"taz" ernennt Andreas Marggraf zum Geschäftsführer.


Generationswechsel: Die "taz" findet in Andreas Marggraf, 49, einen Nachfolger für Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch, der Ende 2019 in den Ruhestand geht. Ab Februar leiten Marggraf, Ruch und Andreas Bull den Verlag der links-alternativen Zeitung gemeinsam. Marggraf kommt von Ärzte ohne Grenzen, wo er zuletzt als Finanzchef in der Zentrale in den Niederlanden gewirkt hat. Zuvor war er bereits in gleicher Funktion in der deutschen Sektion tätig.

Bei der "taz" ist Marggraf ein alter Bekannter: Von 1998 bis 2007 führte er die Geschäfte der "taz Nord" und war damals maßgeblich an der Neuausrichtung der Ausgabe beteiligt. "Ich freue mich sehr, zur 'taz' zurückzukehren und gemeinsam mit allen Mitarbeitenden an der digitalen Zukunftsfähigkeit dieser wunderbaren Zeitung zu arbeiten", lässt sich Marggraf im "Hausblog" auf taz.de zitieren. (Foto: Christian Mang)
blogs.taz.de, turi2.de (5-Min-Interview, 9/2017)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet. (9/2017)

Bauer stellt Frauenzeitschrift "Maxi" ein.

Maxi-mal schade: Bauer beerdigt die Zeitschrift "Maxi" nach 20 Jahren. Ihre Auflage sank in diesem Zeitraum von 330.000 auf zuletzt noch 120.000 Exemplare – ein Relaunch-Versuch fruchtete nicht. Von dem Aus sind "eine Handvoll Mitarbeiter" betroffen, für die der Verlag jetzt neue Jobs im Haus sucht.

Die derzeit erhältliche Ausgabe 1/2019 ist das letzte Heft des Monatsmagazins. Online ist "Maxi" Teil der übergeordneten Bauer-Marke wunderweib.de. Verlagsgeschäftsführer Robert Sandmann sagt, Bauer habe in den vergangenen Monaten versucht, "mit dem Titel an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen", es aber nicht geschafft. "Maxi" hat sowohl im Vertrieb wie auch im Anzeigengeschäft nicht mehr genug eingebracht.
per Mail

Aus dem Archiv von turi2.tv: Die damalige "Maxi"-Chefin Anja Delastik erzählt im Sommer vom Relaunch des Blatts.

Springer testet ab 2019 das Wochenmagazin "Bild Politik".

Stern macht "Spiegel" und "Focus" Konkurrenz: Selma Stern hat den Anstoß gegeben und setzt "Bild Politik" gemeinsam mit Nikolaus Blome um.

Den Spiegel im Focus? Springer testet ab Frühjahr 2019 ein gedrucktes, politisches Wochenmagazin. "Bild Politik" ist eine Idee von Vorstandsreferentin Selma Stern, die die Zeitschrift mit Politikchef Nikolaus Blome startet. Seine etwa 40-köpfige Politik-Redaktion bestückt das Blatt. Umfang, Auflage und Preis sind noch offen – aber das redaktionelle Konzept steht. Laut Ulrike Simon wird Springer das Heft zuerst in der Region Hamburg/Lübeck an den Kiosk legen.

"Bild Politik" verzichtet auf klassische Ressorts und teilt Themen in die drei Kategorien Ärger, Neugier, Freude ein. Dies zeigt: Das Magazin setzt "Bild"-typisch auf Bauch und Herz oder wie Blome sagt: "Wir nehmen Fakten und Gefühle ernst." Blome ist dies wichtig, weil aus Gefühlen schnell Fakten würden – ein Tribut an die polarisierte, zerrissene Gesellschaft. "Bild Politik" soll im Lesermarkt auch Menschen ansprechen, die von politische Magazinen gerade nicht erreicht werden.

Ideengeberin Selma Stern kündigt ein Magazin an, das "maximal verdichtet", was in der Woche passiert, "maximal transparent" Meinung und Fakten kennzeichnet und "maximal nah am Leser" ist. Für die Print-Form setzt sie sich ein wegen der besseren Haptik, Kuratierung und der Abgeschlossenheit. Stern arbeitet selbst redaktionell mit als waschechte Quereinsteigerin – die frühere Unternehmensberaterin war bislang nur Praktikantin bei "Bild" und "Zeit".
turi2 vor Ort bei Springer-PK in Berlin, axelspringer.com, horizont.net

Marco Fenske wird RND-Chefredakteur, Wolfgang Büchner bleibt Geschäftsführer.


Nächste Liga: Marco Fenske, 34, steigt bei Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland zum Chefredakteur auf. Bisher ist er als Sportchef des Netzwerks bereits Vize-Chef des RND. Fenske übernimmt von Wolfgang Büchner, 52, der Geschäftsführer bleibt, sich aber aus dem journalistischen Tagesgeschäft zurückzieht. Er firmiert künftig als Entwicklungs-Chefredakteur. Büchner soll sich in der neuen Position um den digitalen Umbau bei Madsack kümmern und neue Digital-Angebote wie die Nachrichten-Plattform RND.de entwickeln.

Uwe Dulias, 62, bisher Entwicklungs-Chefredakteur, will Ende 2019 in den Ruhestand gehen, teilt Madsack mit. Dulias ist Gründungsgeschäftsführer des RND, das heute nach eigenen Angaben mehr als 50 Partnerzeitungen mit über 2 Mio Auflage mit Inhalten versorgt. "Madsack ist Uwe Dulias zu größtem Dank verpflichtet", richtet Konzernchef Thomas Düffert per Pressemitteilung aus und freut sich, "den personellen Übergang" bei RND und Entwicklungs-Chefredaktion "so weitsichtig und zukunftsgerichtet einleiten zu können".
madsack.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Marco Fenske baut mit dem Sportbuzzer dem Regional-Fußball die große Bühne.

"Spiegel" startet Ableger "Spiegel Coaching" – die gedruckte Version eines SpOn-Newsletters.


In der Coaching-Zone: Der "Spiegel" will beim Umsetzen guter Vorsätze helfen und legt am 3. Januar "Spiegel Coaching" an den Kiosk. Das Heft will den Lesern einen "Leitfaden an die Hand" geben, "um schrittweise gesünder, gelassener und glücklicher zu leben", sagt Susanne Weingarten, Ressortleiterin Sonderthemen, in der Verlagsmitteilung. Das Magazin bringt sechs Trainingsprogramme zur Selbstoptimierung. Dabei geht es u.a. um Intervallfasten, Bewegung im Alltag, den Umgang mit Gefühlen und Streit in der Partnerschaft.

Das Coaching-Heft ist die umfangreiche Zweitverwertung eines Spiegel-Online-Newsletters. Die Coachings sind in diesem Rahmen mit der Psychologin Anne Otto entstanden. Die Tipps werden durch Texte aus "Spiegel Wissen" zu den jeweiligen Themen ergänzt und mit frischen Fotos und Illustrationen bebildert. Das Heft umfasst 224 Seiten aus unterschiedlichen Papiersorten und erscheint mit 45.000 Auflage zum Preis von 12,95 Euro.
spiegelgruppe.de

Markus Wolff wird "Geo"-Reiseleiter, Lars Nielsen geht.


Expedition Neustart: Markus Wolff übernimmt die Leitung von "Geo Saison" und "Geo Special". Chefredakteur Lars Nielsen geht nach zehn Jahren an der Spitze – und verlässt Gruner + Jahr ganz, laut Verlag "in bestem gegenseitigen Einvernehmen". Wolff nennt sich künftig Redaktionsleiter, "Geo"-Chefredakteur Christoph Kucklick wird an seiner Seite Herausgeber der Reisemagazine.

Mit Wolff übernimmt ein langjähriger Reporter und Miterfinder der Zeitschrift "Walden". Er ist seit 2002 bei Gruner + Jahr. Die Chefetage erhofft sich von ihm wohl weitere Magazin-Innovationen, die das große "Geo"-Reich noch ein bisschen bunter machen. Produktchef Stephan Schäfer freut sich, dass Wolff die "starken Reisemarken in die Zukunft führen wird" – aber wohin sollte er sie auch sonst führen?
guj.de

Spiegel-TV-Geschäftsführer Dirk Pommer geht nach 25 Jahren.

Spiegel TV: Geschäftsführer Dirk Pommer verlässt die Produktionsfirma Ende 2018 nach zwölf Jahren an der Spitze - "im besten gegenseitigen Einvernehmen". Er arbeitet seit 25 Jahren für Spiegel TV. Seinen Nachfolger will der Verlag in Kürze bekanntgeben. Goetz Hoefer, seit 2016 Co-Geschäftsführer, bleibt im Amt. Im Februar hatte bereits Geschäftsführer Jesper Doub seinen Posten bei Spiegel TV, im Mai den Spiegel-Verlag komplett in Richtung Facebook verlassen.
spiegelgruppe.de, turi2.de (Background Doub)

Chefredakteur Christian Krug verlässt den "stern", wird Chefredakteur neue Geschäftsfelder.

Auf zu neuen Sternen? "stern"-Chefredakteur Christian Krug verlässt seinen Posten nach knapp viereinhalb Jahren. Er wird bei Gruner + Jahr ab Januar 2019 Chefredakteur für Neue Geschäftsfelder. Zwischen der "stern"-Redaktion und Krug sei das Verhältnis zuletzt schwierig bis zerrüttet gewesen, schreibt Meedia. Auch die Auflage erreichte mehrfach historische Tiefstände.



Nun sollen es andere richten: Beim "stern" folgen Krug als Doppelspitze stern.de-Chefin Anna-Beeke Gretemeier (rechts im Bild) und Florian Gless (Mitte), seit April 2018 Co-Publisher der G+J-Community of Interest Wissen. Auch Kommunikationschef Frank Thomsen (links) bekommt einen Zusatzjob: Er ist als Publisher künftig auch für alle News- und Wissens-Marken des Verlags verantwortlich.

Christian Krug bekommt von G+J-Chefin Julia Jäkel warme Worte für "seine hervorragende Arbeit und sein großes Engagement". In seiner neuen Position soll Krug für Gruner + Jahr weitere inhaltliche Geschäfte entdecken, entwickeln und fördern.
meedia.de, presseportal.de, turi2.de (Thomsen)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Mit dem Skandal umgehen": "stern"-Chef Christian Krug über die Lehren aus den "Hitler-Tagebüchern". (9/2018)

Chefredakteur Arnd Festerling verlässt die "Frankfurter Rundschau".


Ippen & out: Die "Frankfurter Rundschau" verliert Chefredakteur Arnd Festerling Mitte 2019. Er verlasse die Redaktion auf eigenen Wunsch, "um noch mal etwas anderes auszuprobieren", teilt die Mediengruppe Frankfurt mit. Festerling arbeitet seit 1990 für die Zeitung, die seit wenigen Monaten zur Zeitungsholding Hessen gehört – die wiederum mehrheitlich in der Hand von Regionalverlags-Fürst Dirk Ippen ist.

Festerling bildet seit 2014 gemeinsam mit Bascha Mika eine Doppelspitze. Zur Chefredaktion gehört auch Michael Bayer fürs Digitale. "FR"-Geschäftsführer Max Rempel sagt, er habe Festerling "trotz intensiver Gespräche" nicht umstimmen können. Rempel ist zugleich Co-Chefredakteur der "Frankfurter Neuen Presse", die wie die "FR" zur Zeitungsholding Hessen gehört. An ihr hält die Familie Rempel einen Anteil über das Mittelhessische Druck- und Verlagshaus. (Foto: Frank Rumpenhorst / dpa / Picture Alliance)
mediengruppe-frankfurt.de

Wired.de beendet den Redaktionsbetrieb.


Entkabelt: Condé Nast zieht bei seinem deutschsprachigen Tech-Portal Wired.de zum Jahresende den Stecker. Das teilt der Verlag mit und begründet, er wolle sich auf "die großen, globalen Luxus- & Lifestyle-Medien-Marken" konzentrieren. Redaktionsleiter Wolfgang Kerler verlässt Condé Nast nach gerade Mal rund einem halben Jahr wieder. Die beiden anderen Redaktionsmitglieder sollen neue Aufgaben bei Condé Nast erhalten.

Anfang 2018 hatte der Verlag – zunächst vorläufig – die deutsche Printausgabe eingestellt und dem Portal eine Neuausrichtung verordnet. Dafür kam auch Wolfgang Kerler an Bord. Nun teilt Condé Nast mit, er habe gezeigt, dass Wired auch als reine Digitalmarke Potential am deutschen Markt Potential habe. Der Verlag entschied sich dennoch, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.
condenast.de, turi2.de (background Kerler), turi2.de (Background Print-Magazin)

"Zeit" verzahnt Print und Online – neuer Berliner Standort gesucht.


Wird auch Zeit: Die "Zeit" will ab 2019 Print und online enger verzahnen. Giovanni di Lorenzo wird Vorsitzender aller Chefredaktionen der Verlagsgruppe und soll laut Pressemeldung "koordinierend tätig sein". Jochen Wegner, bisher Chefredakteur von Zeit Online, wird außerdem Mitglied der "Zeit"-Chefredaktion. Für die Berliner Redaktionen sucht der Verlag einen gemeinsamen Standort in der Hauptstadt. Hauptsitz der Verlagsgruppe bleibt Hamburg.

Die Printausgabe bekommt ein neues Ressort namens "Streit". Es soll Themen aus allen anderen Ressorts aufgreifen, die Community-Redaktion von Zeit Online arbeitet daran mit und die Redaktion flankiert das Ressort mit Veranstaltungen. Die Ressorts Chancen und Wissen verschmelzen in einem Bildungsressort, das Andreas Sentker und Manuel Hartung leiten. Das Format der "Zeit" rührt die Redaktion bis auf Weiteres nicht an, sagt di Lorenzo.
zeit-verlagesgruppe.de

"Spiegel" holt Stefan Weigel als Nachrichtenchef von der "Rheinischen Post".

Spiegel und Spiegel Online besetzen die zweite Führungsriege unter der neuen Chefredaktion um Steffen Klusmann und verpflichten Stefan Weigel, stellvertretender Chefredakteur der "Rheinischen Post", als Nachrichtenchef für ihre gemeinsame Redaktion. Susanne Amann, bislang Ressortleiterin Wirtschaft beim gedruckten "Spiegel", sowie Birger Menke, Geschäftsführender Redakteur bei Spiegel Online, sollen als "Managing Editors" die Fusion der beiden Redaktionen leiten. Hinzu kommen vier "Blattmacher" – für Print Matthias Geyer und Juliane von Mittelstaedt sowie für die digitalen Angebote Thorsten Dörting und Oliver Trenkamp.
horizont.net, turi2.de (Background)

Klusmann-Nachfolger: Sven Oliver Clausen und Martin Noé werden Chefredakteure des "manager magazins".


Doppelspitze: Sven Oliver Clausen und Martin Noé teilen sich künftig den Job des Chefredakteurs beim "manager magazin". Sie folgen auf Steffen Klusmann, der an die Spitze des "Spiegels" wechselt. Beide sind bereits Vize-Chefs und kennen das "mm" aus dem Effeff. Sie sollen "die erfolgreiche Arbeit fortsetzen und die Print-Ausgabe sowie die digitalen Angebote konsequent weiterentwickeln", gibt Geschäftsführer Thomas Hass den beiden Journalisten per Pressemitteilung mit auf den Weg.

Clausen ist seit 2014 an Bord und hat unter seinem Ex-Chef Klusmann schon bei der "FTD" gewirkt, aktuell verantwortet er manager-magazin.de. Noé ist schon seit 2004 beim Wirtschafts-Magazin. Er hat beim "Mannheimer Morgen" das Handwerk gelernt und war beim "Handelsblatt" als Ressortleiter tätig.
spiegelgruppe.de

Anke Schäferkordt verlässt RTL.


Vom Sender: Anke Schäferkordt, 55, verlässt Bertelsmann zum Jahresende nach 30 Jahren - "im besten gegenseitigen Einvernehmen". Vox-Chef Bernd Reichart übernimmt ihren Job als CEO der Mediengruppe RTL Deutschland. Sie war 27 Jahre bei RTL, 13 Jahre davon als CEO der RTL Mediengruppe. Ihre Verträge wären regulär erst Ende 2019 ausgelaufen.

Bereits 2017 hat Anke Schäferkordt die Führung der internationalen RTL Group an Bert Habets abgegeben. Sie scheidet nun auch aus dem Bertelsmann-Vorstand aus.
dwdl.de, new-business.de, presseportal.de

dpa baut ihren spanischsprachigen Auslandsdienst um und streicht Stellen.

Umbau im Ausland: dpa strukturiert ihren spanischsprachigen Auslandsdienst um und will künftig verstärkt auf Audio- und Videoformate setzen statt auf Textmeldungen. Es werde weiterhin einen spanischsprachigen Dienst geben, sagte Jens Petersen, Leiter der dpa-Konzernkommunikation: "Die Versorgung ist sichergestellt." Allerdings werde man durch den Umbau etwa 40 der aktuell 50 Stellen streichen müssen, die Kürzung betrifft v.a. Stellen "reiner Textreporter". Die Büros in Buenos Aires, Rio de Janeiro, Bogotá, Mexico-Stadt, Havanna und Madrid werden zu Korrespondentenplätzen.

Nicht betroffen von ähnlichen Plänen sind die weiteren Auslandsdienste der dpa (Englisch und Arabisch). Grund für den Umbau und die Stellenkürzungen beim spanischsprachigen Dienst sei vor allem die schwierige Marktsituation im lateinamerikanischen Raum. Der spanischsprachige Dienst liefert seit 50 Jahren Nachrichten an mehr als 200 Kunden aus 20 Ländern.
turi2 - eigene Infos, dpa.com

ARD stellt die "Lindenstraße" ein.


Bye Bye Beimer: Die ARD setzt nach 34 Jahren ihren Dauerläufer "Lindenstraße" ab. Im März 2020 soll die letzte Folge der Kult-Serie über den Sender flimmern. Die Fernsehprogrammkonferenz des Senders verlängert den Vertrag mit der Firma des Serien-Erfinders Hans W. Geißendörfer nicht. Als Grund für das Aus nennt Programmdirektor Volker Herres das sinkende Interesse der Zuschauer. Zudem seien die Sparzwänge des Senders und die Kosten für die "hochwertige Serie" nicht vereinbar.

Die erste Folge der "Lindenstraße" lief am 8. Dezember 1985 in der ARD und entwickelte sich schnell zum Quoten-Garanten, viele Ausgaben schalteten mehr als 10 Mio Zuschauer ein, selbst in den 1990er Jahren gab es noch Marktanteile von mehr als 30 %. Inzwischen liegt der durchschnittliche Marktanteil der Serie bei unter 10 %, etwas mehr als 2 Mio Fans schalten regelmäßig ein.
spiegel.de, haz.de, dwdl.de

Funke verkauft Teil seines Österreich-Geschäfts an Karstadt-Besitzer René Benko.


Marke kauft Medien: Immobilien- und Handelsmogul René Benko kauft Funke 49% seines Österreich-Geschäfts ab – und steigt damit bei "Krone" und Kurier" ein. Die Signa Holding des Karstadt-Eigentümers wird Mitbesitzer der WAZ Ausland Holding, in der Funke jeweils rund 50% an den beiden Zeitungstiteln hält. Funke sieht in Signa einen starken Partner für die Digitalisierung, Signa verspricht sich durch das erste Investment im Medienbereich mehr Nähe zu den Kunden.

Funke lobt Signa als "starken Partner für unsere verlegerischen Aktivitäten in Österreich". Kapitalkraft und Knowhow sollen vor allem der "konsequenten Digitalisierung" dienen. Signa gehören zahlreiche Immobilien und Handelsunternehmen, darunter Online-Shops. Benko fusioniert in Deutschland gerade Karstadt und Kaufhof. Dem Einstieg in Funkes Österreich-Geschäft müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Funke hat in Österreich immer wieder Streit mit der "Krone"-Verlegerfamilie Dichand. (Fotos: Hans Klaus Techt, Chromorange; Montage: turi2)
funkemedien.de, derstandard.at

Springer stellt "Fussball Bild" ein.


Abpfiff: Springer stellt seine "Fußball Bild" zum Jahresende ein, meldet "Horizont". Die Mitarbeiter seien heute informiert worden. Springer hatte die tägliche Fußball-Zeitung 2016 zunächst in und um Stuttgart und München getestet. Seit Anfang 2017 erscheint sie bundesweit, zunächst für 1 Euro, mittlerweile für 1,50 Euro. Für die Inhalte der "Fussball Bild" greift Springer zu großen Teilen auf Beiträge aus den Regionalausgaben der "Bild" zurück. Die Produktionskosten fallen dadurch vergleichsweise geringen aus.

Da die verkaufte Auflage unter den Erwartungen blieb, zieht Springer nun dennoch den Stecker. Heute titelte die Zeitung noch "Hoeneß spricht von Rückzug" - nun bleibt der Bayernboss vermutlich doch länger als die "Fussball Bild".
horizont.net, turi2.de (Background)

Top-Clubs planen "Superliga" – Bayern München prüfte Bundesliga-Ausstieg, belegen neue "Football Leaks".

Bayern München und andere Spitzen-Fußballvereine spielen mit dem Gedanken einer European Super League, berichten "Spiegel" und NDR nach Auswertung eines neuen Football Leaks. Die Pläne sind schon älter, doch gerade wieder aktuell geworden. Eine "bindende Absichtserklärung" soll demnach im November 2018 unterzeichnet werden, die Liga könnte 2021 starten. Bereits 2016 ließen die Bayern rechtlich prüfen, ob ein Ausstieg aus der Bundesliga und aus der Uefa möglich wäre. Der Bundesliga-Ausstieg ist offenbar fern, die Champions League würde bei Gründung einer Superliga enden.

Für die European Super League werden als Gründungsmitglieder neben den Bayern genannt: Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United, Juventus Turin, FC Chelsea, FC Arsenal, Paris Saint-Germain, Manchester City, FC Liverpool und AC Mailand. Zu den fünf anfänglichen Gästen der Liga zählen neben Borussia Dortmund auch Atlético Madrid, Olympique Marseille, Inter Mailand und AS Rom. Im Rahmen der Football-Leaks-Recherchen haben 80 Journalisten rund 70 Mio Dokumente aus dem Spitzenfußball durchforstet.

Die Rechercheure, zusammengeschlossen im Rechercheverbund EIC, finden belastende Belege für schwerwiegende Mauscheleien hinter den Kulissen. Oberster Mauschler soll demnach Fifa-Chef Gianni Infantino sein: Die Football Leaks enthalten Dokumente über geheime Absprachen mit den Chefs von Manchester City und Paris Saint-Germain – die beiden Clubs im Besitz stinkreicher Scheichs bekamen dank Infantinos Einwirken empfindliche Strafen erlassen. Zudem soll sich Infantino für das Aufweichen des Fifa-Ethikkodex eingesetzt haben.
presseportal.de, spiegel.de (Paid), ndr.de, spiegel.de (Übersicht aller Artikel), sportschau.de (Übersicht)

Handelsblatt-Gruppe: Ingo Rieper geht, Miriam Meckel konzentriert sich auf Ada.

Handelsblatt Media Group: Miriam Meckel gibt zum Jahreswechsel den Posten als Herausgeberin der "Wirtschaftswoche" ab, um sich voll und ganz auf Ada zu konzentrieren, ihre neue Marke für digitale Weiterbildung. Finanzchef Ingo Rieper verlässt das Unternehmen "auf eigenen Wunsch", sein Nachfolger Oliver Voigt kommt von der Mediengruppe Österreich der Fellners. Rieper kam 2014 von Ströer. Miriam Meckel, Sven Afhüppe und Beat Balzli rücken als "assoziierte Mitglieder" in die Geschäftsführung der Gruppe auf - "ohne Organfunktionen", damit ihre publizistische Unabhängigkeit gewahrt bleibt.
dwdl.de, wuv.de

"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer geht Ende März 2019, bleibt bis dahin Autor.


Spiegel: Chefredakteur Klaus Brinkbäumer verlässt den "Spiegel" Ende März 2019. Nach "intensiven Beratungen" hätten sich der Verlag und Brinkbäumer laut Pressemitteilung "einvernehmlich auf eine Beendigung des Vertragsverhältnisses" geeinigt. Bis dahin bleibe Brinkbäumer dem "Spiegel" als Autor verbunden. Brinkbäumer selbst twittert eine Zeichnung des Cartoonisten Til Mette, auf der er kopflos vor einem Spiegel steht. Ob er er ohne "Spiegel" wirklich kopflos sein werde, "das allerdings wollen wir doch mal sehen", schreibt er und verabschiedet sich nach New York.

Der Verlag gibt dem geschassten Brinkbäumer warme Worte mit auf den Weg: Er habe den "Spiegel" durch seine Arbeit in Krisengebieten, an zahlreichen Titelgeschichten und durch preisgekrönte Reportagen "geprägt". Ihm zu verdanken, dass der "Spiegel" optisch erneuert und das Investigativ-Netzwerk EIC gegründet wurde. Auch Brinkbäumers Verdienste für das Bezahlangebot Spiegel Plus seien "hervorzuheben". Alles Gründe, die einer Abberufung eigentlich widersprechen.
spiegel.de, twitter.com/Brinkbaeumer, turi2.de (Background)




Aus dem turi2.tv-Archiv: "Spiegel live": Wie Klaus Brinkbäumer mit Veranstaltungen "Spiegel"-Leser binden will – und Gerüchten über seinen Abgang eine Absage erteilt. (4/2018)

Medweth verkauft "Popcorn" und "Mädchen" an Egmont Ehapa.


Weniger Masse: Verleger Christian Medweth übt sich weiter im Loslassen und verabschiedet sich nun auch von seinen Jugendmagazinen "Popcorn" und "Mädchen". Die Hefte wechseln ins Reich des Entenhausen-Verlags Egmont Ehapa. Medweth lässt sich in der Pressemitteilung von Ehapa mit dem Satz zitieren, dass er sich auf "Special-Interest-Zeitschriften sowie digitale Vertriebswege" konzentrieren will. Er hatte erst im September angekündigt, die Redaktionen von München nach Freiburg unter das Dach von Family Media zu verlegen. Ehapa will die Hefte in die "bestehenden Strukturen integrieren". Darüber, was das für die betroffenen Mitarbeiter konkret bedeutet, laufen laut Verlag derzeit Gespräche. Ehapa sitzt in Berlin.

Damit geht Medweths Flucht aus dem Geschäft mit Publikumszeitschriften weiter: Die früheren Medweth-Marken "Jolie", jolie.de und mädchen.de laufen inzwischen bei Klambt, Bauer verlegt "Madame", "Maxi" und "It‘s Style". "Popcorn" verkauft aktuell laut IVW noch knapp 56.000 Exemplare, 2005 waren es fast 350.000. "Mädchen" verkauft 68.000 Hefte, auch hier waren es um die Jahrtausendwende mal rund 350.000.
per Mail, turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Peter Höpfner über 50 Jahre "Lustiges Taschenbuch" - Keine Print-Krise in Entenhausen.

Elon Musk muss Tesla-Verwaltungsrat verlassen, bleibt aber Vorstandschef.

Tesla: Elon Musk muss sich aus dem Verwaltungsrat zurückziehen, bleibt aber Vorstandschef. Darauf einigt sich Musk mit der US-Börsenaufsicht SEC, die ihn wegen Wertpapier-Betrugs verklagt hat. Musk zahlt 20 Mio Dollar Strafe und garantiert, drei Jahre dem Verwaltungsrat fernzubleiben.

Auch Tesla muss 20 Mio Dollar Strafe zahlen und zwei neue, unabhängige Mitglieder in den Aufsichtsrat holen. Musk geriet ins Visier der Behörde, weil er ankündigte, Tesla von der Börse zu nehmen, die Aktion aber per Tweet wieder abblies. Der nun erreichte Deal soll einen zähen Rechtsstreit abwenden.
techcrunch.com, washingtonpost.com, turi2.de (Background)

50 Mio Nutzer von Hacker-Angriff auf Facebook betroffen.


Loch an Loch: Facebook hat schon wieder ein Datenleck. Hacker haben sich mithilfe einer Sicherheitslücke in der Profil-Ansicht in bis zu 50 Mio Nutzerkonten eingeschlichen, teilt das soziale Netzwerk mit. Es sei aber noch unklar, ob tatsächlich Schaden entstanden ist. Die Lücke sei geschlossen, die betroffene Funktion, mit der Nutzer ihr Profil aus der Sicht anderer Nutzer sehen können, ist vorerst abgeschaltet. Derzeit laufen die Ermittlungen, auch die Behörden seien eingeschaltet.

Kritik gibt es an Facebooks Krisenmanagement: Offenbar hat das Netzwerk eine Zeit lang verhindert, dass Nutzer Nachrichten aus seriösen Quellen über das erneute Sicherheitsleck auf Facebook verbreiten. Die Artikel, u.a. von "Guardian" und AP, standen zeitweise auf der Spam-Liste.
spiegel.de, mashable.com

Florian Festl ersetzt Daniel Steil als Chefredakteur von Focus Online.


Festl im Fokus: Florian Festl (links im Bild), 40, wird neuer Chefredakteur von Focus Online. Amtsinhaber Daniel Steil (rechts), 49, agiert ab November hauptamtlich als Chief Content Officer der Mutter Burda Forward, seit Oktober 2016 hat er diesen Job bereits zusätzlich. Festl kommt vom Best-Ager-Portal Wize.life. Von 2005 bis 2015 war er bereits bei Focus Online tätig, zuletzt als Steils Stellvertreter.

Daniel Steil soll sich bei Burda Forward stärker um "wichtige unternehmerische Initiativen" kümmern, etwa das Partner-Netzwerk aus mittlerweile fast 100 Verlagen. Außerdem wird er die Marke Finanzen100 sowie die Unternehmenskommunikation von BurdaForward verantworten. Steil hat Focus Online seit seinem Amtsantritt 2011 an die Spitzen der Reichweiten-Rankings getrieben. 2017 lieferte er sich mit "Bild"-Chef Julian Reichelt einen Streit um Content-Klau.
burda.com, turi2.de (Background Content-Klau)

Bill Cosby muss bis zu zehn Jahre ins Gefängnis.

US-Entertainer Bill Cosby, 81, muss wegen schwerer sexueller Nötigung wohl bis zu zehn Jahre ins Gefängnis. Damit hält sich Richter Steven O'Neill bei der Verkündung des Strafmaßes an die Forderung der Staatsanwaltschaft. Er begründet die Strafe mit fehlender Reue bei dem Comedy-Star. Cosby will das Urteil anfechten. Sein Anwalt will erreichen, dass Cosby die Strafe im Hausarrest absitzen darf.
spiegel.de, sueddeutsche.de

Raab-Nachfolger Steffen Henssler wirft bei ProSieben hin.


Gekämpft und verloren: ProSieben und Steffen Henssler gehen getrennte Wege. Der TV-Koch, der sich mit "Schlag den Henssler" als Nachfolger von Stefan Raab versucht hat, gibt sich geschlagen. Die Show am vergangenen Samstag war die letzte. "Der Zuschauer will mich in dieser Rolle nicht sehen und das muss man einfach akzeptieren", sagt Henssler, der "auf eigenen Wunsch" geht.

Henssler konnte nie an die Erfolge von Show-Erfinder Stefan Raab anknüpfen. Die erste Ausgabe von "Schlag den Henssler" Ende September 2017 erreichte in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen noch 16 % Marktanteil, die Show am Samstag hatte nur noch die Hälfte, ihr schlechtester Wert seit Beginn. In den vergangenen Shows war Henssler zunehmende Lustlosigkeit anzumerken, der Raab'sche Ehrgeiz fehlte. Wohin es Henssler zieht, ist unklar - womöglich zurück zu Vox, wo er am Sonntag - zunächst einmalig - bei "Grill den Profi" zu sehen ist.
presseportal.de, dwdl.de

Jalag verkauft seine Frauenzeitschriften an Klambt.

Er will die Scheidung: Jahreszeiten Verlag verkauft seine Frauenzeitschriften an Klambt - "Für Sie", "Petra", "Vital", "Feel Good", "Iss dich gesund" und das erst vor kurzem entwickelte "Dr. Wimmer" wechseln den Besitzer. Die Kartellbehörden von Deutschland und Österreich müssen dem Deal noch zustimmen, zum Preis wurden keine Angaben gemacht. Vermarktet werden alle Objekte des Verlags weiterhin von der 2011 gegründeten Agentur BM Brand Media - im Fall der Frauenzeitschriften in Zusammenarbeit mit Klambt.

Künftig wolle sich der Jahreszeiten Verlag mehr auf sein Luxus- und Premium-Segment fokussieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Dazu zählen u.a. "Der Feinschmecker", "Merian" und "Architektur und Wohnen". Im Oktober 2018 erscheint erstmals das Aktivreise-Magazin "Merian Scout", das eine junge Zielgruppe ansprechen soll; mindestens ein weiteres neues Magazin ist geplant. Auch digital will der Verlag wachsen: Zum Januar 2019 soll die Webpräsenz des "Feinschmeckers" ausgebaut werden. Der Deal wirkt schlüssig: Ganske wird ein Geschäft los, dessen Zukunft nicht übermäßig rosig aussieht - es sei denn, man kann günstig produzieren, was Klambt kann.
horizont.net, dwdl.de, wuv.de, meedia.de

Comcast erhält den Zuschlag für Sky-Übernahme.


Letztes Gebot: Der US-Kabel-Gigant Comcast erhält im Übernahmekampf um Sky den Zuschlag. Rupert Murdochs 21st Century Fox geht leer aus. In der letzten von drei Auktionsrunden bietet Comcast 17,28 Pfund pro Aktie, insgesamt 30 Mrd Pfund. Das letzte Gebot von Fox lag bei 15,67 pro Aktie. Nun müssen Comcast und Fox den Sky-Aktionären ein formelles Angebot vorlegen. Comcast-Chef Brian Roberts apelliert an die Sky-Aktionäre, das Angebot anzunehmen.

Fox besitzt 39 % der Anteile und wollte Sky eigentlich schon 2016 komplett übernehmen. Die Aufsichtsbehörden fürchteten aber zu viel Einfluss Murduchs auf die britische Medienlandschaft und zogen die Genehmigung in die Länge. Fox hätte sich etwa vom Nachrichten-Sender Sky News trennen müssen. Für Comcast ergab sich dadurch die Chance, ein eigenes Gebot in den Hut zu werfen, das nun mit einem Zuschlag endet.
cnbc.com, bbc.com, handelsblatt.com, dwdl.de, turi2.de (Background)

"Wirtschaftswoche": ADAC stellt monatliche "Motorwelt" ein.


Not too big to fail: Der ADAC stellt seine monatlich an Mitglieder verschickte Zeitschrift "Motorwelt" ein, berichtet Sven Böll in der "Wirtschaftswoche". Ab 2020 soll das Magazin viermal pro Jahr erscheinen und nicht mehr im Briefkasten landen, sondern in Geschäften wie Tankstellen ausliegen. "Motorwelt" ist mit 13 Mio Exemplaren die größte Zeitschrift Europas – der drastische Einschnitt ein Erdbeben in der Print-Branche.

Hintergrund der geplanten Änderungen seien die hohen Kosten für Druck und Vertrieb sowie das schwindende Interesse an Print. "Motorwelt" sei für den ADAC wohl ein Zuschussgeschäft, schreibt Böll. Der ADAC kommentiert die Pläne nicht – wohl auch, weil erst zum Jahresende ein endgültiger Beschluss fällt. Geschäftsführer Alexander Möller sagt, dass alle Kommunikationskanäle neu aufgestellt würden, mit Fokus aufs Digitale.
wiwo.de, turi2.de (Background "Motorwelt"-Überprüfungen)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Motorwelt"-Mann Martin Kunz liest auf der Überholspur gern Gedrucktes. (11/2016)

Ex-"Focus"-Chef Uli Baur, 62, ist tot.

Uli Baur, 62, ist tot. Der Ex-"Focus"-Chefredakteur starb am Samstag am Starnberger See. Uli Baur war 1993 "Focus"-Gründungsmitglied und Vize-Chefredakteur. Von 2004 bis 2012 war er Chefredakteur an der Seite von Helmut Markwort bzw. dessen Nachfolger Wolfram Weimer, ab Mitte 2011 war Baur alleiniger Chefredakteur, seit 2013 Mitherausgeber. Markwort würdigt Baur als einen "Motor getrieben von Optimismus".
focus.de, burda.com

Geschäftsführer Moritz von Laffert hört bei Condé Nast auf.


Laffert lässt los: Moritz von Laffert, Geschäftsführer von Condé Nast Deutschland und Vice President von Condé Nast International, verlässt den Verlag 2019 nach fast zehn Jahren. In der Übergangszeit will er die Geschäfte weiterführen. Geht es nach der Verlagsmitteilung, hat von Laffert seinen Posten selbst wegrationalisiert: Die Ländergesellschaften sollen sich künftig stärker an der Zentrale in London ausrichten. Er selbst habe den Wandel mitgestaltet.

Von Laffert fährt bei Condé Nast seit Jahren einen Sanierungskurs: Schlussredaktionen strich er weg, das Magazin "Wired" machte er dicht und verkaufte das Frauenblatt "myself" an Funke. Zuletzt verweigerte er sich gegen einen von der Belegschaft geforderten Betriebsrat. Den Auflagen-Verlust bei Vorzeige-Magazinen wie "Vogue" und "GQ" konnte er nicht bremsen.
kress.de, meedia.de

Mitarbeit: Markus Trantow

"Süddeutsche": "Spiegel" holt Onliner nach und nach in die Mitarbeiter KG.

Revolution mit Wartezeit: Der Spiegel-Verlag öffnet seine bisher nur den Machern des gedruckten "Spiegel" vorbehaltene Mitarbeiter KG künftig auch für Mitarbeiter von Spiegel Online, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Ab 2019 können Onliner in die Eigentümergemeinschaft des Nachrichtenmagazins aufrücken, wenn KG-Mitglieder ausscheiden, etwa weil sie in den Ruhestand gehen. Allein durch den Umbau-Prozess der vergangenen zwei Jahre haben rund 150 KG-Mitglieder den "Spiegel" verlassen. Auf den frei werdenden KG-Tickets sollen Onliner einziehen. Der Gewinnanteil, den der Verlag an die einzelnen KG-Mitglieder ausschüttet, soll so konstant bleiben.

Bis der Umbau wirksam wird und die Onliner im Gesellschafterkreis eine vernehmbare Stimme darstellen, werden allerdings noch Jahre ins Land gehen. "Spiegel"-Mitarbeiter haben erst drei Jahre nach Vertragsbeginn Anspruch auf Eintritt in die KG. Die Mitarbeiter KG hält 50,5 % der Verlags-Anteile. Von einer Einbeziehung der Macher von "manager magazin" und Spiegel TV ist bisher nicht die Rede.
sueddeutsche.de, turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Wegen Gebietsabsprachen: Bundeskartellamt verhängt Strafe gegen DuMont.


Abgesprochen: Das Bundeskartellamt verhängt ein Bußgeld von 16 Mio Euro gegen DuMont sowie eine verantwortliche Einzelperson und einen Rechtsanwalt. Hintergrund ist der Vorwurf, DuMont und die Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser GmbH (u.a. "Generalanzeiger") hätten im Jahr 2000 Gebietsabsprachen zu Regionalausgaben getroffen. Diese hätten sich in veränderter Zustellung und ausgedünnter Berichterstattung bemerkbar gemacht. Die Absprachen seien bis 2016 fortgeführt worden und 2005 durch gegenseitige Beteiligungen und ein Vorkaufsrecht seitens DuMonts am Verlag des "Generalanzeigers" verstärkt worden. Das Vorkaufsrecht sei zudem nicht wie erforderlich beim Kartellamt angemeldet worden.

Der aktuelle DuMont-Vorstand hat die Vorwürfe eingeräumt und sich mit dem Bundeskartellamt auf einen Vergleich geeinigt. Dadurch und durch die Kooperation bei den Ermittlungen konnte der Verlag eine höhere Strafe umgehen. Die Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser GmbH muss keine Strafe zahlen. Da sie das Verfahren im Rahmen eines Kronzeugenantrags Ende 2017 selbst eingeleitet habe, profitiere sie von einer Bonusregelung, so das Bundeskartellamt. Vor kurzem hatte die "Rheinische Post" den Verlag übernommen.
bundeskartellamt.de, turi2.de (Background)

Gegenüber ZDF-Team pöbelnder LKA-Mann verlässt den Polizeidienst.

Hutbürger Maik G. verlässt den Polizeidienst. Der Mann, am Rande einer Pegida-Demonstration in Dresden ein ZDF-Team verbal attackiert hatte, wird ab dem 3. September eine andere, adäquate Tätigkeit außerhalb der Polizei Sachsen wahrnehmen, teilt das LKA mit. Bereits am 16. August hätte sich das LKA mit Maik G. und seinem Anwalt zusammengesetzt. Maik G. habe die Gelegenheit bekommen, seine Sicht zu schildern und zugestimmt, nicht weiter für die Polizei zu arbeiten.
dnn.de, turi2.de (Background)

Rowohlt-Verlag macht Florian Illies zum Verleger.


Generation Rowohlt: Florian Illies übernimmt 2019 die Geschäftsführung des Rowohlt-Verlags, berichtet Spiegel Online. Er folgt auf Barbara Laugwitz, die das Unternehmen verlassen wird. Laut Verlag haben "unterschiedliche Vorstellungen über den weiteren Weg" zu der Entscheidung geführt. Die Verlagsspitze erhoffe sich von Florian Illies ein stärkeres Profil und eine höhere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Bei den Mitarbeitern soll die Entscheidung Überraschung ausgelöst haben. Sie wurden am Mittwochmittag über die Personalie unterrichtet.

"Ich will bei Rowohlt die Bücher verlegen, von denen die Menschen träumen", sagt Florian Illies zu seiner neuen Position. Seit April 2017 gehört er bereits zum Herausgeberkreis der wie Rowohlt zu Holtzbrinck gehörenden "Zeit". Bekannt wurde er vor allem durch sein Buch Generation Golf. Lange Jahre war Florian Illies zudem Geschäftsführer des Kunst-Auktionshauses Grisebach. Der Rowohlt-Verlag zieht 2019 von seinem langjährigen Sitz in Reinbek nach Hamburg. (Foto: Picture Alliance)
spiegel.de, turi2.de (Background)

Dieter Thomas Heck, 80, ist tot.


Von der Bühne gegangen: Dieter Thomas Heck ist tot. Der TV-Moderator starb bereits am Donnerstag im Alter von 80 Jahren, wie Medienanwalt Christian Schertz im Namen der Familie mitteilt. Bekannt wurde Heck, der eigentlich Carl-Dieter Heckscher hieß, insbesondere durch die ZDF Hitparade die er von 1969 bis 1984 moderierte, sowie weitere Musiksendungen wie "Musik liegt in der Luft" und Melodien für Millionen. Er moderierte aber auch viele Jahre die Quizsendung Die Pyramide.

Dieter Thomas Heck war auch als Schlagersänger und Schauspieler erfolgreich. Seine Medienkarriere begann er beim Südwestfunk und bei Radio Luxemburg. Seinen letzten großen öffentlichen Auftritt hatte Dieter Thomas Heck im Februar 2017, als er die Goldene Kamera für sein Lebenswerk verliehen bekam.
spiegel.de, sueddeutsche.de

"Unterschiedliche Auffassungen": Thomas Hass über die Absetzung von "Spiegel"-Chef Brinkbäumer.


Hass setzt sich durch: Der "Spiegel" ersetzt Klaus Brinkbäumer als Chefredakteur wegen "unterschiedlicher Auffassungen" darüber, wie die Zusammenführung der "Spiegel"-Redaktionen laufen soll, schreibt Geschäftsführer Thomas Hass (Foto). Gleichzeitig lobt er die jahrelange Zusammen- und Umbauarbeit mit Brinkbäumer. Die Redaktionen fusionieren nun nach den Vorstellungen von Hass – Startschuss soll kommenden Januar sein. Ob Brinkbäumer eine neue Aufgabe beim "Spiegel" übernimmt, lässt der Verlag in seiner Pressemitteilung offen. Es gebe allerdings "Gespräche". Brinkbäumer wirkt seit 2015 als Chefredakteur, 1993 kam er im zarten Alter von 26 Jahren zum Nachrichtenmagazin.

Auch an der Spitze des Spiegel-Verlags gibt es Veränderungen: Kommunikationschefin Anja zum Hingst rückt gemeinsam mit Felix Blum, Organisationsentwicklung und Stefan Ottlitz (früher Plöchinger), Produktentwicklung, in das Führungsgremium auf.
spiegelgruppe.de