Gabor Steingart kritisiert Verleger Dieter von Holtzbrinck in seiner Abschiedsmail.


Aufrechter Abgang: Ex-"Handelsblatt"-Geschäftsführer Gabor Steingart bedankt sich in einer Abschiedsmail gewohnt wortgewaltig bei den Mitarbeitern der Handelsblatt Media Group, kress.de dokumentiert das Schreiben. Der geschasste Herausgeber macht klar, dass sein Abgang "nicht ganz freiwillig" ist, beschwört den Zusammenhalt der Mitarbeiter und findet auch selbstkritische Worte: "Vielleicht bietet ja mein Abgang auch Chancen für Ihre eigene Entfaltung." Wer immer im Mittelpunkt stehe, stehe immer allen im Wege.

Kritik übt er an Verleger Dieter von Holtzbrinck in zwei Punkten: Erstens wirft er ihm eine Einmischung in die interne Presse- und Meinungsfreiheit vor. Sein Handeln in der Causa Martin Schulz habe ihn vom Verleger entfremdet, schreibt Steingart. Die Freiheit der Andersdenkenden sei für Steingart "nicht verhandelbar".

Zweitens warnt Steingart davor, notwendige Reformen zu verschlafen. Der "5-Prozent-Gesellschafter" hätte den bisherigen Investitions-Kurs gerne fortgesetzt. Nötig sei eine "kraftvolle Digitalstrategie für die beiden großen Titel" - "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche". Nostalgie, das hätten Verlag und Mitarbeiter "oft genug gemeinsam festgestellt, ist kein Geschäftsmodell".
kress.de (Wortlaut E-Mail), kress.de (Einordnung kress.de), turi2.de (Protest-Brief), turi2.de (Causa Schulz)

Mitarbeit: Markus Trantow

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gabor Steingart zeigt die Zentrale von "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche".



Aus dem Archiv von turi2.tv: Beat Balzli zeigt die "Wirtschaftswoche"-Redaktion.

1 Kommentar

Zitat: Steingart ist auf Protest-Brief der Führungskräfte an Dieter von Holtzbrinck stolz.

"Diese Gradlinigkeit hat mich beeindruckt. Das Unternehmen hat zwar seinen Chef verloren, aber nicht seinen Stolz."

Ex-"Handelsblatt"-Geschäftsführer Gabor Steingart bedankt sich in seiner Abschiedsnachricht an die Mitarbeiter für den Protest-Brief der "Handelsblatt"-Führungskräfte an Verleger Dieter von Holtzbrinck. Dessen "Handhabung der Presse- und Meinungsfreiheit in Sachen Martin Schulz" habe Steingart vom Verleger entfremdet.
kress.de, kress.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Gabor Steingart startet eigenes Morning Briefing "in einigen Wochen".

Gabor Steingart sammelt auf seiner Website bereits E-Mail-Adressen für sein eigenes Morning Briefing. Interessenten bekommen die Nachricht: "In einigen Wochen geht es los." Steingart darf seinen spitz-pointierten Morgen-Newsletter nach seinem Ausscheiden beim "Handelsblatt" auch in eigener Eigentümerschaft herausgeben.
gaborsteingart.com/newsletter via twitter.com/SandraStruewing, horizont.net (Background)Kommentieren ...

"Cicero" und "Monopol" wechseln vom Vermarkter IQ Media zu Inspiring Network.


Vom Goliath zum David: Res Publica Verlag wechselt den Vermarkter der Magazine "Cicero" und "Monopol", ab April übernimmt Inspiring Network von IQ Media. Wencke von der Heydt verantwortet die Vermarktung der Hefte.

Hinter Inspiring Network steht Katarzyna Mol-Wolf, u.a. mit "Emotion". Sie schwärmt von der "sehr hochwertigen Männer-Zielgruppe", die durch die neue Anzeigenaufstellung entstehe. Sie hält es für realistisch, höhere Vermarktungsumsätze zu erzielen als IQ Media.

Beide Verlage verbindet eine ähnliche Geschichte: Die Hefte waren Teil eines großen Verlags, bevor Christoph Schwennicke und sie sich jeweils mit einem Management Buy-Out selbstständig gemacht haben. "'Cicero' und 'Monopol' sind bei Inspiring Network besser aufgehoben als bei einem Großveranstalter." Kleine Titel ließen sich nicht in erster Linie über die Reichweite vermarkten und gingen bei großen Vermarktern deshalb schnell unter.
horizont.net, iqm.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Christoph Schwennicke engagiert sich für Flüchtlinge.
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fragebogen2: Sven Afhüppe.


fragebogen2: Sven Afhüppe wäre als Kind gerne Bäcker geworden, weil es gut riecht, gut schmeckt und man den Menschen damit auch noch eine Freude macht. Als Chefredakteur des "Handelsblatts" serviert er heute zwar nicht die Brötchen, aber immerhin die Zeitung zum Frühstück. Im Video-Fragebogen outet sich der gebürtige Westfale als Fan des Kölner Karnevals.
turi2.tv (2-Min-Video auf YouTube)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Das "Handelsblatt" 2018: Chefredakteur Sven Afhüppe im Strategie-Gespräch.

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Wiwo.de relauncht die Internetseite und will bessere Übersichtlichkeit bieten.


Kehrwoche: Wiwo.de räumt ihre Internetseite auf und will auf allen Geräten schneller laden. Der Relaunch mithilfe der Agentur Edenspiekermann soll die Website übersichtlicher machen und führt neue Schriften, Farben und Bildformate ein. Nutzer finden schon auf dem Seitenkopf die aktuellen Top-Themen - etwa Industrie oder Uni-Ranking. Weiter unten folgt eine Bühne für Bezahl-Inhalte.

Die Redaktion will auf der neuen Seite mehr eigene Schwerpunkte setzen, mehr Videos und "neue digitale Erzählformate" ausprobieren. Der Relaunch erfolgt unter dem neuen Online-Chef Lutz Knappmann, soll aber mehr als zwei Jahre lang in Arbeit gewesen sein.
wiwo.de, wiwo.de, twitter.com (16-Sek-Video Wiwo.de-Evolution), twitter.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: Beat Balzli zeigt die "Wirtschaftswoche"-Redaktion.
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Meinung: Gabor Steingart kann zeigen, ob Journalisten ohne Verlag auskommen.

Gabor Steingart könnte einen Präzedenzfall dafür liefern, ob Ein-Personen-Pressemarken auch ohne Verlage auskommen, schreibt Markus Schöberl. Mit 700.000 Newsletter-Abonnenten hat Steingart bereits den Grundstock. Wäre er erfolgreich, wäre das eine Inspiration für viele. Mit journalistischen Experimenten könne sich Steingart mehr verdient machen als mit jedem Verlags-Top-Job.
xing.com/newsKommentieren ...

fragebogen2: Beat Balzli.


fragebogen2: Beat Balzli hatte schon immer einen Faible für Geld, gesteht der Schweizer im Video-Fragebogen von turi2.tv. Sein Berufswunsch als Kind war daher Notenbanker. Der Chefredakteur der "Wirtschaftswoche" erklärt außerdem, warum er immer blitzsaubere Schuhe trägt und dass er Grunde seines Herzens ein geduldiger Mensch ist, obwohl alle ihn für ungeduldig halten.
turi2.tv (92-Sek-Video), turi2.tv (Video-Rundgang "Wirtschaftswoche")

Aus dem Archiv von turi2.tv: Beat Balzli zeigt die "Wirtschaftswoche"-Redaktion.

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"Spiegel": Steingart forderte happige Investitionen, kritisierte Grabner, erzürnte DvH.

Gabor Steingart hat Dieter von Holtzbrinck am Montag vor seinem überraschenden Abgang um Investitionen in "mittlerer zweistelliger Millionenhöhe" in die Handelsblatt-Gruppe gebeten, berichtet der "Spiegel". DvH habe sich schockiert gezeigt, der Streit sei Ursache für Steingarts Abgang, so der "Spiegel". Gabor Steingart habe vorgeschlagen, die Fachzeitschriften der Handelsblatt-Gruppe zu verkaufen, um die Hauptmarke zu stärken. Außerdem habe er den Aufsichtsrat und Holzbrinck-Consigliere Michael Grabner als "zu gestrig und zu wenig digital" kritisiert.
"Spiegel" 8/2018, S. 76 (Paid) Kommentieren ...

Pimpl: Handelsblatt-Gruppe steht "wirtschaftlich sehr gut da", schreibt die Geschäftsführung.

Handelsblatt Media Group erfreut sich wirtschaftlich bester Gesundheit, betonen die Geschäftsführer Frank Dopheide, Ingo Rieper und Gerrit Schumann in einer internen E-Mail, aus der Roland Pimpl berichtet. Berichte über eine schwierige Lage seien "schlichtweg falsch". Umsatz und Ergebnis seien 2017 "kraftvoll gewachsen".

Schlechte Zahlen, resümiert Pimpl, seien als "vermeintlicher Grund" für die Steingart-Absetzung also nicht zu gebrauchen. Besonders loben die drei Chefs die "positive Entwicklung" der Geschäftsbereiche IQ Digital, Handelsblatt Research, des Event-Geschäfts, der 360-Grad-Vermarktung und der beiden Wirtschaftsclubs von "Handelsblatt" und "Wiwo". Konkrete Zahlen seien in der E-Mail nicht enthalten, schreibt Pimpl.
horizont.net
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Modische Marktwirtschaft: 6x jährlich beleuchtet das Handelsblatt Magazin die schönen Seiten der Wirtschaft und berichtet über Macher, Trends und Visionen. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe stehen neben dem Werdegang Zalandos auch die Sitzgelegenheiten Roche Bobois', die Pläne Lavinia Biagiottis und die Uhren Richard Milles. Ab 16.02.
magazin.handelsblatt.com

Roland Pimpl macht sich Gedanken um Gabor Steingarts Zukunft.

Gabor Steingart kann nun ein eigenes Geschäft aufziehen, schreibt Roland Pimpl - dank einer Vereinbarung dürfe er für den Newsletter trotz Abgangs die Infrastruktur beim "Handelsblatt" nutzen. Ein Führungsjob anderswo hänge davon ab, wo für "ein Kaliber wie Steingart" Platz sei. Pimpl sieht Steingart-Fans bei Gruner + Jahr sowie Springer. Als Berater sei Steingart zwar vorstellbar, dabei könne ihm allerdings die Bühne fehlen.
"Horizont" 8/2018, S. 1 u. 4 (Paid)Kommentieren ...

Gabor Steingart: Sparpläne sollen Grund für Trennung sein, schreibt Jochen Kalka.

Gabor Steingart: Sparpläne von Verleger Dieter von Holtzbrinck sollen der Grund für den plötzlichen Abgang von Junior-Verleger Gabor Steingart gewesen sein, schreibt Jochen Kalka. Im Vorfeld eines Strategie-Meetings zum Kurs der Handelsblatt Media Group habe sich DvH "völlig überraschend" für eine Konsolidierung ausgesprochen, während Steingart gern weiter expandieren würde. Die Entscheidung, sich zu trennen, sei ebenfalls "völlig überraschend" gekommen.
wuv.deKommentieren ...

Dieter von Holtzbrinck: Steingart wollte 2020 sowieso aussteigen.

Dieter von Holtzbrinck 2013-150Rechtfertigung: Dieter von Holtzbrinck war bei der Mitarbeiterversammlung am Freitag laut kress-Mann Bülend Ürük "teilweise hörbar überfordert" und hat seinen Mitarbeitern eine seltsame Interpretation zum Abgang von Gabor Steingart geliefert. Steingart habe sich, so Dieter von Holtzbrinck, Ende 2020 sowieso aus seiner aktiven Rolle beim Handelsblatt zurückziehen wollen, "um weniger stressig zu arbeiten". Über die wahren Gründe für die Ablösung des Verlagschefs ließ Dieter von Holtzbrinck seine Mitarbeiter im Dunkeln: "Das sind Interna, das werden Sie verstehen."
kress.deKommentieren ...

lexikon2: Gabor Steingart ist "der große Unvollendete der deutschen Medien".

Nachruhm: Gabor Steingart ist "der große Unvollendete der deutschen Medien": "Erst wollte er die Welt retten, dann den 'Spiegel' und schließlich das 'Handelsblatt' – drei unvollendete Missionen". Mit diesem Satz beginnt der aktualisierte Eintrag von Steingart im lexikon2. Markus Trantow und Peter Turi halten darin auch fest: "Steingart bleibt ein Vordenker der Branche, Liebling der Leser und Vorbild für viele."
lexikon2.de
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Gabor Steingart hatte beim "Handelsblatt" Hausverbot – aus Versehen.

Gabor Steingart hatte beim "Handelsblatt" am ersten Tag der Trennung Hausverbot, schreibt Bülend Ürük. Verleger Dieter von Holzbrinck habe das Hausverbot aufgehoben, da es offenbar nur "aus Versehen" erfolgte - eine Formulierung in einem Muster-Trennungs-Anschreiben sei ohne entsprechende Korrektur durchgewunken worden. Die Abfindung und der Rückkauf der 5 % an der Handelsblatt Media Group, die Gabor Steingart hält, dürften den Verleger einen zweistelligen Mio-Betrag kosten, schätzt Ürük. In dieser Woche verhandeln die Anwälte miteinander, wie der Übergang erfolgt.
kress.de, turi2.de (Kommentar von Peter Turi)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gabor Steingart zeigt das neue Handelsblatt-Haus.

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Sven Afhüppe beschwört Kontinuität nach Steingart-Demission.


Rückwärts nimmer: Sven Afhüppe setzt nach dem Abgang von Gabor Steingart das erste offizielle Lebenszeichen aus der "Handelsblatt"-Redaktion ab. Auf Seite 3 der gedruckten Ausgabe macht er klar, dass die Journalisten von "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche" mit der Demission ihres Anführers nicht einverstanden sind, die Entscheidung des Verlegers Dieter von Holtzbrinck aber "respektieren".

Steingart habe an der "fulminanten Entwicklung" des "Handelsblatts" großen Anteil. Umso mehr bewege es die Mitarbeiter, "dass Gabor Steingart unser Verlagshaus verlassen soll". Afhüppe setzt hinzu: "Ich und die Handelsblatt-Redaktion wären diesen erfolgreichen Weg der Erneuerung gern mit ihm weitergegangen."

Nun muss es ohne Steingart weitergehen. Und – geht es nach Afhüppe – bleibt alles, wie es ist: Die englischsprachige Global Edition werde "kraftvoll" weiterentwickelt, der Live-Journalismus bleibe Markenzeichen. Den Unkenrufen über eine wirtschaftliche Schieflage hält er die steigende Auflage und die Zahl der Digital-Abos entgegen.

Auch um die publizistische Unabhängigkeit müssten sich die Leser nicht sorgen: "Sie können sich darauf verlassen, dass das 'Handelsblatt' bei allen personellen Veränderungen weiter für unabhängigen und kritischen Journalismus steht", schließt Afhüppe. Klingt so, als sei Steingart nicht der einzige, der in der Toulouser Allee demnächst sein Büro ausräumt.
"Handelsblatt", S. 3, turi2.de (Steingart-Abgang), turi2.de (Kommentar von Peter Turi)

Aus dem Archiv von turi2.de: Das "Handelsblatt" 2018: Chefredakteur Sven Afhüppe im Strategie-Gespräch.

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"Spiegel": Gabor Steingart kam der Sonne zu nah.

Gabor Steingart: Die Manager im Hause Holtzbrinck hätten sich vom geschassten "Handelsblatt"-Chef mehr wirtschaftlichen Erfolg und "we­ni­ger öf­fent­li­che Selbst­dar­stel­lung" gewünscht, analysiert der "Spiegel". Eigentlich habe Die­ter von Holtz­brinck Steingarts Morning Briefing gemocht, doch die Zahl der Steingart-Freunde in der Stuttgarter Holding sei klein.
"Spiegel" 7/2018, S. 67, blendle.com (Paid)Kommentieren ...

Renner: Meedia, Global Edition und Tichy kosten Steingart den Job.


Gründe für den Gang des Gabors: Der üblicherweise gut informierte Kai-Hinrich Renner legt den Kopf auf die Schiene der Handelsblatt Media Group und spekuliert über die Gemengelage, die Verleger Dieter von Holtzbrinck bewogen hat, seinen Junior-Verleger Gabor Steingart zu defenestrieren. Zum ersten habe der von Steingart erworbene Mediendienst Meedia die "erhofften Synergien" mit dem Marketingtitel "Absatzwirtschaft" nicht gehoben.

Die englischsprachige Global Edition, als rheinische Mischung aus "Economist" und "Business-Insider" projektiert, sei ein "Fass ohne Boden". Auch Steingarts Personalentscheidungen hätten immer wieder zu einem gewissen Kopfschütteln geführt. Bei der "Wirtschaftswoche" hatte Steingart 2014 den zumindest ökonomisch erfolgreichen Roland Tichy abgelöst, Nachfolgerin Miriam Meckel habe keine besseren Zahlen geliefert.
abendblatt.de2 Kommentare

Kommentar von Peter Turi: Hinter Gabor Steingart tut sich ein Abgrund auf.

Der Himmel über Düsseldorf verdüstert sich: Junior-Verleger Gabor Steingart verlässt die Handelsblatt Media Group, Senior-Verleger Dieter von Holtzbrinck hat jetzt ein Problem. Ein Kommentar von turi2-Gründer Peter Turi. (Foto: Michael Englert für turi2.de/edition2)

Was wird aus dem Handelsblatt ohne Gabor Steingart? Die beste Idee, sagte Gabor Steingart mir vor nicht mal einem Jahr, die er selbst nie gehabt habe, sei die Idee seines Verlegers Dieter von Holtzbrinck, gewesen, ihn auf die Verlagsseite des "Handelsblatts" zu holen. Heute steht fest: Dieter von Holtzbrinck hat diese Idee jetzt bereut und die Notbremse gezogen. Und steht beim "Handelsblatt" vor einem Scherbenhaufen.

Warum nur ist es zu dieser Trennung gekommen? Die Verbindung schien so gut zu passen: Hier der zurückhaltende, liberale Verleger, der seine Journalisten machen lässt, dort der unternehmungslustige Journalist, der sichtbar Spaß am Verlegen gefunden hat. Als ausgeschlossen darf dabei gelten, dass allein der Ärger Dieter von Holtzbrincks über einen scharfen Kommentar von Steingart gegen SPD-Minus-Mann Martin Schulz die plötzliche Trennung bewirkt hat. DvH gilt als liberal und besonnen.

Die Ursachen dürften tiefer liegen, womöglich in der Persönlichkeit von Steingart. Der ist unfassbar schnell im Denken, Sprechen, Schreiben und Handeln, dazu bis zum Anschlag selbstbewusst. Womöglich hat er die Rolle als Junior-Verleger anders, also weiter und freier definiert, als es dem Senior-Verleger recht war.

Insider, die nicht als Freunde von Steingart gelten, sehen noch einen anderen Grund: "Die Zahlen sind's." Das Erschrecken über die Geschäftszahlen für 2017 sei groß gewesen in der DvH-Holding in Stuttgart. Das Feuerwerk an Konferenzen, Preisen und Events habe das Erodieren des Stammgeschäfts im Vertriebs- und Anzeigenmarkt nicht mehr übertönen können. Steingarts geringes Interesse an der wirtschaftlichen Seite des Verlagsgeschäfts habe die Stuttgarter genervt.

So oder so: Hinter Gabor Steingart tut sich in Düsseldorf ein Abgrund auf - ein Nachfolger ist weit und breit nicht in Sicht. So wenig wie ein neues Konzept. Steingart hat die publizistische Linie und das Führungspersonal ganz auf sich und sein Konzept Live-Journalismus ausgerichtet. Es ist die Frage, was und wer bleibt von der Ära Steingart.

Background-Infos von turi2 zu Gabor Steingart:

Gabor Steingart spricht im September 2016 im 7-Seiten-Interview mit der turi2.de/edition4 über Innovation und darüber, wie er das "Handelsblatt" umgebaut hat. Der Artikel ist vollständig und kostenlos lesbar im E-Paper auf turi2.de/epaper/4, dazu unten bei Gehe zu Seite 44 eingeben.


Gabor Steingart führt turi2.tv durch die neue Firmenzentrale in Düsseldorf-Pempelfort



Gabor Steingart im 40-Minuten-Gespräch mit Peter Turi für turi2.tv zum Thema "Innovation".

1 Kommentar

Causa Steingart: Afhüppe, Balzli und Meckel schreiben Protest-Brief an Dieter von Holtzbrinck.


Alle für Gabor: Die Handelsblatt-Führungskräfte stellen sich in einem Brief an Verleger Dieter von Holtzbrinck hinter Gabor Steingart. Sven Afhüppe, "Handelsblatt", Beat Balzli und Miriam Meckel, beide "Wirtschaftswoche", sehen in der Demission ihres bisherigen Chefs offenbar einen Eingriff in die interne Pressefreiheit. Sie bezeichnen es in dem Schreiben, aus dem Spiegel Online zitiert, als "verheerendes Signal an die Redaktionen", wenn auf eine unbequeme Meinung die "sofortige Entlassung" folge.

Zudem machen sie sich Sorgen um die Zukunft des Medienhauses: "Nach unserem bisherigen Kenntnisstand gibt es bislang keine Nachfolge- und Übergangsregelungen, was die Geschäfts- und Redaktionsführung vor erhebliche Probleme stellt." Afhüppe, Balzli und Meckel befürchten, dass die Mediengruppe "in unsicheres Fahrwasser" gerate und die Reputation aller Beteiligten Schaden nehme.
spiegel.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Der Schweizer macht gerne viele Überstunden": Beat Balzli zeigt die "Wirtschaftswoche"-Redaktion.



Auch interessant aus der turi2 edition3: "Wiwo"-Chefin Miriam Meckel über die Ambivalenz der Globalisierung.
turi2.de

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Holtzbrinck bestätigt Trennung von Gabor Steingart.


Goodbye, Gabor: "Handelsblatt"-Verleger Dieter von Holtzbrinck und "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart gehen nun auch offiziell getrennte Wege. Am Freitag kurz vor 16 Uhr mit Ende der Mitarbeiter-Versammlung in Düsseldorf hat der Verlag die finale Trennungsnachricht herausgegeben. Darin nennt DvH Medien "Differenzen in wesentlichen gesellschaftsrechtlichen Fragen" als Haupttrennungsgrund. Eine "unterschiedliche Beurteilung journalistischer Standards", wie zuletzt nach dem Morning Briefing von Mittwoch, habe demnach nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

In der Schlussnote unter der Zusammenarbeit finden Holtzbrinck und Steingart warme Worte füreinander: Steingart nennt Holtzbrinck einen "wunderbaren Menschen, dessen Geduld ich über so viele Jahre nicht nur strapaziert, sondern oft genug auch überstrapaziert habe". Holtzbrinck lobt Steingart als "Multitalent", "dynamischen Unternehmensstrategen" und "charismatischen Führer". Beide wollen nun an einem "reibungslosen Übergang" arbeiten.

Das Morning Briefing des "Handelsblatts" soll auch künftig weiter erscheinen – allerdings ohne seinen Erfinder als Autor. Frühaufsteher Steingart verschickt künftig seinen eigenen Morgennewsletter "als unabhängige journalistische Stimme" an seine "rund 700.000 Abonnenten".
turi2.de (Pressemitteilung im Wortlaut)2 Kommentare

Pressemitteilung im Wortlaut: Gabor Steingart verlässt die Handelsblatt Media Group.


turi2.de dokumentiert die Pressemittelung zur Trennung von Gabor Steingart, verbreitet am 9.2.2016 gegen 16 Uhr von DVH Medien, im Wortlaut

Handelsblatt und Gabor Steingart gehen getrennte Wege.

Nach sieben Jahren äußerst erfolgreicher und freundschaftlicher Zusammenarbeit haben sich Handelsblatt-Verleger Dieter von Holtzbrinck und der Vorsitzende der Handelsblatt-Geschäftsführung, Gabor Steingart, der zugleich auch Herausgeber des Handelsblatts war, auf eine Beendigung ihrer beruflichen Partnerschaft verständigt. Zwei Gründe sind hierfür entscheidend. 1. Differenzen in wesentlichen gesellschaftsrechtlichen Fragen. Hinzu kam 2. eine - nicht generell, aber im Einzelfall - unterschiedliche Beurteilung journalistischer Standards. Beide Seiten bedauern die Trennung, wollen aber den freundschaftlichen Kontakt aufrechterhalten und schließen eine andere Form der Zusammenarbeit in der Zukunft nicht aus. Das Handelsblatt Morning Briefing wird wie gewohnt weiter erscheinen. Darüber hinaus wird Gabor Steingart in eigener Eigentümerschaft sein eigenes Morning Briefing an die mittlerweile rund 700.000 Abonnenten als unabhängige journalistische Stimme herausgeben.

Zur Trennung sagt Dieter von Holtzbrinck: „Das Multitalent Gabor Steingart hat in wenigen Jahren zunächst das Handelsblatt, danach die gesamte Handelsblatt Gruppe auf großartige Weise weiterentwickelt und erneuert, was höchsten Respekt und größten Dank verdient. Dabei hat sich der preisgekrönte und breit gebildete Publizist als äußerst kreativer und dynamischer Unternehmensstratege gezeigt, als mutiger und charismatischer Führer. So wurde aus der altehrwürdigen Verlagsgruppe Handelsblatt eine auf vielen Medienkanälen marktführende Handelsblatt Media Group. Diesen erfolgreichen Weg werden wir mit Kraft und Begeisterung weitergehen.“ Gabor Steingart: „Dieter von Holtzbrinck ist ein wunderbarer Mensch und erfahrener Verleger, dessen Geduld ich über so viele Jahre nicht nur strapaziert, sondern oft genug auch überstrapaziert habe. Dass unsere dennoch - oder deshalb? - so erfolgreiche Zusammenarbeit jetzt abrupt endet, lässt uns beide nicht unberührt. Unsere Freundschaft und meine Wertschätzung ihm gegenüber bestehen unvermindert fort. Im Interesse der Handelsblatt Media Group und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihrer Kunden und nicht zuletzt ihrer Leserinnen und Leser arbeiten wir gemeinsam an einem reibungslosen Übergang.“

Kontakt:
Helga Maass
Referentin Unternehmenskommunikation
Tel.: 0711 – 227 202 0
E-Mail: hm@dvhmedien.comKommentieren ...

Sven Afhüppe serviert das Morning Briefing zum Mittag.

Morning Briefing vom "Handelsblatt" erscheint doch noch – mit gut siebenstündiger Verspätung. Vertretungs-Autor und Chefredakteur Sven Afhüppe beginnt den Text mit einer Verspätungs-Entschuldigung: "Manchmal passieren auch in einem Verlagshaus Dinge, die unvorhersehbar sind und die gewohnten Abläufe stören." Konkreter wird er nicht. Das übrige Briefing geht zahm um mit dem vor zwei Tagen gescholtenen Martin Schulz und der Kanzlerin.
morningbriefing.handelsblatt.com, turi2.de (Morning Briefing), turi2.de (Steingart-Ablösung)

Aus dem Archiv von turi2.de: Das "Handelsblatt" 2018: Chefredakteur Sven Afhüppe im Strategie-Gespräch.

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Abgang von Gabor Steingart beim Handelsblatt ist intern bestätigt.

Der Himmel über Düsseldorf verdüstert sich: Junior-Verleger Gabor Steingart verlässt die Handelsblatt Media Group. Senior-Verleger Dieter von Holtzbrinck hat jetzt ein Problem: Das neue "Handelsblatt" hatte sich Steingart auf den Leib geschneidert - was und wer wird bleiben von Gabors Konstrukt? Foto: Michael Englert für turi2.de/edition2

Handelsblatt künftig ohne Steingart: Der Abgang von Gabor Steingart, 56, beim Handelsblatt ist intern bestätigt. Die Redakteure sind für 15 Uhr zu einem Townhall-Meeting eingeladen. Damit bewahrheitet sich die News von Spiegel Online, die von einem Zerwürfnis mit Verleger Dieter von Holtzbrinck, 76, berichtet hatte. Die Meldung kommt dennoch überraschend – hatte Steingart doch in den letzten neun Jahren dem "Handelsblatt" erst als Chefredakteur, dann als Herausgeber und 3-Prozent-Verleger selbstbewusst seinen Stempel aufgedrückt.

Als ausgeschlossen darf dabei gelten, dass allein der Ärger Dieter von Holtzbrincks über einen scharfen Kommentar von Steingart gegen SPD-Minus-Mann Martin Schulz die plötzliche Trennung bewirkt hat. DvH gilt als liberal und besonnen. Die Ursachen dürften tiefer liegen, womöglich in der Persönlichkeit von Steingart. Der ist unfassbar schnell im Denken, Sprechen, Schreiben und Handeln, dazu bis zum Anschlag selbstbewusst. Womöglich hat er die Rolle als Junior-Verleger anders, also weiter und freier definiert, als es dem Senior-Verleger recht war.

Auf jeden Fall steht Dieter von Holtzbrinck beim "Handelsblatt" jetzt vor einem Scherbenhaufen – Steingart hatte den Verlag entschlossen entstaubt, die publizistische Linie, das Unternehmenskonzept und das Führungspersonal ganz auf sich und sein Konzept Live-Journalsmus ausgerichtet. Es ist jetzt die große Frage, was und wer bleibt von der Ära Steingart.
turi2 - eigene Quellen, turi2.de (Background)

Background-Infos von turi2 zu Gabor Steingart:

Gabor Steingart spricht im September 2016 im 7-Seiten-Interview mit der turi2.de/edition4 über Innovation und darüber, wie er das "Handelsblatt" umgebaut hat. Der Artikel ist vollständig und kostenlos lesbar im E-Paper auf turi2.de/epaper/4, dazu unten bei Gehe zu Seite 44 eingeben.


Gabor Steingart führt turi2.tv durch die neue Firmenzentrale in Düsseldorf-Pempelfort



Gabor Steingart im 40-Minuten-Gespräch mit Peter Turi für turi2.tv zum Thema "Innovation".

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SOS Handelsblatt: Steingart ohne Statement – Morning Briefing verspätet.

SOS Handelsblatt: Steingart ohne Statement - das mit Spannung erwartete Morning Briefing des "Handelsblatt", das normalerweise gegen 6 Uhr beim Leser ist, fehlt bis heute morgen um 7.00 Uhr. Unklar bleibt vorerst, ob "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart, tatsächlich - wie von Spiegel Online am Donnerstagabend berichtet - abgelöst wird. Stattdessen fällt auf der Website auf, dass das Morning Briefing seit gestern auch vorgelesen wird - allerdings von Sven Afhüppe, dem Chefredakteur, nicht von Steingart, dem Herausgeber. Die Nachricht von Spiegel Online, Steingart werde wegen eines scharfen Kommentars gegen SPD-Chef Schulz abgesetzt, hatte gestern für ungläubiges Staunen in der Branche gesorgt, gilt Verleger Dieter von Holtzbrinck doch als langmütiger und liberaler Verleger.
handelsblatt.com (Morning Briefing Audio vom 8.2.2018), turi2.de (Background)
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"Spiegel": Gabor Steingart steht beim "Handelsblatt" vor der Ablösung.


Gewitterwolken über Düsseldorf: Gabor Steingart steht beim "Handelsblatt" vor der Ablösung, schreibt der "Spiegel". Grund sei ein Zerwürfnis mit Dieter von Holtzbrinck. Der Verleger der Handelsblatt Media Group störe sich an Steingarts Kampagne gegen SPD-Chef Martin Schulz. Auslöser ist laut "Spiegel" das Morning Briefing von Mittwoch. Darin schreibt Steingart, dass der inzwischen ungeliebte Schulz "Außenminister Sigmar Gabriel zur Strecke bringen" wolle.

Der "Spiegel" zitiert aus einem Schreiben Holtzbrincks an Schulz, in dem sich der Verleger bei dem Politiker entschuldigt: "Das heutige 'Morning Briefing' von Gabor Steingart hat mich schockiert. Inhalt und Stil des Sie betreffenden Textes entsprechen weder meinen publizistischen Qualitäts- und Wertevorstellungen noch denen der Handelsblatt-Redaktion." Am Nachmittag soll es ein Gespräch mit dem Aufsichtsrat gegeben haben, schreibt der "Spiegel". Für Freitag sei ein Gespräch zwischen Steingart und Holtzbrinck geplant.

Steingart ist nicht nur Herausgeber, sondern besitzt als Miteigentümer 3 % des Verlags. Er wirkt seit 2009 in Düsseldorf, seit 2013 agiert er als Junior-Verleger. Das neue "Handelsblatt"-Hauptquartier ist maßgeblich von seinen Ideen und Vorstellungen geprägt, genauso wie die Ausrichtung der Wirtschaftszeitung auf Live-Journalismus. (Foto: Jens Twiehaus/turi2)
spiegel.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gabor Steingart zeigt das neue Handelsblatt-Haus.

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Zitat: "Handelsblatt"-Chef Sven Afhüppe hält den Wandel für eine Wachstumschance.

"Wir reden nicht über Reichweiten von 120.000, wie bei unserer jetzigen Print-Auflage, sondern über ein Vielfaches."

"Handelsblatt"-Chefredakteur Sven Afhüppe sieht im digitalen Wandel vor allem eine Chance, neue Kunden zu erreichen. Vielversprechend sind für ihn Video und englischsprachige Angebote.
turi2.tv (4-Min-Interview)

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Globaler, internationaler, digitaler: "Handelsblatt"-Chef Sven Afhüppe im Strategie-Gespräch.


Volle Kraft auf Expansion: Das "Handelsblatt" will seine neuen Redaktionsräume mit digitalem Journalismus füllen. Chefredakteur Sven Afhüppe beschreibt im turi2.tv-Interview seine Schwerpunkte: Der digitale Leser wird zum wichtigsten Kunden. Mit Handelsblatt TV erschließt sich die Redaktion neue Kanäle. Und große Hoffnungen verbindet Afhüppe mit dem internationalen Markt – weil die britische "Financial Times" nach dem Brexit außerhalb der EU erscheint. Im Einzelnen:

Kunden: Afhüppe schätzt, dass schon in diesem Jahr jeder zweite Abonnent ein digitaler Kunde sein wird. Auf handelsblatt.com werden die kostenpflichtigen Premium-Artikel seit einiger Zeit immer präsenter. Der Verlag zieht die Abo-Schranke noch höher. "Wir entwickeln den digitalen Kunden zu unserem wahrscheinlich wichtigsten Kunden", sagt Afhüppe.

Video: Bewegtbild ist eines der Felder, über das Afhüppe Reichweite aufbauen will, um an neue Kunden heranzukommen. Er will "keine klinisch perfekten Fernsehsendungen", sondern das Fachwissen seiner Redakteure neu aufbereiten, in Videos und Livestreams. Sie sollen nicht nur schreiben, sondern zunehmend vor der Kamera sprechen. "Wir nennen das Handelsblatt TV, ohne jetzt ARD und ZDF Angst machen zu wollen." Allein mit Bewegtbild rechnet Afhüppe, "weit mehr als 10 Mio Menschen" erreichen zu können.

Intelligence Unit: Neu eingestellte Mitarbeiter beginnen gerade in Berlin, das digitale "Handelsblatt"-Angebot zu analysieren und speziell in den Bereichen Video und Social Media zu verstärken. Das Team solle eine "Aktivierungs-Unit" sein, die über Daten herausfindet, welche Themen Nutzer interessieren und wo die "Handelsblatt"-Kanäle vielleicht zu wenig Inhalte bieten. "Über Datenanalyse wissen wir, was gewünscht ist."

International: Afhüppe will die englischsprachigen Angebote des Verlags, Handelsblatt Global, enger an das zentrale Angebot anbinden. Die normale "Handelsblatt"-App (Android: hier klicken) wird künftig auch Englisch können. Afhüppe sieht durch den Austritt des "Financial Times"-Heimatlandes Großbritannien eine Lücke, die sich auftut: "Wer ist dann die englischsprachige Stimme aus Europa? Da sehen wir eine große Chance."
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Auch aktuell bei turi2.tv: Gabor Steingart zeigt das neue Handelsblatt-Haus.
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Video-Rundgang: Gabor Steingart zeigt das neue Handelsblatt-Haus.


Steingarts ganzer Stolz: Die Handelsblatt Media Group richtet sich diese Woche im neuen Düsseldorfer Hauptsitz ein. Ein sichtlich euphorischer Geschäftsführer Gabor Steingart nimmt turi2.tv auf einen Rundgang mit. Die Reporter Markus Trantow und Jens Twiehaus folgen ihm im Laufschritt mit der Kamera in die Konferenz, durch neue Newsrooms und in die Chefbüros. Steingart verkündet visionäre Pläne: Ein TV-Studio mit Publikum soll Live-Journalismus ermöglichen. Und womöglich noch dieses Jahr startet ein Magazin rund um Digitalisierung.

Steingart will an der Toulouser Allee 27 ein Haus rund um Kommunikation betreiben. 700 Mitarbeiter machen Journalismus, sind Agentur, Event-Veranstalter und Analysten. "'Journalismus zuerst' lautet das Motto", versichert Junior-Verleger Steingart, "deshalb ist die Redaktion im obersten Stockwerk. Darüber ist nur der offene Himmel." Der Zuerst-Journalismus bedeutet beim "Handelsblatt" künftig digitale Live-Berichterstattung. Gleich neben dem Newsdesk entsteht ein TV-Studio mit Platz für Publikum. Von hier sollen "Handelsblatt"-Journalisten live ihre Einschätzungen abgeben – Video-Programm für die eigenen digitalen Angebote und soziale Medien.

Im Büro von "Wirtschaftswoche"-Herausgeberin Miriam Meckel verrät Steingart, dass ein Team an einem neuen Magazin-Konzept arbeitet. Noch dieses Jahr könnte die Premiere erscheinen, wohl im vierteljährlichen Rhythmus. Steingart will die "WiWo" damit nicht ersetzen, nur ergänzen. Er wünscht sich "Inspiration für eine neue Zeit". Viel Raum ist im neuen Medienhaus für Begegnungen eingeplant: Auf dem Dach werden 150 Lounge-Möbel für Veranstaltungen stehen, die Abonnenten näher an die Marken des Hauses binden. "Kein Google, kein Facebook, kein Yahoo kann wirkliche Community bieten", sagt Steingart. "Die Amerikaner sprechen von Communities, können aber Menschen doch nur digital zusammenbringen."
turi2.tv (6-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

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Zitat: Gabor Steingart will als Journalist nützlich sein.

"Wenn ich für Sie als Journalist nicht nützlich bin, entscheiden Sie sich für jemand anderen."

Für Gabor Steingart hat Journalismus nichts mehr mit bedrucktem Papier zu tun. Beim Morning Briefing Live in Hamburg nennt er Nostalgie eine Innovationsbremse.
twitter.com, turi2 beim Morning Briefing Live in Hamburg

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wann Gabor Steingart die besten Ideen kommen.
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Bild des Tages: Steingarts nächster Streich.


Gabor, der Geschäftige: Tatendurstig eröffnet Geschäftsführer Gabor Steingart (links) seine erste "Handelsblatt"-Redaktionskonferenz in der neuen Zentrale. Mit Chefredakteur Sven Afhüppe setzt der Verlag, der nun Handelsblatt Media Group heißt, auf Expansion: mehr Videos, Veranstaltungen und neue Marken. Die frischen Räume für große Pläne messen 14.600 Quadratmeter und liegen in Düsseldorf-Pempelfort. Unter Regie von Projektmanagerin Anke Otterbeck (im Hintergrund) versammeln sich in diesen Tagen alle Abteilungen auf sechs Etagen. (Foto: Jens Twiehaus für turi2)Kommentieren ...

Ivo Hoevel wird Chef des Handelsblatt Wirtschaftsclubs.

Handelsblatt Wirtschaftsclub holt Ivo Hoevel, 49, vom TV- und Internet-Anbieter UPC und macht ihn zum Geschäftsführer. Neben den rund 120.000 Mitgliedern des Clubs kümmert er sich auch um die rund 80.000 des WirtschaftsWoche Clubs. Hoevel folgt auf Patrick Soulier und Dirk Westermann, die das Clubkonzept gemeinsam entwickelt und umgesetzt haben. Soulier tritt Ende Februar "auf eigenen Wunsch" aus der Geschäftsführung aus, Westermann hat innerhalb der Gruppe gewechselt.
per Mail, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Handelsblatt im neuen Headquarter: Mehr Dachterrasse war nie.

Lila Laune beim Probesitzen in Pempelfort: Junior-Verleger Gabor Steingart und Sprecherin Kerstin Jaumann (Foto: Peter Turi)

Gabors Gewerk: Die Handelsblatt Media Group, wie sie seit 1. Januar offiziell heißt, wandelt sich weiter in rasendem Tempo – und zieht gerade ins neue Verlagshaus in Düsseldorf-Pempelfort. Gabor Steingart, Herausgeber, Sprecher der Geschäftsführung und 5-%-Gesellschafter, führt turi2 an seinem ersten Arbeitstag 2018 durch die Baustelle des fast fertigen neuen Headquarter. Fazit: Mehr Sonne, Offenheit, Fernsehen und Dachterrasse war nie. weiterlesen …