Google zieht sich aus Tablet-Markt zurück.


Abserviert: Google entwickelt keine Tablets mehr und überlässt Apples iPads das Feld. Künftig will sich Google auf die Entwicklung von Laptops konzentrieren. Die beiden Modelle, an denen zwei Teams bisher gearbeitet haben, beerdigt Google auch. Sie hatten kleinere Displays und anschließbare Keyboards, kommen nun aber gar nicht erst auf den Markt. Zuletzt hat der Konzern 2018 das Tablet Pixel Slate auf den Markt gebracht. Googles Laptops sind bisher nicht in Europa erhältlich.
googlewatchblog.de, theverge.com

Zitat: Angela Merkel findet Rezo-Video auch wegen seiner Länge erstaunlich.

"Wir haben da nicht entspannt drauf reagiert. 50 Minuten Politik auf YouTube, da konnte ich erstmal gar nicht fassen, dass man das so lange hintereinander aufzeichnet."

Angela Merkel sagt im Gespräch mit Miriam Meckel, Gründungsverlegerin des Magazins "Ada", auf der Konferenz Morals & Machines in Dresden, Rezo habe in seinem Video "vor allem beim Thema Klimaschutz auch wichtige Punkte angebracht."
"Handelsblatt", S. 10 (Paid), join-ada.com (komplettes Gespräch als Podcast)

weitere Zitate:
"Es ist der Anfang vom Ende, wenn man schlechte Laune bekommt, weil jemand neben einem gut wird." (über Robert Habeck als Vorredner)

Berechnung: Bestellungen aus China belasten deutsche Paketzusteller.

Onlineshopping: Die Deutschen bestellen 2018 erstmals mehr Elektronik als Mode online, sagt eine Berechnung der Logistikberatung MRU. Viele der 330 Mio Elektro-Bestellungen sind Kleinstpakete aus China, z.B. Anschlusskabel und Ladegeräte. Sie kosten fast kein Porto, decken aber die Zustellkosten im Empfängerland nicht und sind oft so klein, dass die Briefträger statt Paketboten sie anliefern. Der Weltpostverein handelt für China wegen der rasant wachsenden Bestellzahlen eine neue Gebührenordnung aus.
"Welt", S. 5 (Paid)

Keine Angst vor Dr. Google: Wie Arzt und Gründer Tobias Gantner den Gesundheitsmarkt hacken will.


Mit gesundem Mut: Tobias Gantner ist Arzt, Ökonom und nennt seine Firma einen Abenteuerspielplatz. Der Gründer der HealthCare Futurists spricht beim Innovation Day Health von Gruner + Jahr über seine digitalen Visionen für die eingefahrene Gesundheitsbranche. Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv erklärt Gantner unter anderem seine "Ohnearztpraxis" – sie soll bald tatsächlich eröffnen und ländliche Räume mit einer Mischung aus Fachpersonal und Telemedizin versorgen.

Gantner war Arzt und Konzern-Mitarbeiter, als ihn die Lust packte, selber zu machen statt nur zu reden. Mit seinem Team baut er Produkte und Startups rund um die Gesundheit. "Das Gesundheitssystem ist ein dickes Brett", sagt Gantner und ruft seine Ärztekollegen dazu auf, sich auf die neue Realität einzustellen und Digitales zu nutzen: Viele Patienten kommen nun einmal mit einer ersten Google-Diagnose. "Darauf müssen sich Ärzte einstellen. Wenn sie das nicht tun – das hat mit Vertrauen zu tun – gehen Patienten an andere Orte oder in Richtung Selbstmedikation."
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

The Verge beschreibt katastrophale Arbeitsbedingungen von Facebook-Wächtern.


Not safe for work: In Tampa, Florida, müssen zahlreiche Facebook-Moderatoren im Auftrag des Dienstleisters Cognizant offenbar unter katastrophalen Arbeitsbedingungen Gewaltvideos moderieren, berichtet Casey Newton bei The Verge. Rund ein Dutzend aktueller und ehemaliger Mitarbeiter, drei von ihnen sogar namentlich, berichten Newton unter anderem von massivem Arbeitsdruck, sexueller Belästigung, verdreckten Toiletten und offenem Drogenkonsum, mit dem Kollegen die psychisch teils belastende Arbeit zu bewältigen versuchen. Das Management ignoriere die Zustände. Im März habe ein Mitarbeiter im Büro einen Herzinfarkt erlitten und sei kurz darauf im Krankenhaus gestorben. Als Newton das Büro besuchen durfte, sei es kurz zuvor gereinigt worden.

Der Fall ist nicht der erste, der von furchtbaren Arbeitsbedingungen für Facebooks Löschteams berichtet. Newton selbst hatte bereits im Februar über einen ähnlichen Fall aus Arizona berichtet – ebenfalls bei Cognizant. Auch die Bertelsmann-Tochter Arvato war bereits in die Kritik geraten. Auch bei den deutschen Löschteams würden hoher Arbeitsdruck und mangelnde psychologische Betreuung herrschen.
theverge.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

Basta: Britische Regierung muss Porno-Filter verschieben.

Europ-Wer?: Die britische Regierung muss ihre geplanten Altersüberprüfungen im Internet, mit denen Minderjährigen der Zugriff auf pornografische Inhalte verwehrt werden soll, erneut verschieben. Grund: Die Regierung hat vergessen, Brüssel über seine Pläne zu informieren. Aber da warten die Politiker ja auch noch vergeblich auf ganz andere Pläne von der Insel.
bbc.com

Lauschsprecher könnten künftig Herzattacken bemerken.

Lauschsprecher wie Amazons Echo könnten künftig bei Herzattacken einschreiten, geht es nach den Plänen von Forschern der University of Washington in Seattle. Die entwickeln derzeit Programm, das in den Hintergrundgeräuschen typische Geräusche erkennen soll, die Menschen machen, wenn sie eine Herzattacke erleiden, etwa eine unregelmäßige Atmung. Derzeit würde das System in 97 % der Fälle richtig liegen. Es seien jedoch noch weitere Forschungen nötig, damit das System keine Fehlalarme abgibt.
businessinsider.de

"manager magazin": Oliver Samwer will Rocket Internet von der Börse nehmen.

Rocket Internet: Gründer Oliver Samwer will sich von der Börse zurückziehen, berichtet das "manager magazin". Rocket wolle so viele Aktien wie möglich zurückkaufen, Samwer werde seine 44 % behalten, um am Ende die Gesellschaft zu kontrollieren. Er wolle "gern wieder fern der Öffentlichkeit ungestört als opportunistischer Investor agieren".
manager-magazin.de

"WSJ": YouTube will Kinder-Videos in eigene App auslagern.


Kids only: YouTube überlegt, alle Videos für und mit Kindern in die separate App YouTube Kids auszulagern, berichtet das "Wall Street Journal". Auch die Autoplay-Funktion, die direkt zum nächsten Video springt, könnte beim Kinder-YouTube wegfallen. Sie hatte in der Vergangenheit mehrfach dazu geführt, dass Kinder nicht-kindgerecht Videos zu sehen bekamen. Deswegen ermittelt derzeit die US-Handelsbehörde FTC, auch weil YouTube Daten von Kindern unter 13 Jahren gesammelt haben soll.

Im Februar hatte YouTube bereits die Kommentare unter Videos mit Minderjährigen abgeschaltet, nachdem sich dort wiederholt pädophile Kommentare fanden. Kindervideos sind für YouTube ein wichtiges Geschäft: Laut "Wall Street Journal" gehören sie zu den beliebtesten Inhalten der Video-Plattform und spülen YouTube Millionen Werbe-Dollar in die Kassen.
wsj.com (Paid), businessinsider.de, focus.de

Zahl des Tages: YouTube und Universal remastern Musikvideo-Klassiker.

Zahl des Tages: Rund 1.000 Musikvideo-Klassiker wollen YouTube und Universal bis Ende 2020 technisch aufpeppen. Die Video stammen teils aus Röhrenfernseher-Zeiten und sind bei YouTube bisher nur in minderer Qualität zu sehen. Zum Start sind u.a. Tom Pettys Free Fallin' oder Hollaback Girl von Gwen Stefani dabei. Die HD-Videos ersetzen unter gleicher Adresse die SD-Videos, Views und Likes bleiben bestehen.
techcrunch.com, cnet.com

Niedersächsischer Landtag fordert Ende von Digitalradio DAB+.

Digitalradio: Der niedersächsische Landtag verabschiedet einstimmig einen Antrag der FDP und fordert die Landeregierung dazu auf, sich für ein Ende der Radio-Übertragung via DAB+ einzusetzen. Die Technik habe sich nicht durchgesetzt und sei "Geldverschwendung", so die Argumentation. Der "zukunftsträchtige Übertragungsweg" fürs Radio sei 5G.
infosat.de, teltarif.de

AGF will Kampagnen plattformübergreifend messen.


Einschaltquoten für das Internet: Die AGF Videoforschung startet ein Pilotprojekt, mit dem sie Instream-Werbung plattformübergreifend analysieren will. Dabei nutzen die Beteiligten das Tool Nielsen DAR, das auch Zugriffe bei Facebook, YouTube und Amazon messen kann, um vergleichbare Reichweiten für verschiedene Kampagnen zu ermitteln. Neben der quantitativen Reichweitenmessung betreibt Nielsen im Auftrag der AGF ein Online- und ein Mobil-Panel, um zusätzliche Informationen über die Zielgruppe zu erfahren.

Am Pilotprojekt beteiligen sich zunächst die Agenturen Mediaplus und Publicis, unter anderem mit Kampagnen von Deichmann und Logocos. Sollte sich das Messverfahren durchsetzen gäbe es erstmal einen einheitlichen Standard für Online-Video-Kampagnen. Gerade die US-Anbieter wie Facebook und YouTube haben sich bisher gegen einheitliche Parameter gesperrt und auf eigene Messungen verwiesen.
presseportal.de, horizont.net

Berufe mit Zukunft von A-Z: K wie Korrespondentin – Edith Kimani.


Die Botschafterin: Edith Kimani ist das afrikanische Gesicht der Deutschen Welle. Als Reporterin bereist die Kenianerin den Kontinent, als Moderatorin präsentiert sie die internationalen DW News. Im Porträt von Jens Twiehaus in der turi2 edition #8 berichtet Kimani von ihrem schwierigen Start als Journalistin und Deutschland und erklärt, warum sie sich im Studio heute zuhause fühlt. turi2.tv begleitet Kimani durch ihren Berliner Kiez und ins Studio.

Das Porträt über Korrespondentin Edith Kimani finden Sie auch in unserem kostenlosen E-Paper zur "turi2 edition #8" auf Seite 169.

Edith Kimani steht mit beiden Beinen im Leben, aber mit jedem eigentlich auf einem anderen Kontinent. Das liegt nicht nur an ihrer Herkunft – die Deutsche-Welle-Journalistin mit Wohnsitz Berlin stammt aus Kenia. Ständiges Hin und Her ist Teil ihres Jobs. Edith Kimani moderiert die News im Studio und düst wochenweise quer durch Afrika. Sie trifft Popmusiker in ihrer Heimatstadt Nairobi, probiert Brautkleider in Benin-Stadt und interviewt männliche Prostituierte am Strand von Gambia.

Kimani will es so. Sie will immer wieder zurückgehen und "Geschichten sammeln", wie sie es nennt, statt nur im Studio die Stories der Kollegen anzumoderieren. Das Angebot für Berlin erreicht sie 2016, als sie gerade mal fünf Monate Ostafrika-Korrespondentin der Deutschen Welle ist. Einer Zusage hätte beinahe die Liebe im Weg gestanden – die Liebe zu Land und Leuten. "Ich war damals gerade dabei, mich wirklich in den Kontinent zu verlieben. Ich habe mich selbst als Afrikanerin wiederentdeckt." Ein Total-Umzug kommt deshalb nicht infrage, stattdessen entsteht eine Doppelrolle als reisende Moderatorin oder moderierende Reporterin.

Ihr inniges Verhältnis zur Heimat und zum afrikanischen Kontinent ist spürbar. Sie trägt gern afrikanischen Perlenschmuck, an der Wohnungstür hängt der ironische Spruch "No hurry in Africa" – der gute Ratschlag, es gemächlich angehen zu lassen.

Ein großer Vorteil: Kimani sieht Afrika als Korrepondentin mit anderen Augen. Sie kommt von außen und ist trotzdem eine von dort. Während Auswärtige oft zuerst an Krieg, Korruption und Hunger denken, kennt Kimani Startup-Unternehmer im Technologie-Mekka Nairobi. Und sie weiß, wie hungrig die junge Generation nach einem besseren Leben ist, nach Chancen und Gerechtigkeit.

Die persönliche Chance ihres Lebens bekommt Kimani mit 19 Jahren. Frisch fertig mit der Schule hängt sie in der Warteschleife für ein Studium in Europa, da bekommt sie den Tipp: Der junge Privatsender KTN braucht Nachwuchs und sucht ihn per Fernsehshow. Kimani gewinnt die öffentliche Suche nach Kenias Superstar vor der Kamera ohne nennenswerte TV-Erfahrung – und ist über Nacht bekannt in der 50-Mio-Einwohner-Republik. "Ich war 19, hatte plötzlich einen Job und dachte: Was mache ich damit? So hat es angefangen", sagt sie und muss lachen.

Mehrere Jahre moderiert sie Nachrichten in Kenia, ist im Gespräch mit internationalen Sendern. BBC und CNN sind in Nairobi vertreten; auch die Chinesen mit CCTV. Die Deutsche Welle kann sie gewinnen. Seitdem pflegt Kimani auch eine Liebesbeziehung zu Deutschland, insbesondere zu Berlin und ihrem Kiez in Schöneberg – obwohl das eine Weile gedauert hat.

Sie, die reisende Reporterin, hat anfangs fürchterliches Heimweh. Kaum vorstellbar für Zuschauer, die Kimani aus dem Fernsehen kennen, aufrecht sitzend und gerade in die Kamera schauend: "Welcome to the program." Aber ihr Start in Berlin im bitterkalten Januar sei "ein Monat Weinen ohne Unterbrechung" gewesen, erzählt sie – und schrumpft an ihrem Küchentisch wieder zu einem Häufchen Elend zusammen. Sie habe ihre Mutter angerufen und ins Telefon geheult: "Ich weiß nicht einmal, wie Apotheke auf Deutsch heißt – und selbst wenn ich zur Apotheke komme: Wie erkläre ich, dass ich Kopfschmerzen habe?"

Die Arbeit in der Redaktion und vor allem das Studio bringen ein Gefühl von Zuhause zurück – eine seltsame Vorstellung, dass Kamera-Ungetüme ein wohliges Gefühl erzeugen können. Doch Kimani sagt, das Studio sei ihr Büro und der Ort, an dem sie sich am wohlsten fühle. "Da ist viel Adrenalin im Spiel. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in einem Boxring und müssen hüpfen, auf und ab, und warten auf die Glocke. So fühlt es sich innerlich an. Ich liebe das einfach." In diesen Momenten, wenn das rote Kameralicht angeht, steht sie wirklich mit beiden Beinen nur auf dem Studioboden.

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Volkswagen will direkt mit Kunden kommunizieren.


Emotional und digital: Volkswagen will mit Digital-Marketing und personalisierten Angeboten aus dem Dieselgate-Tal herauskommen. Im Spätherbst bekommt die Marke ein neues Design, in dessen Zuge der Autobauer auch sein Marketing "völlig neu" ausrichten wird, sagt Marketingchef Jochen Sengpiehl im "Handelsblatt"-Interview. Dazu baut Volkswagen Digital-Plattformen, die "personalisierungsfähig und datengetrieben" sein sollen, um "direkt mit den Kunden zu kommunizieren".

Den Vergleich mit großen Tech-Playern scheut Sengpiehl nicht: "Wir schaffen ein Interface mit einer ID-Nummer je Kunde – genauso wie es die Kunden von Apple oder Google kennen." In den vergangenen Jahren hätte sich das Marketing zu sehr auf Technik und Produkt fokussiert, nun wolle VW "den Regler wieder stärker in Richtung der Menschen schieben". Bei gleichbleibendem Media-Budget von weltweit 1,5 Mrd Euro soll das Marketing 30 % effizienter werden.
"Handelsblatt", S. 24 (Paid), turi2.de (Background)

Google stellt 1 Mrd Dollar für neue Wohnungen im Silicon Valley bereit.

Google zieht sich den Wohltäter-Mantel an, um die Wohnungsnot im Silicon Valley zu lindern, die der Konzern mit verursacht hat. Wo bisher Büros geplant waren, stellt Google Bauland für 750 Mio Dollar zur Verfügung, weitere 250 Mio Dollar fließen in einen Bau-Investment-Fonds. Insgesamt sollen 20.000 Wohnungen entstehen. 50 Mio Dollar gehen an Obdachlosen-Initiativen.
cnet.com, blog.google

Zahl des Tages: Amazon nennt versehentlich deutschen Marktplatz-Umsatz.

Zahl des Tages: Einen Umsatz von 10,2 Mrd Euro machten Dritthändler 2018 auf dem deutschen Marktplatz von Amazon, errechnet E-Commerce-Experte Mark Steier. Die Rechnung basiert auf einer Zahl, die Amazon in einer Mail an seine Händler wohl versehentlich preisgegeben hat.
wortfilter.de via handelsblatt.com


Nachtrag 19.6.2019, 18:10 Uhr Amazon teilt dazu mit:
"Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt. Die Person, die diese Informationen zusammengestellt hat, hat Zahlen benutzt, die nichts mit den Verkäufen von Drittanbietern bei Amazon zu tun haben. Dies ist allein auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen und es wäre falsch, anzunehmen, dass diese Zahlen etwas über das Geschäft von Amazon in Deutschland oder auf der ganzen Welt aussagen."

Kartellamt sieht Glasfaser-Kooperation der Telekom kritisch

Breitband-Ausbau: Das größte Glasfaserprojekt der Telekom, ein Joint-Venture mit dem niedersächsischen Kommunalversorger EWE, gerät ins Stocken, berichtet die "FAZ". Das Bundeskartellamt fürchtet, die Kooperation könnte den Wettbewerb behindern und den Internetausbau womöglich bremsen. Es gebe bereits "intensive Gespräche" über Auflagen, um ein Veto zu verhindern.
"FAZ", S. 20 (Paid)

Bauer-Managerin Bianca Schwarz über die neue Ehrlichkeit im Content Marketing.


Ehrlich währt am längsten: "Unehrlichkeit, etwas verschleiern, das funktioniert nicht mehr. Das kommt doppelt und dreifach zurück", sagt Bianca Schwarz im Video-Interview mit "Horizont" und turi2.tv am Rande des Food Trend Tags der Bauer Media Group in Hamburg. Schwarz leitet die Bereiche New Business und Produktion im House of Food. In der Food-Einheit von Bauer entstehen Magazine wie "Lecker" und "Kochen & Genießen", aber auch multimediale Auftragsarbeiten für Werbekunden – in Print, Web oder Social Media.

Als wichtigsten Content-Trend sieht Schwarz nach wie vor Bewegtbild – gerne auch "perfekt-unperfekt": "Es wird immer echter, immer realer", was Food-Stylisten und das Influencer-Netzwerk des Verlags produzieren, sagt Schwarz. Rund 70 % ihrer Kunden wollten inzwischen ehrlichen Content, der nicht mehr nur Produkte in den Vordergrund schiebt, sondern die Story dahinter erzählt.
turi2.tv (4-Min-Video)

Video-Tipp: Der WDR beleuchtet, wie Landtagsabgeordnete Social Media nutzen.

Video-Tipp: Im Januar 2018 haben die Landtags-Abgeordneten in NRW die Mitarbeiterpauschale von 4.417 Euro monatlich auf 8.600 Euro fast verdoppelt, unter anderem, um der Mehrarbeit durch soziale Medien gerecht zu werden. Der WDR nimmt das zum Anlass zu prüfen, wie aktiv die Abgeordneten in den sozialen Medien sind und stellen fest: Viele Abgeordnete sind kaum aktiv. Wie viel vom zusätzlichen Geld die Abgeordneten für die Netzarbeit verwenden, verraten sie nicht.
wdr.de (5-Min-Video)

Meinung: Rund die Hälfte aller Google-Anfragen führt nicht zu Klicks.

Google hält immer mehr Nutzer auf der eigenen Seite, will Rand Fishkin mit Daten von Jumpshot herausgefunden haben. Demnach seien im ersten Quartal 2019 49 % der US-Suchanfragen beantwortet worden, ohne das die Nutzer die Suchseite verlassen hätten. Organische Klicks auf Seiten, die nicht zu Google selbst gehören, kämen auf 41,5 %. Google-eigene Seiten seien bei rund 6 % der Anfragen das Ziel. Vor allem mobil sei der Anteil an Suchen, die nicht zu Klicks führen, seit 2016 kontinuierlich gestiegen.
onlinemarketing.de

Facebook gibt Details zu seiner Kryptowährung Libra bekannt.

Facebook-LogoFacebook nennt seine geplante Kryptowährung Libra. Sie soll offiziell kommendes Jahr zusammen mit einem Blockchain-basiertem Netzwerk starten. Damit Libra anders als zum Beispiel der Bitcoin keine großen Kursschwankungen durch Spekulationen aufweist, will Facebook die Währung mit weiteren Vermögenswerten decken. Diese sollen unter anderem von Mastercard, Visa, eBay, PayPal, Spotify, Uber und Vodafone kommen, die Teil eines zunächst 27 Mitglieder umfassenden Verbandes werden.
theverge.com, faz.net

"Horizont": Der "Spiegel" startet im September seine Gemeinschaftsredaktion.


Große Koalition an der Ericusspitze: Die "Spiegel"-Geschäftsführung hat sich mit den Betriebsräten von Print- und Online-Redaktion auf die Fusionspläne geeinigt, berichtet "Horizont". Demnach soll der Gemeinschaftsbetrieb im September starten. Das Gehalt und die Arbeitszeit der Online will der Verlag in Richtung Print-Niveau anpassen. Bis 2021 soll zudem niemand eine Kündigung erhalten. Den Plänen muss heute noch der Gesamtbetriebsrat zustimmen, was jedoch als Formsache gilt.

Im Anschluss sollen die Mitarbeiter die Details der Übereinkunft erfahren, unter anderem wie die Angleichung von Onliner- und Print-Redakteure konkret aussehen soll. Laut Verlag gebe es eine "möglichst weitgehende Angleichung". Teilweise gebe es bereits detaillierte Regelungen, an anderen Stellen fehlten diese noch.
horizont.net, turi2.de (Background)

Studie: Die Meinungsbildung verlagert sich ins Netz.

Internet wird für die Meinungsbildung immer wichtiger und hat das Fernsehen bei Nutzern unter 50 Jahren schon abgelöst, sagt der MedienVielfaltsMonitor der Landesmedienanstalten. ARD, ZDF, Bertelsmann, Springer und ProSiebenSat.1 halten zusammen zwar 55 % Marktanteil bei der Meinungsbildung, verlieren aber ihren früher großen Vorsprung. Das Radio hat lokal die Nase vorn, 30 % der Befragten informieren sich dort über Lokalnachrichten.
heise.de, dwdl.de

Werbungtreibende können auf Spotify gezielt Podcast-Hörer ansprechen.


Worth the hype: Spotify nutzt den anhaltenden Podcast-Trend, um Werbe-Euros rollen zu lassen – Werbungtreibende in zehn Ländern, u.a. den USA, Frankreich, Deutschland und Australien, können die Podcast-Hörer unter den Gratis-Nutzern künftig gezielter adressieren. Spotify zählt monatlich inzwischen 123 Mio Nutzer seines Gratis-Angebots.

Der Streamingdienst will die Podcast-Werbeformate weiter ausbauen. Die passgenaue Vermarktung hat das Unternehmen im Pilotprojekt mit Samsung und 3M getestet. Podcast-Targeting gilt als lukrativer als Musik-Targeting: Aus den Podcast-Themen können Werbungtreibende die Interessen der Nutzer besser ableiten lassen als anhand des Musikgeschmacks.
theverge.com

WDR strukturiert seine Direktionen um.

WDR löst die Fernseh- und Hörfunkdirektion auf. TV-Mann Jörg Schönenborn wird crossmedial Chef für Information, Fiktion und Unterhaltung – ihm unterstehen auch Sport, Auslandsstudios und die Fiktion. Radio-Managerin Valerie Weber leitet NRW, Wissen und Kultur – was die Landesstudios, Wissenschaft, Wirtschaft und die Hörfunkwellen umfasst.

Zuständig für den "Programmbereich Internet" unter Stefan Moll wird Schönenborns neue Direktion. Den neuen Bereich Wissen, Wirtschaft und Verbraucher soll Elmar Pott führen, bislang Leiter der Hauptabteilung Zentrale Aufgaben in der Hörfunkdirektion. Gabi Ludwig, bislang zuständig für die TV-Landesprogramme übernimmt crossmedial Verantwortung für alles, was aus Landesstudios und Landespolitik kommt. TV-News-Chef Stefan Brandenburg wird im künftigen Newsroom medienübergreifend verantwortlich für alles Aktuelle.
presseportal.de, dwdl.de

Meinung: Aus von Newslettern bei WhatsApp trifft Rabatt- und Urlaubsportale besonders.

WhatsApp: Das Newsletter-Verbot trifft Rabatt- und Urlaubsportale am stärksten, beobachtet Robert Tusch. Der Pepper.com-Gruppe, Mutter des Schnäppchen-Portals MyDealz, gehen so 1 Mio Abonnenten mit Aktivitätsraten über 30 % verloren. Die Reiseportale Urlaubsguru und Ab-in-den-urlaub.de wollen sich mit individuellem Kundenkontakt gegen den Reichweitenverlust wappnen.
meedia.de

Huawei rechnet mit 40 % bis 60 % weniger verkauften Smartphones.

Huawei rechnet international mit einem Absatzrückgang seiner Smartphones um 40 % bis 60 %, berichtet Bloomberg. Grund ist der Handelsstreit mit den USA. Der chinesische Tech-Gigant will den Verlust auf dem Heimatmarkt ausgleichen und 2019 die Hälfte aller chinesischen Smartphones verkaufen, 2018 lag der Anteil bei 34 %.
bloomberg.com via techcrunch.com, turi2.de (Background)