Google bekommt in China nichts mehr vom Kuchen ab, glaubt Christoph Giesen.

China: Google versteht nicht, dass der Kuchen längst verteilt und Dragonfly zu spät dran ist, meint Christoph Giesen. Statt bei Amazon kaufen Chinesen bei Alibaba, statt bei Google suchen sie bei Baidu, zum kommunizieren nutzen sie WeChat. Die Frage sei nicht, wann und wie das Silicon Valley in China Fuß fasst, sondern wann der vielfach größere, chinesisch Digitalmarkt herüberschwappt.
sueddeutsche.de

Google ändert in Europa seine Lizenzbedingungen für Android.

Google ändert die Lizenzbedingungen von Android in Europa, um der Kartellbehörde entgegenzukommen. Hersteller dürfen künftig modifizierte Versionen des Android-Betriebssystems auf den Markt bringen und andere Browser und Suchdienste vorinstallieren. Die Suche und Chrome lassen sich separat lizenzieren – gegen Gebühr. Damit will Google nach eigenen Angaben die Kosten für die Weiterentwicklung von Android ausgleichen. Google droht eine Wettbewerbsstrafe von 4 Mrd Euro, gegen die der Konzern Widerspruch eingelegt hat.
heise.de, diepresse.com, blog.google.com, turi2.de (Background)

Google will mit "Project Dragonfly" den chinesischen Markt erforschen.

Google: Konzern-Chef Sundar Pichai verteidigt die Entwicklung einer zensierten Suchmaschine speziell für China. Mit dem Project Dragonfly, das auch innerhalb der Firma auf Kritik stößt, wolle Google erforschen, wie weit der Suchkonzern in China gehen könne. 99 % der Suchanfragen wären von Zensur nicht betroffen, sagt Pichai. Zudem sei wichtig, herauszufinden, wie wichtig der Markt sei und wie viele Nutzer es geben könnte. Schließlich ist der chinesische Suchmarkt schon durch den lokalen Giganten Baidu besetzt. Anfang 2010 hat sich Google aus China zurückgezogen.
onlinemarketing.de, cnet.com, theverge.com

Googles Suchmaschine könnte ihren Höhepunkt erreicht haben.

Google hat mit seiner Websuche womöglich den Höhepunkt erreicht oder schon überschritten, schreibt Stefan Beutelsbacher. Für viele Nutzer verliere die allgemeine Suchmaschine an Bedeutung. Produkte suchten sie beispielsweise mittlerweile häufiger bei Amazon. Hinzu würden Chatbots Suchanfragen ersetzen. Google drohe neben sinkenden Einnahmen dadurch vor allem Machtverlust.
"Welt", S. 9 (Paid)

App Store erzielt im 3. Quartal 93 % mehr Umsatz als Google Play.

Apple vergrößert den Vorsprung vor Google Play – Im 3. Quartal erzielt der App Store knapp 93 % mehr Umsatz, berichtet sensortower.com. Der Gesamtumsatz mit Apps beläuft sich auf 18,2 Mrd Dollar. Apple konnte davon rund 12 Mrd Dollar für sich verbuchen, ein Plus von 23,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Google steigert sich um 21,5 % auf 6,2 Mrd Dollar.
sensortower.com via techcrunch.com

ARD/ZDF-Onlinestudie: Internetnutzung steigt rasant – und Video ist der Gewinner.


Streaming-Republik: Die deutschen Internetnutzer sind täglich im Schnitt 196 Minuten online, ein massives Plus von 47 Minuten im Vergleich zum Vorjahr, ermittelt die ARD/ZDF-Onlinestudie 2018. In der Altersgruppe 14 bis 29 Jahre liegt die tägliche Nutzung bei 353 Minuten (plus 79 Minuten). Von der sprunghaft steigenden Aktivität profitiert insbesondere das bewegte Bild. Video ist auch die bevorzugte Form bei der Nutzung von Medien im Netz: 32 von 82 Medien-Minuten entfallen auf das Sehen.

Größte Profiteure sind Videoportale, vor allem YouTube: 39% klicken mindestens einmal pro Woche rein. ARD und ZDF folgern aus den Ergebnissen, mit voller Kraft ihre Mediatheken auszubauen. Das ist insbesondere mit dem Blick auf die junge Zielgruppe geboten, die für Videos vor allem US-Plattformen ansteuert. 83% nutzen wöchentlich Videoportale, 47% Facebook- und 42% Instagram-Videos. Ähnlich sieht es im Bereich Audio aus: Fürs Hören nutzen sowohl die Jungen als auch die Gesamtbevölkerung vor allem Musik-Streming-Dienste wie Spotify und YouTube, Online-Liveradio hören nur um die 15%. (Foto: Picture Alliance / imageBROKER)
presseportal.de, ard-zdf-onlinestudie.de, blog.wdr.de (Zusammenfassung und Grafik)

Zitat: Zeynep Tufekci wirft YouTube vor, stets das Extreme zu fördern.

"Der Algorithmus hat herausgefunden, dass es fesselnder ist, Nutzer zu immer extremeren Videos zu pushen. Das ist eine Schwäche der Menschen: Extremeres zu wollen, ohne es zu wissen."

Technosoziologin Zeynep Tufekci untersucht YouTube und beobachtet: Video-Vorschläge und Autoplay-Funktionen führen zu immer krasseren Inhalten. Wer Laufen sucht, landet bei Ultramarathon.
sueddeutsche.de

Weitere Zitate:

"Facebook und Youtube verschmutzen die öffentliche Sphäre und lagern die Kosten an die Gesellschaft aus. Sie könnten mehr Menschen für die Reinigung einstellen, aber das macht sie weniger profitabel."

"Sie sollten ein neues Geschäftsmodell erfinden, das nicht funktioniert wie einarmige Banditen im Kasino, die einen so lange wie möglich fesseln sollen. Das Modell ist okay für Las Vegas, aber nicht für die Öffentlichkeit."

Google stellt Google+ nach Datenleck ein.


Schluss mit Plus: Google schließt sein nie erfolgreiches soziales Netzwerk Google+ Ende August 2019 für normale Nutzer und will das System als Intranet-Lösung an Firmen verkaufen. Ausschlaggebender Grund für die Schließung ist eine Sicherheitslücke, die externen Entwicklern laut "Wall Street Journal" seit 2015 Zugriff auf die Nutzer-Daten ermöglicht. Betroffen sind u.a. Namen und E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, das Geschlecht, Profilfotos, der Wohnort, Beruf sowie der Beziehungsstatus. Google weiß von dem Datenleck seit März, hat die knapp 500.000 betroffenen Nutzer aber nicht informiert. Ein internes Memo besagt, Google wollte im Skandal rund um Cambridge Analytica nicht "neben oder sogar anstelle von Facebook ins Rampenlicht" geraten, Da sie "während des gesamten Skandals unter dem Radar geblieben" seien.

Google kündigt nun als Reaktion Datenschutz-Reformen an, u.a. sollen Drittanbieter nicht mehr auf SMS-Daten, Anruflisten und Kontaktinformationen von Android-Smartphones zugreifen können. Für die restlichen Normal-Nutzer macht Google+ Ende August 2019 dicht und soll als Social-Intranet-Lösung für Unternehmen weiterleben.
tagesschau.de, wiwo.de, wsj.com (Paid), techcrunch.com, now.gigold.me

Zahl des Tages: Amazon steigert Markenwert um 56 Prozent.

amazonZahl des Tages: Amazon steigert laut der Liste "Best Global Brands 2018" den Wert seiner Marke um 56 % auf gut 100 Mrd Dollar, schreibt die "FAZ". Damit erzielt der Bezos-Konzern die größte Steigerung seit Facebook vor vier Jahren und liegt hinter Apple (215 Mrd Dollar, + 16 %) und Google (156 Mrd Dollar, + 2 %) auf Platz drei in der von Interbrand erhobenen Übersicht. Wertvollste deutsche Marke ist Mercedes-Benz auf Platz neun mit 48 Mrd.
"FAZ", S. 26 (Paid)

YouTube führt neue Werbeformate ein.


Werbesendung: YouTube führt neue Optionen ein, mit denen Werbetreibende Nutzer zum Handeln auffordern können. Statt nur Links können Kunden in ihren Anzeigen Formulare einbinden, mit denen Nutzer unter anderem Newsletter bestellen, Apps runterladen oder Tickets kaufen können. Als erste Unternehmen testen Vodafone, 20th Century Fox, Headspace und Maybelline die neuen Optionen.

Laut YouTube verzeichnet Vodafone beim neuen Werbeformat eine Klickrate von 3,5 % - was auch durch die größere Bildschirmfläche begünstigt sein dürfte, die YouTube den neuen Anzeigeformat einräumt.
techcrunch.com

Nielsen-Studie: Smart-Speaker-Markt wächst im zweiten Quartal.

Gefragte Alexa: Amazon Echo und Google Home verkaufen im zweiten Quartal knapp ein Viertel mehr Smart Speaker als im Quartal zuvor, sagt eine Studie von Nielsen. Vier von zehn Nutzern hat sogar mehr als ein Gerät im Einsatz. Die Wiedergabe von Streaming-Musik bleibt die wichtigste Funktion - 90 % der Nutzer hört mindestens einmal pro Woche auf diese Weise Musik, so die Nielsen-Auswertung.
techcrunch.com

Online-Plattformen verpflichten sich zum Kampf gegen Fake News.

Online-Plattformen und Werbeindustrie unterzeichnen einen Verhaltenskodex gegen Fake-News auf EU-Ebene. Zu den Partnern zählen Google, Facebook, Twitter und Mozilla. Sie wollen transparenter sein, Fake-Accounts schließen und kein Geld an Desinformations-Kampagnen verdienen. Mit dem freiwilligen Kodex versuchen die Plattformen eine harte Regulierung zu vermeiden.
dw.com

Google schickt Verfassungsbeschwerde gegen das Lösch-Gesetz nicht ab.

Lösch-Gesetz: Weder Google noch Facebook oder Twitter haben bisher eine Verfassungsbeschwerde gegen das NetzDG eingereicht, schreibt die "FAZ". Die Frist endet zum Oktober. Ein Bitkom-Gutachten sieht erhebliche Verstöße gegen das Grundgesetz. Ein Klage-Schriftsatz liege Google vor, nur abgeschickt habe der Konzern ihn noch nicht. Womöglich aus taktischen Gründen, um kein Öl ins Feuer anderer Streitigkeiten z.B. mit der EU zu gießen.
"FAZ", S. 19 (Paid)

Google-Vorstand Philipp Schindler fordert mehr Tempo beim Breitbandausbau.

Digital-Politik: Deutschland muss "endlich beim Breitbandausbau vorankommen“ und in digitale Bildung investieren, sagt Google-Vorstand Philipp Schindler im großen "Handelsblatt"-Interview. Ein digitaler Binnenmarkt in Europa sei entscheidend, um "wirklich etwas voranzubringen" und Startups die Möglichkeit zum Wachstum zu geben. Er finde es schade, dass bisher kein Unternehmen der Größe Facebooks oder Googles in Sicht sei, dabei sei Deutschland "als Land der Ingenieure dafür prädestiniert".
handelsblatt.com

China: Google arbeitet an Suchmaschinen-Prototyp, der Daten weitergibt.

Google: Über ein internes Memo sind weitere Details zu Dragonfly, der Suchmaschine für China, bekannt geworden. Google arbeitet demnach an einem App-Prototypen, der Informationen zensiert und nur Nutzern offen steht, die sich anmelden und ihren Standort preisgeben. Die Daten will Google mit einem chinesischen Partner Drittanbieter teilen.
theintercept.com, turi2.de (Background)

Basta: Google Assistant übt sich in Erziehungsfragen.

Gleiches mit Gleichem vergelten: Google erweitert seine Haushaltshilfe für Eltern im Google Assistant. Wenn die lieben Kleinen beim gemeinsamen Familienessen ihre Finger nicht vom Smartphone lassen können, reicht ab sofort ein Sprachbefehl zum Sperren des Geräts. So können Eltern den smarten Lautsprecher nicht mehr nur nach Erziehungstipps fragen, sondern sie direkt ausführen.
theverge.com

Bei alten, negativen Presseberichten greift Recht auf Vergessenwerden nicht.

Recht auf Vergessenwerden greift für Google bei negativen Presseberichten nicht, entscheidet das Oberlandesgericht Frankfurt. Konkret geht es um einen Streit zwischen dem Ex-Geschäftsführers einer gemeinnützigen Organisation und Google. Das Gericht begründet, Google dürfe ältere negative Presseberichte über eine Person auch anzeigen, wenn sie Gesundheitsdaten enthielten, sofern das Öffentlichkeitsinteresse schwerer wiege als das Interesse des Einzelnen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
handelsblatt.com

YouTube veröffentlicht drei deutsche Serien.

YouTube startet drei deutsche Serien-Eigenproduktionen, die hinter der Paywall stehen. Kanzlerinnen-Interviewer LeFloid tritt mit dem Doku-Format LeFloid Vs. The World an, produziert von der P7S1-Tochter Studio71. Neuland heißt die Show von Phil Laude und David Hasselhoff, produziert von Brainpool. Die bekannte YouTube-Combo Bullshit TV ist mit der Comedy-Serie Bullsprit dabei, produziert von der Matthias-Schweighöfer-Firma Pantaleon.
youtube-creators-de.googleblog.com, youtube.com (LeFloid), youtube.com (Neuland), youtube.com (Bullsprit)

EU-Finanzminister streben Einigung zur Digitalsteuer bis Ende 2018 an.

Europa EU-Flagge SterneDigitalsteuer: Die EU-Finanzminister wollen bis Ende 2018 greifbare Ergebnisse zur stärkeren Besteuerung von Digital-Konzernen vorlegen. Frankreich schlägt vor, die Steuer nur so lange beizubehalten, bis eine globale Lösung gefunden ist. Die EU-Kommission will bei Firmen mit weltweit 750 Mio Euro Jahresumsatz und 50 Mio Euro Online-Umsatz in Europa 3 % Umsatzsteuer erheben.
faz.net, wiwo.de, de.finance.yahoo.com

Studie: Abschaffung der Netzneutralität schadet vor allem Videodiensten.

USA: Seit der Einschränkung der Netzneutralität drosseln Mobilfunk-Anbieter vor allem Videodienste wie Netflix und YouTube, ergibt eine Studie der Northeastern University und der University of Massachusetts. Für die Studie haben die Forscher rund 100.000 Smartphones mit der App Wehe untersucht. Die App führte rund 500.000 Tests durch und überwachte über 2.000 Dienstleister in 161 Ländern. In den USA drosselten vor allem AT&T und Verizon – hier unterschieden sich die Geschwindigkeiten beim Streaming 8.398 bzw. 11.100 mal. T-Mobile und Sprint kamen auf 3.900 bzw. 339 mal.
bloomberg.com, theverge.com

Lese-Tipp: An­dre­as von Bech­tols­heim über sein erstes Treffen mit den Google-Gründern.

Lese-Tipp: Andreas von Bechtolsheim, deutscher Informatiker und Gründer von Sun Microsystems, hat den Google-Gründern 1998 nach nur 30 Minuten einen Scheck über 100.000 Dollar ausgestellt, sagt er im Interview mit Alexander Armbruster. Larry Page und Sergey Brin konnten ihn mit einer Demo-Version überzeugen – den Scheck stellte von Bechtolsheim auf die "Google Inc" aus, die bis dato noch nicht einmal existierte.
"FAZ", S. 24 (Paid)

Google will das Auffinden und Löschen von Kindesmissbrauch-Bildern beschleunigen.


Suchhilfe vom Suchgiganten: Google veröffentlicht eine kostenlose Schnittstelle, mit der Bilder von sexuellem Missbrauch an Kindern schneller identifiziert und gelöscht werden können. Die Content Safety API soll dafür sorgen, dass weniger Menschen mit den Inhalten konfrontiert werden müssen. In einer Testphase konnte ein Moderator mit der KI-Technik 700 % mehr Kindesmissbrauch-Inhalte bearbeiten, als es bislang möglich war.

Bereits vorhandene technischen Lösungen prüfen hauptsächlich anhand eines Katalogs, der Bilder und Videos mit bereits als missbräuchlich identifiziertem Material beinhaltet. Material, das noch nicht als illegal erkannt wurde, muss hingegen von Moderatoren gecheckt werden. Googles KI-Tool soll Moderatoren unterstützen, gekennzeichnete Bilder und Videos zu sortieren. So werden Inhalte, die am wahrscheinlichsten missbräuchliche Bilder zeigen, zur Überprüfung priorisiert.
cnet.com, theverge.com

Bloomberg: Google trackt Offline-Verkäufe in den USA mit Mastercard-Daten.

Google hat einen bisher nicht veröffentlichten Deal mit Mastercard, um Offline-Käufe zu Online-Werbung zuordnen zu können, berichtet Bloomberg. Die Vereinbarung betreffe US-Nutzer und laufe seit Mai 2017. Ausgewählte Händler bekämen seither eine Auswertung, die Ladenverkäufe an Bestandskunden auflistet, die maximal 30 Tage vor dem Kauf, eingeloggt mit ihrem Google-Account, eine passende Anzeige angeklickt haben. Dazu müssten die Händler vorab ihre Kundendaten hochladen, Google anonymisiere die Daten und matche die Kunden mit ihren Kreditkartendaten. Bei einem Händler habe sich der Umsatz pro ausgegebenem Werbedollar von 5,70 Dollar auf 10,60 Dollar fast verdoppelt.
bloomberg.com