Breitbart ist auf dem absteigenden Ast, neue Nischenmedien drängen nach.

Breitbart hat sich überlebt, beobachtet Marc Neumann. Die Nutzerzahlen sind von Januar 2017 bis Januar 2018 um 51 % gesunken und gehen weiter nach unten. Werber und Sponsoren kehren dem Portal den Rücken. Würde Breitbart seinen Ton mäßigen, sprängen noch mehr Stammleser ab, vermutet Neumann. Weitere Probleme seien, dass Trump inzwischen in allen Medien Thema ist und die Aushängeschilder nicht mehr für Breitbart arbeiten. Die Nische besiedeln nun kleinere konservative bis rechte Medien wie "Washington Examiner" und "The Blaze".
nzz.ch

McDonalds will Kunden auch im Internetzeitalter in die Filialen lotsen.

Lieferando und Co zwingen Fastfood-Ketten wie McDonalds zum Umdenken, beobachtet Peer Schader. McDonalds liefert zwar auch aus, will die Kunden mit "Restaurants der Zukunft" aber auch im Digitalzeitalter in den Filialen halten. Dabei soll u.a. eine Bestellapp, ein Welcome-Service und ein neues Küchensystem helfen, bei dem nicht mehr auf Vorrat Burger gestapelt werden, sondern erst bei Bestellung.
"FAS", S. 12 (Paid)

Zitat: Erfolg sieht nur von hinten leicht aus, sagt N26-Gründer Valentin Stalf.

"Wir haben angefangen mit einem Eltern-Kind-Produkt, einer Taschengeldkarte. Dann sagten uns viele Kunden, dass ihr Konto schlechter aussieht als unsere Kinderkreditkarte. Also haben wir uns auf das größere Produkt konzentriert."

N26-Mitgründer Valentin Stalf sagt im Podcast Handelsblatt Disrupt, die 180-Grad-Wendung zu einem völlig anderen, heute extrem erfolgreichen Produkten sieht nur im Rückblick einfach aus und habe ihm schlaflose Nächte bereitet.
app.handelsblatt.com

Lese-Tipp: Freigeist Benjamin Otto soll das Familien-Unternehmen digitalisieren.

Lese-Tipp: Benjamin Otto, 44, ist der Hoffnungsträger seiner Händler-Familie und soll das Lebenswerk seines Vaters im Digitalzeitalter verteidigen, schreibt Martin Mehringer. Er porträtiert Otto als nachdenklichen Unternehmer, dem die Handelsphilosophien von Amazon und Alibaba zuwider sind. Zu seinem Vater hat er ein freundschaftliches Verhältnis, früher verdingte er sich als DJ und brachte sich selbst programmieren bei. Im Konzern halten ihn manche für "schwer zu lesen" und zu sanftmütig, um die Firma zu führen. Otto selbst engagiert sich die Hälfte seiner Zeit sozial, will z.B. Schulen nach neuem Modell starten. Privat plant er seine Zukunft auf einem Biobauernhof, wo er Pferde züchten will.

Nach Studium und Selbstfindung gründete Otto zunächst selbst mehrere Unternehmen, z.B. einen Medientechnik-Verleih und eine Planungsgesellschaft. 2012 verkaufte er sie und übernahm im Familienkonzern neben Tarek Müller die Aufgabe, mit About You eine Otto-Antwort auf Zalando zu finden. Das operative Geschäft liegt ihm aber nicht, er will nicht in die Konzernführung und sitzt stattdessen nun im Rat der Michael Otto Stiftung und ist Mitglied des Gesellschafter- und Aufsichtsrats. Er kümmert sich um den Kulturwandel, die Marken, Marketing und Digitalisierung und hat viele weitere Ideen, z.B. eine Google-Alternative für ethischen Konsum.
"manager magazin", S. 40 (Paid)

Meinung: E-Sport ist ein schwieriger Förder-Kandidat.

E-Sport: mit öffentlichen Mitteln zu fördern, ist selbst in der Gaming-Szene umstritten, beobachtet Michael Fröhlingsdorf. Experten warnen vor suchtfördernden Elementen und fürchten, Dauerzocken werde legitimiert. Die Spiele sind in der Hand weniger Firmen, die Branche sei damit abhängig, auch beim Regelwerk. Kritiker finden, dass Baller-Spiele nicht zu sportlichen Werten passen und öffentliche Gelder in Schulen und Co fließen sollen.
"Spiegel", 30/2019, S. 42 – 44 (Paid)

BR strukturiert um.

BR unterscheidet ab Mitte 2020 nicht mehr in Hörfunk- und Fernsehdirektion. Der Sender will sich nach Inhalten organisieren, unter den Programmdirektionen Kultur und Information. In der Intendanz soll eine Stabsstelle Hörfunk Radioverantwortliche vernetzen. Der Sender hat 2018 rund 13,5 Mio Euro weniger aus Rücklagen benötigt als geplant und 25,6 Mio Euro Gewinn gemacht.
per Mail

Facebook wehrt sich gegen Mio-Bußgeld in Deutschland.

Facebook legt Widerspruch gegen den 2 Mio Euro schweren Bußgeldbescheid des Bundesjustizamtes ein. Das Netzwerk will den Einspruch zurückziehen, sobald es eine Einigung mit dem Amt gibt. Das Bundesjustizamt wirft Facebook vor, das Meldeformular für Verstöße gegen das NetzDG zu versteckt und der halbjährlich fällige Beschwerde-Bericht unvollständig sei.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Vogel Group startet Online-Portal "Mission Additive" rund um 3D-Druck.

Vogel Group bündelt Texte und Videos zum Thema 3D-Druck auf der neuen Plattform Mission-Additive.de. Auf der Seite erscheinen Texte von Fachtiteln wie MM MaschinenMarkt, Konstruktionspraxis, Industry of Things und anderen. Das Portal will branchenübergreifend alle Themen der Industie 4.0 abdecken.
vogel.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Der Vogel-Verlag im Wandel zum Kommunikationsdienstleister.

Meinung: Der Eurosport-Dazn-Deal gefährdet Joyn, schreibt Kai-Hinrich Renner.

Joyn, Streaming-Joint-Venture von ProSiebenSat.1 und Discovery, droht durch den Rechtedeal zwischen Eurosport und Dazn ins Hintertreffen zu geraten, schreibt Kai-Hinrich Renner. Ursprünglich sollte der Eurosport-Player als Teil von Joyn zahlende Nutzer mit der Bundesliga anlocken, nun fehle das Zugpferd. Joyn betone zwar, Eurosport-Mutter Discovery wolle weiter in Joyn investieren, bei Discovery scheine nun aber Dazn als Partner bedeutender zu sein.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

Flixbus sammelt 500 Mio frisches Geld und startet ein Ridesharing-Angebot.


Flix auf die Überholspur: Flixbus tankt 500 Mio Euro frisches Geld nach, meldet das "Handelsblatt". Die britische Private-Equity-Gesellschaft Permira und der amerikanische Investor TCV steigen als neue Investoren ein. Auch einige der bisherigen Investoren, zu denen auch Holtzbrinck gehört, wollen weiteres Geld nachlegen. Die genauen Volumen nennt Flixbus nicht. Insgesamt wird Flixbus nun mit rund 2 Mrd Euro bewertet.

Mit dem frischen Geld will Flixbus weiter wachsen und mit dem Ableger Flixcar in den Markt der privaten Fahrgemeinschaften einsteigen. Damit reagiert Flixbus auf die Konkurrenz von Blablacar. Die Franzosen sind mit der Vermittlung von Fahrgemeinschaften groß geworden und expandieren aktuell in den Fernbus-Markt, wo sie auch Flixbus Marktanteile abjagen wollen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Zitat: Flixbus-Gründer Daniel Krauss hält schnelle Entscheidungen für einen Erfolgsfaktor.

"Dass wir bisher den Wettbewerbern davonlaufen, liegt daran, dass wir sehr schnell in unseren Entscheidungen sind und eine hohe Risiko-Affinität in unseren Werten verankert haben."

Flixbus-Mitgründer Daniel Krauss nennt schnelle Entscheidungen und Risikobereitschaft im "Handelsblatt"-Interview als Gründe für den Erfolg seines Unternehmens.
handelsblatt.com

EU-Kommission: Vodafone darf Unitymedia übernehmen.

Vodafone darf den Kabelnetz-Konkurrenten Unitymedia übernehmen, entscheidet die EU-Kommission. Der britische Konzern zahlt 18,4 Mrd Euro an die Unity-Mutter Liberty. Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter warb 2018 für die Übernahme, in dem er ein "vereintes Gigabit-Netz für Deutschland" und Investitionen von 12 Mrd Euro in den Ausbau versprach. Damals hatte Vodafone in Deutschland 14,2 Mio Verträge und Unitymedia 13 Mio. Der Deal umfasst auch Liberty-Töchter in Tschechien, Ungarn und Rumänien.
sueddeutsche.de, handelsblatt.com, heise.de

Zitat: Thomas Laufersweiler erlebt auf Netflix eine personalisierte Zombie-Apokalypse.

"Ich habe bei Netflix in den ersten Wochen Walking Dead geguckt – und bin dann im Kern meines Profils wohl als Zombie-Fan eingeordnet worden. Bis heute bin ich aus der Zombie-Ecke nicht rausgekommen. Ich kriege auf Netflix eigentlich nur Untote angezeigt."

ARD.de-Redaktionsleiter Thomas Laufersweiler findet Personalisierung manchmal tückisch – und will Nutzern der ARD-Mediathek ermöglichen, ihr Profil auf Null zu setzen.
podcast.shelfd.com (57-Min-Audio)

Dazn sichert sich auch Olympia-Übertragungen und macht das Abo teurer.


Sky is no limit: Dazn mausert sich mit neuen Rechte-Deals zum sportlichen Schwergewicht – und zum Angstgegner für Sky. Die Vereinbarung mit Eurosport bringt nicht nur Bundesliga-Livespiele zum Streaming-Portal, sondern auch die Olympischen Spiele. Dazn bindet Eurosport-Sender ein und zeigt deshalb zudem große Tennis-Turniere, Tour de France und Ski. Zur Feier des Tages verteuert Dazn das Monatsabo von 9,99 Euro auf 11,99 Euro.

Dazn kündigt 8.000 Live-Übertragungen pro Jahr an. Der Angreifer nennt sich – ebenfalls zum Leidwesen von Sky – nun selbstbewusst der "größte Livesport-Broadcaster im deutschsprachigen Raum". Im bunten Bauchladen gibt es auch internationale Fußball-Ligen und die Champions League, US-Sport wie Basketball und Eishockey sowie Boxen. Hinter Dazn steht die britische Perform Group, die mehrheitlich der US-Beteiligungsgesellschaft Access Industries von Milliardär Len Blavatnik gehört. (Foto: Ina Fassbender / dpa / Picture Alliance)
presseportal.de, bild.de, turi2.de (Background)

"Werben & Verkaufen": Langjährige Redakteure verlassen das Werbe-Fachblatt.


Abwerben & Ausverkaufen: "Werben & Verkaufen" muss unter dem neuen Chefredakteur Holger Schellkopf (Foto) mit einer deutlich ausgedünnten Redaktion arbeiten. Zahlreiche altgediente Redakteure haben das Werbe-Fachblatt verlassen, erfährt turi2 aus dem Verlags-Umfeld und beim Blick ins Impressum. So sind Anja Janotta, Onlinerin der ersten Stunde, Frauke Schobelt, Newschefin Online, die Redakteure Leif Pellikan und Linda Hofmann sowie die Berlin-Korrespondentin Judith Pfannenmüller nicht mehr an Bord.

Bekannt geworden waren bisher lediglich die Abgänge von Online-Chef Frank Zimmer, Redakteurin Petra Schwegler und zuletzt der von Chefredakteur Jochen Kalka. Neben der neuen Chefredaktion um Schellkopf bleibt ein schreibendes Team von rund 20 Köpfen, davon einige in Teilzeit, die redaktionell "W&V" und "Lead", online und gedruckt, sowie den digitalen "Kontakter" wuppen.

Die Stimmung der Rest-Redaktion dürfte nicht gerade euphorisch sein. Zuletzt hatten die Umstellung der "Werben & Verkaufen" vom wöchentlichen auf einen monatlichen Rhythmus und das Print-Aus des "Kontakters" für schlechte Stimmung und Verunsicherung gesorgt.
turi2 - eigene Infos

Neues Apotheken-Gesetz verbietet DocMorris und Co Rabatte.

Online-Apotheken dürfen weiter versenden, aber keinen Rabatt mehr auf rezeptpflichtige Arzneimittel geben, beschließt das Bundeskabinett. Um dies rechtssicher zu regeln, soll das Sozialgesetzbuch an der EU vorbei ein Rabattverbot festschreiben. 2016 hatte der Europäische Gerichtshof ausländischen Apotheken wie DocMorris Rabatte erlaubt – die neue deutsche Regelung will die etablierte Analog-Apotheke davor bewahren.
faz.net, apotheke-adhoc.de

Testmagazin "Check" erscheint ausschließlich als E-Paper.

Weka publiziert das neue Testmagazin Check ausschließlich als E-Paper. Check testet viermal im Jahr Produkte und Dienstleistungen, in der Erstausgabe etwa den Thermomix, Kochboxen-Lieferdienste und Mähroboter. Die Einzelausgabe kostet 4,49 Euro, ist u.a. über die Apps anderer Weka-Magazine verfügbar sowie über Plattformen wie Readly, United Kiosk und iKiosk.
pressebox.de, yumpu.com (Erstausgabe)

Junge Zielgruppen: "FAZ" setzt auf Social, "Zeit" auf Podcasts.

Lese-Tipp: Große Verlage versuchen mit unterschiedlichen Strategien, junge Zielgruppen im Netz zu gewinnen, beobachtet Henrik Rampe. FAZ-Chef Thomas Lindner setzt auf Social Media und verzichtet auf ein Jugendportal, weil die "FAZ" nicht hippes Jugendmagazin spielen will. Zeit-Online-Chef Christian Röpke hat elf Podcasts im Portfolio, die nicht direkt Abos generieren, aber die Marke bilden sollen.
horizont.net

Bloomberg: Apple will mit Eigenproduktionen ein Stück vom Podcast-Kuchen.


Apfel auf die Ohren: Apple will auf den Podcast-Zug aufspringen und eigene Exklusiv-Inhalte produzieren, berichtet Bloomberg. Der Tech-Konzern verhandle bereits mit diversen Medienunternehmen, um bereits erfolgreiche Formate zu übernehmen und exklusiv für Apples Podcast-App zu produzieren.

Mit diesem Schritt würde Apple einen völlig neuen Weg in seiner Podcast-Philosophie einschlagen. Bislang nimmt Apple nur eine Moderatoren-Rolle ein und hat mit Podcasts kein Geld verdient. Nutzer konnten bislang den RSS-Feed ihres Podcasts einfach in die App laden und das Audio-Format darüber verbreiten.
bloomberg.com, theverge.com

EU-Kommission beginnt Kartellverfahren gegen Amazon.


Kein Strafrabatt am Prime Day: EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager bringt ihre Truppen gegen Amazon in Stellung, berichtet Bloomberg. Noch diesen Sommer will sie die Geschäfte des Konzerns nach allen Regeln der Kartell-Kunst durchleuchten. Bei der Kommission läuft bereits eine vorläufige Untersuchung, ob Amazon die Daten von Drittanbietern auf seiner Plattform zum eigenen Vorteil ausschlachtet – ein Verfahren will Vestager vor dem Ende ihrer Amtszeit im Oktober abschließen.

Die Ausweitung zu einem Kartellverfahren würde der Kommission ermöglichen, Strafzahlungen von Amazon zu kassieren. Vestager hat sich in den vergangenen Jahren als Schrecken der Tech-Konzerne einen Namen gemacht: Google musste in mehreren Verfahren schon insgesamt 8,2 Mrd Euro berappen und Apple Steuern in Milliarden-Höhe nachzahlen. Facebook ist aktuell noch im Visier. Auch Amazon stand schon zweimal auf dem Prüfstand, allerdings wegen Steuerfragen und dem E-Book-Vertrieb – für das Handelsgeschäft ist es eine Premiere. (Foto: MAXPPP / Picture Alliance, Montage: turi2)
bloomberg.com, turi2.de (Background)