Google muss in Frankreich 50 Mio Euro wegen Verstößen gegen die DSGVO zahlen.

Google bekommt von der französischen Datenschutzbehörde CNIL eine Strafe in Höhe von 50 Mio Euro aufgebrummt. Die Behörde stellt Verstöße gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung fest. So stelle Google den Nutzern Informationen zu den erhobenen Daten nicht einfach genug zur Verfügung. Außerdem sei die Zustimmung zur Anzeige personalisierter Werbung aus CNIL-Sicht ungültig.
handelsblatt.com

Frankreich: Protest der "Gelbwesten" richtet sich zunehmend gegen Journalisten.

Frankreich: Bei den Protesten der "Gelbwesten" richtet sich die Gewalt zunehmend auch gegen Journalisten, beobachtet Michaela Wiegel. Allein am Samstag sind u.a. Journalisten in der Normandie, in Paris und in Südfrankreich angegriffen worden. Die Demonstranten werfen den Medien vor, ihre Probleme jahrelang ignoriert zu haben, viele der "Gelbwesten" würden sich hauptsächlich nur noch über RT France informieren.
"FAZ", S. 2 (Paid)

Frankreich führt Digitalsteuer auf eigene Faust ein – schon in zwei Wochen.


Auf die Techkonzerne, Citoyens: Frankreich führt zum 1. Januar im Alleingang eine Digitalsteuer auf den Umsatz der Tech-Konzerne wie Google, Apple, Facebook und Amazon ein, sagt Finanzminister Bruno Le Maire. Er nennt keinen Steuersatz, rechnet aber mit einem Aufkommen von rund 500 Mio Euro in 2019. Die Steuer soll auf Umsätze aus Werbung, Plattformen und dem Verkauf personenbezogener Daten fällig werden.

Deutsch-Französische Planspiele rechneten bisher mit einem Steuersatz von 3 %. Die Einnahmen sollen Teile der sozialen Wohltaten gegenfinanzieren, die Präsident Emmanuel Macron den protestierenden Gelbwesten zugesagt hat. Eigentlich wollten Deutschland und Frankreich die Steuer koordiniert einführen, in Paris ist aber offenbar die Geduld ausgegangen.
politico.eu, lefigaro.fr, turi2.de (Background)

"Le Monde" behauptet sich mit Vermarktungsallianz und hohem Abo-Umsatzanteil.

Qualitätsmedien können durchaus gegen Google und Facebook bestehen, erklärt Louis Dreyfus, Verleger der französischen Tageszeitung "Le Monde", im Interview bei Digiday. Er versucht, der billigen Reichweite der Tech-Riesen ein sicheres Markenumfeld mit hochwertigen Lesergruppen entgegenzusetzen. Die Digital-Vermarktungsallianz mit dem konservativeren "Le Figaro" habe in den ersten 10 Monaten bereits 5 Mio Euro eingespielt. 55 % der Digitalumsätze bei "Le Monde" stammten aus Abos.
digiday.com, lemonde.fr (Background Allianz)

EU-Digitalsteuer: Deutschland und Frankreich wollen Onlinewerbeerlöse mit 3 % besteuern.

Europa EU-Flagge SterneEU-Digitalsteuer: Deutschland und Frankreich einigen sich auf einen Kompromiss und wollen die Onlinewerbeerlöse der Internetgiganten mit einer Umsatzsteuer in Höhe von 3 % besteuern, berichten dpa und AFP übereinstimmend. Die Digitalsteuer soll bis März 2019 beschlossen werden und im Januar 2021 in Kraft treten, sollte es keine Einigung innerhalb der OECD geben.
zeit.de

"Le Monde" klagt gegen Frankreich, um amtliche Dokumente einzusehen.

Le Monde_150x150Le Monde will die französische Regierung juristisch dazu bringen, Dokumente herauszugeben. Die Zeitung gehört zum Investigativ-Netzwerk, das die Panama Papers und kürzlich die Implant Files veröffentlicht hat. Darin geht es um fehlerhafte Implantate. "Le Monde" hat bei der Recherche Infos bei staatlichen Stellen über die Zulassung verschiedener Geräte angefragt. Frankreich verweigert sie und beruft sich auf das im Juli erlassene Gesetz zum Schutz des Geschäftsgeheimnisses. Die unabhängige Instanz, an die sich Bürger in solchen Fällen wenden können, hat die Anfrage der Zeitung ebenfalls abgewiesen. "Le Monde" hat ein Schnellverfahren beantragt.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Frankreichs Gesetz gegen Fake News könnte alles schlimmer machen, fürchten Kritiker.

Anti-Fake-News-Gesetz in Frankreich könnte fatale Auswirkungen haben, fürchten Kritiker. In den drei Monaten vor landesweiten Wahlen können Fake News gemeldet werden, Richter müssen sie binnen 48 Stunden prüfen. Weil das nicht immer möglich ist, könnten Falschinfos durch Nicht-Handeln richterlich legitimiert werden. Journalisten kritisieren die zu schwammige Definition von Fake News. Manche vermuten, Präsident Macron könnte das Gesetz gegen die freie Presse verwenden.
"Süddeutsche", S. 23 (Paid), "FAZ", S. 6 (Paid)

Tschechischer Milliardär will sich an "Le Monde" und "Elle" beteiligen.

Le Monde_150x150Le Monde: Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky will sich an der Pariser Zeitung beteiligen und verhandelt mit Hauptaktionär Matthieu Pigasse. Kretinsky gehört in Frankreich schon die Zeitschrift "Marianne", er hat außerdem Interesse an "Elle". Seine Medienaktivitäten bündelt er unter dem Dach der Firma Czech Media Invest.
"FAZ", S. 14 (Paid)

BR-Intendant Wilhelm sieht den Staat in der Pflicht, europäische Plattform zu initiieren.

Europäische Medienplattform: BR-Intendant Ulrich Wilhelm sieht den Aufbau einer Plattform, die Funktionen von YouTube, Facebook und Google kombiniert, aber nach europäischen Regeln arbeitet, als staatliche Aufgabe, sagt er im "Handelsblatt"-Interview. So wie das US-Militär einst Brutstätte des Internets war, könnten Deutschland und Frankreich Motor sein, um "mit weniger als 50 Mio Euro" "rasch, ohne große Bürokratie" einen Prototypen zu entwickeln. Die Trägerschaft müsse am Ende in unabhängiger Hand liegen, Rundfunkgebühren sollen nicht fließen.
handelsblatt.com (Paid)

Katjes will Frankreich-Geschäft mit französischer Holding CPK fusionieren.

Katjes verhandelt mit der französischen Holding CPK, Mutter u.a. des Süßwarenanbieters Carambar, über eine Fusion des Geschäfts in Frankreich und Belgien. Katjes International würde ihre französische Tochter Lutti sowie die belgische Continental Sweets Belgium einbringen. Zusammen entstünde in Frankreich ein neues Süßwaren-Schwergewicht.
handelsblatt.com, ch.marketscreener.com

Öffis finanzieren sich in den meisten europäischen Ländern durch Gebühren.

Öffentlich-Rechtliche finanzieren sich in Europa meist mit einem ähnlichen Modell wie in Deutschland. Die Rundfunkanstalt SRG in der Schweiz setzt überwiegend auf Gebühren, in Österreich variieren sie für den ORF je nach Wohnort. Dänemark erhebt eine Rundfunkgebühr pro Haushalt, will sie aber 2022 abschaffen und ersetzt sie durch Änderungen des persönlichen Steuer-Freibetrags. In Großbritannien zahlt jeder Haushalt einen Festbetrag für die BBC, die Niederlande finanzieren den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus Steuermitteln.
digitalfernsehen.de

PSA will Teil des Opel-Entwicklungszentrums verkaufen, schreibt "Le Monde".

PSA Peugeot Citroën prüft einen Teilverkauf des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim mit seinen mehr als 7.000 Ingenieuren, schreibt "Le Monde". PSA und Opel haben demnach Entwicklungsdienstleister aufgefordert, Übernahmeangebote vorzulegen. Mögliche Käufer seien die französischen Firmen Altran, Akka und Segula und der deutsche Dienstleister Bertrandt. "Le Monde" beruft sich auf ein auf Mai datiertes Dokument und einen Informanten aus dem PSA-Umfeld.
handelsblatt.com (Paid), faz.net, lemonde.fr

"Zeit" und Zeit Online starten internationalen Aufruf an Whistleblower.


Whistleblower-Werbung: Die "Zeit" und Zeit Online richten einen internationalen Aufruf an Whistleblower aus IT-Unternehmen. Neben dem Hamburger Medienhaus beteiligen sich außerdem die französische Internet-Zeitung Mediapart, der britische Daily Telegraph, das US-Portal The Intercept sowie die britische Internet-Zeitung WikiTribune. Der Aufruf der Medienhäuser richtet sich an Mitarbeiter, die hinter den Kulissen von IT-Unternehmen arbeiten und u.a. im Umgang mit Daten oder der Zusammenarbeit mit Geheimdiensten Missstände entdecken.

Der Kontakt zu den Redaktionen erfolgt über verschlüsselte Telefonnummern, E-Mail-Postfächer oder den anonymen digitalen Briefkasten von Zeit Online. Gemeinsam erreichen die beteiligten Medien ein globales Publikum mit mehr als 46 Mio Lesern in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch).

Für die Absicherung der Whistleblower arbeiten die Medien mit The Signals Network zusammen. In der gemeinnützige US-Stiftung kümmern sich die Whistleblower Antoine Deltour und John Kiriakou zusammen mit Menschenrechtsnawalt Ben Wizner um den Schutz der Whistleblower, um Anwälte, psychologische Betreuung bis hin zu einer sicheren Unterbringung im Ernstfall.
"Zeit" 26/2018, S. 27 (Paid), zeit.de, thesignalsnetwork.org

Frankreichs Öffentlich-Rechtliche stehen vor einer grundlegenden Reform.

Frankreich steht vor einem Big Bang im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, schreibt Jürg Altwegg. Mindestens ein TV-Sender fällt weg, die Finanzierung ändert sich grundlegend. Für das System steht künftig weniger Geld zur Verfügung. Vor allem der Wegfall "exzessiver Hierarchisierung und Bürokratisierung" könne Geld sparen. Entfallen soll auch die Dominanz alter, weißer Männer in Führungspositionen.
faz.net

TV-Sender in Frankreich gründen gemeinsame Streaming-Plattform.

Frankreich: Die beiden Privatsender TF1 und M6 starten gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen des Landes die Online-Plattform Salto. Auf Salto wollen die Partner sowohl Nachrichteformate als auch Sportsendungen und französische und amerikanische Filme und Serien anbieten und so gegen internationale Streaminganbieter wie Netflix und Amazon bestehen. Gebühren und einen Starttermin nennen die Sender noch nicht.
digitalfernsehen.de

Opposition und Journalisten kritisieren Gesetzesentwurf gegen Fake News in Frankreich.

Frankreich streitet über ein Gesetz gegen Fake News im Wahlkampf. Die Regierung plant Regeln, mit denen Kandidaten unter anderem Suchmaschinen dazu zwingen können, Falschinformationen nicht zu verbreiten. Die Opposition und Journalistenvereinigungen kritisieren den Eingriff in die Meinungsfreiheit und befürchten einseitige Informationskontrolle.
heise.de

Zahl des Tages: TV-Sender France 3 soll sechs Stunden Regionalfenster zeigen.

Zahl des Tages: Künftig sechs statt bisher zwei Stunden soll der Sender France 3 pro Tag Regionalfenster ausstrahlen, sagt Frankreichs Kulturministerin Françoise Nyssen. France 3 ist der am zweitmeisten geschaute öffentlich-rechtliche Sender des Landes. Die Öffentlich-Rechtlichen sollen außerdem mehr Geld für digitale Angebote ausgeben, dafür aber an anderen Stellen sparen.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Frankreich: Präsident Macron verteidigt Nachrichtenmagazin-Titelseite.

Frankreich Präsident Emmanuel Macron verteidigt ein Cover des Nachrichtenmagazins "Le Point", das unter der Überschrift "Der Diktator" den türkischen Präsidenten Erdogan zeigt. Erdogan-Anhänger hatten einen Kiosk genötigt, Plakate des Covers zu entfernen. Das sei ein Skandal, schreibt Macron bei Twitter, und: Pressefreiheit sei unbezahlbar.
spiegel.de, twitter.com (Macron)

"Charlie Hebdo" zeigt Muslima als Affen.

Charlie Hebdo sorgt in Frankreich für Aufregung, weil die Satire-Zeitschrift eine Muslima auf dem Cover als Affen darstellt. Gemeint ist die Chefin der Studentenunion UNEF an der Pariser Elite-Uni Sorbonne, die ihren Hijab in der Öffentlichkeit trägt. Joachim Huber vergleicht den Fall mit der Netanjahu-Karikatur, für die Dieter Hanitz bei der "Süddeutschen" gehen musste, und fragt sich, was gewonnen ist, "wenn Politic Correctness gegen Political Directness eingetauscht wird, wenn Instinkte gefüttert werden statt Intellekt bedient".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background Hanitzsch)

Studie vergleicht Umgang mit Klicks in französischer und US-amerikanischer Redaktion.

Journalismus: Für eine vergleichende Studie hat eine Soziologin den Umgang der Onlineredaktionen mit Klickzahlen einer US-amerikanischen und einer französischen Zeitung untersucht. Die leitenden Redakteure der US-amerikanischen Zeitung passen ihre Pu­bli­ka­ti­ons­strate­gie an die Zahlen an. Das Ma­nage­ment der französischen steht den Zahlen ambivalenter gegenüber und lei­tet aus ihnen kaum kon­kre­te Ent­schei­dun­gen ab. Bei den Redakteuren ist es umgekehrt: Die US-amerikanischen be­schäf­ti­gen sich kaum mit den Klickzahlen, die fran­zö­si­schen stän­dig. Das kann daran liegen, dass in den USA Wirtschaftliches und Redaktionelles strikt getrennt sind, in Europa weniger.
"FAS", S. 62 (Paid), journals.uchicago.edu (Studie)