Stefan Raab produziert die Erfinder-Show "Das Ding des Jahres" für ProSieben.


Auszeit von der Auszeit: Entertainer Stefan Raab unterbricht seinen TV-Ruhestand und kehrt mit einer Show zu seinem früheren Haussender ProSieben zurück. Er tritt allerdings nicht als Moderator, sondern als Entwickler und Produzent der Show auf, die in der Fernseh-Saison 2017/2018 laufen soll. In "Das Ding des Jahres" zeigen Tüftler ihre Ideen für Produkte, die Zuschauer wählen einen Gewinner und ProSieben spendiert eine Werbekampagne. Auf der Seite das-ding-des-jahres.de können sich bereits Kandidaten für die Show bewerben.

Stefan Raab hatte vor genau zwei Jahren seinen Abschied aus dem TV angekündigt. Zum Ende 2015 beendete er alle Aktivitäten, bei denen er als Entertainer vor der Kamera stand und trat nur noch vereinzelt und privat in der Öffentlichkeit auf.
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Amazon eröffnet seinen Online-Kiosk Amazon Newsstand in Deutschland.


Büdchen im Netz: Amazon bringt seinen digitalen Kiosk Amazon Newsstand noch diesen Monat nach Deutschland, erfährt DNV Online von mehreren Verlagen und Dienstleistern. Im Sortiment soll es Einzelhefte und Abos geben – von wie vielen Titeln ist noch nicht bekannt. In den Filialen in den USA und Großbritannien liegen bereits die "Süddeutsche", das "Handelsblatt" und die "Wirtschaftswoche" im virtuellen Regal. Einige Verlage sehen das Angebot mit Bauchschmerzen, weil dort verkaufte Exemplare (noch) nicht in die IVW-Statistik zählen.

Amazon verteilt außerdem viele Freiexemplare. In den USA beginnt ein Magazin-Abo mit 30 Gratis-Tagen, ein Zeitungs-Abo mit 14 Tagen für lau. Ein solches Angebot könnte verlagseigene Konditionen schlecht erscheinen lassen – sofern der Verlag nichts kostenlos anbietet. Mittelfristig soll sich die Auslage im Amazon-Kiosk lohnen, schreibt DNV Online. Die "Financial Times" berichte von signifikanten und stabilen Abo-Zahlen. (Foto: Ian Ehm für die turi2 edition1)
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Tom Drechsler wird der neue, starke Auto-Chef der "Bild"-Gruppe.


Vorfahrt für Drechsler: Springer parkt die komplette Auto-Berichterstattung der "Bild"-Gruppe in einem "Kompetenzcenter Auto" – mit Chefredakteur Tom Drechsler, 52 (links), am Lenkrad. Drechsler steuert die benzingeschwängerten Themen markenübergreifend mit 180 Mitarbeitern auf der Rückbank. Drechsler ist momentan noch Beifahrer Stellvertreter von "Bild am Sonntag"-Chefredakteurin Marion Horn. "Auto Bild"-Chefredakteur Bernd Wieland (rechts) bleibt als Chefredakteur Neue Formate an Bord.

Dem neuen Kompetenzcenter – und damit Chefredakteur Drechsler – unterstehen die "Auto Bild"-Titel, die Autoressorts bei "Bild", "Bild am Sonntag" und "B.Z." gedruckt und digital. Drechsler wird damit zu einer Art Super-Chefredakteur ähnlich wie Julian Reichelt, der seit Februar Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktionen ist. Wieland muss sich künftig unterordnen: Er behält die Chefredaktion von "Auto Bild Klassik" und darf sich neue Titel und Projekte ausdenken. Das Kompetenzcenter ist in Hamburg angesiedelt, 292 Auto-Kilometer von der Berliner Konzernzentrale entfernt.
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Früherer Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker wird Chef-Lobbyist bei Burda.


Standleitung nach Berlin: Burda rüstet politisch auf und verpflichtet Olaf Glaeseker, 56, als Chef-Lobbyisten. Der frühere Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff soll vom Dienstsitz München aus die Drähte nach Brüssel und Berlin glühen lassen, erfährt Bülend Ürük. Burda bestätigt den Top-Transfer. Seine Stelle wird neu geschaffen – offenbar verspürt Burda erhöhten Bedarf, Offenburger Interessen in der Politik zu platzieren.

Glaeseker war bereits Wulff-Sprecher zu dessen Zeiten als Ministerpräsident von Niedersachsen. Der gebürtige Oldenburger hat also besten Zugang zur CDU und zur mächtigen Hannover-Connection. 2014 endete ein Korruptionsprozess gegen ihn gegen 25.000 Euro Geldauflage. Derzeit lobbyiert Glaeseker noch für den Modehändler New Yorker, der in Braunschweig sitzt. (Foto: Peter Steffen / dpa / Picture Alliance)
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Champions League zieht ins Pay-TV – Sky und Dazn übertragen.


Königsklasse zum fürstlichen Preis: Der Sender Sky und die Streaming-Plattform Dazn sichern sich die Rechte für die Übertragung der Champions League. Fußballfans bekommen ab der Saison 2018/19 keine Live-Spiele mehr im frei empfangbaren Fernsehen, das ZDF unterliegt im Poker um die Rechte. Der Vertrag gilt für zwei drei Spielzeiten.

Sky wird die Spiele im Fernsehen und auf seinen Mobil-Plattformen verbreiten. Mit Sublizenz streamt Dazn, ein Teil der Perform Group. Wer wann genau was überträgt, wollen die Unternehmen später mitteilen. Besonders bitter ist der Deal für das ZDF: In der zurückliegenden Saison sahen im Schnitt 7 Mio Zuschauer die Übertragungen – darunter auch viele Jüngere, die das ZDF sonst nur aus Erzählungen ihrer Großeltern kennen. Intendant Thomas Bellut wirft ein, das ZDF sei trotzdem "wettbewerbsstark".
presseportal.de, dwdl.de, presseportal.de (Statement Bellut), dwdl.de (Analyse)7 Kommentare

"Spiegel" startet Lifestyle-Beilage "S-Magazin".


Erhabenes von der Ericusspitze: Der "Spiegel" lässt sich von Print-Rückschlägen nicht entmutigen und probiert es mit der Beilage "S-Magazin". Ab 23. September sollen die Lifestyle-Seiten viermal im Jahr dem "Spiegel" beiliegen. Dadurch kommt das "S-Magazin" auf eine Auflage von 820.000. Der Neustart ist eine Attacke auf das ebenfalls in Hamburg in Berlin angesiedelte "Zeit-Magazin" – mit Ideen von früheren Gruner + Jahr-Köpfen.

Die neue Stilzeitschrift soll sich mit Mode, Design und Genuss beschäftigen – hochwertige Anzeigenumfelder also. Sie erscheint im Tabloid-Format. Die frühere G+J-Journalistin Bianca Lang-Bognár vom Redaktionsbüro brookmedia und Andreas Möller haben es entwickelt. Der Ex-"Stern"-Artdirector Johannes Erler gestaltet das Magazin. (Foto: McPHOTO / Picture Alliance, Montage: turi2)
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Hörfunkrat wählt Stefan Raue zum Deutschlandradio-Intendanten.

Raue Zeiten brechen an: Stefan Raue, 58, führt künftig das Deutschlandradio. Der Hörfunkrat hat den bisherigen Chefredakteur des MDR mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit zum Nachfolger von Willi Steul, 66, gewählt. Stefan Raue war der einzige Kandidat, der zur Wahl stand. Der Verwaltungsrat hatte ihn zuvor aus den vier Vorschlägen einer Findungskommission ausgewählt, die zudem noch Andreas-Peter Weber (Deutschlandradio-Programmdirektor), Eckart Gaddum (Chef Neue Medien beim ZDF) und Martin Hoffmann (Intendant der Berliner Philharmoniker) auf dem Zettel hatte. Das entsprechende Verfahren, das keine öffentliche Ausschreibung vorsieht, sorgte im Vorfeld für Kritik.

Die Amtszeit von Willi Steul hätte regulär noch bis März 2019 gedauert. Ende 2016 hat Willi Steul jedoch erklärt, sich bereits Mitte 2017 zurückzuziehen. Stefan Raue ist seit 2011 Chefredakteur des MDR. Zuvor war er unter anderem bei der Deutschen Welle und viele Jahre beim ZDF beschäftigt, wo er auch stellvertretender Leiter der "heute"-Redaktion war. (Foto: dpa / Picture Alliance)
faz.net, spiegel.de, turi2.de (Background Steul), welt.de (Background Wahlverfahren)Kommentieren ...

Nils Oberschelp wird Chef von Motor Presse, Volker Breid geht.


Vertriebsmotor: Gruner + Jahr und die Gründerfamilien machen Nils Oberschelp (rechts) zum Chef des Fachverlags Motor Presse Stuttgart. Der bisherige Leiter des DPV Deutscher Pressevertrieb folgt auf Volker Breid, der aus familiären Gründen zurücktritt. Bei DPV rückt Marco Graffitti für Oberschelp an die Seite der beiden anderen Geschäftsführer Christina Dohmann und Michael Rathje.

Breid soll G+J-Chefin Julia Jäkel weiter beraten, widmet sich aber laut einer Mitteilung "neuen beruflichen Aufgaben". Er führt das Mutterhaus von Auto Motor und Sport seit fünf Jahren und begann seine G+J-Karriere 1994. Oberschelp steht seit vier Jahren an der Spitze des DPV und war zuvor Verlagsleiter mehrerer G+J-Titel. Sein Nachfolger Graffitti ist seit 2008 in führenden Positionen Vertriebler bei G+J, unter anderem für die Wirtschaftspresse, "Stern" und "Neon".
presseportal.de (Motor Presse), presseportal.de (DPV)2 Kommentare

Urteil: Facebook muss keine Daten von Verstorbenen rausrücken.

Facebook muss Angehörigen keine Einsicht in die privaten Daten eines Verstorbenen gewähren, entscheidet das Berliner Kammergericht. Eine Mutter klagt, weil sie Chat-Nachrichten ihrer 2012 gestorbenen Tochter lesen möchte. Die 15-Jährige war von einer U-Bahn erfasst worden – die Mutter will wissen, ob ihr Kind gemobbt wurde und sich deshalb vor die Bahn geworfen hat.

Das heutige Urteil ist die zweite Instanz in dem Fall, in erster Instanz hatte Facebook verloren. Facebook will die Daten nicht rausgeben, weil damit auch die privaten Chat-Äußerungen von Freunden des Mädchens öffentlich würden. Der Fall ist der erste seiner Art in Deutschland. Die Mutter kann gegen das heutige Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.
welt.de, rbb-online.de, spiegel.de (Background)1 Kommentar

Condé Nast schließt Vermarktungs-Büros außerhalb Münchens.

Conde Nast 150Condé Nast zentralisiert seine deutsche Vermarktung in München. Vier Außenbüros schließen. Zwölf Mitarbeiter aus Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart erhalten das Angebot, von München aus weiterzuarbeiten. Bei der technischen und kaufmännischen Abwicklung von Werbebuchungen arbeitet Condé Nast künftig mit der AdTech Factory von Burda zusammen, dafür entfallen bei Condé Nast ein bis zwei Stellen.

In der neuen Struktur vermarkten drei spezialisierte Teams die Bereiche Brand, Print und Digital für Condé-Titel wie "Glamour", "Vogue", "GQ", "Myself" und "Architectural Digest". André Pollmann leitet alle Teams und ist zusätzlich Publisher aller Titel. Dafür verlässt "Vogue"- und "AD"-Publisherin Susanne Förg-Randazzo den Verlag. Christina Linder steigt intern zur Chef-Vermarkterin für Print auf, Christine Weinsheimer kommt als Digital-Vermarktungschefin von Yahoo.
meedia.de, condenast.de

Korrektur: In einer früheren Version berichteten wir unter Berufung auf Meedia, dass sechs Büros schließen. Laut Verlag sind es aber nur vier, weil das Verkaufsbüro München in die Zentrale integriert ist und von Münster aus eine freie Vertreterin arbeitet.Kommentieren ...

Schweden stellt die Ermittlungen gegen Julian Assange ein.

Assange

Froh, aber nicht frei: Schweden stellt die Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ein und zieht den europäischen Haftbefehl zurück. Vermutlich muss Julian Assange trotzdem in der ecuadorianischen Botschaft in London bleiben. Die britischen Behörden wollen Assange festnehmen, sobald er das Gebäude verlässt. Grund sind Verstöße gegen Kautionsauflagen. Er war 2012 vorläufig freigelassen worden und in die Botschaft geflüchtet.

Die schwedische Staatsanwaltschaft erklärt, sie sehe keine Möglichkeiten, die Ermittlungen weiter voranzubringen. Aussagen zur Schuld Assanges will die Staatsanwaltschaft nicht treffen. Falls der Wikileaks-Gründer vor August 2020 nach Schweden zurückkehrt, könnten die Ermittlungen wieder eröffnet werden.

Assange drohen außerdem eine Anklage und ein Haftbefehl durch die USA. Erst vor wenigen Wochen hat die USA seine Festnahme eine "Priorität" genannt. Wikileaks will von Großbritannien wissen, ob die USA bereits einen Auslieferungsantrag gestellt haben. In den USA droht ihm wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente von Behörden und des Militärs eine lange Haft oder möglicherweise sogar die Todesstrafe. (Foto: twitter.com/JulianAssange)
spiegel.de, tagesschau.de, turi2.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"extra 3" gewinnt vor Gericht den "Nazi-Schlampe"-Streit gegen AfD-Frau Alice Weidel.


Sieg für die Satire: extra 3, Satire-Sendung des NDR, durfte AfD-Frau Alice Weidel (Foto , links) in der Sendung vom 27. April als "Nazi-Schlampe" bezeichnen, entscheidet das Landgericht Hamburg. Die Richter lehnen die von Weidel geforderte einstweilige Verfügung ab. Moderator Christian Ehring (Foto, rechts) hatte sich in der Sendung auf Weidels Rede auf dem AfD-Parteitag bezogen, darin hatte sie gesagt, "die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte". Weidel will gegen den Gerichtsbeschluss Beschwerde einlegen.

Das Gericht sagt, Weidel müsse im Zusammenhang mit ihrer Rede zu Political Correctness die Bezeichnung "Nazi-Schlampe" ertragen. Die Satire sei von der Meinungsfreiheit gedeckt. Als öffentliche Person müsse die Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl auch überspitzte Kritik hinnehmen. Der Grund für die satirische Auseinandersetzung sei ihre eigene Äußerung zur politischen Korrektheit gewesen.
spiegel.de, deutschlandfunk.deKommentieren ...

Spiegel Daily startet mit Wetter-Kolumnist Jörg Kachelmann.

Spiegel Daily gewinnt Jörg Kachelmann als täglichen Internet-Wetterfrosch. Der frühere ARD-Meteorologe dreht Wetter-Videos im Selfie-Modus. Kachelmann moderierte bis 2010 im Ersten, bis Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen ihn laut wurden. Die Vorwürfe stellten sich als falsche Beschuldigung heraus. Kachelmann äußerte sich danach häufig kritisch über Medien. Bei seinem ersten Spiegel-Daily-Auftritt kann sich Kachelmann einen Seitenhieb nicht verkneifen: "ARD- und ZDF-Zuschauer werden sich erinnern, 1582 hat Papst Gregor gesagt ..."
daily.spiegel.de (3-Min-Video), turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Spiegel" startet morgen tägliche Digital-Zeitung Spiegel Daily.


Spiegel und Spiegel Online bringen morgen ihr lange vorbereitetes tägliches Bezahlangebot Spiegel Daily an den Start. Unter der Leitung von Timo Lokoschat und Oliver Trenkamp sollen täglich um 17 Uhr die wichtigsten News des Tages, Kommentare und Debatten aus den sozialen Netzwerken erscheinen. "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer erklärt das Produkt in der Pressemitteilung als "eine digitale Tageszeitung für ein Publikum, das täglich das Weltgeschehen verstehen will, ohne permanent online zu sein". Spiegel Daily kostet 6,99 Euro pro Monat oder 2,49 Euro pro Woche. Digital-Abonnenten bekommen die Online-Zeitung kostenlos, Print-Abonnenten zahlen 50 Cent für das Digital-Upgrade.

Inhaltlich bietet Spiegel Daily sechs Ressorts, die News, Meinung, Stories, Social, Panorama und Mein Abend heißen, berichtet "Werben & Verkaufen". Ein Drittel der Inhalte erscheinen exklusiv in der Digital-Zeitung, ein weiteres Drittel sind zweitverwertete Inhalte, etwa aus dem gedruckten "Spiegel", "Spiegel Wissen" oder von "Spiegel TV". Das letzte Drittel setzt sich aus kuratierten Beiträgen zusammen.
spiegelgruppe.de, spiegel.de, wuv.deKommentieren ...

Musikkritiker Joachim Kaiser, 88, ist tot.

Joachim Kaiser, Musikkritiker und langjähriger leitender Redakteur der "Süddeutschen Zeitung", ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren, teilt das "SZ Magazin" per Post auf seiner Facebook-Seite mit. Kaiser zählte zu den einflussreichsten deutschen Kulturkritikern. Er war Mitglied im PEN-Zentrum und hatte fast 20 Jahre lang eine Professur für Musikgeschichte an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Stuttgart.
facebook.com (Post SZ-Magazin), sueddeutsche.de (Nachruf), zeit.de (Nachruf)Kommentieren ...

Elisabeth Niejahr wird Berliner Chefreporterin der "Wirtschaftswoche".

Elisabeth Niejahr ist ab September Chefreporterin der "Wirtschaftswoche" in deren Berliner Büro. Niejahr kommt von der "Zeit", wo sie u.a. als Wirtschaftskorrespondentin und stellvertretende Büroleiterin arbeitete. Bei der "Wirtschaftswoche" soll sie sich v.a. Geschichten zu "nationalen und internationalen ökonomischen Zeitfragen" widmen.
wiwo.deKommentieren ...

"Focus" trennt sich in Berlin von 20 Redakteuren.


Fakten, Fakten, Feuern: "Focus" muss sich an seinem neuen Hauptstandort Berlin von 20 Redakteuren trennen, berichtet Henning Kornfeld im "Journalist". Bis Ende April galt ein freiwilliges Abfindungs-Angebot. Redakteure bekommen pro Jahr der Betriebszugehörigkeit ein Monatsgehalt und eine Prämie, wenn sie sich fix entscheiden. Das Heft sollen vermehrt freie Autoren füllen. Der Deutsche Journalisten-Verband fordert einen Sozialplan beim Stellenabbau, Burda lehnt ab.

Chefredakteur Robert Schneider will das Nachrichtenmagazin mehr zu einem "Lean-Back-Medium" mit großen Fotos machen, schreibt Kornfeld. "Focus" verliert u.a. Netzökonom Holger Schmidt, der sich unabhängig von der aktuellen Lage entschieden hat, selbständig zu arbeiten. Schneider bewahrt trotz der schmerzlichen Verluste gute Miene in mieser Lage und sagt: "Ich bin fröhlich und optimistisch, nicht vergrämt." Schneiders Worte sind tatsächlich überaus optimistisch – "Focus" schließt gerade seinen Stamm-Standort München und macht das Düsseldorfer Büro dicht.
presseportal.de, "Journalist" 05/2017, S. 44-47 (Paid), djv.de, turi2.de (Background)3 Kommentare

Spiegel-Verlag stampft "Spiegel Classic" ein und startet "Spiegel Fernsehen".

Tausche Falten gegen Fernsehen: Der Spiegel-Verlag beendet nach nur einer Ausgabe seinen Ableger für die Generation 50 plus, "Spiegel Classic", berichtet "Horizont". Die 165.000 gedruckten Hefte für die Generation 50 plus blieben kiloweise am Kiosk liegen. Dafür kommt im Testmarkt Hessen schon diesen Freitag "Spiegel Fernsehen" (Foto) in den Handel, bestätigt Verlagsleiter Michael Plasse. Das Heft umfasst 180 Seiten und kostet 2,60 Euro, die TV-Programmdaten liefert Klambt zu.

"Spiegel Fernsehen" soll alle 14 Tage erscheinen und muss sich mit zwei Ausgaben in Hessen bewähren. Kulturkritiker Christian Buß von Spiegel Online ist Redaktionsleiter, Programmie-Projektleiter ist Markus Brauck aus der "Spiegel"-Wirtschaftsredaktion. Die Zeitschrift soll ein Reiseführer durch TV- und Streaming-Angebote sein. Von den vielen anderen Programmzeitschriften will sich das Heft durch kulturjournalistische Inhalte im Mantel-Teil abheben.
horizont.netKommentieren ...

ProSiebenSat.1 und Discovery gründen gemeinsame Streaming-Plattform.

Fern(seh)beziehung: ProSiebenSat.1 und Discovery schließen sich in einem Joint Venture zusammen, um TV-Inhalte auf einer gemeinsamen Plattform zu streamen. Nutzer sollen sieben Sender der P7S1-Gruppe sowie die Discovery-Sender Dmax und TLC schauen können. Auch Eurosport soll auf die Plattform kommen – ab August hält Discovery Fußball-Bundesliga-Rechte und 2018 die Rechte an den Olympischen Winterspielen. P7S1 bohrt für das Joint Venture seine 7TV-Plattform auf.

Auch andere Sender sollen hier künftig ihre Inhalte anbieten können. Das Angebot wird somit zur Konkurrenz für andere Streaming-Plattformen wie Zattoo oder Internet-Fernseh-Angebote. P7S1 und Discovery arbeiten künftig bei der Entwicklung von Technologie und der Vermarktung zusammen: Dmax und TLC werden künftig auf der Streaming-Plattform von SevenOne Media vermarktet, einem P7S1-Unternehmen. (Foto: Sven Hoppe/dpa/Picture Alliance)
prosiebensat1.comKommentieren ...

"Zeit" ernennt Beddoes, Allmendinger, Illies und Obermann zu Herausgebern.


Zeit für neue Köpfe: Die "Zeit" gibt sich ein neues Herausgeberkollektiv. "Economist"-Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes, die Soziologin Jutta Allmendinger, Journalist und Kunsthändler Florian "Generation Golf" Illies und Ex-Telekom-Boss René Obermann bilden künftig zusammen mit Josef Joffe den publizistischen Aufsichtsrat der Wochenzeitung. Joffe war seit dem Tod von Helmut Schmidt einziger verbliebener Herausgeber. Die Redaktion habe den neuen Herausgebern mehrheitlich zugestimmt, schreibt Bülend Ürük. Zur Berufung von René Obermann habe es jedoch auch kritische Stimmen gegeben.

Dass die neuen Herausgeber auch im Tagesgeschäft ein Wörtchen mitreden, wie Helmut Schmidt es bis zu seinem Tod getan hat, ist eher unwahrscheinlich. Vielmehr ist bisher von einem beratenden Gremium die Rede. Dafür spricht auch, dass sich der Kreis der Herausgeber nur zwei Mal pro Jahr trifft. Verleger Stefan von Holtzbrinck sagt: "Wir freuen uns sehr, dass die 'Zeit' jetzt mit einem erweiterten hochkarätigen Kreis unabhängiger Ratgeber eine gute Tradition in neuer, zeitgemäßer Form fortsetzt."
kress.de, sueddeutsche.de, meedia.deKommentieren ...

Florian Harms wird Chefredakteur von T-Online.de.


Harms, übernehmen Sie: Ströer schnappt sich Florian Harms, 43, und macht ihn ab September zum Chefredakteur von T-Online.de, gleichzeitig wird er Co-Geschäftsführer des Nachrichtenportals neben Marc Schmitz. Ende 2016 musste Harms im Streit mit der Geschäftsführung als Chefredakteur von Spiegel Online abtreten. Bei Ströer soll er das reichweitenstarke Online-Portal weiterentwickeln und ihm mehr journalistisches Profil geben. Co-CEO Christian Schmalzl erwartet von seinem neuen Mitarbeiter nicht weniger, als T-Online.de "zur größten digitalen Medienmarke Deutschlands" zu machen.

Ein bisschen Image-Pflege hat der Außenwerber duchaus nötig: Ströer hatte die Seite samt Mitarbeitern Mitte 2015 für stolze 300 Mio Euro von der Deutschen Telekom gekauft – im Zuge der Übernahme des Vermarkters Interactive Media. Seitdem hat Ströer die mehr als 100 Mitarbeiter zählende Redaktion von Darmstadt nach Berlin verlegt, nur wenige Journalisten sind dem Job hinterhergezogen.

Bis zu Harms Antritt in Berlin – laut Meedia im September – leitet Content-Chef Arne Henkes die Redaktion. Der studierte Islamwissenschaftler Harms war seit 2004 bei Spiegel Online in unterschiedlichen Positionen tätig, die letzten zwei Jahre als Chefredakteur.
wuv.de, meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Snapchat Discover startet in Deutschland mit "Bild", Spiegel Online, Sky und Vice.


Zugeschnappt: "Bild", Spiegel Online, Sky Sport und Vice sind die ersten Medien im deutschen Angebot von Snapchat Discover, schreiben Giuseppe Rondinella bei horizont.net und Marvin Schade bei Meedia. Heute startet das Angebot der kuratierten Snapchat-News in Deutschland. Die Inhalte der vier Medienpartner sind jeweils 24 Stunden verfügbar und erscheinen zu unterschiedlichen Zeiten. Vice legt bereits morgens um 6.00 Uhr los, Sky schickt seine Sport-News um 17.00 Uhr raus, "Bild" um 18.00 und Spiegel Online um 19.00 Uhr. Weitere Medienpartner sollen in den kommenden Monaten dazukommen.

Die Verhandlungen haben sich lange hingezogen, berichten Meedia und Horizont Online, u.a. gab es Streit über das Finanzielle. Insbesondere "Bild" habe höchsten Wert auf eigenständige Vermarktung gelegt. Nick Bell, Content-Chef bei Snap, sagt bei Horizont.net zwar, es sei "keine Überzeugungsarbeit nötig gewesen", die deutschen Publisher hätten aber Zeit gebraucht, "das Produkt und die Monetarisierungsmöglichkeiten zu verstehen". Eine pauschale Vergütung bekommen die Medienpartner demnach nicht, stattdessen teilt Snap sich die Einnahmen aus bildschirmfüllenden Anzeigen – u.a. von der Bundeswehr – mit den deutschen Medien.
horizont.net (Rondinella), meedia.de (Schade), spiegel.de, "Bild", S. 1 (Paid), businessinsider.deKommentieren ...

"Rhein-Zeitung"-Verleger degradiert Digital-Chef Marcus Schwarze.


Twer ist der nächste? Marcus Schwarze, Digital-Chef der Koblenzer "Rhein-Zeitung", ist nicht länger Mitglied der Chefredaktion, schreibt Bülend Ürük. Er vermutet die Degradierung im Zusammenhang mit einem Kommentar von Schwarze, in dem er dem bei Verleger Walterpeter Twer in Ungnade gefallenen Chefredakteur Christian Lindner gedankt hatte. Im Impressum taucht Schwarze am Ende nur noch als Verantwortlicher für Digitale Inhalte auf.

Weder der Verlag noch Schwarze selbst äußern sich, auch intern nicht. Nach Informationen von kress.de suche Schwarze bereits nach beruflichen Alternativen. Die Degradierung ohne ersichtliche Gründe beunruhigt andere Führungskräfte des Mittelrhein-Verlasg. Unter dem Siegel der Vertraulichkeit hört Ürük aus dem Haus: "Wir wissen nicht, wer als Nächstes von uns vorgeführt wird".
kress.de, turi2.de (Background Lindner), turi2.de (Homescreen von Marcus Schwarze)2 Kommentare

Kai Diekmann wird Berater beim Taxi-Schreck Uber.

Kai Diekmann, hier 2012 bei einer Oldtimer-Spritztour, steigt ins Uber-Taxi und wird Berater des umstrittenen US-Startups. (Foto: Daino Cristini / ROPI / Picture Alliance)

Anschnallen, Kai kommt: Kai Diekmann landet wie viele Journalisten im Taxigewerbe und berät künftig Uber. Der frühere "Bild"-Herausgeber und -Chefredakteur wird Mitglied im Public Policy Advisory Board des Taxi-Schrecks, berichten Stephan Dörner bei t3n.de und Martin U. Müller im "Spiegel" – Uber bestätigt. Das Gremium trifft sich einmal im Jahr im Silicon Valley. Auch die frühere EU-Kommissarin Neelie Kroes ist Mitglied des Boards. Der Uber-Job wird nach turi2-Informationen nur eine Nebentätigkeit für Kai Diekmann. Er sitzt auch in Beiräten der "Times" aus London und der türkischen Zeitung "Hürriyet".

Diekmann soll offenbar vorerst nicht offensiv Lobbyarbeit betreiben, sondern zwischen den USA und Europa "übersetzen". Diese Übersetzungsarbeit hat Uber auch nötig: In Deutschland ist der Dienst nicht aktiv und gesetzlich de facto verboten. Das Geschäft mit der Fahrten-Vermittlung ist mit einem Minus von 2,8 Mrd US-Dollar im vergangenen Jahr noch hoch defizitär. In den vergangenen Wochen hatte Uber zudem eine Menge Ärger wegen Sexismus-Vorwürfen und einer Klage von Google. Kai Diekmann sah sich nach seinem Ausscheiden bei Springer mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung konfrontiert.
t3n.de, spiegel.de, bloomberg.com (Geschäftszahlen), turi2.de (Background Uber), turi2.de (Background Diekmann)Kommentieren ...

Gruner + Jahr startet das Einrichtungs-Magazin "Ideat" – jährlich sechs Ausgaben.


Noch schöner Wohnen: Gruner + Jahr bringt das Interior-Magazin "Ideat" nach Deutschland: Der Verlag erwirbt die Lizenz von Ideat Editions. "Ideat" erscheint auch in Frankreich und China. Die Premiere soll am 13. September erscheinen, mit 80.000 Exemplaren auf üppigen 220 Seiten. "Ideat" wird acht Euro kosten. Die zweite Ausgabe soll am 15. November kommen. Langfristig plant G+J mit sechs Ausgaben im Jahr.

Die Verantwortung für die deutsche "Ideat" liegt bei "Schöner Wohnen"-Chefredakteurin Bettina Billerbeck. Verlegerisch ist Matthias Frei, Publisher für den Living-Bereich, zuständig. In dem Segment erscheint bei G+J auch "Living at Home", "Häuser" und "Couch". Der Verlag feiert in einer Pressemitteilung, in den vergangenen 24 Monaten 16 neue Titel herausgebracht zu haben.
presseportal.de

Aus dem Archiv: Bettina Billerbeck, Chefredakteurin "Schöner Wohnen", findet bei Ikea immer was.

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Dietrich von Klaeden wird Springers Chef-Lobbyist – Christoph Keese bleibt im Unternehmen.


Springer befördert Dietrich von Klaeden, 50 (Foto, links), zum Konzern-Geschäftsführer Public Affairs und damit zum Chef-Lobbyisten. Klaeden war bislang Head of Public Affairs. Er folgt auf Leistungsschutzrecht-Vorkämpfer Christoph Keese, 52. Keese bleibt bei Springer und soll "seine digitale Expertise in einem unternehmerischen Kontext" einbringen.

Von Klaeden war früher NDR-Reporter, Rechtsanwalt, Justiziar bei Holtzbrinck und Pressesprecher des SWR. Seit 2007 arbeitet er für Springer. Dietrich von Klaeden ist der Bruder des CDU-Politikers Eckart von Klaeden, früherer Staatsminister im Kanzleramt und heute Lobby-Chef bei Daimler. Als neuer Chef der politischen Landschaftspflege bei Springer holt von Klaeden Malte Wienker, 35, zu sich in die Geschäftsführung. Wienker soll Kontakte zu den deutschen Parlamenten, Verbänden und Institutionen halten. Florian Nehm, 59, leitet weiterhin die EU-Beziehungen und Carolin Wehrhahn, 39, das Lobby-Büro in Brüssel.
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Stiftung von George Soros gibt Correctiv 100.000 Euro für Fake-News-Checks.


Finanzen für Fact-Checker: Das Recherchebüro Correctiv bekommt mehr als 100.000 Euro von den Open Society Foundations, um Fake News im Internet zu bekämpfen. Die Stiftung von Investor George Soros (Foto, links) finanziert fünf Journalisten, die Mythen und Lügen im Netz recherchieren werden. Ab Mitte des Monats sollen sie zweifelhafte Facebook-Beiträge mit Warnhinweisen versehen, kündigt Correctiv-Gründer David Schraven an.

Drei Mitarbeiter sind seit heute bei Correctiv, zwei sollen folgen. Neu als Fact-Checker bei Correctiv ist Karolin Schwarz, Mitgründerin der Seite Hoaxmap, die Gerüchten über Flüchtlinge nachgeht. Außerdem arbeiten Pauline Schinkels sowie Jacques Pezet von "Libération" künftig in der Correctiv-Redaktion. Die Kooperation mit Facebook hat Correctiv harte Kritik eingebracht, u.a. ist von Zensur und "Wahrheitsprüfung" die Rede. Für viele ist unverständlich, warum Facebook die Aufgabe, böswillige Lügen richtigzustellen, einer externen Organisation überlässt. Schraven sagt im turi2-Gespräch, dass seine Truppe auch Meldungen checken soll, die außerhalb Facebooks kursieren.

Correctiv und die Open Society Foundations sind bereits Kooperationspartner: Die Stiftung unterstützte ein Stipendium für journalistische, investigative Comics. Gründer Schraven hat die 100.000-Euro-Unterstützung angeworben und lobt die Stiftung, weil sie viele neue Formen des Journalismus ermögliche. Open Society ist 1979 vom Milliardär George Soros gegründet worden und finanziert Projekte in diversen politischen Bereichen, zuletzt auch stärker in der Netzpolitik. (Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/Picture Alliance, Montage: turi2)
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: David Schraven im Jahr 2015 über stiftungsfinanzierten Journalismus:
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Deutscher Botschafter darf Deniz Yücel in türkischer Haft besuchen.

Deniz Yücel darf in türkischer Untersuchungshaft Besuch der deutschen Botschaft in Istanbul empfangen. Das Auswärtige Amt bestätigt eine Verbalnote der Türkei, wonach Deutschland ab morgen konsularischen Zugang zum inhaftierten "Welt"-Korrespondenten erhält. Yücel wurde Mitte Februar festgenommen, die Türkei wirft ihm Terrorismusunterstützung vor.
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Deutschland-Chefin Marianne Bullwinkel verlässt Facebook.

Facebook und die bisherige Deutschland-Chefin Marianne Bullwinkel, früher Marianne Dölz, gehen getrennte Wege. Bullwinkel verlässt das Unternehmen mit nicht genanntem Ziel. Einen direkten Nachfolger auf der Position gibt es nicht. Stattdessen verantwortet künftig Zentraleuropachef Martin Ott das Geschäft im deutschsprachigen Raum direkt.

Ihn unterstützen Oliver Busch, Jin Choi, Kai Herzberger und Henner Blömer als Direktoren. Blömer verantwortet dabei Unternehmenskontakte aus der Auto-, Banken- und Telekommunikationsbranche. Kai Herzberger wird Direktor für eCommerce. Jin Choi ist für Firmen der Konsumgüter- und die Entertainment-Branche zuständig, Oliver Busch soll die Zusammenarbeit mit Mediaagenturen koordinieren. (Foto: Facebook/dpa)
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BuzzFeed Deutschland macht Daniel Drepper zum Chefredakteur.

Daniel DrepperKein Aprilscherz: BuzzFeed Deutschland macht ernst und den Investigativ-Journalisten Daniel Drepper, 31, zum Chefredakteur. Drepper kommt vom gemeinnützigen Recherchebüro Correctiv, das er seit 2014 mitaufgebaut hat. Bei BuzzFeed Deutschland ist der Chefposten seit Januar 2016 unbesetzt. Damals ging Gründungschefredakteurin Juliane Leopold nach nur anderthalb Jahren von Bord, um als freie Journalistin und Beraterin zu arbeiten. Seitdem war Sebastian Fiebrig für die Seite verantwortlich.

Bisher hatte Buzzfeed Deutschland auf alles gesetzt, was viral funktioniert. Unter Drepper dürfte das Portal kantiger werden. Drepper tritt seinen neuen Job im April an und sucht bereits weitere Reporter für sein Team in Berlin. Mit ihnen will er vor allem über Rassismus, soziale Ungerechtigkeit und die Lesben-und-Schwulen-Community berichten. Damit folgt er den Länderausgaben in Großbritannien und den USA, die schon länger auf eigene Recherchen setzen. Zugleich expandiert BuzzFeed auch nach Mexiko. Ausgewählte Beiträge der Reporter aus Deutschland und Mexiko sollen ins Englische übersetzt werden, sagte BuzzFeed-Chef Ben Smith.

Drepper ist durch seine Recherchen zur deutschen Sportförderung bekannt geworden, für die er 2013 zusammen mit Niklas Schenck mit dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet wurde. Für seine Recherche zur Verteilung von Bußgeldern durch deutsche Richter erhielt er zusammen mit weiteren Correctiv-Reportern den Axel Springer Preis für Nachwuchsjournalisten. Für eine Webreportage über den Absturz des Flugs MH17 über der Ostukraine gewann er im Team den Grimme Online Award. Dreppers Diplomarbeit in Journalistik handelt vom Informationsfreiheitsgesetz.
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"Focus" strukturiert um, schließt Münchner Rest-Büro.

Neu focussiert: Burdas "Focus" schließt im Zuge eines neuerlichen Umbaus der Redaktionsstruktur die Reste des alten Münchner Stamm-Standortes, berichtet Jochen Kalka. Auch das Büro in Düsseldorf fällt weg, mindestens neun Mitarbeiter verlieren ihren Job, schreibt Kalka. Burda wiederum teilt mit, dass "mögliche Weiterbeschäftigungen im Unternehmen" geprüft würden.

Auch Redakteure, die es nach Berlin geschafft haben, können gegen Abfindung kündigen, bietet Burda an - für Ulrike Simon deshalb, weil die neun betriebsbedingten Kündigungen in München und Düsseldorf das Sparziel noch verfehlen würden. Aus bisher elf werden drei Ressorts: Politik und Wirtschaft, Wissen und Gesundheit sowie Kultur und Leben, meldet Burda. Das Nachrichtenmagazin, das trotz Auflagenverlusten nach Burda-Angaben noch profitabel arbeitet, wird ab Mai komplett in Berlin und noch stärker mit Hilfe eines Netzwerks freier Mitarbeiter produziert.
wuv.de (Kalka), rnd-news.de (Simon), turi2.de (Burda-Pressemitteilung, PDF)3 Kommentare

Peter Burger wird kommissarischer Chefredakteur der "Rhein-Zeitung".

Rhein-Zeitung ernennt Peter Burger zum kommissarischen Chefredakteur. Das hat Verleger Walterpeter Twer laut kress.de heute der Redaktion mitgeteilt. Peter Burger war bisher Vize-Chef für Lokales. Er folgt auf Christian Lindner, der am Dienstag überraschend erklärte, dass er nicht weiter für das Unternehmen tätig sei. Hinter den Kulissen soll es Streit zwischen Lindner und Twer über die Ausrichtung der "Rhein-Zeitung" gegeben haben.
kress.de, turi2.de (Background)1 Kommentar

Chefredakteur Christian Lindner verlässt die "Rhein-Zeitung" – wohl im Streit.

Kollision in Koblenz: "Rhein-Zeitung" und ihr langjähriger Chefredakteur Christian Lindner gehen getrennte Wege, meldet Bülend Ürük auf kress.de. Lindner verlässt das Unternehmen im Streit über die Ausrichtung der Zeitung. In einer Mail an seine Redaktion erklärt Lindner: "Mit dem heutigen Tag endet mein Wirken für diese Zeitung und dieses Unternehmen." Die Arbeit hätte er aber gerne fortgesetzt. Warum es zu der Trennung zwischen dem selbstbewussten, digitalaffinen Chefredakteur und dem als konservativ geltenden Verleger Walterpeter Twer kam, bleibt vorerst unklar.

Christian Lindner wurde 2004 Chefredakteur der "Rhein-Zeitung" und hat dort sein gesamtes Berufsleben verbracht. 1979 kam er als Volontär zu der Zeitung, dann arbeitete er auf verschiedenen Positionen in Lokalredaktionen und in der Zentralredaktion. Als Chefredakteur wurde er zu einer der bekanntesten Leiter einer Lokalzeitung in Deutschland. Christian Lindner betont häufig die Bedeutung von Internet und Social Media auch für Lokalredaktionen, gilt aber auch als Verfechter einer strikten Paywall, wie er sie bei der "Rhein-Zeitung" eingeführt hat.
kress.de
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Peter Viktor Kulig tritt bei Klambt kürzer – Rosita Wolf übernimmt "7 Tage" und "Frau mit Herz".


Kleiner Generationswechsel unterm Regenbogen: Peter Viktor Kulig, 76 und seit 47 Jahren als Klatsch-Chefredakteur im Geschäft mit den Reichen und Schönen, gibt einen Teil seiner Verantwortung bei Klambt ab. Rosita Wolf, 48, übernimmt die Leitung der Unterhaltungs-Blättchen "7 Tage" und "Frau mit Herz" zum 1. Juli. Kulig – dienstältester Chefredakteur der Republik – hat die wöchentlichen Frauen-Hefte dann 17 Jahre lang geführt, er behält die Chefredaktion der monatlichen Titel "Adel aktuell" und "Adel heute".

Nachfolgerin Rosita Wolf wirkt derzeit als Vize-Chefin der Wochenzeitschrift "Freizeitwoche". Das Heft entsteht in einem Joint Venture zwischen Klambt und Bauer. "7 Tage" und "Frau mit Herz" sind die ältesten Women's Weeklys von Klambt. Die Hefte erscheinen seit mehr als 50 Jahren.
per Mail, turi2.de (Porträt über Peter Viktor Kulig in der "turi2 edition3")Kommentieren ...

Thomas Roth folgt auf Chefredakteurin Isabell Funk beim "Trierischen Volksfreund".

Es ist ein Junge: Der "Trierische Volksfreund" macht Thomas Roth, 42, ab spätestens August zum Chefredakteur. Er folgt auf Isabell Funk, 61, aktuell eine von nur fünf Chefinnen bei den 102 regionalen deutschen Zeitungen. Funk plant offenbar einen Branchenwechsel: Laut Verlag will sie nach fast 40 Jahren journalistischer Tätigkeit "an anderer Stelle noch einmal neue Aufgaben" wahrnehmen. Roth kommt von der "Braunschweiger Zeitung".
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Springer macht mit gleichbleibendem Umsatz mehr Gewinn.


#FreeDeniz: Mathias Döpfner verkündet ein solides Jahresergebnis für den Springer-Konzern und sorgt sich um den in der Türkei inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel. (Foto: dpa)

In der Gewinnzone: Springer schließt 2016 mit stabilem Umsatz und einem satten Gewinn-Plus ab. Besonders das Digitalgeschäft sorgt weiter für gute Stimmung - und das Wachstum bei den US-Investments. Springer führt seine US-Tochter Business Insider erstmals in die Gewinnzone. Insgesamt setzt der Konzern 3,29 Mrd Euro um, konsolidierungs- und währungsbereinigt steigen die Einnahmen sogar leicht um 4,1 %. Das EBITDA legt um 6,5 % zu und erreicht 595,5 Mio Euro. Der Konzernüberschuss wächst um stolze 47,7 % auf 450 Mio Euro.

Das Digitalgeschäft des Verlags gewinnt weiter an Bedeutung und erwirtschaftet 67 % des Umsatzes und knapp 85 % der Werbeeinnahmen, fast 5 % mehr als 2015. Die Vertriebserlöse sinken dagegen um 10 %. Motor des Konzerns bleiben die Rubrikenmärkte. Durch organisches Wachstum und Zukäufe steigen die Einnahmen hier um fast 17 % auf knapp 880 Mio Euro. Die Zahl der Abonnenten der Paid-Content-Angebote von Welt.de und Bild.de steigt um 9,6 % auf 421.002 Kunden. Der Umsatz der Bezahlangebote schrumpft allerdings bereinigt um 1,6 %.

Für 2017 erwartet der Konzern ein Umsatzplus im einstelligen Prozent-Bereich. Die Werbeeinnahmen sollen wieder steigen und die erwarteten leichten Rückgänge bei den Vertriebseinnahmen überkompensieren. Bei den Bezahlangeboten erwartet Springer keine großen Zuwächse und lässt die Prognose auf dem Niveau von 2016.
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Anke Schäferkordt gibt Führung der RTL Group ab – Bert Habets übernimmt.


Zurück nach Köln: Anke Schäferkordt tritt bei RTL kürzer und gibt die Führung der internationalen RTL Group ab. Künftig wolle sich die Managerin auf die Geschäftsführung der Mediengruppe RTL Deutschland konzentrieren und auf ihren Sitz im Bertelsmann-Vorstand, teilt der Konzern mit. Schäferkordt war 2012 an die Spitze von RTL aufgerückt und hatte die Sendergruppe gemeinsam mit Guillaume de Posch geleitet. Auch in dieser Rolle hat sie sich vor allem um das Geschäft in Deutschland gekümmert.

Neuer Co-Chef der RTL Group wird Bert Habets, er leitet bisher die RTL-Geschäfte in den Niederlanden. Habets arbeitet seit 1999 bei der RTL Group, bzw. deren Vorgänger CLT-UFA. 2001 wechselte als CFO in die RTL-Führung in den Niederlanden - seit 2008 leitet er die Geschäfte dort. Morgen will RTL seine Bilanz für 2016 vorlegen.
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Urteil: Facebook muss nicht aktiv nach Hass-Posts suchen.


Kein Lösch-Automatismus: Facebook muss Hass-Posts nicht aktiv suchen und löschen, urteilt das Landgericht Würzburg. Die Richter haben den Antrag des syrischen Flüchtlings Anas M. auf einstweilige Verfügung abgelehnt. Sein Selfie mit Angela Merkel wurde in verleumderischen Fotomontagen genutzt, die ihn als Terroristen dargestellt haben. Er und sein Anwalt, der Würzburger IT-Jurist Chan-jo Jun, hatten von Facebook gefordert, die Bilder und Duplikate davon automatisch zu löschen.

Facebook hatte argumentiert, das sei technisch nicht möglich. Die Richter sehen das soziale Netzwerk auch nicht in der Pflicht: Da sich Facebook die Verleumdungen von Dritten nicht zu Eigen gemacht habe, könne der Konzern auch nicht zu einer Unterlassung gezwungen werden. Nur aktiv gemeldete Beiträge müssten gelöscht werden.
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Erdogan wirft "Welt"-Journalist Deniz Yücel Spionage vor.

testDie Türkei und der ausländische Agent: Der türkische Präsident Erdogan beschuldigt den "Welt"-Journalisten Deniz Yücel der Spionage. Yücel sei ein kurdischer Aktivist und "deutscher Agent", sagte er bei einer Rede in Istanbul. "Als ein Vertreter der PKK, als ein deutscher Agent hat sich diese Person einen Monat lang im deutschen Konsulat versteckt", sagte Erdogan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Das Staatsoberhaupt wirft den deutschen Behörden vor, "Terrorismus" in der Türkei zu unterstützen. "Sie müssen wegen Unterstützung und Beherbergung von Terrorismus vor Gericht gestellt werden." Das Auswärtige Amt weist die Vorwürfe als "abwegig" zurück.

Erdogan ärgert sich über die Absage mehrerer Redeauftritte seiner Minister in Deutschland. Sie dürften dort nicht sprechen, während Vertreter der verbotenen Kurdenorganisation öffentlich das Wort ergreifen dürften, sagt Erdogan, der sich zum ersten Mal seit der Verhaftung Yücels zu dem Fall äußert. Der deutsch-türkische Korrespondent der "Welt" sitzt im Gefängnis in Silivri, westlich von Istanbul. Die Türkei hält ihm Terrorpropaganda und Volksverhetzung vor. Nach Auskunft seines Anwalts drohen ihm bis zu zehneinhalb Jahre Haft.
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