Jahreszeiten Verlag verkauft seine Frauenzeitschriften an Klambt.

Er will die Scheidung: Jahreszeiten Verlag verkauft seine Frauenzeitschriften an Klambt - "Für Sie", "Petra", "Vital", "Feel Good", "Iss dich gesund" und das erst vor kurzem entwickelte "Dr. Wimmer" wechseln den Besitzer. Die Kartellbehörden von Deutschland und Österreich müssen dem Deal noch zustimmen, zum Preis wurden keine Angaben gemacht. Vermarktet werden alle Objekte des Verlags weiterhin von der 2011 gegründeten Agentur BM Brand Media - im Fall der Frauenzeitschriften in Zusammenarbeit mit Klambt.

Künftig wolle sich der Jahreszeiten Verlag mehr auf sein Luxus- und Premium-Segment fokussieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Dazu zählen u.a. "Der Feinschmecker", "Merian" und "Architektur und Wohnen". Im Oktober 2018 erscheint erstmals das Aktivreise-Magazin "Merian Scout", das eine junge Zielgruppe ansprechen soll; mindestens ein weiteres neues Magazin ist geplant. Auch digital will der Verlag wachsen: Zum Januar 2019 soll die Webpräsenz des "Feinschmeckers" ausgebaut werden.
per Mail, dwdl.de, wuv.de

Comcast erhält den Zuschlag für Sky-Übernahme.


Letztes Gebot: Der US-Kabel-Gigant Comcast erhält im Übernahmekampf um Sky den Zuschlag. Rupert Murdochs 21st Century Fox geht leer aus. In der letzten von drei Auktionsrunden bietet Comcast 17,28 Pfund pro Aktie, insgesamt 30 Mrd Pfund. Das letzte Gebot von Fox lag bei 15,67 pro Aktie. Nun müssen Comcast und Fox den Sky-Aktionären ein formelles Angebot vorlegen. Comcast-Chef Brian Roberts apelliert an die Sky-Aktionäre, das Angebot anzunehmen.

Fox besitzt 39 % der Anteile und wollte Sky eigentlich schon 2016 komplett übernehmen. Die Aufsichtsbehörden fürchteten aber zu viel Einfluss Murduchs auf die britische Medienlandschaft udn zogen die Genehmigung in die Länge. Fox hätte sich etwa vom Nachrichten-Sender Sky News trennen müssen. Für Comcast ergab sich dadurch die Chance, ein eigenes Gebot in den Hut zu werfen, das nun mit einem Zuschlag endet.
cnbc.com, bbc.com, handelsblatt.com, dwdl.de, turi2.de (Background)

"Wirtschaftswoche": ADAC stellt monatliche "Motorwelt" ein.


Not too big to fail: Der ADAC stellt seine monatlich an Mitglieder verschickte Zeitschrift "Motorwelt" ein, berichtet Sven Böll in der "Wirtschaftswoche". Ab 2020 soll das Magazin viermal pro Jahr erscheinen und nicht mehr im Briefkasten landen, sondern in Geschäften wie Tankstellen ausliegen. "Motorwelt" ist mit 13 Mio Exemplaren die größte Zeitschrift Europas – der drastische Einschnitt ein Erdbeben in der Print-Branche.

Hintergrund der geplanten Änderungen seien die hohen Kosten für Druck und Vertrieb sowie das schwindende Interesse an Print. "Motorwelt" sei für den ADAC wohl ein Zuschussgeschäft, schreibt Böll. Der ADAC kommentiert die Pläne nicht – wohl auch, weil erst zum Jahresende ein endgültiger Beschluss fällt. Geschäftsführer Alexander Möller sagt, dass alle Kommunikationskanäle neu aufgestellt würden, mit Fokus aufs Digitale.
wiwo.de, turi2.de (Background "Motorwelt"-Überprüfungen)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Motorwelt"-Mann Martin Kunz liest auf der Überholspur gern Gedrucktes. (11/2016)

Ex-"Focus"-Chef Uli Baur, 62, ist tot.

Uli Baur, 62, ist tot. Der Ex-"Focus"-Chefredakteur starb am Samstag am Starnberger See. Uli Baur war 1993 "Focus"-Gründungsmitglied und Vize-Chefredakteur. Von 2004 bis 2012 war er Chefredakteur an der Seite von Helmut Markwort bzw. dessen Nachfolger Wolfram Weimer, ab Mitte 2011 war Baur alleiniger Chefredakteur, seit 2013 Mitherausgeber. Markwort würdigt Baur als einen "Motor getrieben von Optimismus".
focus.de, burda.com

Geschäftsführer Moritz von Laffert hört bei Condé Nast auf.


Laffert lässt los: Moritz von Laffert, Geschäftsführer von Condé Nast Deutschland und Vice President von Condé Nast International, verlässt den Verlag 2019 nach fast zehn Jahren. In der Übergangszeit will er die Geschäfte weiterführen. Geht es nach der Verlagsmitteilung, hat von Laffert seinen Posten selbst wegrationalisiert: Die Ländergesellschaften sollen sich künftig stärker an der Zentrale in London ausrichten. Er selbst habe den Wandel mitgestaltet.

Von Laffert fährt bei Condé Nast seit Jahren einen Sanierungskurs: Schlussredaktionen strich er weg, das Magazin "Wired" machte er dicht und verkaufte das Frauenblatt "myself" an Funke. Zuletzt verweigerte er sich gegen einen von der Belegschaft geforderten Betriebsrat. Den Auflagen-Verlust bei Vorzeige-Magazinen wie "Vogue" und "GQ" konnte er nicht bremsen.
kress.de, meedia.de

Mitarbeit: Markus Trantow

"Süddeutsche": "Spiegel" holt Onliner nach und nach in die Mitarbeiter KG.

Revolution mit Wartezeit: Der Spiegel-Verlag öffnet seine bisher nur den Machern des gedruckten "Spiegel" vorbehaltene Mitarbeiter KG künftig auch für Mitarbeiter von Spiegel Online, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Ab 2019 können Onliner in die Eigentümergemeinschaft des Nachrichtenmagazins aufrücken, wenn KG-Mitglieder ausscheiden, etwa weil sie in den Ruhestand gehen. Allein durch den Umbau-Prozess der vergangenen zwei Jahre haben rund 150 KG-Mitglieder den "Spiegel" verlassen. Auf den frei werdenden KG-Tickets sollen Onliner einziehen. Der Gewinnanteil, den der Verlag an die einzelnen KG-Mitglieder ausschüttet, soll so konstant bleiben.

Bis der Umbau wirksam wird und die Onliner im Gesellschafterkreis eine vernehmbare Stimme darstellen, werden allerdings noch Jahre ins Land gehen. "Spiegel"-Mitarbeiter haben erst drei Jahre nach Vertragsbeginn Anspruch auf Eintritt in die KG. Die Mitarbeiter KG hält 50,5 % der Verlags-Anteile. Von einer Einbeziehung der Macher von "manager magazin" und Spiegel TV ist bisher nicht die Rede.
sueddeutsche.de, turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Wegen Gebietsabsprachen: Bundeskartellamt verhängt Strafe gegen DuMont.


Abgesprochen: Das Bundeskartellamt verhängt ein Bußgeld von 16 Mio Euro gegen DuMont sowie eine verantwortliche Einzelperson und einen Rechtsanwalt. Hintergrund ist der Vorwurf, DuMont und die Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser GmbH (u.a. "Generalanzeiger") hätten im Jahr 2000 Gebietsabsprachen zu Regionalausgaben getroffen. Diese hätten sich in veränderter Zustellung und ausgedünnter Berichterstattung bemerkbar gemacht. Die Absprachen seien bis 2016 fortgeführt worden und 2005 durch gegenseitige Beteiligungen und ein Vorkaufsrecht seitens DuMonts am Verlag des "Generalanzeigers" verstärkt worden. Das Vorkaufsrecht sei zudem nicht wie erforderlich beim Kartellamt angemeldet worden.

Der aktuelle DuMont-Vorstand hat die Vorwürfe eingeräumt und sich mit dem Bundeskartellamt auf einen Vergleich geeinigt. Dadurch und durch die Kooperation bei den Ermittlungen konnte der Verlag eine höhere Strafe umgehen. Die Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser GmbH muss keine Strafe zahlen. Da sie das Verfahren im Rahmen eines Kronzeugenantrags Ende 2017 selbst eingeleitet habe, profitiere sie von einer Bonusregelung, so das Bundeskartellamt. Vor kurzem hatte die "Rheinische Post" den Verlag übernommen.
bundeskartellamt.de, turi2.de (Background)

Gegenüber ZDF-Team pöbelnder LKA-Mann verlässt den Polizeidienst.

Hutbürger Maik G. verlässt den Polizeidienst. Der Mann, am Rande einer Pegida-Demonstration in Dresden ein ZDF-Team verbal attackiert hatte, wird ab dem 3. September eine andere, adäquate Tätigkeit außerhalb der Polizei Sachsen wahrnehmen, teilt das LKA mit. Bereits am 16. August hätte sich das LKA mit Maik G. und seinem Anwalt zusammengesetzt. Maik G. habe die Gelegenheit bekommen, seine Sicht zu schildern und zugestimmt, nicht weiter für die Polizei zu arbeiten.
dnn.de, turi2.de (Background)

Rowohlt-Verlag macht Florian Illies zum Verleger.


Generation Rowohlt: Florian Illies übernimmt 2019 die Geschäftsführung des Rowohlt-Verlags, berichtet Spiegel Online. Er folgt auf Barbara Laugwitz, die das Unternehmen verlassen wird. Laut Verlag haben "unterschiedliche Vorstellungen über den weiteren Weg" zu der Entscheidung geführt. Die Verlagsspitze erhoffe sich von Florian Illies ein stärkeres Profil und eine höhere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Bei den Mitarbeitern soll die Entscheidung Überraschung ausgelöst haben. Sie wurden am Mittwochmittag über die Personalie unterrichtet.

"Ich will bei Rowohlt die Bücher verlegen, von denen die Menschen träumen", sagt Florian Illies zu seiner neuen Position. Seit April 2017 gehört er bereits zum Herausgeberkreis der wie Rowohlt zu Holtzbrinck gehörenden "Zeit". Bekannt wurde er vor allem durch sein Buch Generation Golf. Lange Jahre war Florian Illies zudem Geschäftsführer des Kunst-Auktionshauses Grisebach. Der Rowohlt-Verlag zieht 2019 von seinem langjährigen Sitz in Reinbek nach Hamburg. (Foto: Picture Alliance)
spiegel.de, turi2.de (Background)

Dieter Thomas Heck, 80, ist tot.


Von der Bühne gegangen: Dieter Thomas Heck ist tot. Der TV-Moderator starb bereits am Donnerstag im Alter von 80 Jahren, wie Medienanwalt Christian Schertz im Namen der Familie mitteilt. Bekannt wurde Heck, der eigentlich Carl-Dieter Heckscher hieß, insbesondere durch die ZDF Hitparade die er von 1969 bis 1984 moderierte, sowie weitere Musiksendungen wie "Musik liegt in der Luft" und Melodien für Millionen. Er moderierte aber auch viele Jahre die Quizsendung Die Pyramide.

Dieter Thomas Heck war auch als Schlagersänger und Schauspieler erfolgreich. Seine Medienkarriere begann er beim Südwestfunk und bei Radio Luxemburg. Seinen letzten großen öffentlichen Auftritt hatte Dieter Thomas Heck im Februar 2017, als er die Goldene Kamera für sein Lebenswerk verliehen bekam.
spiegel.de, sueddeutsche.de

"Unterschiedliche Auffassungen": Thomas Hass über die Absetzung von "Spiegel"-Chef Brinkbäumer.


Hass setzt sich durch: Der "Spiegel" ersetzt Klaus Brinkbäumer als Chefredakteur wegen "unterschiedlicher Auffassungen" darüber, wie die Zusammenführung der "Spiegel"-Redaktionen laufen soll, schreibt Geschäftsführer Thomas Hass (Foto). Gleichzeitig lobt er die jahrelange Zusammen- und Umbauarbeit mit Brinkbäumer. Die Redaktionen fusionieren nun nach den Vorstellungen von Hass – Startschuss soll kommenden Januar sein. Ob Brinkbäumer eine neue Aufgabe beim "Spiegel" übernimmt, lässt der Verlag in seiner Pressemitteilung offen. Es gebe allerdings "Gespräche". Brinkbäumer wirkt seit 2015 als Chefredakteur, 1993 kam er im zarten Alter von 26 Jahren zum Nachrichtenmagazin.

Auch an der Spitze des Spiegel-Verlags gibt es Veränderungen: Kommunikationschefin Anja zum Hingst rückt gemeinsam mit Felix Blum, Organisationsentwicklung und Stefan Ottlitz (früher Plöchinger), Produktentwicklung, in das Führungsgremium auf.
spiegelgruppe.de

Steffen Klusmann ersetzt Klaus Brinkbäumer an der Spitze des "Spiegel".

Chefredakteurswechsel: Der Spiegel-Verlag setzt Chefredakteur Klaus Brinkbäumer (rechts im Bild) ab. Neuer starker Mann an der Spitze des Nachrichtenmagazins ist Steffen Klusmann ab, bisher Chefredakteur des "manager magazin". Freiwillig geht Brinkbäumer nicht: "Diese Entscheidung kann ich nicht nachvollziehen", soll er seine Absetzung kommentiert haben, hört Joachim Huber aus der Redaktion.

Künftig führt ein Trio den "Spiegel": neben Klusmann Spiegel-Online-Chefin Barbara Hans sowie Ulrich Fichtner, bisher Reporter im Gesellschaftsressort. Klusmann sei Erster unter Gleichen und trägt laut Kai-Hinrich Renner den Titel Vorsitzender der Chefredaktion. Ob Brinkbäumer beim "Spiegel" bleibt und wenn ja, in welcher Funktion, ist unklar.
meedia.de, tagesspiegel.de, derwesten.de, turi2.de (Background)

Update 16.45 Uhr: Der "Spiegel" bestätigt den Umbau an der Redaktionsspitze in einer Pressemitteilung und nennt weitere Details. Die turi2.de-Meldung dazu finden Sie hier.

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Spiegel live": Wie Klaus Brinkbäumer mit Veranstaltungen "Spiegel"-Leser binden will – und Gerüchten über seinen Abgang eine Absage erteilt. (4/2018)

Mathias Müller von Blumencron wird Chefredakteur des "Tagesspiegel".


Vom Main an die Spree: Der "Tagesspiegel" holt Mathias Müller von Blumencron, zuletzt Digitalchef der "FAZ", als Chefredakteur nach Berlin. Er soll die Hauptstadtzeitung von Holtzbrinck künftig gemeinsam mit Lorenz Maroldt leiten. Der bisherige Co-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff "wechselt in den Kreis der Herausgeber", schreibt der Verlag in einer Pressemitteilung. Er steht seit 2004 an der Spitze des "Tagesspiegel". Welche Rolle er neben den Herausgebern Giovanni di Lorenzo und Sebastian Turner einnehmen wird, lässt der Verlag offen.

Hinter der Berufung Blumencrons dürfte Turner persönlich stehen. Er nennt den Neuzugang "eine exzellente Wahl, um das Profil des Tagesspiegels als Leitmedium der Hauptstadt weiter zu schärfen". Den bisherigen ersten Journalisten Maroldt und Casdorff klopft Verleger Dieter von Holtzbrinck auf die Schulter und lobt sie für den Erfolg der Zeitung.

Der "Tagesspiegel" hat seit 1998 rund 20 % Auflage verloren. In den vergangenen Jahren ging es für die Zeitung im umkämpften Hauptstadtmarkt wieder leicht nach oben. Die verkaufte Auflage liegt laut IVW derzeit bei 110.749 Exemplaren.
tagesspiegel.de (Pressemitteilung), turi2.de (Background)

Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, Casdorff sei seit 2014 Chefredakteur. Das war ein Zahlenfehler. Wir bitten diesen zu entschuldigen.

Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt wieder gegen Thomas Middelhoff.


Nächste Prozess-Runde? Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt wieder gegen Thomas Middelhoff, berichten WDR und "Süddeutsche Zeitung". Der Vorwurf richtet sich gegen den Ex-Bertelsmann-Boss und seinen Anwalt und Vertrauten Hartmut Fromm. Middelhoff soll trotz drohender Pleite Mio-Summen verschoben und so Gläubiger betrogen haben. Sein Anwalt soll bei dem Manöver geholfen haben. Middelhoff erklärt, dass er von den Ermittlungen nichts wisse. Der Vorwurf sei zudem durch die Staatsanwaltschaft Bochum bereits geklärt.

Laut WDR und "Süddeutscher Zeitung" lägen der Staatsanwaltschaft Bielefeld nun jedoch neue Erkenntnisse vor. Diese kommen von Insolvenzverwalter Thorsten Fuest, der eine Zivilklage gegen Fromm und dessen Kanzlei eingereicht hat und rund 5,1 Mio Euro zurückverlangt. Im November 2017 kam Thomas Middelhoff nach rund zwei Jahren Haft vorzeitig frei. Wegen Untreue war er zu drei Jahren Haft verurteilt worden.
tagesschau.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

EU-Kommission verdonnert Google zu 4,3 Mrd Euro Kartellstrafe wegen Android.

Google bricht seinen eigenen EU-Straf-Rekord: Der Internet-Konzern muss 4,34 Mrd Euro zahlen, weil er nach Ansicht von EU-Kommissarin Margrethe Vestager seine marktbeherrschende Stellung beim Smartphone-Betriebssystem Android auf drei Arten missbraucht.

Google verpflichtet Handyhersteller, auf Android-Geräten die Such-App, den Play-Store und den Chrome-Browser zu installieren. Daneben habe Google Hersteller und Netzwerkbetreiber dafür bezahlt, exklusiv die Such-App von Google vorinstalliert auszuliefern. Daneben verbiete Google den Herstellern, die Google-Apps vorinstallieren, auf irgendeinem ihrer Geräte einen alternative Android-Variante zu nutzen.

Google will Rechtsmittel einlegen und betont, Android habe nicht zu weniger, sondern zu mehr Wahlfreiheit auf dem Smartphone-Markt geführt. Das Verfahren gegen Android läuft seit 2015. 2017 lief das Betriebssystem auf 86 % aller verkaufen Smartphones. Die bisherige EU-Rekordstrafe von Mitte 2017 beträgt 2,4 Mrd Euro und erging auch gegen Google - die Firma hatte den eigenen Shopping-Dienst in den Suchergebnissen bevorzugt.
spiegel.de, blog.google (Google-Statement), turi2.de (Background)

Bundesverfassungsgericht erklärt den Rundfunkbeitrag für verfassungsgemäß.


Passt schon: Der pauschale Rundfunkbeitrag von monatlich 17,50 Euro pro Monat ist verfassungsgemäß, entscheiden die Karlsruher Richter. Zahlreiche Kläger hatten in Verfassungsbeschwerden kritisiert, der Beitrag sei ungerecht, u.a., weil die Größe des Haushalts unerheblich und nicht ausschlaggebend ist, ob es überhaupt einen Fernseher oder ein Radio gibt.

Der Senat hat für das Verfahren beispielhafte Fälle ausgewählt: Darunter ist z.B. ein alleinstehender Kläger, der den Beitrag allein aufbringen sowie doppelt zahlen muss, weil er eine Zweitwohnung besitzt. Letzteres beanstandet das Gericht in seinem Urteil. Betroffene können die Befreiung vom zweiten Beitrag beantragen, bis spätestens Mitte 2020 muss der Gesetzgeber in diesem Punkt nachbessern.
spiegel.de, sueddeutsche.de

BGH: Erben dürfen auf Facebook-Konto Verstorbener zugreifen.


Digitales Erbe: Facebook muss den Eltern als Erben Zugang zum Nutzerkonto einer Verstorbenen gewähren, urteilt der Bundesgerichtshof in letzter Instanz. Die Richter heben damit das Urteil der Vorinstanz auf, das eine Sperre im Hinblick auf das Fernmeldegeheimnis bestätigt hatte. Das Urteil gilt als richtungsweisend in der Frage, ob das digitale Erbe in Form von Chats mit dem analogen gleichzusetzen ist, was die Richter bejahten. Facebook hatte den Zugriff bislang verweigert und argumentiert, so nicht nur die Rechte der Verstorbenen, sondern auch die ihrer Kontakte zu schützen.

Im konkreten Fall hatte Facebook den Zugang einer 15-Jährigen nach ihrem Tod in den sogenannten Gedenkzustand versetzt und damit für die Eltern gesperrt, die nach eigenen Angaben das Passwort ihrer Tochter kannten. Die Eltern erhoffen sich durch den Zugriff auf die privaten Inhalte ihrer Tochter Rückschlüsse über die Todesumstände der 15-Jährigen zu erhalten.
spiegel.de

EU-Parlament weist Pläne für Urheberrechts-Reform zurück.


Reform rausgefiltert: Der Entwurf für ein neues Urheberrecht bleibt im EU-Parlament kleben. 318 Abgeordnete stimmen dagegen, 278 dafür und 31 enthalten sich. Damit sind ein europäisches Leistungsschutzrecht und Upload-Filter vorerst blockiert. Über einen geänderten Entwurf wird das Parlament voraussichtlich im September debattieren. Dann sind auch Änderungsanträge im Plenum möglich.

Die umfassende Reform sorgt in zwei Punkten für Streit: Netzaktivisten und Verbände lehnen Upload-Filter ab, die Plattformen dazu verpflichten würden, Inhalte schon vor dem Hochladen auf Rechtmäßigkeit zu scannen. Sie fürchten Zensur und große Belastungen für kleine Anbieter. Auch das Leistungsschutzrecht bleibt umstritten: Es würde Google News und auch kleinen Blogs verbieten, Ausschnitte aus Pressetexten ohne spezielle Erlaubnis anzuzeigen. Verlage und Privatfunk-Verband Vaunet beklagen die verlorene Abstimmung, Startups jubeln.
spiegel.de, netzpolitik.org, presseportal.de (Verleger), vau.net (Privatfunk), deutschestartups.org (Startup-Verband)

Schüsse in US-Zeitungsredaktion: Mehrere Tote.


USA: Im Newsroom der Zeitung "Capital Gazette" im Bundesstaat Maryland hat ein Angreifer am Donnerstag fünf Mitarbeiter erschossen und weitere verletzt. Der Tatverdächtige hatte die Zeitung zuvor erfolglos wegen Verleumdung verklagt. Die Zeitung hatte darüber berichtet, dass er wegen Belästigung einer Frau verurteilt worden war. Die Capital Gazette aus Annapolis im Speckgürtel der Hauptstadt Washington DC zählt zu den ältesten Tageszeitungen der USA.

Die Polizei räumte das Gebäude der Zeitung und rief die Bevölkerung dazu auf, sich fernzuhalten. Die Gegend wurde weiträumig abgesperrt; Spezialkräfte suchten nach möglichen Sprengsätzen. Die Redaktion berichtete selbst über die Schießerei, am Freitag soll trotz des tödlichen Angriffs eine Zeitungsausgabe erscheinen.
berliner-zeitung.de, nzz.ch, dw.com, spon.de

Ex-ProSiebenSat.1-Digitalvorstand Christian Wegner wird neuer Chef der SWMH.


Neuer Mann: Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) macht den ehemaligen Digitalvorstand von ProSiebenSat.1, Christian Wegner, zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung, schreibt Kress.de. Christian Wegner muss Donnerstag noch von den Gesellschaftern bestätigt werden. Deren Zustimmung gilt aber als sicher. Seine Wahl gilt auch als Signal dafür, dass das Medienhaus sich in Zukunft stärker auf das Digitale konzentrieren will.

Christian Wegner folgt auf Richard Rebmann, der in den Ruhestand geht. Richard Rebmann hat die Südwestdeutsche Medienholding seit 2008 geführt. (Foto: Kai-Uwe Wärner)
kress.de, turi2.de (Background)

Neuer Telemedienauftrag: Politik, Öffentlich-Rechtliche und Verlage beenden jahrelangen Streit.


Nur glückliche Gesichter (von links): Mathias Döpfner, Reiner Haseloff, Malu Dreyer, Ulrich Wilhelm, Thomas Bellut, Stefan Raue. (Foto: Twiehaus)

Weniger Text, Ausbau Mediatheken: Der Telemedienauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird in weiten Teilen überarbeitet – damit endet ein jahrelanges politisches Ringen zwischen den Sendern, den Verlagen und der Politik. Die Beteiligten stellen in Berlin die Ergebnisse vor: Wichtigste Neuerung ist, dass die Onlineangebote von ARD, ZDF und Deutschlandradio ihren Schwerpunkt auf Bild und Ton legen – presseähnliche Berichterstattung ist verboten.

Ein Zückerchen für die Sender: Die 7-Tage-Löschfrist für Inhalte in den Mediatheken fällt weg, sie können außerdem mehr europäische Filme und Serien einstellen. Die Politik beauftragt die Sender zudem ausdrücklich, interaktiv und über Social Media zu kommunizieren. Neu ist auch eine gemeinsame Schlichtungsstelle der Rundfunkanstalten und der Verlage – falls es doch noch Streit um die richtigen Anteile von Text, Video und Audio geben sollte.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff nannte die gemeinsame Lösung aller Beteiligten der Medienindustrie einen "historischen Moment". BDZV-Präsident Mathias Döpfner war spürbar erfreut, sich mit ARD, ZDF und Deutschlandradio zu einigen. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sagt, dass die Belastung der langen Verhandlungen geschafft sei. Wilhelm erinnert daran, dass sich manche journalistische Arbeitsweisen in den Sendern ändern müssten.

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue schränkte ein, noch mit dem Begriff Presseähnlichkeit zu fremdeln. Sein Deutschlandfunk wird etwa weiterhin die morgendlichen Interviews im Volltext anbieten. Döpfner zeigte sich grundsätzlich offen: "Keiner kann den Öffentlich-Rechtlichen verbieten, Textelemente zu nutzen". Wenn die Sender also bei investigativen Recherchen Dokumente zugänglich machen, bleibt das weiterhin erlaubt.
turi2 vor Ort bei Pressekonferenz in Berlin, rlp.de (Reaktionen), bdzv.de, ndr.de

WDR kündigt Gebhard Henke mit sofortiger Wirkung.

WDR kündigt Fernsehfilmchef Gebhard Henke mit sofortiger Wirkung, da aus Sicht des Senders kein Vertrauensverhältnis mehr bestehe. Mehr als zehn Frauen hatten sich gegenüber dem Sender über sexuelle Belästigungen, teils in Zusammenhang mit Machtmissbrauch, durch Henke beschwert. Der WDR sieht die Schilderungen der Frauen als "schwerwiegend und glaubhaft" an, Henke weist die Vorwürfe zurück.
presseportal.de, turi2.de (Background)

"Unberechenbares Risiko": Hajo Seppelt reist nicht zur Fußball-WM nach Russland.


Sicherheit zuerst: ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt fährt nicht zur Fußball-WM nach Russland, melden die "Tagesthemen". Die Reise sei für den Enthüller des Staatsdopings in Russland zu gefährlich. Zu dieser Einschätzung kommt die ARD nach einer Abstimmung mit deutschen Sicherheitsbehörden. An dem Gespräch nahmen Außenminister Maas, RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky und Seppelt teil.

Die deutschen Behörden befürchten, dass ein Ermittlungskomitee zum russischen Dopingskandal Seppelt festsetzen könnte. Außerdem sei spontane Gewalt durch einzelne Russen nicht auszuschließen. Seppelt wird in Russland angefeindet, weil er das Staatsdoping-System aufgedeckt hat. Wegen seiner Recherchen sind einige russische Sportler von Olympia ausgeschlossen worden. Die übrigen mussten unter neutraler Flagge antreten.
tagesschau.de, spiegel.de

Burda macht Birgit Schrowange zum Maskottchen für "Lust auf mehr".


Lust auf Print: BurdaLife steigt in das Geschäft mit Personality-Magazinen ein und holt Birgit Schrowange (Foto, rechts) als Zeitschriften-Maskottchen für Lust auf mehr in das Frauen- und Rätselheft-Universum. Ab der August-Ausgabe, die am 18. Juli erscheint, trägt die Zeitschrift für Frauen ab 50 den Namen der TV-Moderatorin. Bei "Birgit Schrowange – Lust auf mehr" arbeitet Schrowange als Editor-at-Large an der Seite von Chefredakteurin Maria Sandoval.

"Lust auf mehr" liegt seit Herbst 2016 am Kiosk mit einer durchschnittlich verkauften Auflage von 100.000 Exemplaren. "Birgit Schrowange – Lust auf mehr" erhält zum neuen Namen ein neues Layout und bekommt mehr Seiten. Das Best-Ager-Magazin kommt für 2,95 Euro an den Kiosk.
burda.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: Multi-Chefredakteurin Maria Sandoval erklärt, warum in Gemeinschaftsredaktionen bessere Zeitschriften entstehen.

"Horizont": Verleger und Intendanten einigen sich auf Neuordnung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote.


Was lange währt: Die Verleger und Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio machen den Weg frei für einen neuen Telemedienauftrag. Es sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig das Verbot der Presseähnlichkeit in ihren Online-Angeboten akzeptieren, berichtet Ulrike Simon. Das sei das Ergebnis eines Treffens zwischen BDZV-Präsident Mathias Döpfner, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Stefan Raue vom Deutschlandradio und ARD-Vertreterin Karola Wille.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote künftig auf längere Texte ohne Bezug zu einer Sendung verzichten. Websites und Apps von ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich damit komplett auf audiovisuelle Inhalte konzentrieren und dürfen mit Texten nur noch anteasern. Sollte es Streit geben, entscheidet eine gemeinsame Schiedsstelle. Wie dies rechtssicher im neuen Telemediengesetz formuliert wird, müssen die Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Der juristische Streit zwischen den Verlegern und den Öffentlich-Rechtlichen schwelt seit Jahren – unter anderem beschäftigen sich Gerichte mit der Tagesschau-App. Eine Einigung könnte diese Verfahren nun auflösen. Das neue Telemediengesetz bietet aber auch Zuckerstückchen für die Öffentlich-Rechtlichen: So sollen Inhalte künftig länger in Mediatheken online bleiben dürfen. Auch der Rundfunkbeitrag könnte künftig an die Inflation gekoppelt werden – was mehr Geld in die Kassen der Sender spülen würde.
horizont.net

Gabor Steingart holt Chelsea Spieker für sein Morning Briefing.

Morning Briefing: Gabor Steingart heuert für seinen Newsletter, der ab 11. Juni erscheinen soll, Chelsea Spieker an, berichtet Kai-Hinrich Renner. Spieker kommt von der englischen Global Edition des "Handelsblatts", wo sie für die internationale Koordination zuständig war. Sie sei bislang auch für das Übersetzen von Texten zuständig gewesen, Steingarts neues Morning Briefing solle auch auf Englisch erscheinen. Unklar bleibe jedoch, wie Steingart den Erscheinungstermin seines Newsletters halten wolle, da er beim "Handelsblatt" nicht aus seinem Vertrag kommt.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

Gabor Steingart startet sein Morning Briefing am 11. Juni.


Alles neu macht der Juni: Gabor Steingart startet sein Morning Briefing in eigener Regie am 11. Juni, kündigt er seinen Abonnenten per Vorab-Newsletter an. "Ich lasse Sie nicht mehr alleine aufwachen", schreibt der Welterklärer Steingart. Das Mailing hatte er bereits Ende Februar nach seinem Abgang beim "Handelsblatt" für "in einigen Wochen" angekündigt.

Unklar ist, ob Steingart nun unabhängig von "Handelsblatt"-Technik startet, oder – wie einst angekündigt – auf Verlagstechnik zurückgreifen und Abonnenten "mitnehmen" kann. Für den Versand des Vorab-Mailings nutzt er den gleichen Technik-Dienstleister wie das "Handelsblatt", das Programm Maileon der Firma Xqueue in Offenbach. Zuletzt hatte "Kress Pro" geschrieben, dass Steingart aus seinem hoch dotierten Vertrag mit dem Verlag nicht herauskommt. (Bild: Screenshot, Steingart-Newsletter)
per Mail, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gabor Steingart startet eine Podcast-Morningshow.

Madsack und DuMont verbünden sich in Berlin.


Berliner Partnerschaft: Die Madsack Mediengruppe und DuMont schmieden eine gemeinsame Hauptstadtredaktion. Wolfgang Büchner und Uwe Dulias werden die Chefs der neuen RND Berlin GmbH, Gordon Repinski leitet das Büro.

Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland ist an dem Joint Venture mit 75% beteiligt, DuMont mit 25%. Die gemeinsame Redaktion liefert die Politik- und Wirtschaftsinhalte für beide Mediengruppen. Die Redakteure sitzen im bisherigen Hauptstadtbüro des RND im Gebäude der Bundespressekonferenz. Alle in Berlin ansässigen Journalisten des RND wechseln in die neue Gesellschaft. Thorsten Knuf, Korrespondent von DuMont, schreibt auf Twitter, die DuMont-Mitarbeiter "können sich bei einem neuen Gemeinschaftsunternehmen bewerben, das mit der Madsack-Gruppe gegründet werden soll".

Außerdem werden sechs DuMont-Titel Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland: Ab Oktober können "Berliner Zeitung", "Kölner Stadt-Anzeiger", "Mitteldeutsche Zeitung" sowie der "Express", die "Hamburger Morgenpost" und der "Berliner Kurier" auch auf überregionale Inhalte vom RND zugreifen. Das Kartellamt muss dem Zusammenschluss noch zustimmen.
kress.de, madsack.de, twitter.com (Thorsten Knuf) turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Uwe Dulias macht Madsacks Volontäre fit für die Zukunft.

Jesper Doub verlässt die Spiegel-Gruppe und wechselt zu Facebook.


Abschied an der Ericusspitze: Jesper Doub, 46, verlässt die Spiegel-Gruppe. Der Verlagsleiter im Spiegel-Verlag sowie Geschäftsführer von Spiegel Online verlässt das Medienhaus "auf eigenen Wunsch" im Laufe dieses Jahres, teilt der Verlag mit. Er wolle sich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen und im Laufe des Jahres zu Facebook wechseln. Dort werde er als Director of News Partnerships für Europa, Afrika und den nahen Osten tätig, schreibt er in einem Facebook-Post. Seine Aufgaben beim Spiegel-Verlag wolle er in den kommenden Monaten weiter ausführen, bis eine geeignete Nachfolge gefunden wird. Erst im Februar hatte Doub seinen Posten in der Geschäftsführung von Spiegel TV verlassen.

"Spiegel"-Geschäftsführer Thomas Hass bedauert das Ausscheiden von Jesper Doub in einer Verlagsmitteilung und dankt "ihm herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit im Führungsteam der Spiegel-Gruppe". Doub wechselte im Herbst 2014 von der DuMont Mediengruppe als Technikchef und Leiter der IT zur Spiegel-Gruppe. Seit August 2015 ist er als Verlagsleiter des Spiegel-Verlags und Geschäftsführer von Spiegel Online tätig.
horizont.net, facebook.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Jesper Doub steuert den "Spiegel" durch den digitalen Umbruch.

Böhmermann-Schmähgedicht über Erdogan bleibt größtenteils verboten.

Jan Böhmermann: Das Schmähgedicht des Satirikers über den türkischen Präsidenten Erdogan bleibt größtenteils verboten. Das Oberlandesgericht Hamburg bestätigte das Urteil der Vorinstanz und lehnt damit sowohl die Berufung Böhmermanns als auch die Erdogans ab. Böhmermann hatte mit seiner Berufung das Verbot einzelner Passagen anfechten wollen, Erdogan hingegen wollte ein vollständiges Verbot des Gedichts erwirken.
welt.de, turi2.de (Background)

"stern": Hajo Seppelt darf doch nach Russland.

Hajo Seppelt, ARD-Sportjournalist und Doping-Rechercheur, erhält nun doch ein Visum für die Fußball-WM in Russland, meldet der "stern" aus "informierten Kreisen". Seppelt war in Russland durch das Aufdecken eines umfassenden Staatsdoping-Systems unangenehm aufgefallen. Politiker und Sportfunktionäre hatten sich in den letzten Tagen diplomatisch für ein Visum eingesetzt.
stern.de, turi2.de (Background)

Gabor Steingart startet eine Podcast-Morningshow.


Ton? Läuft! Gabor Steingart erfindet sein Morning Briefing neu und verlängert den geschriebenen Newsletter um eine Podcast-Morningshow. Im Juni soll es losgehen, sagt der frühere "Handelsblatt"-Geschäftsführer im Interview mit turi2.tv am Rande des European Newspaper Congress in Wien. Dafür will Steingart künftig täglich in Berlin ins Studio gehen und eine Morningshow aufzeichnen, die mehr sein soll als der vorgelesene Newsletter.

Auf seine Zeit beim "Handelsblatt" blickt Steingart im Gespräch ohne Groll zurück: In seinen acht Jahren an der Spitze der Wirtschaftszeitung "haben wir ein gutes Stück der Transformation zurückgelegt." Nun müssten Sven Afhüppe und andere, jüngere Kollegen das Begonnene weiterführen.

Der Publizist gibt sich, auf seinen Abgang beim "Handelsblatt" angesprochen, selbstkritisch: "Ich glaube, dass es schwierig ist, Steingart auszuhalten." Für Verleger, die früher sehr erfolgreich waren, sei es zudem manchmal schwierig, die Zumutungen der heutigen Zeit auszuhalten.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Gruner + Jahr baut Print-Magazin rund um Guido Maria Kretschmer.


Mehr Print mit Persönlichkeit: Gruner + Jahr reitet die selbst ausgelöste Welle der Magazine mit Maskottchen weiter und legt ein Magazin rund um den Modedesigner Guido Maria Kretschmer an den Kiosk. Das kündigt Produkt-Vorstand Stephan Schäfer beim European Newspaper Congress des Oberauer Verlags in Wien an. Welche Art Magazin mit Kretschmer auf dem Titel entsteht, sagt Schäfer noch nicht. Es liegt aber nahe, dass es sich um ein Mode- und Lifestyle-Heft handeln wird. Es entsteht unter der Verantwortung von "Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber, die bereits "Barbara" entwickelt hat. An den Kiosk soll das Magazin frühestens im Herbst und "mindestens monatlich" kommen.

Gruner + Jahr prägt seit dem Magazin "Barbara", das rund um die TV-Allzweckwaffe Barbara Schöneberger entsteht, das Genre der Personality-Magazine in Deutschland. Neben Schöneberger ziert TV-Doktor Eckart von Hirschhausen den Titel von "stern Gesund leben" als Dauer-Coverboy. Um Moderator Joko Winterscheidt entsteht das Magazin "JWD". (Fotos: Jens Twiehaus, dpa)
turi2 vor Ort beim ENC in Wien

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stephan Schäfer setzt bei Gruner + Jahr auf Gedrucktes mit Gesicht.

"Spiegel": Sechs Frauen erheben Vorwürfe gegen WDR-Filmchef Gebhard Henke.

WDR in Bedrängnis: Sechs Frauen erheben im "Spiegel" konkrete Belästigungsvorwürfe gegen Filmchef Gebhard Henke. Er soll zwischen 1990 und 2015 Frauen an Po und Bauch betatscht haben und Förderung gegen "körperliche Zuwendung" angeboten haben, berichtet der "Spiegel". Zu den Betroffenen, die sich äußern, zählt auch die Moderatorin Charlotte Roche (Foto, links).

Der derzeit freigestellte Henke bestreitet die Vorwürfe. Zuletzt unterstützten 16 Frauen den "Tatort"-Koordinator Henke mit einem offenen Brief. Fernsehdirektor Jörg Schönenborn äußert sich überrascht, bezeichnet die Aussagen der Frauen im "Spiegel" aber als "gravierend und glaubwürdig". Charlotte Roche schildert, dass Henke sie bei einem Treffen zur Verfilmung ihres Romans "Feuchtgebiete" am Po begrapscht habe. Als sie sich wegbewegte, sei er mit der Hand auf ihrem Po mitgegangen. (Fotos: dpa / Picture Alliance)
spiegel.de, presseportal.de (Reaktion WDR), turi2.de (Background)

Donata Hopfen verlässt Login-Allianz Verimi.


Hopfen und Malz verloren: Donata Hopfen (Foto, links) verlässt ihren Chefposten bei der Login-Allianz Verimi nicht einmal einen Monat nach dem Launch. Grund seien laut dem Unternehmen "unterschiedliche Auffassungen in der strategischen Führung". Die Aufgaben von Donata Hopfen übernimmt vorerst Jeannette von Ratibor von T-Systems, die ihren bisherigen Posten als stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung von Verimi ruhen lässt.

Erst im Oktober war Donata Hopfen von ihrem Posten als Verlagschefin von "Bild" zu dem Daten-Bündnis von u.a. Springer, Allianz, Deutscher Bank und Telekom gewechselt. Verimi ist mit seiner Entwicklung einer branchenübergreifenden Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform am 10. April zunächst für Kunden der Deutschen Bank und der Bundesdruckerei gestartet.
meedia.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Donata Hopfen, Anfang 2017 noch "Bild"-Verlagschefin, will Vollgas bei Video geben – und in Print.

Cambridge Analytica macht dicht.


Ins Aus analysiert: Cambridge Analytica und die britische Dachgesellschaft SCL Group machen mit sofortiger Wirkung dicht, teilt die Firma auf ihrer Website mit. Viele Kunden seien der Firma nach dem Facebook-Datenskandal abgesprungen, hinzu kommen die hohen Kosten für Gerichtsprozesse.

Cambridge Analytica beklagt eine unfaire, negative Berichterstattung der Medien. Die Datenanalyse-Firma hatte zuletzt mehrfach ihre Führungsmannschaft umgebaut.
ca-commercial.com, tagesschau.de, turi2.de (Background)

Mediengruppe Rheinische Post kauft Bonner "General-Anzeiger".


Dickschiff lädt weiter zu: Die Mediengruppe Rheinische Post kauft alle Anteile der Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt Neusser, zu der u.a. der "Bonner Generalanzeiger" gehört. RP erwirbt damit auch Anzeigenblätter und Anteile an Radio NRW. Über die Details wollen die Beteiligten schweigen.

Johannes Werle, Geschäftsführer der Rheinische Post Mediengruppe, will die digitalen Aktivitäten der Zeitung ausbauen. Das Kartellamt muss noch zustimmen. Der DJV fürchtet, dass die Medienvielfalt in Nordrhein-Westfalen leidet und will sich dafür einsetzen, dass die Vollredaktion beim "Bonner General-Anzeiger" bestehen bleibt.
dnv-online.de, rp-online.de, djv-nrw.de

Musikindustrie-Verband schafft den Musikpreis Echo ab.


Zu viel Echo auf den Echo: Der Bundesverband Musikindustrie stellt seinen Musikpreis Echo ein. Nach dem Skandal um die Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang hat der Vorstand das Aus für den Echo in seiner jetzigen Form beschlossen. Die Marke "Echo" sei "so stark beschädigt worden", dass ein vollständiger Neuanfang nötig sei, schreibt der Verband. Der Musikpreis solle nicht als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen werden.

Von der Echo-Einstellung sind auch die beiden Ableger Echon Klassik und Echon Jazz betroffen, die reine Jury-Preise sind. Bei einem neuen Popmusik-Preis solle die Jury nun stärker in den Vordergrund rücken. Jeder der drei Preise solle zu einer eigenständigen Veranstaltung werden.
spiegel.de, musikindustrie.de