Journalisten starten internationales Recherche-Netzwerk Investigate Europe.

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Wühlen im EU-Sumpf: Neun europäische Journalisten schließen sich im Recherche-Netzwerk Investigate Europe zusammen, um Skandale auf internationaler Ebene aufzudecken. Die frühere "Tagesspiegel"-Redakteurin Elisa Simantke, 30, koordiniert, Harald Schumann, 59, ist zum Start vom Verlag freigestellt. Stiftungen finanzieren Investigate Europe, Medien aus mindestens sechs Ländern veröffentlichen ab diesem Wochenende die erste Recherche.

Sie handelt von der massiven technischen Aufrüstung zur Kontrolle der EU-Außengrenzen. Gemeinsam befragte das Team 200 Grenzpolizisten, Ermittler, Experten und Beamte. Der "Tagesspiegel" veröffentlicht das Ergebnis heute in Deutschland, zudem gibt es Publikationen u.a. im norwegischen "Aftenblad", der portugiesischen "Público" der italienischen "Corriere della Sera" und "Newsweek Polska". Vice produziert in Griechenland eine 45-minütige TV-Doku. Investigate Europe arbeitet für die Medien in den jeweiligen Landessprachen und erhält Honorare, auf ihrem Blog fassen sie Kernergebnisse auf Englisch zusammen.

Koordinatorin Simantke, die aus der Elternzeit nicht zum "Tagesspiegel" zurückkehrt, hat bis März ausreichend Geld u.a. von der Hans-Böckler- und der Rudolf-Augstein-Stiftung. Zunächst bleibt das Netzwerk – wie auch das deutsche Recherchebüro Correctiv – auf Stiftungen angewiesen, strebt aber eine Mischfinanzierung an. Simantke spürt in vielen Redaktionen ein "starkes Bedürfnis an dem europäischen Ansatz" und nach Kooperation: "Wir sind als Journalisten geprägt durch die Eurokrise. Da haben wir gesehen, dass es wirtschaftliche Entwicklungen gibt, die komplett grenzübergreifend sind."
investigate-europe.eu, "Tagesspiegel", S. S3-S5 (Paid), blendle.com (Paid, auf Deutsch), aftenbladet.no (Norwegisch), publico.pt (Portugiesisch), corriere.it (Italienisch), infolibre.es (Spanisch)Kommentieren ...

Griechenland hat seine vier verbleibenden TV-Lizenzen vergeben.

Griechenland-150Griechenland: Die Auktion um die vier verbleibenden TV-Lizenzen haben drei Reeder und ein Bauunternehmer für sich entschieden, mit den bestehenden Sendern Skai und ANT1 und den beiden neuen Sendern Alter Ego und Kalogritsas. Die Regierung bekommt 246 Mio Euro für die zehnjährigen Lizenzen. Zwei der größeren privaten Sender, Alpha und Star, müssen innerhalb der nächsten 90 Tage schließen. Über die Rechtmäßigkeit der Auktion berät inzwischen der höchste griechische Gerichtshof.
digitalfernsehen.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

In Griechenland werden TV-Lizenzen für verbleibende Sender per Auktion vergeben.

Griechenland-150Griechenland: In Athen läuft ab heute die umstrittene Auktion zur Vergabe von TV-Lizenzen, statt bisher sieben soll es nur noch vier landesweit empfangbare TV-Sender geben. Die schwierige Finanzlage mache dies nötig, meint die Regierung. Die acht Lizenz-Bewerber werden während der Auktion isoliert von der Außenwelt in den Büros des griechischen Presse-Amtes einquartiert. Der Anfangspreis für jede Lizenz liegt bei drei Mio Euro.
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Griechenland: Regierung will zwei Privatsender schließen.

Griechenland-150Privatsender bangen in Griechenland um ihre Existenz. Laut einem neuen Gesetz sollen nur noch vier Lizenzen an die derzeitigen sechs TV-Sender vergeben werden. Die Regierung begründet das Gesetz mit technischen Gegebenheiten. Premier Alexis Tsipras wirft den Anstalten vor "Teil des Vetternwirtschaftssystem" zu sein, während die Opposition behauptet, er wolle kritische Sender schließen. Journalistenverbände befürchten den Verlust Hunderter Arbeitsplätze.
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Kritik an bezahltem Talkshow-Auftritt von Yanis Varoufakis.

Varoufakefake VaroufakisScheckbuch-Interview: Ein Talkshow-Auftritt des ehemaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis sorgt in Italien für Aufregung, naturgemäß vor allem bei den konservativen Parteien. Der Sender RAI 3 hat trotz massiver Schulden dem griechischen Sparprogramm-Kritiker 24.000 Euro Gage gezahlt. Einen Flug erster Klasse nach Rom bekam er auch spendiert. Die Sendung heißt passenderweise "Che tempo che fa" ("In was für Zeiten leben wir eigentlich").
derstandard.atKommentieren ...

Meinung: Die "Süddeutsche" ist zu unkritisch.

SZ 150Süddeutsche Zeitung ist in ihrer Griechenlandberichterstattung zu unkritisch, finden die Sprachforscherinnen Margarete Jäger und Regina Wamper, die sechs Monate lang SZ-Kommentare ausgewertet haben. Die Griechen würden hauptsächlich paternalistisch oder abwertend beurteilt. Es gebe zwar auch Lichtblicke, trotzdem sollten die Medien Regierungspositionen kritischer hinterfragen.
heise.deKommentieren ...

"Spiegel" und "stern" begegenen sich bei Varoufakis.

stern-Logo ohne Schriftzug 150stern mietet sich bei Yanis Varoufakis ein und läuft dort Reportern vom "Spiegel" über den Weg. Thomas Hüetlin und Dirk Kurbjuweit schildern in ihrer Homestory über den ehemaligen griechischen Finanzminister die Begegnung mit einem "stern"-Kollegen, der sich während des "Spiegel"-Interview in der Wohnung von Varoufakis "in der Nähe der Tür" aufhielt - womöglich, um das Gespäch mitzuhören. Zuvor hatte Varoufakis den Interview-Termin mit den "Spiegel"-Reportern kurzfristig um zwei Tage verschoben, nachdem er mit dem "stern"-Journalisten ein "eher ideologisches und politisches Gespräch" geführt hatte. Offenbar hatte der "stern"-Mann darauf spekuliert, dass der verschobene Termin für den "Spiegel" zu spät sei, um vor seiner eigenen Geschichte zu erscheinen.
"Spiegel" 31/2015, S. 112 (E-Paper) via "FAS", S. 49 (E-Paper)Kommentieren ...

Meinung: In Talkshows sitzen immer die gleichen linken Griechen.

ard_zdf_150x150ARD und ZDF haben bei Günther Jauch, Anne Will und in anderen Talkshows immer die gleichen Griechen mit ihren linken Parolen zu Gast, wenn über die Griechenlandkrise debattiert wird, behauptet Sofia Taxidis. "Man könnte meinen, es lebten nur anderthalb Griechenstereotype in Deutschland – mit ein und derselben Schallplatte", schreibt sie und listet die Studiogäste der vergangenen Monate auf. ARD und ZDF würden das Geschehen in Griechenland dadurch verzerrt darstellen. "Bildungsauftrag? Fehlanzeige", so Taxidis.
rolandtichy.deKommentieren ...

Griechische Journalisten haben Ärger mit der Justiz.

GriechenlandGriechische Journalisten, die sich für ein "Ja" beim Euro-Referendum stark gemacht hatten, beklagen politischen Druck. Es laufen Untersuchungen seitens der Medienaufsicht und einer Journalistengewerkschaft, ob die bei Privatsendern angestellten Moderatoren die Argumente für eine "Nein"-Stimme bewusst verschwiegen haben. Griechische Mediengesetze sehen vor, dass jede Partei die gleiche Sendezeit erhält.
theage.com, theguardian.com, "Bild", S. 2 (Paid)Kommentieren ...

"Bild" versucht sich als News-Sender.

"Bild" legt sich für die Griechen quer: Fürs Griechenland-Referendum schöpft Springers Boulevard-Haubitze in Sachen Bewegtbild-Berichterstattung im Netz aus dem Vollen. Mit dem Kurz-Magazin "Update" spielt Bild.de Nachrichten-Sender – völlig unabhängig vom verlagseigenen News-Kanal N24. Im Gegensatz zur erst kürzlich gestarteten News-Show Bild Daily kommt "Update" im fernseh-gewohnten Querformat…. Weiterlesen …

Günther Jauch macht Fraktions-Angestellten zum Tsipras-Berater.

Theodoros ParaskevopoulosGriechenland-Krise: Günther Jauch und später auch Anne Will und Maybrit Illner haben ihren Talkshow-Gast Theodoros Paraskevopoulos als Wirtschaftsberater von Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras vorgestellt - immer wieder, obwohl er sich als solcher gar nicht ausgab. Eigentlich ist er Angestellter der Syriza-Parlamentsfraktion. "Aber er kann gut Deutsch und ist telegen", erklärt "Handelsblatt"-Autor Norbert Häring den Schwindel der Medien.
"Handelsblatt", S. 46 (Paid)Kommentieren ...