Wolfram Weimer über den neuen "FAZ"-Herausgeber Gerald Braunberger.

"Phantasie im Endspiel"

Verleger Wolfram Weimer schreibt für turi2 über seinen alten Zimmerkumpel, den "FAZ"-Herausgeber Gerald Braunberger. Er lobt Braunbergers Leselust, seine Treue und seine "liberal-konservative Weltanschauung ohne missionarischen Eifer" – und eine sehr spezielle Begabung.

Von Wolfram Weimer

Wer Gerald Braunberger verstehen will, der sollte Schach spielen. Der neue "FAZ"-Herausgeber ist einer der besten Schachspieler im deutschen Journalismus. Und sein später Aufstieg belegt, dass Endspiele in Karrieren … weiterlesen

"Spiegel": "FAZ"-Herausgeber berufen Gerald Braunberger als Steltzners Nachfolger.


Die Männerrunde bleibt: Das Herausgebergremium der "FAZ" einigt sich vier Wochen nach dem Abgang von Holger Steltzner auf Gerald Braunberger, 59, als Nachfolger. Die Wahl falle damit wieder nicht auf eine Frau und nicht auf jemanden, der sich durch besondere Digitalkompetenz auszeichnet, schreibt der "Spiegel".

Braunberger arbeitet seit 1988 bei der "FAZ" und verantwortet seit 2007 den Finanzteil. Die Zustimmung des Aufsichtsrats steht noch aus. Als Steltzners Nachfolger waren auch Digitalchef Carsten Knop und Wirtschaftspolitik-Ressortleiterin Heike Göbel im Gespräch. Für Braunberger habe seine Führungserfahrung gesprochen, er gelte außerdem als integrierend.
"Spiegel" 16/2019, S. 54 (Vorabmeldung), turi2.de (Background)

"Wirtschaftsjournalist" packt die Schmutzwäsche von Ex-"FAZ"-Herausgeber Holger Steltzner aus.

FAZ hat Herausgeber Holger Steltzner wegen "einer schweren Illoyalität entlassen", schreibt der "Wirtschaftsjournalist". Er habe "eklatant gegen das Kollegialitätsprinzip verstoßen". Zudem soll Steltzner seinen Lebenslauf geschönt haben: Für sein BWL- und Jura-Studium habe er zehn Jahre benötigt und Jura nach vier Semestern abgebrochen.
kress.de, turi2.de (Background)

Bei der "FAZ" wachsen die Vertriebserlöse durch Paid Content.

FAZ steigert ihre Vertriebserlöse gegen den Trend um rund 2 %, schreibt Kai-Hinrich Renner. Das Plus im Zeitraum Februar 2018 bis 2019 wird im Unternehmen auf die Digital-Flatrate F+ zurückgeführt. Verantwortlich ist Digital-Chefredakteur Carsten Knop, der sich damit für den vierten Herausgeber-Posten bei der "FAZ" empfiehlt.
abendblatt.de (Paid), turi2.de (Background)

Ulrike Simon: Heike Göbel und Carsten Knop Kandidaten für den Herausgeber-Posten.

FAZ: Die verbliebenen Herausgeber tendieren dazu, Heike Göbel oder Carsten Knop für die Nachfolge von Holger Steltzner zu nominieren, schreibt Ulrike Simon bei Spiegel Online. Wirtschaftspolitik-Ressortleiterin Göbel würde inhaltlich Steltzner nahestehen und wäre die erste Frau im Gremium. Gegen sie spreche ihr Alter von 59 Jahren. Carsten Knop, 50 und derzeit Digitalchef, können für einen Neuanfang stehen. Dann bliebe die "FAZ" jedoch weiter allein von Männern geführt. Das wäre auch bei Gerald Braunberger der Fall, dem Simon nur geringe Chancen einräumt, da er zudem wie Göbel bereits 59 ist.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

"Horizont": Holger Steltzner hat sich nicht an die "FAZ"-Spielregeln gehalten.

FAZ hat sich von Herausgeber Holger Steltzner getrennt, weil dieser sich nicht an die "'Spielregeln' der Ehrlichkeit, der Verlässlichkeit und des gegenseitigen Vertrauens" gehalten habe, berichtet "Horizont". Dies gelte sowohl im Umgang mit den anderen Herausgebern sowie der Redaktion, wo von "Kontrollwahn" und "Redaktionsdiktatur" die Rede sein soll.
"Horizont" 12/2019, S. 8 (Paid), turi2.de (Background)

Holger Steltzner ist nicht länger "FAZ"-Herausgeber.


What the Vogg: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und Herausgeber Holger Steltzner trennen sich im Streit. Per Pressemitteilung erklärt der Verlag: "Die Grundlage für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den anderen Herausgebern war nicht mehr gegeben." Was genau den Bruch verursacht hat, teilt die "FAZ" nicht mit. Über einen Nachfolger will die Zeitung noch entscheiden. Steltzner war seit 2002 einer der Herausgeber - zuständig für den Wirtschafts- und den Sportteil. Seit 1993 arbeitet er für die "FAZ". Weiterhin Herausgeber der "FAZ" sind Werner D'Inka (Rhein-Main-Zeitung), Jürgen Kaube (Feuilleton) und Berthold Kohler (Politik).

Die Trennung von Steltzner weist Parallelen zum Bruch mit dem ehemaligen "FAZ"-Herausgeber Hugo Müller-Vogg auf. Bei ihm sprach die FAZ 2001 von einer "zerstörte Vertrauensbasis". Auf Twitter kommentiert Müller-Vogg die Trennung von Steltzner lakonisch mit: "Das wäre ja mal ganz was Neues, dass die @faznet den wahren Grund nennt, wenn sie einen Herausgeber feuert."
presseportal.de, tagesspiegel.de, twitter.com, handelsblatt.com (Background Müller-Vogg)

"FAS" kann Texte von Claas Relotius nur bedingt prüfen.

Claas Relotius hat auch bei Texten in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gefälscht, ergibt eine Untersuchung der "FAS". Ein Interview mit dem ehemaligen Gefängniswärter von Nelson Mandela enthalte Fälschungen. Der Protagonist können sich zwar nicht an das Gespräch erinnern, einige Passagen enthielten jedoch nicht seine Worte. Zwei weitere Texte konnten nicht ausreichend überprüft werden, Relotius lässt über seinen Anwalt mitteilen, er könne die Fragen dazu "bedauerlicherweise" nicht beantworten.
"FAS", S. 34 (Paid)

Studie: Medien haben "überwiegend korrekt" über Flüchtlinge berichtet.

Medienkritik: Deutsche Medien haben im Zeitraum Mai 2015 bis Januar 2016 "überwiegend korrekt" über die Zuwanderung berichtet, sagt eine Studie der Uni Mainz. Kommunikationsforscher Marcus Maurer hat Berichte von "Tagesschau", "Heute", "RTL aktuell", der "Süddeutschen Zeitung", der "FAZ" und der "Bild" untersucht. Sie seien allerdings "meist einseitig", allein die "Bild" habe etwa gleich viele positive wie negative Berichte über Flüchtlinge veröffentlicht. Allerdings habe die Zeitung und auch das ZDF Zuwanderung "überwiegend als Gefahr dargestellt". Die Geschlechterverteilung der Flüchtlinge sei "fast exakt". Nur die "Tagesschau" habe "deutlich häufiger Frauen und Kinder als Männer thematisiert" und gezeigt.
bild.de

Lese-Tipp: "FAS" veröffentlicht abenteuerliche Ausreden ihres Kolumnisten.

Lese-Tipp: Die "FAS" veröffentlicht ein Spezial zum Scheitern, u.a. mit Protokoll des E-Mail-Verkehrs mit ihrem Kolumnisten Thomas Glavinic. Er liefert stets verspätet und mit abenteuerlichen Ausreden: mal hat er drei, vier Tage nicht geschlafen oder ist gegen den Tisch gefallen, ein anderes Mal sind Tasten seines Computers kaputt oder dieser gleich komplett gepfändet.
"FAS", S. 42 (Paid)

"FAZ" macht Hirnforscher Wolf Singer zum "klugen Kopf".

Kluger Kopf über kluge Köpfe: Die "FAZ" versteckt den Hirnforscher Wolf Singer für ihre "Kluge Köpfe"-Kampagne hinter einer Zeitung. Der Wissenschaftler liest das Blatt, während sein eigener kluger Kopf mit einer Elektroden-Haube zur Hirnstrommessung verkabelt ist. Im begleitenden Video erklärt Singer, dass Klugheit mehr ist, als das Ergebnis eines Intelligenztests. Außerdem kritisiert er, dass moderne Medien die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer manipulieren.
faz.net, youtube.com (5-Min-Interview)

Gauland: Kulturwissenschaftler erhebt Plagiatsvorwürfe gegen Gastartikel in der "FAZ".

Gauland-GAU: Der Kulturwissenschaftler und Autor Michael Seemann erhebt Plagiatsvorwürfe gegen den umstrittenen Gastartikel von Alexander Gauland in der "FAZ". Der Text beinhalte Sätze, die in einem "Tagesspiegel"-Beitrag nahezu wörtlich identisch erschienen sind. Gauland habe diese in einen falschen Kontext gesetzt. Auch bei einer Hitler-Rede von 1933 soll Gauland sich für seinen Text bedient haben.
t-online.de

FAZ startet Einsteiger-Flatrate F+.


Kleine Summen für kluge Köpfe: Die "FAZ" startet ihr bereits angekündigtes Flatrate-Modell F+. Für zunächst 2,95 Euro pro Woche, also 11,80 Euro im Monat, bekommen die Nutzer Zugriff auf alle Artikel von faz.net, die hinter der Paywall liegen. Das sind nach eigenen Angaben mehr als 500 Texte pro Monat. Die ersten 30 Tage sind kostenlos. Ab dem zweiten Jahr kostet das Abo 4,95 Euro pro Woche. Bei Nichtgefallen können die Leser F+ jederzeit kündigen.

Auf das E-Paper von "FAZ" und "FAS" haben die Nutzer des Billig-Abos keinen Zugriff. F+ ist nicht zu verwechseln mit dem Angebot, das bis Mitte September noch "FAZ plus" hieß und eine Browser-Version der gedruckten Zeitung bietet. Dieses Angebot heißt inzwischen FAZ Edition.
faz.net, turi2.de (Background)

Neue "FAZ"-Digital-Agentur berät Kunden zur digitalen Transformation.

FAZ gründet die Digital-Agentur rosa & leo. In der neuen Firma bündelt der Verlag Erfahrung in der digitalen Transformation und bietet diese als Beratungsleistungen an. Geschäftsführer sind Susanne Busshart, die zuletzt mit ihrem eigenen Beratungsunternehmen SBCdigital aktiv war, und Thomas Schultz-Homberg, seit 2013 Chief Digital Officer der "FAZ". Sie starten mit zunächst sieben festen Mitarbeitern und einem Netzwerk aus Freien.
presseportal.de

"FAZ" arbeitet an neuer Digitalstrategie inklusive Online-Flatrate.

Frankfurter Allgemeine Zeitung überdenkt ihr Digitalangebot, gibt "FAZ"-Geschäftsführer Thomas Lindner auf dem Distribution Summit des VDZ in Hamburg bekannt. Die Anzahl der Bezahlstücke auf FAZ.net soll deutlich ansteigen. Mit einer Online-Flatrate wollen die Frankfurter ihre "Paywall wiederum neutralisieren". Die Flatrate im Wochen-Abo soll zu gleichen Teilen Inhalte aus "FAZ", "FAS", "FAZ Woche" sowie dem Magazin "Quarterly" beinhalten und "jüngere und preissensible Nutzer" ansprechen.
horizont.net

Patrick Bernau leitet die Wirtschafts- und Finanzredaktion der "FAS".

FAZ macht Patrick Bernau (Foto) zum Leiter der Wirtschafts- und Finanzredaktion der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" neben Georg Meck. Bernau folgt auf Rainer Hank, der in den Ruhestand geht, aber weiterhin eine Kolumne schreibt. Seinen Posten als verantwortlicher Redakteur im Online-Ressort der "FAZ" übernehmen Alexander Armbruster und Christoph Schäfer.
facebook.com

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Jetzt ist es offiziell: Die Zukunft ist ausgezeichnet.
Beim Red Dot Award 2018 überzeugte Frankfurter Allgemeine Quarterly in der Kategorie Communication Design die Jury mit hoher gestalterischer Qualität. Lesen Sie ein einzigartiges Magazin mit Inspirationen und Denkanstößen für die Welt von morgen. Viermal im Jahr am Kiosk oder auf fazquarterly.de

IVW: Überregionale Tageszeitungen verlieren im 2. Quartal fast alle Auflage.

IVW ergibt Auflagenverluste bei den meisten Tages- und Wochenzeitungen: "Bild" verliert mehr als 10 % seiner Abonnenten und Kiosk-Käufer, bleibt aber mit Abstand die populärste deutsche Tageszeitung. Auf Platz 2 und 3 folgen die "Süddeutsche Zeitung" und die "FAZ", die beide 3,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum einbüßen. Das "Handelsblatt" kommt, Digital-Kunden sei Dank, auf ein Plus von 0,4%.
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Frankfurt Business Media kauft "Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten".

FAZ-Fachverlag Frankfurt Business Media übernimmt - wie schon Ende Juni vermutet - die Deutschen Pensions- und Investmentnachrichten von der "Financial Times". FBM führt das Fachblatt unverändert weiter, auch Chefredakteur Michael Lennert bleibt an Bord. Die erste Ausgabe unter neuem Dach erscheint voraussichtlich im September. Mit den "International Assets Awards" will der Fachverlag auch im Eventgeschäft mitmischen.
horizont.net, turi2.de (Background)

"Handelsblatt": Ludwig-Erhard-Stiftung streitet über Roland Tichys Rolle.


Um keinen Preis: Ex-CDU-Politiker Friedrich Merz lehnt den Ludwig-Erhard-Preis ab und löst in der Ludwig-Erhard-Stiftung einen Streit um den Vorsitzenden Roland Tichy aus, schreibt das "Handelsblatt". Merz begründete demnach die Preis-Ablehnung damit, dass er nicht mit Tichy auf einer Bühne stehen wolle.

Nach der Absage von Merz sind die Journalisten Rainer Hank, Ursula Weidenfeld, Ulric Papendick und Nikolaus Piper aus der Jury des Preises zurückgetreten, schreibt das "Handelsblatt". Die Journalisten fürchteten, die Stiftung könne zur "Reputationsmaschine" für Tichys Einblick werden. Tichy vermische seine publizistische Arbeit mit der Stiftung. Tichy weist den Vorwurf zurück. Kritiker werfen "Tichys Einblick" vor, die Grenze zum Rechtspopulismus zu überschreiten.
"Handelsblatt", S. 8 (Paid)

Hör-Tipp: Digitec-Podcast bespricht Chancen künstliche Intelligenz.

Hör-Tipp: "FAZ"-Digital-Chef Carsten Knop interviewt in der neuen Folge des Digitec-Podcasts Alexander Armbruster zum Thema künstliche Intelligenz. Jugendliche, die viel Geld verdienen wollen, fit in Mathe und Sprachen sind, sollen Informatik studieren, empfiehlt Armbruster. Google und andere Firmen werben Wissenschaftler ab, die nun an Universitäten fehlen.
faz.net (26-Min-Audio), turi2.de (Background)