Lese-Tipp: Kathrin Hollmer porträtiert die Macher der Bildundtonfabrik.

Lese-Tipp: Die Bildundtonfabrik ist vor allem als Produktionsfirma von "Roche & Böhmermann" und dem "Neo Magazin Royale" bekannt geworden. Kathrin Hollmer porträtiert für die "SZ am Wochenende" die Gründer Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann, die auf opulente Optik setzen und dafür Film- statt Fernsehkameras benutzen. Jan Böhmermann lernten sie beim WDR-Radio 1Live kennen.
"SZ am Wochenende", S. 43

WDR-Rundfunkrat stoppt ARD-Serienprojekt über "Siegfried und Roy".

WDR verabschiedet sich aus finanziellen Gründen von der ARD-Verfilmung der Lebensgeschichte der Magier "Siegfried und Roy", schreibt Volker Nünning in der "Medienkorrespondenz". Die Ufa-Produktion war als sechsteilige Eventserie geplant. Als größte Landesrundfunkanstalt hätte der WDR den größten Anteil finanziert. Nach der WDR-Absage droht dem Millionenprojekt das Aus. Die Degeto will eine alternative Finanzierungsmöglichkeit prüfen, schreibt die "Bild am Sonntag".
medienkorrespondenz.de, "Bild am Sonntag", S. 41 (Paid)

Aus dem turi.tv-Archiv: Ufa-Chef Nico Hofmann über Netflix: "Wir merken erste Talent-Abwerbungen" (Archiv 08/2018).

Apple mottet iTunes ein.


RIP, iTunes: Apple entfernt die Software von den Macs. Nutzer können die Dateien künftig über die Apps Music, Podcasts und TV abrufen. Die dazugehörige Synchronisierung wandert ins Betriebssystem. Nutzer bekommen ihre Käufe und Downloads aufgeschlüsselt auf die drei Apps. Apple-Gründer Steve Jobs hatte iTunes 2001 vorgestellt, als Plattform zur Musikspeicherung und später auch Shop. Inzwischen hat das Streaming Einzelverkäufe abgelöst.

Apple kündigt zudem ein datensparsames Single-Sign-On an. "Sign In with Apple" ist ein Konkurrent für die Plattform-Login-Funktionen von Google und Facebook. Siri soll künftig auch Radio streamen.
sueddeutsche.de, theverge.com, niemanlab.org, theverge.com (Login-Dienst), billboard.com (Radio-Streams)

Disney will sich aus Georgia zurückziehen, wenn Anti-Abtreibungsgesetz kommt.

Disney Logo 150Disney überdenkt wegen eines umstrittenen Anti-Abtreibungsgesetzes seine Produktionen in Georgia, sagt Chef Bob Iger. Er glaube, dass viele Filmschaffende dann nicht mehr dort arbeiten wollen. Zuvor hatte Netflix ähnliches bekannt gegeben. Disney hat in Georgia u.a. "Avengers: Endgame" und "Black Panther" gedreht, der US-Bundesstaat bietet Produktionsfirmen Steuervergünstigungen.
mashable.com, cnet.com

"Bild": Amazon zahlt Borussia Dortmund 5 Mio Euro für BVB-Doku.


Borussiamazon: Amazon blickt mit einer Dokuserie hinter die Kulissen von Vizemeister Borussia Dortmund, berichtet "Bild". Die vier- bis sechsteilige Serie soll "zeitnah" ausgestrahlt werden, der BVB kassiert dafür 5 Mio Euro. Umgesetzt wurde die Reihe von Grimme-Preisträger Aljoscha Pause, der bereits die Doku "Being Mario Götze" für Dazn geliefert hat.

Die Serie zeigt u.a. Bilder aus dem borussischen Trainingszentrum, dem Mannschaftsbus, der Kabine, aus Kraft- und Frühstücksraum. Pause hat die Dortmunder Kicker seit dem Trainingslager im Winter in Marbella begleitet. Die Zweitverwertungs-Rechte für den asiatischen Markt liegen beim BVB.

Amazon hat bereits eine Doku über Manchester City ausgestrahlt, für den der englische Spitzen-Club rund 10 Mio Euro eingestrichen haben soll – für Coach Pep Guardiola gab es noch 1 Mio Euro extra. Die Borussen wollen den Deal am Dienstag offiziell bestätigen.
bild.de (Paid)

Meinung: Product Placements sind in digitalen Medien nur der Anfang.

Streamingdienste setzen stark auf Product Placement, um Werbebotschaften zu den Zuschauern zu bekommen – Nicolas Freund fragt sich, ob auch politische Einflussnahme denkbar wäre. Aus Massenkompatibilität verzichteten Netflix und Co zwar auf "allzu klare politische Positionierung", die Produktplatzierungen zeigen aber laut Freund die Manipulationskraft digitaler Medien.
sueddeutsche.de

7.000 US-Drehbuchautoren beenden ihre Agenten-Verträge.

Kein Happy-End in Hollywood: 7.000 Mitglieder der Drehbuchautoren-Gewerkschaft Writers Guild of America haben sich von den vier großen Künstleragenturen CAA, ICM, WME und UTA getrennt. Zusätzlich klagt die Gewerkschaft gegen die vier Agenturen. Hintergrund sind "Packaging Deals", bei denen Agenturen keine Gagen-Beteiligung bekommen, sondern bei Produktionen große Teile oder das komplette Kreativpersonal besetzen und die Verträge aushandeln. Studios und Streamingdienste fürchten, dass sich der Streit auf ihre Produktionen auswirkt.
"Süddeutsche Zeitung", S. 8 (Paid)

ZDF gibt designierten WDR-Filmchef Alexander Bickel nicht her.

WDR fehlt seit Monaten ein Filmchef. Alexander Bickel (Foto) ist bereits im Dezember als Nachfolger des geschassten Gebhard Henke vorgestellt worden. Doch das ZDF lässt Bickel nicht gehen, berichtet Alexander Krei. Beim WDR könne niemand sagen, wann Bickel den verwaisten Chefposten übernehmen kann.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Update, 18.05 Uhr: Bickel darf nun doch schon im Mai antreten.
dwdl.de

Algorithmus sagt Serientod-Wahrscheinlichkeit voraus.

Spoiler-KI: Studierende der TU München haben einen Algorithmus entwickelt, der die Überlebenschancen der Charaktere von "Game of Thrones" in der finalen Staffel voraussagt. Er berechnet sie anhand von Daten wie Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus, Vorkommen in den Büchern und Familienzugehörigkeit. Eine Frau und verheiratet zu sein steigert z.B. die Überlebenschancen.
br.de, got.show (Projektseite)

Marcus Lee verlässt All3Media Deutschland.

All3Media: Die deutsche Tochter der Produktionsholding von Discovery und Liberty Global verliert ihren Chief Business Officer und Chefjuristen Marcus Lee an "eine internationale Streaming-Plattform". Sein Nachfolger wird Hendrik Schierloh, zuvor u.a. Interims-Chef bei der "Akte"-Firma Meta Productions. Auch Produktionschef Mark Stehli verlässt All3Media. Dirk Koep steigt als Finanzchef in die Geschäftsführung auf.
dwdl.de

Finanzinvestor KKR übernimmt auch Film-Produktion Wiedemann & Berg.

KKR baut sich weiter ein Medienimperium auf: Der Finanzinvestor übernimmt das Film-Geschäft der Produktionsfirma Wiedemann & Berg, laut KKR die vorerst letzte Übernahme. Die beiden Gründer Max Wiedemann und Quirin Berg verantworten im KKR-Management-Team von Fred Kogel künftig die gesamte Kinoproduktion. Wiedemann & Berg Television, ein Joint Venture mit Endemol Shine, gehört nicht zum Deal. KKR hat in den vergangen Wochen bereits die Tele München Gruppe, Universum Film, und Günter Jauchs Produktionsfirma i&u TV gekauft.
dwdl.de, wuv.de, turi2.de (Background)

KKR kauft auch die Jauch-Produktionsfirma i&u TV.


KKR - Krasser Kauf-Rausch: Der US-Finanzinvestor KKR kauft weiter ein und übernimmt auch die Produktionsfirma i&u TV von Günter Jauch, die unter anderem "stern TV", "Klein gegen Groß" und "Menschen, Bilder, Emotionen" produziert. Jauch selbst soll als Moderator an Bord bleiben, Andreas Zaik bleibt Geschäftsführer und Chefredakteur, bekommt mit Fred Kogel aber einen neuen Ober-Boss. Kogel soll den neuen Medienkonzern des US-Investors KKR leiten, der neben i&u die Tele München Gruppe und Universum Film umfasst, deren Übernahmen KKR vor kurzem bekannt gab. Laut KKR bereitet Kogel derzeit "den operativen Start und weiteren Ausbau des Medienunternehmens vor". Weitere Zukäufe scheinen also realistisch.

Fürs erste hebt der Investor hervor, mit seinen drei Käufen "die Wertschöpfungskette der TV- und Filmindustrie" abzubilden. Philipp Freise, Partner bei KKR, sagt: "Wir setzen unsere ambitionierten Pläne konsequent um und kommen bei unserem Vorhaben, ein schlagkräftiges Content-Haus in der deutschen Film- und Fernsehindustrie aufzubauen, mit großen Schritten voran."
dgap.de, dwdl.de, turi2.de (Tele München Gruppe), turi2.de (Universum Film)

Apple gibt Details zur Video-Plattform Apple TV+ bekannt.


Alles auf Abo: Apple nennt bei seiner Produktshow Details zum erwarteten Video-Abodienst namens Apple TV+ – er versammelt exklusive Filme und Serien und soll im Herbst in mehr als 100 Ländern starten. Der Abopreis bleibt noch geheim. In den USA startet Apple außerdem den Dienst Apple News+, eine Art Digital-Kiosk. Rund 300 Zeitschriften sind dabei, u.a. "Vogue", "Wired" und "People", aber nur zwei Zeitungen, das "Wall Street Journal" und die "Los Angeles Times".

Ferner kündigt Apple ein neues Spiele-Abo, Mobilspiel-Flatrates und eine eigene digitale Kreditkarte an. Goldmann Sachs und MasterCard sind Apples Partner bei der AppleCard. Insgesamt setzt der Konzern künftig auf neue Abo-Modelle als Wachstumstreiber.
spiegel.de, heise.de, lead-digital.de

Zitat: Konkurrenz macht Kreative teurer, sagt Netflix-Chef Reed Hastings.

"Es wird schwieriger. Und teurer."

Netflix-Chef Reed Hastings, 58, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", durch Apple, Amazon und Disney würden Verhandlungen mit Kreativen schwieriger.
sueddeutsche.de

weitere Zitate:
"Wenn es zu viele Inhalte gibt, dann sollen die anderen einfach weniger produzieren."

"Wir sind nicht: Livesport, News, Virtual Reality."

Meinung: Kostenpflichtiges Videostreaming gewinnt an Bedeutung.

Kostenpflichtiges Videostreaming hält in immer mehr Haushalte Einzug, sagt der Verband Bitkom. Laut einer repräsentativen Befragung haben 2018 rund 37 % der Internetnutzer in Deutschland Filme oder Serien auf Portalen wie Netflix, Amazon, Sky oder Maxdome geschaut. 2017 seien es noch nur 29 % gewesen. Bei jüngeren Nutzern sind die Streaming-Anbieter verbreiteter als bei älteren.
bitkom.org

Zitat: Malu Dreyer spricht sich für eine gemeinsame Onlineplattformen von ARD und ZDF aus.

"Das wäre ganz und gar in unserem Interesse, aber wir denken, das ist vor allem im Interesse der Zeit."

Malu Dreyer, die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, spricht sich im Interview mit Steffen Grimberg und Daniel Bouhs für eine gemeinsame Onlineplattform von ARD und ZDF aus – in der neuen Welt müsse es auch darum gehen, wie man die Angebote des Öffentlich-Rechtlichen künftig findet.
daniel-bouhs.de

Der Ex-Ufa-Chef Wolf Bauer hält Streaming-Plattformen für überbewertet.

Streaming-Plattformen werden von Journalisten überbewertet, kritisiert Ex-Ufa-Chef Wolf Bauer im "Handelsblatt"-Interview. Das lineare Fernsehen erreiche noch immer weitaus mehr Zuschauer und baue seine Reichweite mit Mediatheken noch aus. Gleichwohl seien die Streaming-Plattformen eine Bereicherung des Inhaltemarktes, weil sie Formate in Programmnischen ermöglichten. Produzenten müssten sich umgewöhnen: Statt eines Engpasses an Abspielmöglichkeiten gebe es nun ein Überangebot.
handelsblatt.com

Warner-Bros-Chef Kevin Tsujihara stolpert über Sex-Affäre und tritt zurück.

Warner Bros. Entertainment und Studiochef Kevin Tsujihara, 54, gehen getrennte Wege. Er verlässt das Hollywood-Studio nach dem Vorwurf, der britischen Schauspielerin Charlotte Kirk Filmrollen als Gegenleistung für Sex versprochen zu haben. Sie war in zwei Warner-Filmen zu sehen. Tsujihara stand sechs Jahre als CEO an der Spitze des Studios und war insgesamt 25 Jahre im Konzern.
hollywoodreporter.com, apnews.com, dwdl.de

Constantin Medien macht 2018 ein Minus von 4,4 Mio Euro.

Constantin Medien macht 2018 laut Geschäftsbericht 119,1 Mio Euro Umsatz, ein Rückgang um 14,5 %. Grund sei u.a. der im Juni 2017 ausgelaufene Sky-Vertrag. Hauptfokus habe für Constantin Medien 2018 auf der Entschuldung durch die Rückzahlung der 69,5 Mio Euro Unternehmensanleihe gelegen. Das Ebitda liegt bei 1,3 Mio Euro, das Konzernergebnis beträgt -4,4 Mio Euro.
dgap.de, turi2.de (Background)

Meinung: Kinderprogramm wird in der Branche kaum wahrgenommen.

Lese-Tipp: Die Macher von Kinderprogramm werden in der TV-Branche kaum wahrgenommen, sagt Milena Maitz im DWDL.de-Interview. Sie ist Chefin von Studio TV Film, die Firma produziert z.B. "Löwenzahn" und "Siebenstein" , neuerdings auch Fiction-Inhalte für Erwachsene. Bei Kinderprogrammen werde Bildungsvermittlung verstärkt in unterhaltende Formen, "Löwenzahn" z.B. sei "spannender und erzählerischer" als früher, das Erzähltempo hat angezogen. Maitz bedauert, dass Kino ein schwieriges Geschäft sei – selbst mit einem Film wie "Toni Erdmann" verdiene man in Deutschland kaum Geld.
dwdl.de