6 Mio YouTube-Abonnenten und 4,4 Mio Instagram-Follower.
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Kolle-Rebbe-Gründer Stefan Kolle, 55, ist tot.

Stefan Kolle, Gründer und Geschäftsführer der Agentur Kolle Rebbe in Hamburg, ist tot. Er starb in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch "plötzlich und schnell", schreibt ein Agentursprecher und ergänzt: "Wir sind alle tief traurig und erschüttert von dieser jähen und unfassbaren Nachricht." Kolle wurde nur 55 Jahre alt. Er hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder.

Stefan Kolle galt als einer der wichtigsten Kreativen Deutschlands: Nach einem Studium an der Hochschule der Künste in Berlin heuert er 1986 als Texter bei GGK in Wien an, 1990 wechselt er zu Baader, Lang, Behnken in Hamburg. In der Hansestadt gründet Kolle 1994 mit seinem alten Freund Stephan Rebbe die Werbeagentur Kolle Rebbe und feiert bald erste Erfolge. 1997, nur vier Jahre nach der Gründung der Agentur, gewinnt Kolle seinen ersten Löwen in Cannes. Von der Branchenpresse werden die Agentur und ihre Chefs vielfach ausgezeichnet. (Foto: Kolle Rebbe)
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Liborius-Verleger Rudolf Thiemann soll VDZ-Präsident werden.

Mit Gottes Segen: Die deutschen Zeitschriften-Verleger wollen Rudolf Thiemann, 62, am 5. November zu ihrem Präsidenten wählen. Der Chef der katholischen Liborius-Verlagsgruppe erhält Rückendeckung aller Landes- und Fachverbände des VDZ. Mit Thiemann beschreiten die Verleger nicht nur einen spirituellen, sondern einen routinierten Pfad: Der promovierte Jurist ist bereits Vizepräsident und sitzt seit 20 Jahren dem VDZ-Fachverband Konfessionelle Presse vor.

Thiemann ist seit 1985 geschäftsführender Gesellschafter von Liborius, er führt das Unternehmen in vierter Generation. Liborius gibt u.a. die Wochenzeitung "Liboriusblatt" heraus, die "Christliche Woche" und das "Bayerische Sonntagsblatt". Sein Vorgänger im VDZ-Präsidentenamt, Stephan Holthoff-Pförtner, war in die NRW-Landesregierung gewechselt. Für das Amt tritt auch "Clap"-Mitherausgeber Peter "Bulo" Böhling an, der die Sympathie der turi2-Redaktion genießt und dennoch als chancenlos gilt.
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Julia Becker wird ab 2018 Funke-Verlegerin.


Frischer Wind bei Funke: Verlegerin Petra Grotkamp übergibt zum neuen Jahr an ihre Tochter Julia Becker. Grotkamp bleibt im Aufsichtsrat von Funke, ihre Anteile gehen zu gleichen Teilen auf die Kinder (Foto, von links) Julia Becker, Niklas Jakob Wilcke und Nora Marx über, kündigt sie in "Kress Pro" an. Becker übernimmt mit dem Aufsichtsrat-Vorsitz die Führung im Frischlings-Trio.

Verlegerin Grotkamp ist eine Tochter des "WAZ"-Mitgründers Jakob Funke. Sie heiratete Günther Grotkamp, lange Jahre Funke-Geschäftsführer, und kaufte 2012 die Anteile der Brost-Gruppe. Erich Brost ist der zweite Gründer der "WAZ".

Im gemeinsamen Interview sprechen Grotkamp und Becker auch über einen Strategiewechsel bei Funke. Künftig soll es verstärkt Allianzen mit anderen Verlagen geben. Die künftige Aufsichtsrats-Chefin Becker sagt: "Früher wäre Günther Grotkamp nie auf die Idee gekommen, zu den Bauers zu gehen oder den Springers. Das war völlig falsches Konkurrenzdenken." (Foto: Picture Alliance / Schroewig)
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