5G: Mobilfunker geben in abgeschirmten Räumen Gebote für Frequenzen ab.

5G-Auktion: Um 10.00 Uhr beginnt bei der Bundesnetzagentur in Mainz in einem komplizierten Verfahren die Versteigerung der Frequenzen für schnelles mobiles Internet. Die Vertreter von Telekom, Vodafone, O2 und United Internet sitzen in abgeschirmten Räumen, einziger Kontakt zu ihren Zentralen ist eine gesicherte Festnetzleitung. Zu vergeben sind 41 Frequenzblöcke, das Mindestgebot pro Block liegt zwischen 1,7 und 5 Mio Euro. Die Auktion kann sich über Wochen ziehen.
focus.de

Video-Tipp: ARD-Doku zeigt fragwürdige Handelspraktiken von Amazon.

Video-Tipp: Die ARD-Doku Amazon außer Kontrolle? beleuchtet das Geschäftsmodell von Amazons Marketplace, wo Dritthändler ihre Waren vertreiben. Darunter befinden sich auch gesundheitsschädliche Kosmetik, Marken-Fälschungen und Elektronik-Produkte, die nicht deutschen Sicherheits­standards entsprechen. Amazon sieht sich nicht in der Verantwortung.
daserste.de (44-Min-Video)

Basta: MySpace verliert Daten von zwölf Jahren.

Lost in MySpace: MySpace, Dinosaurier der Social Networks, offenbart seinen Nutzern, dass bei einer Server-Migration Fotos, Videos und Audiodateien, die vor mehr als drei Jahren hochgeladen wurden, verloren gegangen sind. Also alle Daten zwischen 2003 und 2015, rund 53 Mio Songs. Mangels Relevanz von MySpace haben selbst Google und die NSA keine Backups mehr.
heise.de, mashable.com

News-WG erklärt Weltpolitik mit den Mitteln von Instagram.

News-WG des Bayerischen Rundfunks versucht, mit persönlich erzählten Nachrichten und ein bisschen Quatsch, Instagram-Nutzer für Politik zu interessieren. Was in den Insta-Storys spontan aussieht, ist das Ergebnis stundenlanger Recherchen und Aufnahmen, erfährt Aurelie von Blazekovic beim Besuch in der WG, in der die beiden News-Hosts Helene Reiner und Max Osenstätter auch wohnen.
sueddeutsche.de, instagram.com/news_wg

dpa prüft Fakten für Facebook.


Faktbook: Die dpa hilft Facebook beim Aufspüren von Fake-News - als zweiter deutscher Faktenprüfer neben dem Recherche-Netzwerk Correctiv. "Das Faktenchecken liegt in unserer DNA", erklärt dpa-Chefredakteur Sven Gösmann der "Welt" das Engagement, das zugleich neue Erlösquelle ist. Wie viel Facebook der dpa dafür bezahlt, bleibt geheim, laut NDR plant die Nachrichtenagentur für das Projekt drei Mitarbeiter ein.

Die dpa bekommt Zugriff auf Facebooks Datenpool, wo verdächtige Informationen landen. "Das schauen wir uns an und können dann selbst entscheiden, welche Faktenchecks wir machen", sagt Agentur-Sprecher Jens Petersen dem NDR. Die Kooperation kommt pünktlich vor der Europa-Wahl, bei der Facebook Desinformation und Fake-News auf seiner Plattform tunlichst vermeiden will bzw. die Verbreitung wenigstens eindämmen. Weltweit arbeiten 43 Medien­organisationen als Faktenprüfer für Facebook.
ndr.de, welt.de, meedia.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Hundefutter werden wir nie verkaufen" – Sven Gösmann über das Geschäft der dpa in Zeiten sinkender Auflagen. (02/2019)

Creative-Commons-Community will Bildernutzung für KI-Training diskutieren.

Künstliche Intelligenz: Ryan Merkley, CEO der Creative-Commons-Community, reagiert auf Berichte, wonach IBM unter CC-Lizenzen veröffentlichte Bilder nutzt, um eine Gesichtserkennung zu optimieren. Auch wenn dies rechtlich erlaubt sei, sei das Copyright nicht das richtige Instrument, um mit den Bedenken umzugehen, schreibt Merkley. Vielmehr brauche es dazu gesellschaftspolitische Normen und Gesetze. Die dafür nötige Debatte wolle er eröffnen.
creativecommons.org, heise.de (Background)

Meinung: YouTube nutzt Urheberrechts-Rummel geschickt für Imagewerbung.

YouTube mobilisiert im Streit um das neue Urheberrecht Tausende Jugendliche, beobachten Peter Steinkirchner und Silke Wettach, bessere und günstigere Werbung gebe es kaum. Viele YouTuber inszenierten die Gesetzesnorm als "Generationendrama zwischen digital planlosen Politikern und idealistischer Netzgemeinde". YouTube selbst gehe es eher um das Werbekunden-Geschäft.
wiwo.de (Paid)

Bundesregierung will KI nur mit 500 Mio statt 3 Mrd Euro fördern.

KI-Förderung: Die Bundesregierung will Künstliche Intelligenz nicht wie angekündigt mit 3 Mrd Euro fördern, sondern nur mit 500 Mio. Kritiker halten ihr Etikettenschwindel vor, die 2018 vorgestellte KI-Strategie habe den Eindruck erweckt, dass es um die Investition von frischem Geld gehe und nicht darum, innerhalb der Ministerien umzuschichten.
handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Wer sich Attentats-Bilder anschaut, macht sich zum Komplizen.

Medienkritik: Wer die Bilder, die vom Attentat in Christchurch im Netz kursieren, anschaut, macht sich zum Komplizen "in einem Krieg, in dem die Bilder wichtiger geworden sind als die Opfer", schreibt Arno Frank. Die Boulevardmedien verbreiteten das Video, weil sie dem Konkurrenzdruck nicht widerstehen könnten. Dazu komme der Primaten-Reflex der Zuschauer, die Bilder zu sehen.
spiegel.de

"Wir brauchen digitale Bildung": SAP-Vorstand Christian Klein über den Wandel im Software-Konzern.


Noch immer Neuland: SAP-Vorstand Christian Klein ist seit Studientagen ein Teil des Software-Konzerns – und erlebt auch im digital geborenen Unternehmen stetigen Wandel. Doch Klein fürchtet, dass ihm bald die Mitarbeiter ausgehen, berichtet er beim "Focus" Inner Circle in Berlin. Programmieren und vernetztes Denken – "das müssen Schulen und Universitäten in ihre Lehrpläne aufnehmen", sagt Klein im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv. Intern bildet SAP etwa in Künstlicher Intelligenz weiter: "Auch für viele unserer Mitarbeiter sind diese neuen Technologien Neuland."

SAP, 1972 gegründet, habe gerade in den vergangenen Jahren massive Neuerungen erlebt: Unternehmen legen ihre Daten in die Cloud, wollen alle SAP-Dienste auch auf Smartphones nutzen – und nun steckt Künstliche Intelligenz in immer mehr Produkten. "In der heutigen Zeit ist es schon sehr, sehr spannend in der IT-Branche", meint Klein, der selbst am Konzept des intelligenten Unternehmens bastelt – sprich: mehr Agilität im Alltag: "Die Kunden erwarten ein individualisiertes Produkt. Sie erwarten möglichst noch am nächsten Tag eine schnelle Lieferung."
turi2.tv (4-Min-Interview auf YouTube)

Twitter entwickelt neue Funktion, um einzelne Gespräche zu abonnieren.

Twitter plant eine neue Funktion namens "Gespräch abonnieren". Nutzer können damit einzelnen, interessanten Tweets und sich daraus ergebenden Gesprächen folgen. Sie erhalten eine Benachrichtigung, wenn neue Tweets zu dem Gespräch kommen. Das folgt Twitters Ziel, die Kommunikation auf der Plattform zu vereinfachen und besser zu strukturieren.
techcrunch.com

Bertelsmann will mit US-Startup Art19 konzernweit Podcasts monetarisieren.

Lasst die Ohren klingeln: Bertelsmann schließt einen Rahmenvertrag mit dem US-Startup Art19, um konzernweit seine Podcasts zu monetarisieren. Erste Projekte laufen bei RTL Radio, Prisma Radio und rtv Media. Art19 entwickelt Technologien für Podcast-Monetarisierung und Zuhörer-Analyse. Bertelsmann ist seit 2017 an dem Startup beteiligt.
new-business.de

Meinung: Netflix, Facebook und Co sind moderne Zeitjäger.

Zeit ist Geld: Netflix, Facebook und Co wollen unsere Zeit als wertvollstes Gut, schreibt Jürgen Schmieder. Dafür ließen sie sich – zunächst nicht verwerflich – grandiose Inhalte einfallen. Die Nutzer sollten aber wissen, dass sie von Konzernen verführt werden, die genau analysieren, wie sie süchtig zu machen sind, meint Schmieder.
sueddeutsche.de (Paid)

Kalifornisches Gericht bestätigt Qualcomm-Patentverletzung durch Apple.

Qualcomm vs. Apple: Ein kalifornisches Gericht bestätigt, dass Apple drei Patente verletzt habe und spricht Qualcomm 31,6 Mio US-Dollar Schadenersatz zu. Die Summe ist für Apple finanziell irrelevant, die grundsätzliche Feststellung einer Patentverletzung könnte die noch ausstehenden Verfahren aber zu Qualcomms Gunsten entscheiden.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Basta: Tinder schafft den Attraktivitäts-Score ab.

Tinder App-Logo 150In diesem Spiel sind alle Tricks erlaubt: Tinder mottet den Elo-Score ein, den Attraktivitäts-Ranking-Faktor, der bisher entschied, welche Profile einander vorgeschlagen werden – nicht zugunsten innerer Werte, sondern eines anderen Algorithmus. In-App-Käufe, mit denen Nutzer das Ranking außer Kraft setzen können, bleiben ebenfalls bestehen – verschmäht-flüssige Entlein können also nach wie vor Amor-Pfeile auf Schwäne schleudern.
theverge.com

Bertelsmann-Chef fordert europäische Medien-Allianz.

Mediatheken: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe fordert im "Spiegel" eine europäische Medien-Allianz. "Die Macht von Google und Facebook im deutschen Werbemarkt ist inzwischen so groß, dass wir nicht mehr in unseren alten Mediensilos denken können", sagt Rabe. Bertelsmann sei bereit, sich für Partnerschaften mit Rivalen wie Burda oder ProSiebenSat.1 zu öffnen. "Über kurz oder lang" müsste es senderübergreifende Mediatheken geben.
"Spiegel", 12/2019, S. 78 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv:
Bertelsmann-Boss Thomas Rabe beansprucht seine Liege auf dem digitalen Sonnendeck (Archiv 03/2018).

ZDF-Intendant will gegenseitige Verlinkung statt senderübergreifende Mediathek.

Mediatheken: Thomas Bellut hält nichts davon, eine senderübergreifende Mediathek aufzubauen, sagt der ZDF-Intendant vor dem ZDF-Fernsehrat. Stattdessen solle es eine "intelligente Vernetzung bestehender Angebote" geben wie eine gegenseitige Verlinkung. Dies spare Geld und wäre zeitnäher realisierbar, "wenn sich alle aufeinander zubewegen".
presseportal.de

"Süddeutsche" startet Newsletter auf Zeit.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung startet zwei vorübergehende Newsletter zu den Themen Europawahl und Klima-Schulstreiks. Die Pop-Up-Newsletter bündeln die jeweilige Berichterstattung und erscheinen wöchentlich. Der "Klimafreitag" erscheint sinnigerweise freitags und erstmalig heute, der "Europäer der Woche" startet am kommenden Freitag.
per Mail, sueddeutsche.de (Europa), sueddeutsche.de (Klima-Schulstreiks)

5G: Bundesnachrichtendienst warnte Bundesregierung vor Huawei.

Huawei: Der Bundesnachrichtendienst warnte die Bundesregierung vor einer Beteiligung von Huawei am Aufbau des deutschen 5G-Mobilfunknetzes, schreibt der "Spiegel". Die Sicherheitsexperten begründeten die Warnung mit einer "Gesamtwürdigung" der Strategie Chinas. Der chinesische Geheimdienst dürfe laut Gesetz "betroffenen Organen, Organisationen und Bürgern die erforderliche Unterstützung, Hilfe und Zusammenarbeit verlangen".
per E-Mail, turi2.de (Background)

Apple kontert der Spotify-Kritik zu Appstore-Bedingungen.

Apple kassiert von Spotify-Kunden mit Free-Accounts keine Gebühren im Appstore, kontert der Konzern die Kritik von Spotify. Auch für zahlende Kunden, die über Partnerschaften mit Handy-Providern kommen, erhalte Apple keine Gebühren. Spotify sieht sich durch die Regeln im Appstore benachteiligt – auch weil Apple nicht nur den Appstore betreibt, sondern selbst als Streamingdienst agiert.
apple.com, turi2.de (Background)

Verwaltungsgericht lehnt 5G-Eilanträge ab.

5G: Das Verwaltungsgericht in Köln lehnt die Eilanträge, die auf eine Aufschiebung der 5G-Auktion drängen, ab. Telekom, Vodafone, Telefónica und Freenet hatten gegen die Frequenznutzungs- und Versteigerungsbedingungen der Bundesnetzagentur geklagt. Die Entscheidung zu den Eilanträgen sei unanfechtbar und "nach dem in den Eilverfahren gewonnenen Erkenntnisstand rechtmäßig". Die Auktion ist am kommenden Dienstag angesetzt.
spiegel.de, vg-koeln.nrw.de, turi2.de (Background)

Huawei will deutsche Bedenken mit No-Spy-Abkommen zerstreuen.

Huawei: Vincent Pang, Westeuropa-Chef des umstrittenen chinesischen Mobilnetz-Ausrüsters, bietet Deutschland ein sogenanntes No-Spy-Abkommen an. Die Firma gebe keine Daten weiter oder baue Hintertüren in Geräte ein - sollte der chinesische Staat darum bitten, werde man ablehnen, sagt er im "Handelsblatt"-Interview.

Seine Wortwahl zeigt einen gewissen Humor: 2013 kündigte die Bundesregierung nach dem NSA-Skandal ein gleichnamiges Abkommen mit den USA an, das dann nicht zustande kam. Bei Routern des Huawei-Konkurrenten Cisco aus den USA sind wiederholt Hintertürchen aufgetaucht.
"Handelsblatt", S. 59 (Paid), spiegel.de (Background Cisco)

"Handelsblatt": Elf Verlage sind Mitglieder im Influencer-Abmahn-Verband VSW.

Influencer fürchten seit Monaten Abmahnungen des Verbandes Sozialer Wettbewerb (VSW) – hinter ihm stecken offenbar auch Zeitschriften-Verlage, recherchieren Catrin Bialek und Anna Gauto. Auf einer Mitgliederliste stehen elf Verlage, unter ihnen Klambt und Bauer. Sie teilen mit, den Abmahn-Verband nicht beauftragt zu haben. Der VSW geht gegen zahlreiche Influencer und deren Auftraggeber vor, der Vorwurf lautet auf Schleichwerbung. Ins Influencer Marketing fließt immer mehr Geld, während Zeitschriften Leser und Anzeigen verlieren.
"Handelsblatt", S. 22-23 (Paid), turi2.de (Background)