Springer will sich vom Bereich Marketing Media trennen.

Springer plant, sich "mittel- bis langfristig" vom Geschäftsbereich Marketing Media zu trennen, kündigt Vorstandschef Mathias Döpfner bei der Hauptversammlung an. Zum Bereich zählt etwa das Preis- und Produktvergleich-Portal Idealo. Ein Sprecher erläutert, Trennung bedeute nicht Verkauf – einzelne Töchter könnten beispielsweise anderen Bereichen zugeordnet werden. Ein Verkauf von Idealo sei nicht geplant. Springer will sich laut Döpfner auf die beiden anderen Säulen digitaler Journalismus und digitale Rubriken konzentrieren und darin nichts weniger werden als "Weltmarktführer". In das Rubrikengeschäft mit Job-, Immobilien- und Autoportalen will Springer dieses Jahr einen "mittleren zweistelligen Mio-Euro-Betrag" investieren.
de.reuters.com

Hinweis: In einer früheren Version war von einem Verkauf des Bereichs Marketing Media die Rede. Laut Springer solle der Bereich jedoch nicht verkauft, sondern aufgelöst und die enthaltenden Unternehmen z.B. neu zugeordnet werden.

"Spiegel" holt Clemens Höges in die Chefredaktion.


Blattmacher wird Boss: "Spiegel" beruft Clemens Höges in die Chefredaktion – neben Steffen Klusmann und Barbara Hans. Sein Amt als Blattmacher wird Höges behalten. Er scheidet jedoch aus der Kommission aus, die die internen Verfehlungen rund um den Relotius-Skandal untersucht. Der Verlag betont, dass sich die Fertigstellung des Abschlussberichts dadurch nicht verzögere. Der Bericht werde "in Kürze" an Klusmann und Geschäftsführer Thomas Hass übergeben.

Mit Höges' Berufung endet ein Vakuum an der Spitze des Magazins, ausgelöst durch den Fall Relotius. Ullrich Fichtner und Matthias Geyer ließen ihre Ämter als Co-Chefredakteur bzw. Blattmacher zunächst ruhen – und wurden dann auf Posten mit "besonderen Aufgaben" weggelobt. Fichtner und Geyer waren als Förderer und Ressortchef von Relotius für die Chefredaktion verbrannt. Die Lücke füllte Höges zunächst übergangsweise als Blattmacher, ab sofort offiziell als Teil der Chefredaktion. Höges ist seit 1990 beim "Spiegel", leitete früher Deutschland- und Auslandsressort. Unter Wolfgang Büchner wurde er 2014 schon einmal stellvertretender Chefredakteur. (Foto: Fotoraum Reinhold / Der Spiegel, Montage_ turi2)
spiegelgruppe.de

Aktuell bei turi2.tv: Clemens Höges spricht am vergangenen Freitag über die Relotius-Aufklärung.

Chefredakteur Jan-Eric Peters verlässt Springers Samsung-News-App Upday.


Updayte fürs Leben: Upday, Springers News-App für Samsung-Smartphones, und Chefredakteur Jan-Eric Peters gehen getrennte Wege. Er verabschiedet sich bis Juni 2020 in ein Sabbatical und werde dann eine neue Aufgabe bei Springer übernehmen. Einen direkten Nachfolger soll es nicht geben, stattdessen will Springer die redaktionelle Leitung "rotierend" besetzen. Die Leiter der acht nationalen Upday-Redaktionsteams sollen abwechselnd die übergeordnete redaktionelle Verantwortung übernehmen.

Peters schreibt in einer Mail an das Team, Upday sei bei "Null gestartet und heute die Nummer 1, die beliebteste News-App in Europa". Damit sei sein "Auftrag bei Upday erfüllt". Nach 35 Jahren in der Medienbranche wolle er eine Pause "für so manches, das ich schon immer mal machen wollte". Peters hat Upday seit 2015 aufgebaut, inzwischen ist die News-App in 16 Ländern aktiv. Vor seinem Job bei Upday war Peters zehn Jahre Chefredakteur der "Welt"-Gruppe. (Foto: Michael Kappeler/dpa)
meedia.de, horizont.net, facebook.com


Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf verlässt Bauer, Veit Dengler steigt auf.

Wachwechsel auf der Bauer-Brücke: Der Bauer-Verlag und Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf (Foto, rechts) gehen getrennte Wege. Verlegerin Yvonne Bauer spricht von unterschiedlichen Auffassungen "über den zukünftigen Kurs". Veit Dengler übernimmt ab sofort und wird Chief Operating Officer. Er denkt laut "Welt" über Zukäufe und Verkäufe nach und sagt "Horizont", er sei "mitten in der Portfolio-Analyse".

Dengler war bislang für Neugeschäft, Vergleichsportale, Radio und englischsprachige Medien verantwortlich. Von Hausendorf übernimmt er nun den Rest – insbesondere das gesamte Publishing-Geschäft. Zum Konzern gehören rund 700 Zeitschriftenmarken weltweit und rund 100 Radiosender. Bauer will sich vom Verlag zum Unternehmen entwickeln, das in neue Geschäftsfelder investiert. Mit klassischen Medien verdient Bauer wie fast alle auf dem Markt von Jahr zu Jahr weniger.

Ein neues Publishing Board soll das Zerwürfnis zwischen Hausendorf und Verlegerin Yvonne Bauer verschärft haben, hört Gregory Lipinski. In das Manager-Gremium soll Stefanie Hauer einziehen. Die Ex-Chefin von "Ostsee-Zeitung" und "Lübecker Nachrichten" hatte Madsack nach einem missglückten Auftritt mit dem damaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz verlassen müssen.
bauermedia.com, horizont.net welt.de, meedia.de (Lipinski)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Veit Dengler, im Sommer 2015 noch NZZ-Chef, spricht im Interview über seinen Innovationen-Turbo.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe wird auch CEO der RTL Group, Bert Habets geht.


Gütersloh übernimmt: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe (Foto, links) wird zusätzlich CEO der RTL Group – überraschend und mit sofortiger Wirkung. Der bisherige Chef Bert Habets legt sein Amt ebenso überraschend aus "persönlichen Erwägungen" nieder. Vom "besten gegenseitigen Einvernehmen" ist nicht die Rede und legt nahe, dass es Streit gegeben hat. Habets selbst kommt in der Pressemitteilung nicht zu Wort, Rabe dankt ihm aber "für mehr als 20 Jahre in unterschiedlichen Führungsfunktionen bei der RTL Group".

Aus RTL-Kreisen ist zu hören, dass Habets mit Lebensmittelpunkt und Familie in Amsterdam aus privaten Gründen nicht so viel Zeit wie vorgesehen in Luxemburg verbracht hat. Der Niederländer arbeitete seit 1999 für die RTL Group und gilt laut "Handelsblatt" als Experte fürs Streaming-Geschäft. Die RTL Group ist gemessen an Umsatz und Ergebnis der wichtigste Unternehmensbereich des Bertelsmann-Konzerns. Thomas Rabe will die vielfältigen Geschäfte des Gütersloher Medienriesen besser untereinander vernetzen – etwa den Verlag Gruner + Jahr mit RTL in Deutschland. Bei der übergeordneten RTL Group könnte der oberste Strippenzieher Rabe jetzt die Vernetzung selbst in die Hand nehmen.
bertelsmann.de, dwdl.de, handelsblatt.com, reuters.com

Mitarbeit: Markus Trantow

EU-Parlament stimmt für die Urheberrechtsreform.


EUrheberrecht: Das Europäische Parlament hat der umstrittenen Reform des Urheberrechts mehrheitlich ohne Änderungen zugestimmt. 348 Abgeordnete votierten dafür, 274 dagegen. Damit machen die Abgeordneten den Weg für eine schnelle Umsetzung frei – auch für den umstrittenen Artikel 13 und damit verbundene Upload-Filter. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen das Ergebnis der Abstimmung noch einmal bestätigen.

Die Verleger-Verbände VDZ und BDZV nennen die Reform eine "wichtige Voraussetzung für die Zukunft des freien und unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära". Der Verband Deutscher Lokalzeitungen erwartet sich von der Reform ein "ausgewogeneres Verhältnis zwischen Inhalteproduzenten und Digitalmonopolisten". Der Bundesverband Musikindustrie sagt, der europäische Gesetzgeber sende damit "ein klares Signal in die Welt". Der DJV spricht von einem "Sieg für die Urheber". Verbandschef Frank Überall sieht "genügend Spielraum, berechtigte Kritik zu berücksichtigen".

Piraten-Politikerin Julia Reda, schärfste Kritikerin der Reform, twittert dagegen, heute sei "ein schwarzer Tag für die Netzfreiheit". Der SPD-Europapolitiker Tiemo Wölken kritisiert: "Die Parlamentsmehrheit ignoriert die Stimmen hunderttausender junger Menschen." Bundesjustizministerin Katarina Barley sagt, sie "bedaure sehr", dass das Europäische Parlament sich nicht gegen Uploadfilter positioniert habe. "Sie sind der falsche Weg."
welt.de, vdz.de, musikindustrie.de, djv.de

Mitarbeiter: Björn Czieslik

"Spiegel": Ullrich Fichtner und Matthias Geyer werden nicht Co-Chefredakteur und Blattmacher.


"Besondere Aufgaben": Der "Spiegel" zieht personelle Konsequenzen aus dem Fall Relotius und macht Ullrich Fichtner (Bild, links) nicht wie angedacht zum Co-Chefredakteur und Matthias Geyer (Bild, rechts) nicht zum Blattmacher. Geyer gibt zudem die Leitung des Gesellschaft-Ressorts ab. Gleichzeitig schreibt der Verlag, die interne Untersuchung habe ergeben, "dass Ullrich Fichtner und Matthias Geyer keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trifft". Fichtner und Geyer bleiben beim "Spiegel". Fichtner wird "Reporter mit besonderen Aufgaben" und soll Titelgeschichten konzipieren und verfassen sowie Großprojekte betreuen. Geyer soll mit dem Titel "Redakteur für besondere Aufgaben" die Textqualität betreuen – im Auftrag der Blattmacher statt als Blattmacher.

Beide sollten ihre Positionen eigentlich zum Jahreswechsel antreten, ließen die Posten jedoch zunächst ruhen. Wer an ihrer Stelle nun die vakanten Posten übernehmen soll, will der "Spiegel" in den kommenden Wochen entscheiden. Das Gesellschaftsressort wird bis auf Weiteres von der bisherigen Vize Özlem Gezer geführt.
spiegelgruppe.de, turi2.de (Background)

Jessica Peppel-Schulz wird Chefin von Condé Nast Deutschland.

Condé Nast holt Jessica Peppel-Schulz als Chefin für Condé Nast Deutschland. Peppel-Schulz war zuletzt fünf Jahre Boss der Digitalagentur UDG. Condé Nasts International-Chef Wolfgang Blau lobt Peppel-Schulz für ihre "weitreichende Führungserfahrung in verschiedenen Sparten des Mediengeschäfts". Ex-Deutschandchef Moritz von Laffert ging zum Jahreswechsel nach fast zehn Jahren.
new-business.de, turi2.de (Background)

Wolfgang Büchner verlässt Madsack – Hannah Suppa und Marco Fenske übernehmen.


Tschüss, Hannover: Die Mediengruppe Madsack und Wolfgang Büchner, zuletzt Geschäftsführer des Redaktionsnetzwerks Deutschland und Entwicklungs-Chefredakteur beim Regionalzeitungs-Riesen, gehen getrennte Wege. Büchner war vor gut zwei Jahren von Ringier zu Madsack gewechselt. Er soll den Verlag weiter beraten, schreibt Madsack in seiner Pressemitteilung. Mit Büchners Abgang steigen Hannah Suppa, Chefredakteurin der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" und Marco Fenske, Chefredakteur des RND, weiter auf und übernehmen auch die Geschäftsführung der Zentralredaktion.

Büchner war 2017 bei Madsack zunächst als Chief Content Officer angetreten. Ende 2018 hatte der Verlag Büchners Rückzug aus der redaktionellen Verantwortung bekannt gegeben – zugunsten von Fenskes Aufstieg vom Sportchef zum Chefredakteur. Hannah Suppa wirkt seit Juli 2017 als Chefredakteurin der "Märkischen Allgemeinen Zeitung", wer ihr in Potsdam nachfolgt, ist noch nicht bekannt.
madsack.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Marco Fenske baut mit dem Sportbuzzer dem Regional-Fußball die große Bühne. (10/2017)

Gruner + Jahr und Bauer gründen gemeinsamen Vertrieb.


Elefantenhochzeit: Gruner + Jahr und Bauer starten eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft mit dem Namen "Der Medienvertrieb (DMV)". Die Verlage wollten damit "den veränderten Anforderungen des Marktes" begegnen. Im neuen Unternehmen wollen beide Seiten "alle Vertriebsaufgaben im Einzelvertrieb für Verlagskunden zusammenführen". Das schließe auch das Mandantengeschäft der Partner ein, also von Seiten von Gruner + Jahr unter anderem auch "Spiegel" und "Zeit". Den Abonnementvertrieb und den digitalen Vertrieb wollen beide Seiten weiter eigenständig führen. Mark Schrader, Geschäftsleiter bei Bauers Vertriebsdienstleister VU Verlagsunion, und Marco Graffitti, Geschäftsführer der G+J-Vertriebstochter DPV, sollen das Joint-Venture gleichberechtigt führen.

Die genauen Gesellschafteranteile seien noch offen, schreibt "Horizont", vermutlich werde Bauer jedoch eine Mehrheit halten. Über einen Dienstleistungsvertrag sei zudem gesichert, dass Bauers Vertriebsparte die operativen Aufgaben übernehme. Die Kartellbehörden müssen dem Zusammenschluss noch zustimmen. Wie viele der Angestellten der beiden jetzigen Vertriebszweige übernommen werden, sei noch unklar.
horizont.net, bauermedia.com,

Media Impact: Chef Hans Hamer gibt an Carsten Schwecke ab.

Media Impact steht vor einem Führungswechsel. Geschäftsführer Hans Hamer (Foto), 55, verlässt den gemeinsamen Vermarkter von Springer und Funke am 1. März "auf eigenen Wunsch". Ihm folgt Carsten Schwecke, 43, zurzeit Geschäftsführer für die Digitalvermarktung bei Media Impact. Hamer leitet seit Oktober 2017 die Geschäfte von Media Impact. Zuvor war er 15 Jahre lang Verlagsgeschäftsführer der Auto-, Computer- und Sport-Gruppe Springers.
axelspringer.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: Media-Impact-Chef Hans Hamer: Vermarkter müssen kreativer denken (11/2018)

DuMont plant, sich von den Zeitungen zu trennen.


Unter Druck: DuMont plant, sich von sämtlichen Regionalmedien zu trennen, schreibt Ulrike Simon bei Horizont.net. Sie berichtet aus einem Verkaufsprospekt der Beratung Goetzpartners für DuMont. DuMont bestätigt eine "mögliche Veräußerung von Teilen des Portfolios" als Option, will aber noch keine Entscheidungen getroffen haben.

Den Unterlagen zufolge plant DuMont, sich vom "Kölner Stadt-Anzeiger", dem "Express", der "Berliner Zeitung", dem "Berliner Kurier", der "Mitteldeutschen Zeitung" und der "Hamburger Morgenpost" sowie allen Druckereien und Anzeigenblättern zu trennen. Mögliche Käufer sollen die Offerte zum Jahresbeginn erhalten haben. Neben einem Gebot sollen die Interessenten auch einzelne Bestandteile bewerten - eventuell könnten also auch einzelne Titel an einzelne Käufer gehen.
horizont.net (Paid), twitter.com/epdmedien (DuMont-Statement)

Herbert Kloiber verkauft die Tele München Gruppe an den Investor KKR.


Klappe fällt: Herbert Kloiber verkauft die Tele München Gruppe an US-Investor KKR. Bei KKR soll Fred Kogel, Ex-Chef bei Constantin Medien, die TMG führen. Der Investor will die Gruppe laut Pressemitteilung zu einer Plattform ausbauen, "die vom Filmset bis ins Kino und zur TV-Auswertung die komplette Wertschöpfungskette" abdeckt und dafür weitere Firmen zukaufen.

Kloiber Senior soll bei TMG Mitglied des Beirates werden. Kloibers Sohn, Herbert L. Kloiber, bleibt Geschäftsführer der Kerngesellschaften. Zu dem Medienunternehmen gehören u.a. der gemeinsam mit Disney gehaltene Drittelanteil an RTL2, rund 85% von Odeon Film und zahlreiche TMG-Töchter, z.B. der Concorde Filmverleih und der Privatsender Tele 5.

Kloiber Senior hat die TMG 1977 übernommen, danach die Cinemaxx Gruppe gekauft und mit Medienunternehmen wie Burda, Bauer, Silvio Berlusconis Fininvest und Disney kooperiert. Vor zwei Jahren verkaufte TMG ihre Beteiligung am verlustreichen österreichischen Privatsender ATV an den Österreich-Ableger von ProSiebenSat.1.
presseportal.de, dwdl.de

Tanit Koch wird n-tv-Chefin und Chefredakteurin Zentralredaktion der Mediengruppe RTL.

Kampfansage aus Köln: Die Mediengruppe RTL holt die frühere "Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch an Bord. Koch, 41, beerbt Hans Demmel, 63, als n-tv-Geschäftsführerin. Zugleich baut sie als Chefredakteurin eine Zentralredaktion innerhalb der Mediengruppe auf. Koch soll n-tv, die RTL-Redaktionen und RTL.de zu einer Einheit vernetzen – laut RTL zusammen 700 Journalisten. Tanit Koch arbeitet zusammen mit n-tv-Chefredakteurin Sonja Schwetje, RTL-Chefredakteur Michael Wulf und RTL-Interactive-Chefredakteur Jan Rudolph unter dem Digital- und News-Geschäftsführer Jan Wachtel.

Erst im Dezember startete RTL.de als Boulevard-Portal neu und steht thematisch in Konkurrenz zu Bild.de. Koch wird in ihrer neuen Funktion also ihrem Ex-Arbeitgeber Springer auf die Pelle rücken. Dafür wird sie sowohl Managerin als auch Chefredakteurin. Vorgänger Hans Demmel verabschiedet sich nach 26 Jahren aus der Mediengruppe, bleibt aber Chef der Privatsender-Lobby Vaunet. (Foto: Andreas Gebert / Picture Alliance, Montage: turi2)
per Mail, dwdl.de, horizont.net

Karl Lagerfeld ist tot.

In Memoriam Modezar: Karl Lagerfeld ist tot. Laut französischen Medien starb er am Dienstagmorgen in einem Pariser Krankenhaus. Über Lagerfelds Alter gibt es verschiedene Angaben – laut Lagerfeld selbst wurde er 1935 geboren, Klassenkameraden und das kirchliche Taufregister Hamburgs nennen hingegen 1933 als Geburtsjahr.

Lagerfeld war im Januar erstmals nicht bei der Chanel-Schau aufgetreten. Sorgen um seine Gesundheit hatte er dementiert und sich per Video gemeldet. Lagerfeld war seit 1983 Kreativdirektor beim französischen Modehaus Chanel, außerdem entwarf er auch für die italienische Modemarke Fendi und sein eigenes Label.
n-tv.de, bild.de

Handelsblatt-Gruppe streicht 20 bis 30 Stellen, beerdigt Global Edition.


Orange blutet rot: Die Handelsblatt Media Group hat 2018 ihre Finanzziele nicht erreicht und will deshalb den Rotstift ansetzen, sagt Geschäftsführer Frank Dopheide zu "Horizont". Der Umsatz habe 2018 stagniert, das Ergebnis sei gesunken. Bis Ende 2021 will die Handelsblatt-Gruppe laut "Horizont" mehrere Mio Euro sparen: Die Personalkosten sollen um 3 % sinken, was 20 bis 30 Stellen weniger bedeutet. Sie sollen über Vorruhestände entfallen, Kündigungen kommen wohl dazu. Die englischsprachige Digitalausgabe "Handelsblatt Today" bekommt der Verlag "auf absehbare Zeit nicht profitabel" und stellt sie deshalb ein.

Dopheide sagt zu "Horizont": "Wir müssen genügend Finanz- und Managementkraft aufbringen, um unsere Transformation schnell genug umsetzen zu können. Die Ressourcen zum Investieren in neue Produkte und in Technologie müssen wir freischaufeln und steigern." Der Verlag wolle sich künftig auf reine Wirtschaftsthemen fokussieren und habe deshalb auch Meedia verkauft. Damit enden nach dem Abgang Gabor Steingarts auch zwei seiner Projekte: Er hatte Meedia gekauft und die Global Edition des "Handelsblatts" gegründet.
horizont.net

Aus dem turi2.tv-Archiv: Handelsblatt wird zum Bildungs-Unternehmen: Das große Interview mit Frank Dopheide.

Die EU einigt sich auf Leistungsschutzrecht und Uploadfilter.


Hyperlinks-Ruck: Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments haben sich am Mittwoch auf eine Reform des EU-Urheberrechts geeinigt, die ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger beinhaltet, berichtet die dpa. Künftig sollen Portale wie Google News für die Anzeige von Artikel-Ausschnitten Geld an die Verlage zahlen. Links und kurze Textausschnitte seien demnach weiter erlaubt, Überschriften oder ganze Sätze jedoch nicht.

Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten müssen den Reformvorschlag noch bestätigen. Dies gilt als wahrscheinlich, aber nicht sicher. Stimmen beide Seiten zu, haben die EU-Staaten zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in ihrem nationalen Recht festzulegen. In Deutschland existiert bereits ein Leistungsschutzrecht, die Verlage beklagen jedoch, dieses kaum durchsetzen zu können. Auch die umstrittenen Uploadfilter sind Teil des Deals. Bei Twitter trendet der Protest-Hashtag "#NieMehrCDU".
welt.de, heise.de, netzpolitik.org, turi2.de (Background)

Funke strukturiert um und streicht eine dreistellige Zahl von Stellen.

Funke entfacht Sparflamme: Die Funke-Mediengruppe streicht eine dreistellige Zahl von Stellen und will Kosten in Höhe eines zweistelligen Mio-Betrags einsparen, schreibt Ulrike Simon. Dafür werde die Druckerei in Essen mit 120 Mitarbeitern geschlossen. Funke verlagert den Druck der Printtitel komplett an den Standort Hagen und investiert hier einen niedrigen zweistelligen Mio-Betrag.

Auch die Berliner Zentralredaktion ist von den Streichungen betroffen. Der Rotstift wird hier in erster Linie bei den individuellen Anpassungen für die jeweiligen Printtitel angesetzt. Die Serviceredaktion lagert Funke an Tochter Raufeld Medien aus. In der Hauptstadt streicht Funke die Printausgabe "Berliner Morgenpost Kompakt", in NRW werde die Warsteiner Lokalausgabe der "Westfalenpost" wegfallen. In Hamburg plante Funke eine eine zentrale Redaktion für alle Wochenblätter. Die erhofften Synergien aus dem Springer-Funke-Deal mit dem Kauf der Springer-Regionalzeitungen hätten sich bisher nicht eingestellt, schreibt Ulrike Simon.
horizont.net (Paid), funkemedien.de, turi2.de (Background)

Handelsblatt Media Group trennt sich von Branchendienst Meedia, Busch Group übernimmt.


Was im Busch: Die Handelsblatt Media Group verkauft den Branchendienst Meedia an die Busch Group, die u.a. bereits "Blickpunkt:Film" und die "MusikWoche" herausgibt. Das Meedia-Team um Gründungschefredakteur Georg Altrogge (Foto) wechselt damit unter das Dach des Verlegers Timo Busch, der die Marke "weiter ausbauen" will. "Handelsblatt"-Geschäftsführer Frank Dopheide sagt: "Wir sind eine Gemeinschaft zur Verbreitung des wirtschaftlichen Sachverstands. Das steht im Mittelpunkt unseres Zukunftsstrategie." Darum habe sich der Verlag entschieden, "Meedia in andere Hände zu geben".

Die Gerüchte um die Verkaufsabsichten kursierten schon eine Weile – weil Meedia die einst erhofften Synergieeffekte zur "Absatzwirtschaft" nicht gebracht habe. Diese wechselt verlagsintern zu Planet C, unter Leitung von Andrea Wasmuth.
meedia.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv (10/2018): Frank Dopheide über die neue Strategie der Handelsblatt Media Group.

Stephan Schäfer steuert Inhalte bei Mediengruppe RTL, bleibt zusätzlich bei G+J.


Auf der Bildfläche: Bertelsmann rückt Zeitschriften- und Fernsehgeschäft in Deutschland näher zusammen. Stephan Schäfer, Produktchef von Gruner + Jahr, wird zusätzlich Inhaltechef von RTL. Er verantwortet bei allen Sendern Marketing, Produktionsmanagement und Programmeinkauf – unter RTL-Deutschlandchef Bernd Reichart. Anfang der Woche hatte Bertelsmann seine neue Content Alliance bekannt gegeben: Der Konzern führt seine deutschen Inhalte-Geschäfte unter Julia Jäkel zusammen. Durch die Doppelrolle Schäfers kommt der Kooperation von TV und Zeitschriften offenbar eine besondere Stellung zu.

Die Mediengruppe RTL hat künftig fünf Geschäftsführer: Stephan Schäfer, Julia Reuter für Strategie, Personal & Kultur, Matthias Dang für Vermarktung, Technologie & Daten, Alexander Glatz für Recht & Finanzen und Jan Wachtel für digitale Medien und journalistische Inhalte. (Foto: Thies Rätzke für die turi2 edition 4)
horizont.net, turi2.de (Content Alliance), turi2.de (neue RTL-Spitze), turi2.de (Interview mit Stephan Schäfer aus der "turi2 edition Innovation")

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stephan Schäfer setzt bei Gruner + Jahr auf Gedrucktes mit Gesicht.

Springer baut "Welt"-Chefredaktion um: Johannes Boie übernimmt "WamS", Peter Huth bekommt neue Aufgaben.


Neue "Welt"-Herrscher: Springer schraubt an der Chefredaktion seiner Blauen Gruppe und löst Peter Huth (Foto: links), 49, als Chefredakteur der "Welt am Sonntag" ab. Er soll sich künftig als Corporate Creative Director um Konzeption, kreative Inszenierung und Umsetzung von Springer-Events kümmern, heißt es in der Pressemitteilung. Darunter fällt u.a. der Axel Springer Award und ein geplanter Musik-Preis. Huth hatte die Aufgabe vor genau zwei Jahren übernommen, zuvor war er Chef der "B.Z.". Als Chefredakteur der "Welt am Sonntag" übernimmt Johannes Boie (Foto: Mitte), 35, er war vor zwei Jahren von der "Süddeutschen Zeitung" zu Springer gewechselt und wirkt seitdem als digitale rechte Hand von Konzernchef Mathias Döpfner.

Auch die tägliche "Welt" bekommt eine neue Spitze: Mit Dagmar Rosenfeld (Foto: rechts), 44, erstmals eine Frau. Seit 2017 ist Rosenfeld bereits Vize-Chefin. Ulf Poschardt, 51, bisher auch zuständig für die tägliche "Welt", bleibt als Chefredakteur der "Welt-Gruppe übergreifend für Print, Online und TV verantwortlich. (Foto: Springer, Montage: turi2)
axelspringer.com

Mitarbeit: Markus Trantow

Aus dem turi.tv-Archiv: "Welt"-Chef Ulf Poschardt über Journalismus, Relotius und Social Media.

Bertelsmann zentralisiert Inhalte-Geschäft in Deutschland unter Julia Jäkel.

Inhaltliche Weiterentwicklung: Bertelsmann führt seine deutschen Inhalte-Geschäfte unter Julia Jäkel in einer "Content Alliance" zusammen. Dabei sollen bereichsübergreifend neue Formate entstehen. Die Bereiche, über die gegriffen wird, sind die Mediengruppe RTL, RTL Radio, UFA, Verlagsgruppe Random House, der Musikverlag BMG sowie Gruner + Jahr. Julia Jäkel bleibt weiterhin Chefin von Gruner + Jahr. Ein gemeinsames Board regelt die Zusammenarbeit, die Töchter sollen laut Pressemitteilung unternehmerisch eigenständig und journalistisch unabhängig bleiben.

Das Bündnis auf der Inhalteseite ähnelt dem Vermarkter-Verbund Ad Alliance, der Bertelsmanns Anzeigenverkäufer bei IP Deutschland und G+J EMS seit 2017 bündelt. Der Schritt scheint folgerichtig: Immer mehr Werbekunden wünschen sich integrierte Kommunikation, und für gemeinsame Vermarktung über Gattungsgrenzen sind gemeinsame Formate der logische nächste Schritt. Ob die Content Alliance auch beim Content Marketing zusammenarbeitet, ist noch unklar. (Foto: Johannes Arlt für die turi2 edition 7)
presseportal.de

Aus dem turi.tv-Archiv: Julia Jäkel im Talk mit Peter Turi über Frauen-Fragen, Innovationen und die Kultur bei Gruner + Jahr.

Bauer: Sven Dams wird Leiter der Business Unit Publishing Deutschland unter Jörg Hausendorf.


Neue Mannschaftsaufstellung: Bauer verschiebt die Gewichte innerhalb seines im erst Oktober gegründeten Publishing Boards und gibt Sven Dams, 54, mehr Macht. Er ist ab sofort Leiter der wichtigen Business Unit Publishing Deutschland. Die Aufgabe war bisher eine Team-Leistung des Boards unter Vorsitz von Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf, 54, dem auch Dams angehört, schreibt Bauer in seiner Pressemitteilung. Hausendorf bleibt Dams Chef und soll sich künftig mehr aus seine Aufgaben im Konzernbereich Publishing und dem Executive Board konzentrieren.

Gegenüber "Horizont" gibt sich Dams zum Antritt seiner neuen Stelle selbstbewusst: "Ich denke, dass wir nach wie vor Magazinkonzepte finden können, die mehrere 100.000 Exemplare verkaufen können." Erfolg erzielen will er insbesondere durch mehr Leserforschung und einem besseren Nachweis der Werbewirkung der Bauer-Magazine. Dams kam 1994 als Trainee zu Bauer. 2003 wechselte er als Verlagsleiter zu Burda und kehrte 2012 zu Bauer zurück, wo er seitdem Geschäftsführer der Programmzeitschriften ist. Diese Position soll Dams auch weiter zusätzlich behalten.
bauermedia.com, horizont.net, turi2.de (Background)

VDZ-Sprecher Peter Klotzki wird Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Freien Berufe.


Häuptling der Freien: Peter Klotzki, 54, seit 2009 Kommunikations-Geschäftsführer beim Zeitschriftenverband VDZ, wird Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Freien Berufe (BFB). Seinen Nachfolger will der VDZ in Kürze nennen. Klotzki startete als Redakteur beim Bundeswehr-Hörfunk, war von 2004 bis 2009 Pressesprecher des Arbeitsgeberverbands Gesamtmetall und ist FDP-Mitglied. Der BFB hat 41 Mitgliedsverbände und spricht für 5,1 Millionen freiberuflich tätige Rechtsanwälte, Notare, Ärzte, Apotheker und Ingenieure.

Der Wechsel an die Spitze des BFB ist für Kommunikationstalent Klotzki ein schöner Karriereschritt - und für den VDZ ein herber Verlust. Bereits im November hatte Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Print und Digitale Medien, seinen Abschied beim VDZ verkündet. Der Verband steht seit dem Austritt von mehreren Hamburger Verlagen unter Sparzwang.
per Mail, eigene Infos, turi2.de (von Reibnitz)

Mitarbeit: Peter Turi

Clap: ADAC gibt "Motorwelt" an einen externen Dienstleister.


Motorwechsel: Der ADAC will seine "Motorwelt" ab 2020 von einem externen Dienstleister produzieren lassen, berichtet Clap. Der Auftrag umfasse Produktion, Herstellung, Druck sowie Vermarktung und Vertrieb. Wer den Zuschlag erhält, sei noch nicht klar. Favorisiert werde ein Unternehmen mit Sitz in München. Als Kandidat gelte neben der Burda-Tochter C3 aber auch Territory von Gruner + Jahr. Aktuell laufe eine Ausschreibung für den Auftrag.

Laut Clap erscheint die "Motorwelt" 2020 nur noch mit 5 Mio Auflage. Aktuell verbreitet der Autofahrer-Verein noch rund 13 Mio Hefte. Wie bereits im September bekannt wurde, plant der ADAC, das Heft ab 2020 nicht mehr an alle Mitglieder zu verschicken, sondern an verschiedenen Punkten auszulegen. Außerdem soll das Magazin nur noch viermal im Jahr erscheinen. Mit einem neuen Regional-Supplement will der ADAC die "Motorwelt" inhaltlich aufwerten.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Marketingchefin Antje Neubauer verlässt die Deutsche Bahn.


Nächster Halt Auszeit: Antje Neubauer, seit 2016 Marketingchefin der Deutschen Bahn, kündigt überraschend ihren Abschied an. Die 48-Jährige will sich ab Spätsommer eine Auszeit von unbestimmter Länge nehmen, schreibt horizont.net. Sie wolle "in einer Phase, in der es für mich so großartig läuft, einen Moment innezuhalten", um losgelöst vom gewohnten Berufsalltag zu überlegen, "wie ich persönlich meine nächsten 50 Lebensjahre gestalten möchte", erklärt sie ihre Entscheidung. Einen Plan B gibt es nicht, eine spätere Rückkehr zur Deutschen Bahn hat sie offenbar nicht geplant.

Im Sommer hat Peter Turi Antje Neubauer für die turi2 edition #7 getroffen - von Ermüdungserscheinung war damals nichts zu spüren. Im Interview sagt sie: "Arbeiten bei der Bahn ist zwar schön und erfüllend, aber eben auch kein Ponyhof." Für ihr Hobby Reiten hat Neubauer ab Spätsommer mehr Zeit. Auch ansonsten hat sie gerne Pferdestärken unter der Haube: "Ich bin ein Autofan", sagt Neubauer und verrät: "Ich höre dabei laut Musik und singe dazu". (Foto: Marcel Schwickerath für turi2 edition #7)
horizont.net, turi2.de (Interview aus turi2 edition #7)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Antje Neubauer beantwortet den Untertwegs-Fragebogen (10/2018).

Burda macht die deutsche HuffPost dicht.

Huffnungen geplatzt: Burda stellt die deutsche Ausgabe des Nachrichtenportals Huffington Post zum 31. März ein, meldet Meedia. Es sei nicht geplant, die deutsche Ausgabe künftig an ein anderes Medienunternehmen zu lizenzieren. Für die betroffenen 13 Mitarbeiter solle "individuell entschieden" werden, inwieweit sie bei Burda Forward verbleiben könnten.

Der deutsche Ableger der Huffington Post ist 2013 mit Lizenz des US-Originals gestartet. Im Herbst kündigte Burda an, die Redaktion zum Jahreswechsel von München nach Berlin zu verlegen, da die US-Mutter eine Repräsentanz in der Hauptstadt bevorzuge. Die Redaktion habe gezeigt, dass man "innerhalb kürzester Zeit ein neues Nachrichtenangebot in die Top 10 führen kann," sagt Tanja zu Waldeck, Geschäftsführerin der Huff Post Deutschland - die hoch gesteckten Erwartungen scheint das Portal dennoch nicht erfüllt zu haben. Die Entscheidung zur Einstellung des US-Ablegers soll "einvernehmlich" mit dem Lizenzgeber getroffen worden sein, trotz zuletzt unterschiedlicher Auffassungen über die politische Ausrichtung.
meedia.de, clap-club.de, turi2.de (Background)

"Bild": Ullrich Fichtner und Matthias Geyer lassen ihre neuen Verträge beim "Spiegel" vorerst ruhen.


Spiegelbild: Der Fall Relotius hat für den "Spiegel" weitere personelle Konsequenzen: Ullrich Fichtner, künftiger Co-Chefredakteur, und Matthias Geyer, designierter Blattmacher, treten ihre neuen Jobs zu Jahresbeginn vorerst nicht an. Der künftige Chefredakteur Steffen Klusmann habe dies in einem Schreiben an die Mitarbeiter mitgeteilt. Die Verträge würden ausgesetzt, bis der Fall Relotius "abschließend untersucht" ist.

Fichtner und Geyer hätten Klusmann angeboten "ihre Posten zur Verfügung zu stellen" – Klusmann müsse jedoch sicherstellen, dass der "Spiegel" arbeitsfähig bleibe. Es sei zwar jeder austauschbar, "nur mancher eben schwerer". Intern hatte es beim "Spiegel" im Fall Relotius deutliche Kritik an Ullrich Fichtner und Matthias Geyer gegeben. Fichtner, damals Leiter des Gesellschaftsressorts, hat Relotius 2014 zum "Spiegel" geholt und gefördert.
bild.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Wir müssen uns relativ nackig machen" – "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal.

"Spiegel" entdeckt Fälschungen im eigenen Haus.


Doch ein bisschen Angst vor der Wahrheit: Der "Spiegel"-Redakteur Claas Relotius hat eingestanden, in mehreren Artikeln "Geschichten erfunden oder Fakten verzerrt zu haben". Der Redakteur habe ein umfassendes Geständnis abgelegt - und "mit Vorsatz, methodisch und hoher krimineller Energie" getäuscht, meldet der Verlag.

Artikel des Journalisten haben bis zuletzt immer wieder Journalistenpreise eingeheimst - auch einige der nun untersuchten. Der "Spiegel" reflektiert nun mithilfe einer "Kommission aus erfahrenen internen und externen Personen", wie es kommen konnte, dass die gefeierte "Spiegel"-Dokumentation die Fakes übersehen hat. Die Jury des Deutschen Reporterpreises berät, wie sie verfahren will und ob sie Relotius seine vier Reporterpreise aberkennt.
spiegel.de

"taz" ernennt Andreas Marggraf zum Geschäftsführer.


Generationswechsel: Die "taz" findet in Andreas Marggraf, 49, einen Nachfolger für Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch, der Ende 2019 in den Ruhestand geht. Ab Februar leiten Marggraf, Ruch und Andreas Bull den Verlag der links-alternativen Zeitung gemeinsam. Marggraf kommt von Ärzte ohne Grenzen, wo er zuletzt als Finanzchef in der Zentrale in den Niederlanden gewirkt hat. Zuvor war er bereits in gleicher Funktion in der deutschen Sektion tätig.

Bei der "taz" ist Marggraf ein alter Bekannter: Von 1998 bis 2007 führte er die Geschäfte der "taz Nord" und war damals maßgeblich an der Neuausrichtung der Ausgabe beteiligt. "Ich freue mich sehr, zur 'taz' zurückzukehren und gemeinsam mit allen Mitarbeitenden an der digitalen Zukunftsfähigkeit dieser wunderbaren Zeitung zu arbeiten", lässt sich Marggraf im "Hausblog" auf taz.de zitieren. (Foto: Christian Mang)
blogs.taz.de, turi2.de (5-Min-Interview, 9/2017)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet. (9/2017)

Bauer stellt Frauenzeitschrift "Maxi" ein.

Maxi-mal schade: Bauer beerdigt die Zeitschrift "Maxi" nach 20 Jahren. Ihre Auflage sank in diesem Zeitraum von 330.000 auf zuletzt noch 120.000 Exemplare – ein Relaunch-Versuch fruchtete nicht. Von dem Aus sind "eine Handvoll Mitarbeiter" betroffen, für die der Verlag jetzt neue Jobs im Haus sucht.

Die derzeit erhältliche Ausgabe 1/2019 ist das letzte Heft des Monatsmagazins. Online ist "Maxi" Teil der übergeordneten Bauer-Marke wunderweib.de. Verlagsgeschäftsführer Robert Sandmann sagt, Bauer habe in den vergangenen Monaten versucht, "mit dem Titel an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen", es aber nicht geschafft. "Maxi" hat sowohl im Vertrieb wie auch im Anzeigengeschäft nicht mehr genug eingebracht.
per Mail

Aus dem Archiv von turi2.tv: Die damalige "Maxi"-Chefin Anja Delastik erzählt im Sommer vom Relaunch des Blatts.

Springer testet ab 2019 das Wochenmagazin "Bild Politik".

Stern macht "Spiegel" und "Focus" Konkurrenz: Selma Stern hat den Anstoß gegeben und setzt "Bild Politik" gemeinsam mit Nikolaus Blome um.

Den Spiegel im Focus? Springer testet ab Frühjahr 2019 ein gedrucktes, politisches Wochenmagazin. "Bild Politik" ist eine Idee von Vorstandsreferentin Selma Stern, die die Zeitschrift mit Politikchef Nikolaus Blome startet. Seine etwa 40-köpfige Politik-Redaktion bestückt das Blatt. Umfang, Auflage und Preis sind noch offen – aber das redaktionelle Konzept steht. Laut Ulrike Simon wird Springer das Heft zuerst in der Region Hamburg/Lübeck an den Kiosk legen.

"Bild Politik" verzichtet auf klassische Ressorts und teilt Themen in die drei Kategorien Ärger, Neugier, Freude ein. Dies zeigt: Das Magazin setzt "Bild"-typisch auf Bauch und Herz oder wie Blome sagt: "Wir nehmen Fakten und Gefühle ernst." Blome ist dies wichtig, weil aus Gefühlen schnell Fakten würden – ein Tribut an die polarisierte, zerrissene Gesellschaft. "Bild Politik" soll im Lesermarkt auch Menschen ansprechen, die von politische Magazinen gerade nicht erreicht werden.

Ideengeberin Selma Stern kündigt ein Magazin an, das "maximal verdichtet", was in der Woche passiert, "maximal transparent" Meinung und Fakten kennzeichnet und "maximal nah am Leser" ist. Für die Print-Form setzt sie sich ein wegen der besseren Haptik, Kuratierung und der Abgeschlossenheit. Stern arbeitet selbst redaktionell mit als waschechte Quereinsteigerin – die frühere Unternehmensberaterin war bislang nur Praktikantin bei "Bild" und "Zeit".
turi2 vor Ort bei Springer-PK in Berlin, axelspringer.com, horizont.net

Marco Fenske wird RND-Chefredakteur, Wolfgang Büchner bleibt Geschäftsführer.


Nächste Liga: Marco Fenske, 34, steigt bei Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland zum Chefredakteur auf. Bisher ist er als Sportchef des Netzwerks bereits Vize-Chef des RND. Fenske übernimmt von Wolfgang Büchner, 52, der Geschäftsführer bleibt, sich aber aus dem journalistischen Tagesgeschäft zurückzieht. Er firmiert künftig als Entwicklungs-Chefredakteur. Büchner soll sich in der neuen Position um den digitalen Umbau bei Madsack kümmern und neue Digital-Angebote wie die Nachrichten-Plattform RND.de entwickeln.

Uwe Dulias, 62, bisher Entwicklungs-Chefredakteur, will Ende 2019 in den Ruhestand gehen, teilt Madsack mit. Dulias ist Gründungsgeschäftsführer des RND, das heute nach eigenen Angaben mehr als 50 Partnerzeitungen mit über 2 Mio Auflage mit Inhalten versorgt. "Madsack ist Uwe Dulias zu größtem Dank verpflichtet", richtet Konzernchef Thomas Düffert per Pressemitteilung aus und freut sich, "den personellen Übergang" bei RND und Entwicklungs-Chefredaktion "so weitsichtig und zukunftsgerichtet einleiten zu können".
madsack.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Marco Fenske baut mit dem Sportbuzzer dem Regional-Fußball die große Bühne.

"Spiegel" startet Ableger "Spiegel Coaching" – die gedruckte Version eines SpOn-Newsletters.


In der Coaching-Zone: Der "Spiegel" will beim Umsetzen guter Vorsätze helfen und legt am 3. Januar "Spiegel Coaching" an den Kiosk. Das Heft will den Lesern einen "Leitfaden an die Hand" geben, "um schrittweise gesünder, gelassener und glücklicher zu leben", sagt Susanne Weingarten, Ressortleiterin Sonderthemen, in der Verlagsmitteilung. Das Magazin bringt sechs Trainingsprogramme zur Selbstoptimierung. Dabei geht es u.a. um Intervallfasten, Bewegung im Alltag, den Umgang mit Gefühlen und Streit in der Partnerschaft.

Das Coaching-Heft ist die umfangreiche Zweitverwertung eines Spiegel-Online-Newsletters. Die Coachings sind in diesem Rahmen mit der Psychologin Anne Otto entstanden. Die Tipps werden durch Texte aus "Spiegel Wissen" zu den jeweiligen Themen ergänzt und mit frischen Fotos und Illustrationen bebildert. Das Heft umfasst 224 Seiten aus unterschiedlichen Papiersorten und erscheint mit 45.000 Auflage zum Preis von 12,95 Euro.
spiegelgruppe.de

Markus Wolff wird "Geo"-Reiseleiter, Lars Nielsen geht.


Expedition Neustart: Markus Wolff übernimmt die Leitung von "Geo Saison" und "Geo Special". Chefredakteur Lars Nielsen geht nach zehn Jahren an der Spitze – und verlässt Gruner + Jahr ganz, laut Verlag "in bestem gegenseitigen Einvernehmen". Wolff nennt sich künftig Redaktionsleiter, "Geo"-Chefredakteur Christoph Kucklick wird an seiner Seite Herausgeber der Reisemagazine.

Mit Wolff übernimmt ein langjähriger Reporter und Miterfinder der Zeitschrift "Walden". Er ist seit 2002 bei Gruner + Jahr. Die Chefetage erhofft sich von ihm wohl weitere Magazin-Innovationen, die das große "Geo"-Reich noch ein bisschen bunter machen. Produktchef Stephan Schäfer freut sich, dass Wolff die "starken Reisemarken in die Zukunft führen wird" – aber wohin sollte er sie auch sonst führen?
guj.de

Spiegel-TV-Geschäftsführer Dirk Pommer geht nach 25 Jahren.

Spiegel TV: Geschäftsführer Dirk Pommer verlässt die Produktionsfirma Ende 2018 nach zwölf Jahren an der Spitze - "im besten gegenseitigen Einvernehmen". Er arbeitet seit 25 Jahren für Spiegel TV. Seinen Nachfolger will der Verlag in Kürze bekanntgeben. Goetz Hoefer, seit 2016 Co-Geschäftsführer, bleibt im Amt. Im Februar hatte bereits Geschäftsführer Jesper Doub seinen Posten bei Spiegel TV, im Mai den Spiegel-Verlag komplett in Richtung Facebook verlassen.
spiegelgruppe.de, turi2.de (Background Doub)

Chefredakteur Christian Krug verlässt den "stern", wird Chefredakteur neue Geschäftsfelder.

Auf zu neuen Sternen? "stern"-Chefredakteur Christian Krug verlässt seinen Posten nach knapp viereinhalb Jahren. Er wird bei Gruner + Jahr ab Januar 2019 Chefredakteur für Neue Geschäftsfelder. Zwischen der "stern"-Redaktion und Krug sei das Verhältnis zuletzt schwierig bis zerrüttet gewesen, schreibt Meedia. Auch die Auflage erreichte mehrfach historische Tiefstände.



Nun sollen es andere richten: Beim "stern" folgen Krug als Doppelspitze stern.de-Chefin Anna-Beeke Gretemeier (rechts im Bild) und Florian Gless (Mitte), seit April 2018 Co-Publisher der G+J-Community of Interest Wissen. Auch Kommunikationschef Frank Thomsen (links) bekommt einen Zusatzjob: Er ist als Publisher künftig auch für alle News- und Wissens-Marken des Verlags verantwortlich.

Christian Krug bekommt von G+J-Chefin Julia Jäkel warme Worte für "seine hervorragende Arbeit und sein großes Engagement". In seiner neuen Position soll Krug für Gruner + Jahr weitere inhaltliche Geschäfte entdecken, entwickeln und fördern.
meedia.de, presseportal.de, turi2.de (Thomsen)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Mit dem Skandal umgehen": "stern"-Chef Christian Krug über die Lehren aus den "Hitler-Tagebüchern". (9/2018)

Chefredakteur Arnd Festerling verlässt die "Frankfurter Rundschau".


Ippen & out: Die "Frankfurter Rundschau" verliert Chefredakteur Arnd Festerling Mitte 2019. Er verlasse die Redaktion auf eigenen Wunsch, "um noch mal etwas anderes auszuprobieren", teilt die Mediengruppe Frankfurt mit. Festerling arbeitet seit 1990 für die Zeitung, die seit wenigen Monaten zur Zeitungsholding Hessen gehört – die wiederum mehrheitlich in der Hand von Regionalverlags-Fürst Dirk Ippen ist.

Festerling bildet seit 2014 gemeinsam mit Bascha Mika eine Doppelspitze. Zur Chefredaktion gehört auch Michael Bayer fürs Digitale. "FR"-Geschäftsführer Max Rempel sagt, er habe Festerling "trotz intensiver Gespräche" nicht umstimmen können. Rempel ist zugleich Co-Chefredakteur der "Frankfurter Neuen Presse", die wie die "FR" zur Zeitungsholding Hessen gehört. An ihr hält die Familie Rempel einen Anteil über das Mittelhessische Druck- und Verlagshaus. (Foto: Frank Rumpenhorst / dpa / Picture Alliance)
mediengruppe-frankfurt.de

Wired.de beendet den Redaktionsbetrieb.


Entkabelt: Condé Nast zieht bei seinem deutschsprachigen Tech-Portal Wired.de zum Jahresende den Stecker. Das teilt der Verlag mit und begründet, er wolle sich auf "die großen, globalen Luxus- & Lifestyle-Medien-Marken" konzentrieren. Redaktionsleiter Wolfgang Kerler verlässt Condé Nast nach gerade Mal rund einem halben Jahr wieder. Die beiden anderen Redaktionsmitglieder sollen neue Aufgaben bei Condé Nast erhalten.

Anfang 2018 hatte der Verlag – zunächst vorläufig – die deutsche Printausgabe eingestellt und dem Portal eine Neuausrichtung verordnet. Dafür kam auch Wolfgang Kerler an Bord. Nun teilt Condé Nast mit, er habe gezeigt, dass Wired auch als reine Digitalmarke Potential am deutschen Markt Potential habe. Der Verlag entschied sich dennoch, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.
condenast.de, turi2.de (background Kerler), turi2.de (Background Print-Magazin)