Penguin Random House: Pearson verkaufsbereit, Bertelsmann erneuert Interesse.

bertelsmannpenguinrandomhouse600Hat den Pinguin immer noch zum Fressen gern: Bertelsmann bekräftigt sein Interesse an den von Pearson gehaltenen 47 % an Penguin Random House. Partner Pearson hat heute angekündigt, seinen Anteil verkaufen zu wollen. 53 % am weltgrößten Publikumsverlag hält Bertelsmann bereits. Der Preis ist offenbar noch nicht ausgehandelt: Der Konzern aus Gütersloh wolle zugreifen, "sofern die wirtschaftlichen Konditionen angemessen sind", taktiert Bertelsmann-Boss Thomas Rabe.

Bei Pearson läuft das Geschäft auch nach dem Verkauf der "Financial Times" und des "Economist" sowie einem radikalen Sparkurs noch nicht rund. Parallel zu der Ankündigung der Verkaufsabsicht gab das Unternehmen am Mittwochfrüh einen Gewinnrückgang bekannt und senkte die Didivenden für Aktionäre - das klingt nach einer günstigen Verhandlungsposition für Bertelsmann.
spiegel.de, bloomberg.com (Pearson), presseportal.de (Bertelsmann), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Franz Burda junior, 84, ist tot.

Franz Burda Junior 150Franz Burda junior ist im Alter von 84 Jahren in Offenburg gestorben, berichtet die "Badische Zeitung". Der älteste Sohn des Verleger-Ehepaares Aenne und Franz Burda war Chef des Burda-Druckerei-Imperiums. Nach dem Tod des Vaters 1986 übernahm Bruder Hubert Burda das Verlags- und Druckereigeschäft. Franz Burda junior und sein Bruder Frieder Burda erhielten Beteiligungen an Springer, Papierfabriken und Speditionen.
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Helmut Markwort tritt als “Focus”-Herausgeber ab.

Helmut Markwort-600
Abgang im Geheimen: Helmut Markwort, 80, hat seine Rolle als Herausgeber von Burdas Nachrichtenmagazin "Focus" unbemerkt und ohne großes Aufsehen abgelegt. Zum letzten Mal stand Markwort in dieser Funktion in der Ausgabe vom 27.12.2016 im Impressum. Seit Anfang des Jahres wird er dort als Gründungschefredakteur geführt. Aufgefallen ist das zuerst der "Süddeutschen Zeitung", der Burda den Abtritt bestätigt. Die Funktion Herausgeber fehlt im Impressum derzeit.

Zwar ist Markwort jetzt nicht mehr Herausgeber, ein Abschied vom "Focus" ist das aber nicht. Seine Kolumne Das Tagebuch behält Markwort ebenso wie sein Büro im Verlag. Zudem bleibt er Geschäftsführer von Burda Broadcast Media, der Verlagstochter für Radio-Beteiligungen.
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“Bild” verklagt Focus Online wegen Content-Diebstahls aus “Bild Plus” – Julian Reichelt erklärt die Klage.


Haltet den Content-Dieb: Springer bringt den jahrelangen Streit mit Focus Online über vom Bezahlangebot Bild Plus abgeschriebene Inhalte vor Gericht und klagt wegen Content-Diebstahls. Im Interview mit turi2.tv am Rande des Deutschen Medienkongresses sagt Bild.de-Chef Julian Reichelt, dass Springer monatelang zwei Umzugskartons mit belastendem Material gesammelt habe, mit dem der Verlag Focus Online systematischen Content-Klau beweisen will.

Dabei gehe es nicht um das Zitieren von Nachrichten und Exklusiv-Meldungen: "Wir hängen daran, dass unsere exklusiven Nachrichten von unseren Mitbewerbern zitiert werden, das ist Teil der Marke 'Bild'", sagt Reichelt. Ihm gehe es um das Kopieren von Features, Hintergründen und Analysen, die sich auch zu Hauf bei Focus Online wiederfänden. Reichelt nennt etwa Geschichten wie "Sieben Regeln, nach denen Rocker-Clans funktionieren". Auch solche Meldungen seien aufwändig recherchiert, gehörten, so Reichelt, aber nicht zur Nachrichten-Grundversorgung.

"Bild" wirft der Konkurrenz vor, systematisch schon kurz nach der Veröffentlichung solche Bezahlinhalte abzukupfern und auf der eigenen Seite frei zugänglich zu veröffentlichen. Das Vorgehen behindere das Geschäftsmodell von Bild Plus gezielt und verletzte das Datenbankrecht. "Bild" fordert vor dem Landgericht Köln Unterlassung und Schadenersatz.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), axelspringer.de

Mitarbeit: Markus Trantow2 Kommentare

Wolfgang Blau löst Nicholas Coleridge als Auslandschef von Condé Nast ab.

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Generationswechsel: Condé Nast tauscht die Spitze seines internationalen Ablegers aus. Nicholas Coleridge, 59 und seit fast 27 Jahren bei Condé Nast, tritt zurück. Für ihn übernimmt Wolfgang Blau, seit 2015 Digitalchef von Condé Nast International. Die Amtsübergabe erfolgt zum 1. August. Coleridge bleibt als Chairman von Condé Nast Britain bis mindestens Ende 2019 im Unternehmen - dann wird er 30 Jahre für den Verlag tätig gewesen sein.

Blau, 49, geboren in Stuttgart, war 2015 vom britischen "Guardian" zu Condé Nast gewechselt, wo er sich im Rennen um die Chefredaktion Katharine Viner geschlagen geben musste. Zuvor war er fünf Jahre lang Chefredakteur von Zeit Online.
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Autor Udo Ulfkotte, 56, ist tot.

Udo Ulfkotte-150_swUdo Ulfkotte, 56, rechter Autor und früher Journalist bei der "FAZ", ist tot. Wie die Zeitung "Junge Freiheit" mitteilt, starb Udo Ulfkotte am Freitag an einem Herzinfarkt. Laut Spiegel Online hat Ulfkottes Familie den Tod des Autors bestätigt. Ulfkotte schrieb von 1986 bis 2003 für die "FAZ", seit 2008 veröffentlichte er Bücher im rechten Kopp-Verlag. Er galt als Verschwörungstheoretiker und setzte sich mit Büchern wie "So lügen Journalisten" an die Spitze der Lügenpresse-Rufer.
jungefreiheit.de, spiegel.deKommentieren ...

Burda expandiert nach Großbritannien und übernimmt Immediate Media.

Paul-Bernhard Kallen 600
Reif für die Insel: Burda macht offiziell, was bereits vor Weihnachten informierte Spatzen von britischen Dächern pfiffen und steigt groß ins Verlagsgeschäft in Großbritannien ein. Die Offenburger übernehmen Immediate Media, Mutter der legendären Radio Times und 70 weiterer gedruckter und digitaler Marken. Das Portfolio umfasst etwa Sport, Reise- und DIY-Titel aber auch den Shopping-Sender Jewellery Maker. Der Kaufpreis soll zwischen umgerechnet 300 Mio und 317 Mio Euro liegen. Immediate ist 2011 aus Origin Publishing, Magicalia and BBC Magazines entstanden und gehört bisher dem Finanz-Investor Exponent Private Equity.

Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen nennt den Verlag "eine großartige Plattform für das Zeitschriften-, genauso wie für das digitale Konsumentengeschäft" und sieht Burda und Immediate als Perfect Match, was das Portfolio und das "unternehmerische Denken" angeht. Die Offenburger geben auf der Insel bereits mehrere Magazine heraus. Zuletzt hat Burda die aktuelle Finanzierungsrunde des Online-Marktplatzes Notonthehighstreet.com als Hauptinvestor angeführt.
burda.com, turi2.de turi2.de (Background)Kommentieren ...

Facebook startet Charme-Offensive für die Medienbranche.

Facebook-Logo-Holzwand (Foto: dpa)
Make Real News Great Again: Facebook macht sich nun auch offiziell Sorgen um die "Gesundheit" des "Nachrichten-Ökosystems" und will künftig stärker mit der Medienbranche zusammenarbeiten. Das "Facebook Journalism Project", es klingt ein wenig wie Googles Digital News Initiative, soll aus drei Säulen bestehen: neuen Produkten, Weiterbildungsangeboten für Journalisten sowie Medienkompetenz-Schulungen für die breite Öffentlichkeit.

Produktseitig will Facebook gemeinsam mit Medienpartnern bestehende Darstellungsformen des Netzwerks wie Instant Articles und Live weiterentwickeln und neue Formen kreieren. Daneben arbeitet Facebook in einer "frühen Phase" an einer Einbindung lokalisierter Nachrichten im Facebook-Stream. Facebook wünscht sich "viel frühzeitigen Input" von Medienorganisationen und Journalisten dazu. Daneben sind unter anderem Recherchetools und ein Weiterbildungsprogramm mit der US-Journalistenschule Poynter geplant.
recode.net, nytimes.com, fb.com (Mitteilung)Kommentieren ...

Roland Tichy tritt als Herausgeber von Xing Klartext ab.

Roland Tichy-Xing-600
Tichys Einknick: Roland Tichy legt sein Amt als Herausgeber des Meinungsportals Klartext von Xing ab. Als Grund nennt Tichy eine "massive Kampagne gegen Xing", die er "nicht akzeptieren und gutheißen" könne. Auch Morddrohungen habe er erhalten.

Die Kritik an Roland Tichys Job bei Xing ist nicht neu. Anlass ist Tichys nach eigenen Angaben "liberal-konservatives" Blog Tichys Einblick. Die Kritik intensivierte sich jedoch am Wochenende nach einem umstrittenen Beitrag, der "grün-linke Gutmenschen" als "geistig-psychisch krank" ferndiagnostizierte.
tichyseinblick.de, turi2.de (Background)4 Kommentare

“Spiegel” meldet: “Bild”-Mitarbeiterin wirft Kai Diekmann sexuelle Belästigung vor.

kai-diekmann-2016-600
Verdachts-Berichterstattung: Der "Spiegel" berichtet über einen Belästigungs-Vorwurf gegen Kai Diekmann. Eine Mitarbeiterin wirft dem Noch-Herausgeber der Bild-Gruppe vor, sie sexuell belästigt zu haben. Der Vorfall soll sich am Rande einer Klausur-Tagung in Potsdam im Sommer beim Baden ereignet haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigt dem "Spiegel" den Eingang einer Anzeige. Auch bei Springer sei der Vorwurf bekannt, das Unternehmen habe ihn mit Hilfe externer Rechtsexperten und Gutachter geprüft, aber kein strafbares Verhalten festgestellt. Das Ergebnis der Prüfung sei mit Einverständnis Diekmanns an die Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Diekmann hat vor genau einer Woche seinen Abschied von Springer zum Ende Januar erklärt - nach mehr als 30 Jahren im Unternehmen. Springer-Sprecherin Edda Fels teilt mit, dass die staatsanwaltliche Untersuchung gegen Kai Diekmann und der Abschied des "Bild"-Herausgebers in keinem Zusammenhang stünden. Diekmann habe bereits 2015 die Entscheidung getroffen, Springer zu verlassen. (Foto: Markus Tedeskino/"Bild")
"Spiegel" 2/2017, tagesspiegel.de

Update 14.20 Uhr:
Der Anwalt von "Bild"-Herausgeber Kai Diekmann, Otmar Kury, teilt mit: "Der gegen Herrn Diekmann erhobene Vorwurf ist haltlos und wir haben vollstes Vertrauen in die Arbeit der Ermittlungsbehörden."
welt.deKommentieren ...

Kai Diekmann verlässt Springer.

Roter Teppich bei Ein Herz fuer Kinder - 2016
Kai Diekmann und Ehefrau Katja Kessler formen Herzen für Kinder auf dem roten Teppich von Springers Spenden-Gala Anfang Dezember - Diekmanns letzter Auftritt unter der Flagge des Berliner Verlagskonzerns. (Foto: picture alliance/Eventpress)

Ende einer Springer-Karriere: Springer sorgt einen Tag vor Silvester für einen echten Knaller und verkündet den Abschied von "Bild"-Babo Kai Diekmann, 52. Der Gesamtherausgeber der "Bild"-Gruppe beendet seine Tätigkeit Ende Januar, laut Springer-Pressemitteilung "auf eigenen Wunsch". Er wolle sich Aufgaben außerhalb des Unternehmens widmen, welche das sind, sagt der Verlag freilich nicht.

Dafür gibt es warme Worte zum Abschied von Springer-Boss Mathias Döpfner: "Es ist vor allem ihm zu verdanken, dass 'Bild' heute Trendsetter des digitalen Journalismus ist und eine hochprofitable Multimediamarke." Diekmann selbst lässt sich mit den Worten zitieren: "Nach 30 Jahren bei Axel Springer fällt es mir schwer, das Haus zu verlassen, dem ich beruflich alles zu verdanken habe."

Vor allem der Zeitpunkt von Diekmanns Abschied kommt überraschend, die Personalie selbst überrascht kaum, schließlich hat Diekmann sich schon vor gut einem Jahr aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Als Herausgeber ist der früher so kampfeslustige Chefredakteur ruhiger geworden - auch auf seinem Lieblings-Kommunikationskanal Twitter. Seine Karriere bei Springer scheint ihr natürliches Ende erreicht zu haben, einen Aufstieg in den Vorstand des Verlagskonzerns hat Mathias Döpfner seinem wichtigsten Journalisten verwehrt.

Interessant ist die Frage, wohin Diekmanns Weg nach Springer führt, schließlich ist er dem Berliner Konzern sein ganzes Berufsleben lang treu - abgesehen von einem kurzen Abstecher zu Burda: 1985 begann er an der Axel Springer Journalistenschule seine Ausbildung, war Parlamentskorrespondent und Politikchef bei "Bild". Von 1998 bis 2000 wirkte er als Chefredakteur der "Welt am Sonntag", anschließend bis 2015 als Chef der "Bild".
axelspringer.de, lexikon2.de (Kai Diekmann)

Mitarbeit: Markus TrantowKommentieren ...

“Bild”-Redakteur Metin Gülmen berichtet von Haftbefehl gegen “Welt”-Türkei-Korrespondent Deniz Yücel.

Deniz Yücel 150Türkei hat laut "Bild"-Redakteur Metin Gülmen einen Haftbefehl gegen Deniz Yücel (Foto), Türkei-Korrespondent der "Welt", erlassen. Laut der regierungsnahen Zeitung "Sabah" soll es eine Hausdurchsuchung gegeben haben. Yücel befindet sich derzeit im Ausland, schreibt Gülmen bei Twitter. Die Staatsanwaltschaft werfe Yücel vor, Mitglied der AKP-kritischen Hackergruppe RedHack zu sein. Springer will sich auf Nachfrage zu dem Fall nicht äußern.
twitter.com/GuelmenM (Haftbefehl), twitter.com (Hausdurchsuchung), twitter.com/GuelmenM (RedHack)1 Kommentar

Rockaway Capital kauft die Reiseportale von Unister.

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Auferstanden aus Ruinen: Das Reisegeschäft des insolventen Internetkonzerns Unister ist gerettet, die Beteiligungs-Firma Rockaway Capital aus Prag kauft die Sparte. 520 Mitarbeiter u.a. von ab-in-den-urlaub.de, fluege.de und reisen.de behalten ihre Jobs. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt, er entspricht laut Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther den "Marktpreisen". Gläubiger von Unister Travel können sich nun Hoffnung machen, doch noch ihr Geld zu sehen.

Auch ProSiebenSat.1 galt als Interessent für die reichweitenstarken Reiseportale aus dem Unister-Universum. Das Rennen macht nun Rockaway. Die Gesellschaft wurde 2013 gegründet und hat bereits in 20 Unternehmen investiert, etwa in Invia, einem Online-Reisevermittler in Osteuropa. Hinter den Investments von Rockaway steckt das Geld des chinesischen Unternehmens CEFC, das in Europa Fuß fassen will. Unister-Chef Matthias Steinberg wird das Unternehmen Ende März verlassen, für ihn übernimmt Balint Gyemant die Leitung Flugvertrieb und Stephan Wiese die Leitung Pauschalreise-Vermittlung. Insolvenzverwalter Flöther muss 2017 noch Käufer für die übrigen Teile von Unister finden. Das Portal Shopping.de geht an Solute aus Karlsruhe: Der Betreiber von billiger.de übernimmt Mitarbeiter und das Leipziger Lager.
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Springer beerdigt die Zeitschrift “Allegra”.

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Springer stellt die wiederbelebte Zeitschrift "Allegra" ein. Sechs Ausgaben in diesem Jahr konnten nicht überzeugen. Verlags-Geschäftsführerin Petra Kalb sieht "keine stabile wirtschaftliche Perspektive". "Allegra" erschien 1995 bis 2004, 2014 mit einer Revival-Ausgabe und seit März wieder regelmäßig im Axel Springer Mediahouse – bis jetzt. Die Auflage betrug zuletzt zwischen 70.000 und 80.000 bei einem Copypreis von 5 Euro.

Für "Allegra" haben 15 Mitarbeiter gearbeitet, die meisten im Münchner Redaktionsbüro Papermind von Herausgeberin Michaela Mielke. Viele Verträge enden laut Springer zum Jahresende, Verlag und Agentur suchen für die Betroffenen neue Stellen. Kalb kündigt an, 2017 die nächsten Konzepte im Mediahouse starten zu wollen.
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“Zapp”: ARD soll sich online selbst an die Kette legen.

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Mehr Video, weniger Text: Die ARD könnte den Zeitungsverlegern offenbar mehr Bewegtbild und weniger Text auf den Sender-Websites unter den Weihnachtsbaum legen. Daniel Bouhs berichtet in "Zapp" über "weit gediehenen" Verhandlungen zwischen BDZV-Boss Mathias Döpfner (Foto links), ARD-Chefin Karola Wille (Mitte) und NDR-Intendant Lutz Marmor. Demnach sollen die Sender eine Art Selbstverpflichtung eingehen: Auf den Startseiten der Online-Angebote zeigen die Sender maximal ein Drittel Text, der Rest müsse aus Bildern, Video und Audio-Playern bestehen.

Die Sender würden damit auf Kritik der Verleger reagieren, die viele öffentlich-rechtliche Nachrichten-Angebote zu textlastig finden und etwa gegen die "Tagesschau"-App klagen. Die ARD-Intendanten sollen offenbar noch in diesem Jahr über die Vorschläge abstimmen. Allerdings gibt es laut "Zapp" Widerstand gegen den Plan: Einige Intendanten fürchten, dass die Verleger nicht auf den Startseiten Halt machen und auch auf Unterseiten Text-Begrenzungen fordern.
ndr.deKommentieren ...

Beat Balzli wird Chefredakteur der “Wirtschaftswoche”, Miriam Meckel Herausgeberin.

beat-balzli-miriam-meckel-600Neuer Beat in Düsseldorf: Die "WirtschaftsWoche" holt Beat Balzli, 50, von WeltN24 und macht ihn ab April zum Chefredakteur. Miriam Meckel, 49, bleibt an Bord und wechselt auf den Posten der Herausgeberin. Meckel soll, befreit vom tagesaktuellen Stress, u.a. den WirtschaftsWoche Club mit Live-Formaten weiterentwickeln und kluge Essays beisteuern. Balzli, derzeit zuständig für "Welt am Sonntag", verantwortet die Redaktion Print und Online.

Die neue Aufgabenteilung kommt überraschend: Meckel hatte noch kürzlich angekündigt, der Verlagsgruppe Handelsblatt treu zu bleiben. Ihre Beurlaubung an der Hochschule Sankt Gallen hat sie verlängert. Ihre Ankündigung, in Düsseldorf zu bleiben, ist aber nicht falsch – nur ihr Wechsel auf den neuen Posten war nicht abzusehen. Der Job als Herausgeberin ist aber nur logisch: Meckel kann künftig noch mehr Zeit in strategische Gedanken stecken und muss sich nicht mit dem Kleinklein der Blattmacherei herumschlagen.
vhb.de2 Kommentare

Rupert Murdoch macht Aktionären ein Angebot für Komplett-Übernahme von Sky.

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Saftiger Aufschlag: Rupert Murdoch will die volle Kontrolle über Sky und macht seinen Übernahme-Plan nun dingfest. Murdochs Medienkonzern 21st Century Fox legt den Aktionären ein verbindliches Angebot von 10,75 Pfund je Sky-Aktie vor - ein Aufschlag von fast 40 % im Vergleich zum Kurs vom 6. Dezember.

Murdoch besitzt bereits 39 % an Sky und ist damit größter Anteilseigner. Für die restlichen 61 %, die ihm noch fehlen, müsste er knapp 14 Mrd Euro zahlen. Allerdings müssen drei Viertel der unabhängigen Aktionäre der Übernahme zustimmen. Sky hat in Europa 22 Mio Kunden und Pay-TV-Sender in Großbritannien, Irland, Italien, Deutschland und Österreich.
handelsblatt.com, horizont.netKommentieren ...

United Internet kauft Strato für 600 Mio Euro von der Telekom.

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Vereinigtes Internet: Die United Internet AG kauft der Deutschen Telekom den Hosting-Anbieter Strato ab. United Internet zahlt für die Komplettübernahme 600 Mio Euro in bar. Ein Teilbetrag von 566 Mio Euro wird nach dem 1. Halbjahr 2017 fällig, weitere 34 Mio Euro sind vom Erreichen bestimmter Performance-Ziele abhängig und werden später gezahlt. Die Marke Strato soll erhalten bleiben. Das Bundeskartellamt muss die Übernahme noch absegnen.

Strato ist bisher die Nummer 2 im deutschen Web-Hosting-Geschäft. Mit der Übernahme baut United Internet seine Spitzenreiter-Position weiter aus. Strato hat mehr als 500 Mitarbeiter und bringt zwei Mio Kundenverträge für Domains, Webhosting, E-Commerce und Server mit. 2016 rechnet Strato mit einem Umsatz von 127 Mio Euro. Die Deutsche Telekom hatte Strato Ende 2009 für 275 Mio Euro von der Freenet AG gekauft.
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Lufthansa streicht Print auf Kontinentalflügen.

Zeitungen für Fluggäste
Eingeschränktes Bord-Menü: Lufthansa macht Print zum Luxus und spart sich auf Flügen innerhalb Europas künftig die gedruckten Bordexemplare, berichtet "DNV". Stattdessen bietet die Airline ihren Kunden E-Journals zum kostenfreien Download auf ihre eigenen Geräte an. Lufthansa begründet die Umstellung mit geändertem Nutzungsverhalten der Fluggäste - die meisten hätten ein Smartphone oder Tablet dabei. Die Airline will Geld bei der Presselogistik sparen und das Gewicht an Bord reduzieren.

Auch auf der Langstrecke wird gekürzt: E-Journals kommen dort schon seit Anfang des Jahres zum Einsatz. Nun folgt der Print-Cut auf den billigen Plätzen. In der Business Class wird es weiter Magazine geben, Nutzer der First Class haben die Auswahl aus gedruckten Magazinen und Zeitschriften. Auf wie viele Titel die Digital-Nutzer während des Fluges zugreifen können, hängt wiederum von der Buchungsklasse ab.
dnv-online.net1 Kommentar

Ex-Blogger Sascha Pallenberg wechselt in die PR-Redaktion von Daimler.

Sascha Pallenberg 150Sascha Pallenberg, Gründer von MobileGeeks, wechselt vom Journalismus in die PR: Der Blogger geht in die Unternehmenskommunikation von Daimler. Beim Autobauer entsteht ein neues Redaktionsteam, das vor allem die konzerneigenen Kanäle befüllen soll. Pallenberg soll helfen, Advertorials und Content Marketing des Konzerns eleganter und interessanter zu gestalten, schreibt Jörg Howe, Kommunikationschef von Daimler. Er will beim Autobauer künftig mehr auf eigene Medien setzen als auf klassische Werbung und PR.

Damit holt Daimler den zweiten, prominenten Journalisten in Folge: Im Oktober gab der Konzern bekannt, dass der frühere "stern"-Chefredakteur Dominik Wichmann mit seiner Looping Group für die Stuttgarter ein Content House entwickelt.
prreport.de, blog.daimler.de, turi2.de (Wichmann)Kommentieren ...

Gewerkschaften: SWMH rasiert 50 Stellen beim “Nordbayerischen Kurier”.

nordbayerischer-kurier-600

Kündigung unterm Christbaum: Die Südwestdeutsche Medienholding lässt den Sparhammer in Bayreuth fallen und streicht 50 von 225 Stellen beim "Nordbayerischen Kurier", melden Verdi und der Bayerische Journalisten-Verband (BJV). Eine Sprecherin der SWMH schweigt auf turi2-Nachfrage. Der "Kurier" zitiert online die Verdi-Infos und lässt den eigenen Geschäftsführer Bodo Kurz sagen, dass er nichts sagen will.

Der Verlag schließt laut BJV Kundenservice, Buchhaltung und Personalabteilung mit je neun Mitarbeitern und den Medienvertrieb mit sieben. Geschäftsführer Michael Rümmele ist seinen Job los. Auch die Redaktion solle weiter schrumpfen: 2016 gingen bereits 10 von 42 Journalisten durch Fluktuation verloren. Laut Verdi ist auch die Druckvorstufe von Streichungen betroffen.

Der "Nordbayerische Kurier" gehört seit Juni zu 65 % der "Frankenpost" in Hof, die wiederum zu 65 % in Besitz der SWMH ist.
infranken.de, bjv.de, br.de

Update, 9. Dez., 9.12 Uhr: Die SWMH antwortet doch noch auf die turi2-Nachfrage:

"Wir haben die Analysephase abgeschlossen, informieren nun die Mitarbeiter und werden gleichzeitig mit dem Betriebsrat in die Gespräche treten. Dabei ist es selbstverständlich, sozialverträgliche Lösungen zu suchen und das Betriebsverfassungsrecht voll umfänglich zu beachten sowie den Betriebsrat rechtzeitig und umfassend mit einzubeziehen."
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Schlichtungsversuch: Stephan Holthoff-Pförtner will abtrünnige VDZ-Verlage zur Rückkehr bewegen.

Der Phoenix fliegt!
Baby come back: Stephan Holthoff-Pförtner, Funke-Miteigner und neuer Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, will die abtrünnigen Hamburger Verlage um Gruner + Jahr offenbar zur Rückkehr bewegen. Am Freitag trifft er sich mit Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel zu einem Schlichtungsgespräch.

Der Erfolg des Treffens ist ungewiss - Jäkel und die Verlagschefs von Zeit, Spiegel und Medweth fühlten sich von der Nominierung Holthoff-Pförtners überrumpelt, klagten über "Hinterzimmer-Bünde" und traten schließlich aus dem Fachverband Publikumszeitschriften aus. Die Hamburger überlegen, einen eigenen Interessenverband zu gründen.
meedia.de, turi2.de (Background)

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Gruner + Jahr zieht in die Hamburger HafenCity.

Gruner + Jahr Hamburg 600Gruner + Jahr baut neu und zieht in die Hamburger HafenCity nahe der Deichtorhallen. Das bisherige Verlagsgebäude Am Baumwall, in dem der Verlag seit 1990 ansässig ist, wird an die Stadt Hamburg verkauft. Gruner + Jahr rechnet mit dem Umzug im Jahr 2021, die neue Adresse wird "Am Hannoverschen Bahnhof" lauten. Damit wird Gruner + Jahr unter anderem "Spiegel"-Nachbar.

G + J-Chefin Julia Jäkel sagte, es sei "Zeit für etwas Neues". Die Entscheidung des Verlags muss allerdings noch von der Stadt Hamburg abgesegnet werden. Gruner + Jahr ist in seiner Geschichte schon mehrmals umgezogen: Der Verlag war bereits in mehreren Gebäuden Hamburgs verteilt oder am sogenannten Affenfelsen an der Außenalster untergebracht.
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Arno Makowsky verlässt den “Tagesspiegel”.

makowsky600Tschüss Tagesspiegel: Arno Makowsky, bisheriger Vize-Chefredakteur beim "Tagesspiegel", verlässt das Haus und scheidet zum Jahresende aus der Redaktion aus. In einer Mail an die Redaktion teilt Makowsky mit, es "ziehe ihn wieder nach München", ein genaueres berufliches Ziel ist nicht bekannt. Makowsky verspricht in der Mail weiter, den Kontakt zur Redaktion zu halten und dem "Tagesspiegel" als Autor und Ansprechpartner verbunden zu bleiben. Die Chefredakteure Lorenz Maroldt und Stephan-Andreas Casdorff betonen in einer internen Mitteilung vor allem Makowskys Engagement um die Weiterentwicklung der Zeitung - er hatte unter anderem die hyperlokalen Bezirks-Newsletter vorangetrieben.

Makowsky war im Januar 2015 Stellvertreter von Maroldt und Casdorff geworden, zuvor war er bereits als Berater des "Tagesspiegel" tätig. Von 2008 bis 2014 war er Chefredakteur der Münchner "Abendzeitung".
turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Jürgen Todenhöfer wird Herausgeber des “Freitag”.

Talkshow "3nach9" -  Jürgen Todenhöfer
Inside "Freitag": Jürgen Todenhöfer wird ab Januar 2017 Herausgeber der Wochenzeitung "Freitag". Jakob Augstein, Verleger und Chefredakteur des "Freitag" glaubt, dass Todenhöfer mit Eigenschaften wie Risikobereitschaft und Streitbarkeit "hervorragend" zu der Zeitung passe. Der Schulkamerad von Hubert Burda und langjährige Burda-Vorstand hatte sich zuletzt mit dem Buch "Inside IS" einen Namen gemacht, in dem er über seine Zeit beim Islamischen Staat berichtet.

Das Buch stieß aber nicht nur auf Anerkennung: Ein "Spiegel"-Artikel brandmarkte Todenhöfer sogar als "Märchenonkel". Todenhöfer ging juristisch gegen die Autorin vor und gewann - warf dem "Spiegel" aber arrogantes und unjournalistisches Verhalten vor. Mit "Spiegel"-Gesellschafter Augstein soll es jetzt beim "Freitag" besser klappen.
per Mail, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Barbara Hans löst Florian Harms an der Spitze von Spiegel Online ab.

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Harms geht von Bord: Barbara Hans, 35, löst Florian Harms, 43, als Chefredakteur von Spiegel Online ab. Harms verlässt den Verlag mit ungenanntem Ziel, seine bisherige Stellvertreterin Hans rückt auf. Mitgeteilt wurde die Entscheidung den Mitarbeitern auf einer kurzfristig angesetzten Vollversammlung. Harms war erst 2015 Chef von Spiegel Online geworden, seit 2004 arbeitet er für den Verlag.

Bereits in den vergangenen Tagen war über einen Chefwechsel spekuliert worden. Unter anderem hatte Ulrike Simon darüber berichtet, dass Harms Posten zur Debatte stehe - wegen fehlender Einnahmen aus dem Bezahl-Angebot Spiegel Plus. Mitarbeiter von Spiegel Online in Hamburg und Berlin hatten daraufhin eine Petition unterzeichnet, die sich für den Verbleib des Chefredakteurs aussprach. Die Gesellschafterversammlung des "Spiegel" hat sich am vergangenen Donnerstag dagegen entschieden und setzt Harms ab.

Die neue Chefredakteurin Barbara Hans ist ein Spon-Gewächs: Sie hat bei Spiegel Online volontiert und für den gedruckten "Spiegel" geschrieben. Seit 2014 arbeitet die studierte Kommunikations-, Politik- und Kulturwissenschaftlerin als Vize-Chefin des Nachrichten-Portals. (Foto: Iris Castensen/"Spiegel")
meedia.de, turi2.de (Background Bericht Simon), turi2.de (Background Petition)1 Kommentar

Burda: Burkhard Graßmann wird neuer starker Mann bei BCN.

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Weltes bester Mann muss ran: Burda-Vorstand Philipp Welte gibt Burkhard Graßmann, bisher Chef der Burda News Group, mehr Macht. Der frühere Vorstand von T-Online wird neuer starker Mann beim Burda-Vermarkter BCN. Die bisherigen Chefs Michael Samak und Stefan Zarnic bleiben an Bord, bekommen mit Graßmann aber einen mächtigen Vorgesetzten. Hintergrund des Umbaus ist laut Horizont.net ein Minus beim Werbe-Marktanteil, den Burda in diesem Jahr verkraften muss. Unter Graßmann soll der Vermarkter wieder Boden gutmachen.

Der neue Chef soll sich deshalb persönlich um das Geschäft mit den Media-Agenturen kümmern, das 80 % des Umsatzes ausmacht. Das Kundengeschäft verantworten Samak und Zarnic. Sie hatten die Leitung des Vermarkters Anfang 2016 von Andreas Schilling übernommen. Graßmann arbeitet seit 2011 für Burda, zuvor war er CEO bei Payback und Manager bei der Telekom.
horizont.net

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Burda nimmt das Coffeetable-Magazin “Places of Spirit” vom Markt.

places-of-spirit-150Burda verkündet das Aus für Places of Spirit, einem Coffeetable-Magazin für Inspiration. Trotz 44.000 verkauften Exemplaren reichen dem Verlag die Umsätze nach drei Jahren am Markt nicht. "Places of Spirit" ist sechsmal jährlich mit 200 Seiten für 6 Euro Copypreis erschienen. Chefredakteurin Angelika Puls und zehn weitere Hamburger Mitarbeiter verlieren ihre Stellen. Burda sucht für die Betroffenen nach neuen Jobs im Verlag.
meedia.de, wuv.de, placesofspirit.deKommentieren ...

Tom Junkersdorf wird “GQ”-Chefredakteur, José Redondo-Vega verlässt Condé Nast.

jose-redondo-vega-tom-junkersdorf-600
Weil Mann's kann: Condé Nast wechselt beim Hübsche-Burschen-Blatt "GQ" durch. Der frühere "Bravo"-Boss Tom Junkersdorf übernimmt die Chefredaktion. Junkersdorf leitete zuletzt die deutsche "People", die aber scheiterte. Vorgänger José Redondo-Vega verlässt Condé Nast nach 14 Jahren, um sich den berühmten "neuen Herausforderungen" zu stellen.

Redondo-Vega war seit 2010 in seinem aktuellen Amt und wird von Herausgeber Moritz von Laffert mit salbungsvollen Worten verabschiedet. Bei Junkersdorf freut sich von Laffert auf Blattmacher-Qualitäten, Gespür für Stil und ein internationales Netzwerk. Vor "People" hatte Junkersdorf "Closer" aufgebaut und früher für "Bild" in New York gearbeitet. Er hat auch verschiedene Events für Medienmarken konzipiert. Bei Condé Nast übernimmt er neben "GQ" auch die Erweiterung "GQ Style".
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“Spiegel” bringt graumeliertes Zielgruppen-Magazin “Spiegel Classic”.

spiegel-classic-600
Falten im Spiegel: Der Spiegel-Verlag versucht, kaufkräftig-rüstige Zielgruppen ("Männer und Frauen in den besten Jahren") zu fokussieren und startet das Magazin "Spiegel Classic". Die Gestaltung der Titelseite erinnert an ältere "Spiegel"-Jahrgänge. Das Blatt kommt am 21. März 2017 erstmals an den Kiosk und wird bei 132 Seiten 4,90 Euro kosten. Die Auflage liegt bei 165.000 Exemplaren.

Hintergrundstücke, Analysen und Kolumnen sollen "Orientierung und Gesprächsstoff" bieten - soweit erinnert das Konzept ans Mutterblatt. Erst zwei weitere Zutaten runden das Rezept zum Zielgruppenheft ab - Ratgeberstücke zu "Reisen, Sport, Gesundheit, Kultur und Kulinarik" tragen Aromen reiferer Magazine. Die Rubrik "Mein erster Schwarm" holt die "Bravo"-Leser der Sechziger ab.
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Wegen neuem Präsidenten: Gruner + Jahr, Spiegel, Zeit und Medweth wollen offenbar VDZ-Fachverband verlassen.


Fachverband adieu: Vier Verlage wollen wegen Stephan Holthoff-Pförtner aus dem Fachverband Publikumszeitschriften beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger austreten. Das meldet horizont.net. Der Streit um die Nominierung und Wahl Holthoff-Pförtners zum VDZ-Präsidenten droht damit zu eskalieren.

Grund dafür ist vor allem die Art, wie Holthoff-Pförtner zum Nachfolger Hubert Burdas gekürt wurde. Die Hamburger Verlagschefs sowie Medweth kritisierten in einem Brief an das VDZ-Präsidium ausdrücklich "Hinterzimmerbünde". Holthoff-Pförtner selbst hatte sich noch optimistisch dazu geäußert, die Hamburger wieder beruhigen und mit ins Boot holen zu können. Der VDZ teilt in einer Pressemitteilung mit, er "akzeptiere" die Entscheidung der Verlage. Sie würden den Landesverbänden erhalten bleiben.
horizont.net, meedia.de (korrigierte Meldung), turi2.tv (Interview Holthoff-Pförtner), turi2.de (Background), vdz.de (Pressemitteilung)

Korrektur: In einer früheren Meldung hatte turi2.de berichtet, dass die Hamburger Verlage den Verband verlassen wollen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.2 Kommentare

Rommerskirchen erwirkt einstweilige Verfügung gegen Matthias Daniel.

journalist_rommerskirchen_new-business-600
Ausgebremst: Thomas Rommerskirchen erwirkt vor dem Arbeitsgericht Bonn eine einstweilige Verfügung gegen Matthias Daniel, der den "Journalist" bei New Business als Chefredakteur führt. Daniel darf demnach vorerst nicht mehr für New Business arbeiten. Er war zuvor für Rommerskirchen tätig, wurde aber gemeinsam mit allen Redakteuren gekündigt. Daraufhin wechselte er zum Verlag New Business, der den "Journalist" im Auftrag des DJV produzieren soll.

Rommerskirchen akzeptiert die Sonderkündigung des DJV nicht und produziert parallel eine eigenständige Ausgabe des "Journalist". Die einstweilige Verfügung gegen Daniel soll offensichtlich die Produktionsabläufe der New Business-Konkurrenz durcheinander bringen.
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RBB trennt sich von Programmchefin Claudia Nothelle.

nothelle150Claudia Nothelle gibt ihre Position als Programmchefin des RBB ab, berichtet Ulrike Simon. Der Aufhebungsvertrag sei bereits seit Wochen unterschrieben, Nothelle stehe vor allem wegen Entscheidungs- und Führungsschwäche in der Kritik. Nothelle hatte sich vor einem Jahr um die Nachfolge von Dagmar Reim als RBB-Intendantin beworben, war aber von der Findungskommission nicht angehört worden.
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VDZ wählt Stephan Holthoff-Pförtner einstimmig zum Präsidenten.

Der Phoenix fliegt!
Durchgezogen: Der VDZ wählt auf seiner Delegiertenversammlung Stephan Holthoff-Pförtner einstimmig zum neuen Präsidenten. Er ist damit Nachfolger von Hubert Burda, der zum Ehrenpräsidenten des Verlegerverbands ernannt wurde.

Im Vorfeld gab es teils scharfe Kritik am Auswahlprozess des neuen Präsidenten. Die Chefs von Gruner + Jahr, "Zeit" und "Spiegel" fühlten sich nicht ausreichend involviert und haben in einem Brief ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Sie hatten gefordert, die Wahl zu verschieben, konnten sich damit jedoch nicht durchsetzen. Bei einer Verschiebung wäre ein "Machtvakuum" entstanden, weil Hubert Burda nicht bereit gewesen sei, weiterzumachen.

Jan Hauser beschreibt Stephan Holthoff-Pförtner in der "FAZ" als einen Mann mit vielen Ämtern und vielseitigen Interessen. Der Funke-Gesellschafter besitzt ein Restaurant, ist thailändischer Generalkonsul in Essen, Vorsitzender des Politischen Forums Ruhr sowie Schatzmeister der CDU in NRW. Bekannt wurde er als Anwalt von Helmut Kohl in der CDU-Spendenaffäre, des Duisburger Bürgermeisters Adolf Sauerland nach der Loveparade-Katastrophe und des Schiedsrichters Robert Hoyzer im Bundesliga-Wettskandal. Mittlerweile tritt Holthoff-Pförtner nicht mehr selbst vor Gericht auf.
horizont.net, meedia.de, "FAZ", S. 24, blendle.com (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Gruner + Jahr, “Zeit” und “Spiegel” sagen Teilnahme am VDZ-Publishers‘ Summit ab.

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Beim Publishers' Summit 2015 war G+J-Chefin Julia Jäkel noch dabei. (Foto: VDZ)

Hamburg will nicht mitfeiern: Der Streit um die Nominierung von Funke-Gesellschafter Stephan Holthoff-Pförtner als künftiger Präsident des Zeitschriften-Verleger-Verbandes VDZ eskaliert. Die Chefs der Hamburger Verlage Gruner + Jahr, "Zeit" und "Spiegel", die sich hintergangen fühlen, werden dem Publishers' Summit des VDZ in der kommenden Woche fernbleiben, berichtet Meedia.

Julia Jäkel, Chefin von Gruner + Jahr, die eine Rede zum Thema "My Big Points 2017" halten sollte, habe ihre Teilname abgesagt. Auch hochrangige Vertreter von "Spiegel" und "Zeit" werden zur wichtigsten Veranstaltung des Verbands in diesem Jahr nicht erscheinen.

Der VDZ bleibt dabei, am Sonntag einen Nachfolger für Hubert Burda zu wählen. Ansonsten entstehe ein "Machtvakuum", weil der amtierende Präsident auch nicht übergangsweise weitermachen wolle.
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Claus Strunz übernimmt Reporter-Magazin “Akte” von Ulrich Meyer.

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Strunz, übernehmen Sie: Sat.1 gibt seinem Reporter-Magazin Akte ein neues Gesicht. Claus Strunz, 50, links, übernimmt den TV-Dauerläufer von Gründungs-Moderator Ulrich Meyer, 60. Der moderiert die Sendung seit 1995, steckte zuletzt aber im Quotentief. Meyer wird bei Sat.1 Gold weiter die "Service-Akte" moderieren und freut sich im Senderstatement, aus dem Quotenmeter vorab zitiert, auf "mehr Privatleben".

Strunz leitet für Sat.1 derzeit das Frühstücksfernsehen und hält sich - von wenigen Ausnahmen abgesehen - im Hintergrund, sorgt aber regelmäßig für Quoten-Jubel. Bei Facebook erreichen Strunz' Kommentare aus dem "Frühstücksfernsehen" regelmäßig Mio-Abrufe. Nun bekommt der frühere Chef der "Bild am Sonntag" von Sat.1 die Chance, das Reporter-Magazin neu zu erfinden. Meyer öffnet seine letzte "Akte" am 27. Dezember, ab 10. Januar steigt Strunz dann jeden Dienstagabend in die Bütt.
turi2 - eigene Infos, quotenmeter.deKommentieren ...

YouTube und Gema einigen sich.

yougemaMusik zurück in die Tube gedrückt: YouTube und die Verwertungsgesellschaft Gema legen ihren langjährigen Streit bei. Nutzer können ab sofort die zuvor teils gesperrten Songs von Musikverlagen, Komponisten und Autoren hören, die Mitglied der Gema sind. Der Deal gilt sowohl für das werbefinanzierte Gratisangebot von YouTube als auch für den Bezahldienst Red - die Gema freue sich, den Abo-Serice "bei seiner Einführung in Deutschland unterstützen zu dürfen", pressemitteilt YouTube jubilierend.

YouTube spricht nicht explizit von Zahlungen an die Gema, sondern von der Chance für Rechteinhaber, ihre Fans zu erreichen und ihre Inhalte zu monetarisieren. Michael Hanfeld schreibt, YouTube überweise der Gema freiwillig eine Vergütung pro abgerufenem Song auf Basis von YouTubes eigenen Zahlen - die zudem unter den früheren Forderungen der Gema liege. Für die Konfliktjahre seit 2009 zahle YouTube einen Abschlag. Die Sperren waren seit März 2009 aktiv.
per Mail, presseportal.de (Gema), faz.net (Hanfeld)Kommentieren ...