Handelsblatt-Gruppe streicht 20 bis 30 Stellen, beerdigt Global Edition.


Orange blutet rot: Die Handelsblatt Media Group hat 2018 ihre Finanzziele nicht erreicht und will deshalb den Rotstift ansetzen, sagt Geschäftsführer Frank Dopheide zu "Horizont". Der Umsatz habe 2018 stagniert, das Ergebnis sei gesunken. Bis Ende 2021 will die Handelsblatt-Gruppe laut "Horizont" mehrere Mio Euro sparen: Die Personalkosten sollen um 3 % sinken, was 20 bis 30 Stellen weniger bedeutet. Sie sollen über Vorruhestände entfallen, Kündigungen kommen wohl dazu. Die englischsprachige Digitalausgabe "Handelsblatt Today" bekommt der Verlag "auf absehbare Zeit nicht profitabel" und stellt sie deshalb ein.

Dopheide sagt zu "Horizont": "Wir müssen genügend Finanz- und Managementkraft aufbringen, um unsere Transformation schnell genug umsetzen zu können. Die Ressourcen zum Investieren in neue Produkte und in Technologie müssen wir freischaufeln und steigern." Der Verlag wolle sich künftig auf reine Wirtschaftsthemen fokussieren und habe deshalb auch Meedia verkauft. Damit enden nach dem Abgang Gabor Steingarts auch zwei seiner Projekte: Er hatte Meedia gekauft und die Global Edition des "Handelsblatts" gegründet.
horizont.net

Aus dem turi2.tv-Archiv: Handelsblatt wird zum Bildungs-Unternehmen: Das große Interview mit Frank Dopheide.

Die EU einigt sich auf Leistungsschutzrecht und Uploadfilter.


Hyperlinks-Ruck: Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments haben sich am Mittwoch auf eine Reform des EU-Urheberrechts geeinigt, die ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger beinhaltet, berichtet die dpa. Künftig sollen Portale wie Google News für die Anzeige von Artikel-Ausschnitten Geld an die Verlage zahlen. Links und kurze Textausschnitte seien demnach weiter erlaubt, Überschriften oder ganze Sätze jedoch nicht.

Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten müssen den Reformvorschlag noch bestätigen. Dies gilt als wahrscheinlich, aber nicht sicher. Stimmen beide Seiten zu, haben die EU-Staaten zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in ihrem nationalen Recht festzulegen. In Deutschland existiert bereits ein Leistungsschutzrecht, die Verlage beklagen jedoch, dieses kaum durchsetzen zu können. Auch die umstrittenen Uploadfilter sind Teil des Deals. Bei Twitter trendet der Protest-Hashtag "#NieMehrCDU".
welt.de, heise.de, netzpolitik.org, turi2.de (Background)

Funke strukturiert um und streicht eine dreistellige Zahl von Stellen.

Funke entfacht Sparflamme: Die Funke-Mediengruppe streicht eine dreistellige Zahl von Stellen und will Kosten in Höhe eines zweistelligen Mio-Betrags einsparen, schreibt Ulrike Simon. Dafür werde die Druckerei in Essen mit 120 Mitarbeitern geschlossen. Funke verlagert den Druck der Printtitel komplett an den Standort Hagen und investiert hier einen niedrigen zweistelligen Mio-Betrag.

Auch die Berliner Zentralredaktion ist von den Streichungen betroffen. Der Rotstift wird hier in erster Linie bei den individuellen Anpassungen für die jeweiligen Printtitel angesetzt. Die Serviceredaktion lagert Funke an Tochter Raufeld Medien aus. In der Hauptstadt streicht Funke die Printausgabe "Berliner Morgenpost Kompakt", in NRW werde die Warsteiner Lokalausgabe der "Westfalenpost" wegfallen. In Hamburg plante Funke eine eine zentrale Redaktion für alle Wochenblätter. Die erhofften Synergien aus dem Springer-Funke-Deal mit dem Kauf der Springer-Regionalzeitungen hätten sich bisher nicht eingestellt, schreibt Ulrike Simon.
horizont.net (Paid), funkemedien.de, turi2.de (Background)

Handelsblatt Media Group trennt sich von Branchendienst Meedia, Busch Group übernimmt.


Was im Busch: Die Handelsblatt Media Group verkauft den Branchendienst Meedia an die Busch Group, die u.a. bereits "Blickpunkt:Film" und die "MusikWoche" herausgibt. Das Meedia-Team um Gründungschefredakteur Georg Altrogge (Foto) wechselt damit unter das Dach des Verlegers Timo Busch, der die Marke "weiter ausbauen" will. "Handelsblatt"-Geschäftsführer Frank Dopheide sagt: "Wir sind eine Gemeinschaft zur Verbreitung des wirtschaftlichen Sachverstands. Das steht im Mittelpunkt unseres Zukunftsstrategie." Darum habe sich der Verlag entschieden, "Meedia in andere Hände zu geben".

Die Gerüchte um die Verkaufsabsichten kursierten schon eine Weile – weil Meedia die einst erhofften Synergieeffekte zur "Absatzwirtschaft" nicht gebracht habe. Diese wechselt verlagsintern zu Planet C, unter Leitung von Andrea Wasmuth.
meedia.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv (10/2018): Frank Dopheide über die neue Strategie der Handelsblatt Media Group.

Stephan Schäfer steuert Inhalte bei Mediengruppe RTL, bleibt zusätzlich bei G+J.


Auf der Bildfläche: Bertelsmann rückt Zeitschriften- und Fernsehgeschäft in Deutschland näher zusammen. Stephan Schäfer, Produktchef von Gruner + Jahr, wird zusätzlich Inhaltechef von RTL. Er verantwortet bei allen Sendern Marketing, Produktionsmanagement und Programmeinkauf – unter RTL-Deutschlandchef Bernd Reichart. Anfang der Woche hatte Bertelsmann seine neue Content Alliance bekannt gegeben: Der Konzern führt seine deutschen Inhalte-Geschäfte unter Julia Jäkel zusammen. Durch die Doppelrolle Schäfers kommt der Kooperation von TV und Zeitschriften offenbar eine besondere Stellung zu.

Die Mediengruppe RTL hat künftig fünf Geschäftsführer: Stephan Schäfer, Julia Reuter für Strategie, Personal & Kultur, Matthias Dang für Vermarktung, Technologie & Daten, Alexander Glatz für Recht & Finanzen und Jan Wachtel für digitale Medien und journalistische Inhalte. (Foto: Thies Rätzke für die turi2 edition 4)
horizont.net, turi2.de (Content Alliance), turi2.de (neue RTL-Spitze), turi2.de (Interview mit Stephan Schäfer aus der "turi2 edition Innovation")

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stephan Schäfer setzt bei Gruner + Jahr auf Gedrucktes mit Gesicht.

Springer baut "Welt"-Chefredaktion um: Johannes Boie übernimmt "WamS", Peter Huth bekommt neue Aufgaben.


Neue "Welt"-Herrscher: Springer schraubt an der Chefredaktion seiner Blauen Gruppe und löst Peter Huth (Foto: links), 49, als Chefredakteur der "Welt am Sonntag" ab. Er soll sich künftig als Corporate Creative Director um Konzeption, kreative Inszenierung und Umsetzung von Springer-Events kümmern, heißt es in der Pressemitteilung. Darunter fällt u.a. der Axel Springer Award und ein geplanter Musik-Preis. Huth hatte die Aufgabe vor genau zwei Jahren übernommen, zuvor war er Chef der "B.Z.". Als Chefredakteur der "Welt am Sonntag" übernimmt Johannes Boie (Foto: Mitte), 35, er war vor zwei Jahren von der "Süddeutschen Zeitung" zu Springer gewechselt und wirkt seitdem als digitale rechte Hand von Konzernchef Mathias Döpfner.

Auch die tägliche "Welt" bekommt eine neue Spitze: Mit Dagmar Rosenfeld (Foto: rechts), 44, erstmals eine Frau. Seit 2017 ist Rosenfeld bereits Vize-Chefin. Ulf Poschardt, 51, bisher auch zuständig für die tägliche "Welt", bleibt als Chefredakteur der "Welt-Gruppe übergreifend für Print, Online und TV verantwortlich. (Foto: Springer, Montage: turi2)
axelspringer.com

Mitarbeit: Markus Trantow

Aus dem turi.tv-Archiv: "Welt"-Chef Ulf Poschardt über Journalismus, Relotius und Social Media.

Bertelsmann zentralisiert Inhalte-Geschäft in Deutschland unter Julia Jäkel.

Inhaltliche Weiterentwicklung: Bertelsmann führt seine deutschen Inhalte-Geschäfte unter Julia Jäkel in einer "Content Alliance" zusammen. Dabei sollen bereichsübergreifend neue Formate entstehen. Die Bereiche, über die gegriffen wird, sind die Mediengruppe RTL, RTL Radio, UFA, Verlagsgruppe Random House, der Musikverlag BMG sowie Gruner + Jahr. Julia Jäkel bleibt weiterhin Chefin von Gruner + Jahr. Ein gemeinsames Board regelt die Zusammenarbeit, die Töchter sollen laut Pressemitteilung unternehmerisch eigenständig und journalistisch unabhängig bleiben.

Das Bündnis auf der Inhalteseite ähnelt dem Vermarkter-Verbund Ad Alliance, der Bertelsmanns Anzeigenverkäufer bei IP Deutschland und G+J EMS seit 2017 bündelt. Der Schritt scheint folgerichtig: Immer mehr Werbekunden wünschen sich integrierte Kommunikation, und für gemeinsame Vermarktung über Gattungsgrenzen sind gemeinsame Formate der logische nächste Schritt. Ob die Content Alliance auch beim Content Marketing zusammenarbeitet, ist noch unklar. (Foto: Johannes Arlt für die turi2 edition 7)
presseportal.de

Aus dem turi.tv-Archiv: Julia Jäkel im Talk mit Peter Turi über Frauen-Fragen, Innovationen und die Kultur bei Gruner + Jahr.

Bauer: Sven Dams wird Leiter der Business Unit Publishing Deutschland unter Jörg Hausendorf.


Neue Mannschaftsaufstellung: Bauer verschiebt die Gewichte innerhalb seines im erst Oktober gegründeten Publishing Boards und gibt Sven Dams, 54, mehr Macht. Er ist ab sofort Leiter der wichtigen Business Unit Publishing Deutschland. Die Aufgabe war bisher eine Team-Leistung des Boards unter Vorsitz von Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf, 54, dem auch Dams angehört, schreibt Bauer in seiner Pressemitteilung. Hausendorf bleibt Dams Chef und soll sich künftig mehr aus seine Aufgaben im Konzernbereich Publishing und dem Executive Board konzentrieren.

Gegenüber "Horizont" gibt sich Dams zum Antritt seiner neuen Stelle selbstbewusst: "Ich denke, dass wir nach wie vor Magazinkonzepte finden können, die mehrere 100.000 Exemplare verkaufen können." Erfolg erzielen will er insbesondere durch mehr Leserforschung und einem besseren Nachweis der Werbewirkung der Bauer-Magazine. Dams kam 1994 als Trainee zu Bauer. 2003 wechselte er als Verlagsleiter zu Burda und kehrte 2012 zu Bauer zurück, wo er seitdem Geschäftsführer der Programmzeitschriften ist. Diese Position soll Dams auch weiter zusätzlich behalten.
bauermedia.com, horizont.net, turi2.de (Background)

VDZ-Sprecher Peter Klotzki wird Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Freien Berufe.


Häuptling der Freien: Peter Klotzki, 54, seit 2009 Kommunikations-Geschäftsführer beim Zeitschriftenverband VDZ, wird Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Freien Berufe (BFB). Seinen Nachfolger will der VDZ in Kürze nennen. Klotzki startete als Redakteur beim Bundeswehr-Hörfunk, war von 2004 bis 2009 Pressesprecher des Arbeitsgeberverbands Gesamtmetall und ist FDP-Mitglied. Der BFB hat 41 Mitgliedsverbände und spricht für 5,1 Millionen freiberuflich tätige Rechtsanwälte, Notare, Ärzte, Apotheker und Ingenieure.

Der Wechsel an die Spitze des BFB ist für Kommunikationstalent Klotzki ein schöner Karriereschritt - und für den VDZ ein herber Verlust. Bereits im November hatte Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Print und Digitale Medien, seinen Abschied beim VDZ verkündet. Der Verband steht seit dem Austritt von mehreren Hamburger Verlagen unter Sparzwang.
per Mail, eigene Infos, turi2.de (von Reibnitz)

Mitarbeit: Peter Turi

Clap: ADAC gibt "Motorwelt" an einen externen Dienstleister.


Motorwechsel: Der ADAC will seine "Motorwelt" ab 2020 von einem externen Dienstleister produzieren lassen, berichtet Clap. Der Auftrag umfasse Produktion, Herstellung, Druck sowie Vermarktung und Vertrieb. Wer den Zuschlag erhält, sei noch nicht klar. Favorisiert werde ein Unternehmen mit Sitz in München. Als Kandidat gelte neben der Burda-Tochter C3 aber auch Territory von Gruner + Jahr. Aktuell laufe eine Ausschreibung für den Auftrag.

Laut Clap erscheint die "Motorwelt" 2020 nur noch mit 5 Mio Auflage. Aktuell verbreitet der Autofahrer-Verein noch rund 13 Mio Hefte. Wie bereits im September bekannt wurde, plant der ADAC, das Heft ab 2020 nicht mehr an alle Mitglieder zu verschicken, sondern an verschiedenen Punkten auszulegen. Außerdem soll das Magazin nur noch viermal im Jahr erscheinen. Mit einem neuen Regional-Supplement will der ADAC die "Motorwelt" inhaltlich aufwerten.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Marketingchefin Antje Neubauer verlässt die Deutsche Bahn.


Nächster Halt Auszeit: Antje Neubauer, seit 2016 Marketingchefin der Deutschen Bahn, kündigt überraschend ihren Abschied an. Die 48-Jährige will sich ab Spätsommer eine Auszeit von unbestimmter Länge nehmen, schreibt horizont.net. Sie wolle "in einer Phase, in der es für mich so großartig läuft, einen Moment innezuhalten", um losgelöst vom gewohnten Berufsalltag zu überlegen, "wie ich persönlich meine nächsten 50 Lebensjahre gestalten möchte", erklärt sie ihre Entscheidung. Einen Plan B gibt es nicht, eine spätere Rückkehr zur Deutschen Bahn hat sie offenbar nicht geplant.

Im Sommer hat Peter Turi Antje Neubauer für die turi2 edition #7 getroffen - von Ermüdungserscheinung war damals nichts zu spüren. Im Interview sagt sie: "Arbeiten bei der Bahn ist zwar schön und erfüllend, aber eben auch kein Ponyhof." Für ihr Hobby Reiten hat Neubauer ab Spätsommer mehr Zeit. Auch ansonsten hat sie gerne Pferdestärken unter der Haube: "Ich bin ein Autofan", sagt Neubauer und verrät: "Ich höre dabei laut Musik und singe dazu". (Foto: Marcel Schwickerath für turi2 edition #7)
horizont.net, turi2.de (Interview aus turi2 edition #7)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Antje Neubauer beantwortet den Untertwegs-Fragebogen (10/2018).

Burda macht die deutsche HuffPost dicht.

Huffnungen geplatzt: Burda stellt die deutsche Ausgabe des Nachrichtenportals Huffington Post zum 31. März ein, meldet Meedia. Es sei nicht geplant, die deutsche Ausgabe künftig an ein anderes Medienunternehmen zu lizenzieren. Für die betroffenen 13 Mitarbeiter solle "individuell entschieden" werden, inwieweit sie bei Burda Forward verbleiben könnten.

Der deutsche Ableger der Huffington Post ist 2013 mit Lizenz des US-Originals gestartet. Im Herbst kündigte Burda an, die Redaktion zum Jahreswechsel von München nach Berlin zu verlegen, da die US-Mutter eine Repräsentanz in der Hauptstadt bevorzuge. Die Redaktion habe gezeigt, dass man "innerhalb kürzester Zeit ein neues Nachrichtenangebot in die Top 10 führen kann," sagt Tanja zu Waldeck, Geschäftsführerin der Huff Post Deutschland - die hoch gesteckten Erwartungen scheint das Portal dennoch nicht erfüllt zu haben. Die Entscheidung zur Einstellung des US-Ablegers soll "einvernehmlich" mit dem Lizenzgeber getroffen worden sein, trotz zuletzt unterschiedlicher Auffassungen über die politische Ausrichtung.
meedia.de, clap-club.de, turi2.de (Background)

"Bild": Ullrich Fichtner und Matthias Geyer lassen ihre neuen Verträge beim "Spiegel" vorerst ruhen.


Spiegelbild: Der Fall Relotius hat für den "Spiegel" weitere personelle Konsequenzen: Ullrich Fichtner, künftiger Co-Chefredakteur, und Matthias Geyer, designierter Blattmacher, treten ihre neuen Jobs zu Jahresbeginn vorerst nicht an. Der künftige Chefredakteur Steffen Klusmann habe dies in einem Schreiben an die Mitarbeiter mitgeteilt. Die Verträge würden ausgesetzt, bis der Fall Relotius "abschließend untersucht" ist.

Fichtner und Geyer hätten Klusmann angeboten "ihre Posten zur Verfügung zu stellen" – Klusmann müsse jedoch sicherstellen, dass der "Spiegel" arbeitsfähig bleibe. Es sei zwar jeder austauschbar, "nur mancher eben schwerer". Intern hatte es beim "Spiegel" im Fall Relotius deutliche Kritik an Ullrich Fichtner und Matthias Geyer gegeben. Fichtner, damals Leiter des Gesellschaftsressorts, hat Relotius 2014 zum "Spiegel" geholt und gefördert.
bild.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Wir müssen uns relativ nackig machen" – "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal.

"Spiegel" entdeckt Fälschungen im eigenen Haus.


Doch ein bisschen Angst vor der Wahrheit: Der "Spiegel"-Redakteur Claas Relotius hat eingestanden, in mehreren Artikeln "Geschichten erfunden oder Fakten verzerrt zu haben". Der Redakteur habe ein umfassendes Geständnis abgelegt - und "mit Vorsatz, methodisch und hoher krimineller Energie" getäuscht, meldet der Verlag.

Artikel des Journalisten haben bis zuletzt immer wieder Journalistenpreise eingeheimst - auch einige der nun untersuchten. Der "Spiegel" reflektiert nun mithilfe einer "Kommission aus erfahrenen internen und externen Personen", wie es kommen konnte, dass die gefeierte "Spiegel"-Dokumentation die Fakes übersehen hat. Die Jury des Deutschen Reporterpreises berät, wie sie verfahren will und ob sie Relotius seine vier Reporterpreise aberkennt.
spiegel.de

"taz" ernennt Andreas Marggraf zum Geschäftsführer.


Generationswechsel: Die "taz" findet in Andreas Marggraf, 49, einen Nachfolger für Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch, der Ende 2019 in den Ruhestand geht. Ab Februar leiten Marggraf, Ruch und Andreas Bull den Verlag der links-alternativen Zeitung gemeinsam. Marggraf kommt von Ärzte ohne Grenzen, wo er zuletzt als Finanzchef in der Zentrale in den Niederlanden gewirkt hat. Zuvor war er bereits in gleicher Funktion in der deutschen Sektion tätig.

Bei der "taz" ist Marggraf ein alter Bekannter: Von 1998 bis 2007 führte er die Geschäfte der "taz Nord" und war damals maßgeblich an der Neuausrichtung der Ausgabe beteiligt. "Ich freue mich sehr, zur 'taz' zurückzukehren und gemeinsam mit allen Mitarbeitenden an der digitalen Zukunftsfähigkeit dieser wunderbaren Zeitung zu arbeiten", lässt sich Marggraf im "Hausblog" auf taz.de zitieren. (Foto: Christian Mang)
blogs.taz.de, turi2.de (5-Min-Interview, 9/2017)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet. (9/2017)

Bauer stellt Frauenzeitschrift "Maxi" ein.

Maxi-mal schade: Bauer beerdigt die Zeitschrift "Maxi" nach 20 Jahren. Ihre Auflage sank in diesem Zeitraum von 330.000 auf zuletzt noch 120.000 Exemplare – ein Relaunch-Versuch fruchtete nicht. Von dem Aus sind "eine Handvoll Mitarbeiter" betroffen, für die der Verlag jetzt neue Jobs im Haus sucht.

Die derzeit erhältliche Ausgabe 1/2019 ist das letzte Heft des Monatsmagazins. Online ist "Maxi" Teil der übergeordneten Bauer-Marke wunderweib.de. Verlagsgeschäftsführer Robert Sandmann sagt, Bauer habe in den vergangenen Monaten versucht, "mit dem Titel an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen", es aber nicht geschafft. "Maxi" hat sowohl im Vertrieb wie auch im Anzeigengeschäft nicht mehr genug eingebracht.
per Mail

Aus dem Archiv von turi2.tv: Die damalige "Maxi"-Chefin Anja Delastik erzählt im Sommer vom Relaunch des Blatts.

Springer testet ab 2019 das Wochenmagazin "Bild Politik".

Stern macht "Spiegel" und "Focus" Konkurrenz: Selma Stern hat den Anstoß gegeben und setzt "Bild Politik" gemeinsam mit Nikolaus Blome um.

Den Spiegel im Focus? Springer testet ab Frühjahr 2019 ein gedrucktes, politisches Wochenmagazin. "Bild Politik" ist eine Idee von Vorstandsreferentin Selma Stern, die die Zeitschrift mit Politikchef Nikolaus Blome startet. Seine etwa 40-köpfige Politik-Redaktion bestückt das Blatt. Umfang, Auflage und Preis sind noch offen – aber das redaktionelle Konzept steht. Laut Ulrike Simon wird Springer das Heft zuerst in der Region Hamburg/Lübeck an den Kiosk legen.

"Bild Politik" verzichtet auf klassische Ressorts und teilt Themen in die drei Kategorien Ärger, Neugier, Freude ein. Dies zeigt: Das Magazin setzt "Bild"-typisch auf Bauch und Herz oder wie Blome sagt: "Wir nehmen Fakten und Gefühle ernst." Blome ist dies wichtig, weil aus Gefühlen schnell Fakten würden – ein Tribut an die polarisierte, zerrissene Gesellschaft. "Bild Politik" soll im Lesermarkt auch Menschen ansprechen, die von politische Magazinen gerade nicht erreicht werden.

Ideengeberin Selma Stern kündigt ein Magazin an, das "maximal verdichtet", was in der Woche passiert, "maximal transparent" Meinung und Fakten kennzeichnet und "maximal nah am Leser" ist. Für die Print-Form setzt sie sich ein wegen der besseren Haptik, Kuratierung und der Abgeschlossenheit. Stern arbeitet selbst redaktionell mit als waschechte Quereinsteigerin – die frühere Unternehmensberaterin war bislang nur Praktikantin bei "Bild" und "Zeit".
turi2 vor Ort bei Springer-PK in Berlin, axelspringer.com, horizont.net

Marco Fenske wird RND-Chefredakteur, Wolfgang Büchner bleibt Geschäftsführer.


Nächste Liga: Marco Fenske, 34, steigt bei Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland zum Chefredakteur auf. Bisher ist er als Sportchef des Netzwerks bereits Vize-Chef des RND. Fenske übernimmt von Wolfgang Büchner, 52, der Geschäftsführer bleibt, sich aber aus dem journalistischen Tagesgeschäft zurückzieht. Er firmiert künftig als Entwicklungs-Chefredakteur. Büchner soll sich in der neuen Position um den digitalen Umbau bei Madsack kümmern und neue Digital-Angebote wie die Nachrichten-Plattform RND.de entwickeln.

Uwe Dulias, 62, bisher Entwicklungs-Chefredakteur, will Ende 2019 in den Ruhestand gehen, teilt Madsack mit. Dulias ist Gründungsgeschäftsführer des RND, das heute nach eigenen Angaben mehr als 50 Partnerzeitungen mit über 2 Mio Auflage mit Inhalten versorgt. "Madsack ist Uwe Dulias zu größtem Dank verpflichtet", richtet Konzernchef Thomas Düffert per Pressemitteilung aus und freut sich, "den personellen Übergang" bei RND und Entwicklungs-Chefredaktion "so weitsichtig und zukunftsgerichtet einleiten zu können".
madsack.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Marco Fenske baut mit dem Sportbuzzer dem Regional-Fußball die große Bühne.

"Spiegel" startet Ableger "Spiegel Coaching" – die gedruckte Version eines SpOn-Newsletters.


In der Coaching-Zone: Der "Spiegel" will beim Umsetzen guter Vorsätze helfen und legt am 3. Januar "Spiegel Coaching" an den Kiosk. Das Heft will den Lesern einen "Leitfaden an die Hand" geben, "um schrittweise gesünder, gelassener und glücklicher zu leben", sagt Susanne Weingarten, Ressortleiterin Sonderthemen, in der Verlagsmitteilung. Das Magazin bringt sechs Trainingsprogramme zur Selbstoptimierung. Dabei geht es u.a. um Intervallfasten, Bewegung im Alltag, den Umgang mit Gefühlen und Streit in der Partnerschaft.

Das Coaching-Heft ist die umfangreiche Zweitverwertung eines Spiegel-Online-Newsletters. Die Coachings sind in diesem Rahmen mit der Psychologin Anne Otto entstanden. Die Tipps werden durch Texte aus "Spiegel Wissen" zu den jeweiligen Themen ergänzt und mit frischen Fotos und Illustrationen bebildert. Das Heft umfasst 224 Seiten aus unterschiedlichen Papiersorten und erscheint mit 45.000 Auflage zum Preis von 12,95 Euro.
spiegelgruppe.de

Markus Wolff wird "Geo"-Reiseleiter, Lars Nielsen geht.


Expedition Neustart: Markus Wolff übernimmt die Leitung von "Geo Saison" und "Geo Special". Chefredakteur Lars Nielsen geht nach zehn Jahren an der Spitze – und verlässt Gruner + Jahr ganz, laut Verlag "in bestem gegenseitigen Einvernehmen". Wolff nennt sich künftig Redaktionsleiter, "Geo"-Chefredakteur Christoph Kucklick wird an seiner Seite Herausgeber der Reisemagazine.

Mit Wolff übernimmt ein langjähriger Reporter und Miterfinder der Zeitschrift "Walden". Er ist seit 2002 bei Gruner + Jahr. Die Chefetage erhofft sich von ihm wohl weitere Magazin-Innovationen, die das große "Geo"-Reich noch ein bisschen bunter machen. Produktchef Stephan Schäfer freut sich, dass Wolff die "starken Reisemarken in die Zukunft führen wird" – aber wohin sollte er sie auch sonst führen?
guj.de

Spiegel-TV-Geschäftsführer Dirk Pommer geht nach 25 Jahren.

Spiegel TV: Geschäftsführer Dirk Pommer verlässt die Produktionsfirma Ende 2018 nach zwölf Jahren an der Spitze - "im besten gegenseitigen Einvernehmen". Er arbeitet seit 25 Jahren für Spiegel TV. Seinen Nachfolger will der Verlag in Kürze bekanntgeben. Goetz Hoefer, seit 2016 Co-Geschäftsführer, bleibt im Amt. Im Februar hatte bereits Geschäftsführer Jesper Doub seinen Posten bei Spiegel TV, im Mai den Spiegel-Verlag komplett in Richtung Facebook verlassen.
spiegelgruppe.de, turi2.de (Background Doub)

Chefredakteur Christian Krug verlässt den "stern", wird Chefredakteur neue Geschäftsfelder.

Auf zu neuen Sternen? "stern"-Chefredakteur Christian Krug verlässt seinen Posten nach knapp viereinhalb Jahren. Er wird bei Gruner + Jahr ab Januar 2019 Chefredakteur für Neue Geschäftsfelder. Zwischen der "stern"-Redaktion und Krug sei das Verhältnis zuletzt schwierig bis zerrüttet gewesen, schreibt Meedia. Auch die Auflage erreichte mehrfach historische Tiefstände.



Nun sollen es andere richten: Beim "stern" folgen Krug als Doppelspitze stern.de-Chefin Anna-Beeke Gretemeier (rechts im Bild) und Florian Gless (Mitte), seit April 2018 Co-Publisher der G+J-Community of Interest Wissen. Auch Kommunikationschef Frank Thomsen (links) bekommt einen Zusatzjob: Er ist als Publisher künftig auch für alle News- und Wissens-Marken des Verlags verantwortlich.

Christian Krug bekommt von G+J-Chefin Julia Jäkel warme Worte für "seine hervorragende Arbeit und sein großes Engagement". In seiner neuen Position soll Krug für Gruner + Jahr weitere inhaltliche Geschäfte entdecken, entwickeln und fördern.
meedia.de, presseportal.de, turi2.de (Thomsen)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Mit dem Skandal umgehen": "stern"-Chef Christian Krug über die Lehren aus den "Hitler-Tagebüchern". (9/2018)

Chefredakteur Arnd Festerling verlässt die "Frankfurter Rundschau".


Ippen & out: Die "Frankfurter Rundschau" verliert Chefredakteur Arnd Festerling Mitte 2019. Er verlasse die Redaktion auf eigenen Wunsch, "um noch mal etwas anderes auszuprobieren", teilt die Mediengruppe Frankfurt mit. Festerling arbeitet seit 1990 für die Zeitung, die seit wenigen Monaten zur Zeitungsholding Hessen gehört – die wiederum mehrheitlich in der Hand von Regionalverlags-Fürst Dirk Ippen ist.

Festerling bildet seit 2014 gemeinsam mit Bascha Mika eine Doppelspitze. Zur Chefredaktion gehört auch Michael Bayer fürs Digitale. "FR"-Geschäftsführer Max Rempel sagt, er habe Festerling "trotz intensiver Gespräche" nicht umstimmen können. Rempel ist zugleich Co-Chefredakteur der "Frankfurter Neuen Presse", die wie die "FR" zur Zeitungsholding Hessen gehört. An ihr hält die Familie Rempel einen Anteil über das Mittelhessische Druck- und Verlagshaus. (Foto: Frank Rumpenhorst / dpa / Picture Alliance)
mediengruppe-frankfurt.de

Wired.de beendet den Redaktionsbetrieb.


Entkabelt: Condé Nast zieht bei seinem deutschsprachigen Tech-Portal Wired.de zum Jahresende den Stecker. Das teilt der Verlag mit und begründet, er wolle sich auf "die großen, globalen Luxus- & Lifestyle-Medien-Marken" konzentrieren. Redaktionsleiter Wolfgang Kerler verlässt Condé Nast nach gerade Mal rund einem halben Jahr wieder. Die beiden anderen Redaktionsmitglieder sollen neue Aufgaben bei Condé Nast erhalten.

Anfang 2018 hatte der Verlag – zunächst vorläufig – die deutsche Printausgabe eingestellt und dem Portal eine Neuausrichtung verordnet. Dafür kam auch Wolfgang Kerler an Bord. Nun teilt Condé Nast mit, er habe gezeigt, dass Wired auch als reine Digitalmarke Potential am deutschen Markt Potential habe. Der Verlag entschied sich dennoch, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.
condenast.de, turi2.de (background Kerler), turi2.de (Background Print-Magazin)

"Zeit" verzahnt Print und Online – neuer Berliner Standort gesucht.


Wird auch Zeit: Die "Zeit" will ab 2019 Print und online enger verzahnen. Giovanni di Lorenzo wird Vorsitzender aller Chefredaktionen der Verlagsgruppe und soll laut Pressemeldung "koordinierend tätig sein". Jochen Wegner, bisher Chefredakteur von Zeit Online, wird außerdem Mitglied der "Zeit"-Chefredaktion. Für die Berliner Redaktionen sucht der Verlag einen gemeinsamen Standort in der Hauptstadt. Hauptsitz der Verlagsgruppe bleibt Hamburg.

Die Printausgabe bekommt ein neues Ressort namens "Streit". Es soll Themen aus allen anderen Ressorts aufgreifen, die Community-Redaktion von Zeit Online arbeitet daran mit und die Redaktion flankiert das Ressort mit Veranstaltungen. Die Ressorts Chancen und Wissen verschmelzen in einem Bildungsressort, das Andreas Sentker und Manuel Hartung leiten. Das Format der "Zeit" rührt die Redaktion bis auf Weiteres nicht an, sagt di Lorenzo.
zeit-verlagesgruppe.de

"Spiegel" holt Stefan Weigel als Nachrichtenchef von der "Rheinischen Post".

Spiegel und Spiegel Online besetzen die zweite Führungsriege unter der neuen Chefredaktion um Steffen Klusmann und verpflichten Stefan Weigel, stellvertretender Chefredakteur der "Rheinischen Post", als Nachrichtenchef für ihre gemeinsame Redaktion. Susanne Amann, bislang Ressortleiterin Wirtschaft beim gedruckten "Spiegel", sowie Birger Menke, Geschäftsführender Redakteur bei Spiegel Online, sollen als "Managing Editors" die Fusion der beiden Redaktionen leiten. Hinzu kommen vier "Blattmacher" – für Print Matthias Geyer und Juliane von Mittelstaedt sowie für die digitalen Angebote Thorsten Dörting und Oliver Trenkamp.
horizont.net, turi2.de (Background)

Klusmann-Nachfolger: Sven Oliver Clausen und Martin Noé werden Chefredakteure des "manager magazins".


Doppelspitze: Sven Oliver Clausen und Martin Noé teilen sich künftig den Job des Chefredakteurs beim "manager magazin". Sie folgen auf Steffen Klusmann, der an die Spitze des "Spiegels" wechselt. Beide sind bereits Vize-Chefs und kennen das "mm" aus dem Effeff. Sie sollen "die erfolgreiche Arbeit fortsetzen und die Print-Ausgabe sowie die digitalen Angebote konsequent weiterentwickeln", gibt Geschäftsführer Thomas Hass den beiden Journalisten per Pressemitteilung mit auf den Weg.

Clausen ist seit 2014 an Bord und hat unter seinem Ex-Chef Klusmann schon bei der "FTD" gewirkt, aktuell verantwortet er manager-magazin.de. Noé ist schon seit 2004 beim Wirtschafts-Magazin. Er hat beim "Mannheimer Morgen" das Handwerk gelernt und war beim "Handelsblatt" als Ressortleiter tätig.
spiegelgruppe.de

Anke Schäferkordt verlässt RTL.


Vom Sender: Anke Schäferkordt, 55, verlässt Bertelsmann zum Jahresende nach 30 Jahren - "im besten gegenseitigen Einvernehmen". Vox-Chef Bernd Reichart übernimmt ihren Job als CEO der Mediengruppe RTL Deutschland. Sie war 27 Jahre bei RTL, 13 Jahre davon als CEO der RTL Mediengruppe. Ihre Verträge wären regulär erst Ende 2019 ausgelaufen.

Bereits 2017 hat Anke Schäferkordt die Führung der internationalen RTL Group an Bert Habets abgegeben. Sie scheidet nun auch aus dem Bertelsmann-Vorstand aus.
dwdl.de, new-business.de, presseportal.de

dpa baut ihren spanischsprachigen Auslandsdienst um und streicht Stellen.

Umbau im Ausland: dpa strukturiert ihren spanischsprachigen Auslandsdienst um und will künftig verstärkt auf Audio- und Videoformate setzen statt auf Textmeldungen. Es werde weiterhin einen spanischsprachigen Dienst geben, sagte Jens Petersen, Leiter der dpa-Konzernkommunikation: "Die Versorgung ist sichergestellt." Allerdings werde man durch den Umbau etwa 40 der aktuell 50 Stellen streichen müssen, die Kürzung betrifft v.a. Stellen "reiner Textreporter". Die Büros in Buenos Aires, Rio de Janeiro, Bogotá, Mexico-Stadt, Havanna und Madrid werden zu Korrespondentenplätzen.

Nicht betroffen von ähnlichen Plänen sind die weiteren Auslandsdienste der dpa (Englisch und Arabisch). Grund für den Umbau und die Stellenkürzungen beim spanischsprachigen Dienst sei vor allem die schwierige Marktsituation im lateinamerikanischen Raum. Der spanischsprachige Dienst liefert seit 50 Jahren Nachrichten an mehr als 200 Kunden aus 20 Ländern.
turi2 - eigene Infos, dpa.com

ARD stellt die "Lindenstraße" ein.


Bye Bye Beimer: Die ARD setzt nach 34 Jahren ihren Dauerläufer "Lindenstraße" ab. Im März 2020 soll die letzte Folge der Kult-Serie über den Sender flimmern. Die Fernsehprogrammkonferenz des Senders verlängert den Vertrag mit der Firma des Serien-Erfinders Hans W. Geißendörfer nicht. Als Grund für das Aus nennt Programmdirektor Volker Herres das sinkende Interesse der Zuschauer. Zudem seien die Sparzwänge des Senders und die Kosten für die "hochwertige Serie" nicht vereinbar.

Die erste Folge der "Lindenstraße" lief am 8. Dezember 1985 in der ARD und entwickelte sich schnell zum Quoten-Garanten, viele Ausgaben schalteten mehr als 10 Mio Zuschauer ein, selbst in den 1990er Jahren gab es noch Marktanteile von mehr als 30 %. Inzwischen liegt der durchschnittliche Marktanteil der Serie bei unter 10 %, etwas mehr als 2 Mio Fans schalten regelmäßig ein.
spiegel.de, haz.de, dwdl.de

Funke verkauft Teil seines Österreich-Geschäfts an Karstadt-Besitzer René Benko.


Marke kauft Medien: Immobilien- und Handelsmogul René Benko kauft Funke 49% seines Österreich-Geschäfts ab – und steigt damit bei "Krone" und Kurier" ein. Die Signa Holding des Karstadt-Eigentümers wird Mitbesitzer der WAZ Ausland Holding, in der Funke jeweils rund 50% an den beiden Zeitungstiteln hält. Funke sieht in Signa einen starken Partner für die Digitalisierung, Signa verspricht sich durch das erste Investment im Medienbereich mehr Nähe zu den Kunden.

Funke lobt Signa als "starken Partner für unsere verlegerischen Aktivitäten in Österreich". Kapitalkraft und Knowhow sollen vor allem der "konsequenten Digitalisierung" dienen. Signa gehören zahlreiche Immobilien und Handelsunternehmen, darunter Online-Shops. Benko fusioniert in Deutschland gerade Karstadt und Kaufhof. Dem Einstieg in Funkes Österreich-Geschäft müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Funke hat in Österreich immer wieder Streit mit der "Krone"-Verlegerfamilie Dichand. (Fotos: Hans Klaus Techt, Chromorange; Montage: turi2)
funkemedien.de, derstandard.at

Springer stellt "Fussball Bild" ein.


Abpfiff: Springer stellt seine "Fußball Bild" zum Jahresende ein, meldet "Horizont". Die Mitarbeiter seien heute informiert worden. Springer hatte die tägliche Fußball-Zeitung 2016 zunächst in und um Stuttgart und München getestet. Seit Anfang 2017 erscheint sie bundesweit, zunächst für 1 Euro, mittlerweile für 1,50 Euro. Für die Inhalte der "Fussball Bild" greift Springer zu großen Teilen auf Beiträge aus den Regionalausgaben der "Bild" zurück. Die Produktionskosten fallen dadurch vergleichsweise geringen aus.

Da die verkaufte Auflage unter den Erwartungen blieb, zieht Springer nun dennoch den Stecker. Heute titelte die Zeitung noch "Hoeneß spricht von Rückzug" - nun bleibt der Bayernboss vermutlich doch länger als die "Fussball Bild".
horizont.net, turi2.de (Background)

Top-Clubs planen "Superliga" – Bayern München prüfte Bundesliga-Ausstieg, belegen neue "Football Leaks".

Bayern München und andere Spitzen-Fußballvereine spielen mit dem Gedanken einer European Super League, berichten "Spiegel" und NDR nach Auswertung eines neuen Football Leaks. Die Pläne sind schon älter, doch gerade wieder aktuell geworden. Eine "bindende Absichtserklärung" soll demnach im November 2018 unterzeichnet werden, die Liga könnte 2021 starten. Bereits 2016 ließen die Bayern rechtlich prüfen, ob ein Ausstieg aus der Bundesliga und aus der Uefa möglich wäre. Der Bundesliga-Ausstieg ist offenbar fern, die Champions League würde bei Gründung einer Superliga enden.

Für die European Super League werden als Gründungsmitglieder neben den Bayern genannt: Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United, Juventus Turin, FC Chelsea, FC Arsenal, Paris Saint-Germain, Manchester City, FC Liverpool und AC Mailand. Zu den fünf anfänglichen Gästen der Liga zählen neben Borussia Dortmund auch Atlético Madrid, Olympique Marseille, Inter Mailand und AS Rom. Im Rahmen der Football-Leaks-Recherchen haben 80 Journalisten rund 70 Mio Dokumente aus dem Spitzenfußball durchforstet.

Die Rechercheure, zusammengeschlossen im Rechercheverbund EIC, finden belastende Belege für schwerwiegende Mauscheleien hinter den Kulissen. Oberster Mauschler soll demnach Fifa-Chef Gianni Infantino sein: Die Football Leaks enthalten Dokumente über geheime Absprachen mit den Chefs von Manchester City und Paris Saint-Germain – die beiden Clubs im Besitz stinkreicher Scheichs bekamen dank Infantinos Einwirken empfindliche Strafen erlassen. Zudem soll sich Infantino für das Aufweichen des Fifa-Ethikkodex eingesetzt haben.
presseportal.de, spiegel.de (Paid), ndr.de, spiegel.de (Übersicht aller Artikel), sportschau.de (Übersicht)

Handelsblatt-Gruppe: Ingo Rieper geht, Miriam Meckel konzentriert sich auf Ada.

Handelsblatt Media Group: Miriam Meckel gibt zum Jahreswechsel den Posten als Herausgeberin der "Wirtschaftswoche" ab, um sich voll und ganz auf Ada zu konzentrieren, ihre neue Marke für digitale Weiterbildung. Finanzchef Ingo Rieper verlässt das Unternehmen "auf eigenen Wunsch", sein Nachfolger Oliver Voigt kommt von der Mediengruppe Österreich der Fellners. Rieper kam 2014 von Ströer. Miriam Meckel, Sven Afhüppe und Beat Balzli rücken als "assoziierte Mitglieder" in die Geschäftsführung der Gruppe auf - "ohne Organfunktionen", damit ihre publizistische Unabhängigkeit gewahrt bleibt.
dwdl.de, wuv.de

"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer geht Ende März 2019, bleibt bis dahin Autor.


Spiegel: Chefredakteur Klaus Brinkbäumer verlässt den "Spiegel" Ende März 2019. Nach "intensiven Beratungen" hätten sich der Verlag und Brinkbäumer laut Pressemitteilung "einvernehmlich auf eine Beendigung des Vertragsverhältnisses" geeinigt. Bis dahin bleibe Brinkbäumer dem "Spiegel" als Autor verbunden. Brinkbäumer selbst twittert eine Zeichnung des Cartoonisten Til Mette, auf der er kopflos vor einem Spiegel steht. Ob er er ohne "Spiegel" wirklich kopflos sein werde, "das allerdings wollen wir doch mal sehen", schreibt er und verabschiedet sich nach New York.

Der Verlag gibt dem geschassten Brinkbäumer warme Worte mit auf den Weg: Er habe den "Spiegel" durch seine Arbeit in Krisengebieten, an zahlreichen Titelgeschichten und durch preisgekrönte Reportagen "geprägt". Ihm zu verdanken, dass der "Spiegel" optisch erneuert und das Investigativ-Netzwerk EIC gegründet wurde. Auch Brinkbäumers Verdienste für das Bezahlangebot Spiegel Plus seien "hervorzuheben". Alles Gründe, die einer Abberufung eigentlich widersprechen.
spiegel.de, twitter.com/Brinkbaeumer, turi2.de (Background)




Aus dem turi2.tv-Archiv: "Spiegel live": Wie Klaus Brinkbäumer mit Veranstaltungen "Spiegel"-Leser binden will – und Gerüchten über seinen Abgang eine Absage erteilt. (4/2018)

Medweth verkauft "Popcorn" und "Mädchen" an Egmont Ehapa.


Weniger Masse: Verleger Christian Medweth übt sich weiter im Loslassen und verabschiedet sich nun auch von seinen Jugendmagazinen "Popcorn" und "Mädchen". Die Hefte wechseln ins Reich des Entenhausen-Verlags Egmont Ehapa. Medweth lässt sich in der Pressemitteilung von Ehapa mit dem Satz zitieren, dass er sich auf "Special-Interest-Zeitschriften sowie digitale Vertriebswege" konzentrieren will. Er hatte erst im September angekündigt, die Redaktionen von München nach Freiburg unter das Dach von Family Media zu verlegen. Ehapa will die Hefte in die "bestehenden Strukturen integrieren". Darüber, was das für die betroffenen Mitarbeiter konkret bedeutet, laufen laut Verlag derzeit Gespräche. Ehapa sitzt in Berlin.

Damit geht Medweths Flucht aus dem Geschäft mit Publikumszeitschriften weiter: Die früheren Medweth-Marken "Jolie", jolie.de und mädchen.de laufen inzwischen bei Klambt, Bauer verlegt "Madame", "Maxi" und "It‘s Style". "Popcorn" verkauft aktuell laut IVW noch knapp 56.000 Exemplare, 2005 waren es fast 350.000. "Mädchen" verkauft 68.000 Hefte, auch hier waren es um die Jahrtausendwende mal rund 350.000.
per Mail, turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Peter Höpfner über 50 Jahre "Lustiges Taschenbuch" - Keine Print-Krise in Entenhausen.

Elon Musk muss Tesla-Verwaltungsrat verlassen, bleibt aber Vorstandschef.

Tesla: Elon Musk muss sich aus dem Verwaltungsrat zurückziehen, bleibt aber Vorstandschef. Darauf einigt sich Musk mit der US-Börsenaufsicht SEC, die ihn wegen Wertpapier-Betrugs verklagt hat. Musk zahlt 20 Mio Dollar Strafe und garantiert, drei Jahre dem Verwaltungsrat fernzubleiben.

Auch Tesla muss 20 Mio Dollar Strafe zahlen und zwei neue, unabhängige Mitglieder in den Aufsichtsrat holen. Musk geriet ins Visier der Behörde, weil er ankündigte, Tesla von der Börse zu nehmen, die Aktion aber per Tweet wieder abblies. Der nun erreichte Deal soll einen zähen Rechtsstreit abwenden.
techcrunch.com, washingtonpost.com, turi2.de (Background)