Geschäftsführerin Stefanie Hauer verlässt "Lübecker Nachrichten" und "Ostsee-Zeitung".

Fragerunde mit Folgen: Madsack und Stefanie Hauer, Geschäftsführerin der "Lübecker Nachrichten" und der Rostocker "Ostsee-Zeitung", gehen mit sofortiger Wirkung getrennte Wege. Ausschlaggebend war laut Meedia wohl Hauers Auftreten gegenüber SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz bei einem Redaktionsbesuch im Lübecker Verlagshaus. Hauer hatte Schulz in dem Gespräch, das bei Facebook live übertragen wurde, nach einer Entlastung für Verlage bei den Sozialabgaben gefragt, insbesondere beim Mindestlohn für Zeitungszusteller. Schulz reagierte irritiert, die Redaktion beschämt.

Hauer hatte sich kurz darauf für ihren "unglücklicher Auftritt" zwar entschuldigt, habe bei "LN"-Gesellschafter Madsack aber den Rückhalt verloren, schreibt Gregory Lipinski. Schon seit Tagen sei sie nicht mehr im Verlagshaus gesehen worden, heute Mittag habe der Verlag die Mitarbeiter über die Demission Hauers informiert. Madsack spricht in einer Pressemitteilung davon, die Geschäftsführung beider Verlage neu aufzustellen, damit sie sich stärker auf das lokale und regionale Werbe- und Vertriebsgeschäft fokussieren können. Interims-Nachfolger in Lübeck wird Günter Evert, der bei Madsack den Konzernbereich Niedersachsen leitet.
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Funke startet bundesweites Jugendmagazin "#screenshot".

Die bessere "Bravo"? Funke wagt eine Print-Gründung und legt das Jugendmagazin #screenshot vor. Bundesweit liegen 100.000 Exemplare am Kiosk. "#screenshot" soll YouTube-Stars zu Redakteuren machen und die Zielgruppe der 12- bis 17-Jährigen ansprechen. Die erste Ausgabe erscheint heute mit 86 Seiten für 3,50 Euro. Beim Jugend-Klassiker "Bravo" ist die Auflage seit Jahren im Sinkflug.

Die Zeitschrift erscheint unter der Regie des New-Business-Teams von Funke NRW. Verlagsgeschäftsführer Matthias Körner verspricht "ein exklusives Angebot in ansprechender Umsetzung", das im Netz so nicht zu finden sei. Dass Jugendliche nur auf ihren Smartphones lesen, stimme nicht, sagt Körner. In "#screenshot" berichten YouTuber wie Marc-René Lochmann und MrWissen2go über die Themen, zu denen sie auch Videos machen. Zusammen kommen die Heft-Stars auf 6,6 Mio YouTube-Abonnenten und 4,4 Mio Instagram-Follower.
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Kolle-Rebbe-Gründer Stefan Kolle, 55, ist tot.

Stefan Kolle, Gründer und Geschäftsführer der Agentur Kolle Rebbe in Hamburg, ist tot. Er starb in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch "plötzlich und schnell", schreibt ein Agentursprecher und ergänzt: "Wir sind alle tief traurig und erschüttert von dieser jähen und unfassbaren Nachricht." Kolle wurde nur 55 Jahre alt. Er hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder.

Stefan Kolle galt als einer der wichtigsten Kreativen Deutschlands: Nach einem Studium an der Hochschule der Künste in Berlin heuert er 1986 als Texter bei GGK in Wien an, 1990 wechselt er zu Baader, Lang, Behnken in Hamburg. In der Hansestadt gründet Kolle 1994 mit seinem alten Freund Stephan Rebbe die Werbeagentur Kolle Rebbe und feiert bald erste Erfolge. 1997, nur vier Jahre nach der Gründung der Agentur, gewinnt Kolle seinen ersten Löwen in Cannes. Von der Branchenpresse werden die Agentur und ihre Chefs vielfach ausgezeichnet. (Foto: Kolle Rebbe)
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Liborius-Verleger Rudolf Thiemann soll VDZ-Präsident werden.

Mit Gottes Segen: Die deutschen Zeitschriften-Verleger wollen Rudolf Thiemann, 62, am 5. November zu ihrem Präsidenten wählen. Der Chef der katholischen Liborius-Verlagsgruppe erhält Rückendeckung aller Landes- und Fachverbände des VDZ. Mit Thiemann beschreiten die Verleger nicht nur einen spirituellen, sondern einen routinierten Pfad: Der promovierte Jurist ist bereits Vizepräsident und sitzt seit 20 Jahren dem VDZ-Fachverband Konfessionelle Presse vor.

Thiemann ist seit 1985 geschäftsführender Gesellschafter von Liborius, er führt das Unternehmen in vierter Generation. Liborius gibt u.a. die Wochenzeitung "Liboriusblatt" heraus, die "Christliche Woche" und das "Bayerische Sonntagsblatt". Sein Vorgänger im VDZ-Präsidentenamt, Stephan Holthoff-Pförtner, war in die NRW-Landesregierung gewechselt. Für das Amt tritt auch "Clap"-Mitherausgeber Peter "Bulo" Böhling an, der die Sympathie der turi2-Redaktion genießt und dennoch als chancenlos gilt.
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Julia Becker wird ab 2018 Funke-Verlegerin.


Frischer Wind bei Funke: Verlegerin Petra Grotkamp übergibt zum neuen Jahr an ihre Tochter Julia Becker. Grotkamp bleibt im Aufsichtsrat von Funke, ihre Anteile gehen zu gleichen Teilen auf die Kinder (Foto, von links) Julia Becker, Niklas Jakob Wilcke und Nora Marx über, kündigt sie in "Kress Pro" an. Becker übernimmt mit dem Aufsichtsrat-Vorsitz die Führung im Frischlings-Trio.

Verlegerin Grotkamp ist eine Tochter des "WAZ"-Mitgründers Jakob Funke. Sie heiratete Günther Grotkamp, lange Jahre Funke-Geschäftsführer, und kaufte 2012 die Anteile der Brost-Gruppe. Erich Brost ist der zweite Gründer der "WAZ".

Im gemeinsamen Interview sprechen Grotkamp und Becker auch über einen Strategiewechsel bei Funke. Künftig soll es verstärkt Allianzen mit anderen Verlagen geben. Die künftige Aufsichtsrats-Chefin Becker sagt: "Früher wäre Günther Grotkamp nie auf die Idee gekommen, zu den Bauers zu gehen oder den Springers. Das war völlig falsches Konkurrenzdenken." (Foto: Picture Alliance / Schroewig)
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Konzernchef Andreas Schoo verlässt Bauer.

Beben bei Bauer: Konzern-Geschäftsleiter Andreas Schoo, 56, verlässt den Verlag – nach 10 Jahren im Amt und 25 im Unternehmen. Verlegerin Yvonne Bauer, 40, übernimmt seine Aufgaben zunächst kommissarisch. Sie will eine neue Organisationsstruktur schaffen, "die der globalen Ausrichtung des Medienhauses Rechnung trägt".

Schoo war für die Bereiche Print und Digital zuständig sowie vorübergehend für das Radiogeschäft in mehreren Ländern. Finanzchef Harald Jessen, 46, rückt nach dem Abgang des Chefs in die Geschäftsleitung auf. In der Konzernleitung bleiben Jörg Hausendorf, 53, und Witold Wozniak, 49, die seit 2013 bzw. 2015 auf dem Posten sind.
bauermedia.com, meedia.deKommentieren ...

Chefredakteur Christian Füller verlässt "Freitag".


Füller macht "Freitags"-frei: Chefredakteur Christian Füller verlässt den Freitag - laut Verlagsmitteilung "auf eigenen Wunsch". Verleger und Geschäftsführer Jakob Augstein, 50, wird mit sofortiger Wirkung wieder Chefredakteur. Ab Dezember rückt zudem Simone Schmollack, 53, in die Chefredaktion. Sie arbeitet derzeit als stellvertretende Inlands-Ressortleiterin bei der "taz". Michael Angele bleibt wie bisher Teil der "Freitag"-Chefredaktion.

Christian Füller stieg erst im Februar zum Chefredakteur auf. Der langjährige Mitarbeiter folgte auf Philip Grassmann, der die Wochenzeitung seit 2009 führte. Zuletzt widersprach Christian Füller einem "taz"-Bericht, wonach beim "Freitag" Verunsicherung durch die Berufung von Jürgen Todenhöfer zum Herausgeber herrsche. Mehrere führende Mitarbeiter haben die Zeitung zuletzt verlassen.
taz.de, turi2.de (Grassmann), turi2.de (Todenhöfer)Kommentieren ...

Gruner + Jahr setzt Verhandlungen mit Presse-Grosso aus.

Grollen im Grosso: Auch Gruner + Jahr redet derzeit nicht mit den Presse-Grossisten. Einen Tag vor Beginn der Jahrestagung meldet Meedia, dass auch die G+J-Tochter DPV Deutscher Pressevertrieb die Teilnahme an der Tagung abgesagt hat. Grosso und Verlage können sich nicht auf eine Reform des Vertriebssystems für Zeitungen und Zeitschriften verständigen. Eine Allianz aus Bauer, Burda, Funke, Springer, Spiegel und Klambt droht bereits mit dem Aufbau eines eigenen Vertriebssystems. DPV zog sein Angebot zurück und teilt mit, aktuell "keine Signale" zu erkennen, dass der Grosso-Verband die Gespräche wieder aufnehmen möchte.

Die Verlage wollen mehr Geld für sich behalten. Deshalb verlangen sie neue Handelsspannen und wollen auch die Zahl der Firmen im Grossoverband von 38 auf 15 bis 20 drücken. Der Verband erwidert die Kritik: Er sei "noch nie so schlank, effizient und leistungsstark" gewesen wie heute, teilt er Meedia-Mann Gregory Lipinski mit. Fusionen könnten nicht angeordnet werden. Es sei nicht richtig zu behaupten, es tue sich nichts. Gruner + Jahr ist derweil nicht zum Feiern zumute: Die heutige Vorabend-Veranstaltung zur Tagung von DPV und Spiegelverlag ist abgesagt.
meedia.de (Gruner + Jahr), meedia.de (Reaktion), turi2.de (Background)

Anmerkung: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, Gruner + Jahr habe Verhandlungen kurz vor der Tagung abgebrochen. Der Verlag teilt mit, sie seien derzeit nur ausgesetzt. Die Entwicklung sei auch nicht neu, sondern schon länger Stand der Dinge.Kommentieren ...

"Bild"-Verlagschefin Donata Hopfen wechselt zur Daten-Allianz Verimi.

Donata Hopfen, bisher Verlagschefin von "Bild", wird CEO von Verimi, Springers Daten-Bündnis u.a. mit Allianz, Daimler und Telekom. In ihrer neuen Funktion verantwortet Donata Hopfen ab Oktober die Führung und Entwicklung der branchenübergreifenden Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform zahlreicher deutscher und europäischer Unternehmen. Der Dienst soll zum Jahreswechsel starten.
axelspringer.de, turi2.de (Background Verimi), turi2.de (5-Min-Video Hopfen)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Bild"-Verlagschefin Donata Hopfen will Vollgas bei Video geben – und in Print.
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"stern"-Onlinechef Philipp Jessen verlässt Gruner + Jahr.

Sternstunde vorbei: stern.de-Chefredakteur Philipp Jessen verlässt Gruner + Jahr. Laut Verlagsmitteilung erfolgt die Trennung auf Wunsch von Philipp Jessen, der eine nicht genannte, neue Aufgabe an anderer Stelle wahrnehmen will. Für ihn rückt seine bisherige Vize Anna-Beeke Gretemeier, 31, als neue Digital-Chefin auf. Wie bereits Jessen wird sie zudem Mitglied der "stern"-Chefredaktion.

Philipp Jessen leitet stern.de seit Herbst 2014 und war zuvor Vize-Chefredakteur von "Gala" und Redaktionsleiter von Gala.de. Anna-Beeke Gretemeier ist seit Februar stellvertretende Chefredakteurin von stern.de, wo sie seit 2014 tätig ist. Zunächst arbeitete sie im Hauptstadtbüro, später in Hamburg als Managing Editor. (Foto: Lukas Schulze / dpa)
guj.de, meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Gruner + Jahr startet "Barbara" für Jungs namens "Joko".

Bald kioskbereit dank Winterscheidt: Gruner + Jahr bringt im Frühjahr 2018 eine Lifestyle-Zeitschrift für Männer auf den Markt, die mit dem TV-Moderator Joko Winterscheidt personalisiert wird. Vorbild ist ganz offensichtlich die Zeitschrift "Barbara", die von "Brigitte"-Chefin Brigitte Huber und Barbara Schöneberger geleitet wird. Verantwortet wird "Joko" vom "stern"-Chefredakteur Christian Krug.

Die Pressemitteilung bleibt recht knapp, aber die Person Joko Winterscheidt verrät bereits einiges über die Zielgruppe - Männer, die sich mit einem Mönchengladbacher des Jahrgangs 1979 identifizieren können, der nach Abitur und abgebrochener Werber-Ausbildung auf Moderator umgeschult hat, seine Haare nach hinten kämmt und Brillenträger des Jahres 2015 war. Der Kumpel von Matthias Schweighöfer hat 2009, also mit 30, seine erste Firma gegründet und investiert seither öffentlichkeitswirksam in Startups.
presseportal.de, kress.de, dwdl.de, horizont.netKommentieren ...

Spiegel Media wird Partner in der Ad Alliance von Gruner + Jahr und RTL.


Alle unter einem Dach: Spiegel Media schließt sich der Vermarktungs-Allianz der Bertelsmann-Geschwister Gruner + Jahr und RTL an. Der Verlag legt Wert darauf, dass der Vermarkter Spiegel Media eigenständig bleibt. Die Ad Alliance handele und steuere lediglich Rahmenverträge mit Werbekunden im Auftrag der Partner. Viel wichtiger sei – so heißt es an der Ericusspitze – dass neue, innovative Produkte und gattungsübergreifende Werbeformen entstehen. "Unser Beitritt zur Ad Alliance wird die Relevanz unserer Angebote für Kunden und Agenturen weiter steigern", lässt sich "Spiegel"-Geschäftsführer Thomas Hass zitieren. Er wolle in einem intensiver werdenden Wettbewerb "den Erfolg unserer Werbevermarktung langfristig sichern".

Im Gepäck hat Hass neben dem gedruckten "Spiegel" auch Spiegel Online, das "manager magazin" und den "Harvard Business Manager". Der Verkaufsstart für die neu koordinierten Produkte ist die Digitalmesse Dmexco, die am 13. September beginnt.

G+J-Vermarkter EMS und sein RTL-Pendant IP Deutschland haben die Vermarktungs-Allianz vor einem guten Jahr aus der Taufe gehoben. Zusammen mit dem Spiegel-Verlag als Partner erreicht die Ad Alliance nach eigenen Angaben pro Monat satte 99 % der deutschen Bevölkerung. (Foto: dpa)
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Constantin Medien: Fred Kogel und Dieter Hahn ziehen sich zurück.

Machtkampf beendet: Der Streit bei Constantin Medien zwischen Bernhard Burgener und Dieter Hahn scheint entschieden. Auf der Hauptversammlung in München hat der zum Hahn-Lager gehörende CEO Fred Kogel seinen Rücktritt angekündigt. Aufsichtsratschef Dieter Hahn selbst will nicht zur Wiederwahl antreten. Mit ihm tritt das gesamte Gremium zurück. "Im Gegensatz zu Bernhard Burgener stelle ich meine persönlichen Ziele nicht über die Interessen der Constantin. Ich bin nicht so wichtig, dass unser Unternehmen darüber ernsthaft gefährdet werden darf, und stehe daher für eine Wiederwahl in den Aufsichtsrat nicht mehr zur Verfügung", so Hahn.

Der Streit zwischen Kogel und Hahn, dauert bereits mehrere Monate an. Auslöser ist die Frage, ob sich Constantin Medien von der namensgebenden Filmsparte trennen soll. Ex-Vorstandschef Burgener ist gegen einen Verkauf. Die Aktionäre um Leo-Kirch-Ziehsohn Hahn wollen mit Constantin Medien allein auf das Sportgeschäft setzen. Bei der Hauptversammlung im November beschlossen sie einen Verkauf des Filmgeschäfts, nachdem sie die Aktionärsgruppe um Burgener zuvor von der Abstimmung ausgeschlossen hatten.
dwdl.de, turi2.de (Background)
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"Bild" interviewt Angela Merkel live im Kanzleramt.


Bewegt-"Bild"-Interview: Nikolaus Blome kriegt die Kanzlerin vor die Kamera und interviewt Angela Merkel am Montag live auf bild.de. Das "Bild"-Verhör "Die richtigen Fragen" läuft zum Auftakt der Wahlkampf-Woche ab 9.30 Uhr auf bild.de und Facebook. Blome will Merkel vor allem Leser-Fragen stellen, die "Bild" auf ihrer Deutschland-Tour sammelt. Die politische Live-Offensive geht am 1. September mit Martin Schulz weiter.

Wunsch von Chefredakteur Julian Reichelt war es ursprünglich, ein Internet-Elefantenduell mit allen Kandidaten zu veranstalten. Das klappte nicht – Merkel und Schulz treffen nur am 3. September im klassischen TV aufeinander. "Bild" will die Interviews dennoch zum Happening machen. Nach dem Interview, das live aus dem Kanzleramt kommt, empfängt Reporter Moritz Wedel diverse Gäste zum Gespräch. (Foto: Gero Breloer / AP / Picture Alliance)
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ARD und ZDF erzielen Einigung mit Discovery über Olympia.


Dabeisein ist alles: ARD und ZDF haben sich nach langem Ringen mit der Eurosport-Mutter Discovery Communications auf Sublizenzen für die Olympischen Spiele von 2018 bis 2024 geeinigt. Bereits ab den Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar 2018 werden ARD und ZDF im TV, Radio und Online umfangreich und viele Stunden am Tag live berichten. Lediglich von den Wettbewerben im Eiskunstlauf, Short Track und Snowboarden gibt es Live-Bilder nur bei Europort.

BR-Intendant Ulrich Wilhelm, innerhalb der ARD für die Sportrechte verantwortlich, ist glücklich darüber, mit Discovery eine "partnerschaftliche Lösung gefunden zu haben". ZDF-Intendant Thomas Bellut freut sich: "Das Ringen um die Liverechte hat sich gelohnt." Discovery verkündet in seiner Pressemitteilung: "Die Fernsehzuschauer in Deutschland sind die großen Gewinner." Was Discovery nicht sagt, ist, dass eine Refinanzierung allein über die eigenen Kanäle wohl kaum möglich und für den Konzern ein Minusgeschäft gewesen wäre.

Der Einigung ist ein zäher Verhandlungskampf vorausgegangen, nachdem das IOC 2015 die europäischen Rechte an den Spielen für rund 1,3 Mrd Euro überraschend an den US-Konzern Discovery Communications vergeben hat und nicht wie jahrzentelang Usus an ARD und ZDF bzw. die Europäische Rundfunkunion EBU. Die Verhandlungen von ARD und ZDF mit Discovery drohten mehrfach komplett zu scheitern, weil die Preisvorstellungen für Sublizenzen wohl lange Zeit deutlich auseinandergingen.
presseportal.de (ARD / ZDF), presseportal.de (Discovery), dwdl.de
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ARD beendet Vertrag mit TV-Experte Mehmet Scholl mit sofortiger Wirkung.


Spielende ohne Verlängerung: Mehmet Scholl, 46, ist seinen Job als Fußball-Experte der ARD nach neun Jahren los. Beide Seiten haben sich auf eine Vertragsauflösung mit sofortiger Wirkung geeinigt, teilt die ARD mit. Vorausgegangen ist ein Streit beim Confed Cup Anfang Juli in Russland, wo Scholl vor der Sendung das Studio verlassen hatte, weil er nicht damit einverstanden war, dass in der Sendung auch über Doping berichtet werden sollte.

Es schien so, als wären die Wogen nach mehreren Aussprachen wieder geglättet. In seiner Radiosendung im Bayerischen Rundfunk hat Scholl am vergangenen Sonntag aber noch einmal nachgelegt: Doping "hatte in dem Moment überhaupt keine Relevanz." Nicht zum ersten Mal sei ihm die Berichterstattung zu negativ gewesen. Daraufhin hat ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky Scholl klargemacht: "Die Redaktionen sind für den Inhalt zuständig, die Experten für die Meinung." Scholl müsse daher die redaktionelle Hoheit akzeptieren.

Der Vertrag zwischen Scholl und der ARD wäre eigentlich noch bis Ende 2018 gelaufen, beim DFB-Pokalspiel zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC Berlin am kommenden Montag hätte er wieder vor der Kamera stehen sollen. (Archivfoto: Gladys Chai von der Laage / Picture Alliance)
presseportal.de, dwdl.de (Trennung), sueddeutsche.de (BR-Sendung), bild.de (Balkausky), turi2.de (Background Confed Cup)Kommentieren ...

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Kai Diekmann ein.


Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt nicht mehr gegen den früheren "Bild"-Herausgeber Kai Diekmann wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch, melden zuerst übereinstimmend Focus Online und der "stern". Die Ermittler haben demnach keinen hinreichenden Tatverdacht festgestellt. Die Vorwürfe kamen von einer Mitarbeiterin, die Diekmann beschuldigte, sie im Sommer 2016 nach einer Klausurtagung beim Baden sexuell belästigt zu haben. Der "stern" schreibt, dass die Staatsanwaltschaft viele Zeugen befragt habe, die den Tathergang aber nicht bestätigen konnten. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens bestätigt.

Springer hatte den Fall selbst durch externe Juristen prüfen lassen, die allerdings keine strafrechtliche Relevanz erkannten, und den Fall anschließend der Staatsanwaltschaft übergaben. Im Januar war das Verfahren durch einen Bericht des "Spiegel" an die Öffentlichkeit gekommen.
focus.de, stern.de, sta-potsdam.brandenburg.de (Presseerklärung der Staatsanwaltschaft, PDF), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Funke kauft "Donna" von Burda.

Funke kauft die Frauenzeitschrift Donna von Burda. Der Verkauf muss noch durch das Kartellamt genehmigt werden und wird frühestens Ende November wirksam. "Donna" erscheint monatlich und erreichte im zweiten Quartal eine verkaufte Auflage von rund 92.000. Burda startet "Donna" 2010 als "Freundin" für Ältere und hat die Redaktion im Herbst 2016 komplett ausgelagert an das Münchner Redaktionsbüro Storyboard. Erst vor wenigen Tagen gab Funke den Erwerb der "myself" von Condé Nast bekannt.
funkemedien.de, turi2.de ("myself"), turi2.de (Storyboard)Kommentieren ...

rtv produziert künftig "stern"-Beilage "TV-Magazin".

Neuer Produzent am Sternenhimmel: Der "stern" wechselt den Produktionspartner für sein "TV-Magazin". Ab November ist rtv für die Beilage zuständig. Neben der Produktion soll auch die Vermarktung bei rtv liegen. Bisher wurde die Beilage von "TV Spielfilm" produziert.

Zeitgleich mit dem Wechsel wird der Umfang des Hefts erhöht. Titel, weitere redaktionelle Beiträge und Rätsel sollen als exklusive Inhalte bereitgestellt werden. Die rtv media group gehört wie Gruner + Jahr zu Bertelsmann.
presseportal.de1 Kommentar

Donald Trump feuert Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci.


You're fired! Anthony Scaramucci ist seinen Job als Kommunikationsdirektor im Weißen Haus nach nur zehn Tagen im Amt schon wieder los. Donald Trump habe Scaramucci auf Druck seines neuen Stabschefs John Kelly, einem Ex-Marine, entlassen, berichten übereinstimmend "New York Times", "Washington Post" und Politico. Das Weiße Haus bestätigt den Abgang in einer kurzen Mitteilung. Die offizielle Sprechweise lautet: Scaramucci wolle Kelly einen "sauberen Neuanfang" mit eigenem Team ermöglichen.

In seiner nur zehntägigen Amtszeit hat Scaramucci, ein ehemaliger Wall-Street-Banker, sich mit den Medien angelegt, Trumps Chefstrategen Steve Bannon verbal attackiert und Stabschef Reince Priebus beschimpft, der kurz darauf zurücktrat. Schon bevor Scaramucci sein Amt angetreten hatte, war Trump-Sprecher Sean Spicer zurückgetreten, weil er Scaramuccis Berufung für falsch hielt.
(Archivfoto vom 25.7.2017: AP / Picture Alliance)
nytimes.com, politico.com, washingtonpost.com, spiegel.de, sueddeutsche.deKommentieren ...

Verlagsgruppe Handelsblatt übernimmt die Mehrheit am Seminar- und Kongress-Veranstalter Euroforum.


Live ist Trumpf: Gabor Steingart baut die Investitionen des "Handelsblatts" in Live-Journalismus und Veranstaltungen aus. Die Verlagsgruppe, die künftig als Handelsblatt Media Group firmiert, übernimmt mit 81 % die Mehrheit bei dem Seminar-, Kongress- und Weiterbildungs-Veranstalter Euroforum ein. Die übrigen 19 % gehören weiter der bisherigen Mutter Informa plc. in London, nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter in dem Bereich. Der Gesamtwert des Unternehmens liegt laut Pressemitteilung bei 15 Mio Euro.

Das "Handelsblatt" und Euroforum sind bereits eng verbunden: Schon heute machen Veranstaltungen des Verlags 40 % des Euroforum-Umsatzes aus. Euroforum veranstaltet mit 140 Mitarbeitern pro Jahr 250 Events und macht 30 Mio Euro Umsatz. Die Verlagsgruppe kommt auf 200 Veranstaltungen jährlich. Gabor Steingart hat den Live-Journalismus mit Veranstaltungen für die Wirtschafts-Clubs von "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche" als drittes Standbein neben Print und Digital erschlossen. Künftig soll Live-Journalismus auch ein Ausbildungszweig an der Georg von Holtzbrinck-Schule werden.

Steingart widmet heute den Großteil seines Morning Briefings der Akquisition: "Das Kerngeschäft bleibt hochwertiger Wirtschaftsjournalismus, nur dass er zeitgemäß interpretiert wird", schreibt der Junior-Verleger und lädt seine Leser zum Interview mit Angela Merkel als Live-Event ein, das Ende August in Berlin entsteht und später gedruckt in der Zeitung erscheint. (Foto: Jens Twiehaus)
presseportal.de, morningbriefing.handelsblatt.com, turi2.tv (Interview mit Gabor Steingart)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gabor Steingart erklärt im Gespräch mit Peter Turi, wie das "Handelsblatt" seine Leser durch den ganzen Tag begleitet. (ab Minute 12)

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Sean Spicer tritt als US-Regierungssprecher zurück.

Sean Spicer tritt als Sprecher des Weißen Hauses zurück. Laut der "New York Times" begründet Sean Spicer seinen Rücktritt gegenüber Präsident Donald Trump mit dessen Entscheidung, Anthony Scaramucci zum Kommunikationsdirektor zu berufen. Spicer halte die Personalie für einen großen Fehler. Trump habe Spicer vergeblich gebeten, seinen Job fortzusetzen.
nytimes.comKommentieren ...

Springer verkauft Immobilien für 755 Mio Euro.


Springer-Enteignung: Der Springer-Neubau und die Axel-Springer-Passage wechseln in den Besitz von Immobilien-Investoren. 755 Mio Euro kommen so in die Kassen des Medienkonzerns – er wird zum Mieter im eigenen Reich. Der Neubau geht an den norwegischen Staatsfonds Norges Bank Real Estate Management. Die Passage wechselt in den Besitz von Blackstone und Quincap.

Der wieder flüssige Finanzvorstand Julian Deutz will den Geldsegen in digitale Geschäfte investieren. Die Passage gibt Springer Ende 2017 ab, bis Ende 2020 mietet es einen großen Teil der dortigen Fläche. Dann soll bereits der 13-geschossige Neubau brummen und u.a. die gemeinsame Redaktion von "Welt" und N24 beherbergen. Die Fertigstellung ist trotz Berliner Bautempo schon für 2019 geplant.
axelspringer.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Arvato-Chef Fernando Carro verlässt Bertelsmann.

Bertelsmann trennt sich "im besten gegenseitigen Einvernehmen und mit sofortiger Wirkung" von Fernando Carro, 52, Vorstandsmitglied und CEO der Dienstleistungssparte Arvato. Carros Position im Bertelsmann-Vorstand und als Arvato-CEO wird nicht neu besetzt. Arvato mit seinen über 70.000 Mitarbeitern geht gewissermaßen im Bertelsmann-Konzern auf.

Personalvorstand Immanuel Hermreck verantwortet die Arvato-Personalarbeit direkt. Zwei von Carros Bereichsverantwortlichen, Kundenmanagement-Chef Andreas Krohn und Lieferketten-Chef Frank Schirrmeister, berichten nun direkt an Bertelsmann-CEO Thomas Rabe. Die anderen beiden, Finanzlösungen-Chef Frank Kebsch und Systemhaus-Chef Matthias Moeller, arbeiten nun unter Bertelsmann-Finanzvorstand Bernd Hirsch.

Carro, intern "Turbo-Fernando", war 24 Jahre Bertelsmann-Mitarbeiter und hat als letzter Kandidat ab 2005 versucht, das einst wichtige Buchclub-Geschäft zu retten. Trotz einiger Erfolge beendete Bertelsmann das Engagement Ende 2015.
buchreport.de, manager-magazin.de, presseportal.deKommentieren ...

Erdogan legt wegen Jan Böhmermanns Gedicht Berufung ein.



Ganz oder gar nicht: Erdogan will auch die letzten sechs Zeilen des Gedichts von Satiriker Jan Böhmermann verbieten lassen und legt deshalb gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg Berufung ein, schreibt Spiegel Online. Das Gericht hat im Februar bereits die meisten Passagen für unzulässig erklärt. Auch Böhmermann geht gegen das Urteil in Berufung - er will das Gedicht, in dem er dem türkischen Präsidenten sadistische Züge unterstellt, komplett weiterverbreiten. Sein Anwalt Christian Schertz argumentiert, ein Kunstwerk lasse sich nicht in Einzelteile stückeln und teilweise verbieten.

Erdogans Anwalt Mustafa Kaplan sagt, das Gedicht sei eine Beleidigungsorgie, die nicht nur das Staatsoberhaupt, sondern auch das türkische Volk beleidigen solle. Beleidigungen mit sexuell anzüglichem Inhalt würden in der Türkei als "besonders schwerwiegend" empfunden.
spiegel.de, turi2.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Bertelsmann stockt den Anteil an Penguin Random House auf 75 % auf.


Mehr Pinguin wagen: Bertelsmann stockt seinen Anteil an Penguin Random House auf 75 % auf. Der Konzern aus Gütersloh kauft dem Partner Pearson 22 % ab, Pearson behält 25 %. Auf Basis der Bewertung ergibt sich ein Kaufpreis von rund 781 Mio Euro für die Aufstockung. Bertelsmann spricht von "äußerst vorteilhaften" Finanzierungskonditionen, hat also nicht, wie zuvor spekuliert, einen Mit-Investor ins Boot geholt.

Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Penguin Random House, der größte Publikumsverlag der Welt mit 250 Einzelverlagen und rund 15.000 Neuerscheinungen pro Jahr, entstand 2013 durch die Fusion von Random House und Penguin, den Verlagshäusern von Bertelsmann und Pearson.
dwdl.de, buchreport.de, presseportal.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Adel Gelbert wird Chef der Content-Marketing-Schmiede C3.


Neue Kommando-Struktur: C3 macht Adel Gelbert zum CEO. Gelbert kommt von der Beratungsagentur FischerAppelt Advisors. Die Gründer Lukas Kircher (oben rechts) und Rainer Burkhardt rücken auf Chairman-Posten. Burda gehört inzwischen 85 % an C3 und will es bei diesem Anteil belassen. Mit Gelbert bekommt C3 erstmals einen CEO.

Gelbert wird die Agentur mit Digitalchef Blundstone Osterberger und Gregor Vogelsang führen. Zur neuen Struktur gehört ein Beirat, in dem neben Kircher und Burkhardt die Burda-Vorstände Philipp Welte und Andreas Rittstieg sitzen. In die entgegengesetzte Richtung – von C3 zu FischerAppelt – wechselt Klaus Madzia: Der bisherige Chefredakteur wird Direktor für Digitalstrategie.
cp-monitor.de, horizont.net, fischerappelt.de (Madzia)

Aus dem Archiv von turi2.tv: C3-Chef Lukas Kircher fühlt sich mitschuldig am Niedergang der klassischen Medien.
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Bundestag beschließt Facebook-Gesetz.


Maas-Arbeit: Der Bundestag winkt das Gesetz gegen Hasskriminalität im Internet, offiziell Netzwerkdurchsetzungsgesetz, durch. Facebook, Twitter und Co müssen "offenkundig strafbare Inhalte" nun binnen 24 Stunden nach einem Hinweis darauf löschen, uneindeutige Fälle binnen sieben Tagen. Das Gesetz sieht auch einen "Zustellungsbevollmächtigten" in Deutschland vor, weil viele große Digitalunternehmen ihren Sitz im Ausland haben. Er soll binnen 48 Stunden reagieren. Wer systematisch gegen die Vorgaben verstößt, muss mit bis zu 50 Mio Euro Bußgeldern rechnen. Kritiker fürchten, dass das Gesetz die Meinungsfreiheit im Netz einschränken wird, weil es die Entscheidung, ob ein Beitrag rechtskonform ist oder nicht, auf die Unternehmen abwälzt, die sich aus Angst vor Strafen möglicherweise mit Overblocking absichern.
spiegel.de, turi2.de (Kritiker), turi2.de (Facebook)Kommentieren ...

VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner tritt zurück – geht in die Politik.


Kurzes Gastspiel: Stephan Holthoff-Pförtner, seit nicht mal einem Jahr Präsident des Zeitschriften-Verlegerverbandes VDZ, tritt von seinem Amt zurück und geht in die Politik. Der Funke-Miteigentümer wird in der schwarz-gelben Landesregierung von Nordrhein-Westfalen Minister für Europa und Medien. Damit nimmt ein Verlegerpräsident seinen Hut, dessen Wahl den mächtigen Verband seit Ende 2016 spaltet. Gruner + Jahr, Spiegel, Medweth und Zeit kritisieren das Procedere der Wahl und haben sich sich aus dem Verband weitgehend zurückgezogen.

Der VDZ muss nun einen neuen Präsidenten finden. Die richtige Person könnte dafür sorgen, dass die Rebellen um Gruner + Jahr zurückkehren. Offiziell ausgetreten sind die Abtrünnigen noch nicht. Georg Altrogge glaubt, dass Funke-Chef Manfred Braun das politische Netzwerk fehlt und hält Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen für einen geeigneten Kandidaten. Als "interessante Variante" bezeichnet er Julia Jäkel.
horizont.net, meedia.de, meedia.de (Altrogge) turi2.tv (5-Min-Interview mit Holthoff-Pförtner)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Video-Interview zum Antritt von Stephan Holthoff-Pförtner als VDZ-Präsident. (November 2016)

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Die EU-Komission verdonnert Google zur Rekordstrafe von 2,42 Mrd Euro.


Stirb, Sparschwein: Google muss die Rekord-Wettbewerbsstrafe von 2,42 Mrd Euro zahlen. Die EU-Kommission verhängt das Bußgeld, weil die Suchmaschine die Ergebnisse bei der Produktsuche zum ihrem Vorteil anpasse und eigene Anzeigen bevorzuge. Es ist die höchste Strafe, die die Kommission je gegen ein einzelnes Unternehmen verhängt hat. Die Kontrolleure ermitteln seit fast sieben Jahren gegen den Konzern. Wenn Google die Suchergebnisse nicht binnen 90 Tagen anpasst, will die Kommission ein Zwangsgeld verhängen, das bis zu 5 % des Alphabet-Tagesumsatzes beträgt.

Ein Sprecher von Google sagt nach der Verkündung der Strafe: "Wir werden uns die Entscheidung der Kommission im Detail anschauen und erwägen Einspruch zu erheben und werden unsere Sicht der Dinge darlegen." Der Konzern hält die Argumentation der Kommission für falsch, weil sie Amazon und Ebay nicht berücksichtige. Die Wettbewerbshüter vertreten allerdings die Meinung, Händlerplattformen und Vergleichsdienste seien unterschiedliche Märkte.
welt.de, theverge.com, manager-magazin.de, faz.net (Reaktion Google)Kommentieren ...

"NZZ" plant E-Paper-Ausgabe für Deutschland noch vor der Bundestagswahl.

Expedition Nord: Die "Neue Zürcher Zeitung" nimmt Deutschland ins Visier und plant eine E-Paper-Ausgabe speziell für den "großen Kanton im Norden", berichtet der "SonntagsBlick". Die elektronische Ausgabe für Deutschland solle aussehen wie das Original, jedoch ohne Schweizer Inhalte. Probeversionen würden intern bereits "herumgeistern", der Personalbestand sei aufgestockt worden. Ein Starttermin ist noch nicht bekannt, soll aber vor der Bundestagswahl im September sein.

Chefredakteur Eric Gujer verschickt bereits seit April einen wöchentlichen Politik-Newsletter für Deutschland. Zuletzt waren die Bemühungen der Zeitung, in Österreich mit dem Bezahlangebot NZZ.at Fuß zu fassen, gescheitert. Die gedruckte Auslands-Auflage der "NZZ" liegt laut Mediadaten bei rund 8.600 Exemplaren. Wie viele davon nach Deutschland gehen, sagt der Verlag nicht.
"SonntagsBlick" via persoenlich.com, handelszeitung.ch, turi2.de (Background Newsletter)Kommentieren ...

Stefan Raab produziert die Erfinder-Show "Das Ding des Jahres" für ProSieben.


Auszeit von der Auszeit: Entertainer Stefan Raab unterbricht seinen TV-Ruhestand und kehrt mit einer Show zu seinem früheren Haussender ProSieben zurück. Er tritt allerdings nicht als Moderator, sondern als Entwickler und Produzent der Show auf, die in der Fernseh-Saison 2017/2018 laufen soll. In "Das Ding des Jahres" zeigen Tüftler ihre Ideen für Produkte, die Zuschauer wählen einen Gewinner und ProSieben spendiert eine Werbekampagne. Auf der Seite das-ding-des-jahres.de können sich bereits Kandidaten für die Show bewerben.

Stefan Raab hatte vor genau zwei Jahren seinen Abschied aus dem TV angekündigt. Zum Ende 2015 beendete er alle Aktivitäten, bei denen er als Entertainer vor der Kamera stand und trat nur noch vereinzelt und privat in der Öffentlichkeit auf.
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Amazon eröffnet seinen Online-Kiosk Amazon Newsstand in Deutschland.


Büdchen im Netz: Amazon bringt seinen digitalen Kiosk Amazon Newsstand noch diesen Monat nach Deutschland, erfährt DNV Online von mehreren Verlagen und Dienstleistern. Im Sortiment soll es Einzelhefte und Abos geben – von wie vielen Titeln ist noch nicht bekannt. In den Filialen in den USA und Großbritannien liegen bereits die "Süddeutsche", das "Handelsblatt" und die "Wirtschaftswoche" im virtuellen Regal. Einige Verlage sehen das Angebot mit Bauchschmerzen, weil dort verkaufte Exemplare (noch) nicht in die IVW-Statistik zählen.

Amazon verteilt außerdem viele Freiexemplare. In den USA beginnt ein Magazin-Abo mit 30 Gratis-Tagen, ein Zeitungs-Abo mit 14 Tagen für lau. Ein solches Angebot könnte verlagseigene Konditionen schlecht erscheinen lassen – sofern der Verlag nichts kostenlos anbietet. Mittelfristig soll sich die Auslage im Amazon-Kiosk lohnen, schreibt DNV Online. Die "Financial Times" berichte von signifikanten und stabilen Abo-Zahlen. (Foto: Ian Ehm für die turi2 edition1)
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Tom Drechsler wird der neue, starke Auto-Chef der "Bild"-Gruppe.


Vorfahrt für Drechsler: Springer parkt die komplette Auto-Berichterstattung der "Bild"-Gruppe in einem "Kompetenzcenter Auto" – mit Chefredakteur Tom Drechsler, 52 (links), am Lenkrad. Drechsler steuert die benzingeschwängerten Themen markenübergreifend mit 180 Mitarbeitern auf der Rückbank. Drechsler ist momentan noch Beifahrer Stellvertreter von "Bild am Sonntag"-Chefredakteurin Marion Horn. "Auto Bild"-Chefredakteur Bernd Wieland (rechts) bleibt als Chefredakteur Neue Formate an Bord.

Dem neuen Kompetenzcenter – und damit Chefredakteur Drechsler – unterstehen die "Auto Bild"-Titel, die Autoressorts bei "Bild", "Bild am Sonntag" und "B.Z." gedruckt und digital. Drechsler wird damit zu einer Art Super-Chefredakteur ähnlich wie Julian Reichelt, der seit Februar Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktionen ist. Wieland muss sich künftig unterordnen: Er behält die Chefredaktion von "Auto Bild Klassik" und darf sich neue Titel und Projekte ausdenken. Das Kompetenzcenter ist in Hamburg angesiedelt, 292 Auto-Kilometer von der Berliner Konzernzentrale entfernt.
axelspringer.de, kress.de4 Kommentare

Früherer Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker wird Chef-Lobbyist bei Burda.


Standleitung nach Berlin: Burda rüstet politisch auf und verpflichtet Olaf Glaeseker, 56, als Chef-Lobbyisten. Der frühere Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff soll vom Dienstsitz München aus die Drähte nach Brüssel und Berlin glühen lassen, erfährt Bülend Ürük. Burda bestätigt den Top-Transfer. Seine Stelle wird neu geschaffen – offenbar verspürt Burda erhöhten Bedarf, Offenburger Interessen in der Politik zu platzieren.

Glaeseker war bereits Wulff-Sprecher zu dessen Zeiten als Ministerpräsident von Niedersachsen. Der gebürtige Oldenburger hat also besten Zugang zur CDU und zur mächtigen Hannover-Connection. 2014 endete ein Korruptionsprozess gegen ihn gegen 25.000 Euro Geldauflage. Derzeit lobbyiert Glaeseker noch für den Modehändler New Yorker, der in Braunschweig sitzt. (Foto: Peter Steffen / dpa / Picture Alliance)
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Champions League zieht ins Pay-TV – Sky und Dazn übertragen.


Königsklasse zum fürstlichen Preis: Der Sender Sky und die Streaming-Plattform Dazn sichern sich die Rechte für die Übertragung der Champions League. Fußballfans bekommen ab der Saison 2018/19 keine Live-Spiele mehr im frei empfangbaren Fernsehen, das ZDF unterliegt im Poker um die Rechte. Der Vertrag gilt für zwei drei Spielzeiten.

Sky wird die Spiele im Fernsehen und auf seinen Mobil-Plattformen verbreiten. Mit Sublizenz streamt Dazn, ein Teil der Perform Group. Wer wann genau was überträgt, wollen die Unternehmen später mitteilen. Besonders bitter ist der Deal für das ZDF: In der zurückliegenden Saison sahen im Schnitt 7 Mio Zuschauer die Übertragungen – darunter auch viele Jüngere, die das ZDF sonst nur aus Erzählungen ihrer Großeltern kennen. Intendant Thomas Bellut wirft ein, das ZDF sei trotzdem "wettbewerbsstark".
presseportal.de, dwdl.de, presseportal.de (Statement Bellut), dwdl.de (Analyse)7 Kommentare

"Spiegel" startet Lifestyle-Beilage "S-Magazin".


Erhabenes von der Ericusspitze: Der "Spiegel" lässt sich von Print-Rückschlägen nicht entmutigen und probiert es mit der Beilage "S-Magazin". Ab 23. September sollen die Lifestyle-Seiten viermal im Jahr dem "Spiegel" beiliegen. Dadurch kommt das "S-Magazin" auf eine Auflage von 820.000. Der Neustart ist eine Attacke auf das ebenfalls in Hamburg in Berlin angesiedelte "Zeit-Magazin" – mit Ideen von früheren Gruner + Jahr-Köpfen.

Die neue Stilzeitschrift soll sich mit Mode, Design und Genuss beschäftigen – hochwertige Anzeigenumfelder also. Sie erscheint im Tabloid-Format. Die frühere G+J-Journalistin Bianca Lang-Bognár vom Redaktionsbüro brookmedia und Andreas Möller haben es entwickelt. Der Ex-"Stern"-Artdirector Johannes Erler gestaltet das Magazin. (Foto: McPHOTO / Picture Alliance, Montage: turi2)
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Hörfunkrat wählt Stefan Raue zum Deutschlandradio-Intendanten.

Raue Zeiten brechen an: Stefan Raue, 58, führt künftig das Deutschlandradio. Der Hörfunkrat hat den bisherigen Chefredakteur des MDR mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit zum Nachfolger von Willi Steul, 66, gewählt. Stefan Raue war der einzige Kandidat, der zur Wahl stand. Der Verwaltungsrat hatte ihn zuvor aus den vier Vorschlägen einer Findungskommission ausgewählt, die zudem noch Andreas-Peter Weber (Deutschlandradio-Programmdirektor), Eckart Gaddum (Chef Neue Medien beim ZDF) und Martin Hoffmann (Intendant der Berliner Philharmoniker) auf dem Zettel hatte. Das entsprechende Verfahren, das keine öffentliche Ausschreibung vorsieht, sorgte im Vorfeld für Kritik.

Die Amtszeit von Willi Steul hätte regulär noch bis März 2019 gedauert. Ende 2016 hat Willi Steul jedoch erklärt, sich bereits Mitte 2017 zurückzuziehen. Stefan Raue ist seit 2011 Chefredakteur des MDR. Zuvor war er unter anderem bei der Deutschen Welle und viele Jahre beim ZDF beschäftigt, wo er auch stellvertretender Leiter der "heute"-Redaktion war. (Foto: dpa / Picture Alliance)
faz.net, spiegel.de, turi2.de (Background Steul), welt.de (Background Wahlverfahren)Kommentieren ...

Nils Oberschelp wird Chef von Motor Presse, Volker Breid geht.


Vertriebsmotor: Gruner + Jahr und die Gründerfamilien machen Nils Oberschelp (rechts) zum Chef des Fachverlags Motor Presse Stuttgart. Der bisherige Leiter des DPV Deutscher Pressevertrieb folgt auf Volker Breid, der aus familiären Gründen zurücktritt. Bei DPV rückt Marco Graffitti für Oberschelp an die Seite der beiden anderen Geschäftsführer Christina Dohmann und Michael Rathje.

Breid soll G+J-Chefin Julia Jäkel weiter beraten, widmet sich aber laut einer Mitteilung "neuen beruflichen Aufgaben". Er führt das Mutterhaus von Auto Motor und Sport seit fünf Jahren und begann seine G+J-Karriere 1994. Oberschelp steht seit vier Jahren an der Spitze des DPV und war zuvor Verlagsleiter mehrerer G+J-Titel. Sein Nachfolger Graffitti ist seit 2008 in führenden Positionen Vertriebler bei G+J, unter anderem für die Wirtschaftspresse, "Stern" und "Neon".
presseportal.de (Motor Presse), presseportal.de (DPV)2 Kommentare