"Handelsblatt": Ludwig-Erhard-Stiftung streitet über Roland Tichys Rolle.


Um keinen Preis: Ex-CDU-Politiker Friedrich Merz lehnt den Ludwig-Erhard-Preis ab und löst in der Ludwig-Erhard-Stiftung einen Streit um den Vorsitzenden Roland Tichy aus, schreibt das "Handelsblatt". Merz begründete demnach die Preis-Ablehnung damit, dass er nicht mit Tichy auf einer Bühne stehen wolle.

Nach der Absage von Merz sind die Journalisten Rainer Hank, Ursula Weidenfeld, Ulric Papendick und Nikolaus Piper aus der Jury des Preises zurückgetreten, schreibt das "Handelsblatt". Die Journalisten fürchteten, die Stiftung könne zur "Reputationsmaschine" für Tichys Einblick werden. Tichy vermische seine publizistische Arbeit mit der Stiftung. Tichy weist den Vorwurf zurück. Kritiker werfen "Tichys Einblick" vor, die Grenze zum Rechtspopulismus zu überschreiten.
"Handelsblatt", S. 8 (Paid)

Maroldt: Kombination von Fachnewsletter und Zeitung schafft Chancen.

Paid Content: Zusammenarbeit von Bezahl-Fachnewsletter Background und Tageszeitungs-Redaktion ist ein großer Vorteil, sagt "Tagesspiegel"-Chef Lorenz Maroldt im Interview mit Christian Meier und Stefan Winterbauer. Allein der Background-Newsletter über Energiethemen beschäftigt sieben Mitarbeiter. Die Paid-Content-Angebote deutscher Verlage seien im Schnitt zu teuer, meint Maroldt.
meedia.de (45-Min-Audio), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Stefan Niggemeier und Harald Martenstein führen ein Streitgespräch.

Lese-Tipp: Stefan Niggemeier und Harald Martenstein treffen sich zum Streitgespräch. Die beiden Lieblings-Streithähne diskutieren über Privilegien alter weißer Männer und Martenstein wirft Niggemeier vor, schlecht zur Herkunft des Begriffs "Nacht der langen Messer" recherchiert zu haben.
uebermedien.de (Paid)

Sigmar Gabriel schreibt künftig für Holtzbrinck.

Sigmar Gabriel arbeitet künftig als Autor für Holtzbrinck. Die Bundesregierung stimmte heute einen entsprechenden Antrag des Ex-Außenministers zu. Die Zustimmung ist mittlerweile nötig, wenn ehemalige Bundesminister innerhalb von 18 Monaten nach dem Ende ihrer Amtszeit eine neue Tätigkeit aufnehmen wollen. Holtzbrinck wollte Gabriel ursprünglich auch als Berater gewinnen. Gabriel stellte dafür jedoch keinen Antrag.
spiegel.de

Steingart: "Kress Pro" analysiert die Probleme bei der Trennung vom Handelsblatt.

Gabor Steingart: Die Verhandlungen mit der Handelsblatt Media Group ziehen sich so lange hin, weil Ansprüche aus drei Verträgen bestehen, analysieren Markus Wiegand und Wolfgang Messner. Dabei geht es um Steingarts Gehalt aus seinem Arbeitsvertrag, den Wert seiner Anteile an der Unternehmensgruppe sowie die Rechte am Morning Briefing. Auch der Verlust in der Vermarktung durch Steingarts Abgang, der sich laut Insidern auf 3 bis 4 Mio Euro im Vergleich zum Vorjahr belaufen soll, verringere die Spielräume des Verlags. Eine großzügige Abfindung Steingarts werde dadurch noch unwahrscheinlicher.
"Kress Pro" 05/2018, S. 62-63 (Paid)

Karikaturist Berndt Skott, 75, ist tot.

Berndt Skott ist tot. Der Karikaturist starb am Montag im Alter von 75 Jahren nach schwerer Krankheit. Das "Handelsblatt" würdigt seinen langjährigen Karikaturisten als "streitbaren Verfechter der Pressefreiheit", der sich sein Leben lang für Benachteiligte der Gesellschaft engagierte. Skott habe mit seinen feinsinnigen, bisweilen scharf gewürzten Zeichnungen das Gesicht des "Handelsblatts" mitgeprägt.
handelsblatt.com

Renner: Steingarts Briefing startet ohne "Handelsblatt"-Hilfe.

Gabor Steingart startet sein Morning Briefing am Montag mit einem überschaubaren Team aus Chelsea Spieker und Steingarts Ex-Assistenten aus "Handelsblatt"-Zeiten sowie "mehreren freien Mitarbeitern", schreibt Kai-Hinrich Renner. Unklar sei noch, ob das "Handelsblatt" Steingarts Briefing im eigenen Briefing bewirbt - die Daten der Abonnenten seines alten Briefings kann Steingart aus Datenschutzgründen nicht mitnehmen. Er stehe weiterhin bei der Handelsblatt-Mediengruppe unter Vertrag.
abendblatt.de

Hör-Tipp: Lorenz Maroldt spricht über Umgang mit "Vogelschiss"-Aussage.

Hör-Tipp: "Tagesspiegel"-Chef Lorenz Maroldt berichtet im Deutschlandfunk von einem "überwältigenden Leser-Echo" auf die AfD-kritische Titelseite zur "Vogelschiss"-Aussage von AfD-Politiker Alexander Gauland. Gaulands Äußerung zeige seine Geisteshaltung. Es sei falsch, dauernd zu fragen, ob die Diskussion über ein Thema der AfD schade oder nutze. Die Flüchtlingskrise sei kein AfD-Thema, sondern ein gesellschaftliches Thema, sagt Maroldt.
deutschlandfunk.de (7-Min-Audio)

Steingart hat sich noch nicht mit Holtzbrinck geeinigt, schreibt Kress.

Gabor Steingart steht weiterhin bei Dieter von Holtzbrinck unter Vertrag und erhält weiterhin "sein fürstliches Monatsgehalt", berichtet Bülend Ürük in "Kress Pro". Die Anwälte hätten noch Gesprächsbedarf, es gebe bisher keine Kündigung, Steingart halte weiterhin 5 % an der Handelsblatt-Mediengruppe. Unklar sei u.a., "ob und wie" Steingart sein Morning Briefing unter eigener Regie fortführen kann. Es gebe "Investoren, die mit Steingart an der Spitze ihren Weg ins Mediengeschäft wagen würden", schreibt Ürük, und spekuliert über einen englisch-deutschen Informationsdienst aus dem politischen Berlin, mit Ähnlichkeiten zu Politico.
kress.de/pro (Paid)


Aus dem Archiv von turi2.tv: Gabor Steingart startet eine Podcast-Morningshow.

Ex-"Handelsblatt"-Geschäftsführer Alexander Schettler, 88, ist tot.

Alexander Schettler ist tot. Der frühere "Handelsblatt"-Geschäftsführer starb im Alter von 88 Jahren. Der gebürtige Dresdner betreute bei der Verlagsgruppe "Handelsblatt" den Bau des Verlagshauses in der Kasernenstraße und den Aufbau der Georg-von-Holtzbrinck-Schule. Schettlers Familie besaß die "Dresdner Nachrichten", wurde aber von den Nazis zum Verkauf gezwungen.
"Handelsblatt", S. 46 (Paid)

Renner: Gabor Steingart kommt nicht aus seinem Vertrag bei Holtzbrinck raus.


Abwarten und Tee trinken: Gabor Steingart kommt nicht aus seinem Vertrag heraus und verschickt deshalb bisher keine Morning Briefings, erfährt Kai-Hinrich Renner aus dem Flurfunk beim "Handelsblatt". Der Vertrag des Ex-Juniorverlegers soll bis Ende 2020 laufen. Hinzu komme Steingarts Anteil an der Handelsblatt Media Group, die eine Trennung erschwere.

In der Verlagsmeldung zu Steingarts Abgang hieß es, er werde seinen Newsletter "als unabhängige journalistische Stimme herausgeben". Renner hört in Steingarts Umgebung, sein Newsletter werde "Ende Juni, Anfang Juli" starten. (Foto: Michael Englert für turi2.de/edition2)
abendblatt.de, turi2.de (Background)

Springer Nature verschiebt den geplanten Börsengang.

Springer Nature verschiebt den für Mittwoch geplanten Börsengang auf unbestimmte Zeit. Der Berliner Wissenschaftsverlag, der der Verlagsgruppe Holtzbrinck und dem Finanzinvestor BC Partners gehört, habe die Entscheidung "aufgrund des Marktumfelds" getroffen. Die Aktien sollten für 10,50 Euro und damit am unteren Ende der möglichen Preisspanne ausgegeben werden.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Zitat: Miriam Meckel arbeitet mit Listen effizienter.

"Die Seele der Effizienz ist die Liste."

Miriam Meckel sagt auf der Launchparty der turi2 edition #6 Netze in München, manche angeblich wichtige Sache sei überhaupt nicht wichtig. Im Slack-Netzwerk ihrer Redaktion habe sie einen Channel "unwichtig" eingerichtet.

twitter.com (Effizienz), twitter.com (Slack), twitter.com (Steingart), twitter.com (KI)

Weitere Zitate:
"Ich finde, dass Gabor Steingart einen unglaublichen Drive in die Dinge bringt."

"Wir müssen uns mit künstlicher Intelligenz auseinandersetzen, um das Refugium für unsere menschliche Intelligenz auszuhandeln."

Zitat: Stefan von Holtzbrinck beobachtet im Digitalen Besserungen im Journalismus.

"Journalisten wollen nicht einfach nur im virtuell vorgeprägten Mainstream mitschwimmen, sondern setzen noch stärker darauf, eigene, tiefer recherchierte und damit noch bessere Artikel zu schreiben."

Wissenschaftsverleger Stefan von Holtzbrinck sieht die Diskussion um Fake News positiv: Laien wie auch Medienprofis schauen kritischer auf Quellen.
"Handelsblatt", S. 28-29 (Paid)

"Handelsblatt" investiert einstellige Mio-Summe in Werbekampagne, schreibt Roland Pimpl.

Handelsblatt startet am 16. April eine Werbekampagne mit Testimonials wie Tesla-Chef Elon Musk und Amazon-Boss Jeff Bezos, schreibt Roland Pimpl. Der Kampagnenclaim laute "Für alle, die handeln" und soll die Zeitung als "Plattform der Macher" darstellen. Das Media-Volumen liege im mittleren einstelligen Millionenbereich. Die Print- und Onlinemotive sollen in Nachrichten-, Wirtschafts- und Männermedien erscheinen, der TV-Spot auf ARD, n-tv und Welt.
horizont.net

Analyse: Das nächste Ziel der Technik-Riesen ist das menschliche Gehirn.

Technik-Riesen wollen als Nächstes in das menschliche Gehirn vordringen, analysiert Miriam Meckel in der "Zeit". Falls es Facebook, Tesla und Co gelinge, das Gehirn ans Internet anzuschließen, werde das die Entwicklung der Menschheit stark beeinflussen. Wo sich Gedanken aus dem Gehirn lesen ließen, könne man im Umkehrschluss auch eine Persönlichkeit umschreiben. Die Freiheit der Gedanken stehe auf dem Spiel.
"Zeit" 16/2018, S. 36 (Paid)

Digitalchef Markus Schunk verlässt die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck nach 14 Jahren.

Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck: Digitalchef Markus Schunk, 42, zugleich CEO von Holtzbrinck Digital, verlässt die Verlagsgruppe Ende Juni nach 14 Jahren auf "eigenen Wunsch". Er bleibt im Beirat der Tochter Searchmetrics und vertritt dort die Interessen von Holtzbrinck. Schunks Nachfolger wird Julian Oei, bisher Strategie-Chef der Holtzbrinck Publishing Group.
kress.de

"Kress Pro": Steingarts Beteiligung fällt an Holtzbrinck zurück.

Gabor Steingart: Der 5-%-Anteil an der Handelsblatt Media Group, die der Ex-Juniorverleger hält, fällt an Holtzbrinck nach dem Ende des Arbeitsvertrags zurück, schreibt "Kress Pro". Die Nummer 1 im Konzern nach Dieter von Holtzbrinck ist Michael Grabner, der sich auch privat bestens mit DvH versteht. Die Nummern 2 und 3 seien "Zeit"-Chef Rainer Esser und "Tagesspiegel"-Chef Sebastian Turner, schreibt "Kress Pro". Turner nehme, anders als Steingart, "den Mund nicht so voll".
"Kress Pro" 02/2018, S. 14-20 (Paid), kress.de (Zusammenfassung) turi2.de (Background)

Zitat: Daniel Ropers bekommt die besten Ideen "mitten im Geschehen".

"Das globale Nomadentum der Manager mit ihren Rollkoffern hat aber auch Kosten. Wenn man für Reisen mehr Zeit aufbringt als für die tatsächliche Arbeit, stimmt was nicht. Außerdem glaube ich an den Segen der Kommunikation unter Menschen."

Daniel Ropers, Chef des Wissenschaftsverlags Springer Nature, sieht im "FAS"-Interview neben den Vorteilen auch die Nachteile dezentraler Vorstandstreffen an wechselnden Flughäfen. Die besten Ideen entstünden mitten im Geschehen, sagt Ropers. Stefan von Holtzbrinck ist Mehrheitseigentümer des Verlags.
"FAS", S. 25 (Paid)

Weiteres Zitat aus dem Interview:
"Stefan von Holtzbrinck ist viel mehr als ein Großaktionär. Er hat echtes inhaltliches Interesse und Expertise. Er hat bei uns investiert, weil er glaubt, dass es wichtig ist, in der Welt etwas mit seinem Geld zu bewegen."

Bilanz 2016: DvH Medien legt bei Umsatz und Ertrag zu.

DvH Medien, Holding hinter "Handelsblatt", "Zeit" und "Tagesspiegel", steigert ihren Umsatz 2016 um gut 4 % auf 443 Mio Euro, liest "New Business" im Bundesanzeiger. Vor allem bei den Nebengeschäften (u.a. Zeit Akademie, Konferenz-Geschäft) und im Vertrieb können die Titel zulegen. Die Anzeigen-Umsätze steigen nur leicht. Das operative Ergebnis (EBITDA) legt um stolze 38 % auf knapp 22 Mio Euro zu. Trotz eines Jahresüberschusses von mehr als 2 Mio Euro steht unter dem Strich ein Minus von fast 6 Mio. Grund dafür sind Anteile "fremder Gesellschafter".
"New Business" 10/2018, S. 36 (Paid)

Gabor Steingart kritisiert Verleger Dieter von Holtzbrinck in seiner Abschiedsmail.


Aufrechter Abgang: Ex-"Handelsblatt"-Geschäftsführer Gabor Steingart bedankt sich in einer Abschiedsmail gewohnt wortgewaltig bei den Mitarbeitern der Handelsblatt Media Group, kress.de dokumentiert das Schreiben. Der geschasste Herausgeber macht klar, dass sein Abgang "nicht ganz freiwillig" ist, beschwört den Zusammenhalt der Mitarbeiter und findet auch selbstkritische Worte: "Vielleicht bietet ja mein Abgang auch Chancen für Ihre eigene Entfaltung." Wer immer im Mittelpunkt stehe, stehe immer allen im Wege.

Kritik übt er an Verleger Dieter von Holtzbrinck in zwei Punkten: Erstens wirft er ihm eine Einmischung in die interne Presse- und Meinungsfreiheit vor. Sein Handeln in der Causa Martin Schulz habe ihn vom Verleger entfremdet, schreibt Steingart. Die Freiheit der Andersdenkenden sei für Steingart "nicht verhandelbar".

Zweitens warnt Steingart davor, notwendige Reformen zu verschlafen. Der "5-Prozent-Gesellschafter" hätte den bisherigen Investitions-Kurs gerne fortgesetzt. Nötig sei eine "kraftvolle Digitalstrategie für die beiden großen Titel" - "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche". Nostalgie, das hätten Verlag und Mitarbeiter "oft genug gemeinsam festgestellt, ist kein Geschäftsmodell".
kress.de (Wortlaut E-Mail), kress.de (Einordnung kress.de), turi2.de (Protest-Brief), turi2.de (Causa Schulz)

Mitarbeit: Markus Trantow

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gabor Steingart zeigt die Zentrale von "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche".



Aus dem Archiv von turi2.tv: Beat Balzli zeigt die "Wirtschaftswoche"-Redaktion.

Zitat: Steingart ist auf Protest-Brief der Führungskräfte an Dieter von Holtzbrinck stolz.

"Diese Gradlinigkeit hat mich beeindruckt. Das Unternehmen hat zwar seinen Chef verloren, aber nicht seinen Stolz."

Ex-"Handelsblatt"-Geschäftsführer Gabor Steingart bedankt sich in seiner Abschiedsnachricht an die Mitarbeiter für den Protest-Brief der "Handelsblatt"-Führungskräfte an Verleger Dieter von Holtzbrinck. Dessen "Handhabung der Presse- und Meinungsfreiheit in Sachen Martin Schulz" habe Steingart vom Verleger entfremdet.
kress.de, kress.de, turi2.de (Background)

Wiwo.de relauncht die Internetseite und will bessere Übersichtlichkeit bieten.


Kehrwoche: Wiwo.de räumt ihre Internetseite auf und will auf allen Geräten schneller laden. Der Relaunch mithilfe der Agentur Edenspiekermann soll die Website übersichtlicher machen und führt neue Schriften, Farben und Bildformate ein. Nutzer finden schon auf dem Seitenkopf die aktuellen Top-Themen - etwa Industrie oder Uni-Ranking. Weiter unten folgt eine Bühne für Bezahl-Inhalte.

Die Redaktion will auf der neuen Seite mehr eigene Schwerpunkte setzen, mehr Videos und "neue digitale Erzählformate" ausprobieren. Der Relaunch erfolgt unter dem neuen Online-Chef Lutz Knappmann, soll aber mehr als zwei Jahre lang in Arbeit gewesen sein.
wiwo.de, wiwo.de, twitter.com (16-Sek-Video Wiwo.de-Evolution), twitter.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: Beat Balzli zeigt die "Wirtschaftswoche"-Redaktion.

"Spiegel": Steingart forderte happige Investitionen, kritisierte Grabner, erzürnte DvH.

Gabor Steingart hat Dieter von Holtzbrinck am Montag vor seinem überraschenden Abgang um Investitionen in "mittlerer zweistelliger Millionenhöhe" in die Handelsblatt-Gruppe gebeten, berichtet der "Spiegel". DvH habe sich schockiert gezeigt, der Streit sei Ursache für Steingarts Abgang, so der "Spiegel". Gabor Steingart habe vorgeschlagen, die Fachzeitschriften der Handelsblatt-Gruppe zu verkaufen, um die Hauptmarke zu stärken. Außerdem habe er den Aufsichtsrat und Holzbrinck-Consigliere Michael Grabner als "zu gestrig und zu wenig digital" kritisiert.
"Spiegel" 8/2018, S. 76 (Paid)

Pimpl: Handelsblatt-Gruppe steht "wirtschaftlich sehr gut da", schreibt die Geschäftsführung.

Handelsblatt Media Group erfreut sich wirtschaftlich bester Gesundheit, betonen die Geschäftsführer Frank Dopheide, Ingo Rieper und Gerrit Schumann in einer internen E-Mail, aus der Roland Pimpl berichtet. Berichte über eine schwierige Lage seien "schlichtweg falsch". Umsatz und Ergebnis seien 2017 "kraftvoll gewachsen".

Schlechte Zahlen, resümiert Pimpl, seien als "vermeintlicher Grund" für die Steingart-Absetzung also nicht zu gebrauchen. Besonders loben die drei Chefs die "positive Entwicklung" der Geschäftsbereiche IQ Digital, Handelsblatt Research, des Event-Geschäfts, der 360-Grad-Vermarktung und der beiden Wirtschaftsclubs von "Handelsblatt" und "Wiwo". Konkrete Zahlen seien in der E-Mail nicht enthalten, schreibt Pimpl.
horizont.net

Dieter von Holtzbrinck: Steingart wollte 2020 sowieso aussteigen.

Dieter von Holtzbrinck 2013-150Rechtfertigung: Dieter von Holtzbrinck war bei der Mitarbeiterversammlung am Freitag laut kress-Mann Bülend Ürük "teilweise hörbar überfordert" und hat seinen Mitarbeitern eine seltsame Interpretation zum Abgang von Gabor Steingart geliefert. Steingart habe sich, so Dieter von Holtzbrinck, Ende 2020 sowieso aus seiner aktiven Rolle beim Handelsblatt zurückziehen wollen, "um weniger stressig zu arbeiten". Über die wahren Gründe für die Ablösung des Verlagschefs ließ Dieter von Holtzbrinck seine Mitarbeiter im Dunkeln: "Das sind Interna, das werden Sie verstehen."
kress.de

Renner: Meedia, Global Edition und Tichy kosten Steingart den Job.


Gründe für den Gang des Gabors: Der üblicherweise gut informierte Kai-Hinrich Renner legt den Kopf auf die Schiene der Handelsblatt Media Group und spekuliert über die Gemengelage, die Verleger Dieter von Holtzbrinck bewogen hat, seinen Junior-Verleger Gabor Steingart zu defenestrieren. Zum ersten habe der von Steingart erworbene Mediendienst Meedia die "erhofften Synergien" mit dem Marketingtitel "Absatzwirtschaft" nicht gehoben.

Die englischsprachige Global Edition, als rheinische Mischung aus "Economist" und "Business-Insider" projektiert, sei ein "Fass ohne Boden". Auch Steingarts Personalentscheidungen hätten immer wieder zu einem gewissen Kopfschütteln geführt. Bei der "Wirtschaftswoche" hatte Steingart 2014 den zumindest ökonomisch erfolgreichen Roland Tichy abgelöst, Nachfolgerin Miriam Meckel habe keine besseren Zahlen geliefert.
abendblatt.de

Kommentar von Peter Turi: Hinter Gabor Steingart tut sich ein Abgrund auf.

Der Himmel über Düsseldorf verdüstert sich: Junior-Verleger Gabor Steingart verlässt die Handelsblatt Media Group, Senior-Verleger Dieter von Holtzbrinck hat jetzt ein Problem. Ein Kommentar von turi2-Gründer Peter Turi. (Foto: Michael Englert für turi2.de/edition2)

Was wird aus dem Handelsblatt ohne Gabor Steingart? Die beste Idee, sagte Gabor Steingart mir vor nicht mal einem Jahr, die er selbst nie gehabt habe, sei die Idee seines Verlegers Dieter von Holtzbrinck, gewesen, ihn auf die Verlagsseite des "Handelsblatts" zu holen. Heute steht fest: Dieter von Holtzbrinck hat diese Idee jetzt bereut und die Notbremse gezogen. Und steht beim "Handelsblatt" vor einem Scherbenhaufen.

Warum nur ist es zu dieser Trennung gekommen? Die Verbindung schien so gut zu passen: Hier der zurückhaltende, liberale Verleger, der seine Journalisten machen lässt, dort der unternehmungslustige Journalist, der sichtbar Spaß am Verlegen gefunden hat. Als ausgeschlossen darf dabei gelten, dass allein der Ärger Dieter von Holtzbrincks über einen scharfen Kommentar von Steingart gegen SPD-Minus-Mann Martin Schulz die plötzliche Trennung bewirkt hat. DvH gilt als liberal und besonnen.

Die Ursachen dürften tiefer liegen, womöglich in der Persönlichkeit von Steingart. Der ist unfassbar schnell im Denken, Sprechen, Schreiben und Handeln, dazu bis zum Anschlag selbstbewusst. Womöglich hat er die Rolle als Junior-Verleger anders, also weiter und freier definiert, als es dem Senior-Verleger recht war.

Insider, die nicht als Freunde von Steingart gelten, sehen noch einen anderen Grund: "Die Zahlen sind's." Das Erschrecken über die Geschäftszahlen für 2017 sei groß gewesen in der DvH-Holding in Stuttgart. Das Feuerwerk an Konferenzen, Preisen und Events habe das Erodieren des Stammgeschäfts im Vertriebs- und Anzeigenmarkt nicht mehr übertönen können. Steingarts geringes Interesse an der wirtschaftlichen Seite des Verlagsgeschäfts habe die Stuttgarter genervt.

So oder so: Hinter Gabor Steingart tut sich in Düsseldorf ein Abgrund auf - ein Nachfolger ist weit und breit nicht in Sicht. So wenig wie ein neues Konzept. Steingart hat die publizistische Linie und das Führungspersonal ganz auf sich und sein Konzept Live-Journalismus ausgerichtet. Es ist die Frage, was und wer bleibt von der Ära Steingart.

Background-Infos von turi2 zu Gabor Steingart:

Gabor Steingart spricht im September 2016 im 7-Seiten-Interview mit der turi2.de/edition4 über Innovation und darüber, wie er das "Handelsblatt" umgebaut hat. Der Artikel ist vollständig und kostenlos lesbar im E-Paper auf turi2.de/epaper/4, dazu unten bei Gehe zu Seite 44 eingeben.


Gabor Steingart führt turi2.tv durch die neue Firmenzentrale in Düsseldorf-Pempelfort



Gabor Steingart im 40-Minuten-Gespräch mit Peter Turi für turi2.tv zum Thema "Innovation".

"Tagesspiegel" will eine Paywall einführen.

Tagesspiegel will 2018 Paid Content einführen. Der Verlag plant noch sein neues Konzept, Details sind unbekannt. Geschäftsführer Florian Kranefuß sieht die Steigerung der E-Paper-Auflage als Beleg für die Zahlungsbereitschaft der Leser. Bislang setzte das Berliner Blatt darauf, online mit seinen überregionalen Inhalten vor allem Leser außerhalb Berlins zu erreichen.
tagesspiegel.de, turi2 - eigene Infos

"Süddeutsche Zeitung" führt erstes Interview mit Stefan von Holtzbrinck seit zehn Jahren.


Feuer und Flamme: Der Erfolg von "Fire and Fury", Trump-Enthüllungsbuch von Michael Wolff, rückt auch den sonst medial eher zurückhaltenden Verleger Stefan von Holtzbrinck ins Rampenlicht – mit Caspar Busse spricht er in seinem ersten Interview seit mehr als zehn Jahren über das Erfolgsbuch und seine Einstellung zum gedruckten Buch. "Das Buch wird die Vorauszahlungen sicherlich mehr als einspielen", sagt von Holtzbrinck schmunzelnd über "Fire and Fury", dessen Vorschuss er persönlich abgesegnet hat, weil dieser "ein bestimmtes Limit" überzog.

Holtzbrinck, der Verfechter des gedruckten Buchs ist, möchte dennoch "die Lesekultur in jedem Format" stärken. Er warnt im Hinblick auf den wachsenden Markt mit Spracherkennungssystemen davor, "in eine Vor-Gutenberg-Ära ohne Schrift" zu verfallen. (Foto: Picture Alliance)
"Süddeutsche Zeitung" S. 18, blendle.com (Paid)

Busse: Das Enthüllungsbuch "Fire and Fury" wird Stefan von Holtzbrinck einen deutlichen Gewinn bescheren.

Fire and Fury, Trump-Enthüllungsbuch von Michael Wolff, belohnt die Geduld von Stefan von Holtzbrinck, der seit Jahren auf das Buchgeschäft setzt, analysiert Caspar Busse. In den USA erscheint das Buch im Verlag Henry Holt, in Deutschland bei Rowohlt – beide Verlage gehören zur Holtzbrinck-Familie.
"Süddeutsche Zeitung", S. 15, blendle.com (Paid)

Wissenschaftsverlage lizenzieren zu restriktiv, kritisiert Leonhard Dobusch.

Wissenschaftsverlage unterscheiden sich in ihren Open-Access-Angeboten sehr, beobachtet Leonhard Dobusch: Springer Nature verhalte sich mit der Lizenz Creative Commons Namensnennung vorbildlich. Elsevier hingegen lässt Autoren bei freigekauften Artikeln die Wahl zwischen CC BY und der restriktiven Lizenz CC BY-NC-ND. Sage versuche gar, seine Autoren in Richtung restriktive Lizenz zu drängeln und empfiehlt die NC-Variante. Längere, über ein Zitat hinausgehende Studien-Ausschnitte dürfen dabei nicht bei Wikipedia, Wikibooks und Co verwendet werden. Auch die Sharing-Policies unterscheiden sich stark, Springer Nature sei dort ebenfalls am offensten.
netzpolitik.org