EU-Kommission verdonnert Google zu 4,3 Mrd Euro Kartellstrafe wegen Android.

Google bricht seinen eigenen EU-Straf-Rekord: Der Internet-Konzern muss 4,34 Mrd Euro zahlen, weil er nach Ansicht von EU-Kommissarin Margrethe Vestager seine marktbeherrschende Stellung beim Smartphone-Betriebssystem Android auf drei Arten missbraucht.

Google verpflichtet Handyhersteller, auf Android-Geräten die Such-App, den Play-Store und den Chrome-Browser zu installieren. Daneben habe Google Hersteller und Netzwerkbetreiber dafür bezahlt, exklusiv die Such-App von Google vorinstalliert auszuliefern. Daneben verbiete Google den Herstellern, die Google-Apps vorinstallieren, auf irgendeinem ihrer Geräte einen alternative Android-Variante zu nutzen.

Google will Rechtsmittel einlegen und betont, Android habe nicht zu weniger, sondern zu mehr Wahlfreiheit auf dem Smartphone-Markt geführt. Das Verfahren gegen Android läuft seit 2015. 2017 lief das Betriebssystem auf 86 % aller verkaufen Smartphones. Die bisherige EU-Rekordstrafe von Mitte 2017 beträgt 2,4 Mrd Euro und erging auch gegen Google - die Firma hatte den eigenen Shopping-Dienst in den Suchergebnissen bevorzugt.
spiegel.de, blog.google (Google-Statement), turi2.de (Background)

Bundesverfassungsgericht erklärt den Rundfunkbeitrag für verfassungsgemäß.


Passt schon: Der pauschale Rundfunkbeitrag von monatlich 17,50 Euro pro Monat ist verfassungsgemäß, entscheiden die Karlsruher Richter. Zahlreiche Kläger hatten in Verfassungsbeschwerden kritisiert, der Beitrag sei ungerecht, u.a., weil die Größe des Haushalts unerheblich und nicht ausschlaggebend ist, ob es überhaupt einen Fernseher oder ein Radio gibt.

Der Senat hat für das Verfahren beispielhafte Fälle ausgewählt: Darunter ist z.B. ein alleinstehender Kläger, der den Beitrag allein aufbringen sowie doppelt zahlen muss, weil er eine Zweitwohnung besitzt. Letzteres beanstandet das Gericht in seinem Urteil. Betroffene können die Befreiung vom zweiten Beitrag beantragen, bis spätestens Mitte 2020 muss der Gesetzgeber in diesem Punkt nachbessern.
spiegel.de, sueddeutsche.de

BGH: Erben dürfen auf Facebook-Konto Verstorbener zugreifen.


Digitales Erbe: Facebook muss den Eltern als Erben Zugang zum Nutzerkonto einer Verstorbenen gewähren, urteilt der Bundesgerichtshof in letzter Instanz. Die Richter heben damit das Urteil der Vorinstanz auf, das eine Sperre im Hinblick auf das Fernmeldegeheimnis bestätigt hatte. Das Urteil gilt als richtungsweisend in der Frage, ob das digitale Erbe in Form von Chats mit dem analogen gleichzusetzen ist, was die Richter bejahten. Facebook hatte den Zugriff bislang verweigert und argumentiert, so nicht nur die Rechte der Verstorbenen, sondern auch die ihrer Kontakte zu schützen.

Im konkreten Fall hatte Facebook den Zugang einer 15-Jährigen nach ihrem Tod in den sogenannten Gedenkzustand versetzt und damit für die Eltern gesperrt, die nach eigenen Angaben das Passwort ihrer Tochter kannten. Die Eltern erhoffen sich durch den Zugriff auf die privaten Inhalte ihrer Tochter Rückschlüsse über die Todesumstände der 15-Jährigen zu erhalten.
spiegel.de

EU-Parlament weist Pläne für Urheberrechts-Reform zurück.


Reform rausgefiltert: Der Entwurf für ein neues Urheberrecht bleibt im EU-Parlament kleben. 318 Abgeordnete stimmen dagegen, 278 dafür und 31 enthalten sich. Damit sind ein europäisches Leistungsschutzrecht und Upload-Filter vorerst blockiert. Über einen geänderten Entwurf wird das Parlament voraussichtlich im September debattieren. Dann sind auch Änderungsanträge im Plenum möglich.

Die umfassende Reform sorgt in zwei Punkten für Streit: Netzaktivisten und Verbände lehnen Upload-Filter ab, die Plattformen dazu verpflichten würden, Inhalte schon vor dem Hochladen auf Rechtmäßigkeit zu scannen. Sie fürchten Zensur und große Belastungen für kleine Anbieter. Auch das Leistungsschutzrecht bleibt umstritten: Es würde Google News und auch kleinen Blogs verbieten, Ausschnitte aus Pressetexten ohne spezielle Erlaubnis anzuzeigen. Verlage und Privatfunk-Verband Vaunet beklagen die verlorene Abstimmung, Startups jubeln.
spiegel.de, netzpolitik.org, presseportal.de (Verleger), vau.net (Privatfunk), deutschestartups.org (Startup-Verband)

Schüsse in US-Zeitungsredaktion: Mehrere Tote.


USA: Im Newsroom der Zeitung "Capital Gazette" im Bundesstaat Maryland hat ein Angreifer am Donnerstag fünf Mitarbeiter erschossen und weitere verletzt. Der Tatverdächtige hatte die Zeitung zuvor erfolglos wegen Verleumdung verklagt. Die Zeitung hatte darüber berichtet, dass er wegen Belästigung einer Frau verurteilt worden war. Die Capital Gazette aus Annapolis im Speckgürtel der Hauptstadt Washington DC zählt zu den ältesten Tageszeitungen der USA.

Die Polizei räumte das Gebäude der Zeitung und rief die Bevölkerung dazu auf, sich fernzuhalten. Die Gegend wurde weiträumig abgesperrt; Spezialkräfte suchten nach möglichen Sprengsätzen. Die Redaktion berichtete selbst über die Schießerei, am Freitag soll trotz des tödlichen Angriffs eine Zeitungsausgabe erscheinen.
berliner-zeitung.de, nzz.ch, dw.com, spon.de

Ex-ProSiebenSat.1-Digitalvorstand Christian Wegner wird neuer Chef der SWMH.


Neuer Mann: Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) macht den ehemaligen Digitalvorstand von ProSiebenSat.1, Christian Wegner, zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung, schreibt Kress.de. Christian Wegner muss Donnerstag noch von den Gesellschaftern bestätigt werden. Deren Zustimmung gilt aber als sicher. Seine Wahl gilt auch als Signal dafür, dass das Medienhaus sich in Zukunft stärker auf das Digitale konzentrieren will.

Christian Wegner folgt auf Richard Rebmann, der in den Ruhestand geht. Richard Rebmann hat die Südwestdeutsche Medienholding seit 2008 geführt. (Foto: Kai-Uwe Wärner)
kress.de, turi2.de (Background)

Neuer Telemedienauftrag: Politik, Öffentlich-Rechtliche und Verlage beenden jahrelangen Streit.


Nur glückliche Gesichter (von links): Mathias Döpfner, Reiner Haseloff, Malu Dreyer, Ulrich Wilhelm, Thomas Bellut, Stefan Raue. (Foto: Twiehaus)

Weniger Text, Ausbau Mediatheken: Der Telemedienauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird in weiten Teilen überarbeitet – damit endet ein jahrelanges politisches Ringen zwischen den Sendern, den Verlagen und der Politik. Die Beteiligten stellen in Berlin die Ergebnisse vor: Wichtigste Neuerung ist, dass die Onlineangebote von ARD, ZDF und Deutschlandradio ihren Schwerpunkt auf Bild und Ton legen – presseähnliche Berichterstattung ist verboten.

Ein Zückerchen für die Sender: Die 7-Tage-Löschfrist für Inhalte in den Mediatheken fällt weg, sie können außerdem mehr europäische Filme und Serien einstellen. Die Politik beauftragt die Sender zudem ausdrücklich, interaktiv und über Social Media zu kommunizieren. Neu ist auch eine gemeinsame Schlichtungsstelle der Rundfunkanstalten und der Verlage – falls es doch noch Streit um die richtigen Anteile von Text, Video und Audio geben sollte.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff nannte die gemeinsame Lösung aller Beteiligten der Medienindustrie einen "historischen Moment". BDZV-Präsident Mathias Döpfner war spürbar erfreut, sich mit ARD, ZDF und Deutschlandradio zu einigen. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sagt, dass die Belastung der langen Verhandlungen geschafft sei. Wilhelm erinnert daran, dass sich manche journalistische Arbeitsweisen in den Sendern ändern müssten.

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue schränkte ein, noch mit dem Begriff Presseähnlichkeit zu fremdeln. Sein Deutschlandfunk wird etwa weiterhin die morgendlichen Interviews im Volltext anbieten. Döpfner zeigte sich grundsätzlich offen: "Keiner kann den Öffentlich-Rechtlichen verbieten, Textelemente zu nutzen". Wenn die Sender also bei investigativen Recherchen Dokumente zugänglich machen, bleibt das weiterhin erlaubt.
turi2 vor Ort bei Pressekonferenz in Berlin, rlp.de (Reaktionen), bdzv.de, ndr.de

WDR kündigt Gebhard Henke mit sofortiger Wirkung.

WDR kündigt Fernsehfilmchef Gebhard Henke mit sofortiger Wirkung, da aus Sicht des Senders kein Vertrauensverhältnis mehr bestehe. Mehr als zehn Frauen hatten sich gegenüber dem Sender über sexuelle Belästigungen, teils in Zusammenhang mit Machtmissbrauch, durch Henke beschwert. Der WDR sieht die Schilderungen der Frauen als "schwerwiegend und glaubhaft" an, Henke weist die Vorwürfe zurück.
presseportal.de, turi2.de (Background)

"Unberechenbares Risiko": Hajo Seppelt reist nicht zur Fußball-WM nach Russland.


Sicherheit zuerst: ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt fährt nicht zur Fußball-WM nach Russland, melden die "Tagesthemen". Die Reise sei für den Enthüller des Staatsdopings in Russland zu gefährlich. Zu dieser Einschätzung kommt die ARD nach einer Abstimmung mit deutschen Sicherheitsbehörden. An dem Gespräch nahmen Außenminister Maas, RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky und Seppelt teil.

Die deutschen Behörden befürchten, dass ein Ermittlungskomitee zum russischen Dopingskandal Seppelt festsetzen könnte. Außerdem sei spontane Gewalt durch einzelne Russen nicht auszuschließen. Seppelt wird in Russland angefeindet, weil er das Staatsdoping-System aufgedeckt hat. Wegen seiner Recherchen sind einige russische Sportler von Olympia ausgeschlossen worden. Die übrigen mussten unter neutraler Flagge antreten.
tagesschau.de, spiegel.de

Burda macht Birgit Schrowange zum Maskottchen für "Lust auf mehr".


Lust auf Print: BurdaLife steigt in das Geschäft mit Personality-Magazinen ein und holt Birgit Schrowange (Foto, rechts) als Zeitschriften-Maskottchen für Lust auf mehr in das Frauen- und Rätselheft-Universum. Ab der August-Ausgabe, die am 18. Juli erscheint, trägt die Zeitschrift für Frauen ab 50 den Namen der TV-Moderatorin. Bei "Birgit Schrowange – Lust auf mehr" arbeitet Schrowange als Editor-at-Large an der Seite von Chefredakteurin Maria Sandoval.

"Lust auf mehr" liegt seit Herbst 2016 am Kiosk mit einer durchschnittlich verkauften Auflage von 100.000 Exemplaren. "Birgit Schrowange – Lust auf mehr" erhält zum neuen Namen ein neues Layout und bekommt mehr Seiten. Das Best-Ager-Magazin kommt für 2,95 Euro an den Kiosk.
burda.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: Multi-Chefredakteurin Maria Sandoval erklärt, warum in Gemeinschaftsredaktionen bessere Zeitschriften entstehen.

"Horizont": Verleger und Intendanten einigen sich auf Neuordnung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote.


Was lange währt: Die Verleger und Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio machen den Weg frei für einen neuen Telemedienauftrag. Es sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig das Verbot der Presseähnlichkeit in ihren Online-Angeboten akzeptieren, berichtet Ulrike Simon. Das sei das Ergebnis eines Treffens zwischen BDZV-Präsident Mathias Döpfner, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Stefan Raue vom Deutschlandradio und ARD-Vertreterin Karola Wille.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote künftig auf längere Texte ohne Bezug zu einer Sendung verzichten. Websites und Apps von ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich damit komplett auf audiovisuelle Inhalte konzentrieren und dürfen mit Texten nur noch anteasern. Sollte es Streit geben, entscheidet eine gemeinsame Schiedsstelle. Wie dies rechtssicher im neuen Telemediengesetz formuliert wird, müssen die Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Der juristische Streit zwischen den Verlegern und den Öffentlich-Rechtlichen schwelt seit Jahren – unter anderem beschäftigen sich Gerichte mit der Tagesschau-App. Eine Einigung könnte diese Verfahren nun auflösen. Das neue Telemediengesetz bietet aber auch Zuckerstückchen für die Öffentlich-Rechtlichen: So sollen Inhalte künftig länger in Mediatheken online bleiben dürfen. Auch der Rundfunkbeitrag könnte künftig an die Inflation gekoppelt werden – was mehr Geld in die Kassen der Sender spülen würde.
horizont.net

Gabor Steingart holt Chelsea Spieker für sein Morning Briefing.

Morning Briefing: Gabor Steingart heuert für seinen Newsletter, der ab 11. Juni erscheinen soll, Chelsea Spieker an, berichtet Kai-Hinrich Renner. Spieker kommt von der englischen Global Edition des "Handelsblatts", wo sie für die internationale Koordination zuständig war. Sie sei bislang auch für das Übersetzen von Texten zuständig gewesen, Steingarts neues Morning Briefing solle auch auf Englisch erscheinen. Unklar bleibe jedoch, wie Steingart den Erscheinungstermin seines Newsletters halten wolle, da er beim "Handelsblatt" nicht aus seinem Vertrag kommt.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

Gabor Steingart startet sein Morning Briefing am 11. Juni.


Alles neu macht der Juni: Gabor Steingart startet sein Morning Briefing in eigener Regie am 11. Juni, kündigt er seinen Abonnenten per Vorab-Newsletter an. "Ich lasse Sie nicht mehr alleine aufwachen", schreibt der Welterklärer Steingart. Das Mailing hatte er bereits Ende Februar nach seinem Abgang beim "Handelsblatt" für "in einigen Wochen" angekündigt.

Unklar ist, ob Steingart nun unabhängig von "Handelsblatt"-Technik startet, oder – wie einst angekündigt – auf Verlagstechnik zurückgreifen und Abonnenten "mitnehmen" kann. Für den Versand des Vorab-Mailings nutzt er den gleichen Technik-Dienstleister wie das "Handelsblatt", das Programm Maileon der Firma Xqueue in Offenbach. Zuletzt hatte "Kress Pro" geschrieben, dass Steingart aus seinem hoch dotierten Vertrag mit dem Verlag nicht herauskommt. (Bild: Screenshot, Steingart-Newsletter)
per Mail, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gabor Steingart startet eine Podcast-Morningshow.

Madsack und DuMont verbünden sich in Berlin.


Berliner Partnerschaft: Die Madsack Mediengruppe und DuMont schmieden eine gemeinsame Hauptstadtredaktion. Wolfgang Büchner und Uwe Dulias werden die Chefs der neuen RND Berlin GmbH, Gordon Repinski leitet das Büro.

Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland ist an dem Joint Venture mit 75% beteiligt, DuMont mit 25%. Die gemeinsame Redaktion liefert die Politik- und Wirtschaftsinhalte für beide Mediengruppen. Die Redakteure sitzen im bisherigen Hauptstadtbüro des RND im Gebäude der Bundespressekonferenz. Alle in Berlin ansässigen Journalisten des RND wechseln in die neue Gesellschaft. Thorsten Knuf, Korrespondent von DuMont, schreibt auf Twitter, die DuMont-Mitarbeiter "können sich bei einem neuen Gemeinschaftsunternehmen bewerben, das mit der Madsack-Gruppe gegründet werden soll".

Außerdem werden sechs DuMont-Titel Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland: Ab Oktober können "Berliner Zeitung", "Kölner Stadt-Anzeiger", "Mitteldeutsche Zeitung" sowie der "Express", die "Hamburger Morgenpost" und der "Berliner Kurier" auch auf überregionale Inhalte vom RND zugreifen. Das Kartellamt muss dem Zusammenschluss noch zustimmen.
kress.de, madsack.de, twitter.com (Thorsten Knuf) turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Uwe Dulias macht Madsacks Volontäre fit für die Zukunft.

Jesper Doub verlässt die Spiegel-Gruppe und wechselt zu Facebook.


Abschied an der Ericusspitze: Jesper Doub, 46, verlässt die Spiegel-Gruppe. Der Verlagsleiter im Spiegel-Verlag sowie Geschäftsführer von Spiegel Online verlässt das Medienhaus "auf eigenen Wunsch" im Laufe dieses Jahres, teilt der Verlag mit. Er wolle sich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen und im Laufe des Jahres zu Facebook wechseln. Dort werde er als Director of News Partnerships für Europa, Afrika und den nahen Osten tätig, schreibt er in einem Facebook-Post. Seine Aufgaben beim Spiegel-Verlag wolle er in den kommenden Monaten weiter ausführen, bis eine geeignete Nachfolge gefunden wird. Erst im Februar hatte Doub seinen Posten in der Geschäftsführung von Spiegel TV verlassen.

"Spiegel"-Geschäftsführer Thomas Hass bedauert das Ausscheiden von Jesper Doub in einer Verlagsmitteilung und dankt "ihm herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit im Führungsteam der Spiegel-Gruppe". Doub wechselte im Herbst 2014 von der DuMont Mediengruppe als Technikchef und Leiter der IT zur Spiegel-Gruppe. Seit August 2015 ist er als Verlagsleiter des Spiegel-Verlags und Geschäftsführer von Spiegel Online tätig.
horizont.net, facebook.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Jesper Doub steuert den "Spiegel" durch den digitalen Umbruch.

Böhmermann-Schmähgedicht über Erdogan bleibt größtenteils verboten.

Jan Böhmermann: Das Schmähgedicht des Satirikers über den türkischen Präsidenten Erdogan bleibt größtenteils verboten. Das Oberlandesgericht Hamburg bestätigte das Urteil der Vorinstanz und lehnt damit sowohl die Berufung Böhmermanns als auch die Erdogans ab. Böhmermann hatte mit seiner Berufung das Verbot einzelner Passagen anfechten wollen, Erdogan hingegen wollte ein vollständiges Verbot des Gedichts erwirken.
welt.de, turi2.de (Background)

"stern": Hajo Seppelt darf doch nach Russland.

Hajo Seppelt, ARD-Sportjournalist und Doping-Rechercheur, erhält nun doch ein Visum für die Fußball-WM in Russland, meldet der "stern" aus "informierten Kreisen". Seppelt war in Russland durch das Aufdecken eines umfassenden Staatsdoping-Systems unangenehm aufgefallen. Politiker und Sportfunktionäre hatten sich in den letzten Tagen diplomatisch für ein Visum eingesetzt.
stern.de, turi2.de (Background)

Gabor Steingart startet eine Podcast-Morningshow.


Ton? Läuft! Gabor Steingart erfindet sein Morning Briefing neu und verlängert den geschriebenen Newsletter um eine Podcast-Morningshow. Im Juni soll es losgehen, sagt der frühere "Handelsblatt"-Geschäftsführer im Interview mit turi2.tv am Rande des European Newspaper Congress in Wien. Dafür will Steingart künftig täglich in Berlin ins Studio gehen und eine Morningshow aufzeichnen, die mehr sein soll als der vorgelesene Newsletter.

Auf seine Zeit beim "Handelsblatt" blickt Steingart im Gespräch ohne Groll zurück: In seinen acht Jahren an der Spitze der Wirtschaftszeitung "haben wir ein gutes Stück der Transformation zurückgelegt." Nun müssten Sven Afhüppe und andere, jüngere Kollegen das Begonnene weiterführen.

Der Publizist gibt sich, auf seinen Abgang beim "Handelsblatt" angesprochen, selbstkritisch: "Ich glaube, dass es schwierig ist, Steingart auszuhalten." Für Verleger, die früher sehr erfolgreich waren, sei es zudem manchmal schwierig, die Zumutungen der heutigen Zeit auszuhalten.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Gruner + Jahr baut Print-Magazin rund um Guido Maria Kretschmer.


Mehr Print mit Persönlichkeit: Gruner + Jahr reitet die selbst ausgelöste Welle der Magazine mit Maskottchen weiter und legt ein Magazin rund um den Modedesigner Guido Maria Kretschmer an den Kiosk. Das kündigt Produkt-Vorstand Stephan Schäfer beim European Newspaper Congress des Oberauer Verlags in Wien an. Welche Art Magazin mit Kretschmer auf dem Titel entsteht, sagt Schäfer noch nicht. Es liegt aber nahe, dass es sich um ein Mode- und Lifestyle-Heft handeln wird. Es entsteht unter der Verantwortung von "Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber, die bereits "Barbara" entwickelt hat. An den Kiosk soll das Magazin frühestens im Herbst und "mindestens monatlich" kommen.

Gruner + Jahr prägt seit dem Magazin "Barbara", das rund um die TV-Allzweckwaffe Barbara Schöneberger entsteht, das Genre der Personality-Magazine in Deutschland. Neben Schöneberger ziert TV-Doktor Eckart von Hirschhausen den Titel von "stern Gesund leben" als Dauer-Coverboy. Um Moderator Joko Winterscheidt entsteht das Magazin "JWD". (Fotos: Jens Twiehaus, dpa)
turi2 vor Ort beim ENC in Wien

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stephan Schäfer setzt bei Gruner + Jahr auf Gedrucktes mit Gesicht.

"Spiegel": Sechs Frauen erheben Vorwürfe gegen WDR-Filmchef Gebhard Henke.

WDR in Bedrängnis: Sechs Frauen erheben im "Spiegel" konkrete Belästigungsvorwürfe gegen Filmchef Gebhard Henke. Er soll zwischen 1990 und 2015 Frauen an Po und Bauch betatscht haben und Förderung gegen "körperliche Zuwendung" angeboten haben, berichtet der "Spiegel". Zu den Betroffenen, die sich äußern, zählt auch die Moderatorin Charlotte Roche (Foto, links).

Der derzeit freigestellte Henke bestreitet die Vorwürfe. Zuletzt unterstützten 16 Frauen den "Tatort"-Koordinator Henke mit einem offenen Brief. Fernsehdirektor Jörg Schönenborn äußert sich überrascht, bezeichnet die Aussagen der Frauen im "Spiegel" aber als "gravierend und glaubwürdig". Charlotte Roche schildert, dass Henke sie bei einem Treffen zur Verfilmung ihres Romans "Feuchtgebiete" am Po begrapscht habe. Als sie sich wegbewegte, sei er mit der Hand auf ihrem Po mitgegangen. (Fotos: dpa / Picture Alliance)
spiegel.de, presseportal.de (Reaktion WDR), turi2.de (Background)

Donata Hopfen verlässt Login-Allianz Verimi.


Hopfen und Malz verloren: Donata Hopfen (Foto, links) verlässt ihren Chefposten bei der Login-Allianz Verimi nicht einmal einen Monat nach dem Launch. Grund seien laut dem Unternehmen "unterschiedliche Auffassungen in der strategischen Führung". Die Aufgaben von Donata Hopfen übernimmt vorerst Jeannette von Ratibor von T-Systems, die ihren bisherigen Posten als stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung von Verimi ruhen lässt.

Erst im Oktober war Donata Hopfen von ihrem Posten als Verlagschefin von "Bild" zu dem Daten-Bündnis von u.a. Springer, Allianz, Deutscher Bank und Telekom gewechselt. Verimi ist mit seiner Entwicklung einer branchenübergreifenden Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform am 10. April zunächst für Kunden der Deutschen Bank und der Bundesdruckerei gestartet.
meedia.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Donata Hopfen, Anfang 2017 noch "Bild"-Verlagschefin, will Vollgas bei Video geben – und in Print.

Cambridge Analytica macht dicht.


Ins Aus analysiert: Cambridge Analytica und die britische Dachgesellschaft SCL Group machen mit sofortiger Wirkung dicht, teilt die Firma auf ihrer Website mit. Viele Kunden seien der Firma nach dem Facebook-Datenskandal abgesprungen, hinzu kommen die hohen Kosten für Gerichtsprozesse.

Cambridge Analytica beklagt eine unfaire, negative Berichterstattung der Medien. Die Datenanalyse-Firma hatte zuletzt mehrfach ihre Führungsmannschaft umgebaut.
ca-commercial.com, tagesschau.de, turi2.de (Background)

Mediengruppe Rheinische Post kauft Bonner "General-Anzeiger".


Dickschiff lädt weiter zu: Die Mediengruppe Rheinische Post kauft alle Anteile der Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt Neusser, zu der u.a. der "Bonner Generalanzeiger" gehört. RP erwirbt damit auch Anzeigenblätter und Anteile an Radio NRW. Über die Details wollen die Beteiligten schweigen.

Johannes Werle, Geschäftsführer der Rheinische Post Mediengruppe, will die digitalen Aktivitäten der Zeitung ausbauen. Das Kartellamt muss noch zustimmen. Der DJV fürchtet, dass die Medienvielfalt in Nordrhein-Westfalen leidet und will sich dafür einsetzen, dass die Vollredaktion beim "Bonner General-Anzeiger" bestehen bleibt.
dnv-online.de, rp-online.de, djv-nrw.de

Musikindustrie-Verband schafft den Musikpreis Echo ab.


Zu viel Echo auf den Echo: Der Bundesverband Musikindustrie stellt seinen Musikpreis Echo ein. Nach dem Skandal um die Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang hat der Vorstand das Aus für den Echo in seiner jetzigen Form beschlossen. Die Marke "Echo" sei "so stark beschädigt worden", dass ein vollständiger Neuanfang nötig sei, schreibt der Verband. Der Musikpreis solle nicht als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen werden.

Von der Echo-Einstellung sind auch die beiden Ableger Echon Klassik und Echon Jazz betroffen, die reine Jury-Preise sind. Bei einem neuen Popmusik-Preis solle die Jury nun stärker in den Vordergrund rücken. Jeder der drei Preise solle zu einer eigenständigen Veranstaltung werden.
spiegel.de, musikindustrie.de

Horizont.net: Thomas Hass gibt Startschuss für Print-Online-Fusion beim "Spiegel".


Zusammenlegung alternativlos: Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass hat sich bei einer Mitarbeiterveranstaltung des "Spiegel" deutlicher als bisher für eine Fusion von Print- und Online-Redaktion ausgesprochen, berichtet Horizont.net. "Die dafür notwendige zentrale Steuerung von Themen, Inhalten, Recherchen, Personal und Produkten ist nur möglich in und mit einer gemeinsamen Redaktion", zitiert Roland Pimpl aus Hass' Redemanuskript. Damit ist die Zusammenlegung für den obersten Kassenwart des Verlags praktisch alternativlos. Den Grund interner Konflikte sieht Hass in den bisherigen Doppelstrukturen. Verkleinert werden solle die Redaktion durch die Zusammenlegung nicht. Bleiben neue Erlösquellen aus, könne Hass aber eine Verkleinerung der Redaktion nicht ausschließen.

Zugleich kündigt Hass einen neuen "Spiegel"-Ableger mit dem Namen "Spiegel Expedition" an. Weitere Details nennt Hass nicht.
horizont.net

Stefan Plöchinger krempelt das digitale Bezahlmodell des "Spiegel" um.


Nochmal neu: Der "Spiegel" ändert sein digitales Bezahlmodell, statt Einzelverkäufen und des mehrstufigen Abo-Modells führt Produktchef Stefan Plöchinger eine Flatrate ein, die möglichst simpel funktionieren soll. In einem Blogbeitrag erklärt er die Änderungen. Die Flatrate, die laut Plöchinger "vermutlich bis zur Ferienzeit" kommt, kostet 19,99 Euro monatlich und beinhaltet alle digitalen Inhalte. Sie ersetzt das Abo des Digital-Spiegel sowie die Pay-Einzeltexte und den Wochenpass von Spiegel Online. Die bisher exklusiven Inhalte von Spiegel Daily, z.B. die Videokolumne von Harald Schmidt, bleiben hinter der Paywall. Das Kombi-Abo aus Digital und Print kostet monatlich 24,99 Euro.

Spiegel Daily ist künftig keine bezahlpflichtige Web-Nachmittagszeitung mehr, sondern ein kostenloses tägliches Push-Angebot für Apps, Messenger und Newsletter. Die Idee, Lesern einmal täglich eine sortierte Newslage zu bieten, bleibt. Plöchinger schreibt, Spiegel Daily als "Nachrichtenseite innerhalb einer Nachrichtenseite" sei redaktionell schwer zu befüllen und das System für die Leser schwer zu verstehen gewesen. Bisher hat Spiegel Daily 5.500 Abos – "zu geringes Wachstum, um am bisherigen Konzept festzuhalten".

Die Print-und Onlineredaktion soll gemeinsam entscheiden, welche Artikel wohin wandern – und ob kostenlos oder nicht. Die Leser wollen laut Plöchinger "weniger lesen – dafür aber Gescheites." Der Spiegel Plus Neustart bekommt ein neues Logo und soll sich ab 2019 tragen. Am 24. Mai tagen die Gesellschafter dazu.
horizont.net, medium.com (Blogbeitrag Plöchinger)

BGH erlaubt AdBlock Plus.

Kein unlauterer Wettbewerb: Der Bundesgerichtshof weist eine Klage von Springer gegen Adblock Plus ab. Das Angebot des Werbeblockers stelle keine gezielte Behinderung im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb dar, so der BGH. Adblock Plus versuche nicht, andere Unternehmen zu verdrängen, sondern verfolge in erster Linie das Ziel, seinen eigenen Wettbewerb zu stärken. Da der Anbieter damit Geld erziele, die Anzeige von Werbung auf Verlagsseiten über eine Whitelist zuzulassen, setze das Geschäftsmodel sehr wohl die Funktionsfähigkeit der Verlags-Websites voraus. "Der Klägerin ist auch mit Blick auf das Grundrecht der Pressefreiheit zumutbar, den vom Einsatz des Programms ausgehenden Beeinträchtigung zu begegnen, indem sie die ihr möglichen Abwehrmaßnahmen ergreift. Dazu gehört etwa das Aussperren von Nutzern, die nicht bereit sind, auf den Einsatz des Werbeblockers zu verzichten", lässt das Gericht ferner wissen.

Claas-Hendrik Soehring, Leiter Medienrecht bei Springer, kündigt an, dass Springer nun eine Verfassungsbeschwerde anstrebt: "Wir sehen im heutigen Urteil eine Verletzung der über Artikel 5 Grundgesetz geschützten Pressefreiheit, weil Werbeblocker die Integrität von Onlinemedien und deren Finanzierung gezielt zerstören." Außerdem plane Springer eine Klage im Hinblick auf das Urheberrecht, da Adblock Plus für seinen Dienst den Code der Springer-Websites verändere.

In erster Instanz war Springer am Landgericht Köln bereits mit dem Versuch, Adblock Plus zu untersagen, gescheitert. Im Berufungsprozess am OLG Köln gaben die Richter Springer Recht und forderten Adblock Plus zur Unterlassung auf, ließen aber Revision vor dem BGH zu. Das hat nun geurteilt und die Entscheidung der Vorinstanz aufgehoben
juris.bundesgerichtshof.de

"Horizont": Kartellamt blockiert Bündnis von Bauer, Burda und Funke.

Verlage: Ein geplantes Bündnis der Branchengrößen Bauer, Burda und Funke scheitert am Kartellamt, erfährt Roland Pimpl. Die Behörde sperre sich gegen Allianzen in der Werbevermarktung und auch im Vertrieb. Trotz gelockerter Kriterien durch die sogenannte GWB-Novelle befürchten die Kartellis offenbar marktbeherrschende Stellungen und Probleme mit dem EU-Kartellrecht.

Fürsprecher wie Burda-Vorstand Philipp Welte und der inzwischen ausgeschiedene Funke-Chef Manfred Braun werben schon lange für mehr Zusammenarbeit, um das schrumpfende Kerngeschäft der Verlage gegenüber Mediaagenturen, Google und Facebook zu stärken. In der Diskussion war, dass Bauer und Funke ihre Anzeigen von der Burda-Tochter BCN vermarkten lassen. Bauer sollte den Vertrieb für Titel aller drei Verlage übernehmen. Diese Pläne müssen nun eingedampft werden. Roland Pimpl hört im Funke-Flurfunk, dass sich das Thema Allianzen dort vorerst komplett erledigt habe.
"Horizont" 16/2018, S. 6 (Paid), turi2.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Verlage sollen sich zusammenraufen, fordert Burda-Vorstand Philipp Welte im Jahr 2016.

Gruner + Jahr stellt "Neon" ein.


"Neon"-Licht geht aus: Gruner + Jahr stellt nach 15 Jahren seine Zeitschrift "Neon" ein. Die Juli-Ausgabe am 18. Juni wird die letzte sein. Danach will Gruner + Jahr die Marke digital weiter erhalten. Rund 20 Mitarbeiter sollen innerhalb des Verlags an anderer Stelle eine neue Aufgabe erhalten, berichtet "Horizont". Kündigungen wolle Gruner + Jahr dennoch nicht ausschließen. "Liebe Leserinnen und Leser, wir würden wahnsinnig gerne weiter ein Heft für euch machen, mit all der Leidenschaft, mit der wir es noch immer jeden Monat tun. Aber ihr seid zu wenige geworden", begründet Chefredakteurin Ruth Fend das Aus auf stern.de offen mit dem Auflagenrückgang.

Meedia zitiert Publisher Alexander Schwerin: "Wir haben gekämpft, aber es war nichts zu machen. Wenn bei einer Marke das gedruckte Magazin Jahr für Jahr immer weniger nachgefragt wird und gleichzeitig das digitale Angebot deutlich wächst, dann ist es vernünftig und unabänderlich, digital auszubauen und das Magazin einzustellen." Mit dem Joko-Winterscheidt-Titel "JWD" hat Gruner + Jahr vor kurzem selbst einen potentiellen Nachfolger für die "Neon"-Zielgruppe auf den Markt gebracht.
horizont.net, stern.de, meedia.de, turi2.de (Background)

Iris Bode verlässt Handelsblatt Media Group, Ivo Hoevel übernimmt Marketing und Vertrieb.

Handelsblatt befördert Ivo Hoevel (Foto), 49, zum Marketing- und Vertriebschef. Er folgt auf Iris Bode, die das Unternehmen "auf eigenen Wunsch" verlässt, um sich "neuen beruflichen Aufgaben" zu widmen. Hoevel leitet die Wirtschaftsclubs von "Handelblatt" und "Wirtschaftswoche" auch weiterhin. Thomas Höfer, 32, kümmert sich um den neuen Bereich Corporate Partnerships, in die Handelsblatt Media Group u.a. das Firmenkunden- und Lizenzgeschäft bündelt.
per Mail

"Handelsblatt" holt keinen Steingart-Nachfolger, sondern verteilt seine Aufgaben.

Verteile und herrsche: Das "Handelsblatt" ernennt Vermarktungschef Frank Dopheide (Foto) zum Sprecher der ansonsten gleichberechtigten Geschäftsführung, berichtet Roland Pimpl. Die bisherigen Aufgaben von Gabor Steingart werden zwischen ihm und seinen Geschäftsführer-Kollegen Ingo Rieper und Gerrit Schumann aufgeteilt. Eine neue Kraft von außen soll nicht kommen. Frank Dopheide verantwortet die Redaktionen, Kommunikation und die Veranstaltungstochter Euroforum. Finanzchef Ingo Rieper wird künftig den Content Marketing-Dienstleister Planet C führen sowie die Fachmedien und das Research Institute leiten. Gerrit Schumann übernimmt zusätzlich zu seinen Digital-Aufgaben den Vertrieb und das Marketing.

Um die Meinung der Redaktionen in Verlagsentscheidungen einzubinden, sollen "Handelsblatt"-Chefredakteur Sven Afhüppe und sein "Wirtschaftswoche"-Kollege Beat Balzli gemeinsam mit "Wirtschaftswoche"-Herausgeberin Miriam Meckel ein "Insight Board" bilden, das regelmäßig gemeinsam mit der Geschäftsführung tagt.
horizont.net, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Das "Handelsblatt" 2018: Chefredakteur Sven Afhüppe im Strategie-Gespräch.

NDR will Nachrichten-Redaktionen für Fernsehen, Radio und Online zusammenziehen.


Und nun zu den Nachrichten: Der NDR fasst seine News-Redaktionen für sämtliche Kanäle an einem zentralen Standort zusammen. Ab 2020 sollen Redaktionen für Fernsehen, Radio und Online in Hamburg-Lokstedt arbeiten. Lokstedt ist der TV-Standort, an dem auch die "Tagesschau" entsteht. Kisten packen müssen 250 Mitarbeiter – aktuell arbeitende Radio-Journalisten ziehen vom Standort Rothenbaum nach Lokstedt.

In Lokstedt wird derzeit ein neues "Tagesschau"-Haus gebaut mit einem crossmedialen Newsroom für ARD aktuell. Dadurch werden Flächen frei, die künftig von neu aufgestellten News-Teams besetzt werden. Ziel sind nicht nur Einsparungen, sondern eine bessere Produktion für digitale Kanäle: Intendant Lutz Marmor will "schneller und mehr Bewegtbild auf NDR.de bringen".

Einige Mitarbeiter aus Lokstedt werden wiederum frei werdende Büros am Radio-Standort Rothenbaum besetzen. Dies sorgt derzeit für Konflikte, schreibt Kai-Hinrich Renner. Es könnte die Abteilung Sport oder Unterhaltung treffen, Letztere wolle "angeblich partout nicht an den Rothenbaum". Konfliktreich für die NDR-Bilanz ist auch der "Tagesschau"-Neubau: Er werde 20 % teurer, schreibt Renner. (Foto: Screenshot NDR)
presseportal.de, abendblatt.de (Renner)

FAZ.net: Zalando ersetzt mehr als 200 Marketing-Mitarbeiter durch Algorithmen.


Neue Marketing-Mode: Zalando streicht in Berlin zwischen 200 und 250 Stellen für Marketing-Fachleute, berichtet Jonas Jansen bei FAZ.net. Algorithmen und Künstliche Intelligenz werden verstärkt ihre Aufgaben übernehmen – etwa das Versenden von Werbe-Mails. Das Marketing müsse datenbasierter werden und brauche dazu einen "höheren Anteil an Entwicklern und Datenanalysten", sagt Vorstand Rubin Ritter.

Das erst neun Jahre alte, massiv gewachsene Unternehmen baut gerade um: Zalando will künftig jedem Kunden personalisiertes Shopping anbieten – und dazu gehört auch Werbung und Marketing. Bislang getrennte Abteilungen sollen hier zusammengelegt werden. Mit der Personalisierung geht auch eine Lokalisierung einher: Zalando ist inzwischen in 15 Ländern und will Kunden je nach ihren Bedürfnissen unterschiedlich ansprechen.

Mit seiner Kompetenz in Datenanalyse will Zalando künftig auch Kampagnen für Hersteller wie Adidas fahren. Insgesamt wächst die Zahl der Zalando-Mitarbeiter stark. Mitarbeitern, die von Kürzungen betroffen sind, will Zalando andere Jobs, Abfindung oder Schulungen anbieten. (Foto: NurPhoto / Picture Alliance)
faz.net (Paid)

Handelsblatt schreibt 105 Stellen aus.


Personal für Pempelfort: Die Handelsblatt-Gruppe setzt ihren Expansionskurs trotz des plötzlichen Abgangs von Chef-Visionär Gabor Steingart fort. Der Verlag schreibt Stellen für 105 Mitarbeiter aus. Gesucht werden u.a. Grafiker, Entwickler, Social-Media- und Video-Redakteure sowie Projekt- und Produktmanager.

Die Kampagne "105 kühne Köpfe gesucht" startet morgen in überregionalen Zeitungen, Fachmedien, via Newsletter und Social Media. Geschäftsführer Frank Dopheide betont die Hoffnung auf neue Geschäftsfelder wie Digitales und Veranstaltungen, für die Mitarbeiter gebraucht werden. Der Verlag war Anfang des Jahres in einen Neubau nach Düsseldorf-Pempelfort gezogen – mit ausreichend Fläche für zusätzliche Angestellte.
per Mail, handelsblattgroup.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Der damalige Herausgeber Gabor Steingart führt im Januar durch die neuen Räume.

Bauer verpflichtet Ex-NZZ-Chef Veit Dengler.

Ein Ösi in Hamburg: Bauer verpflichtet Veit Dengler, 49, als Geschäftsführer für internationale Märkte und neue Geschäftsfelder. Damit verantwortet er die Aktivitäten der Bauer Media Group u.a. in Großbritannien, den USA und Australien. Mit dem Neuzugang will Verlegerin Yvonne Bauer den Umbau der Geschäftsleitung abschließen. Bauer freue sich, mit Dengler einen "vielseitigen und international erfahrenen Top-Manager an Bord geholt" zu haben.

Die Neuausrichtung war durch den Wechsel des früheren Bauer-Geschäftsleiters Andreas Schoo zu Funke nötig geworden. Die Lücke soll Dengler nun schließen. Der Österreicher Dengler musste im Juni 2017 als Chef der Schweizer NZZ-Gruppe gehen. Grund für die Trennung sollen unterschiedliche Auffassungen zwischen Dengler und dem Verwaltungsrat zur Umsetzung der Unternehmensstrategie gewesen sein.
wuv.de, horizont.net, turi2.de (Dengler), turi2.de (Schoo), turi2.de (Funke)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "NZZ"-Chef Veit Dengler über Innovationen in der Zeitung.

Sissi Benner wird Vize-Chefredakteurin der "Bild".


Neue Frau in der Chefetage: Julian Reichelt holt Sissi Benner, 40, in die Chefredaktion von "Bild". Sie wird Vize-Chefin und bleibt außerdem Unterhaltungschefin des Boulevardblatts. Den Job hatte sie Ende 2015 von Tanit Koch übernommen.

Benner schreibt seit 2010 für "Bild", erste als Vize-Ressortleiterin Unterhaltung, dann als Kolumnistin für die Letzte Seite. Von Juli 2014 bis Dezember 2015 war sie Ressortleiterin Auto bei "Bild", "Bild am Sonntag" und Bild.de. Vor "Bild" leitete Benner fünf Jahre das Ressort Auto, Lifestyle und Society beim Burda-Frauenmagazin "Freundin".
axelspringer.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Julian Reichelt schafft bei "Bild" den Shitstorm ab.



Anmerkung: Die neue Position von Sissi Benner hat, anders als unsere Meldung zunächst suggerierte, laut Springer nichts mit dem Abgang Tanit Kochs zu tun.

Max Conze wird Thomas Ebelings Nachfolger bei ProSiebenSat.1.


Frischluft für Unterföhring: Der ProSiebenSat.1-Aufsichtsrat ernennt Max Conze, 48, zum Nachfolger von Thomas Ebeling, 59. Ex-Dyson-Chef Conze wird ab Juni als Vorstandsvorsitzender den Konzern aufwirbeln. Bis zu seinem Amtsantritt übernimmt Vize-Vorstand Conrad Albert, 50, interimistisch.

Conze hat von 2011 bis 2017 das britische Technologieunternehmen Dyson geleitet und verdreifachte dort Gewinn und Umsatz. Vorher arbeitete er 17 Jahre für Procter & Gamble in unterschiedlichen Management- und Marketingpositionen in Deutschland, USA, China und der Schweiz. Branchenfremde Oberhäupter anzuheuern wird damit eine Art Tradition für ProSiebenSat.1, Vorgänger Ebeling kam aus der Pharmabranche.
prosiebensat1.com, turi2.de (Background)