Sean Spicer tritt als US-Regierungssprecher zurück.

Sean Spicer tritt als Sprecher des Weißen Hauses zurück. Laut der "New York Times" begründet Sean Spicer seinen Rücktritt gegenüber Präsident Donald Trump mit dessen Entscheidung, Anthony Scaramucci zum Kommunikationsdirektor zu berufen. Spicer halte die Personalie für einen großen Fehler. Trump habe Spicer vergeblich gebeten, seinen Job fortzusetzen.
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Springer verkauft Immobilien für 755 Mio Euro.


Springer-Enteignung: Der Springer-Neubau und die Axel-Springer-Passage wechseln in den Besitz von Immobilien-Investoren. 755 Mio Euro kommen so in die Kassen des Medienkonzerns – er wird zum Mieter im eigenen Reich. Der Neubau geht an den norwegischen Staatsfonds Norges Bank Real Estate Management. Die Passage wechselt in den Besitz von Blackstone und Quincap.

Der wieder flüssige Finanzvorstand Julian Deutz will den Geldsegen in digitale Geschäfte investieren. Die Passage gibt Springer Ende 2017 ab, bis Ende 2020 mietet es einen großen Teil der dortigen Fläche. Dann soll bereits der 13-geschossige Neubau brummen und u.a. die gemeinsame Redaktion von "Welt" und N24 beherbergen. Die Fertigstellung ist trotz Berliner Bautempo schon für 2019 geplant.
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Arvato-Chef Fernando Carro verlässt Bertelsmann.

Bertelsmann trennt sich "im besten gegenseitigen Einvernehmen und mit sofortiger Wirkung" von Fernando Carro, 52, Vorstandsmitglied und CEO der Dienstleistungssparte Arvato. Carros Position im Bertelsmann-Vorstand und als Arvato-CEO wird nicht neu besetzt. Arvato mit seinen über 70.000 Mitarbeitern geht gewissermaßen im Bertelsmann-Konzern auf.

Personalvorstand Immanuel Hermreck verantwortet die Arvato-Personalarbeit direkt. Zwei von Carros Bereichsverantwortlichen, Kundenmanagement-Chef Andreas Krohn und Lieferketten-Chef Frank Schirrmeister, berichten nun direkt an Bertelsmann-CEO Thomas Rabe. Die anderen beiden, Finanzlösungen-Chef Frank Kebsch und Systemhaus-Chef Matthias Moeller, arbeiten nun unter Bertelsmann-Finanzvorstand Bernd Hirsch.

Carro, intern "Turbo-Fernando", war 24 Jahre Bertelsmann-Mitarbeiter und hat als letzter Kandidat ab 2005 versucht, das einst wichtige Buchclub-Geschäft zu retten. Trotz einiger Erfolge beendete Bertelsmann das Engagement Ende 2015.
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Erdogan legt wegen Jan Böhmermanns Gedicht Berufung ein.



Ganz oder gar nicht: Erdogan will auch die letzten sechs Zeilen des Gedichts von Satiriker Jan Böhmermann verbieten lassen und legt deshalb gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg Berufung ein, schreibt Spiegel Online. Das Gericht hat im Februar bereits die meisten Passagen für unzulässig erklärt. Auch Böhmermann geht gegen das Urteil in Berufung - er will das Gedicht, in dem er dem türkischen Präsidenten sadistische Züge unterstellt, komplett weiterverbreiten. Sein Anwalt Christian Schertz argumentiert, ein Kunstwerk lasse sich nicht in Einzelteile stückeln und teilweise verbieten.

Erdogans Anwalt Mustafa Kaplan sagt, das Gedicht sei eine Beleidigungsorgie, die nicht nur das Staatsoberhaupt, sondern auch das türkische Volk beleidigen solle. Beleidigungen mit sexuell anzüglichem Inhalt würden in der Türkei als "besonders schwerwiegend" empfunden.
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Bertelsmann stockt den Anteil an Penguin Random House auf 75 % auf.


Mehr Pinguin wagen: Bertelsmann stockt seinen Anteil an Penguin Random House auf 75 % auf. Der Konzern aus Gütersloh kauft dem Partner Pearson 22 % ab, Pearson behält 25 %. Auf Basis der Bewertung ergibt sich ein Kaufpreis von rund 781 Mio Euro für die Aufstockung. Bertelsmann spricht von "äußerst vorteilhaften" Finanzierungskonditionen, hat also nicht, wie zuvor spekuliert, einen Mit-Investor ins Boot geholt.

Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Penguin Random House, der größte Publikumsverlag der Welt mit 250 Einzelverlagen und rund 15.000 Neuerscheinungen pro Jahr, entstand 2013 durch die Fusion von Random House und Penguin, den Verlagshäusern von Bertelsmann und Pearson.
dwdl.de, buchreport.de, presseportal.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Adel Gelbert wird Chef der Content-Marketing-Schmiede C3.


Neue Kommando-Struktur: C3 macht Adel Gelbert zum CEO. Gelbert kommt von der Beratungsagentur FischerAppelt Advisors. Die Gründer Lukas Kircher (oben rechts) und Rainer Burkhardt rücken auf Chairman-Posten. Burda gehört inzwischen 85 % an C3 und will es bei diesem Anteil belassen. Mit Gelbert bekommt C3 erstmals einen CEO.

Gelbert wird die Agentur mit Digitalchef Blundstone Osterberger und Gregor Vogelsang führen. Zur neuen Struktur gehört ein Beirat, in dem neben Kircher und Burkhardt die Burda-Vorstände Philipp Welte und Andreas Rittstieg sitzen. In die entgegengesetzte Richtung – von C3 zu FischerAppelt – wechselt Klaus Madzia: Der bisherige Chefredakteur wird Direktor für Digitalstrategie.
cp-monitor.de, horizont.net, fischerappelt.de (Madzia)

Aus dem Archiv von turi2.tv: C3-Chef Lukas Kircher fühlt sich mitschuldig am Niedergang der klassischen Medien.
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Bundestag beschließt Facebook-Gesetz.


Maas-Arbeit: Der Bundestag winkt das Gesetz gegen Hasskriminalität im Internet, offiziell Netzwerkdurchsetzungsgesetz, durch. Facebook, Twitter und Co müssen "offenkundig strafbare Inhalte" nun binnen 24 Stunden nach einem Hinweis darauf löschen, uneindeutige Fälle binnen sieben Tagen. Das Gesetz sieht auch einen "Zustellungsbevollmächtigten" in Deutschland vor, weil viele große Digitalunternehmen ihren Sitz im Ausland haben. Er soll binnen 48 Stunden reagieren. Wer systematisch gegen die Vorgaben verstößt, muss mit bis zu 50 Mio Euro Bußgeldern rechnen. Kritiker fürchten, dass das Gesetz die Meinungsfreiheit im Netz einschränken wird, weil es die Entscheidung, ob ein Beitrag rechtskonform ist oder nicht, auf die Unternehmen abwälzt, die sich aus Angst vor Strafen möglicherweise mit Overblocking absichern.
spiegel.de, turi2.de (Kritiker), turi2.de (Facebook)Kommentieren ...

VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner tritt zurück – geht in die Politik.


Kurzes Gastspiel: Stephan Holthoff-Pförtner, seit nicht mal einem Jahr Präsident des Zeitschriften-Verlegerverbandes VDZ, tritt von seinem Amt zurück und geht in die Politik. Der Funke-Miteigentümer wird in der schwarz-gelben Landesregierung von Nordrhein-Westfalen Minister für Europa und Medien. Damit nimmt ein Verlegerpräsident seinen Hut, dessen Wahl den mächtigen Verband seit Ende 2016 spaltet. Gruner + Jahr, Spiegel, Medweth und Zeit kritisieren das Procedere der Wahl und haben sich sich aus dem Verband weitgehend zurückgezogen.

Der VDZ muss nun einen neuen Präsidenten finden. Die richtige Person könnte dafür sorgen, dass die Rebellen um Gruner + Jahr zurückkehren. Offiziell ausgetreten sind die Abtrünnigen noch nicht. Georg Altrogge glaubt, dass Funke-Chef Manfred Braun das politische Netzwerk fehlt und hält Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen für einen geeigneten Kandidaten. Als "interessante Variante" bezeichnet er Julia Jäkel.
horizont.net, meedia.de, meedia.de (Altrogge) turi2.tv (5-Min-Interview mit Holthoff-Pförtner)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Video-Interview zum Antritt von Stephan Holthoff-Pförtner als VDZ-Präsident. (November 2016)

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Die EU-Komission verdonnert Google zur Rekordstrafe von 2,42 Mrd Euro.


Stirb, Sparschwein: Google muss die Rekord-Wettbewerbsstrafe von 2,42 Mrd Euro zahlen. Die EU-Kommission verhängt das Bußgeld, weil die Suchmaschine die Ergebnisse bei der Produktsuche zum ihrem Vorteil anpasse und eigene Anzeigen bevorzuge. Es ist die höchste Strafe, die die Kommission je gegen ein einzelnes Unternehmen verhängt hat. Die Kontrolleure ermitteln seit fast sieben Jahren gegen den Konzern. Wenn Google die Suchergebnisse nicht binnen 90 Tagen anpasst, will die Kommission ein Zwangsgeld verhängen, das bis zu 5 % des Alphabet-Tagesumsatzes beträgt.

Ein Sprecher von Google sagt nach der Verkündung der Strafe: "Wir werden uns die Entscheidung der Kommission im Detail anschauen und erwägen Einspruch zu erheben und werden unsere Sicht der Dinge darlegen." Der Konzern hält die Argumentation der Kommission für falsch, weil sie Amazon und Ebay nicht berücksichtige. Die Wettbewerbshüter vertreten allerdings die Meinung, Händlerplattformen und Vergleichsdienste seien unterschiedliche Märkte.
welt.de, theverge.com, manager-magazin.de, faz.net (Reaktion Google)Kommentieren ...

"NZZ" plant E-Paper-Ausgabe für Deutschland noch vor der Bundestagswahl.

Expedition Nord: Die "Neue Zürcher Zeitung" nimmt Deutschland ins Visier und plant eine E-Paper-Ausgabe speziell für den "großen Kanton im Norden", berichtet der "SonntagsBlick". Die elektronische Ausgabe für Deutschland solle aussehen wie das Original, jedoch ohne Schweizer Inhalte. Probeversionen würden intern bereits "herumgeistern", der Personalbestand sei aufgestockt worden. Ein Starttermin ist noch nicht bekannt, soll aber vor der Bundestagswahl im September sein.

Chefredakteur Eric Gujer verschickt bereits seit April einen wöchentlichen Politik-Newsletter für Deutschland. Zuletzt waren die Bemühungen der Zeitung, in Österreich mit dem Bezahlangebot NZZ.at Fuß zu fassen, gescheitert. Die gedruckte Auslands-Auflage der "NZZ" liegt laut Mediadaten bei rund 8.600 Exemplaren. Wie viele davon nach Deutschland gehen, sagt der Verlag nicht.
"SonntagsBlick" via persoenlich.com, handelszeitung.ch, turi2.de (Background Newsletter)Kommentieren ...

Stefan Raab produziert die Erfinder-Show "Das Ding des Jahres" für ProSieben.


Auszeit von der Auszeit: Entertainer Stefan Raab unterbricht seinen TV-Ruhestand und kehrt mit einer Show zu seinem früheren Haussender ProSieben zurück. Er tritt allerdings nicht als Moderator, sondern als Entwickler und Produzent der Show auf, die in der Fernseh-Saison 2017/2018 laufen soll. In "Das Ding des Jahres" zeigen Tüftler ihre Ideen für Produkte, die Zuschauer wählen einen Gewinner und ProSieben spendiert eine Werbekampagne. Auf der Seite das-ding-des-jahres.de können sich bereits Kandidaten für die Show bewerben.

Stefan Raab hatte vor genau zwei Jahren seinen Abschied aus dem TV angekündigt. Zum Ende 2015 beendete er alle Aktivitäten, bei denen er als Entertainer vor der Kamera stand und trat nur noch vereinzelt und privat in der Öffentlichkeit auf.
presseportal.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Amazon eröffnet seinen Online-Kiosk Amazon Newsstand in Deutschland.


Büdchen im Netz: Amazon bringt seinen digitalen Kiosk Amazon Newsstand noch diesen Monat nach Deutschland, erfährt DNV Online von mehreren Verlagen und Dienstleistern. Im Sortiment soll es Einzelhefte und Abos geben – von wie vielen Titeln ist noch nicht bekannt. In den Filialen in den USA und Großbritannien liegen bereits die "Süddeutsche", das "Handelsblatt" und die "Wirtschaftswoche" im virtuellen Regal. Einige Verlage sehen das Angebot mit Bauchschmerzen, weil dort verkaufte Exemplare (noch) nicht in die IVW-Statistik zählen.

Amazon verteilt außerdem viele Freiexemplare. In den USA beginnt ein Magazin-Abo mit 30 Gratis-Tagen, ein Zeitungs-Abo mit 14 Tagen für lau. Ein solches Angebot könnte verlagseigene Konditionen schlecht erscheinen lassen – sofern der Verlag nichts kostenlos anbietet. Mittelfristig soll sich die Auslage im Amazon-Kiosk lohnen, schreibt DNV Online. Die "Financial Times" berichte von signifikanten und stabilen Abo-Zahlen. (Foto: Ian Ehm für die turi2 edition1)
dnv-online.net, amazon.com (internationaler Kiosk)Kommentieren ...

Tom Drechsler wird der neue, starke Auto-Chef der "Bild"-Gruppe.


Vorfahrt für Drechsler: Springer parkt die komplette Auto-Berichterstattung der "Bild"-Gruppe in einem "Kompetenzcenter Auto" – mit Chefredakteur Tom Drechsler, 52 (links), am Lenkrad. Drechsler steuert die benzingeschwängerten Themen markenübergreifend mit 180 Mitarbeitern auf der Rückbank. Drechsler ist momentan noch Beifahrer Stellvertreter von "Bild am Sonntag"-Chefredakteurin Marion Horn. "Auto Bild"-Chefredakteur Bernd Wieland (rechts) bleibt als Chefredakteur Neue Formate an Bord.

Dem neuen Kompetenzcenter – und damit Chefredakteur Drechsler – unterstehen die "Auto Bild"-Titel, die Autoressorts bei "Bild", "Bild am Sonntag" und "B.Z." gedruckt und digital. Drechsler wird damit zu einer Art Super-Chefredakteur ähnlich wie Julian Reichelt, der seit Februar Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktionen ist. Wieland muss sich künftig unterordnen: Er behält die Chefredaktion von "Auto Bild Klassik" und darf sich neue Titel und Projekte ausdenken. Das Kompetenzcenter ist in Hamburg angesiedelt, 292 Auto-Kilometer von der Berliner Konzernzentrale entfernt.
axelspringer.de, kress.deKommentieren ...

Früherer Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker wird Chef-Lobbyist bei Burda.


Standleitung nach Berlin: Burda rüstet politisch auf und verpflichtet Olaf Glaeseker, 56, als Chef-Lobbyisten. Der frühere Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff soll vom Dienstsitz München aus die Drähte nach Brüssel und Berlin glühen lassen, erfährt Bülend Ürük. Burda bestätigt den Top-Transfer. Seine Stelle wird neu geschaffen – offenbar verspürt Burda erhöhten Bedarf, Offenburger Interessen in der Politik zu platzieren.

Glaeseker war bereits Wulff-Sprecher zu dessen Zeiten als Ministerpräsident von Niedersachsen. Der gebürtige Oldenburger hat also besten Zugang zur CDU und zur mächtigen Hannover-Connection. 2014 endete ein Korruptionsprozess gegen ihn gegen 25.000 Euro Geldauflage. Derzeit lobbyiert Glaeseker noch für den Modehändler New Yorker, der in Braunschweig sitzt. (Foto: Peter Steffen / dpa / Picture Alliance)
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Champions League zieht ins Pay-TV – Sky und Dazn übertragen.


Königsklasse zum fürstlichen Preis: Der Sender Sky und die Streaming-Plattform Dazn sichern sich die Rechte für die Übertragung der Champions League. Fußballfans bekommen ab der Saison 2018/19 keine Live-Spiele mehr im frei empfangbaren Fernsehen, das ZDF unterliegt im Poker um die Rechte. Der Vertrag gilt für zwei drei Spielzeiten.

Sky wird die Spiele im Fernsehen und auf seinen Mobil-Plattformen verbreiten. Mit Sublizenz streamt Dazn, ein Teil der Perform Group. Wer wann genau was überträgt, wollen die Unternehmen später mitteilen. Besonders bitter ist der Deal für das ZDF: In der zurückliegenden Saison sahen im Schnitt 7 Mio Zuschauer die Übertragungen – darunter auch viele Jüngere, die das ZDF sonst nur aus Erzählungen ihrer Großeltern kennen. Intendant Thomas Bellut wirft ein, das ZDF sei trotzdem "wettbewerbsstark".
presseportal.de, dwdl.de, presseportal.de (Statement Bellut), dwdl.de (Analyse)7 Kommentare

"Spiegel" startet Lifestyle-Beilage "S-Magazin".


Erhabenes von der Ericusspitze: Der "Spiegel" lässt sich von Print-Rückschlägen nicht entmutigen und probiert es mit der Beilage "S-Magazin". Ab 23. September sollen die Lifestyle-Seiten viermal im Jahr dem "Spiegel" beiliegen. Dadurch kommt das "S-Magazin" auf eine Auflage von 820.000. Der Neustart ist eine Attacke auf das ebenfalls in Hamburg in Berlin angesiedelte "Zeit-Magazin" – mit Ideen von früheren Gruner + Jahr-Köpfen.

Die neue Stilzeitschrift soll sich mit Mode, Design und Genuss beschäftigen – hochwertige Anzeigenumfelder also. Sie erscheint im Tabloid-Format. Die frühere G+J-Journalistin Bianca Lang-Bognár vom Redaktionsbüro brookmedia und Andreas Möller haben es entwickelt. Der Ex-"Stern"-Artdirector Johannes Erler gestaltet das Magazin. (Foto: McPHOTO / Picture Alliance, Montage: turi2)
spiegelgruppe.deKommentieren ...

Hörfunkrat wählt Stefan Raue zum Deutschlandradio-Intendanten.

Raue Zeiten brechen an: Stefan Raue, 58, führt künftig das Deutschlandradio. Der Hörfunkrat hat den bisherigen Chefredakteur des MDR mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit zum Nachfolger von Willi Steul, 66, gewählt. Stefan Raue war der einzige Kandidat, der zur Wahl stand. Der Verwaltungsrat hatte ihn zuvor aus den vier Vorschlägen einer Findungskommission ausgewählt, die zudem noch Andreas-Peter Weber (Deutschlandradio-Programmdirektor), Eckart Gaddum (Chef Neue Medien beim ZDF) und Martin Hoffmann (Intendant der Berliner Philharmoniker) auf dem Zettel hatte. Das entsprechende Verfahren, das keine öffentliche Ausschreibung vorsieht, sorgte im Vorfeld für Kritik.

Die Amtszeit von Willi Steul hätte regulär noch bis März 2019 gedauert. Ende 2016 hat Willi Steul jedoch erklärt, sich bereits Mitte 2017 zurückzuziehen. Stefan Raue ist seit 2011 Chefredakteur des MDR. Zuvor war er unter anderem bei der Deutschen Welle und viele Jahre beim ZDF beschäftigt, wo er auch stellvertretender Leiter der "heute"-Redaktion war. (Foto: dpa / Picture Alliance)
faz.net, spiegel.de, turi2.de (Background Steul), welt.de (Background Wahlverfahren)Kommentieren ...

Nils Oberschelp wird Chef von Motor Presse, Volker Breid geht.


Vertriebsmotor: Gruner + Jahr und die Gründerfamilien machen Nils Oberschelp (rechts) zum Chef des Fachverlags Motor Presse Stuttgart. Der bisherige Leiter des DPV Deutscher Pressevertrieb folgt auf Volker Breid, der aus familiären Gründen zurücktritt. Bei DPV rückt Marco Graffitti für Oberschelp an die Seite der beiden anderen Geschäftsführer Christina Dohmann und Michael Rathje.

Breid soll G+J-Chefin Julia Jäkel weiter beraten, widmet sich aber laut einer Mitteilung "neuen beruflichen Aufgaben". Er führt das Mutterhaus von Auto Motor und Sport seit fünf Jahren und begann seine G+J-Karriere 1994. Oberschelp steht seit vier Jahren an der Spitze des DPV und war zuvor Verlagsleiter mehrerer G+J-Titel. Sein Nachfolger Graffitti ist seit 2008 in führenden Positionen Vertriebler bei G+J, unter anderem für die Wirtschaftspresse, "Stern" und "Neon".
presseportal.de (Motor Presse), presseportal.de (DPV)2 Kommentare

Urteil: Facebook muss keine Daten von Verstorbenen rausrücken.

Facebook muss Angehörigen keine Einsicht in die privaten Daten eines Verstorbenen gewähren, entscheidet das Berliner Kammergericht. Eine Mutter klagt, weil sie Chat-Nachrichten ihrer 2012 gestorbenen Tochter lesen möchte. Die 15-Jährige war von einer U-Bahn erfasst worden – die Mutter will wissen, ob ihr Kind gemobbt wurde und sich deshalb vor die Bahn geworfen hat.

Das heutige Urteil ist die zweite Instanz in dem Fall, in erster Instanz hatte Facebook verloren. Facebook will die Daten nicht rausgeben, weil damit auch die privaten Chat-Äußerungen von Freunden des Mädchens öffentlich würden. Der Fall ist der erste seiner Art in Deutschland. Die Mutter kann gegen das heutige Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.
welt.de, rbb-online.de, spiegel.de (Background)1 Kommentar

Condé Nast schließt Vermarktungs-Büros außerhalb Münchens.

Conde Nast 150Condé Nast zentralisiert seine deutsche Vermarktung in München. Vier Außenbüros schließen. Zwölf Mitarbeiter aus Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart erhalten das Angebot, von München aus weiterzuarbeiten. Bei der technischen und kaufmännischen Abwicklung von Werbebuchungen arbeitet Condé Nast künftig mit der AdTech Factory von Burda zusammen, dafür entfallen bei Condé Nast ein bis zwei Stellen.

In der neuen Struktur vermarkten drei spezialisierte Teams die Bereiche Brand, Print und Digital für Condé-Titel wie "Glamour", "Vogue", "GQ", "Myself" und "Architectural Digest". André Pollmann leitet alle Teams und ist zusätzlich Publisher aller Titel. Dafür verlässt "Vogue"- und "AD"-Publisherin Susanne Förg-Randazzo den Verlag. Christina Linder steigt intern zur Chef-Vermarkterin für Print auf, Christine Weinsheimer kommt als Digital-Vermarktungschefin von Yahoo.
meedia.de, condenast.de

Korrektur: In einer früheren Version berichteten wir unter Berufung auf Meedia, dass sechs Büros schließen. Laut Verlag sind es aber nur vier, weil das Verkaufsbüro München in die Zentrale integriert ist und von Münster aus eine freie Vertreterin arbeitet.Kommentieren ...

Schweden stellt die Ermittlungen gegen Julian Assange ein.

Assange

Froh, aber nicht frei: Schweden stellt die Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ein und zieht den europäischen Haftbefehl zurück. Vermutlich muss Julian Assange trotzdem in der ecuadorianischen Botschaft in London bleiben. Die britischen Behörden wollen Assange festnehmen, sobald er das Gebäude verlässt. Grund sind Verstöße gegen Kautionsauflagen. Er war 2012 vorläufig freigelassen worden und in die Botschaft geflüchtet.

Die schwedische Staatsanwaltschaft erklärt, sie sehe keine Möglichkeiten, die Ermittlungen weiter voranzubringen. Aussagen zur Schuld Assanges will die Staatsanwaltschaft nicht treffen. Falls der Wikileaks-Gründer vor August 2020 nach Schweden zurückkehrt, könnten die Ermittlungen wieder eröffnet werden.

Assange drohen außerdem eine Anklage und ein Haftbefehl durch die USA. Erst vor wenigen Wochen hat die USA seine Festnahme eine "Priorität" genannt. Wikileaks will von Großbritannien wissen, ob die USA bereits einen Auslieferungsantrag gestellt haben. In den USA droht ihm wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente von Behörden und des Militärs eine lange Haft oder möglicherweise sogar die Todesstrafe. (Foto: twitter.com/JulianAssange)
spiegel.de, tagesschau.de, turi2.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"extra 3" gewinnt vor Gericht den "Nazi-Schlampe"-Streit gegen AfD-Frau Alice Weidel.


Sieg für die Satire: extra 3, Satire-Sendung des NDR, durfte AfD-Frau Alice Weidel (Foto , links) in der Sendung vom 27. April als "Nazi-Schlampe" bezeichnen, entscheidet das Landgericht Hamburg. Die Richter lehnen die von Weidel geforderte einstweilige Verfügung ab. Moderator Christian Ehring (Foto, rechts) hatte sich in der Sendung auf Weidels Rede auf dem AfD-Parteitag bezogen, darin hatte sie gesagt, "die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte". Weidel will gegen den Gerichtsbeschluss Beschwerde einlegen.

Das Gericht sagt, Weidel müsse im Zusammenhang mit ihrer Rede zu Political Correctness die Bezeichnung "Nazi-Schlampe" ertragen. Die Satire sei von der Meinungsfreiheit gedeckt. Als öffentliche Person müsse die Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl auch überspitzte Kritik hinnehmen. Der Grund für die satirische Auseinandersetzung sei ihre eigene Äußerung zur politischen Korrektheit gewesen.
spiegel.de, deutschlandfunk.deKommentieren ...

Spiegel Daily startet mit Wetter-Kolumnist Jörg Kachelmann.

Spiegel Daily gewinnt Jörg Kachelmann als täglichen Internet-Wetterfrosch. Der frühere ARD-Meteorologe dreht Wetter-Videos im Selfie-Modus. Kachelmann moderierte bis 2010 im Ersten, bis Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen ihn laut wurden. Die Vorwürfe stellten sich als falsche Beschuldigung heraus. Kachelmann äußerte sich danach häufig kritisch über Medien. Bei seinem ersten Spiegel-Daily-Auftritt kann sich Kachelmann einen Seitenhieb nicht verkneifen: "ARD- und ZDF-Zuschauer werden sich erinnern, 1582 hat Papst Gregor gesagt ..."
daily.spiegel.de (3-Min-Video), turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Spiegel" startet morgen tägliche Digital-Zeitung Spiegel Daily.


Spiegel und Spiegel Online bringen morgen ihr lange vorbereitetes tägliches Bezahlangebot Spiegel Daily an den Start. Unter der Leitung von Timo Lokoschat und Oliver Trenkamp sollen täglich um 17 Uhr die wichtigsten News des Tages, Kommentare und Debatten aus den sozialen Netzwerken erscheinen. "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer erklärt das Produkt in der Pressemitteilung als "eine digitale Tageszeitung für ein Publikum, das täglich das Weltgeschehen verstehen will, ohne permanent online zu sein". Spiegel Daily kostet 6,99 Euro pro Monat oder 2,49 Euro pro Woche. Digital-Abonnenten bekommen die Online-Zeitung kostenlos, Print-Abonnenten zahlen 50 Cent für das Digital-Upgrade.

Inhaltlich bietet Spiegel Daily sechs Ressorts, die News, Meinung, Stories, Social, Panorama und Mein Abend heißen, berichtet "Werben & Verkaufen". Ein Drittel der Inhalte erscheinen exklusiv in der Digital-Zeitung, ein weiteres Drittel sind zweitverwertete Inhalte, etwa aus dem gedruckten "Spiegel", "Spiegel Wissen" oder von "Spiegel TV". Das letzte Drittel setzt sich aus kuratierten Beiträgen zusammen.
spiegelgruppe.de, spiegel.de, wuv.deKommentieren ...

Musikkritiker Joachim Kaiser, 88, ist tot.

Joachim Kaiser, Musikkritiker und langjähriger leitender Redakteur der "Süddeutschen Zeitung", ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren, teilt das "SZ Magazin" per Post auf seiner Facebook-Seite mit. Kaiser zählte zu den einflussreichsten deutschen Kulturkritikern. Er war Mitglied im PEN-Zentrum und hatte fast 20 Jahre lang eine Professur für Musikgeschichte an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Stuttgart.
facebook.com (Post SZ-Magazin), sueddeutsche.de (Nachruf), zeit.de (Nachruf)Kommentieren ...

Elisabeth Niejahr wird Berliner Chefreporterin der "Wirtschaftswoche".

Elisabeth Niejahr ist ab September Chefreporterin der "Wirtschaftswoche" in deren Berliner Büro. Niejahr kommt von der "Zeit", wo sie u.a. als Wirtschaftskorrespondentin und stellvertretende Büroleiterin arbeitete. Bei der "Wirtschaftswoche" soll sie sich v.a. Geschichten zu "nationalen und internationalen ökonomischen Zeitfragen" widmen.
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"Focus" trennt sich in Berlin von 20 Redakteuren.


Fakten, Fakten, Feuern: "Focus" muss sich an seinem neuen Hauptstandort Berlin von 20 Redakteuren trennen, berichtet Henning Kornfeld im "Journalist". Bis Ende April galt ein freiwilliges Abfindungs-Angebot. Redakteure bekommen pro Jahr der Betriebszugehörigkeit ein Monatsgehalt und eine Prämie, wenn sie sich fix entscheiden. Das Heft sollen vermehrt freie Autoren füllen. Der Deutsche Journalisten-Verband fordert einen Sozialplan beim Stellenabbau, Burda lehnt ab.

Chefredakteur Robert Schneider will das Nachrichtenmagazin mehr zu einem "Lean-Back-Medium" mit großen Fotos machen, schreibt Kornfeld. "Focus" verliert u.a. Netzökonom Holger Schmidt, der sich unabhängig von der aktuellen Lage entschieden hat, selbständig zu arbeiten. Schneider bewahrt trotz der schmerzlichen Verluste gute Miene in mieser Lage und sagt: "Ich bin fröhlich und optimistisch, nicht vergrämt." Schneiders Worte sind tatsächlich überaus optimistisch – "Focus" schließt gerade seinen Stamm-Standort München und macht das Düsseldorfer Büro dicht.
presseportal.de, "Journalist" 05/2017, S. 44-47 (Paid), djv.de, turi2.de (Background)3 Kommentare

Spiegel-Verlag stampft "Spiegel Classic" ein und startet "Spiegel Fernsehen".

Tausche Falten gegen Fernsehen: Der Spiegel-Verlag beendet nach nur einer Ausgabe seinen Ableger für die Generation 50 plus, "Spiegel Classic", berichtet "Horizont". Die 165.000 gedruckten Hefte für die Generation 50 plus blieben kiloweise am Kiosk liegen. Dafür kommt im Testmarkt Hessen schon diesen Freitag "Spiegel Fernsehen" (Foto) in den Handel, bestätigt Verlagsleiter Michael Plasse. Das Heft umfasst 180 Seiten und kostet 2,60 Euro, die TV-Programmdaten liefert Klambt zu.

"Spiegel Fernsehen" soll alle 14 Tage erscheinen und muss sich mit zwei Ausgaben in Hessen bewähren. Kulturkritiker Christian Buß von Spiegel Online ist Redaktionsleiter, Programmie-Projektleiter ist Markus Brauck aus der "Spiegel"-Wirtschaftsredaktion. Die Zeitschrift soll ein Reiseführer durch TV- und Streaming-Angebote sein. Von den vielen anderen Programmzeitschriften will sich das Heft durch kulturjournalistische Inhalte im Mantel-Teil abheben.
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ProSiebenSat.1 und Discovery gründen gemeinsame Streaming-Plattform.

Fern(seh)beziehung: ProSiebenSat.1 und Discovery schließen sich in einem Joint Venture zusammen, um TV-Inhalte auf einer gemeinsamen Plattform zu streamen. Nutzer sollen sieben Sender der P7S1-Gruppe sowie die Discovery-Sender Dmax und TLC schauen können. Auch Eurosport soll auf die Plattform kommen – ab August hält Discovery Fußball-Bundesliga-Rechte und 2018 die Rechte an den Olympischen Winterspielen. P7S1 bohrt für das Joint Venture seine 7TV-Plattform auf.

Auch andere Sender sollen hier künftig ihre Inhalte anbieten können. Das Angebot wird somit zur Konkurrenz für andere Streaming-Plattformen wie Zattoo oder Internet-Fernseh-Angebote. P7S1 und Discovery arbeiten künftig bei der Entwicklung von Technologie und der Vermarktung zusammen: Dmax und TLC werden künftig auf der Streaming-Plattform von SevenOne Media vermarktet, einem P7S1-Unternehmen. (Foto: Sven Hoppe/dpa/Picture Alliance)
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"Zeit" ernennt Beddoes, Allmendinger, Illies und Obermann zu Herausgebern.


Zeit für neue Köpfe: Die "Zeit" gibt sich ein neues Herausgeberkollektiv. "Economist"-Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes, die Soziologin Jutta Allmendinger, Journalist und Kunsthändler Florian "Generation Golf" Illies und Ex-Telekom-Boss René Obermann bilden künftig zusammen mit Josef Joffe den publizistischen Aufsichtsrat der Wochenzeitung. Joffe war seit dem Tod von Helmut Schmidt einziger verbliebener Herausgeber. Die Redaktion habe den neuen Herausgebern mehrheitlich zugestimmt, schreibt Bülend Ürük. Zur Berufung von René Obermann habe es jedoch auch kritische Stimmen gegeben.

Dass die neuen Herausgeber auch im Tagesgeschäft ein Wörtchen mitreden, wie Helmut Schmidt es bis zu seinem Tod getan hat, ist eher unwahrscheinlich. Vielmehr ist bisher von einem beratenden Gremium die Rede. Dafür spricht auch, dass sich der Kreis der Herausgeber nur zwei Mal pro Jahr trifft. Verleger Stefan von Holtzbrinck sagt: "Wir freuen uns sehr, dass die 'Zeit' jetzt mit einem erweiterten hochkarätigen Kreis unabhängiger Ratgeber eine gute Tradition in neuer, zeitgemäßer Form fortsetzt."
kress.de, sueddeutsche.de, meedia.deKommentieren ...

Florian Harms wird Chefredakteur von T-Online.de.


Harms, übernehmen Sie: Ströer schnappt sich Florian Harms, 43, und macht ihn ab September zum Chefredakteur von T-Online.de, gleichzeitig wird er Co-Geschäftsführer des Nachrichtenportals neben Marc Schmitz. Ende 2016 musste Harms im Streit mit der Geschäftsführung als Chefredakteur von Spiegel Online abtreten. Bei Ströer soll er das reichweitenstarke Online-Portal weiterentwickeln und ihm mehr journalistisches Profil geben. Co-CEO Christian Schmalzl erwartet von seinem neuen Mitarbeiter nicht weniger, als T-Online.de "zur größten digitalen Medienmarke Deutschlands" zu machen.

Ein bisschen Image-Pflege hat der Außenwerber duchaus nötig: Ströer hatte die Seite samt Mitarbeitern Mitte 2015 für stolze 300 Mio Euro von der Deutschen Telekom gekauft – im Zuge der Übernahme des Vermarkters Interactive Media. Seitdem hat Ströer die mehr als 100 Mitarbeiter zählende Redaktion von Darmstadt nach Berlin verlegt, nur wenige Journalisten sind dem Job hinterhergezogen.

Bis zu Harms Antritt in Berlin – laut Meedia im September – leitet Content-Chef Arne Henkes die Redaktion. Der studierte Islamwissenschaftler Harms war seit 2004 bei Spiegel Online in unterschiedlichen Positionen tätig, die letzten zwei Jahre als Chefredakteur.
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Snapchat Discover startet in Deutschland mit "Bild", Spiegel Online, Sky und Vice.


Zugeschnappt: "Bild", Spiegel Online, Sky Sport und Vice sind die ersten Medien im deutschen Angebot von Snapchat Discover, schreiben Giuseppe Rondinella bei horizont.net und Marvin Schade bei Meedia. Heute startet das Angebot der kuratierten Snapchat-News in Deutschland. Die Inhalte der vier Medienpartner sind jeweils 24 Stunden verfügbar und erscheinen zu unterschiedlichen Zeiten. Vice legt bereits morgens um 6.00 Uhr los, Sky schickt seine Sport-News um 17.00 Uhr raus, "Bild" um 18.00 und Spiegel Online um 19.00 Uhr. Weitere Medienpartner sollen in den kommenden Monaten dazukommen.

Die Verhandlungen haben sich lange hingezogen, berichten Meedia und Horizont Online, u.a. gab es Streit über das Finanzielle. Insbesondere "Bild" habe höchsten Wert auf eigenständige Vermarktung gelegt. Nick Bell, Content-Chef bei Snap, sagt bei Horizont.net zwar, es sei "keine Überzeugungsarbeit nötig gewesen", die deutschen Publisher hätten aber Zeit gebraucht, "das Produkt und die Monetarisierungsmöglichkeiten zu verstehen". Eine pauschale Vergütung bekommen die Medienpartner demnach nicht, stattdessen teilt Snap sich die Einnahmen aus bildschirmfüllenden Anzeigen – u.a. von der Bundeswehr – mit den deutschen Medien.
horizont.net (Rondinella), meedia.de (Schade), spiegel.de, "Bild", S. 1 (Paid), businessinsider.deKommentieren ...

"Rhein-Zeitung"-Verleger degradiert Digital-Chef Marcus Schwarze.


Twer ist der nächste? Marcus Schwarze, Digital-Chef der Koblenzer "Rhein-Zeitung", ist nicht länger Mitglied der Chefredaktion, schreibt Bülend Ürük. Er vermutet die Degradierung im Zusammenhang mit einem Kommentar von Schwarze, in dem er dem bei Verleger Walterpeter Twer in Ungnade gefallenen Chefredakteur Christian Lindner gedankt hatte. Im Impressum taucht Schwarze am Ende nur noch als Verantwortlicher für Digitale Inhalte auf.

Weder der Verlag noch Schwarze selbst äußern sich, auch intern nicht. Nach Informationen von kress.de suche Schwarze bereits nach beruflichen Alternativen. Die Degradierung ohne ersichtliche Gründe beunruhigt andere Führungskräfte des Mittelrhein-Verlasg. Unter dem Siegel der Vertraulichkeit hört Ürük aus dem Haus: "Wir wissen nicht, wer als Nächstes von uns vorgeführt wird".
kress.de, turi2.de (Background Lindner), turi2.de (Homescreen von Marcus Schwarze)2 Kommentare

Kai Diekmann wird Berater beim Taxi-Schreck Uber.

Kai Diekmann, hier 2012 bei einer Oldtimer-Spritztour, steigt ins Uber-Taxi und wird Berater des umstrittenen US-Startups. (Foto: Daino Cristini / ROPI / Picture Alliance)

Anschnallen, Kai kommt: Kai Diekmann landet wie viele Journalisten im Taxigewerbe und berät künftig Uber. Der frühere "Bild"-Herausgeber und -Chefredakteur wird Mitglied im Public Policy Advisory Board des Taxi-Schrecks, berichten Stephan Dörner bei t3n.de und Martin U. Müller im "Spiegel" – Uber bestätigt. Das Gremium trifft sich einmal im Jahr im Silicon Valley. Auch die frühere EU-Kommissarin Neelie Kroes ist Mitglied des Boards. Der Uber-Job wird nach turi2-Informationen nur eine Nebentätigkeit für Kai Diekmann. Er sitzt auch in Beiräten der "Times" aus London und der türkischen Zeitung "Hürriyet".

Diekmann soll offenbar vorerst nicht offensiv Lobbyarbeit betreiben, sondern zwischen den USA und Europa "übersetzen". Diese Übersetzungsarbeit hat Uber auch nötig: In Deutschland ist der Dienst nicht aktiv und gesetzlich de facto verboten. Das Geschäft mit der Fahrten-Vermittlung ist mit einem Minus von 2,8 Mrd US-Dollar im vergangenen Jahr noch hoch defizitär. In den vergangenen Wochen hatte Uber zudem eine Menge Ärger wegen Sexismus-Vorwürfen und einer Klage von Google. Kai Diekmann sah sich nach seinem Ausscheiden bei Springer mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung konfrontiert.
t3n.de, spiegel.de, bloomberg.com (Geschäftszahlen), turi2.de (Background Uber), turi2.de (Background Diekmann)Kommentieren ...

Gruner + Jahr startet das Einrichtungs-Magazin "Ideat" – jährlich sechs Ausgaben.


Noch schöner Wohnen: Gruner + Jahr bringt das Interior-Magazin "Ideat" nach Deutschland: Der Verlag erwirbt die Lizenz von Ideat Editions. "Ideat" erscheint auch in Frankreich und China. Die Premiere soll am 13. September erscheinen, mit 80.000 Exemplaren auf üppigen 220 Seiten. "Ideat" wird acht Euro kosten. Die zweite Ausgabe soll am 15. November kommen. Langfristig plant G+J mit sechs Ausgaben im Jahr.

Die Verantwortung für die deutsche "Ideat" liegt bei "Schöner Wohnen"-Chefredakteurin Bettina Billerbeck. Verlegerisch ist Matthias Frei, Publisher für den Living-Bereich, zuständig. In dem Segment erscheint bei G+J auch "Living at Home", "Häuser" und "Couch". Der Verlag feiert in einer Pressemitteilung, in den vergangenen 24 Monaten 16 neue Titel herausgebracht zu haben.
presseportal.de

Aus dem Archiv: Bettina Billerbeck, Chefredakteurin "Schöner Wohnen", findet bei Ikea immer was.

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Dietrich von Klaeden wird Springers Chef-Lobbyist – Christoph Keese bleibt im Unternehmen.


Springer befördert Dietrich von Klaeden, 50 (Foto, links), zum Konzern-Geschäftsführer Public Affairs und damit zum Chef-Lobbyisten. Klaeden war bislang Head of Public Affairs. Er folgt auf Leistungsschutzrecht-Vorkämpfer Christoph Keese, 52. Keese bleibt bei Springer und soll "seine digitale Expertise in einem unternehmerischen Kontext" einbringen.

Von Klaeden war früher NDR-Reporter, Rechtsanwalt, Justiziar bei Holtzbrinck und Pressesprecher des SWR. Seit 2007 arbeitet er für Springer. Dietrich von Klaeden ist der Bruder des CDU-Politikers Eckart von Klaeden, früherer Staatsminister im Kanzleramt und heute Lobby-Chef bei Daimler. Als neuer Chef der politischen Landschaftspflege bei Springer holt von Klaeden Malte Wienker, 35, zu sich in die Geschäftsführung. Wienker soll Kontakte zu den deutschen Parlamenten, Verbänden und Institutionen halten. Florian Nehm, 59, leitet weiterhin die EU-Beziehungen und Carolin Wehrhahn, 39, das Lobby-Büro in Brüssel.
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Stiftung von George Soros gibt Correctiv 100.000 Euro für Fake-News-Checks.


Finanzen für Fact-Checker: Das Recherchebüro Correctiv bekommt mehr als 100.000 Euro von den Open Society Foundations, um Fake News im Internet zu bekämpfen. Die Stiftung von Investor George Soros (Foto, links) finanziert fünf Journalisten, die Mythen und Lügen im Netz recherchieren werden. Ab Mitte des Monats sollen sie zweifelhafte Facebook-Beiträge mit Warnhinweisen versehen, kündigt Correctiv-Gründer David Schraven an.

Drei Mitarbeiter sind seit heute bei Correctiv, zwei sollen folgen. Neu als Fact-Checker bei Correctiv ist Karolin Schwarz, Mitgründerin der Seite Hoaxmap, die Gerüchten über Flüchtlinge nachgeht. Außerdem arbeiten Pauline Schinkels sowie Jacques Pezet von "Libération" künftig in der Correctiv-Redaktion. Die Kooperation mit Facebook hat Correctiv harte Kritik eingebracht, u.a. ist von Zensur und "Wahrheitsprüfung" die Rede. Für viele ist unverständlich, warum Facebook die Aufgabe, böswillige Lügen richtigzustellen, einer externen Organisation überlässt. Schraven sagt im turi2-Gespräch, dass seine Truppe auch Meldungen checken soll, die außerhalb Facebooks kursieren.

Correctiv und die Open Society Foundations sind bereits Kooperationspartner: Die Stiftung unterstützte ein Stipendium für journalistische, investigative Comics. Gründer Schraven hat die 100.000-Euro-Unterstützung angeworben und lobt die Stiftung, weil sie viele neue Formen des Journalismus ermögliche. Open Society ist 1979 vom Milliardär George Soros gegründet worden und finanziert Projekte in diversen politischen Bereichen, zuletzt auch stärker in der Netzpolitik. (Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/Picture Alliance, Montage: turi2)
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: David Schraven im Jahr 2015 über stiftungsfinanzierten Journalismus:
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Deutscher Botschafter darf Deniz Yücel in türkischer Haft besuchen.

Deniz Yücel darf in türkischer Untersuchungshaft Besuch der deutschen Botschaft in Istanbul empfangen. Das Auswärtige Amt bestätigt eine Verbalnote der Türkei, wonach Deutschland ab morgen konsularischen Zugang zum inhaftierten "Welt"-Korrespondenten erhält. Yücel wurde Mitte Februar festgenommen, die Türkei wirft ihm Terrorismusunterstützung vor.
t-online.de, spiegel.deKommentieren ...

Deutschland-Chefin Marianne Bullwinkel verlässt Facebook.

Facebook und die bisherige Deutschland-Chefin Marianne Bullwinkel, früher Marianne Dölz, gehen getrennte Wege. Bullwinkel verlässt das Unternehmen mit nicht genanntem Ziel. Einen direkten Nachfolger auf der Position gibt es nicht. Stattdessen verantwortet künftig Zentraleuropachef Martin Ott das Geschäft im deutschsprachigen Raum direkt.

Ihn unterstützen Oliver Busch, Jin Choi, Kai Herzberger und Henner Blömer als Direktoren. Blömer verantwortet dabei Unternehmenskontakte aus der Auto-, Banken- und Telekommunikationsbranche. Kai Herzberger wird Direktor für eCommerce. Jin Choi ist für Firmen der Konsumgüter- und die Entertainment-Branche zuständig, Oliver Busch soll die Zusammenarbeit mit Mediaagenturen koordinieren. (Foto: Facebook/dpa)
wuv.deKommentieren ...