EU-Urheberrechtsreform: Uploadfilter verändert das Internet grundlegend, sagt Markus Beckedahl.

EU-Urheberrechtsreform: Wenn die Politik mit falschen Instrumenten gegen Google und Facebook schießt, trifft sie das gesamte Internet und gefährdet die freie Meinungsäußerung, sagt Netzaktivist und Republica-Gründer Markus Beckedahl. Upload-Filter, die beim Hochladen bei YouTube Urheberrechte prüfen, wären für kleine Blogger technisch schwer umsetzbar.
deutschlandfunkkultur.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Markus Beckedahl fürchtet, dass Facebook und Co. noch mächtiger werden (Archiv 05/2017).

Zahl des Tages: Google-Mutter Alphabet zahlt 2018 mehr Strafen als Steuern.

Zahl des Tages: Reingewaschene 4,2 Mrd Dollar zahlt Google-Mutter Alphabet 2018 in den USA an Steuern - für Strafen der EU-Kommission sind dagegen 5,1 Mrd Dollar fällig. Google profitiert von Trumps Steuererleichterungen: 2017 erhält der Fiskus noch 14,5 Mrd Dollar. 2019 muss Google für DSGVO-Verstöße weitere Bußgelder in Europa zahlen.
t3n.de, turi2.de (Bilanz), turi2.de (Android-Strafe), turi2.de (DSGVO-Strafe)

Meinung: Facebook und Google müssen gleichermaßen reguliert werden, findet Lisa Hegemann.

Social Media: Das Bundeskartellamt muss die Verwendung von Nutzerdaten bei allen Plattformen gleichermaßen regulieren, schreibt Lisa Hegemann. Es dürfe nicht sein, dass zwar Facebook Profildaten von Instagram und WhatsApp nicht zusammenführen dürfe, Google aber zeitgleich Daten von Gmail und YouTube verknüpfe.
zeit.de, turi2.de (Background)

Telegraph Media verlagert die Medienproduktion komplett in die Google Cloud.


Alles nur gecloud: Die Telegraph Media Group will im Laufe des Jahres mit der gesamten Medienproduktion in die Google Cloud umziehen. Das britische Medienhaus will so die Abläufe im eigenen Unternehmen verbessern. Die Google-KI soll Journalisten bei ihrer Arbeit unterstützen und u.a. bei der Bildersuche helfen. In der "My Telegraph"-App soll die Google-Technologie den Lesern personalisierte Nachrichten hinsichtlich Interessen und auch bevorzugten Journalisten ausspielen.

Auch der Druck des "Daily Telegraph" soll durch die Google-KI optimiert und umweltfreundlicher werden. So soll die Print-Nachfrage täglich neu berechnet und damit Remittenden minimiert werden. Die Telegraph Media Group wendet sich damit von Amazons Cloud-Sparte AWS ab, mit der sie bisher auch teilweise zusammengearbeitet hat.
horizont.net, cloud.google.com

Online-Werbung beschert Google-Mutter Alphabet Umsatzsprung im Weihnachtsquartal.

Wer suchet, der findet: Google erwirtschaftet im 4. Quartal 8,95 Mrd Dollar Gewinn. Der Umsatz steigt um 21,5 % auf 39,2 Mrd Dollar. Der Mutterkonzern Alphabet generiert etwa 86 % des Umsatzes mit digitalen Anzeigen. Allerdings: Die Kosten pro Klick sind um 29 % gefallen. Das heißt, die Werbung ist billiger geworden.

Die Zahl der Cloud-Kunden mit Mehrjahresverträgen hat sich 2018 verdoppelt, Details nennt Firmenchef Sundar Pichai aber nicht. Beim Cloud Computing liegt das Unternehmen weiter hinter Marktführer Amazon. Analysten kritisieren zudem die recht hohen Ausgaben angesichts Investitionen in vermeintliche Zukunftsfelder wie autonomes Fahren, was bisher aber kaum Gewinne generiere. Mit der Marke Waymo ist Alphabet Entwickler von selbstfahrenden Autos.
golem.de, handelsblatt.com, stern.de

Apple bestraft auch Google wegen Datensammel-App.

Apple dreht auch Google-internen Apps den Saft ab. Google-Entwickler können vorerst nichts mehr auf iPhones testen oder sich einen Bus zum Büro bestellen – als Strafe für eine Datensammel-App, mit der Google das Verhalten von iPhone-Nutzern auslesen konnte. Eine ähnliche Abschaltung für Facebook-Apps hat Apple wieder aufgehoben.
theverge.com (Google), businessinsider.de (Facebook), turi2.de (Background)

Zitat: Google-Chef Sundar Pichai vermisst in schnelllebiger Welt die Einfachheit.

"Die Welt ist komplexer geworden - und ich bin mir nicht sicher, ob wir diese Komplexität immer wollen."

Google-Chef Sundar Pichai spricht im "FAS"-Interview über seine Kindheit ohne Telefon und den gesellschaftlichen Wandel durch KI.
"FAS", S. 21 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Unser Kernprodukt ist die Suchmaschine, die wir vor 20 Jahren entwickelt haben. Sie arbeitet nach bestimmten Grundsätzen. (…) Wir bringen unsere persönlichen Vorlieben nicht in die Produkte ein."
über Googles Algorithmen und mögliche Beeinflussung der Suchergebnisse

"Die Systeme sind dem Menschen gegenüber untergeordnet – das ist eines unserer wichtigsten Prinzipien."
über die Macht der künstlichen Intelligenz.

"Heutzutage braucht man hohe Investitionen, um ein modernes mobiles Betriebssystem zu entwickeln. Wir müssen viel in die Plattform investieren, damit sie zuverlässig läuft."
über die umstrittenen Lizenzgebühren einiger Google-Apps

Microsoft steigert den Wert seiner Marke deutlich.

Microsoft kann den Wert seiner Marke im Ranking der Unternehmensberatung Brand Finance um fast 50 % im Vergleich zu 2018 steigern und hat mit einem Wert von 119,6 Mrd Dollar die viertwertvollste Marke weltweit, überholt Samsung und AT&T. An der Spitze des Rankings steht Amazon mit 188 Mrd Dollar (+24,6 %), vor Apple (+5%) und Google (+18,1%). Wertvollste deutsche Marke ist Mercedes-Benz auf Platz 13 (60,36 Mrd Dollar).
horizont.net

Google spendet 3,1 Mio Dollar an Wikimedia.

Google spendet 2 Mio Dollar an Wikimedia Endowment, den Fonds, der die langfristige Finanzierung der Wikipedia-Projekte sicherstellen soll. Weitere 1,1 Mio Dollar fließen an die Wikimedia-Stiftung, die Wikipedia betreibt. Schon in der Vergangenheit hatte Google Geld für Wikipedia bereitgestellt. Insgesamt erhielt die Online-Enzyklopädie von dem Konzern gut 7,5 Mio Dollar. Google und Wikimedia wollen zudem ihre Zusammenarbeit bei der Übersetzung der Wikipedia in weitere Sprachen intensivieren.
techcrunch.com

Google-Schwester Waymo baut Fabrik für selbstfahrende Autos in Michigan.

Waymo, Selbstfahrauto-Entwickler der Google-Mutter Alphabet, plant eine Auto-Fabrik im Südosten von Michigan, der Wiege der US-Automobil­industrie. Waymo kooperiert in der Fabrik mit dem kanadischen Auto-Zulieferer Magna. Die Wirtschaftsförderung von Michigan schießt 8 Mio Dollar zu, dafür sollen bis zu 400 neue Jobs entstehen.
theverge.com, detroitnews.com, medium.com

Video: Google expandiert in Berlin – und meckert über schlechtes Netz.


Dickes G oben an der Spree: Google zeigt sein neues Büro in Berlin-Mitte – und will die Zahl seiner Mitarbeiter dort auf 300 verdoppeln. Und turi2.tv zeigt die Eröffnung in einem 3-Min-Video. Im Haus der ehemaligen Uni-Frauenklinik operieren jetzt Google-Entwickler und Anzeigenverkäufer. Ein Schwerpunkt liegt auf digitaler Bildung für Bürger. Nachhilfe in Sachen Digitalisierung braucht aber vor allem Deutschland, sagt Manager Philipp Justus mit Blick auf die Internet-Infrastruktur: "Da reden wir seit Jahren drüber – und es tut sich nicht besonders viel."
turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

Google muss in Frankreich 50 Mio Euro wegen Verstößen gegen die DSGVO zahlen.

Google bekommt von der französischen Datenschutzbehörde CNIL eine Strafe in Höhe von 50 Mio Euro aufgebrummt. Die Behörde stellt Verstöße gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung fest. So stelle Google den Nutzern Informationen zu den erhobenen Daten nicht einfach genug zur Verfügung. Außerdem sei die Zustimmung zur Anzeige personalisierter Werbung aus CNIL-Sicht ungültig.
handelsblatt.com

Google testet EU-Leistungsschutzrecht konforme Suchergebnisse.

Google testet, wie die Suche aussehen könnte, wenn das EU-Leistungsschutzrecht in Kraft tritt, beobachtet der GoogleWatchBlog. Die Suchergebnisse bei Google würden deshalb aussehen, als wären sie nicht vollständig geladen. Zusätzliche Informationen sowie Vorschaubilder fehlen, manchen Nutzern würden sogar nur Namen und URL der Website angezeigt. Tritt das Leistungsschutzrecht in Kraft, muss Google für Passagen aus News-Beiträgen zahlen.
googlewatchblog.de

Facebook wirbt VR-Experten Ryan Cairns von Google ab.


Virtuoser Rollentausch: Facebook wildert in Googles Abteilung für Virtual Reality und verpflichtet Ryan Cairns, der den Suchmaschinen-Giganten nach zwölf Jahren verlässt. Cairns soll bei Facebook die Verantwortung für den smarten Bildschirm Portal übernehmen. Cairns, der zuletzt bei Google ein 500-köpfiges AR/VR-Team geleitet hat, war u.a. für die Entwicklung der VR-Brille Daydream View sowie die mobile Bilderkennung Lens verantwortlich.

Erst im Dezember hatte Facebook sein Hardware-Team neu aufgestellt und in die zwei Einheiten Reality Labs für Augmented und Virtual Reality sowie Portal unterteilt. Rafa Camargo, bisheriger Leiter des Portal-Teams, muss seinen Stuhl nun gegen den an der Spitze des AR/VR-Teams tauschen. Dort folgt er auf Michael Abrash, der als Chef-Wissenschaftler bei Facebooks Reality Labs bleibt.
techcrunch.com

Google und WordPress entwickeln ein gemeinsames CMS für kleine Redaktionen.


Content first: Google nimmt 1,2 Mio Dollar aus der Portokasse in die Hand und entwickelt gemeinsam mit Automattic, der Firma hinter dem Blog-Anbieter Wordpress.com, ein Redaktions­system für Nachrichten-Redaktionen. Newspack soll kleinen Redaktionen ein "schnelles, sicheres und kostengünstiges" System bieten. Journalisten sollen sich so besser auf ihre Geschichten und Inhalte konzentrieren können, ohne sich um technische Aspekte kümmern zu müssen.

Nutzer von Newspack haben Zugriff auf alle Plugins aus der WordPress-Community. Automattic entwickelt Tools, mit denen die Redaktionen den wirtschaftlichen Einfluss von Newspack auf ihre Arbeit messen können. Das System soll Redaktionen weltweit noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Das Projekt wird außerdem mit 1 Mio Dollar vom Lenfest Institute for Journalism, der Knight Foundation und Civil Media unterstützt.
mediapost.com, techcrunch.com

Google lässt seinen Assistant dolmetschen und integriert ihn in Google Maps.


Noch künstlich, aber schon intelligent: Google macht seinen digitalen Sprach-Assistenten zum Dolmetscher und Weg-Erklärer. Google Assistant kann nun zwischen 27 Sprachen übersetzen. Zunächst können es Besitzer eines Google-Home-Lauschsprechers ausprobieren. Sie können auf Deutsch einen Satz sagen und die Google-Stimme wiederholt ihn auf Englisch, ein Gegenüber kann auf Englisch antworten und Google übersetzt ins Deutsche. Erste Tests zeigen, dass es holprig und langwierig ist, aber funktionieren kann. In einigen Hotels unterstützt Google Assistant die Rezeption.

Um den Assistant populärer zu machen, kooperiert Google mit Geräteherstellern – u.a. baut Lenovo ihn in Wecker und Samsung in Fernseher. Laut Google ist der Assistant auf bald 1 Mrd Geräten verfügbar, das Unternehmen konkurriert vor allem mit Alexa von Amazon. Der Assistant kann künftig auch den Weg erklären, indem seine Funktionen in Google Maps für Android und iPhones integriert wird – Nutzer sollen Google Maps nach dem Weg fragen wie einen Passanten.
handelsblatt.com, theverge.com

Das Technikportal The Verge hat den Dolmetscher-Modus getestet:

Samsung baut Sprachassistentin Bixby aus und holt Google-Dienste an Bord.


Alexa, wie geht's eigentlich Siri? Samsung bringt seine Sprachassistentin Bixby auch in Autos und setzt in der Entwicklung voll auf Künstliche Intelligenz. Nutzer können mit Bixby künftig auf die Google-Dienste Gmail, YouTube und Maps zugreifen – obwohl Google stark in eigene KI-Dienste investiert. Samsung ist jedoch durch jährlich eine halbe Milliarde verkaufte Geräte eine Macht. Sämtliche Kühlschränke und Waschmaschinen der Koreaner sollen bald smart sein.

An der puren Masse an Samsung-Geräten kommt selbst Google nicht vorbei, obwohl Bixby noch längst nicht so gängig ist wie Alexa von Amazon oder Siri von Apple. Samsung will den Rückstand aufholen, im nächsten Jahr sollen 1.000 KI-Spezialisten an der Verbesserung von Bixby basteln. Sie kann schon jetzt verrückte und nützliche Dinge leisten: So meldet sich der Kühlschrank auf dem verbundenen Handy, wenn die Tür offen steht; die vernetzte Waschmaschine schlägt das beste Programm vor.
cnet.com, techcrunch.com, samsung.com

Angriffe auf Privatsphäre gab es schon vor Facebook, meint Kai Burkhardt.

Datenschutz: Wer Google und Facebook verbiete, Daten zu erheben, nehme ihnen das Geschäftsmodell, schreibt "Welt"-Gastautor und "Mozilla"-Blogger Kai Burkhardt. Es liege in der Macht der Nutzer, was sie preisgeben. Die Deutschen seien beim Thema Privatsphäre historisch bedingt sensibilisiert, auch durch die DDR-Stasi-Vergangenheit.
"Welt", S. 22 (Paid)

Amazon und Facebook werben offline um Vertrauen, glaubt Christian Rechmann.

Werbung: Amazon, Facebook, Google und Co werben zur Zeit besonders in klassischen Medien, beobachtet Werber Christian Rechmann. Das liegt seiner Meinung nach daran, dass Zeitschriften, Plakate und Rundfunk Reichweite generieren und Interesse wecken. Das könnten Unternehmen dann online in Conversions umwandeln. Facebook und Amazon wollen offline außerdem Vertrauen zurückgewinnen, glaubt Rechmann.
horizont.net

Google soll 20 Mrd Euro auf die Bermudas transferiert haben.

Mehr netto vom brutto: Google soll 2017 knapp 20 Mrd Euro durch legale Steuerschlupflöcher aus Europa herausgeschleust haben. Der Mutterkonzern Alphabet habe Einnahmen über die Niederlande auf die Bermudas transferiert. Das gehe aus Dokumenten der Niederländischen Handelskammer hervor. Auf den Bermudas fällt für Unternehmen keine Einkommensteuer an.

Bereits 2016 hatte Google rund 16 Mrd Euro auf die Bermudas transferiert. Google erklärt, das Unternehmen halte sich in allen Ländern an die geltenden Steuergesetze. Auf Druck der Europäischen Union und der USA habe Irland entschieden, die bisher legalen Steuerschlupflöcher von Google 2020 zu schließen.
rp-online.de, reuters.com

Vietnams Regierung verschärft Zensur von Facebook-Inhalten.

Meinungsfreiheit: Internetkonzerne wie Facebook und Google sind in Vietnam seit dem Neujahrstag zur Löschung von Inhalten verpflichtet, die nach Einschätzung der Regierung den Interessen des Staats zuwiderlaufen. Dazu müssen nach Aufforderung auch Nutzerdaten offengelegt werden. In der Pressefreiheit-Rangliste von Reporter ohne Grenzen steht Vietnam auf Platz 175 von 180.
deutschlandfunk.de

Meinung: Sprachassistenten gefährden den Handel.

Sprachassistenten werden den Handel entpersonalisieren und den direkten Kontakt zwischen Verbraucher und Hersteller beenden, glauben Michael Kläsgen und Nils Wischmeyer. Gefährlich sei daran, dass Alexa und Co nicht die besten und billigsten Produkte wählen, sondern die, an denen Amazon und Co gut mitverdienen. Außerdem würden sie zu "unumgänglichen Torwächtern im Internet", die große Konzerne wachsen, kleine Unternehmen aber verschwinden lassen könnten.
sueddeutsche.de

Google gewinnt in den USA eine Klage wegen Gesichtserkennung.

Google: Ein US-Richter hat die Klage gegen Google wegen Verletzung der Privatsphäre durch die Verwendung von Gesichtserkennung fallen gelassen. Der Kläger habe keine "konkreten Verletzungen" erlitten. Die Klage stammt von 2016, konkret ging es darum, dass Google biometrische Daten sammelt und speichert, die mit Gesichtserkennungssoftware aufgenommen wurden. Ähnliche Klagen laufen gegen Facebook und Snapchat.
mobilegeeks.de via theverge.com, turi2.de (Background)

Meinung: Google wird sich von Android verabschieden.

Google verabschiedet sich bis 2020 von Android als Marke und Plattform, prognostiziert der GoogleWatchBlog. Die Struktur des Betriebssystems befinde sich in einer Sackgasse. Für Nutzer werde sich durch den Wechsel zum Nachfolger Fuchsia allerdings nicht viel ändern, für Entwickler gebe es auch keine großen Umstellungen. Ab Herbst 2020 werde es nur noch Geräte mit Google OS geben.
googlewatchblog.de