EU-Zahlungsrichtlinie macht Online-Shopping komplizierter.

Online-Shopping wird 2019 komplizierter, schreiben Elisabeth Atzler und Camilla Flocke. Die neue EU-Zahlungsrichtlinie verlange von Nutzern bei Onlinezahlungen mit Kreditkarten oder Bezahlsystemen wie Paypal künftig zwei Sicherheitsmerkmale, zum Beispiel Pin und Fingerabdruck. Bestellungen via Smartphone würden schwierig, da Sicherheitsmerkmal und Order über unterschiedliche Kanäle abgewickelt werden müssen. Lastschrift-Zahlungen sind nicht von der neuen Richtlinie betroffen.
"Handelsblatt", S. 30 (Paid)

Hör-Tipp: "Financial Times" positioniert Social-Media-Team nah an Chefredaktion.

Hör-Tipp: Financial Times vernetzt Facebook, Twitter und Instagram immer stärker mit der Redaktion, sagt Social-Media-Manager Jake Grovum im englischsprachigen Podcast mit Simon Owens. Grovum sitze in New York direkt neben dem Chefredakteur, um Nachrichten über die sozialen Netzwerke zu streuen. Allein auf Instagram folgen der Financial Times fast eine Mio Abonennten.
medium.com (31-Min-Audio)

Saudi-Arabien nutzte McKinsey-Report, um Kritiker zu identifizieren.

Saudi-Arabien ging gegen mehrere Kritiker vor, die das Land mithilfe eines Berichts des US-Konzerns McKinsey identifiziert hat, berichtet die "New York Times". McKinsey schreibt in einer Reaktion, man sei entsetzt, dass das Dokument entsprechend missbraucht worden sei. Die "New York Times" berichtet weiter, Saudi-Arabien betreibe eine Trollfabrik um gegen Kritiker vorzugehen und habe einen Spion bei Twitter eingeschleust.
nytimes.com via spiegel.de

Zitat: Rowan Atkinson hat als Mr. Bean kein Interesse an Facebook.

"Ich habe absolut kein Interesse an Social Media. Die diversen Plattformen prägen die Meinung der meisten Menschen. Doch Facebook oder Twitter vermitteln eine vorgefertigte Realität, keine echte."

Rowan Atkinson, alias Mr. Bean, sagt im Interview mit "Bild am Sonntag", er kaufe zwar "fast nur im Internet ein", könne mit sozialen Netzwerken aber nichts anfangen.
bild.de (Paid)

Kirchen wollen bei der Kollekte auf bargeldloses Bezahlen setzen.

Bargeldloses Bezahlen hält in der Kirche Einzug, berichtet Sebastian Balzter. Die Bank für Kirche und Diakonie baut in Kürze in einer evangelischen Kirche in Duisburg ein Terminal für kontaktlose Spenden per EC-Karte auf. Im November will die Bank einen Kollektenkorb mit kontaktlosen Bezahlen testen, auch die evangelische Landeskirche Berlin arbeitet an einem entsprechenden Gerät. In Schweden gibt es längst Spenden per Karte in Kirchen.
"FAS", S. 38 (Paid)

Politik und mangelnder Wettbewerb bremsen United Internet bei 5G aus.

United Internet will in das 5G-Geschäft einsteigen, doch Telekom, Vodafone und Telefónica lehnen die Mitbenutzung der eigenen Antennen ab, schreibt Jan Hauser. Die Netzagentur wolle aus rechtlichen Gründen nicht eingreifen. Im Gegensatz zu China und den USA hinke Deutschland beim Netzausbau hinterher. Die neue Mobilfunkgeneration ist eine der Voraussetzungen für autonomes Fahren.
"FAS", S. 33 (Paid)

Meinung: Die Unterhaltungsbranche setzt zu wenig auf Analyse.

Unterhaltungsbranche ist sehr unanalytisch und theoretisch unterentwickelt, behauptet der Öknonom Thorsten Hennig-Thurau im Interview mit Peter Körte. Er forscht zur Frage, was einen Film oder ein Spiel erfolgreich macht und kritisiert, dass die Branche oft auf Bauchgefühl, statt auf Analyse setze. Mittlerweile beobachte er einen Sprung zum Gegenteil in Form sklavischer Datenhörigkeit – der jedoch wissenschaftlicher Unterbau fehle.
"FAS", S. 51 (Paid)

Zahl des Tages: Chinas Internetkontrolleur hat korrupte 4 Mio Euro angenommen.

Zahl des Tages: Saftige 32 Mio Yuan – umgerechnet 4 Mio Euro – Bestechungsgeld kassierte Lu Wei, seines Zeichens chinesisch-scharfgeschaltener Dobermann der Internetzensur, von 2002 bis 2017. Er hat seine Taten im Prozess gestanden. Chinas Behörden sperren nicht nur Plattformen wie Facebook und Twitter, sondern auch Google-Dienste und unzählige Medienseiten und Menschenrechtsorganisationen, etwa die der "New York Times" und Amnesty International.
spiegel.de

Berliner Unternehmer klagt gegen Apple wegen iMessage.

Apple muss sich vor Gericht mit einer Klage des Berliner Unternehmers Dietmar Gollnick auseinandersetzen. Der Betreiber des Funknetzes e*message will erreichen, dass Apples iMessage nicht mit seinem bereits elf Jahre früher gestarteten Dienst verwechselt werden kann. Laut "Spiegel" tendiert das Gericht, dem Kläger Recht zu geben. Ein Urteil soll im November fallen.
"Spiegel" 43/2018, S. 87 (Paid)

T-Online: Russland baut in Berlin zwei Medienunternehmen auf.


Auf geheimer Mission: Russland verschleiert laut Recherchen von T-Online aufwendig seine Verbindungen zu zwei neuen Medienkanälen, die es von Berlin aus aufbaut. Die Zielgruppe der Portale Maffick und Redfish seien vor allem Linke und ökologisch Interessierte.

Beide Medien gehören laut T-Online zu staatlichen Nachrichtenunternehmen wie Ruptly und RT und streuen ihre Inhalte besonders mit Videos bei Facebook. Nicht immer wüssten Interviewte und freie Mitarbeiter von den Verbindungen nach Russland. Facebook selbst lässt Werbung für Videos der Kanäle nicht zu und begründet das u.a. mit der Bezahlung mit russischen Rubeln und politischer Werbung ohne Angabe der Geldgeber.
t-online.de

"Wiwo": Ankara hat Ströer aus der Türkei verdrängt.

Ströer hat das Geschäft in der Türkei aufgegeben, weil die Stadtregierung in Ankara den Außenwerber zugunsten des Erdogan-Vertrauten Murat Ilbak "systematisch verdrängt" habe, schreibt die "Wirtschaftswoche". Ankara habe den Vertrag einseitig gekündigt, Ströer dagegen geklagt und zunächst recht bekommen. Ankara zog mit drei weiteren Klagen nach, weshalb Ströer nach vergeblichen Vermittlungsversuchen an Kentvizyon verkauft habe. Firmenbesitzer Ilbak steht in der Kritik, bei Wahlkämpfen nahezu ausschließlich die AKP auf seine Plakatflächen zu lassen. Ströer und die Ilbak-Holding äußern sich nicht.
"Wirtschaftswoche" 43/2018, S. 6 (Paid), turi2.de (Background)

YouTube kooperiert mit Eventbrite, um Tickets unter Musikvideos zu verkaufen.

YouTube und Eventbrite haben eine Partnerschaft geschlossen: Nutzer können künftig unter Musikvideos offizieller Künstler-Kanäle Konzerttickets kaufen. YouTube kooperiert bereits mit Ticketmaster, durch Eventbrite deckt das Unternehmen nun mehr als 70 % des US-Ticket-Marktes ab. Das aktuell meistgesehene YouTube-Video ist Despacito von Luis Fonsi, auch danach folgen Musikvideos.
techcrunch.com, theverge.com

EU will politische Falschinformationen im Netz bekämpfen.

EU will vor der Wahl des neuen Europa-Parlaments ihren Kampf gegen Fake News intensivieren. Parteien, die gezielt Falschinformationen verbreiten, müssen mit Geldstrafen rechnen. Die EU-Kommission soll bis Ende des Jahres konkrete Vorschläge ausarbeiten. Außerdem wollen die Mitgliedsstaaten ihren Datenaustausch ausbauen und grenzüberschreitenden Zugang zu elektronischen Beweismitteln einführen.
sueddeutsche.de

Basta: Vice-Reporter foppt Medien mit Doppelgängern von sich.

Ach wie gut, dass niemand Vice...: Vice-Reporter Oobah Butler hat 2017 mit gefälschten Bewertungen seine Gartenhütte bei Tripadvisor zum besten Restaurant in London gekürt. Medien aus aller Welt wollten seine Geschichte hören, doch Oobah gibt nicht gerne Interviews. Muss ja auch nicht sein, dachte er sich und schickt ins TV, ins Radio und zu einer Preisverleihung einfach Doppelgänger von sich. Gemerkt hat's keiner.
vice.com, youtube.com (13-Min-Video)

Marketingblatt "W&V" erscheint nur noch 15 mal im Jahr.

Sparkurs im grünen Bereich: Das Marketing-Magazin Werben & verkaufen beendet wie erwartet sein wöchentliches Erscheinen. Ab 2019 erscheint "W&V" als Printausgabe nur noch 15 mal im Jahr. Der Verlag verkauft die Kürzung als "Innovation" und will stattdessen das Online-Angebot ausbauen. Die verbleibenden Print-Ausgaben würden "in opulenter Heftausstattung und mit deutlich erweitertem Umfang" erscheinen. Zuletzt waren in der gedruckten "W&V" immer weniger Anzeigen zu sehen. Auflage und Abonnenten gingen stetig zurück.
wuv.de, meedia.de, turi2.de (Background)

Rechtsexperten warnen vor EU-Digitalsteuer.

Europa EU-Flagge SterneEU-Digitalsteuer: Rechtsexperten des EU-Rates warnen in einem Gutachten vor "weitreichenden, politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Konsequenzen", schreibt die "Wirtschaftswoche". EU-Mitgliedsstaaten müssten möglicherweise Steuerabkommen mit Drittstaaten kündigen oder neu verhandeln. Die Pläne der EU-Kommission sehen vor, dass Digital-Konzerne wie Google, Facebook und Amazon auf ihre Umsätze 3 % Steuern in der EU zahlen.
wiwo.de

Zahl des Tages: 30.000 Arten bietet das Leibniz-Institut als Bakterien-Amazon an.

Zahl des Tages: Wuselige 30.000 Bakterienarten bietet das Leibniz-Institut DSMZ in Braunschweig in seinem Onlineshop für Biologen an, das sind rund 80 % aller bisher bekannten. Wissenschaftler können Bakterien, Viren und Pilzkulturen, "gefriergetrocknet wie löslicher Kaffee und gut verpackt in Glasampullen", kaufen. Mit den Erlösen bestreitet das Institut rund ein Drittel seiner Kosten für Sammlung und Forschung.
"Süddeutsche Zeitung", S. 11 (Paid)

Deutsche Bank baut mit anderen Großbanken eine Finanzplattform.


Digitale Dukaten: Die Deutsche Bank plant unter dem Arbeitstitel "Trade Information Network" eine gemeinsame, internationale Finanzierungsplattform mit anderen Großbanken. Unternehmen können dort Aufträge einstellen, die sie vorfinanzieren lassen wollen, und bekommen Angebote der Banken. Ab Ende März 2019 sollen erste Pilotprojekte starten, im Herbst 2019 soll die Plattform fertig sein.

Trade Information Network ist eine Kooperation der Deutschen Bank, der spa­ni­schen Ban­co Santan­der, der fran­zö­si­schen BNP Pa­ri­bas, der britischen HS­BC and Stan­dard Char­te­red, der ame­ri­ka­ni­schen Ci­ti Group und 20 weiteren Großbanken. Ähnliche Plattformen gibt es bereits für andere Bankgeschäfte, z.B. In­ter­hyp für Baufinanzierungen – meist stehen dahinter aber nicht die Banken selbst.
"FAZ", S. 29 (Paid), bankingtech.com

Amazon soll die Platzierung seiner Eigenmarken manipulieren.

Amazon: Kleine Händler werfen dem Onlineriesen vor, mithilfe von Vine Produkt-Bewertungen zugunsten seiner Eigenmarken zu manipulieren. Vine ist ein Programm, mit dem Amazon sich gegen Gebühr zwischen Händler und Kunden, die gegen Geld Rezensionen verfassen, schaltet – offiziell, um Betrug vorzubeugen. Die Händler werfen Amazon nun vor, mit Vine innerhalb kürzester Zeit massig Bewertungen für seine Eigenmarken zu sammeln, was das Ranking verbessert. Amazon sagt, Vine-Rezensenten könnten frei wählen, was sie bewerten.
derstandard.de, handelsblatt.com

KI muss an weiblichen Datensätzen üben, fordert Britta Weddeling.

Algorithmen werden die Diskriminierung von Frauen vervielfältigen, weil vor den Rechnern, an denen KI trainiert wird, fast nur Männer sitzen, prophezeit Britta Weddeling. Amazon habe z.B. KI für die Suche nach Bewerbern einsetzen wollen – weil der Algorithmus an den Bewerberdaten der vergangenen Jahre und somit fast rein männlichen übte, war das Ergebnis verzerrt.
handelsblatt.com

Amazon Publishing verlegt ab 2019 auch Sachbücher und Ratgeber.

Amazon Publishing baut sein Programm im deutschsprachigen Raum aus und startet 2019 eine Sachbuch-Sparte. Amazon verlegt unter dem Titel Topicus Biografien, Memoiren, Politik- und Geschichtssachtitel und Ratgeber. Laut Dominic Myers, Europa-Chef von Amazon Publishing, zeigen die Zahlen bei Prime Reading, dass deutschsprachige Leser sich dafür interessieren. Bisher setzt Amazon auf Belletristik.
buchreport.de

MTV-Show "The Real World" lebt bei Facebook wieder auf.

MTV reanimiert seinen Reality-Klassiker The Real World, zeigt die Show aber nicht im TV, sondern nur bei Facebook Watch. In der Online-Version können die Zuschauer interaktiv teilnehmen, z.B. beim Casting mitreden. Zwischen den Shows melden sich die Protagonisten täglich in Kurz-Videos. MTV produziert drei Staffeln: eine in den USA, eine in Mexiko und eine dritte in Thailand.
dwdl.de, businessinsider.de

Netflix gewinnt 7 Mio neue Kunden und verdreifacht den Gewinn.

Netflix hebt die Stimmung seiner Investoren: Im 3. Quartal 2018 hat der Video-Streamingdienst nach eigenen Angaben 7 Mio neue Kunden gewonnen, das sind 2 Mio mehr als erwartet. Der Umsatz klettert um 34 % auf knapp 4 Mrd Dollar, der Gewinn verdreifacht sich auf 403 Mio Euro. Netflix sagt, weltweit nun 137 Mio Kunden zu haben, rund 130 Mio davon bezahlen.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Motor Presse bringt Influencerinnen-Magazin heraus.

Motor Presse Hearst bringt am 24. Oktober das Magazin Soul Sister an den Kiosk, eine Ablegerin von "Women's Health". Hinter dem Blatt mit dem Untertitel "Dein Update für Body, Mind & Heart" stehen vier Influencerinnen: Achtsamkeits-Bloggerin Hannah Müller-Hillebrand, Yoga-Trainerin Mady Morrison, Jil Zeletzki, deren Dankbarkeitstagebuch auf Instagram 124.000 Follower hat, und "GZSZ"-Schauspielerin Janina Uhse. Die Namen locken an: Den Erstling mit 124 Seiten für 5,90 Euro haben zehn Werbekunden blind gebucht.
wuv.de, motorpresse.de

Google bekommt in China nichts mehr vom Kuchen ab, glaubt Christoph Giesen.

China: Google versteht nicht, dass der Kuchen längst verteilt und Dragonfly zu spät dran ist, meint Christoph Giesen. Statt bei Amazon kaufen Chinesen bei Alibaba, statt bei Google suchen sie bei Baidu, zum kommunizieren nutzen sie WeChat. Die Frage sei nicht, wann und wie das Silicon Valley in China Fuß fasst, sondern wann der vielfach größere, chinesisch Digitalmarkt herüberschwappt.
sueddeutsche.de

Google ändert in Europa seine Lizenzbedingungen für Android.

Google ändert die Lizenzbedingungen von Android in Europa, um der Kartellbehörde entgegenzukommen. Hersteller dürfen künftig modifizierte Versionen des Android-Betriebssystems auf den Markt bringen und andere Browser und Suchdienste vorinstallieren. Die Suche und Chrome lassen sich separat lizenzieren – gegen Gebühr. Damit will Google nach eigenen Angaben die Kosten für die Weiterentwicklung von Android ausgleichen. Google droht eine Wettbewerbsstrafe von 4 Mrd Euro, gegen die der Konzern Widerspruch eingelegt hat.
heise.de, diepresse.com, blog.google.com, turi2.de (Background)

VW digitalisiert seinen Vertrieb und vergibt Kunden-IDs.


Da kommt was ins Rollen: VW krempelt ab 2020 seinen Vertrieb in Europa auf digitalen Absatz um. Die Kunden bekommen eine ID wie z.B. bei Apple, mit der die Autobauer ihr Kerngeschäft um digitale Angebote wie Carsharing unter der Submarke "We Share" und Fahrzeug-Software-Updates erweitern. Den Kauf will VW auch ins Netz verlagern – dort riecht es weniger nach Diesel.

Der Autobauer schließt einen neuen Vertrag mit dem Europäischen Händlerverband und darf nun selbst in direkten Kunden-Kontakt treten. Damit die Händler nicht zu Geisterfahrern werden, tritt VW dafür bei seinen Vorgaben auf die Bremse und zahlt ihnen Umsatzanteile auch für online bestellte und nur im Autohaus abgeholte Fahrzeuge.
heise.de, haz.de, "FAZ", S. 21 (Paid)