Schweden stellt die Ermittlungen gegen Julian Assange ein.

Assange

Froh, aber nicht frei: Schweden stellt die Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ein und zieht den europäischen Haftbefehl zurück. Vermutlich muss Julian Assange trotzdem in der ecuadorianischen Botschaft in London bleiben. Die britischen Behörden wollen Assange festnehmen, sobald er das Gebäude verlässt. Grund sind Verstöße gegen Kautionsauflagen. Er war 2012 vorläufig freigelassen worden und in die Botschaft geflüchtet.

Die schwedische Staatsanwaltschaft erklärt, sie sehe keine Möglichkeiten, die Ermittlungen weiter voranzubringen. Aussagen zur Schuld Assanges will die Staatsanwaltschaft nicht treffen. Falls der Wikileaks-Gründer vor August 2020 nach Schweden zurückkehrt, könnten die Ermittlungen wieder eröffnet werden.

Assange drohen außerdem eine Anklage und ein Haftbefehl durch die USA. Erst vor wenigen Wochen hat die USA seine Festnahme eine "Priorität" genannt. Wikileaks will von Großbritannien wissen, ob die USA bereits einen Auslieferungsantrag gestellt haben. In den USA droht ihm wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente von Behörden und des Militärs eine lange Haft oder möglicherweise sogar die Todesstrafe. (Foto: twitter.com/JulianAssange)
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"extra 3" gewinnt vor Gericht den "Nazi-Schlampe"-Streit gegen AfD-Frau Alice Weidel.


Sieg für die Satire: extra 3, Satire-Sendung des NDR, durfte AfD-Frau Alice Weidel (Foto , links) in der Sendung vom 27. April als "Nazi-Schlampe" bezeichnen, entscheidet das Landgericht Hamburg. Die Richter lehnen die von Weidel geforderte einstweilige Verfügung ab. Moderator Christian Ehring (Foto, rechts) hatte sich in der Sendung auf Weidels Rede auf dem AfD-Parteitag bezogen, darin hatte sie gesagt, "die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte". Weidel will gegen den Gerichtsbeschluss Beschwerde einlegen.

Das Gericht sagt, Weidel müsse im Zusammenhang mit ihrer Rede zu Political Correctness die Bezeichnung "Nazi-Schlampe" ertragen. Die Satire sei von der Meinungsfreiheit gedeckt. Als öffentliche Person müsse die Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl auch überspitzte Kritik hinnehmen. Der Grund für die satirische Auseinandersetzung sei ihre eigene Äußerung zur politischen Korrektheit gewesen.
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Spiegel Daily startet mit Wetter-Kolumnist Jörg Kachelmann.

Spiegel Daily gewinnt Jörg Kachelmann als täglichen Internet-Wetterfrosch. Der frühere ARD-Meteorologe dreht Wetter-Videos im Selfie-Modus. Kachelmann moderierte bis 2010 im Ersten, bis Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen ihn laut wurden. Die Vorwürfe stellten sich als falsche Beschuldigung heraus. Kachelmann äußerte sich danach häufig kritisch über Medien. Bei seinem ersten Spiegel-Daily-Auftritt kann sich Kachelmann einen Seitenhieb nicht verkneifen: "ARD- und ZDF-Zuschauer werden sich erinnern, 1582 hat Papst Gregor gesagt ..."
daily.spiegel.de (3-Min-Video), turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Spiegel" startet morgen tägliche Digital-Zeitung Spiegel Daily.


Spiegel und Spiegel Online bringen morgen ihr lange vorbereitetes tägliches Bezahlangebot Spiegel Daily an den Start. Unter der Leitung von Timo Lokoschat und Oliver Trenkamp sollen täglich um 17 Uhr die wichtigsten News des Tages, Kommentare und Debatten aus den sozialen Netzwerken erscheinen. "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer erklärt das Produkt in der Pressemitteilung als "eine digitale Tageszeitung für ein Publikum, das täglich das Weltgeschehen verstehen will, ohne permanent online zu sein". Spiegel Daily kostet 6,99 Euro pro Monat oder 2,49 Euro pro Woche. Digital-Abonnenten bekommen die Online-Zeitung kostenlos, Print-Abonnenten zahlen 50 Cent für das Digital-Upgrade.

Inhaltlich bietet Spiegel Daily sechs Ressorts, die News, Meinung, Stories, Social, Panorama und Mein Abend heißen, berichtet "Werben & Verkaufen". Ein Drittel der Inhalte erscheinen exklusiv in der Digital-Zeitung, ein weiteres Drittel sind zweitverwertete Inhalte, etwa aus dem gedruckten "Spiegel", "Spiegel Wissen" oder von "Spiegel TV". Das letzte Drittel setzt sich aus kuratierten Beiträgen zusammen.
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Musikkritiker Joachim Kaiser, 88, ist tot.

Joachim Kaiser, Musikkritiker und langjähriger leitender Redakteur der "Süddeutschen Zeitung", ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren, teilt das "SZ Magazin" per Post auf seiner Facebook-Seite mit. Kaiser zählte zu den einflussreichsten deutschen Kulturkritikern. Er war Mitglied im PEN-Zentrum und hatte fast 20 Jahre lang eine Professur für Musikgeschichte an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Stuttgart.
facebook.com (Post SZ-Magazin), sueddeutsche.de (Nachruf), zeit.de (Nachruf)Kommentieren ...

Elisabeth Niejahr wird Berliner Chefreporterin der "Wirtschaftswoche".

Elisabeth Niejahr ist ab September Chefreporterin der "Wirtschaftswoche" in deren Berliner Büro. Niejahr kommt von der "Zeit", wo sie u.a. als Wirtschaftskorrespondentin und stellvertretende Büroleiterin arbeitete. Bei der "Wirtschaftswoche" soll sie sich v.a. Geschichten zu "nationalen und internationalen ökonomischen Zeitfragen" widmen.
wiwo.deKommentieren ...

"Focus" trennt sich in Berlin von 20 Redakteuren.


Fakten, Fakten, Feuern: "Focus" muss sich an seinem neuen Hauptstandort Berlin von 20 Redakteuren trennen, berichtet Henning Kornfeld im "Journalist". Bis Ende April galt ein freiwilliges Abfindungs-Angebot. Redakteure bekommen pro Jahr der Betriebszugehörigkeit ein Monatsgehalt und eine Prämie, wenn sie sich fix entscheiden. Das Heft sollen vermehrt freie Autoren füllen. Der Deutsche Journalisten-Verband fordert einen Sozialplan beim Stellenabbau, Burda lehnt ab.

Chefredakteur Robert Schneider will das Nachrichtenmagazin mehr zu einem "Lean-Back-Medium" mit großen Fotos machen, schreibt Kornfeld. "Focus" verliert u.a. Netzökonom Holger Schmidt, der sich unabhängig von der aktuellen Lage entschieden hat, selbständig zu arbeiten. Schneider bewahrt trotz der schmerzlichen Verluste gute Miene in mieser Lage und sagt: "Ich bin fröhlich und optimistisch, nicht vergrämt." Schneiders Worte sind tatsächlich überaus optimistisch – "Focus" schließt gerade seinen Stamm-Standort München und macht das Düsseldorfer Büro dicht.
presseportal.de, "Journalist" 05/2017, S. 44-47 (Paid), djv.de, turi2.de (Background)3 Kommentare

Spiegel-Verlag stampft "Spiegel Classic" ein und startet "Spiegel Fernsehen".

Tausche Falten gegen Fernsehen: Der Spiegel-Verlag beendet nach nur einer Ausgabe seinen Ableger für die Generation 50 plus, "Spiegel Classic", berichtet "Horizont". Die 165.000 gedruckten Hefte für die Generation 50 plus blieben kiloweise am Kiosk liegen. Dafür kommt im Testmarkt Hessen schon diesen Freitag "Spiegel Fernsehen" (Foto) in den Handel, bestätigt Verlagsleiter Michael Plasse. Das Heft umfasst 180 Seiten und kostet 2,60 Euro, die TV-Programmdaten liefert Klambt zu.

"Spiegel Fernsehen" soll alle 14 Tage erscheinen und muss sich mit zwei Ausgaben in Hessen bewähren. Kulturkritiker Christian Buß von Spiegel Online ist Redaktionsleiter, Programmie-Projektleiter ist Markus Brauck aus der "Spiegel"-Wirtschaftsredaktion. Die Zeitschrift soll ein Reiseführer durch TV- und Streaming-Angebote sein. Von den vielen anderen Programmzeitschriften will sich das Heft durch kulturjournalistische Inhalte im Mantel-Teil abheben.
horizont.netKommentieren ...

ProSiebenSat.1 und Discovery gründen gemeinsame Streaming-Plattform.

Fern(seh)beziehung: ProSiebenSat.1 und Discovery schließen sich in einem Joint Venture zusammen, um TV-Inhalte auf einer gemeinsamen Plattform zu streamen. Nutzer sollen sieben Sender der P7S1-Gruppe sowie die Discovery-Sender Dmax und TLC schauen können. Auch Eurosport soll auf die Plattform kommen – ab August hält Discovery Fußball-Bundesliga-Rechte und 2018 die Rechte an den Olympischen Winterspielen. P7S1 bohrt für das Joint Venture seine 7TV-Plattform auf.

Auch andere Sender sollen hier künftig ihre Inhalte anbieten können. Das Angebot wird somit zur Konkurrenz für andere Streaming-Plattformen wie Zattoo oder Internet-Fernseh-Angebote. P7S1 und Discovery arbeiten künftig bei der Entwicklung von Technologie und der Vermarktung zusammen: Dmax und TLC werden künftig auf der Streaming-Plattform von SevenOne Media vermarktet, einem P7S1-Unternehmen. (Foto: Sven Hoppe/dpa/Picture Alliance)
prosiebensat1.comKommentieren ...

"Zeit" ernennt Beddoes, Allmendinger, Illies und Obermann zu Herausgebern.


Zeit für neue Köpfe: Die "Zeit" gibt sich ein neues Herausgeberkollektiv. "Economist"-Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes, die Soziologin Jutta Allmendinger, Journalist und Kunsthändler Florian "Generation Golf" Illies und Ex-Telekom-Boss René Obermann bilden künftig zusammen mit Josef Joffe den publizistischen Aufsichtsrat der Wochenzeitung. Joffe war seit dem Tod von Helmut Schmidt einziger verbliebener Herausgeber. Die Redaktion habe den neuen Herausgebern mehrheitlich zugestimmt, schreibt Bülend Ürük. Zur Berufung von René Obermann habe es jedoch auch kritische Stimmen gegeben.

Dass die neuen Herausgeber auch im Tagesgeschäft ein Wörtchen mitreden, wie Helmut Schmidt es bis zu seinem Tod getan hat, ist eher unwahrscheinlich. Vielmehr ist bisher von einem beratenden Gremium die Rede. Dafür spricht auch, dass sich der Kreis der Herausgeber nur zwei Mal pro Jahr trifft. Verleger Stefan von Holtzbrinck sagt: "Wir freuen uns sehr, dass die 'Zeit' jetzt mit einem erweiterten hochkarätigen Kreis unabhängiger Ratgeber eine gute Tradition in neuer, zeitgemäßer Form fortsetzt."
kress.de, sueddeutsche.de, meedia.deKommentieren ...

Florian Harms wird Chefredakteur von T-Online.de.


Harms, übernehmen Sie: Ströer schnappt sich Florian Harms, 43, und macht ihn ab September zum Chefredakteur von T-Online.de, gleichzeitig wird er Co-Geschäftsführer des Nachrichtenportals neben Marc Schmitz. Ende 2016 musste Harms im Streit mit der Geschäftsführung als Chefredakteur von Spiegel Online abtreten. Bei Ströer soll er das reichweitenstarke Online-Portal weiterentwickeln und ihm mehr journalistisches Profil geben. Co-CEO Christian Schmalzl erwartet von seinem neuen Mitarbeiter nicht weniger, als T-Online.de "zur größten digitalen Medienmarke Deutschlands" zu machen.

Ein bisschen Image-Pflege hat der Außenwerber duchaus nötig: Ströer hatte die Seite samt Mitarbeitern Mitte 2015 für stolze 300 Mio Euro von der Deutschen Telekom gekauft – im Zuge der Übernahme des Vermarkters Interactive Media. Seitdem hat Ströer die mehr als 100 Mitarbeiter zählende Redaktion von Darmstadt nach Berlin verlegt, nur wenige Journalisten sind dem Job hinterhergezogen.

Bis zu Harms Antritt in Berlin – laut Meedia im September – leitet Content-Chef Arne Henkes die Redaktion. Der studierte Islamwissenschaftler Harms war seit 2004 bei Spiegel Online in unterschiedlichen Positionen tätig, die letzten zwei Jahre als Chefredakteur.
wuv.de, meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Snapchat Discover startet in Deutschland mit "Bild", Spiegel Online, Sky und Vice.


Zugeschnappt: "Bild", Spiegel Online, Sky Sport und Vice sind die ersten Medien im deutschen Angebot von Snapchat Discover, schreiben Giuseppe Rondinella bei horizont.net und Marvin Schade bei Meedia. Heute startet das Angebot der kuratierten Snapchat-News in Deutschland. Die Inhalte der vier Medienpartner sind jeweils 24 Stunden verfügbar und erscheinen zu unterschiedlichen Zeiten. Vice legt bereits morgens um 6.00 Uhr los, Sky schickt seine Sport-News um 17.00 Uhr raus, "Bild" um 18.00 und Spiegel Online um 19.00 Uhr. Weitere Medienpartner sollen in den kommenden Monaten dazukommen.

Die Verhandlungen haben sich lange hingezogen, berichten Meedia und Horizont Online, u.a. gab es Streit über das Finanzielle. Insbesondere "Bild" habe höchsten Wert auf eigenständige Vermarktung gelegt. Nick Bell, Content-Chef bei Snap, sagt bei Horizont.net zwar, es sei "keine Überzeugungsarbeit nötig gewesen", die deutschen Publisher hätten aber Zeit gebraucht, "das Produkt und die Monetarisierungsmöglichkeiten zu verstehen". Eine pauschale Vergütung bekommen die Medienpartner demnach nicht, stattdessen teilt Snap sich die Einnahmen aus bildschirmfüllenden Anzeigen – u.a. von der Bundeswehr – mit den deutschen Medien.
horizont.net (Rondinella), meedia.de (Schade), spiegel.de, "Bild", S. 1 (Paid), businessinsider.deKommentieren ...

"Rhein-Zeitung"-Verleger degradiert Digital-Chef Marcus Schwarze.


Twer ist der nächste? Marcus Schwarze, Digital-Chef der Koblenzer "Rhein-Zeitung", ist nicht länger Mitglied der Chefredaktion, schreibt Bülend Ürük. Er vermutet die Degradierung im Zusammenhang mit einem Kommentar von Schwarze, in dem er dem bei Verleger Walterpeter Twer in Ungnade gefallenen Chefredakteur Christian Lindner gedankt hatte. Im Impressum taucht Schwarze am Ende nur noch als Verantwortlicher für Digitale Inhalte auf.

Weder der Verlag noch Schwarze selbst äußern sich, auch intern nicht. Nach Informationen von kress.de suche Schwarze bereits nach beruflichen Alternativen. Die Degradierung ohne ersichtliche Gründe beunruhigt andere Führungskräfte des Mittelrhein-Verlasg. Unter dem Siegel der Vertraulichkeit hört Ürük aus dem Haus: "Wir wissen nicht, wer als Nächstes von uns vorgeführt wird".
kress.de, turi2.de (Background Lindner), turi2.de (Homescreen von Marcus Schwarze)2 Kommentare

Kai Diekmann wird Berater beim Taxi-Schreck Uber.

Kai Diekmann, hier 2012 bei einer Oldtimer-Spritztour, steigt ins Uber-Taxi und wird Berater des umstrittenen US-Startups. (Foto: Daino Cristini / ROPI / Picture Alliance)

Anschnallen, Kai kommt: Kai Diekmann landet wie viele Journalisten im Taxigewerbe und berät künftig Uber. Der frühere "Bild"-Herausgeber und -Chefredakteur wird Mitglied im Public Policy Advisory Board des Taxi-Schrecks, berichten Stephan Dörner bei t3n.de und Martin U. Müller im "Spiegel" – Uber bestätigt. Das Gremium trifft sich einmal im Jahr im Silicon Valley. Auch die frühere EU-Kommissarin Neelie Kroes ist Mitglied des Boards. Der Uber-Job wird nach turi2-Informationen nur eine Nebentätigkeit für Kai Diekmann. Er sitzt auch in Beiräten der "Times" aus London und der türkischen Zeitung "Hürriyet".

Diekmann soll offenbar vorerst nicht offensiv Lobbyarbeit betreiben, sondern zwischen den USA und Europa "übersetzen". Diese Übersetzungsarbeit hat Uber auch nötig: In Deutschland ist der Dienst nicht aktiv und gesetzlich de facto verboten. Das Geschäft mit der Fahrten-Vermittlung ist mit einem Minus von 2,8 Mrd US-Dollar im vergangenen Jahr noch hoch defizitär. In den vergangenen Wochen hatte Uber zudem eine Menge Ärger wegen Sexismus-Vorwürfen und einer Klage von Google. Kai Diekmann sah sich nach seinem Ausscheiden bei Springer mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung konfrontiert.
t3n.de, spiegel.de, bloomberg.com (Geschäftszahlen), turi2.de (Background Uber), turi2.de (Background Diekmann)Kommentieren ...

Gruner + Jahr startet das Einrichtungs-Magazin "Ideat" – jährlich sechs Ausgaben.


Noch schöner Wohnen: Gruner + Jahr bringt das Interior-Magazin "Ideat" nach Deutschland: Der Verlag erwirbt die Lizenz von Ideat Editions. "Ideat" erscheint auch in Frankreich und China. Die Premiere soll am 13. September erscheinen, mit 80.000 Exemplaren auf üppigen 220 Seiten. "Ideat" wird acht Euro kosten. Die zweite Ausgabe soll am 15. November kommen. Langfristig plant G+J mit sechs Ausgaben im Jahr.

Die Verantwortung für die deutsche "Ideat" liegt bei "Schöner Wohnen"-Chefredakteurin Bettina Billerbeck. Verlegerisch ist Matthias Frei, Publisher für den Living-Bereich, zuständig. In dem Segment erscheint bei G+J auch "Living at Home", "Häuser" und "Couch". Der Verlag feiert in einer Pressemitteilung, in den vergangenen 24 Monaten 16 neue Titel herausgebracht zu haben.
presseportal.de

Aus dem Archiv: Bettina Billerbeck, Chefredakteurin "Schöner Wohnen", findet bei Ikea immer was.

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Dietrich von Klaeden wird Springers Chef-Lobbyist – Christoph Keese bleibt im Unternehmen.


Springer befördert Dietrich von Klaeden, 50 (Foto, links), zum Konzern-Geschäftsführer Public Affairs und damit zum Chef-Lobbyisten. Klaeden war bislang Head of Public Affairs. Er folgt auf Leistungsschutzrecht-Vorkämpfer Christoph Keese, 52. Keese bleibt bei Springer und soll "seine digitale Expertise in einem unternehmerischen Kontext" einbringen.

Von Klaeden war früher NDR-Reporter, Rechtsanwalt, Justiziar bei Holtzbrinck und Pressesprecher des SWR. Seit 2007 arbeitet er für Springer. Dietrich von Klaeden ist der Bruder des CDU-Politikers Eckart von Klaeden, früherer Staatsminister im Kanzleramt und heute Lobby-Chef bei Daimler. Als neuer Chef der politischen Landschaftspflege bei Springer holt von Klaeden Malte Wienker, 35, zu sich in die Geschäftsführung. Wienker soll Kontakte zu den deutschen Parlamenten, Verbänden und Institutionen halten. Florian Nehm, 59, leitet weiterhin die EU-Beziehungen und Carolin Wehrhahn, 39, das Lobby-Büro in Brüssel.
axelspringer.deKommentieren ...

Stiftung von George Soros gibt Correctiv 100.000 Euro für Fake-News-Checks.


Finanzen für Fact-Checker: Das Recherchebüro Correctiv bekommt mehr als 100.000 Euro von den Open Society Foundations, um Fake News im Internet zu bekämpfen. Die Stiftung von Investor George Soros (Foto, links) finanziert fünf Journalisten, die Mythen und Lügen im Netz recherchieren werden. Ab Mitte des Monats sollen sie zweifelhafte Facebook-Beiträge mit Warnhinweisen versehen, kündigt Correctiv-Gründer David Schraven an.

Drei Mitarbeiter sind seit heute bei Correctiv, zwei sollen folgen. Neu als Fact-Checker bei Correctiv ist Karolin Schwarz, Mitgründerin der Seite Hoaxmap, die Gerüchten über Flüchtlinge nachgeht. Außerdem arbeiten Pauline Schinkels sowie Jacques Pezet von "Libération" künftig in der Correctiv-Redaktion. Die Kooperation mit Facebook hat Correctiv harte Kritik eingebracht, u.a. ist von Zensur und "Wahrheitsprüfung" die Rede. Für viele ist unverständlich, warum Facebook die Aufgabe, böswillige Lügen richtigzustellen, einer externen Organisation überlässt. Schraven sagt im turi2-Gespräch, dass seine Truppe auch Meldungen checken soll, die außerhalb Facebooks kursieren.

Correctiv und die Open Society Foundations sind bereits Kooperationspartner: Die Stiftung unterstützte ein Stipendium für journalistische, investigative Comics. Gründer Schraven hat die 100.000-Euro-Unterstützung angeworben und lobt die Stiftung, weil sie viele neue Formen des Journalismus ermögliche. Open Society ist 1979 vom Milliardär George Soros gegründet worden und finanziert Projekte in diversen politischen Bereichen, zuletzt auch stärker in der Netzpolitik. (Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/Picture Alliance, Montage: turi2)
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: David Schraven im Jahr 2015 über stiftungsfinanzierten Journalismus:
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Deutscher Botschafter darf Deniz Yücel in türkischer Haft besuchen.

Deniz Yücel darf in türkischer Untersuchungshaft Besuch der deutschen Botschaft in Istanbul empfangen. Das Auswärtige Amt bestätigt eine Verbalnote der Türkei, wonach Deutschland ab morgen konsularischen Zugang zum inhaftierten "Welt"-Korrespondenten erhält. Yücel wurde Mitte Februar festgenommen, die Türkei wirft ihm Terrorismusunterstützung vor.
t-online.de, spiegel.deKommentieren ...

Deutschland-Chefin Marianne Bullwinkel verlässt Facebook.

Facebook und die bisherige Deutschland-Chefin Marianne Bullwinkel, früher Marianne Dölz, gehen getrennte Wege. Bullwinkel verlässt das Unternehmen mit nicht genanntem Ziel. Einen direkten Nachfolger auf der Position gibt es nicht. Stattdessen verantwortet künftig Zentraleuropachef Martin Ott das Geschäft im deutschsprachigen Raum direkt.

Ihn unterstützen Oliver Busch, Jin Choi, Kai Herzberger und Henner Blömer als Direktoren. Blömer verantwortet dabei Unternehmenskontakte aus der Auto-, Banken- und Telekommunikationsbranche. Kai Herzberger wird Direktor für eCommerce. Jin Choi ist für Firmen der Konsumgüter- und die Entertainment-Branche zuständig, Oliver Busch soll die Zusammenarbeit mit Mediaagenturen koordinieren. (Foto: Facebook/dpa)
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BuzzFeed Deutschland macht Daniel Drepper zum Chefredakteur.

Daniel DrepperKein Aprilscherz: BuzzFeed Deutschland macht ernst und den Investigativ-Journalisten Daniel Drepper, 31, zum Chefredakteur. Drepper kommt vom gemeinnützigen Recherchebüro Correctiv, das er seit 2014 mitaufgebaut hat. Bei BuzzFeed Deutschland ist der Chefposten seit Januar 2016 unbesetzt. Damals ging Gründungschefredakteurin Juliane Leopold nach nur anderthalb Jahren von Bord, um als freie Journalistin und Beraterin zu arbeiten. Seitdem war Sebastian Fiebrig für die Seite verantwortlich.

Bisher hatte Buzzfeed Deutschland auf alles gesetzt, was viral funktioniert. Unter Drepper dürfte das Portal kantiger werden. Drepper tritt seinen neuen Job im April an und sucht bereits weitere Reporter für sein Team in Berlin. Mit ihnen will er vor allem über Rassismus, soziale Ungerechtigkeit und die Lesben-und-Schwulen-Community berichten. Damit folgt er den Länderausgaben in Großbritannien und den USA, die schon länger auf eigene Recherchen setzen. Zugleich expandiert BuzzFeed auch nach Mexiko. Ausgewählte Beiträge der Reporter aus Deutschland und Mexiko sollen ins Englische übersetzt werden, sagte BuzzFeed-Chef Ben Smith.

Drepper ist durch seine Recherchen zur deutschen Sportförderung bekannt geworden, für die er 2013 zusammen mit Niklas Schenck mit dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet wurde. Für seine Recherche zur Verteilung von Bußgeldern durch deutsche Richter erhielt er zusammen mit weiteren Correctiv-Reportern den Axel Springer Preis für Nachwuchsjournalisten. Für eine Webreportage über den Absturz des Flugs MH17 über der Ostukraine gewann er im Team den Grimme Online Award. Dreppers Diplomarbeit in Journalistik handelt vom Informationsfreiheitsgesetz.
bloomberg.com, facebook.com, meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Focus" strukturiert um, schließt Münchner Rest-Büro.

Neu focussiert: Burdas "Focus" schließt im Zuge eines neuerlichen Umbaus der Redaktionsstruktur die Reste des alten Münchner Stamm-Standortes, berichtet Jochen Kalka. Auch das Büro in Düsseldorf fällt weg, mindestens neun Mitarbeiter verlieren ihren Job, schreibt Kalka. Burda wiederum teilt mit, dass "mögliche Weiterbeschäftigungen im Unternehmen" geprüft würden.

Auch Redakteure, die es nach Berlin geschafft haben, können gegen Abfindung kündigen, bietet Burda an - für Ulrike Simon deshalb, weil die neun betriebsbedingten Kündigungen in München und Düsseldorf das Sparziel noch verfehlen würden. Aus bisher elf werden drei Ressorts: Politik und Wirtschaft, Wissen und Gesundheit sowie Kultur und Leben, meldet Burda. Das Nachrichtenmagazin, das trotz Auflagenverlusten nach Burda-Angaben noch profitabel arbeitet, wird ab Mai komplett in Berlin und noch stärker mit Hilfe eines Netzwerks freier Mitarbeiter produziert.
wuv.de (Kalka), rnd-news.de (Simon), turi2.de (Burda-Pressemitteilung, PDF)3 Kommentare

Peter Burger wird kommissarischer Chefredakteur der "Rhein-Zeitung".

Rhein-Zeitung ernennt Peter Burger zum kommissarischen Chefredakteur. Das hat Verleger Walterpeter Twer laut kress.de heute der Redaktion mitgeteilt. Peter Burger war bisher Vize-Chef für Lokales. Er folgt auf Christian Lindner, der am Dienstag überraschend erklärte, dass er nicht weiter für das Unternehmen tätig sei. Hinter den Kulissen soll es Streit zwischen Lindner und Twer über die Ausrichtung der "Rhein-Zeitung" gegeben haben.
kress.de, turi2.de (Background)1 Kommentar

Chefredakteur Christian Lindner verlässt die "Rhein-Zeitung" – wohl im Streit.

Kollision in Koblenz: "Rhein-Zeitung" und ihr langjähriger Chefredakteur Christian Lindner gehen getrennte Wege, meldet Bülend Ürük auf kress.de. Lindner verlässt das Unternehmen im Streit über die Ausrichtung der Zeitung. In einer Mail an seine Redaktion erklärt Lindner: "Mit dem heutigen Tag endet mein Wirken für diese Zeitung und dieses Unternehmen." Die Arbeit hätte er aber gerne fortgesetzt. Warum es zu der Trennung zwischen dem selbstbewussten, digitalaffinen Chefredakteur und dem als konservativ geltenden Verleger Walterpeter Twer kam, bleibt vorerst unklar.

Christian Lindner wurde 2004 Chefredakteur der "Rhein-Zeitung" und hat dort sein gesamtes Berufsleben verbracht. 1979 kam er als Volontär zu der Zeitung, dann arbeitete er auf verschiedenen Positionen in Lokalredaktionen und in der Zentralredaktion. Als Chefredakteur wurde er zu einer der bekanntesten Leiter einer Lokalzeitung in Deutschland. Christian Lindner betont häufig die Bedeutung von Internet und Social Media auch für Lokalredaktionen, gilt aber auch als Verfechter einer strikten Paywall, wie er sie bei der "Rhein-Zeitung" eingeführt hat.
kress.de
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Peter Viktor Kulig tritt bei Klambt kürzer – Rosita Wolf übernimmt "7 Tage" und "Frau mit Herz".


Kleiner Generationswechsel unterm Regenbogen: Peter Viktor Kulig, 76 und seit 47 Jahren als Klatsch-Chefredakteur im Geschäft mit den Reichen und Schönen, gibt einen Teil seiner Verantwortung bei Klambt ab. Rosita Wolf, 48, übernimmt die Leitung der Unterhaltungs-Blättchen "7 Tage" und "Frau mit Herz" zum 1. Juli. Kulig – dienstältester Chefredakteur der Republik – hat die wöchentlichen Frauen-Hefte dann 17 Jahre lang geführt, er behält die Chefredaktion der monatlichen Titel "Adel aktuell" und "Adel heute".

Nachfolgerin Rosita Wolf wirkt derzeit als Vize-Chefin der Wochenzeitschrift "Freizeitwoche". Das Heft entsteht in einem Joint Venture zwischen Klambt und Bauer. "7 Tage" und "Frau mit Herz" sind die ältesten Women's Weeklys von Klambt. Die Hefte erscheinen seit mehr als 50 Jahren.
per Mail, turi2.de (Porträt über Peter Viktor Kulig in der "turi2 edition3")Kommentieren ...

Thomas Roth folgt auf Chefredakteurin Isabell Funk beim "Trierischen Volksfreund".

Es ist ein Junge: Der "Trierische Volksfreund" macht Thomas Roth, 42, ab spätestens August zum Chefredakteur. Er folgt auf Isabell Funk, 61, aktuell eine von nur fünf Chefinnen bei den 102 regionalen deutschen Zeitungen. Funk plant offenbar einen Branchenwechsel: Laut Verlag will sie nach fast 40 Jahren journalistischer Tätigkeit "an anderer Stelle noch einmal neue Aufgaben" wahrnehmen. Roth kommt von der "Braunschweiger Zeitung".
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Springer macht mit gleichbleibendem Umsatz mehr Gewinn.


#FreeDeniz: Mathias Döpfner verkündet ein solides Jahresergebnis für den Springer-Konzern und sorgt sich um den in der Türkei inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel. (Foto: dpa)

In der Gewinnzone: Springer schließt 2016 mit stabilem Umsatz und einem satten Gewinn-Plus ab. Besonders das Digitalgeschäft sorgt weiter für gute Stimmung - und das Wachstum bei den US-Investments. Springer führt seine US-Tochter Business Insider erstmals in die Gewinnzone. Insgesamt setzt der Konzern 3,29 Mrd Euro um, konsolidierungs- und währungsbereinigt steigen die Einnahmen sogar leicht um 4,1 %. Das EBITDA legt um 6,5 % zu und erreicht 595,5 Mio Euro. Der Konzernüberschuss wächst um stolze 47,7 % auf 450 Mio Euro.

Das Digitalgeschäft des Verlags gewinnt weiter an Bedeutung und erwirtschaftet 67 % des Umsatzes und knapp 85 % der Werbeeinnahmen, fast 5 % mehr als 2015. Die Vertriebserlöse sinken dagegen um 10 %. Motor des Konzerns bleiben die Rubrikenmärkte. Durch organisches Wachstum und Zukäufe steigen die Einnahmen hier um fast 17 % auf knapp 880 Mio Euro. Die Zahl der Abonnenten der Paid-Content-Angebote von Welt.de und Bild.de steigt um 9,6 % auf 421.002 Kunden. Der Umsatz der Bezahlangebote schrumpft allerdings bereinigt um 1,6 %.

Für 2017 erwartet der Konzern ein Umsatzplus im einstelligen Prozent-Bereich. Die Werbeeinnahmen sollen wieder steigen und die erwarteten leichten Rückgänge bei den Vertriebseinnahmen überkompensieren. Bei den Bezahlangeboten erwartet Springer keine großen Zuwächse und lässt die Prognose auf dem Niveau von 2016.
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Anke Schäferkordt gibt Führung der RTL Group ab – Bert Habets übernimmt.


Zurück nach Köln: Anke Schäferkordt tritt bei RTL kürzer und gibt die Führung der internationalen RTL Group ab. Künftig wolle sich die Managerin auf die Geschäftsführung der Mediengruppe RTL Deutschland konzentrieren und auf ihren Sitz im Bertelsmann-Vorstand, teilt der Konzern mit. Schäferkordt war 2012 an die Spitze von RTL aufgerückt und hatte die Sendergruppe gemeinsam mit Guillaume de Posch geleitet. Auch in dieser Rolle hat sie sich vor allem um das Geschäft in Deutschland gekümmert.

Neuer Co-Chef der RTL Group wird Bert Habets, er leitet bisher die RTL-Geschäfte in den Niederlanden. Habets arbeitet seit 1999 bei der RTL Group, bzw. deren Vorgänger CLT-UFA. 2001 wechselte als CFO in die RTL-Führung in den Niederlanden - seit 2008 leitet er die Geschäfte dort. Morgen will RTL seine Bilanz für 2016 vorlegen.
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Urteil: Facebook muss nicht aktiv nach Hass-Posts suchen.


Kein Lösch-Automatismus: Facebook muss Hass-Posts nicht aktiv suchen und löschen, urteilt das Landgericht Würzburg. Die Richter haben den Antrag des syrischen Flüchtlings Anas M. auf einstweilige Verfügung abgelehnt. Sein Selfie mit Angela Merkel wurde in verleumderischen Fotomontagen genutzt, die ihn als Terroristen dargestellt haben. Er und sein Anwalt, der Würzburger IT-Jurist Chan-jo Jun, hatten von Facebook gefordert, die Bilder und Duplikate davon automatisch zu löschen.

Facebook hatte argumentiert, das sei technisch nicht möglich. Die Richter sehen das soziale Netzwerk auch nicht in der Pflicht: Da sich Facebook die Verleumdungen von Dritten nicht zu Eigen gemacht habe, könne der Konzern auch nicht zu einer Unterlassung gezwungen werden. Nur aktiv gemeldete Beiträge müssten gelöscht werden.
tagesspiegel.de, faz.net, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Erdogan wirft "Welt"-Journalist Deniz Yücel Spionage vor.

testDie Türkei und der ausländische Agent: Der türkische Präsident Erdogan beschuldigt den "Welt"-Journalisten Deniz Yücel der Spionage. Yücel sei ein kurdischer Aktivist und "deutscher Agent", sagte er bei einer Rede in Istanbul. "Als ein Vertreter der PKK, als ein deutscher Agent hat sich diese Person einen Monat lang im deutschen Konsulat versteckt", sagte Erdogan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Das Staatsoberhaupt wirft den deutschen Behörden vor, "Terrorismus" in der Türkei zu unterstützen. "Sie müssen wegen Unterstützung und Beherbergung von Terrorismus vor Gericht gestellt werden." Das Auswärtige Amt weist die Vorwürfe als "abwegig" zurück.

Erdogan ärgert sich über die Absage mehrerer Redeauftritte seiner Minister in Deutschland. Sie dürften dort nicht sprechen, während Vertreter der verbotenen Kurdenorganisation öffentlich das Wort ergreifen dürften, sagt Erdogan, der sich zum ersten Mal seit der Verhaftung Yücels zu dem Fall äußert. Der deutsch-türkische Korrespondent der "Welt" sitzt im Gefängnis in Silivri, westlich von Istanbul. Die Türkei hält ihm Terrorpropaganda und Volksverhetzung vor. Nach Auskunft seines Anwalts drohen ihm bis zu zehneinhalb Jahre Haft.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Junge Freiheit": Vorerst keine deutschsprachige Ausgabe von Breitbart News.

Breitbart News kommt auf absehbare Zeit nicht nach Deutschland, will die rechtskonservative "Junge Freiheit" von der Konkurrenz in spe erfahren haben. Breitbart hätte zwar weiterhin gern eine deutschsprachige Ausgabe, verzichte aber wegen "der vielen Komplikationen" zunächst, zitiert das Blatt Breitbarts Rom-Korrespondenten Thomas Williams.
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Türkei: Deniz Yücel kommt in Untersuchungshaft.

Deniz Yücel
Unfree Deniz: Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der "Welt", muss in türkische Untersuchungshaft. Nach einem Haftantrag der Staatsanwaltschaft hat Haftrichter Mustafa Cakar am Montagabend in beiden Anklagepunkten Untersuchungshaft verhängt. Yücel wird Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung vorgeworfen. Er befindet sich seit knapp zwei Wochen in der Türkei in Polizeigewahrsam. Yücels Anwälte wollen Einspruch gegen die Entscheidung des Haftrichters einlegen. Untersuchungshaft kann in der Türkei bis zu fünf Jahre dauern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet die Entscheidung als "bitter und enttäuschend" und hält die Untersuchungshaft für "unverhältnismäßig". Deutlicher wird Außenminister Sigmar Gabriel: "Das ist eine viel zu harte und deshalb auch unangemessene Entscheidung."

Unterdessen setzen sich einige hundert Journalisten und Medienmacher mit einer ganzseitigen, zweisprachigen Anzeige in der "Süddeutschen Zeitung" für die Freilassung von Deniz Yücel ein. Verantwortlich im Sinne des Presserechtes zeichnen für die Anzeige Spiegel-Online-Autorin Margarete Stokowski, Schriftstellerin Sibylle Berg und Moderator Jan Böhmermann.
welt.de, welt de (Merkel/Gabriel), turi2.de (Anzeige) 3 Kommentare

"Spiegel": BND hat ausländische Journalisten abgehört.

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Nachrichtendienst belauscht Nachrichtenmacher: Der BND hat seit 1999 offenbar die Kommunikation zahlreicher ausländischer Medien überwacht, berichtet der "Spiegel" und beruft sich auf Dokumente des Geheimdienstes. Auf einer Überwachungsliste stehen demnach mindestens 50 Telefon- und Faxnummern oder E-Mail-Adressen von Journalisten und Redaktionen, darunter mehr als ein Dutzend Anschlüsse der BBC in Afghanistan, der Zentrale in London und Redaktionen des Auslandsdienstes BBC World Service. Auch ein Anschluss der "New York Times" in Afghanistan sowie Mobil- und Satellitentelefone der Nachrichtenagentur Reuters in Afghanistan, Pakistan und Nigeria stehen auf der Liste und wurden womöglich bespitzelt.

Die Journalisten-Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilt die Überwachung als einen "ungeheuerlichen Angriff auf die Pressefreiheit", der eine "neue Dimension des Verfassungsbruchs" darstelle. Der Verband geht davon aus, dass der Bundesnachrichtendienst ausländische Journalisten auch weiterhin abhören wird und bereitet mit anderen Journalistenverbänden sowie der Gesellschaft für Freiheitsrechte eine Verfassungsklage gegen das BND-Gesetz vor.
"Spiegel" 9/2017, Seite 442 Kommentare

Chefredakteur Philip Grassmann verlässt den "Freitag".

Philip Grassmann 150Freitag: Philip Grassmann, seit 2009 Chefredakteur der Wochenzeitung von Jakob Augstein, verlässt den "Freitag" Mitte März. Er wird Geschäftsführer des Hamburger Programmkinos Abaton, das sein Vater 1970 gegründet hat. Zum Chefredakteur beim "Freitag" steigt der langjährige Mitarbeiter Christian Füller auf. Katja Kullmann bleibt Vize-Chefin.
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"Zeit": Heiko Maas drängte auf Einstellung von Ermittlungen gegen Netzpolitik.org.

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Ermittlung nach Maas: Bundesjustizminister Heiko Maas hat bei den Ermittlung gegen das Blog Netzpolitik.org wegen Landesverrats im Frühjahr 2015 womöglich eine andere Rolle gespielt als bisher eingestanden. Das berichtet die "Zeit" unter Berufung auf interne Akten der Bundesanwaltschaft. Demnach soll Maas über seine Staatssekretärin Stefanie Hubig mehrfach und unter Androhung sofortiger Entlassung massiv gedrängt haben, die Ermittlungen gegen die beiden Blogger Markus Beckedahl und Andre Meister einzustellen. Bisher hatten Maas und Vertreter seines Ministeriums stets bestritten, entsprechende Anweisungen an den Generalbundesanwalt gegeben zu haben.

Die Bundesanwaltschaft hatte im Frühjahr 2015 Ermittlungen gegen Beckendahl und Meister aufgenommen, nachdem Netzpolitik.org vertrauliche Unterlagen u.a. zu Abwehrmaßnahmen gegen Cyberangriffe veröffentlicht hatte. Der damalige Generalbundesanwalt Harald Range sagte damals öffentlich, Maas behindere die Ermittlungen und übe Druck aus, weil die Strafverfolgung von Journalisten politisch nicht opportun sei. Range verlor nach diese Aussage sein Amt, wenige Tage später wurden die Ermittlungen eingestellt.
zeit.deKommentieren ...

"auto motor und sport"-Chefredakteur Jens Katemann wechselt zu Skoda.

Jens Katemann 150Motor Presse Stuttgart verliert Jens Katemann, 42, an die Autoindustrie. Der Chefredakteur von auto motor und sport sowie AutoStrassenverkehr und zugleich redaktioneller Gesamtleiter aller Autotitel des Verlags verlässt das Unternehmen Ende März "auf eigenen Wunsch" und wechselt als Kommunikationschef zur VW-Tochter Skoda, schreibt der "PR Report". Er folgt dort auf Peik von Bestenbostel, der in Wolfsburg die PR der Marke Volkswagen übernimmt. Bei "auto motor und sport" bildet Co-Chefredakteur Ralph Alex die Chefredaktion gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Birgit Priemer.
prreport.de, motorpresse.de, turi2.de/edition3 (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Jens Katemann und Ralph Alex definieren "auto motor und sport" ständig neu.

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Barbara Hans ordnet bei Spiegel Online ihre Mannschaft neu.

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Die neue Führungsmannschaft von Spiegel Online ist großteils die alte: Barbara Hans (links), befördert Jörn Sucher und Christina Elmer (oben) und hält an Matthias Streitz und Roland Nelles (unten) fest. (Fotos: Christian O. Bruch, Daniel Reinhardt/dpa, Montage: turi2)

Teambuilding an der Ericusspitze: Barbara Hans (links), Chefredakteurin von Spiegel Online, stellt nach dem Abgang von Florian Harms die Führungsmannschaft des Nachrichtenportals neu auf und setzt dabei auf die Beförderung langjähriger SpOn-Recken. Jörn Sucher, 42, (oben links) bisher Mitglied der Chefredaktion, rückt als Vize-Chefredakteur auf. Er schreibt seit 2004 für das Nachrichtenportal, schon sein Volontariat machte er spiegelnah - beim Online-Auftritt des "manager magazins". Christina Elmer, 33, (oben rechts) seit 2013 an der Ericusspitze und seit 2016 Ressortleiterin Datenjournalismus, wird Mitglied der Chefredaktion. Neuer Produkt- und Entwicklungschef ist Matthias Streitz, 43 (unten links). Er bleibt, genauso wie Roland Nelles (unten rechts), Büroleiter Berlin und Ressortleiter Politik, Mitglied der Chefredaktion.
spiegelgruppe.de4 Kommentare

"FAZ"-Journalist Hans Barbier stirbt im Alter von 79 Jahren.

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Neoliberale Stimme verstummt: Hans Barbier, 79, ist tot. Der frühere Leiter des Wirtschaftsressorts der "FAZ" starb in der Nacht von Donnerstag auf Freitag nach kurzer, schwerer Krankheit in Bonn, berichtet die "FAZ". Herausgeber Holger Steltzner würdigt den Journalisten als "ordnungspolitischen Prüfstein der Wirtschaftsredaktion", durch dessen Schule "Generationen von Jungredakteuren" gegangen seien.

Barbier kam 1969 zur "FAZ" und schrieb bis 1974 für die Börsenredaktion der Zeitung. Er wurde Bonner Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung", 1986 holte ihn die "FAZ" als Chef des Wirtschaftsressorts zurück, das er bis 2002 leitete. Nach seiner Pensionierung schrieb er weiter die "FAZ"-Kolumne "Zur Ordnung" und wirkte bis 2014 als Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung. Außerdem arbeitete er als Botschafter für die neoliberale Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. (Foto: dpa)
faz.net, kress.de

Mitarbeit: Markus Trantow2 Kommentare

Türkische Polizei nimmt "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel fest.

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Deutscher Pass schreckt nicht ab: Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der "Welt", befindet sich in Gewahrsam im Polizeipräsidium von Istanbul, berichtet die Zeitung. Ihm werde die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Datenmissbrauch und Propaganda für Terrororganisationen vorgeworfen. Deniz Yücel ist in Flörsheim am Main geboren und besitzt die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft.

Yücel hat als einer von vielen Journalisten über den Inhalt des gehackten E-Mail-Accounts von Berat Albayrak berichtet, Energieminister und Schwiegersohn des autoritären türkischen Präsidenten Erdogan. In den Enthüllungen geht es u.a. um Einflussnahmen der Regierung auf Medien, das Vorgehen gegen die kurdische Minderheit, Ölgeschäfte und den türkischen Einfluss auf den syrischen Bürgerkrieg.
welt.de, welt.de (Background)Kommentieren ...

Burda übernimmt weitere Anteile an C3.

c3_600Burda macht sich im Content Marketing breiter und übernimmt weitere Anteile an C3, der gemeinsamen Content-Marketing-Agentur mit Lukas Kircher und Rainer Burkhardt. Kircher und Burkhardt verkaufen 35 % der Anteile an Burda, berichtet "CP-Monitor".

Burda hält bisher 50 % an der Agentur, Ergebnis der Fusion von BurdaCreative mit KircherBurkhardt Ende 2014. Kircher und Burkhardt gehören bisher je 25 %. Den Kaufpreis nennen die Beteiligten nicht.
cp-monitor.de, wuv.de, horizont.net, bundeskartellamt.de (Liste der laufenden Verfahren)

Aus dem Archiv von turi2.tv: C3-Chef Lukas Kircher fühlt sich mitschuldig am Niedergang der klassischen Medien.
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Schlappe für Böhmermann: Schmähgedicht bleibt zu großen Teilen verboten.

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Keine Pointe: Jan Böhmermann unterliegt vor dem Landgericht Hamburg dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan. Böhmermanns Schmähgedicht bleibt zu großen Teilen verboten. Das Gericht bestätigt damit eine einstweilige Verfügung aus dem vergangenen Jahr und entscheidet gegen Satire- und Kunstfreiheit.

Laut der Pressekammer sind nur wenige Zeilen des Werks von diesen Rechten gedeckt. Erdogan wollte mit seiner Klage das Gedicht in vollem Umfang verbieten lassen. Bereits im Vorfeld der Entscheidung hatte Böhmermann-Anwalt Christian Schertz angekündigt, in die nächste Instanz zu ziehen, sollte das Gericht gegen seinen Mandanten urteilen.
meedia.de, spiegel.de, turi2.de (Background)1 Kommentar