ZDF gibt designierten WDR-Filmchef Alexander Bickel nicht her.

WDR fehlt seit Monaten ein Filmchef. Alexander Bickel (Foto) ist bereits im Dezember als Nachfolger des geschassten Gebhard Henke vorgestellt worden. Doch das ZDF lässt Bickel nicht gehen, berichtet Alexander Krei. Beim WDR könne niemand sagen, wann Bickel den verwaisten Chefposten übernehmen kann.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Update, 18.05 Uhr: Bickel darf nun doch schon im Mai antreten.
dwdl.de

Algorithmus sagt Serientod-Wahrscheinlichkeit voraus.

Spoiler-KI: Studierende der TU München haben einen Algorithmus entwickelt, der die Überlebenschancen der Charaktere von "Game of Thrones" in der finalen Staffel voraussagt. Er berechnet sie anhand von Daten wie Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus, Vorkommen in den Büchern und Familienzugehörigkeit. Eine Frau und verheiratet zu sein steigert z.B. die Überlebenschancen.
br.de, got.show (Projektseite)

Marcus Lee verlässt All3Media Deutschland.

All3Media: Die deutsche Tochter der Produktionsholding von Discovery und Liberty Global verliert ihren Chief Business Officer und Chefjuristen Marcus Lee an "eine internationale Streaming-Plattform". Sein Nachfolger wird Hendrik Schierloh, zuvor u.a. Interims-Chef bei der "Akte"-Firma Meta Productions. Auch Produktionschef Mark Stehli verlässt All3Media. Dirk Koep steigt als Finanzchef in die Geschäftsführung auf.
dwdl.de

Finanzinvestor KKR übernimmt auch Film-Produktion Wiedemann & Berg.

KKR baut sich weiter ein Medienimperium auf: Der Finanzinvestor übernimmt das Film-Geschäft der Produktionsfirma Wiedemann & Berg, laut KKR die vorerst letzte Übernahme. Die beiden Gründer Max Wiedemann und Quirin Berg verantworten im KKR-Management-Team von Fred Kogel künftig die gesamte Kinoproduktion. Wiedemann & Berg Television, ein Joint Venture mit Endemol Shine, gehört nicht zum Deal. KKR hat in den vergangen Wochen bereits die Tele München Gruppe, Universum Film, und Günter Jauchs Produktionsfirma i&u TV gekauft.
dwdl.de, wuv.de, turi2.de (Background)

KKR kauft auch die Jauch-Produktionsfirma i&u TV.


KKR - Krasser Kauf-Rausch: Der US-Finanzinvestor KKR kauft weiter ein und übernimmt auch die Produktionsfirma i&u TV von Günter Jauch, die unter anderem "stern TV", "Klein gegen Groß" und "Menschen, Bilder, Emotionen" produziert. Jauch selbst soll als Moderator an Bord bleiben, Andreas Zaik bleibt Geschäftsführer und Chefredakteur, bekommt mit Fred Kogel aber einen neuen Ober-Boss. Kogel soll den neuen Medienkonzern des US-Investors KKR leiten, der neben i&u die Tele München Gruppe und Universum Film umfasst, deren Übernahmen KKR vor kurzem bekannt gab. Laut KKR bereitet Kogel derzeit "den operativen Start und weiteren Ausbau des Medienunternehmens vor". Weitere Zukäufe scheinen also realistisch.

Fürs erste hebt der Investor hervor, mit seinen drei Käufen "die Wertschöpfungskette der TV- und Filmindustrie" abzubilden. Philipp Freise, Partner bei KKR, sagt: "Wir setzen unsere ambitionierten Pläne konsequent um und kommen bei unserem Vorhaben, ein schlagkräftiges Content-Haus in der deutschen Film- und Fernsehindustrie aufzubauen, mit großen Schritten voran."
dgap.de, dwdl.de, turi2.de (Tele München Gruppe), turi2.de (Universum Film)

Apple gibt Details zur Video-Plattform Apple TV+ bekannt.


Alles auf Abo: Apple nennt bei seiner Produktshow Details zum erwarteten Video-Abodienst namens Apple TV+ – er versammelt exklusive Filme und Serien und soll im Herbst in mehr als 100 Ländern starten. Der Abopreis bleibt noch geheim. In den USA startet Apple außerdem den Dienst Apple News+, eine Art Digital-Kiosk. Rund 300 Zeitschriften sind dabei, u.a. "Vogue", "Wired" und "People", aber nur zwei Zeitungen, das "Wall Street Journal" und die "Los Angeles Times".

Ferner kündigt Apple ein neues Spiele-Abo, Mobilspiel-Flatrates und eine eigene digitale Kreditkarte an. Goldmann Sachs und MasterCard sind Apples Partner bei der AppleCard. Insgesamt setzt der Konzern künftig auf neue Abo-Modelle als Wachstumstreiber.
spiegel.de, heise.de, lead-digital.de

Zitat: Konkurrenz macht Kreative teurer, sagt Netflix-Chef Reed Hastings.

"Es wird schwieriger. Und teurer."

Netflix-Chef Reed Hastings, 58, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", durch Apple, Amazon und Disney würden Verhandlungen mit Kreativen schwieriger.
sueddeutsche.de

weitere Zitate:
"Wenn es zu viele Inhalte gibt, dann sollen die anderen einfach weniger produzieren."

"Wir sind nicht: Livesport, News, Virtual Reality."

Meinung: Kostenpflichtiges Videostreaming gewinnt an Bedeutung.

Kostenpflichtiges Videostreaming hält in immer mehr Haushalte Einzug, sagt der Verband Bitkom. Laut einer repräsentativen Befragung haben 2018 rund 37 % der Internetnutzer in Deutschland Filme oder Serien auf Portalen wie Netflix, Amazon, Sky oder Maxdome geschaut. 2017 seien es noch nur 29 % gewesen. Bei jüngeren Nutzern sind die Streaming-Anbieter verbreiteter als bei älteren.
bitkom.org

Zitat: Malu Dreyer spricht sich für eine gemeinsame Onlineplattformen von ARD und ZDF aus.

"Das wäre ganz und gar in unserem Interesse, aber wir denken, das ist vor allem im Interesse der Zeit."

Malu Dreyer, die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, spricht sich im Interview mit Steffen Grimberg und Daniel Bouhs für eine gemeinsame Onlineplattform von ARD und ZDF aus – in der neuen Welt müsse es auch darum gehen, wie man die Angebote des Öffentlich-Rechtlichen künftig findet.
daniel-bouhs.de

Der Ex-Ufa-Chef Wolf Bauer hält Streaming-Plattformen für überbewertet.

Streaming-Plattformen werden von Journalisten überbewertet, kritisiert Ex-Ufa-Chef Wolf Bauer im "Handelsblatt"-Interview. Das lineare Fernsehen erreiche noch immer weitaus mehr Zuschauer und baue seine Reichweite mit Mediatheken noch aus. Gleichwohl seien die Streaming-Plattformen eine Bereicherung des Inhaltemarktes, weil sie Formate in Programmnischen ermöglichten. Produzenten müssten sich umgewöhnen: Statt eines Engpasses an Abspielmöglichkeiten gebe es nun ein Überangebot.
handelsblatt.com

Warner-Bros-Chef Kevin Tsujihara stolpert über Sex-Affäre und tritt zurück.

Warner Bros. Entertainment und Studiochef Kevin Tsujihara, 54, gehen getrennte Wege. Er verlässt das Hollywood-Studio nach dem Vorwurf, der britischen Schauspielerin Charlotte Kirk Filmrollen als Gegenleistung für Sex versprochen zu haben. Sie war in zwei Warner-Filmen zu sehen. Tsujihara stand sechs Jahre als CEO an der Spitze des Studios und war insgesamt 25 Jahre im Konzern.
hollywoodreporter.com, apnews.com, dwdl.de

Constantin Medien macht 2018 ein Minus von 4,4 Mio Euro.

Constantin Medien macht 2018 laut Geschäftsbericht 119,1 Mio Euro Umsatz, ein Rückgang um 14,5 %. Grund sei u.a. der im Juni 2017 ausgelaufene Sky-Vertrag. Hauptfokus habe für Constantin Medien 2018 auf der Entschuldung durch die Rückzahlung der 69,5 Mio Euro Unternehmensanleihe gelegen. Das Ebitda liegt bei 1,3 Mio Euro, das Konzernergebnis beträgt -4,4 Mio Euro.
dgap.de, turi2.de (Background)

Meinung: Kinderprogramm wird in der Branche kaum wahrgenommen.

Lese-Tipp: Die Macher von Kinderprogramm werden in der TV-Branche kaum wahrgenommen, sagt Milena Maitz im DWDL.de-Interview. Sie ist Chefin von Studio TV Film, die Firma produziert z.B. "Löwenzahn" und "Siebenstein" , neuerdings auch Fiction-Inhalte für Erwachsene. Bei Kinderprogrammen werde Bildungsvermittlung verstärkt in unterhaltende Formen, "Löwenzahn" z.B. sei "spannender und erzählerischer" als früher, das Erzähltempo hat angezogen. Maitz bedauert, dass Kino ein schwieriges Geschäft sei – selbst mit einem Film wie "Toni Erdmann" verdiene man in Deutschland kaum Geld.
dwdl.de

Das ZDF startet ein Förderprogramm für Regisseurinnen.

ZDF logo_150ZDF will mehr Regisseurinnen in der Primetime und setzt dafür beim Nachwuchs an. Künftig bekommen jährlich je zwei Frauen drei Jahre lang einen Mentor oder eine Mentorin und hospitieren bei einer Vorabendserie und einem Primetime-Film. Anschließend führen sie selbst Regie. Die Kandidatinnen wählt das ZDF aus Regisseurinnen aus, deren Film bereits in Zusammenarbeit mit dem Kleinen Fernsehspiel entstanden ist. Die ersten beiden Filmemacherinnen, die das ZDF fördert, sind Nina Vukovic und Nora Fingscheidt.
sueddeutsche.de

Ex-RTL-Boss Gerhard Zeiler wird Sales-Chef von WarnerMedia.

WarnerMedia macht Ex-RTL-Group-Chef Gerhard Zeiler zum Vermarktungschef. In dieser Position leitet er die Sales-Aktivitäten, die vorher auf zwei Bereiche aufgeteilt waren. Zeiler war zuvor International-Chef. AT&T hat Time Warner übernommen und in WarnerMedia umbenannt – Teil der Gruppe sind die Filmstudios Warner Bros, CNN-Betreiber Turner und der Bezahlsender HBO.
derstandard.at, adage.com

Der US-Investor KKR kauft Universum Film von RTL.


Der Nächste, bitte: Der US-Investor KKR kauft von der Mediengruppe RTL Deutschland den Film- und Serien-Lizenzhändler Universum Film. Einen Kaufpreis nennen beide Seiten nicht. Geschäftsführer Bernhard zu Castell bleibt im Amt. Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Die Mediengruppe RTL hat Universum Film 1998 übernommen. Seit 2005 ist die Filmfirma als Co-Produzent an Kinoproduktionen beteiligt. Hauptgeschäftsbereich des Unternehmens ist jedoch das Home Entertainment. KKR gab vor wenigen Tagen die Übernahme der Tele München Gruppe bekannt, zu der Concorde Filmverleih gehört.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Gebhard Henke zieht Klage nach neuen Belästigungsvorwürfen zurück.

Gebhard Henke: Der geschasste WDR-Filmchef zieht seine Klage gegen den "Spiegel" und Charlotte Roche zurück. Sie hatten Henke sexuelle Belästigung vorgeworfen bzw. darüber berichtet – Henke tat dies als Lügen ab. Der Rückzieher Henkes kommt, nachdem sich sieben weitere Frauen gemeldet haben: Sie werfen Henke anzügliche Bemerkungen, Po-Grapscher und ungewollte Küsse vor.
spiegel.de

Herbert Kloiber verkauft die Tele München Gruppe an den Investor KKR.


Klappe fällt: Herbert Kloiber verkauft die Tele München Gruppe an US-Investor KKR. Bei KKR soll Fred Kogel, Ex-Chef bei Constantin Medien, die TMG führen. Der Investor will die Gruppe laut Pressemitteilung zu einer Plattform ausbauen, "die vom Filmset bis ins Kino und zur TV-Auswertung die komplette Wertschöpfungskette" abdeckt und dafür weitere Firmen zukaufen.

Kloiber Senior soll bei TMG Mitglied des Beirates werden. Kloibers Sohn, Herbert L. Kloiber, bleibt Geschäftsführer der Kerngesellschaften. Zu dem Medienunternehmen gehören u.a. der gemeinsam mit Disney gehaltene Drittelanteil an RTL2, rund 85% von Odeon Film und zahlreiche TMG-Töchter, z.B. der Concorde Filmverleih und der Privatsender Tele 5.

Kloiber Senior hat die TMG 1977 übernommen, danach die Cinemaxx Gruppe gekauft und mit Medienunternehmen wie Burda, Bauer, Silvio Berlusconis Fininvest und Disney kooperiert. Vor zwei Jahren verkaufte TMG ihre Beteiligung am verlustreichen österreichischen Privatsender ATV an den Österreich-Ableger von ProSiebenSat.1.
presseportal.de, dwdl.de

Streaminganbieter geben 166 Mio Dollar für Werbung im nationalen US-TV aus.

Streaminganbieter haben in den USA in den vergangenen drei Monaten 166,2 Mio Dollar für Werbung im nationalen TV ausgegeben, zählt iSpot.tv. Im Vorjahr lag der Betrag noch bei 197,9 Mio Dollar, die Zahl der Sichtkontakte steigt jedoch von 11,2 Mrd auf 11,8 Mrd. Amazons Prime Video ist mit 43 Mio Dollar Spitzenreiter bei den Ausgaben, gefolgt von Netflix mit 27,5 Mio Dollar.
mediapost.com

Chinesischer Künstler Ai Weiwei beklagt indirekte Berlinale-Zensur.

Berlinale: Der chinesische Künstler und Regime-Kritiker Ai Weiwei beklagt im Interview mit der Deutschen Welle indirekte Zensur durch China. Sein Beitrag für den Episoden-Film Berlin, I Love You sei rausgeschnitten worden, weil die Berlinale den Film sonst nicht akzeptiert hätte, sagten ihm die Produzenten des Films. Die Organisatoren widersprechen. Auch ohne Ai Weiwei lief das Werk letztlich nicht auf dem Festival.
spiegel.de, youtube.com (5-Min-Video)

Filesharing-Angebote boomen trotz legaler Streamingdienste.

Streamingdienste: Schärfere Urhebergesetze helfen Netflix & Co im Kampf gegen illegale Angebote wenig, beobachtet Manuel Heckel. Sechsmal in Folge landet "Game of Thrones" auf dem ersten Platz der weltweit am häufigsten illegal angeschauten TV-Inhalte - sei es aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit der User. Wer keine Serie verpassen wolle, müsse monatlich schnell mehr als 50 Euro zahlen. Provider müssten mehr Verantwortung übernehmen und Filesharing-Server blockieren.
zeit.de

"Welt": Netflix zahlt ab September in die deutsche Filmförderung ein.

Netflix rudert rum und zahlt nun doch ab September in die deutsche Filmförderung ein, berichtet die "Welt". Die Entscheidung sei das Resultat eines Besuchs von Chef Reed Hastings bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters während der Berlinale. Es sei noch nicht geklärt, anhand welcher Zahlen die Filmabgabe für den Streaminganbieter berechnet werden soll.
welt.de

"BamS": RBB verschiebt Harald-Juhnke-Film wegen Geldmangels.

RBB verschiebt die fürs Frühjahr geplanten Dreharbeiten für seinen Harald-Juhnke-Film auf unbestimmte Zeit, erfährt "Bild am Sonntag" "unter der Hand". Der Film werde deutlich teurer als ein normaler 90-Minüter, deshalb suche der Sender nun einen weiteren Partner im ARD-Verbund. Der Streifen sollte ursprünglich in diesem Herbst laufen. Im Juni hätte Juhnke seinen 90. Geburtstag gefeiert.
"Bild am Sonntag", S. 39 (Paid)