“Spiegel”: BND hat ausländische Journalisten abgehört.

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Nachrichtendienst belauscht Nachrichtenmacher: Der BND hat seit 1999 offenbar die Kommunikation zahlreicher ausländischer Medien überwacht, berichtet der "Spiegel" und beruft sich auf Dokumente des Geheimdienstes. Auf einer Überwachungsliste stehen demnach mindestens 50 Telefon- und Faxnummern oder E-Mail-Adressen von Journalisten und Redaktionen, darunter mehr als ein Dutzend Anschlüsse der BBC in Afghanistan, der Zentrale in London und Redaktionen des Auslandsdienstes BBC World Service. Auch ein Anschluss der "New York Times" in Afghanistan sowie Mobil- und Satellitentelefone der Nachrichtenagentur Reuters in Afghanistan, Pakistan und Nigeria stehen auf der Liste und wurden womöglich bespitzelt.

Die Journalisten-Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilt die Überwachung als einen "ungeheuerlichen Angriff auf die Pressefreiheit", der eine "neue Dimension des Verfassungsbruchs" darstelle. Der Verband geht davon aus, dass der Bundesnachrichtendienst ausländische Journalisten auch weiterhin abhören wird und bereitet mit anderen Journalistenverbänden sowie der Gesellschaft für Freiheitsrechte eine Verfassungsklage gegen das BND-Gesetz vor.
"Spiegel" 9/2017, Seite 441 Kommentar

Chefredakteur Philip Grassmann verlässt den “Freitag”.

Philip Grassmann 150Freitag: Philip Grassmann, seit 2009 Chefredakteur der Wochenzeitung von Jakob Augstein, verlässt den "Freitag" Mitte März. Er wird Geschäftsführer des Hamburger Programmkinos Abaton, das sein Vater 1970 gegründet hat. Zum Chefredakteur beim "Freitag" steigt der langjährige Mitarbeiter Christian Füller auf. Katja Kullmann bleibt Vize-Chefin.
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“Zeit”: Heiko Maas drängte auf Einstellung von Ermittlungen gegen Netzpolitik.org.

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Ermittlung nach Maas: Bundesjustizminister Heiko Maas hat bei den Ermittlung gegen das Blog Netzpolitik.org wegen Landesverrats im Frühjahr 2015 womöglich eine andere Rolle gespielt als bisher eingestanden. Das berichtet die "Zeit" unter Berufung auf interne Akten der Bundesanwaltschaft. Demnach soll Maas über seine Staatssekretärin Stefanie Hubig mehrfach und unter Androhung sofortiger Entlassung massiv gedrängt haben, die Ermittlungen gegen die beiden Blogger Markus Beckedahl und Andre Meister einzustellen. Bisher hatten Maas und Vertreter seines Ministeriums stets bestritten, entsprechende Anweisungen an den Generalbundesanwalt gegeben zu haben.

Die Bundesanwaltschaft hatte im Frühjahr 2015 Ermittlungen gegen Beckendahl und Meister aufgenommen, nachdem Netzpolitik.org vertrauliche Unterlagen u.a. zu Abwehrmaßnahmen gegen Cyberangriffe veröffentlicht hatte. Der damalige Generalbundesanwalt Harald Range sagte damals öffentlich, Maas behindere die Ermittlungen und übe Druck aus, weil die Strafverfolgung von Journalisten politisch nicht opportun sei. Range verlor nach diese Aussage sein Amt, wenige Tage später wurden die Ermittlungen eingestellt.
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“auto motor und sport”-Chefredakteur Jens Katemann wechselt zu Skoda.

Jens Katemann 150Motor Presse Stuttgart verliert Jens Katemann, 42, an die Autoindustrie. Der Chefredakteur von auto motor und sport sowie AutoStrassenverkehr und zugleich redaktioneller Gesamtleiter aller Autotitel des Verlags verlässt das Unternehmen Ende März "auf eigenen Wunsch" und wechselt als Kommunikationschef zur VW-Tochter Skoda, schreibt der "PR Report". Er folgt dort auf Peik von Bestenbostel, der in Wolfsburg die PR der Marke Volkswagen übernimmt. Bei "auto motor und sport" bildet Co-Chefredakteur Ralph Alex die Chefredaktion gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Birgit Priemer.
prreport.de, motorpresse.de, turi2.de/edition3 (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Jens Katemann und Ralph Alex definieren "auto motor und sport" ständig neu.

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Barbara Hans ordnet bei Spiegel Online ihre Mannschaft neu.

Spiegel Online - Barbara Hans - Jörn Sucher - Christina Elmer - Matthias Streitz - Roland Nelles 600 Kopie
Die neue Führungsmannschaft von Spiegel Online ist großteils die alte: Barbara Hans (links), befördert Jörn Sucher und Christina Elmer (oben) und hält an Matthias Streitz und Roland Nelles (unten) fest. (Fotos: Christian O. Bruch, Daniel Reinhardt/dpa, Montage: turi2)

Teambuilding an der Ericusspitze: Barbara Hans (links), Chefredakteurin von Spiegel Online, stellt nach dem Abgang von Florian Harms die Führungsmannschaft des Nachrichtenportals neu auf und setzt dabei auf die Beförderung langjähriger SpOn-Recken. Jörn Sucher, 42, (oben links) bisher Mitglied der Chefredaktion, rückt als Vize-Chefredakteur auf. Er schreibt seit 2004 für das Nachrichtenportal, schon sein Volontariat machte er spiegelnah - beim Online-Auftritt des "manager magazins". Christina Elmer, 33, (oben rechts) seit 2013 an der Ericusspitze und seit 2016 Ressortleiterin Datenjournalismus, wird Mitglied der Chefredaktion. Neuer Produkt- und Entwicklungschef ist Matthias Streitz, 43 (unten links). Er bleibt, genauso wie Roland Nelles (unten rechts), Büroleiter Berlin und Ressortleiter Politik, Mitglied der Chefredaktion.
spiegelgruppe.de4 Kommentare

“FAZ”-Journalist Hans Barbier stirbt im Alter von 79 Jahren.

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Neoliberale Stimme verstummt: Hans Barbier, 79, ist tot. Der frühere Leiter des Wirtschaftsressorts der "FAZ" starb in der Nacht von Donnerstag auf Freitag nach kurzer, schwerer Krankheit in Bonn, berichtet die "FAZ". Herausgeber Holger Steltzner würdigt den Journalisten als "ordnungspolitischen Prüfstein der Wirtschaftsredaktion", durch dessen Schule "Generationen von Jungredakteuren" gegangen seien.

Barbier kam 1969 zur "FAZ" und schrieb bis 1974 für die Börsenredaktion der Zeitung. Er wurde Bonner Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung", 1986 holte ihn die "FAZ" als Chef des Wirtschaftsressorts zurück, das er bis 2002 leitete. Nach seiner Pensionierung schrieb er weiter die "FAZ"-Kolumne "Zur Ordnung" und wirkte bis 2014 als Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung. Außerdem arbeitete er als Botschafter für die neoliberale Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. (Foto: dpa)
faz.net, kress.de

Mitarbeit: Markus Trantow2 Kommentare

Türkische Polizei nimmt “Welt”-Korrespondenten Deniz Yücel fest.

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Deutscher Pass schreckt nicht ab: Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der "Welt", befindet sich in Gewahrsam im Polizeipräsidium von Istanbul, berichtet die Zeitung. Ihm werde die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Datenmissbrauch und Propaganda für Terrororganisationen vorgeworfen. Deniz Yücel ist in Flörsheim am Main geboren und besitzt die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft.

Yücel hat als einer von vielen Journalisten über den Inhalt des gehackten E-Mail-Accounts von Berat Albayrak berichtet, Energieminister und Schwiegersohn des autoritären türkischen Präsidenten Erdogan. In den Enthüllungen geht es u.a. um Einflussnahmen der Regierung auf Medien, das Vorgehen gegen die kurdische Minderheit, Ölgeschäfte und den türkischen Einfluss auf den syrischen Bürgerkrieg.
welt.de, welt.de (Background)Kommentieren ...

Burda übernimmt weitere Anteile an C3.

c3_600Burda macht sich im Content Marketing breiter und übernimmt weitere Anteile an C3, der gemeinsamen Content-Marketing-Agentur mit Lukas Kircher und Rainer Burkhardt. Kircher und Burkhardt verkaufen 35 % der Anteile an Burda, berichtet "CP-Monitor".

Burda hält bisher 50 % an der Agentur, Ergebnis der Fusion von BurdaCreative mit KircherBurkhardt Ende 2014. Kircher und Burkhardt gehören bisher je 25 %. Den Kaufpreis nennen die Beteiligten nicht.
cp-monitor.de, wuv.de, horizont.net, bundeskartellamt.de (Liste der laufenden Verfahren)

Aus dem Archiv von turi2.tv: C3-Chef Lukas Kircher fühlt sich mitschuldig am Niedergang der klassischen Medien.
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Schlappe für Böhmermann: Schmähgedicht bleibt zu großen Teilen verboten.

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Keine Pointe: Jan Böhmermann unterliegt vor dem Landgericht Hamburg dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan. Böhmermanns Schmähgedicht bleibt zu großen Teilen verboten. Das Gericht bestätigt damit eine einstweilige Verfügung aus dem vergangenen Jahr und entscheidet gegen Satire- und Kunstfreiheit.

Laut der Pressekammer sind nur wenige Zeilen des Werks von diesen Rechten gedeckt. Erdogan wollte mit seiner Klage das Gedicht in vollem Umfang verbieten lassen. Bereits im Vorfeld der Entscheidung hatte Böhmermann-Anwalt Christian Schertz angekündigt, in die nächste Instanz zu ziehen, sollte das Gericht gegen seinen Mandanten urteilen.
meedia.de, spiegel.de, turi2.de (Background)1 Kommentar

Frank Behrendt wird Geschäftsführer bei Serviceplan-Tochter.

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Fliegender Wechsel: Frank Behrendt, 53, hat nur eine Woche nach seinem Abschied von Fischer-Appelt schon einen neuen Job in der Tasche. "Handelsblatt" und "Horizont" berichten übereinstimmend, dass Behrendt zu Serviceplan wechselt, wo er als Co-Geschäftsführer von Serviceplan Public Relations einsteigt. Bei der Serviceplan-Tochter für PR und Content Marketing agiert er als Dritter in der Führingsriege gemeinsam mit den beiden Gründern und Geschäftsführern Thorsten Hebes und Klaus Weise.

"Mit Frank Behrendt haben wir einen Big Bang gelandet", lässt sich Holding-Geschäftsführer Ronald Focken zur Neuverpflichtung zitieren. Laut "Horizont" hat Focken 2016 den Kontakt zu Behrendt hergestellt, nachdem dieser bei Fischer-Appelt aus dem Vorstand ausgeschieden war, um sich auf andere Projekte zu konzentrieren. Die Rückkehr ins operative Geschäft ist für Behrendt kein Widerspruch: "Ich habe wieder Lust, mit anzupacken. Ich will zurück aufs Spielfeld", sagt er zu "Horizont".

Serviceplan Public Relations hat 120 Mitarbeiter, die meisten davon am Serviceplan-Hauptsitz in München, daneben gibt es ein Büro in Hamburg. Behrendt soll sich von seinem neuen Büro in Köln vornehmlich um die Disziplin Content Marketing kümmern.
horizont.net, handelsblatt.com (Paid) via prreport.de, turi2.de (Background)1 Kommentar

Jalag und “Architektur & Wohnen”-Chefin Gabriele Thiels trennen sich.

Gabriele Thiels 150Gabriele Thiels, Chefin von Architektur & Wohnen, und der Jahreszeitenverlag gehen getrennte Wege. Die Redaktionsleiterin und Vize-Chefredakteurin verlasse den Verlag "auf eigenen Wunsch". Thiels leitete die Zeitschrift seit dem Ausscheiden von Chefredakteurin Barbara Friedrich 2015. Joern Kengelbach ist ab April neuer Chefredakteur. Der studierte Architekt leitet bereits das Luxusmagazin Robb Report und wird künftig beide Magazine verantworten.
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Peter Huth wird Chefredakteur der “Welt am Sonntag”, “B.Z.”-Chefredakteurin wird Miriam Krekel.

Peter Huth-150Stühlerücken bei Springer: Zeitgleich mit der Ernennung von Julian Reichelt zu Germany's next Kai Diekmann hat Springer bekannt gegeben, dass "B.Z."-Chefredakteur Peter Huth Chefredakteur der "Welt am Sonntag" wird. Huth, der sich als kreativer Blattmacher und Experte für außergewöhnliche Titel-Ideen bei der "B.Z." profiliert hat, folgt bei der "Welt am Sonntag" auf Beat Balzli, der Chefredakteur der "Wirtschaftswoche" unter Herausgeberin Miriam Meckel wird.

Miriam Krekel 150Neue "B.Z."-Chefredakteurin wird Huths bisherige Vize Miriam Krekel, 39. Krekel ist ein echtes "Bild"-Gewächs, sie kam 2002 zu "Bild", war u.a. Ressortleiterin Polizei, Vize bei "Bild Hamburg", leitete bei "Bild" auch die Kernressorts Unterhaltung und Nachrichten, sowie die "Bild Berlin/Brandenburg". Miriam Krekel ist die Tochter der Schauspielerin Hildegard Krekel ("Ein Herz und eine Seele"), der sie auch ähnlich sieht.
meedia.de, axelspringer.de, turi2.de (Background Balzli) 1 Kommentar

Julian Reichelt wird Vorsitzender der Chefredakteure bei “Bild”.

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Germany's next Diekmann: Julian Reichelt, bisher Chefredakteur bei Bild.de, rückt bei Springer dem Himmel etwas näher und wird Vorsitzender der Chefredakteure der Bild-Gruppe. Deutlich beschnitten ist damit die Rolle von Tanit Koch, die überraschend Nachfolgerin von Diekmann bei der gedruckten "Bild" wurde. Dritte im Bunde ist Marion Horn, die Chefredakteurin der "Bild am Sonntag" bleibt, aber statt Kai Diekmann jetzt mit Julian Reichelt als dem "Vorsitzenden der Chefredakteure" klarkommen muss. Einen neuen Herausgeber soll es nicht geben.

Reichelt soll dafür sorgen, dass die Marke Bild auch nach Diekmanns Abgang "aus einer Hand geführt wird", schreibt Springer in seiner Pressemitteilung. Er verantwortet Strategie, Personalpolitik und das Zusammenspiel von Print und Digital.

Anders als Tanit Koch und Marion Horn drängt es Julian Reichelt erkennbar in die Rolle eines Außenministers von "Bild". Reichelt streitet gern und ausgiebig und mit dem Talent zur Zuspitzung für die Positionen der "Bild". Die Damen Koch und Horn sind weniger testosterongetrieben und halten sich in der Öffentlichkeit ganz gern zurück. Fazit: Julian Reichelt ist Germany's next Diekmann. Konnte diese Position aber erst nach dem Abgang von Kai Diekmann erreichen.
meedia.de, axelspringer.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Sind Sie Germany's next Kai Diekmann?", fragt turi2.tv Julian Reichelt im Oktober 2015.

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Vernon von Klitzing startet bei Sky Deutschland als Vice President Value & Trading.

Vernon von Klitzing, Sky 600
Ex-Bunny-Boss hoppelt zum TV: Vernon von Klitzing arbeitet seit Anfang Februar für Sky Deutschland, berichtet "New Business". Der ehemalige Verlagschef und Operativchef des "Playboy" heuert beim Pay-TV-Sender als Vice President Value & Trading an. In der Position kümmert er sich an der Schnittstelle zwischen Marketing und Sales um das Partnermarketing, POS-Aktivitäten und das Trademarketing. Er berichtet an Marketingchefin Arianna Saita.

Vernon von Klitzing hatte 2016 nach 14 Jahren den "Playboy" verlassen. Damals sagte er, er habe für das Männermagazin "alle Medienspielarten ausgetestet – nur lineares TV nicht". Diese Erfahrung kann er nun in seinem neuen Job machen.
new-business.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: fragebogen2 mit Vernon von Klitzing von 2009.
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DuMont fasst “Kölner Stadt-Anzeiger” und “Express” in gemeinsamen Newsroom zusammen.

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Kölsche Klüngel: DuMont fusioniert an seinem Stammsitz die Redaktionen von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Express" in einem gemeinsamen Newsroom. Im Zuge des Umbaus fallen 15 bis 18 Vollzeitstellen weg. Thomas Kemmerer soll künftig als General Manager das Newsteam für beide Titel leiten. Gemeinsam mit den beiden Chefredakteuren, Carsten Fiedler ("Kölner Stadt-Anzeiger") und Constantin Blaß (künftig "Express"), bildet er das Management Board der neuen Kooperation. Der Umbau der Redaktionsstruktur soll laut "Horizont" im April beginnen und bis Ende September abgeschlossen sein.

Zuletzt hat DuMont in einem ähnlichen Schritt bereits die "Berliner Zeitung" und den "Berliner Kurier" in einen gemeinsamen Newsroom zusammengeführt. Hier fiel der Stellenabbau jedoch deutlich stärker aus. Außerdem wurden, anders als jetzt in Köln geplant, die Redaktionen auch in eine gemeinsame Gesellschaft zusammengefasst. Carsten Fiedler sagt, bei "Stadt Anzeiger" und "Express" werde es keinen "vollintegrierten Newsroom" geben, sondern ein "Kooperationsmodell".
dumont.de, horizont.net, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Constantin Blaß wird neuer Chefredakteur des Kölner “Express”.

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Neuer Boulevard-König: DuMont findet einen neuen Chefredakteur für sein Kölner Boulevardblatt "Express": Constantin Blaß (links), 36, übernimmt den Posten von Carsten Fiedler (rechts), der seit Jahresbeginn den "Kölner Stadt-Anzeiger" leitet. Blaß kommt von DuMonts "Mitteldeutschen Zeitung", wo er derzeit als Vize-Chefredakteur agiert. Zuvor war er u.a. beim Bonner "General-Anzeiger" und bei der "Nordwest-Zeitung" in Oldenburg. Er soll den neuen Posten bis spätestens 1. Juli antreten. Bis dahin leitet Thomas Kemmerer die Redaktion.

Herausgeber Christian DuMont Schütte lobt Blaß als "Chefredakteur der neuen Generation", der "hohe Digitalkompetenz" mitbringe und es gleichzeitig verstehe, mit "Kreativität und Entschlossenheit" eine Zeitung zu produzieren.

Laut Meedia habe die Suche nach einem neuen Chefredakteur ungewöhnlich lange gedauert, auch Sebastian Matthes, Chef der Huffington Post Deutschland, und stern.de-Chef Philipp Jessen seien als Nachfolger für Fiedler im Gespräch gewesen.
dumont.de, meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Discovery und Sky einigen sich über weitere Zusammenarbeit.

Discovery Communications - Sky 150Discovery wird seine Pay-TV-Programme in Deutschland und Großbritannien auch künftig über die Plattform von Sky verbreiten. Beide Unternehmen haben sich nach einem teils öffentlich ausgetragenen Streit auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt. In Großbritannien hatte Sky herumposaunt, Discovery verlange rund 1 Mrd Pfund für die Verbreitung seiner Sender. Sky Deutschland überträgt weiterhin die HD-Programme von Eurosport 1 und 2, Eurosport 360 HD und den Discovery Channel. Noch ausgenommen von der Einigung sind die 45 Bundesliga-Spiele, an denen Eurosport die Pay-TV-Rechte erworben hat. Die Gespräche darüber, ob und wie Sky-Kunden diese zu sehen bekommen, sollen "in den kommenden Wochen fortgeführt" werden.
dwdl.de, faz.net, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Frank Behrendt verlässt Fischer-Appelt.

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Vielen Dank, Frank! Frank Behrendt, 53, verlässt Fischer-Appelt nach sechs Jahren. Die Kommunikationsagentur und ihr früherer Vorstand lassen die Zusammenarbeit "freundschaftlich ausklingen", schreibt Vorstand Andreas Fischer-Appelt in einem Blogbeitrag. Bereits im März 2016 hatte Behrendt sich von seinem Vorstandsjob zurückgezogen und war seitdem als Senior Advisor aktiv, der "ausgewählte Kunden" betreut.

Als "Guru der Gelassenheit" hatte PR-Mann Behrendt zuletzt vor allem Eigen-PR betrieben. Seine Einstellung Liebe Dein Leben und nicht Deinen Job, die Behrendt in Buchform verbreitet, konnte in der Agentur womöglich nicht jeden begeistern. Die Idee, mit der neuen Bekanntheit Kunden zu akquirieren, aber vom anstrengenden Tagesgeschäft die Hände zu lassen, war auf Dauer wohl doch kein Geschäftsmodell. Auf Nachfrage lässt Behrendt wissen, bisher keinen neuen Job in der Tasche zu haben: "Mir wird schon was Spannendes einfallen", schreibt er.
fischerappelt.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

“Spiegel” startet Spiegel Daily im April.

Empfang und Einweihung 70 Jahre DER SPIEGEL
Bezahltes Tagwerk: Anfang April startet der "Spiegel" seine lange angekündigte digitale Tageszeitung Spiegel Daily, schreibt Ulrike Simon. Der Verlag selbst spricht von einem Start zur "Jahresmitte 2017". Der "Spiegel" will sein neues Angebot montags bis freitags um 16 Uhr veröffentlichen und darin die wichtigsten Themen des Tages in einem geschlossenen Angebot für mobile Endgeräte zusammenfassen und einordnende Kommentare bieten.

Spiegel Daily soll zudem das Fundament für das künftige Paid-Content-Angebot bei Spiegel Online sein. Der Verlag vertreibt in Zukunft preislich gestaffelt Abos für alle Bezahlinhalte, so Ulrike Simon. Spiegel Daily biete das Basisangebot für voraussichtlich sieben Euro monatlich an. Nutzer können den Zugang zu den Artikeln von Spiegel Plus ebenso dazu kaufen wie Abos des digitalen oder gedruckten "Spiegel“.
Außerdem arbeitet der Verlag künftig mit einem neuen Partner für die Bezahlabwicklung zusammen: Plenigo ersetzt Laterpay.

Die Redaktion von Spiegel Daily übernehmen Oliver Trenkamp, 37, und Timo Lokoschat, 37. Sie leiten ein rund zehnköpfiges Redaktionsteam, das nach dem Rotationssystem zusätzlich für jeweils vier Wochen durch Kollegen aus allen Ressorts der Online- und Printredaktion ergänzt wird. (Bild: Stefanie Loos / "Spiegel")
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Bahn-Chef Rüdiger Grube tritt überraschend zurück.

Stuttgart 21 Tunneldurchbruch
Abgefahren: Rüdiger Grube tritt mit sofortiger Wirkung als Bahnchef zurück, meldet Spiegel Online. Im Vorfeld hatten mehrere Medien von einer anstehenden Vertragsverlängerung berichtet - nun habe es jedoch "Ärger" mit dem Aufsichtsrat des zu 100 % bundeseigenen Unternehmens gegeben.

Grube sei verärgert, weil der Aufsichtsrat sich nicht an Absprachen halte und ihm heute nur eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre angeboten habe statt der vermeintlich vereinbarten drei Jahre bei Verzicht auf eine Gehaltserhöhung.
spiegel.de, zeit.de2 Kommentare

Bild-Gruppe sortiert nach Wachtel-Abgang die Geschäftsführung um.

stefan-betzold150Bild ersetzt Operativchef Jan Wachtel, 37, der zur Mediengruppe RTL wechselt und befördert Stefan Betzold (Foto), 42, zum alleinigen Managing Direktor der Digitalfunktionen. Er rückt zusätzlich auch in die Geschäftsführer-Riege zu Donata Hopfen und Ralf Herrmanns auf. Julia Wehrle, 35, übernimmt den Posten der Operativchefin, sie verantwortet bisher die strategische Geschäftsentwicklung. Marketing-Direktor Eduard Gerlof, 35, verlässt die Bild-Gruppe "auf eigenen Wunsch". Seine Zuständigkeiten fallen an Stefan Betzold für den Digitalbereich und für das Printangebot an Carolin Hulshoff Pol, 38, Managing Direktor der "Bild am Sonntag".
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“c’t”-Chefredakteur Johannes Endres verlässt Heise Verlag nach fast 20 Jahren.

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Personal-Rochade in Hannover: Der Heise Verlag und "c’t"-Chefredakteur Johannes Endres, 49 (links), gehen getrennte Wege. Endres verlasse den Verlag nach 20 Jahren "auf eigenen Wunsch, um sich neuen Herausforderungen zu stellen", teilt Heise mit. Jürgen Rink, 54, übernimmt das gedruckte Computermagazin. Heise Online, das Endres ebenfalls leitet, sucht noch nach einem neuen Chef. Endres arbeitet seit 1997 bei Heise, 2012 stieg er zum Vize von Heise Online auf, 2013 übernahm er die Chefredaktion des Online-Portals und die Leitung der Computer-Bibel "c’t".

Als Nachfolger rück Jürgen Rink (rechts) auf, der bei Heise im vergangenen Jahr sein 20. Dienstjubiläum feierte. Er leitet im Fachverlag die Sonderhefte und das Online-Portal Heise Foto als Chefredakteur und übernimmt nun auch die gedruckte "c’t". Für Heise Online sucht der Verlag einen Chefredakteur. Einstweilen übernehmen Volker Zota, 47, der Online-Vize wird, und Jürgen Kuri, Chef des Newsrooms, die Leitung.
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BGH bemängelt Zusammenarbeit von Burda und SWR beim “ARD Buffet Magazin”.

ARD Buffet 150Bundesgerichtshof hält das ARD Buffet Magazin für rechtswidrig, das Burda zusammen mit dem SWR herausgibt. Geklagt hatte Bauer, dem die teils mit Rundfunkgebühren finanzierte Zusammenarbeit ein Dorn im Auge ist. Der Rundfunkstaatsvertrag erlaube öffentlich-rechtlichen Sendern zwar, "programmbegleitende Druckwerke", einem Dritten - in diesem Fall Burda - das Recht einzuräumen, Magazine mit dem Namen von TV-Sendungen herauszugeben, sei jedoch unlauterer Wettbewerb. Der BGH gibt den Fall an das Oberlandesgericht Hamburg zurück, das sein Urteil wohl revidieren wird. Der SWR will die Entscheidung prüfen.
handelsblatt.com, meedia.de presseportal.de (SWR)Kommentieren ...

“DNV”: Neue Tageszeitung für Hamburg steht vor Markteintritt.

morgenblatt600
Neuer Baum im Hamburger Blätterwald: In Hamburg steht eine neue Tageszeitung mit dem Arbeitstitel "Morgenblatt" vor dem Start, berichtet "Der neue Vertrieb". Das Blatt aus der "K Eins Verlagsholding" des Energieanbieters Care Energy solle erstmals am 6. Februar mit 50.000 Auflage und zum Copypreis von 70 Cent erscheinen. Verlagsleiter ist Timo Heinemann, Marketingchef des Stromanbieters. Als Chefredakteur sei Andreas Wrede an Bord, einst Chefredakteur von "Spiegel spezial" und "GQ".

Das Anzeigengeschäft verantwortet dem Bericht zufolge Martin Fischer, ehemals Geschäftsführer beim Handelsblatt-Vermarkter IQ Media. Ein Beitrag auf der Facebook-Seite des Energieanbieters Care Energy zeigt einen Stapel Probedrucke.
dnv-online.net, facebook.com (Probedrucke)2 Kommentare

Klambt wildert Tim Affeld bei Bauer, gibt ihm Verantwortung für “In” und “OK”.

tim-affeld-intouch-150Klambt holt Tim Affeld, 46, als Chefredakteur für "In", "OK!" und die Online-Ausgabe OK-Magazin.de an Bord. Er folgt in Hamburg auf Oliver Opitz, der "seinen Lebensmittelpunkt wieder nach Baden-Baden verlegt" und weiter für Klambt arbeiten soll. Affeld kommt von Bauer, wo er bisher als Chefredakteur der Magazine InTouch und Closer arbeitet. Er war nebenher Protagonist der Redaktions-Dokusoap "InTouch TV" bei RTL2, die im Herbst 2016 nach zwei Episoden abgesetzt wurde. Seine Stellvertreterin Julia Wöltjen, 40, wechselt mit Affeld in gleicher Funktion zu Klambt.
new-business.de, meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Penguin Random House: Pearson verkaufsbereit, Bertelsmann erneuert Interesse.

bertelsmannpenguinrandomhouse600Hat den Pinguin immer noch zum Fressen gern: Bertelsmann bekräftigt sein Interesse an den von Pearson gehaltenen 47 % an Penguin Random House. Partner Pearson hat heute angekündigt, seinen Anteil verkaufen zu wollen. 53 % am weltgrößten Publikumsverlag hält Bertelsmann bereits. Der Preis ist offenbar noch nicht ausgehandelt: Der Konzern aus Gütersloh wolle zugreifen, "sofern die wirtschaftlichen Konditionen angemessen sind", taktiert Bertelsmann-Boss Thomas Rabe.

Bei Pearson läuft das Geschäft auch nach dem Verkauf der "Financial Times" und des "Economist" sowie einem radikalen Sparkurs noch nicht rund. Parallel zu der Ankündigung der Verkaufsabsicht gab das Unternehmen am Mittwochfrüh einen Gewinnrückgang bekannt und senkte die Didivenden für Aktionäre - das klingt nach einer günstigen Verhandlungsposition für Bertelsmann.
spiegel.de, bloomberg.com (Pearson), presseportal.de (Bertelsmann), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Franz Burda junior, 84, ist tot.

Franz Burda Junior 150Franz Burda junior ist im Alter von 84 Jahren in Offenburg gestorben, berichtet die "Badische Zeitung". Der älteste Sohn des Verleger-Ehepaares Aenne und Franz Burda war Chef des Burda-Druckerei-Imperiums. Nach dem Tod des Vaters 1986 übernahm Bruder Hubert Burda das Verlags- und Druckereigeschäft. Franz Burda junior und sein Bruder Frieder Burda erhielten Beteiligungen an Springer, Papierfabriken und Speditionen.
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Helmut Markwort tritt als “Focus”-Herausgeber ab.

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Abgang im Geheimen: Helmut Markwort, 80, hat seine Rolle als Herausgeber von Burdas Nachrichtenmagazin "Focus" unbemerkt und ohne großes Aufsehen abgelegt. Zum letzten Mal stand Markwort in dieser Funktion in der Ausgabe vom 27.12.2016 im Impressum. Seit Anfang des Jahres wird er dort als Gründungschefredakteur geführt. Aufgefallen ist das zuerst der "Süddeutschen Zeitung", der Burda den Abtritt bestätigt. Die Funktion Herausgeber fehlt im Impressum derzeit.

Zwar ist Markwort jetzt nicht mehr Herausgeber, ein Abschied vom "Focus" ist das aber nicht. Seine Kolumne Das Tagebuch behält Markwort ebenso wie sein Büro im Verlag. Zudem bleibt er Geschäftsführer von Burda Broadcast Media, der Verlagstochter für Radio-Beteiligungen.
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“Bild” verklagt Focus Online wegen Content-Diebstahls aus “Bild Plus” – Julian Reichelt erklärt die Klage.


Haltet den Content-Dieb: Springer bringt den jahrelangen Streit mit Focus Online über vom Bezahlangebot Bild Plus abgeschriebene Inhalte vor Gericht und klagt wegen Content-Diebstahls. Im Interview mit turi2.tv am Rande des Deutschen Medienkongresses sagt Bild.de-Chef Julian Reichelt, dass Springer monatelang zwei Umzugskartons mit belastendem Material gesammelt habe, mit dem der Verlag Focus Online systematischen Content-Klau beweisen will.

Dabei gehe es nicht um das Zitieren von Nachrichten und Exklusiv-Meldungen: "Wir hängen daran, dass unsere exklusiven Nachrichten von unseren Mitbewerbern zitiert werden, das ist Teil der Marke 'Bild'", sagt Reichelt. Ihm gehe es um das Kopieren von Features, Hintergründen und Analysen, die sich auch zu Hauf bei Focus Online wiederfänden. Reichelt nennt etwa Geschichten wie "Sieben Regeln, nach denen Rocker-Clans funktionieren". Auch solche Meldungen seien aufwändig recherchiert, gehörten, so Reichelt, aber nicht zur Nachrichten-Grundversorgung.

"Bild" wirft der Konkurrenz vor, systematisch schon kurz nach der Veröffentlichung solche Bezahlinhalte abzukupfern und auf der eigenen Seite frei zugänglich zu veröffentlichen. Das Vorgehen behindere das Geschäftsmodell von Bild Plus gezielt und verletzte das Datenbankrecht. "Bild" fordert vor dem Landgericht Köln Unterlassung und Schadenersatz.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), axelspringer.de

Mitarbeit: Markus Trantow2 Kommentare

Wolfgang Blau löst Nicholas Coleridge als Auslandschef von Condé Nast ab.

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Generationswechsel: Condé Nast tauscht die Spitze seines internationalen Ablegers aus. Nicholas Coleridge, 59 und seit fast 27 Jahren bei Condé Nast, tritt zurück. Für ihn übernimmt Wolfgang Blau, seit 2015 Digitalchef von Condé Nast International. Die Amtsübergabe erfolgt zum 1. August. Coleridge bleibt als Chairman von Condé Nast Britain bis mindestens Ende 2019 im Unternehmen - dann wird er 30 Jahre für den Verlag tätig gewesen sein.

Blau, 49, geboren in Stuttgart, war 2015 vom britischen "Guardian" zu Condé Nast gewechselt, wo er sich im Rennen um die Chefredaktion Katharine Viner geschlagen geben musste. Zuvor war er fünf Jahre lang Chefredakteur von Zeit Online.
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Autor Udo Ulfkotte, 56, ist tot.

Udo Ulfkotte-150_swUdo Ulfkotte, 56, rechter Autor und früher Journalist bei der "FAZ", ist tot. Wie die Zeitung "Junge Freiheit" mitteilt, starb Udo Ulfkotte am Freitag an einem Herzinfarkt. Laut Spiegel Online hat Ulfkottes Familie den Tod des Autors bestätigt. Ulfkotte schrieb von 1986 bis 2003 für die "FAZ", seit 2008 veröffentlichte er Bücher im rechten Kopp-Verlag. Er galt als Verschwörungstheoretiker und setzte sich mit Büchern wie "So lügen Journalisten" an die Spitze der Lügenpresse-Rufer.
jungefreiheit.de, spiegel.deKommentieren ...

Burda expandiert nach Großbritannien und übernimmt Immediate Media.

Paul-Bernhard Kallen 600
Reif für die Insel: Burda macht offiziell, was bereits vor Weihnachten informierte Spatzen von britischen Dächern pfiffen und steigt groß ins Verlagsgeschäft in Großbritannien ein. Die Offenburger übernehmen Immediate Media, Mutter der legendären Radio Times und 70 weiterer gedruckter und digitaler Marken. Das Portfolio umfasst etwa Sport, Reise- und DIY-Titel aber auch den Shopping-Sender Jewellery Maker. Der Kaufpreis soll zwischen umgerechnet 300 Mio und 317 Mio Euro liegen. Immediate ist 2011 aus Origin Publishing, Magicalia and BBC Magazines entstanden und gehört bisher dem Finanz-Investor Exponent Private Equity.

Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen nennt den Verlag "eine großartige Plattform für das Zeitschriften-, genauso wie für das digitale Konsumentengeschäft" und sieht Burda und Immediate als Perfect Match, was das Portfolio und das "unternehmerische Denken" angeht. Die Offenburger geben auf der Insel bereits mehrere Magazine heraus. Zuletzt hat Burda die aktuelle Finanzierungsrunde des Online-Marktplatzes Notonthehighstreet.com als Hauptinvestor angeführt.
burda.com, turi2.de turi2.de (Background)Kommentieren ...

Facebook startet Charme-Offensive für die Medienbranche.

Facebook-Logo-Holzwand (Foto: dpa)
Make Real News Great Again: Facebook macht sich nun auch offiziell Sorgen um die "Gesundheit" des "Nachrichten-Ökosystems" und will künftig stärker mit der Medienbranche zusammenarbeiten. Das "Facebook Journalism Project", es klingt ein wenig wie Googles Digital News Initiative, soll aus drei Säulen bestehen: neuen Produkten, Weiterbildungsangeboten für Journalisten sowie Medienkompetenz-Schulungen für die breite Öffentlichkeit.

Produktseitig will Facebook gemeinsam mit Medienpartnern bestehende Darstellungsformen des Netzwerks wie Instant Articles und Live weiterentwickeln und neue Formen kreieren. Daneben arbeitet Facebook in einer "frühen Phase" an einer Einbindung lokalisierter Nachrichten im Facebook-Stream. Facebook wünscht sich "viel frühzeitigen Input" von Medienorganisationen und Journalisten dazu. Daneben sind unter anderem Recherchetools und ein Weiterbildungsprogramm mit der US-Journalistenschule Poynter geplant.
recode.net, nytimes.com, fb.com (Mitteilung)Kommentieren ...

Roland Tichy tritt als Herausgeber von Xing Klartext ab.

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Tichys Einknick: Roland Tichy legt sein Amt als Herausgeber des Meinungsportals Klartext von Xing ab. Als Grund nennt Tichy eine "massive Kampagne gegen Xing", die er "nicht akzeptieren und gutheißen" könne. Auch Morddrohungen habe er erhalten.

Die Kritik an Roland Tichys Job bei Xing ist nicht neu. Anlass ist Tichys nach eigenen Angaben "liberal-konservatives" Blog Tichys Einblick. Die Kritik intensivierte sich jedoch am Wochenende nach einem umstrittenen Beitrag, der "grün-linke Gutmenschen" als "geistig-psychisch krank" ferndiagnostizierte.
tichyseinblick.de, turi2.de (Background)4 Kommentare

“Spiegel” meldet: “Bild”-Mitarbeiterin wirft Kai Diekmann sexuelle Belästigung vor.

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Verdachts-Berichterstattung: Der "Spiegel" berichtet über einen Belästigungs-Vorwurf gegen Kai Diekmann. Eine Mitarbeiterin wirft dem Noch-Herausgeber der Bild-Gruppe vor, sie sexuell belästigt zu haben. Der Vorfall soll sich am Rande einer Klausur-Tagung in Potsdam im Sommer beim Baden ereignet haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigt dem "Spiegel" den Eingang einer Anzeige. Auch bei Springer sei der Vorwurf bekannt, das Unternehmen habe ihn mit Hilfe externer Rechtsexperten und Gutachter geprüft, aber kein strafbares Verhalten festgestellt. Das Ergebnis der Prüfung sei mit Einverständnis Diekmanns an die Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Diekmann hat vor genau einer Woche seinen Abschied von Springer zum Ende Januar erklärt - nach mehr als 30 Jahren im Unternehmen. Springer-Sprecherin Edda Fels teilt mit, dass die staatsanwaltliche Untersuchung gegen Kai Diekmann und der Abschied des "Bild"-Herausgebers in keinem Zusammenhang stünden. Diekmann habe bereits 2015 die Entscheidung getroffen, Springer zu verlassen. (Foto: Markus Tedeskino/"Bild")
"Spiegel" 2/2017, tagesspiegel.de

Update 14.20 Uhr:
Der Anwalt von "Bild"-Herausgeber Kai Diekmann, Otmar Kury, teilt mit: "Der gegen Herrn Diekmann erhobene Vorwurf ist haltlos und wir haben vollstes Vertrauen in die Arbeit der Ermittlungsbehörden."
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Kai Diekmann verlässt Springer.

Roter Teppich bei Ein Herz fuer Kinder - 2016
Kai Diekmann und Ehefrau Katja Kessler formen Herzen für Kinder auf dem roten Teppich von Springers Spenden-Gala Anfang Dezember - Diekmanns letzter Auftritt unter der Flagge des Berliner Verlagskonzerns. (Foto: picture alliance/Eventpress)

Ende einer Springer-Karriere: Springer sorgt einen Tag vor Silvester für einen echten Knaller und verkündet den Abschied von "Bild"-Babo Kai Diekmann, 52. Der Gesamtherausgeber der "Bild"-Gruppe beendet seine Tätigkeit Ende Januar, laut Springer-Pressemitteilung "auf eigenen Wunsch". Er wolle sich Aufgaben außerhalb des Unternehmens widmen, welche das sind, sagt der Verlag freilich nicht.

Dafür gibt es warme Worte zum Abschied von Springer-Boss Mathias Döpfner: "Es ist vor allem ihm zu verdanken, dass 'Bild' heute Trendsetter des digitalen Journalismus ist und eine hochprofitable Multimediamarke." Diekmann selbst lässt sich mit den Worten zitieren: "Nach 30 Jahren bei Axel Springer fällt es mir schwer, das Haus zu verlassen, dem ich beruflich alles zu verdanken habe."

Vor allem der Zeitpunkt von Diekmanns Abschied kommt überraschend, die Personalie selbst überrascht kaum, schließlich hat Diekmann sich schon vor gut einem Jahr aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Als Herausgeber ist der früher so kampfeslustige Chefredakteur ruhiger geworden - auch auf seinem Lieblings-Kommunikationskanal Twitter. Seine Karriere bei Springer scheint ihr natürliches Ende erreicht zu haben, einen Aufstieg in den Vorstand des Verlagskonzerns hat Mathias Döpfner seinem wichtigsten Journalisten verwehrt.

Interessant ist die Frage, wohin Diekmanns Weg nach Springer führt, schließlich ist er dem Berliner Konzern sein ganzes Berufsleben lang treu - abgesehen von einem kurzen Abstecher zu Burda: 1985 begann er an der Axel Springer Journalistenschule seine Ausbildung, war Parlamentskorrespondent und Politikchef bei "Bild". Von 1998 bis 2000 wirkte er als Chefredakteur der "Welt am Sonntag", anschließend bis 2015 als Chef der "Bild".
axelspringer.de, lexikon2.de (Kai Diekmann)

Mitarbeit: Markus TrantowKommentieren ...

“Bild”-Redakteur Metin Gülmen berichtet von Haftbefehl gegen “Welt”-Türkei-Korrespondent Deniz Yücel.

Deniz Yücel 150Türkei hat laut "Bild"-Redakteur Metin Gülmen einen Haftbefehl gegen Deniz Yücel (Foto), Türkei-Korrespondent der "Welt", erlassen. Laut der regierungsnahen Zeitung "Sabah" soll es eine Hausdurchsuchung gegeben haben. Yücel befindet sich derzeit im Ausland, schreibt Gülmen bei Twitter. Die Staatsanwaltschaft werfe Yücel vor, Mitglied der AKP-kritischen Hackergruppe RedHack zu sein. Springer will sich auf Nachfrage zu dem Fall nicht äußern.
twitter.com/GuelmenM (Haftbefehl), twitter.com (Hausdurchsuchung), twitter.com/GuelmenM (RedHack)1 Kommentar

Rockaway Capital kauft die Reiseportale von Unister.

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Auferstanden aus Ruinen: Das Reisegeschäft des insolventen Internetkonzerns Unister ist gerettet, die Beteiligungs-Firma Rockaway Capital aus Prag kauft die Sparte. 520 Mitarbeiter u.a. von ab-in-den-urlaub.de, fluege.de und reisen.de behalten ihre Jobs. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt, er entspricht laut Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther den "Marktpreisen". Gläubiger von Unister Travel können sich nun Hoffnung machen, doch noch ihr Geld zu sehen.

Auch ProSiebenSat.1 galt als Interessent für die reichweitenstarken Reiseportale aus dem Unister-Universum. Das Rennen macht nun Rockaway. Die Gesellschaft wurde 2013 gegründet und hat bereits in 20 Unternehmen investiert, etwa in Invia, einem Online-Reisevermittler in Osteuropa. Hinter den Investments von Rockaway steckt das Geld des chinesischen Unternehmens CEFC, das in Europa Fuß fassen will. Unister-Chef Matthias Steinberg wird das Unternehmen Ende März verlassen, für ihn übernimmt Balint Gyemant die Leitung Flugvertrieb und Stephan Wiese die Leitung Pauschalreise-Vermittlung. Insolvenzverwalter Flöther muss 2017 noch Käufer für die übrigen Teile von Unister finden. Das Portal Shopping.de geht an Solute aus Karlsruhe: Der Betreiber von billiger.de übernimmt Mitarbeiter und das Leipziger Lager.
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Springer beerdigt die Zeitschrift “Allegra”.

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Springer stellt die wiederbelebte Zeitschrift "Allegra" ein. Sechs Ausgaben in diesem Jahr konnten nicht überzeugen. Verlags-Geschäftsführerin Petra Kalb sieht "keine stabile wirtschaftliche Perspektive". "Allegra" erschien 1995 bis 2004, 2014 mit einer Revival-Ausgabe und seit März wieder regelmäßig im Axel Springer Mediahouse – bis jetzt. Die Auflage betrug zuletzt zwischen 70.000 und 80.000 bei einem Copypreis von 5 Euro.

Für "Allegra" haben 15 Mitarbeiter gearbeitet, die meisten im Münchner Redaktionsbüro Papermind von Herausgeberin Michaela Mielke. Viele Verträge enden laut Springer zum Jahresende, Verlag und Agentur suchen für die Betroffenen neue Stellen. Kalb kündigt an, 2017 die nächsten Konzepte im Mediahouse starten zu wollen.
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