TV-Sender in Frankreich gründen gemeinsame Streaming-Plattform.

Frankreich: Die beiden Privatsender TF1 und M6 starten gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen des Landes die Online-Plattform Salto. Auf Salto wollen die Partner sowohl Nachrichteformate als auch Sportsendungen und französische und amerikanische Filme und Serien anbieten und so gegen internationale Streaminganbieter wie Netflix und Amazon bestehen. Gebühren und einen Starttermin nennen die Sender noch nicht.
digitalfernsehen.de

Opposition und Journalisten kritisieren Gesetzesentwurf gegen Fake News in Frankreich.

Frankreich streitet über ein Gesetz gegen Fake News im Wahlkampf. Die Regierung plant Regeln, mit denen Kandidaten unter anderem Suchmaschinen dazu zwingen können, Falschinformationen nicht zu verbreiten. Die Opposition und Journalistenvereinigungen kritisieren den Eingriff in die Meinungsfreiheit und befürchten einseitige Informationskontrolle.
heise.de

Zahl des Tages: TV-Sender France 3 soll sechs Stunden Regionalfenster zeigen.

Zahl des Tages: Künftig sechs statt bisher zwei Stunden soll der Sender France 3 pro Tag Regionalfenster ausstrahlen, sagt Frankreichs Kulturministerin Françoise Nyssen. France 3 ist der am zweitmeisten geschaute öffentlich-rechtliche Sender des Landes. Die Öffentlich-Rechtlichen sollen außerdem mehr Geld für digitale Angebote ausgeben, dafür aber an anderen Stellen sparen.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Frankreich: Präsident Macron verteidigt Nachrichtenmagazin-Titelseite.

Frankreich Präsident Emmanuel Macron verteidigt ein Cover des Nachrichtenmagazins "Le Point", das unter der Überschrift "Der Diktator" den türkischen Präsidenten Erdogan zeigt. Erdogan-Anhänger hatten einen Kiosk genötigt, Plakate des Covers zu entfernen. Das sei ein Skandal, schreibt Macron bei Twitter, und: Pressefreiheit sei unbezahlbar.
spiegel.de, twitter.com (Macron)

"Charlie Hebdo" zeigt Muslima als Affen.

Charlie Hebdo sorgt in Frankreich für Aufregung, weil die Satire-Zeitschrift eine Muslima auf dem Cover als Affen darstellt. Gemeint ist die Chefin der Studentenunion UNEF an der Pariser Elite-Uni Sorbonne, die ihren Hijab in der Öffentlichkeit trägt. Joachim Huber vergleicht den Fall mit der Netanjahu-Karikatur, für die Dieter Hanitz bei der "Süddeutschen" gehen musste, und fragt sich, was gewonnen ist, "wenn Politic Correctness gegen Political Directness eingetauscht wird, wenn Instinkte gefüttert werden statt Intellekt bedient".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background Hanitzsch)

Studie vergleicht Umgang mit Klicks in französischer und US-amerikanischer Redaktion.

Journalismus: Für eine vergleichende Studie hat eine Soziologin den Umgang der Onlineredaktionen mit Klickzahlen einer US-amerikanischen und einer französischen Zeitung untersucht. Die leitenden Redakteure der US-amerikanischen Zeitung passen ihre Pu­bli­ka­ti­ons­strate­gie an die Zahlen an. Das Ma­nage­ment der französischen steht den Zahlen ambivalenter gegenüber und lei­tet aus ihnen kaum kon­kre­te Ent­schei­dun­gen ab. Bei den Redakteuren ist es umgekehrt: Die US-amerikanischen be­schäf­ti­gen sich kaum mit den Klickzahlen, die fran­zö­si­schen stän­dig. Das kann daran liegen, dass in den USA Wirtschaftliches und Redaktionelles strikt getrennt sind, in Europa weniger.
"FAS", S. 62 (Paid), journals.uchicago.edu (Studie)

RTL Group bilanziert in Q1 gute Werbekonjunktur, ungünstige Wechselkurse.

RTL Group profitiert von steigenden Werbeumsätzen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Ungünstige Wechselkurse sorgen dafür, dass der Umsatz im 1. Quartal trotzdem nur um 11 Mio Euro auf 1,416 Mrd Euro steigt. Der Digitalumsatz wächst um 6,7 % auf 190 Mio Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) der Mediengruppe RTL in Deutschland steigt um 1,2 % auf 169 Mio Euro.
per Mail

SR-Intendant Kleist fordert europäische Kooperation nicht nur beim Flugzeugbau.

"Wenn Deutsche und Franzosen in der Lage, sind zusammen Großraum-Passagier-Flugzeuge zu bauen, warum sollen wir es dann nicht auch schaffen, eine gemeinsame Kommunikationsinfrastruktur zu stemmen."

Thomas Kleist, Intendant des Saarländischen Rundfunks, unterstützt die Idee einer europäischen Digital-Plattform als Gegenstück zu Google, Apple, Amazon und Facebook.
sr.de

Groupe M6 legt im 1. Quartal beim Umsatz zu, macht aber weniger Gewinn.

Frankreich: Groupe M6 steigert ihren Umsatz im 1. Quartal 2018 um 11 % auf 359,2 Mio Euro. Die Werbeeinnahmen des französischen Medienunternehmens, dessen größter Anteilseigner die Bertelsmann-Tochter RTL Group ist, wachsen um 20 %. Das operative Ergebnis sinkt hingegen von 47,1 auf 44,6 Mio Euro. Ein Grund sind Verluste des Fußballvereins FC Girondins de Bordeaux, der zur Groupe M6 gehört.
new-business.de, capital.fr

Lagardere verkauft französische Zeitschriften, osteuropäische Radios nach Tschechien.

Lagardere verkauft einen Großteil seiner französischen Magazine an Czech Media Invest. Der Firma gehört bereits das einstige Tschechien-Geschäft von Ringier Axel Springer. Zum Paket zählen u.a. "Elle" inklusive des französischsprachigen Online-Geschäfts der Marke und "France Dimanche". Auch Lagarderes Radiogeschäft in Tschechien, Polen, der Slowakei und Rumänien gehört dazu. Lagardere behält die internationalen Markenrechte an "Elle" und damit das Lizenzgeschäft, sowie "Paris Match" und "Le Journal du Dimanche".
new-business.de, handelsblatt.com, radio.cz

Fabrice Fries wird neuer Präsident der Nachrichtenagentur AFP.

Agence France-Presse: Die französische Nachrichtenagentur, u.a. Mutter der deutschen Sportnews-Agentur SID, hat einen neuen Chef. Der Verwaltungsrat wählt Fabrice Fries, 58, mit 13 von 18 Stimmen. Der ehemalige Chef der PR-Agentur Publicis Consultants übernimmt den Job von Emmanuel Hoog, 55. Hoog, der die AFP acht Jahre lang leitete, hat seine Kandidatur erst am Mittwoch mangels Unterstützung der französischen Regierung zurückgezogen. Die AFP hat 2.400 Mitarbeiter in 150 Ländern.
persoenlich.com, deutschlandfunkkultur.de, liberation.fr, francesoir.fr

Paris verklagt Airbnb und Wimdu.

Paris zieht gegen Airbnb und Wimdu vor Gericht, weil die Plattformen die Regeln der Stadt nicht einhalten. Private Vermieter brauchen seit Dezember 2017 eine Registriernummer, bisher haben aber nur 16 % der Anzeigen diese Nummer angegeben. Paris will Airbnb und Wimdu per Eilverfahren verpflichten, Anzeigen ohne die Nummer offline zu nehmen. Die Anbieter sagen, sie seien überrascht, weil sie Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt hätten und die Umsetzung der Vorgabe eine gewisse Zeit erfordere.
handelsblatt.com

Marcus Wolter wird Chef und Gesellschafter von Banijay Germany.

Banijay Germany, Deutschlandtochter des französischen Medienkonzerns, macht Marcus Wolter zum Chef und Gesellschafter. Wolter war bis Ende 2017 Nordeuropa-Chef bei Endemol Shine. Ab August verantwortet er alle Geschäftsfelder, auch die Produktionsfirmen Brainpool und Banijay Productions Germany. Wolter arbeitete von 1998 bis 2002 schon einmal für Brainpool und hat u.a. mit Stefan Raab "TV Total" erfunden.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Französischer Buchclub France Loisirs entlässt ein Viertel seiner Mitarbeiter.

Frankreich: France Loisirs, größter Buchclub des Landes, entlässt 450 seiner 1.800 Mitarbeiter. 36 der 200 Filialen müssen schließen, berichtet der Branchendienst Livres Hebdo. Diese "Notfallmaßnahme" solle die Verhandlungen mit einem potenziellen Investoren am Laufen halten. 1970 haben Bertelsmann und der Verlag Presses de la Cité den Buchclub gegründet, seit 2011 gehört France Loisirs zur Vertriebsholding Actissia.
boersenblatt.net, livreshebdo.fr

Zitat: Macron glaubt, Google und Co geraten bald unter Regulierungs-Druck.

"Zu einem bestimmten Zeitpunkt – aber ich denke, das wird ein amerikanisches Problem und kein europäisches – zu einem bestimmten Zeitpunkt könnten deine Regierung und deine Leute sagen 'Wacht auf. Sie sind zu groß'. Nicht nur zu groß zum Scheitern, sondern zu groß, um regiert zu werden."

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron glaubt, Google und Facebook müssen sich mit ihrer monopolartigen Situation auseinandersetzen.
faz.net via wired.com

Netflix will das Studio EuropaCorp kaufen, berichten Medien.

Netflix verhandelt mit Regisseur Luc Besson über den Kauf seines Studios EuropaCorp, berichtet das französische Magazin Capital. Das von Besson mitgegründete Studio hat u.a. die Filme Lucy und The Circle produziert. Im Januar wurde bereits bekannt, dass Netflix mit Besson darüber verhandelt, ob der Regisseur für den Streaming-Anbieter Filme drehen wird.
theverge.com, capital.fr, turi2.de (Background)

Unbekannter schießt in Frankreich auf einen Journalisten und dessen Frau.

Frankreich: In Colomiers nahe Toulouse hat ein unbekannter Täter auf den Journalisten Rahim Namazov und dessen Frau geschossen. Die Frau ist gestorben, Rahim Namazov wurde schwer verletzt. Der Journalist floh 2010 aus Aserbaidschan nach Frankreich. In seiner Heimat hatte er über Grausamkeiten beim Militär berichtet. Anschließend sei er eingesperrt und gefoltert worden, berichtete Rahim Namazov.
spiegel.de

René Obermann soll Vorsitz des Verwaltungsrats bei Airbus übernehmen.

René Obermann wird als klarer Favorit für den Vorsitz des Verwaltungsrats bei Airbus gehandelt, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Diplomatenkreise. Im April 2019 läuft die Amtszeit von Airbus-Chef Tom Enders aus, sein Posten soll dann von einem noch nicht benannten französischen Manager übernommen werden, im Zuge dessen sei auch eine Neubesetzung an der Spitze des Verwaltungsrats wahrscheinlich. Airbus hat sich zur möglichen Personalie des Ex-Telekom-Chefs Obermann nicht geäußert. handelsblatt.com

RTL Group wächst 2017 ordentlich, verdient 739 Mio Euro.

RTL Group setzt 2017 knapp 6,4 Mrd Euro um, das sind 2,2 % mehr als 2016. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) steigt um 3,8 % auf knapp 1,5 Mrd Euro. Der Nettogewinn für die Aktionäre steigt um 2,6 % auf 739 Euro. CEO Bert Habets sieht weiter Wachstumschancen im Streaming-Markt und will in den nächsten Monaten neue Angebote in Belgien, Ungarn und Kroatien starten.

51,5 % der Umsätze kommen aus dem Geschäft mit Fernseh- und Radiowerbung, 20,1 % aus Inhalteproduktion und 13 % aus dem Digitalgeschäft. Das Digitalgeschäft soll bis 2022 auf 15 % Umsatzanteil anwachsen. Die Mediengruppe RTL Deutschland trägt 743 Mio Euro zum Ebitda bei, die französische Groupe M6 bringt 389 Mio Euro ein. FremantleMedia trägt 140 Mio Euro bei, RTL Nederland 87 Mio Euro. Hauptaktionär der RTL Group ist Bertelsmann mit 75,1 %.
per Mail, turi2.de (Background)

Öffentlich-Rechtliche stehen in ganz Europa in der Kritik.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk steht aktuell nicht nur in Deutschland in der Kritik: In der Schweiz sammelt die Volks-Initiative "No Billag" Stimmen, in Polen haben viele Menschen mit der Abschaffung der Medienfreiheit auch ihren Fernseher verbannt. In Frankreich soll eine Reform alle öffentlichen Sender bündeln und die Budgets eindampfen, in Österreich streiten FPÖ und ORF.
sueddeutsche.de

Emmanuel Macron verlegt Pressesaal aus dem Elysée-Palast.

Korrespondenten im Elysée-Palast müssen den Pressesaal im Ehrenhof nach 40 Jahren räumen, da dieser als Konferenzraum für die Berater des Präsidenten benötigt wird. Der Pressesaal müsse aus Platzgründen in ein Nebengebäude verlegt werden. Journalisten sehen darin den "politischen Willen, die Presse auf Abstand zu bringen".
persoenlich.com, turi2.de (Background)

Deutsche Journalisten schießen sich auf Macron als Erlöser-Figur ein, schreibt Benedict Neff.

Journalismus: Deutsche Journalisten schwärmen für den französischen Präsidenten als Retter der EU, beobachtet Benedict Neff. Die "Zeit" betitelt ihn als "Heiland", die "Süddeutsche Zeitung" als "Held", die "Welt" als "Visionär". Die "beklemmende Regierungsbildung in Berlin" sei Ursache der Verknallerei, das journalistische Mitgefühl für Merkel hingegen fast aufgebraucht.
nzz.ch

Französischer Familienclan verkauft Anzeigen in Zeitschriften, die es nicht gibt.

Anzeigenbetrug: Ein französisches Familien-Unternehmen hat Firmen und Konzernen, auch deutschen, Anzeigen in Fachmagazinen verkauft, die es gar nicht gibt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Masche lief offenbar seit den 1960ern. Statt zehntausenden Heften wurden immer nur 300 Belegexemplare mit kopierten Texten aus dem Internet gedruckt. Gewerkschafter dienten gegen Bezahlung als vermeintliche Herausgeber der Blätter. Nun steht der Familienclan in Paris vor Gericht und beschuldigt sich gegenseitig.
sueddeutsche.de

Vorsitzender der TV-Entertainment-Sparte und Finanz-Chefin verlassen G+J-Tochter Prisma Media .

Prisma Media, französische Tochter von Gruner + Jahr, startet ohne seinen bisherigen Chef der TV-Entertainment-Sparte, Daniel Daum, ins neue Jahr, berichtet "New Business". Die Nachfolge übernimmt Rolf Heinz zusätzlich zu seiner Funktion als Präsident von Prisma Media. Auch Delphine Messner, Finanz-Chefin des Unternehmens, hat die Firma zum Jahreswechsel verlassen. Ihre Aufgaben übernehmen übergangsweise Rolf Heinz und David Berrebi, ansonsten fürs Kundenmarketing zuständig.
dnv-online.net, "New Business" 1-2/2018, S. 29 (Paid)

"Charlie Hebdo": Meinungsfreiheit wird ein Luxusprodukt.

Meinungsfreiheit wird in Zeiten des Terrors zum "Luxusprodukt", beklagt die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" vor dem 3. Jahrestag des Anschlags auf die Redaktion mit zwölf Toten. Pro Jahr müsse das Magazin 800.000 Exemplare verkaufen, um die Kosten zum Schutz der Mitarbeiter zu decken. Redakteur Fabrice Nicolino schreibt, der Alltag der Redaktion seit dem Anschlag bestehe aus "bewaffneten Polizisten, gepanzerten Türen, Angst und Tod".
derstandard.at, turi2.de (Background)

Frankreich stellt Whatsapp ein Datenschutz-Ultimatum.

Frankreich: Whatsapp bekommt einen Monat Gnadenfrist, um seine Methoden in Sachen Datenweitergabe an französisches Recht anzupassen. Die Pariser Datenschutzaufsicht CNIL droht andernfalls mit Sanktionen. Whatsapp leitet bisher gesetzeswidrig Telefonnummern und andere Daten an Facebook weiter, um das Verhalten der Nutzer zu analysieren. Der Messenger-Dienst muss dafür künftig die explizite Einwilligung der Nutzer abfragen.
horizont.net, derstandard.de