Der "Economist" reformiert seinen Ruf, um Leserinnen zu locken.

The Economist 150Economist arbeitet an mehr Diversität im Leser(innen)-Marketing. Nur ein Viertel der Abonnenten sind Frauen. 16 Redakteurinnen und Marketing-Mitarbeiterinnen verändern deshalb die Ansprache, schreibt Thomas Hahn: Der "Economist" will nicht mehr aus einer Machtposition von oben herab kommunizieren, sondern häufiger Fragen stellen und den Dialog suchen. An entscheidenden Stellen sitzen Frauen: Zanny Minton ist Chefredakteurin, Marina Haydn Marketingchefin. Der "Economist" gewann zuletzt in Print und Digital Kunden.
"Süddeutsche Zeitung", S. 23 (Paid)

Aufsicht verbietet TV-Werbung von Iceland Foods als zu politisch.

Iceland Foods, britische Supermarkt-Kette, darf einen ursprünglich von Greenpeace erstellten TV-Clip nicht senden. Die Medienaufsicht stuft den Spot als zu politisch ein. Er zeigt einen Comic-Affen, behandelt die Auswirkungen menschlicher Abholzung des Regenwaldes und schließt mit der Botschaft, Iceland würde auf Produkte mit Palmöl verzichten. Iceland wollte den Clip im Weihnachtsgeschäft ausstrahlen.
telegraph.co.uk

Liz Corbin hat trotz Brexit keine Angst vor Bedeutungsverlust von BBC World News.


Brexit, so what? Liz Corbin, News-Chefin von BBC World News, hat keine Sorge, dass das weltweite Interesse am internationalen, kommerziellen Nachrichtensender der BBC nach dem Brexit sinken könnte: "Die BBC ist schon viel älter als die Europäische Union und hat ihren Platz in der Welt", sagt sie im Interview mit Horizont und turi2.tv bei den Medientagen München. Mit weltweit mehr Mitarbeitern als jeder andere Newskanal werde sich BBC World News auch künftig dem internationalen, unabhängigen Journalismus verschreiben.

"Wir sind nicht das Sprachrohr des Vereinigten Königreichs oder der Regierung", entgegnet sie ganz entschieden auf die Frage nach politischer Einflussnahme. Die BBC sei immer noch die "vertrauenswürdigste Nachrichtenmarke der Welt", sagt Corbin. Damit das so bleibt, müsse der Sender weiterhin "relevant, genau und unparteiisch" sein. Das gelte auch für die unterschiedlichen Ansichten über den bevorstehenden Brexit.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

Großbritannien will von den Tech-Giganten bis zu 400 Mio Pfund Steuern jährlich einsammeln.

Großbritannien: Schatzkanzler Philip Hammond kündigt eine Steuer für Tech-Firmen an. Facebook, Amazon, Google und Co müssen ihre Einnahmen, die sie durch britische Nutzer erzielen, mit 2 % versteuern. Hammond erhofft sich davon bis 2020 jährlich 400 Mio Pfund für die Staatskasse.
theguardian.com, businessinsider.de

Zitat: "Doctor Who" bräuchte eigentlich gar kein Geschlecht, findet Jodie Whittaker.

"Eine Frau kann genauso viel Qualität mitbringen, wie ein Mann. An den Anblick müssen sich manche aber erst einmal gewöhnen."

Jodie Whittaker, nach 55 Jahren die erste Frau als Doctor Who, ist froh, dass Zuschauer über sie als weiblichen Doktor so aufgeregt sind. Das Thema nerve sie nicht, da es ihr sehr am Herzen liege, verrät sie im DWDL-Interview.
dwdl.de

Studie: Print-Publikum wandert nicht automatisch ins Digitale.

News-Konsum verschiebt sich mit dem Ende der gedruckten Tageszeitung nicht automatisch ins digitale Angebot, zeigt ein Blick auf den britischen The Independent. Print-Leser waren vor der Einstellung der Zeitung für 81% des Konsums verantwortlich und lasen 37 bis 50 Minuten – Online-Leser nur 6 Minuten im Monat. Das änderte sich beim Print-Aus kaum, beobachten die Wissenschaftler Neil Thurman und Richard Fletcher. Die Zeitungs-Fans lesen nach dem Aus nicht unbedingt weniger, sondern wechseln zur Print-Konkurrenz.
niemanlab.org, city.ac.uk (Studie)

Comcast erhält den Zuschlag für Sky-Übernahme.


Letztes Gebot: Der US-Kabel-Gigant Comcast erhält im Übernahmekampf um Sky den Zuschlag. Rupert Murdochs 21st Century Fox geht leer aus. In der letzten von drei Auktionsrunden bietet Comcast 17,28 Pfund pro Aktie, insgesamt 30 Mrd Pfund. Das letzte Gebot von Fox lag bei 15,67 pro Aktie. Nun müssen Comcast und Fox den Sky-Aktionären ein formelles Angebot vorlegen. Comcast-Chef Brian Roberts apelliert an die Sky-Aktionäre, das Angebot anzunehmen.

Fox besitzt 39 % der Anteile und wollte Sky eigentlich schon 2016 komplett übernehmen. Die Aufsichtsbehörden fürchteten aber zu viel Einfluss Murduchs auf die britische Medienlandschaft und zogen die Genehmigung in die Länge. Fox hätte sich etwa vom Nachrichten-Sender Sky News trennen müssen. Für Comcast ergab sich dadurch die Chance, ein eigenes Gebot in den Hut zu werfen, das nun mit einem Zuschlag endet.
cnbc.com, bbc.com, handelsblatt.com, dwdl.de, turi2.de (Background)

Julian Assange droht der Entzug der ecuadorianischen Staatsbürgerschaft.

Ecuador will Wikileaks-Gründer Julian Assange die Staatsbürgerschaft entziehen, die er seit Anfang 2018 besitzt, berichtet Reuters. Konservative Abgeordnete sagen, es habe Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe gegeben. Zudem sei unklar, ob er Staatsbürger Ecuadors sei und auf Kosten des Landes in dessen Botschaft lebe. Auf Asyl habe er offenbar verzichtet. Assange wohnt seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London. Ihm droht die Auslieferung in die USA.
stern.de (90-Sek-Video)

Bild des Tages: Tesco eröffnet ersten Discounter-Markt Jack’s.


Angst vor Aldi: Tesco wirbt an einem Gemüseregal in seinem neu eröffneten Discounter mit frischen Produkten zu frischen Preisen. Unter der neuen Marke Jack's eröffnet heute im britischen Chatteris in Cambridgeshire der erste Discounter der Supermarktkette, mit denen sich Tesco vor der zunehmenden Konkurrenz durch Aldi und Lidl schützen will. Jack's erhält seinen Namen von Jack Cohen, der 1919 das Geschäft gründete, das sich später zu Tesco entwickelt hat. (Foto: Joe Giddens / empics / Picture Alliance)

Gericht: Großbritannien hätte Journalisten nicht ausspähen dürfen.

Großbritannien hat mit der massenhaften Ausspähung der E-Mails von Journalisten gegen die Meinungs- und Pressefreiheit verstoßen, urteilt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Der Geheimdienst werde nicht "angemessenen und unabhängig" kontrolliert, welche E-Mails er untersucht, sei nicht klar definiert. Zu den 16 Klägern gehörten Enthüllungsjournalisten, die Vereinigung Big Brother Watch und NGOs. Sie klagten, nachdem Edward Snowden 2013 die Spionagepraxis der Geheimdienste in den USA und in Großbritannien aufdeckte.
derstandard.at

UK: Verdächtiger Transporter legt BBC-Funkhaus in London lahm.

BBC-Logo-150x150BBC: Die Polizei hat das Londoner Funkhaus wegen einer Bombendrohung abgeriegelt. Grund dafür war ein vor dem Bürogebäude parkender verdächtiger Transporter. Mithilfe eines Roboters nahm die Polizei drei kontrollierte Sprengungen vor. Die Mitarbeiter der BBC wurden in einer internen Mail dazu aufgefordert, sich von den Fenstern fernzuhalten. In dem Transporter befanden sich jedoch lediglich Kartons und ein Motorrad.
theguardian.com

Burda übernimmt "BBC GoodFood".

Burda übernimmt über seine britische Tochter Immediate Media die Zeitschrift BBC GoodFood samt Digital- und Events-Geschäft von den BBC Studios. Die Zeitschrift hat laut Burda 1,3 Mio Leser monatlich und erreicht online 22 Mio Nutzer. Chris Kerwin, bisher "BBC GoodFood"-Verlagsleiter, lenkt als Managing Director bei Immediate Media künftig die gesamte Food-Einheit inklusive der bestehenden Marke "Olive".
burda.com

Basta: Ikea lässt Stau-Opfer im Möbelhaus übernachten.

Eine Nacht hinter schwedischen Gardinen: Nach einem LKW-Unfall im britischen Thurrock samt Vollsperrung der Autobahn M25 sind rund 200 gestrandete Autofahrer in einen Genuss gekommen, von dem manche seit Langem träumen: Sie durften im nahen Ikea-Möbelhaus übernachten. Ob sie ihre Betten selbst zusammenbauen mussten, ist nicht überliefert.
bild.de, dailymail.co.uk

"Economist" erzielt Plus in Print und digital.


Wirtschaftswachstum: Das britische Nachrichtenmagazin "Economist" meldet für das erste Halbjahr ein deutliches Plus. Insgesamt stieg der Vertriebsumsatz um 14 %. Die Printauflage legt um 1,4 % auf im Schnitt 1,4 Mio Exemplare zu. Dennoch gewinnt der Digitalbereich an Bedeutung: Hier verkauft das Magazin 14,9 % mehr Abos. Damit tragen digitale Erlöse ein Drittel zum Vertriebsumsatz bei.

56 % der gedruckten Ausgaben und 48 % der Digitalabos verkauft der "Economist" in Nordamerika. Dahinter folgt der britische Heimmarkt mit 18 % in Print und 21 % im Digitalen, gefolgt vom Rest Europas, wo das Magazin 15 % seiner Print- und 14 % seiner Digitalabos vertreibt.
dnv-online.net

Amazon plant Versicherungsvergleichsseite in Großbritannien.

Amazon bereitet offenbar den Start einer Seite zum Vergleich von Versicherungen in Großbritannien vor, berichtet Reuters. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf drei Führungskräfte aus der Branche, mit denen Amazon Gespräche geführt habe. Amazon habe wissen wollen, ob die Versicherungen Angebote über ein Amazon-Portal verkaufen würden. Ein Start des Portals stehe aber noch nicht unmittelbar bevor.
reuters.com

Nach Protesten: "FT"-Boss Ridding zahlt Teil seines Gehalts zurück.

Financial Times: CEO John Ridding reagiert auf Proteste der Belegschaft und gibt mehr als eine halbe Mio Pfund seiner Einkünfte zurück. Für 2017 hatte Ridding 2,55 Mio Pfund erhalten, mehr als die Hälfte des operativen Gewinns der Zeitung. 510.000 davon sollen nun in die Entwicklung des Wirtschaftsblatts fließen und u.a. dafür sorgen, dass Frauen bessere Aufstiegschancen bekommen.
spiegel.de

Korrektur 18.35 Uhr:
In einer früheren Version dieser Meldung hat turi2 eine falsche Zahl genannt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Basta: 183 Jahre altes Gesetz verhindert Start von E-Scooter-Startups im UK.

Aus der Zeit gefallen: Anbieter von E-Scootern wie Bird, Lime, Jump und Spin können in Großbritannien nicht starten. Auf den Straßen fehlt den E-Scootern die Zulassung. Auf dem Bürgersteig, wo sie für gewöhnlich in anderen Ländern fahren, dürfen sie auf der Insel aber auch nicht ran. Ein 183 Jahre altes Gesetz verbietet es, dort Pferde, Esel oder anderen Fahrzeugen fortzubewegen.
businessinsider.de

Basta: Australier können sich kostenlos ein Bild von der Queen bestellen.

Königliches Angebot: Australier sehen HM Queen Elizabeth II. eher selten im eigenen Land. Damit die Monarchisten in Down Under nicht in Sehnsucht zerfließen, können sie bei ihrem zuständigen Abgeordneten kostenfrei ein Bild ihres Staatsoberhauptes anfordern. Die Briten müssen hingegen für ihren Patriotismus zahlen.
vice.com, mashable.com

Studie: Konsumenten bevorzugen E-Mails im Direktmarketing.

apple mailDirektmarketing: 73 % der Konsumenten in Großbritannien empfangen gezielte Werbung am liebsten oder zweit liebsten per E-Mail, sagt eine DMA-Studie. Dahinter folgt mit 41 % das klassische Mailing per Post. Social Media erreicht lediglich 22 %. Neue Produkte und Services nehmen Kunden kaum per Mail, sondern eher im TV oder direkt im Laden wahr.
mediapost.com

Jüdische, britische Zeitungen warnen vor Antisemitismus der Labour-Partei.

Großbritannien: Die drei größten jüdischen Zeitungen "Jewish News", "Jewish Chronicle" und "Jewish Telegraph" erscheinen diese Woche mit gleichen Titelseiten, um auf die "existenzielle Bedrohung jüdischen Lebens in diesem Land" aufmerksam zu machen, die sie durch die Labour-Partei befürchten. Die drei Blätter sind eigentlich Konkurrenten. Großbritannien hat nach Frankreich die zweitgrößte jüdische Gemeinde Europas.
taz.de

Modelabel Bench schließt seine Filialen auch in Deutschland.

Bench, insolventes Modelabel aus Großbritannien, muss auch in Deutschland, Österreich und den Niederlanden alle 14 Filialen dicht machen. Von der Schließungswelle sind 100 Mitarbeiter betroffen, die Läden sollen spätestens bis Mitte August schließen. Der neue Markeneigentümer habe kein Interesse an der Fortführung des bestehenden Filialnetzes, teilt der Insolvenzverwalter mit.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Sänger Cliff Richard bekommt 236.000 Euro Schadenersatz von der BBC.

BBC muss Cliff Richard 236.000 Euro Schadenersatz zahlen. Der Sender hatte 2014 über eine Razzia im Londoner Haus des britischen Sängers berichtet und dabei u.a. einen Hubschrauber eingesetzt. Das Gericht kritisiert die "sensationslüsterne Art" der Berichterstattung und sieht eine Verletzung der Privatsphäre. Die Beamten ermittelten wegen eines Vorwurfs der sexuellen Belästigung aus den 1980er Jahren. Es kam nie zu einer Anklage.
nytimes.com

Öffis finanzieren sich in den meisten europäischen Ländern durch Gebühren.

Öffentlich-Rechtliche finanzieren sich in Europa meist mit einem ähnlichen Modell wie in Deutschland. Die Rundfunkanstalt SRG in der Schweiz setzt überwiegend auf Gebühren, in Österreich variieren sie für den ORF je nach Wohnort. Dänemark erhebt eine Rundfunkgebühr pro Haushalt, will sie aber 2022 abschaffen und ersetzt sie durch Änderungen des persönlichen Steuer-Freibetrags. In Großbritannien zahlt jeder Haushalt einen Festbetrag für die BBC, die Niederlande finanzieren den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus Steuermitteln.
digitalfernsehen.de