Jesper Doub verlässt die Spiegel-Gruppe und wechselt zu Facebook.


Abschied an der Ericusspitze: Jesper Doub, 46, verlässt die Spiegel-Gruppe. Der Verlagsleiter im Spiegel-Verlag sowie Geschäftsführer von Spiegel Online verlässt das Medienhaus "auf eigenen Wunsch" im Laufe dieses Jahres, teilt der Verlag mit. Er wolle sich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen und im Laufe des Jahres zu Facebook wechseln. Dort werde er als Director of News Partnerships für Europa, Afrika und den nahen Osten tätig, schreibt er in einem Facebook-Post. Seine Aufgaben beim Spiegel-Verlag wolle er in den kommenden Monaten weiter ausführen, bis eine geeignete Nachfolge gefunden wird. Erst im Februar hatte Doub seinen Posten in der Geschäftsführung von Spiegel TV verlassen.

"Spiegel"-Geschäftsführer Thomas Hass bedauert das Ausscheiden von Jesper Doub in einer Verlagsmitteilung und dankt "ihm herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit im Führungsteam der Spiegel-Gruppe". Doub wechselte im Herbst 2014 von der DuMont Mediengruppe als Technikchef und Leiter der IT zur Spiegel-Gruppe. Seit August 2015 ist er als Verlagsleiter des Spiegel-Verlags und Geschäftsführer von Spiegel Online tätig.
horizont.net, facebook.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Jesper Doub steuert den "Spiegel" durch den digitalen Umbruch.

Böhmermann-Schmähgedicht über Erdogan bleibt größtenteils verboten.

Jan Böhmermann: Das Schmähgedicht des Satirikers über den türkischen Präsidenten Erdogan bleibt größtenteils verboten. Das Oberlandesgericht Hamburg bestätigte das Urteil der Vorinstanz und lehnt damit sowohl die Berufung Böhmermanns als auch die Erdogans ab. Böhmermann hatte mit seiner Berufung das Verbot einzelner Passagen anfechten wollen, Erdogan hingegen wollte ein vollständiges Verbot des Gedichts erwirken.
welt.de, turi2.de (Background)

"stern": Hajo Seppelt darf doch nach Russland.

Hajo Seppelt, ARD-Sportjournalist und Doping-Rechercheur, erhält nun doch ein Visum für die Fußball-WM in Russland, meldet der "stern" aus "informierten Kreisen". Seppelt war in Russland durch das Aufdecken eines umfassenden Staatsdoping-Systems unangenehm aufgefallen. Politiker und Sportfunktionäre hatten sich in den letzten Tagen diplomatisch für ein Visum eingesetzt.
stern.de, turi2.de (Background)

Gabor Steingart startet eine Podcast-Morningshow.


Ton? Läuft! Gabor Steingart erfindet sein Morning Briefing neu und verlängert den geschriebenen Newsletter um eine Podcast-Morningshow. Im Juni soll es losgehen, sagt der frühere "Handelsblatt"-Geschäftsführer im Interview mit turi2.tv am Rande des European Newspaper Congress in Wien. Dafür will Steingart künftig täglich in Berlin ins Studio gehen und eine Morningshow aufzeichnen, die mehr sein soll als der vorgelesene Newsletter.

Auf seine Zeit beim "Handelsblatt" blickt Steingart im Gespräch ohne Groll zurück: In seinen acht Jahren an der Spitze der Wirtschaftszeitung "haben wir ein gutes Stück der Transformation zurückgelegt." Nun müssten Sven Afhüppe und andere, jüngere Kollegen das Begonnene weiterführen.

Der Publizist gibt sich, auf seinen Abgang beim "Handelsblatt" angesprochen, selbstkritisch: "Ich glaube, dass es schwierig ist, Steingart auszuhalten." Für Verleger, die früher sehr erfolgreich waren, sei es zudem manchmal schwierig, die Zumutungen der heutigen Zeit auszuhalten.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Gruner + Jahr baut Print-Magazin rund um Guido Maria Kretschmer.


Mehr Print mit Persönlichkeit: Gruner + Jahr reitet die selbst ausgelöste Welle der Magazine mit Maskottchen weiter und legt ein Magazin rund um den Modedesigner Guido Maria Kretschmer an den Kiosk. Das kündigt Produkt-Vorstand Stephan Schäfer beim European Newspaper Congress des Oberauer Verlags in Wien an. Welche Art Magazin mit Kretschmer auf dem Titel entsteht, sagt Schäfer noch nicht. Es liegt aber nahe, dass es sich um ein Mode- und Lifestyle-Heft handeln wird. Es entsteht unter der Verantwortung von "Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber, die bereits "Barbara" entwickelt hat. An den Kiosk soll das Magazin frühestens im Herbst und "mindestens monatlich" kommen.

Gruner + Jahr prägt seit dem Magazin "Barbara", das rund um die TV-Allzweckwaffe Barbara Schöneberger entsteht, das Genre der Personality-Magazine in Deutschland. Neben Schöneberger ziert TV-Doktor Eckart von Hirschhausen den Titel von "stern Gesund leben" als Dauer-Coverboy. Um Moderator Joko Winterscheidt entsteht das Magazin "JWD". (Fotos: Jens Twiehaus, dpa)
turi2 vor Ort beim ENC in Wien

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stephan Schäfer setzt bei Gruner + Jahr auf Gedrucktes mit Gesicht.

"Spiegel": Sechs Frauen erheben Vorwürfe gegen WDR-Filmchef Gebhard Henke.

WDR in Bedrängnis: Sechs Frauen erheben im "Spiegel" konkrete Belästigungsvorwürfe gegen Filmchef Gebhard Henke. Er soll zwischen 1990 und 2015 Frauen an Po und Bauch betatscht haben und Förderung gegen "körperliche Zuwendung" angeboten haben, berichtet der "Spiegel". Zu den Betroffenen, die sich äußern, zählt auch die Moderatorin Charlotte Roche (Foto, links).

Der derzeit freigestellte Henke bestreitet die Vorwürfe. Zuletzt unterstützten 16 Frauen den "Tatort"-Koordinator Henke mit einem offenen Brief. Fernsehdirektor Jörg Schönenborn äußert sich überrascht, bezeichnet die Aussagen der Frauen im "Spiegel" aber als "gravierend und glaubwürdig". Charlotte Roche schildert, dass Henke sie bei einem Treffen zur Verfilmung ihres Romans "Feuchtgebiete" am Po begrapscht habe. Als sie sich wegbewegte, sei er mit der Hand auf ihrem Po mitgegangen. (Fotos: dpa / Picture Alliance)
spiegel.de, presseportal.de (Reaktion WDR), turi2.de (Background)

Donata Hopfen verlässt Login-Allianz Verimi.


Hopfen und Malz verloren: Donata Hopfen (Foto, links) verlässt ihren Chefposten bei der Login-Allianz Verimi nicht einmal einen Monat nach dem Launch. Grund seien laut dem Unternehmen "unterschiedliche Auffassungen in der strategischen Führung". Die Aufgaben von Donata Hopfen übernimmt vorerst Jeannette von Ratibor von T-Systems, die ihren bisherigen Posten als stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung von Verimi ruhen lässt.

Erst im Oktober war Donata Hopfen von ihrem Posten als Verlagschefin von "Bild" zu dem Daten-Bündnis von u.a. Springer, Allianz, Deutscher Bank und Telekom gewechselt. Verimi ist mit seiner Entwicklung einer branchenübergreifenden Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform am 10. April zunächst für Kunden der Deutschen Bank und der Bundesdruckerei gestartet.
meedia.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Donata Hopfen, Anfang 2017 noch "Bild"-Verlagschefin, will Vollgas bei Video geben – und in Print.

Cambridge Analytica macht dicht.


Ins Aus analysiert: Cambridge Analytica und die britische Dachgesellschaft SCL Group machen mit sofortiger Wirkung dicht, teilt die Firma auf ihrer Website mit. Viele Kunden seien der Firma nach dem Facebook-Datenskandal abgesprungen, hinzu kommen die hohen Kosten für Gerichtsprozesse.

Cambridge Analytica beklagt eine unfaire, negative Berichterstattung der Medien. Die Datenanalyse-Firma hatte zuletzt mehrfach ihre Führungsmannschaft umgebaut.
ca-commercial.com, tagesschau.de, turi2.de (Background)

Mediengruppe Rheinische Post kauft Bonner "General-Anzeiger".


Dickschiff lädt weiter zu: Die Mediengruppe Rheinische Post kauft alle Anteile der Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt Neusser, zu der u.a. der "Bonner Generalanzeiger" gehört. RP erwirbt damit auch Anzeigenblätter und Anteile an Radio NRW. Über die Details wollen die Beteiligten schweigen.

Johannes Werle, Geschäftsführer der Rheinische Post Mediengruppe, will die digitalen Aktivitäten der Zeitung ausbauen. Das Kartellamt muss noch zustimmen. Der DJV fürchtet, dass die Medienvielfalt in Nordrhein-Westfalen leidet und will sich dafür einsetzen, dass die Vollredaktion beim "Bonner General-Anzeiger" bestehen bleibt.
dnv-online.de, rp-online.de, djv-nrw.de

Musikindustrie-Verband schafft den Musikpreis Echo ab.


Zu viel Echo auf den Echo: Der Bundesverband Musikindustrie stellt seinen Musikpreis Echo ein. Nach dem Skandal um die Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang hat der Vorstand das Aus für den Echo in seiner jetzigen Form beschlossen. Die Marke "Echo" sei "so stark beschädigt worden", dass ein vollständiger Neuanfang nötig sei, schreibt der Verband. Der Musikpreis solle nicht als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen werden.

Von der Echo-Einstellung sind auch die beiden Ableger Echon Klassik und Echon Jazz betroffen, die reine Jury-Preise sind. Bei einem neuen Popmusik-Preis solle die Jury nun stärker in den Vordergrund rücken. Jeder der drei Preise solle zu einer eigenständigen Veranstaltung werden.
spiegel.de, musikindustrie.de

Horizont.net: Thomas Hass gibt Startschuss für Print-Online-Fusion beim "Spiegel".


Zusammenlegung alternativlos: Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass hat sich bei einer Mitarbeiterveranstaltung des "Spiegel" deutlicher als bisher für eine Fusion von Print- und Online-Redaktion ausgesprochen, berichtet Horizont.net. "Die dafür notwendige zentrale Steuerung von Themen, Inhalten, Recherchen, Personal und Produkten ist nur möglich in und mit einer gemeinsamen Redaktion", zitiert Roland Pimpl aus Hass' Redemanuskript. Damit ist die Zusammenlegung für den obersten Kassenwart des Verlags praktisch alternativlos. Den Grund interner Konflikte sieht Hass in den bisherigen Doppelstrukturen. Verkleinert werden solle die Redaktion durch die Zusammenlegung nicht. Bleiben neue Erlösquellen aus, könne Hass aber eine Verkleinerung der Redaktion nicht ausschließen.

Zugleich kündigt Hass einen neuen "Spiegel"-Ableger mit dem Namen "Spiegel Expedition" an. Weitere Details nennt Hass nicht.
horizont.net

Stefan Plöchinger krempelt das digitale Bezahlmodell des "Spiegel" um.


Nochmal neu: Der "Spiegel" ändert sein digitales Bezahlmodell, statt Einzelverkäufen und des mehrstufigen Abo-Modells führt Produktchef Stefan Plöchinger eine Flatrate ein, die möglichst simpel funktionieren soll. In einem Blogbeitrag erklärt er die Änderungen. Die Flatrate, die laut Plöchinger "vermutlich bis zur Ferienzeit" kommt, kostet 19,99 Euro monatlich und beinhaltet alle digitalen Inhalte. Sie ersetzt das Abo des Digital-Spiegel sowie die Pay-Einzeltexte und den Wochenpass von Spiegel Online. Die bisher exklusiven Inhalte von Spiegel Daily, z.B. die Videokolumne von Harald Schmidt, bleiben hinter der Paywall. Das Kombi-Abo aus Digital und Print kostet monatlich 24,99 Euro.

Spiegel Daily ist künftig keine bezahlpflichtige Web-Nachmittagszeitung mehr, sondern ein kostenloses tägliches Push-Angebot für Apps, Messenger und Newsletter. Die Idee, Lesern einmal täglich eine sortierte Newslage zu bieten, bleibt. Plöchinger schreibt, Spiegel Daily als "Nachrichtenseite innerhalb einer Nachrichtenseite" sei redaktionell schwer zu befüllen und das System für die Leser schwer zu verstehen gewesen. Bisher hat Spiegel Daily 5.500 Abos – "zu geringes Wachstum, um am bisherigen Konzept festzuhalten".

Die Print-und Onlineredaktion soll gemeinsam entscheiden, welche Artikel wohin wandern – und ob kostenlos oder nicht. Die Leser wollen laut Plöchinger "weniger lesen – dafür aber Gescheites." Der Spiegel Plus Neustart bekommt ein neues Logo und soll sich ab 2019 tragen. Am 24. Mai tagen die Gesellschafter dazu.
horizont.net, medium.com (Blogbeitrag Plöchinger)

BGH erlaubt AdBlock Plus.

Kein unlauterer Wettbewerb: Der Bundesgerichtshof weist eine Klage von Springer gegen Adblock Plus ab. Das Angebot des Werbeblockers stelle keine gezielte Behinderung im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb dar, so der BGH. Adblock Plus versuche nicht, andere Unternehmen zu verdrängen, sondern verfolge in erster Linie das Ziel, seinen eigenen Wettbewerb zu stärken. Da der Anbieter damit Geld erziele, die Anzeige von Werbung auf Verlagsseiten über eine Whitelist zuzulassen, setze das Geschäftsmodel sehr wohl die Funktionsfähigkeit der Verlags-Websites voraus. "Der Klägerin ist auch mit Blick auf das Grundrecht der Pressefreiheit zumutbar, den vom Einsatz des Programms ausgehenden Beeinträchtigung zu begegnen, indem sie die ihr möglichen Abwehrmaßnahmen ergreift. Dazu gehört etwa das Aussperren von Nutzern, die nicht bereit sind, auf den Einsatz des Werbeblockers zu verzichten", lässt das Gericht ferner wissen.

Claas-Hendrik Soehring, Leiter Medienrecht bei Springer, kündigt an, dass Springer nun eine Verfassungsbeschwerde anstrebt: "Wir sehen im heutigen Urteil eine Verletzung der über Artikel 5 Grundgesetz geschützten Pressefreiheit, weil Werbeblocker die Integrität von Onlinemedien und deren Finanzierung gezielt zerstören." Außerdem plane Springer eine Klage im Hinblick auf das Urheberrecht, da Adblock Plus für seinen Dienst den Code der Springer-Websites verändere.

In erster Instanz war Springer am Landgericht Köln bereits mit dem Versuch, Adblock Plus zu untersagen, gescheitert. Im Berufungsprozess am OLG Köln gaben die Richter Springer Recht und forderten Adblock Plus zur Unterlassung auf, ließen aber Revision vor dem BGH zu. Das hat nun geurteilt und die Entscheidung der Vorinstanz aufgehoben
juris.bundesgerichtshof.de

"Horizont": Kartellamt blockiert Bündnis von Bauer, Burda und Funke.

Verlage: Ein geplantes Bündnis der Branchengrößen Bauer, Burda und Funke scheitert am Kartellamt, erfährt Roland Pimpl. Die Behörde sperre sich gegen Allianzen in der Werbevermarktung und auch im Vertrieb. Trotz gelockerter Kriterien durch die sogenannte GWB-Novelle befürchten die Kartellis offenbar marktbeherrschende Stellungen und Probleme mit dem EU-Kartellrecht.

Fürsprecher wie Burda-Vorstand Philipp Welte und der inzwischen ausgeschiedene Funke-Chef Manfred Braun werben schon lange für mehr Zusammenarbeit, um das schrumpfende Kerngeschäft der Verlage gegenüber Mediaagenturen, Google und Facebook zu stärken. In der Diskussion war, dass Bauer und Funke ihre Anzeigen von der Burda-Tochter BCN vermarkten lassen. Bauer sollte den Vertrieb für Titel aller drei Verlage übernehmen. Diese Pläne müssen nun eingedampft werden. Roland Pimpl hört im Funke-Flurfunk, dass sich das Thema Allianzen dort vorerst komplett erledigt habe.
"Horizont" 16/2018, S. 6 (Paid), turi2.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Verlage sollen sich zusammenraufen, fordert Burda-Vorstand Philipp Welte im Jahr 2016.

Gruner + Jahr stellt "Neon" ein.


"Neon"-Licht geht aus: Gruner + Jahr stellt nach 15 Jahren seine Zeitschrift "Neon" ein. Die Juli-Ausgabe am 18. Juni wird die letzte sein. Danach will Gruner + Jahr die Marke digital weiter erhalten. Rund 20 Mitarbeiter sollen innerhalb des Verlags an anderer Stelle eine neue Aufgabe erhalten, berichtet "Horizont". Kündigungen wolle Gruner + Jahr dennoch nicht ausschließen. "Liebe Leserinnen und Leser, wir würden wahnsinnig gerne weiter ein Heft für euch machen, mit all der Leidenschaft, mit der wir es noch immer jeden Monat tun. Aber ihr seid zu wenige geworden", begründet Chefredakteurin Ruth Fend das Aus auf stern.de offen mit dem Auflagenrückgang.

Meedia zitiert Publisher Alexander Schwerin: "Wir haben gekämpft, aber es war nichts zu machen. Wenn bei einer Marke das gedruckte Magazin Jahr für Jahr immer weniger nachgefragt wird und gleichzeitig das digitale Angebot deutlich wächst, dann ist es vernünftig und unabänderlich, digital auszubauen und das Magazin einzustellen." Mit dem Joko-Winterscheidt-Titel "JWD" hat Gruner + Jahr vor kurzem selbst einen potentiellen Nachfolger für die "Neon"-Zielgruppe auf den Markt gebracht.
horizont.net, stern.de, meedia.de, turi2.de (Background)

Iris Bode verlässt Handelsblatt Media Group, Ivo Hoevel übernimmt Marketing und Vertrieb.

Handelsblatt befördert Ivo Hoevel (Foto), 49, zum Marketing- und Vertriebschef. Er folgt auf Iris Bode, die das Unternehmen "auf eigenen Wunsch" verlässt, um sich "neuen beruflichen Aufgaben" zu widmen. Hoevel leitet die Wirtschaftsclubs von "Handelblatt" und "Wirtschaftswoche" auch weiterhin. Thomas Höfer, 32, kümmert sich um den neuen Bereich Corporate Partnerships, in die Handelsblatt Media Group u.a. das Firmenkunden- und Lizenzgeschäft bündelt.
per Mail

"Handelsblatt" holt keinen Steingart-Nachfolger, sondern verteilt seine Aufgaben.

Verteile und herrsche: Das "Handelsblatt" ernennt Vermarktungschef Frank Dopheide (Foto) zum Sprecher der ansonsten gleichberechtigten Geschäftsführung, berichtet Roland Pimpl. Die bisherigen Aufgaben von Gabor Steingart werden zwischen ihm und seinen Geschäftsführer-Kollegen Ingo Rieper und Gerrit Schumann aufgeteilt. Eine neue Kraft von außen soll nicht kommen. Frank Dopheide verantwortet die Redaktionen, Kommunikation und die Veranstaltungstochter Euroforum. Finanzchef Ingo Rieper wird künftig den Content Marketing-Dienstleister Planet C führen sowie die Fachmedien und das Research Institute leiten. Gerrit Schumann übernimmt zusätzlich zu seinen Digital-Aufgaben den Vertrieb und das Marketing.

Um die Meinung der Redaktionen in Verlagsentscheidungen einzubinden, sollen "Handelsblatt"-Chefredakteur Sven Afhüppe und sein "Wirtschaftswoche"-Kollege Beat Balzli gemeinsam mit "Wirtschaftswoche"-Herausgeberin Miriam Meckel ein "Insight Board" bilden, das regelmäßig gemeinsam mit der Geschäftsführung tagt.
horizont.net, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Das "Handelsblatt" 2018: Chefredakteur Sven Afhüppe im Strategie-Gespräch.

NDR will Nachrichten-Redaktionen für Fernsehen, Radio und Online zusammenziehen.


Und nun zu den Nachrichten: Der NDR fasst seine News-Redaktionen für sämtliche Kanäle an einem zentralen Standort zusammen. Ab 2020 sollen Redaktionen für Fernsehen, Radio und Online in Hamburg-Lokstedt arbeiten. Lokstedt ist der TV-Standort, an dem auch die "Tagesschau" entsteht. Kisten packen müssen 250 Mitarbeiter – aktuell arbeitende Radio-Journalisten ziehen vom Standort Rothenbaum nach Lokstedt.

In Lokstedt wird derzeit ein neues "Tagesschau"-Haus gebaut mit einem crossmedialen Newsroom für ARD aktuell. Dadurch werden Flächen frei, die künftig von neu aufgestellten News-Teams besetzt werden. Ziel sind nicht nur Einsparungen, sondern eine bessere Produktion für digitale Kanäle: Intendant Lutz Marmor will "schneller und mehr Bewegtbild auf NDR.de bringen".

Einige Mitarbeiter aus Lokstedt werden wiederum frei werdende Büros am Radio-Standort Rothenbaum besetzen. Dies sorgt derzeit für Konflikte, schreibt Kai-Hinrich Renner. Es könnte die Abteilung Sport oder Unterhaltung treffen, Letztere wolle "angeblich partout nicht an den Rothenbaum". Konfliktreich für die NDR-Bilanz ist auch der "Tagesschau"-Neubau: Er werde 20 % teurer, schreibt Renner. (Foto: Screenshot NDR)
presseportal.de, abendblatt.de (Renner)

FAZ.net: Zalando ersetzt mehr als 200 Marketing-Mitarbeiter durch Algorithmen.


Neue Marketing-Mode: Zalando streicht in Berlin zwischen 200 und 250 Stellen für Marketing-Fachleute, berichtet Jonas Jansen bei FAZ.net. Algorithmen und Künstliche Intelligenz werden verstärkt ihre Aufgaben übernehmen – etwa das Versenden von Werbe-Mails. Das Marketing müsse datenbasierter werden und brauche dazu einen "höheren Anteil an Entwicklern und Datenanalysten", sagt Vorstand Rubin Ritter.

Das erst neun Jahre alte, massiv gewachsene Unternehmen baut gerade um: Zalando will künftig jedem Kunden personalisiertes Shopping anbieten – und dazu gehört auch Werbung und Marketing. Bislang getrennte Abteilungen sollen hier zusammengelegt werden. Mit der Personalisierung geht auch eine Lokalisierung einher: Zalando ist inzwischen in 15 Ländern und will Kunden je nach ihren Bedürfnissen unterschiedlich ansprechen.

Mit seiner Kompetenz in Datenanalyse will Zalando künftig auch Kampagnen für Hersteller wie Adidas fahren. Insgesamt wächst die Zahl der Zalando-Mitarbeiter stark. Mitarbeitern, die von Kürzungen betroffen sind, will Zalando andere Jobs, Abfindung oder Schulungen anbieten. (Foto: NurPhoto / Picture Alliance)
faz.net (Paid)

Handelsblatt schreibt 105 Stellen aus.


Personal für Pempelfort: Die Handelsblatt-Gruppe setzt ihren Expansionskurs trotz des plötzlichen Abgangs von Chef-Visionär Gabor Steingart fort. Der Verlag schreibt Stellen für 105 Mitarbeiter aus. Gesucht werden u.a. Grafiker, Entwickler, Social-Media- und Video-Redakteure sowie Projekt- und Produktmanager.

Die Kampagne "105 kühne Köpfe gesucht" startet morgen in überregionalen Zeitungen, Fachmedien, via Newsletter und Social Media. Geschäftsführer Frank Dopheide betont die Hoffnung auf neue Geschäftsfelder wie Digitales und Veranstaltungen, für die Mitarbeiter gebraucht werden. Der Verlag war Anfang des Jahres in einen Neubau nach Düsseldorf-Pempelfort gezogen – mit ausreichend Fläche für zusätzliche Angestellte.
per Mail, handelsblattgroup.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Der damalige Herausgeber Gabor Steingart führt im Januar durch die neuen Räume.

Bauer verpflichtet Ex-NZZ-Chef Veit Dengler.

Ein Ösi in Hamburg: Bauer verpflichtet Veit Dengler, 49, als Geschäftsführer für internationale Märkte und neue Geschäftsfelder. Damit verantwortet er die Aktivitäten der Bauer Media Group u.a. in Großbritannien, den USA und Australien. Mit dem Neuzugang will Verlegerin Yvonne Bauer den Umbau der Geschäftsleitung abschließen. Bauer freue sich, mit Dengler einen "vielseitigen und international erfahrenen Top-Manager an Bord geholt" zu haben.

Die Neuausrichtung war durch den Wechsel des früheren Bauer-Geschäftsleiters Andreas Schoo zu Funke nötig geworden. Die Lücke soll Dengler nun schließen. Der Österreicher Dengler musste im Juni 2017 als Chef der Schweizer NZZ-Gruppe gehen. Grund für die Trennung sollen unterschiedliche Auffassungen zwischen Dengler und dem Verwaltungsrat zur Umsetzung der Unternehmensstrategie gewesen sein.
wuv.de, horizont.net, turi2.de (Dengler), turi2.de (Schoo), turi2.de (Funke)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "NZZ"-Chef Veit Dengler über Innovationen in der Zeitung.

Sissi Benner wird Vize-Chefredakteurin der "Bild".


Neue Frau in der Chefetage: Julian Reichelt holt Sissi Benner, 40, in die Chefredaktion von "Bild". Sie wird Vize-Chefin und bleibt außerdem Unterhaltungschefin des Boulevardblatts. Den Job hatte sie Ende 2015 von Tanit Koch übernommen.

Benner schreibt seit 2010 für "Bild", erste als Vize-Ressortleiterin Unterhaltung, dann als Kolumnistin für die Letzte Seite. Von Juli 2014 bis Dezember 2015 war sie Ressortleiterin Auto bei "Bild", "Bild am Sonntag" und Bild.de. Vor "Bild" leitete Benner fünf Jahre das Ressort Auto, Lifestyle und Society beim Burda-Frauenmagazin "Freundin".
axelspringer.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Julian Reichelt schafft bei "Bild" den Shitstorm ab.



Anmerkung: Die neue Position von Sissi Benner hat, anders als unsere Meldung zunächst suggerierte, laut Springer nichts mit dem Abgang Tanit Kochs zu tun.

Max Conze wird Thomas Ebelings Nachfolger bei ProSiebenSat.1.


Frischluft für Unterföhring: Der ProSiebenSat.1-Aufsichtsrat ernennt Max Conze, 48, zum Nachfolger von Thomas Ebeling, 59. Ex-Dyson-Chef Conze wird ab Juni als Vorstandsvorsitzender den Konzern aufwirbeln. Bis zu seinem Amtsantritt übernimmt Vize-Vorstand Conrad Albert, 50, interimistisch.

Conze hat von 2011 bis 2017 das britische Technologieunternehmen Dyson geleitet und verdreifachte dort Gewinn und Umsatz. Vorher arbeitete er 17 Jahre für Procter & Gamble in unterschiedlichen Management- und Marketingpositionen in Deutschland, USA, China und der Schweiz. Branchenfremde Oberhäupter anzuheuern wird damit eine Art Tradition für ProSiebenSat.1, Vorgänger Ebeling kam aus der Pharmabranche.
prosiebensat1.com, turi2.de (Background)

Update: "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ist frei.


Deniz is free: "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ist aus türkischer Untersuchungshaft frei. Er sei bereits auf dem Weg zum Flughafen in Istanbul, sagte Außenminister Sigmar Gabriel bei einer Pressekonferenz am Nachmittag. Yücels Ziel sei ihm unbekannt. Es habe keine "Deals" mit der Türkei gegeben, betont Gabriel, abgesehen von der Verfahrensbeschleunigung auch keine politische Einflussnahme. Am Vormittag hat ein Gericht in Istanbul die Freilassung Yücels für die weitere Dauer des Verfahrens angeordnet. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Anklage vorgelegt, die 18 Jahre Haft fordert.

Springer-Chef Mathias Döpfner zeigt sich "unendlich erleichtert" und dankt allen, die sich für Yücels Freilassung eingesetzt haben, insbesondere Sigmar Gabriel. "Es ist ach ein guter Tag für den Journalismus und für die Freiheit", sagt Döpfner. "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt berichtet von Freudentränen im Newsroom: "Das ist der schönste Tag in meinem Berufleben als Journalist." Gabriel appelliert im Blick auf fünf weitere Deutsche, die in der Türkei inhaftiert sind: "Ich glaube, dass wir jetzt das Momentum nützen müssen, auch da über Verfahrensbeschleunigung zu sprechen."

Vorgestern jährte sich der Tag, an dem Deniz Yücel ohne Anklage ein Jahr im Gefängnis saß. Die Inhaftierung hatte die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei enorm belastet. Die türkischen Behörden werfen Yücel Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor.
welt.de, spiegel.de, axelspringer.de, esslinger-zeitung.de (Anklageschrift)

Holtzbrinck bestätigt Trennung von Gabor Steingart.


Goodbye, Gabor: "Handelsblatt"-Verleger Dieter von Holtzbrinck und "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart gehen nun auch offiziell getrennte Wege. Am Freitag kurz vor 16 Uhr mit Ende der Mitarbeiter-Versammlung in Düsseldorf hat der Verlag die finale Trennungsnachricht herausgegeben. Darin nennt DvH Medien "Differenzen in wesentlichen gesellschaftsrechtlichen Fragen" als Haupttrennungsgrund. Eine "unterschiedliche Beurteilung journalistischer Standards", wie zuletzt nach dem Morning Briefing von Mittwoch, habe demnach nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

In der Schlussnote unter der Zusammenarbeit finden Holtzbrinck und Steingart warme Worte füreinander: Steingart nennt Holtzbrinck einen "wunderbaren Menschen, dessen Geduld ich über so viele Jahre nicht nur strapaziert, sondern oft genug auch überstrapaziert habe". Holtzbrinck lobt Steingart als "Multitalent", "dynamischen Unternehmensstrategen" und "charismatischen Führer". Beide wollen nun an einem "reibungslosen Übergang" arbeiten.

Das Morning Briefing des "Handelsblatts" soll auch künftig weiter erscheinen – allerdings ohne seinen Erfinder als Autor. Frühaufsteher Steingart verschickt künftig seinen eigenen Morgennewsletter "als unabhängige journalistische Stimme" an seine "rund 700.000 Abonnenten".
turi2.de (Pressemitteilung im Wortlaut)

Abgang von Gabor Steingart beim Handelsblatt ist intern bestätigt.

Der Himmel über Düsseldorf verdüstert sich: Junior-Verleger Gabor Steingart verlässt die Handelsblatt Media Group. Senior-Verleger Dieter von Holtzbrinck hat jetzt ein Problem: Das neue "Handelsblatt" hatte sich Steingart auf den Leib geschneidert - was und wer wird bleiben von Gabors Konstrukt? Foto: Michael Englert für turi2.de/edition2

Handelsblatt künftig ohne Steingart: Der Abgang von Gabor Steingart, 56, beim Handelsblatt ist intern bestätigt. Die Redakteure sind für 15 Uhr zu einem Townhall-Meeting eingeladen. Damit bewahrheitet sich die News von Spiegel Online, die von einem Zerwürfnis mit Verleger Dieter von Holtzbrinck, 76, berichtet hatte. Die Meldung kommt dennoch überraschend – hatte Steingart doch in den letzten neun Jahren dem "Handelsblatt" erst als Chefredakteur, dann als Herausgeber und 3-Prozent-Verleger selbstbewusst seinen Stempel aufgedrückt.

Als ausgeschlossen darf dabei gelten, dass allein der Ärger Dieter von Holtzbrincks über einen scharfen Kommentar von Steingart gegen SPD-Minus-Mann Martin Schulz die plötzliche Trennung bewirkt hat. DvH gilt als liberal und besonnen. Die Ursachen dürften tiefer liegen, womöglich in der Persönlichkeit von Steingart. Der ist unfassbar schnell im Denken, Sprechen, Schreiben und Handeln, dazu bis zum Anschlag selbstbewusst. Womöglich hat er die Rolle als Junior-Verleger anders, also weiter und freier definiert, als es dem Senior-Verleger recht war.

Auf jeden Fall steht Dieter von Holtzbrinck beim "Handelsblatt" jetzt vor einem Scherbenhaufen – Steingart hatte den Verlag entschlossen entstaubt, die publizistische Linie, das Unternehmenskonzept und das Führungspersonal ganz auf sich und sein Konzept Live-Journalsmus ausgerichtet. Es ist jetzt die große Frage, was und wer bleibt von der Ära Steingart.
turi2 - eigene Quellen, turi2.de (Background)

Background-Infos von turi2 zu Gabor Steingart:

Gabor Steingart spricht im September 2016 im 7-Seiten-Interview mit der turi2.de/edition4 über Innovation und darüber, wie er das "Handelsblatt" umgebaut hat. Der Artikel ist vollständig und kostenlos lesbar im E-Paper auf turi2.de/epaper/4, dazu unten bei Gehe zu Seite 44 eingeben.


Gabor Steingart führt turi2.tv durch die neue Firmenzentrale in Düsseldorf-Pempelfort



Gabor Steingart im 40-Minuten-Gespräch mit Peter Turi für turi2.tv zum Thema "Innovation".

Ippen will "Frankfurter Rundschau" und "Frankfurter Neue Presse" kaufen.


Dirk Ippen will die "Frankfurter Rundschau" und die "Frankfurter Neue Presse" kaufen, berichtet Bülend Ürük. Bisher gehören die Blätter zur Fazit-Stiftung, der Trägerin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Offen sei noch, was mit der Frankfurter Societäts-Druckerei passieren soll. Auch Funke und Madsack seien interessiert gewesen, hätten aber nach Ansicht der Geschäftsdaten abgewunken.

Gegenstand eines möglichen Deals sei die Mediengruppe Frankfurt, früher Frankfurter Societäts-Medien GmbH, mit Anzeigenblättern, Webportalen, einem Buchverlag, Eventgeschäft und der Frankfurter Societäts-Druckerei in Mörfelden-Walldorf.
kress.de

Tanit Koch verlässt "Bild".


Jetzt reich(el)ts: Tanit Koch verlässt "Bild", ihren Job als Chefredakteurin übernimmt Julian Reichelt zusätzlich. Der Vorsitzende der Chefredaktionen ist damit nun Herr im Haus, sein Verhältnis zu Koch galt als schwierig. Springer-Boss Mathias Döpfner soll den Machtkampf persönlich zugunsten von Reichelt entschieden haben, schreibt Meedia.

Tanit Koch gilt als loyale Anhängerin von Ex-Herausgeber Kai Diekmann. Ihr Aufstieg zur Chefredakteurin war vielfach auch als Entscheidung gegen Reichelt verstanden worden. Mathias Döpfner schreibt in der Abschieds-Mitteilung: "Die Verantwortungskonstellation in der Chefredaktion war zwar gut gemeint, hat aber in der Praxis nicht funktioniert. 'Bild' braucht ganz klare Verhältnisse."
axelspringer.de, meedia.de

SWR-Chefreporter Thomas Leif, 58, ist tot.


Thomas Leif, Chefreporter des SWR und bekannter Investigativ-Journalist, ist tot. Er starb bereits am 30. Dezember im Alter von nur 58 Jahren an den Folgen einer Krankheit, bestätigt der SWR eine Meldung von "Zapp". Thomas Leif wurde einem breiten Publikum durch seine TV-Reportagen bekannt. Als Mitgründer und langjähriger Vorsitzender ist er untrennbar mit dem Netzwerk Recherche verbunden. 2011 musste er abtreten, weil der Journalisten-Verein zu Unrecht Fördergelder erhalten hatte.

Leif ist Autor mehrerer Bücher, u.a. des Bestsellers "Beraten & verkauft" über die Machenschaften von Unternehmensberatungen. Zuletzt enthüllte er 2016 den Innovationsreport des "Spiegel". Kritisiert wurde Leif für seinen als autoritär geltenden Fühgrungsstil, der ihm den Spitznamen "Godfather" eingebrachte. (Foto: Horst Galuschka / dpa)
twitter.com/ZappMM, dwdl.de, netzwerkrecherche.org, turi2.de (Background Innovationsreport)

Manfred Braun tritt als Funke-Chef ab, Andreas Schoo folgt nach.


Es bauert in Essen: Funke bekommt mit Andreas Schoo, 57 (rechts), ab April einen neuen Geschäftsführer. Der bisherige Bauer-Manager folgt auf Manfred Braun, 65. Beide haben viele Jahre gemeinsam bei Bauer gearbeitet. Bei Funke wird Schoo die Verantwortung für die Zeitschriften und das Digitale übernehmen. Als weiterer Geschäftsführer bleibt Finanz-Fachmann Michael Wüller im Amt. Offen ist der Chef-Job für den Bereich Zeitungen: Funke-Manager Ove Saffe gilt als Top-Kandidat, schreibt Roland Pimpl.

Andreas Schoo war zehn Jahre Mitglied der Bauer-Geschäftsleitung und insgesamt 25 Jahre im Konzern. Er verantwortete die Geschäfte in Print, Digital und Radio, im September gab er überraschend seinen Abschied bekannt. Unter Braun kaufte Funke u.a. Springer-Zeitschriften wie "Hörzu" und Zeitungen wie das "Hamburger Abendblatt". Schoo könnte diesen gelungenen Expansionskurs fortsetzen. Braun jedenfalls wird von Verlegerin Julia Becker mit allen Ehren, Pauken und Trompeten verabschiedet: "Er hat einen großartigen Job gemacht."
funkemedien.de, meedia.de, horizont.net

Aus dem Archiv von turi2.tv: Manfred Braun versprüht im November gute Laune für Print.

Jürgen Todenhöfer tritt als "Freitag"-Herausgeber zurück.

Freitag verliert Herausgeber Jürgen Todenhöfer nach nur einem Jahr im Amt. Er könne seinen Aufgaben neben Reisen in Krisengebiete, publizistischen Aktivitäten und sozialen Engagement "nicht in dem Maße gerecht werden, das er von sich immer verlange". Um die Berufung des umstrittenen Autors Todenhöfer hatte es vor einem Jahr Ärger gegeben. Mehrere Journalisten verließen die Redaktion.
per Mail, turi2.de (Background)

Silke Burmester wird Redaktionsleiterin beim Springer-Magazin "Die Dame".

Mehr Matriarchat wagen: Springer krallt sich die spitze Edelfeder Silke Burmester. Die Ex-Kolumnistin der "taz" und Vorkämpferin für Frauen in Führungspositionen leitet die Redaktion von "Die Dame". Der Traditionstitel erschien bis 1937 und seit 2017 neu im Axel Springer Mediahouse. Burmester arbeitet an der dritten Neu-Ausgabe, die im April für 15 Euro Copypreis erscheint.

Die Medienjournalistin schreibt und spricht auch für "Süddeutsche", "Zeit", Deutschlandfunk sowie die turi2 edition. Ihre Entscheidung, als langjährige Springer-Kritikerin nun für den Konzern zu arbeiten, begründet sie mit ihrer Lust, selber ein Magazin machen zu dürfen. Außerdem wolle sie eine berufliche Situation verlassen, die zunehmend perspektivlos erscheine. Die bisherige "Dame"-Chefin Lena Bergmann ist in Elternzeit. (Foto: Eva Häberle / Montage: turi2)
axelspringer.de, silkeburmester.de, turi2.de (Burmester-Text für die turi2 edition)

Die Burmeisterin liest Passagen aus ihrem Porträt über die "Lecker"-Erfinderin Jessika Brendel, erschienen in der turi2 edition, #1:

Türkei: Mesale Tolu wird unter Auflagen freigelassen.


Endlich frei: Die deutsche Journalistin Mesale Tolu wird aus der türkischen Untersuchungshaft entlassen. Sie und sechs weitere Angeklagte dürfen die Türkei allerdings nicht verlassen und müssen sich jede Woche bei den Behörden melden, bis die Richter das Urteil fällen. Der Prozess geht im April 2018 weiter. Die Staatsanwaltschaft in Istanbul hatte Tolus Freilassung beantragt.

Die türkische Regierung wirft ihr, wie den meisten inhaftierten Journalisten, Terror-Propaganda und Mitgliedschaft in einer Terror-Organisation vor. Der Prozess begann im Oktober. Ihr kleiner Sohn saß mit im Gefängnis.
sueddeutsche.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Disney kauft 21st Century Fox für rund 52 Mrd Dollar.


Maus schluckt Fuchs: Disney kauft Rupert Murdoch einen Großteil seiner 21st Century Fox für 52,4 Mrd Dollar in Aktien ab und begleicht 13,7 Mrd Dollar Schulden. Die Aktionäre von 21st Century Fox erhalten rund 25 % an Disney, die Murdochs halten dann 4,25 % der Disney-Anteile. Der Deal beinhaltet das Filmstudio 20th Century Fox, die TV-Produktion, die US-Kabelsender FX und National Geographic und u.a. die Anteile an Sky. Fox behält seine gleichnamigen US-Sender Fox Sports, Fox News und Fox Business - Disney darf sie aus Kartellgründen nicht besitzen.

Der Disney-Anteil an dem US-Streamingportal Hulu wächst damit auf 60 %. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Mäusechef Robert Iger verlängert seinen Vertrag, um den Zukauf zu verdauen, und verschiebt damit seinen für 2019 geplanten Ruhestand auf 2021. Disney will sich mit dem Zukauf gegen die Konkurrenz aus dem Silicon Valley wappnen. Disney erwartet, dass der Deal in 12 bis 18 Monaten abgeschlossen ist und Einsparungen von rund 2 Mrd Dollar bietet.
nytimes.com, theverge.com, handelsblatt.com, manager-magazin.de, theguardian.com