Stefan Plöchinger setzt für die "Süddeutsche" voll auf Paid Content.


Digitales Power Pay: Stefan Plöchinger wundert sich über die These, Paid Content und Journalismus passten nicht zusammen. Der Digitalchef der "Süddeutschen Zeitung" verbreitet Optimismus für leserbezahlten Online-Journalismus. Im turi2.tv-Video sagt Plöchinger: "Viele Menschen haben sich vielleicht 20 Jahre gewundert, warum das alles kostenlos im Internet steht."

Plöchinger argumentiert mit 55.000 digitalen "SZ"-Abos im Rücken. Sie verdienen inzwischen mehr Geld für Süddeutsche.de als klassische Display-Werbung. Für Leitartikel öffnen nur wenige Leser ihre Geldbörse. Plöchinger kann sie mit Magazin-Inhalten, Interviews und "einfach guten Geschichten" zum Bezahlen bewegen. Die Panama-Papers-Recherche habe "ein paar hundert" Nutzer zu zahlenden Kunden konvertiert. Plöchinger rät: "Man darf nicht viel Zeit vergehen lassen mit kostenlosen Abos, sodass sich die Leute daran gewöhnen."
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Christoph Keese denkt radikal digital – weil der Wandel extrem ausfällt.


Frisch voraus: Christoph Keese hat keine Zeit zum Verschnaufen. Die Digitalisierung verläuft immer schneller. Mehr und mehr Bereiche sind betroffen. Springer-Manager Keese fasst beim Kongress Zeitung Digital für turi2.tv die Entwicklungen zusammen. Sein persönliches Motto stammt vom französischen Lyriker Arthur Rimbaud: "Il faut être absolument moderne" – frei übersetzt: Mach dich selbst zur Speerspitze des Fortschritts.

"Mich hat früh eine Experimentierfreude befallen", sagt Keese, der durch private Neugierde getrieben auch immer nach dem neuesten Handy Ausschau hält. Das Nachdenken über digitale Geschäftsmodelle machte ihn zum "Mister Leistungsschutzrecht". Heute steht Keese mit der Springer-Tochter Hy anderen Unternehmen bei der Digitalisierung zur Seite.

Keese ist überzeugt, dass jeder mit möglichst vielen gesammelten Infos und Menschenverstand drei bis fünf Jahre vorhersehen kann. Doch kein Individuum könne alleine alles verstehen – es brauche Berater, Kooperationen und Netzwerke. Autoherstellern und Banken rät Keese einen Blick auf die Verlagsbranche: "Die anderen Branchen haben den Vorteil, dass sie von den Medien lernen können. Aber sie haben den Nachteil, dass sie viel weniger Zeit zur Verfügung haben."
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Wann kommen Ihnen die besten Ideen, Herr Steingart?


Mehr Muße wagen: Gabor Steingart gibt im Gespräch mit Peter Turi tiefe Einblicke in den Modus Operandi des modernen Verlegers. Steingart rät ab von Termin-Taktungen im Wall-Street-Style. Ideen entstehen, wenn Kopf und Kalender frei sind. Mit klarem Blick analysiert Steingart für die turi2 edition4: Manche Medienmarke kümmert sich "in nostalgischer, fast weinerlicher Absicht" um das Vergangene, statt mutig die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen. Weiterlesen und Videos schauen …

Daimler-Kommunikator Jörg Howe klagt über schlampig-schnelle Journalisten.


Schnell und schludrig: Daimler-Kommunikationschef Jörg Howe hat es zunehmend schwerer mit Journalisten. "Die Geschwindigkeit nimmt zu, die Recherche ab", berichtet Howe im turi2.tv-Interview bei der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche. Vielen Journalisten fehle zudem Fachwissen – in Workshops versucht der frühere Sat.1-Chefredakteur Howe den viel beschäftigten Schnellschreibern nun das kleine Einmaleins der Autoindustrie zu vermitteln.

Kursiert dennoch ein Bericht, der Howe nicht passt, besteht seine Pressestelle auf Richtigstellung. Höchste Priorität habe dann Schnelligkeit – deshalb kommunizieren der Konzern und seine PR-Leute individuell über Twitter. Dennoch müssen immer drei Leute auf Veröffentlichungen schauen – und häufig auch die eigenen Anwälte: "Die Arbeit ist juristischer geworden", sagt Howe, der einst für KarstadtQuelle und dessen umstrittenen Chef Thomas Middelhoff sprach.
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Marco Fenske will bei Madsack mit Fußball-Inhalten Bundesliga spielen.


Traffic mit Toren: Madsack verzeichnet dank dem Zugpferd Fußball digitales Wachstum. Sportchef Marco Fenske blickt im turi2.tv-Interview zufrieden auf die ersten Monate des Portals Sportbuzzer – unter der Marke bündelt der Verlag Fußball-Inhalte. Weitere Sportarten sollen folgen. Fenske vergleicht den Sportclub Madsack – nicht zuletzt wegen der verlagseigenen "Leipziger Volkszeitung" – mit dem RB Leipzig: "Wir spielen Bundesliga und haben Spaß daran gefunden."

Mit "Bild" und "Kicker" will sich Fenske noch nicht messen. Sicher ist aber, dass sich der Sportbuzzer in den Top 10 der deutschen Sportseiten festsetzen soll. Dabei hilft nicht nur der große Sport. Madsack, selbst in der ländlichen Umgebung zuhause, setzt auf Amateurfußball mit seinen Dorfclubs und deren Millionen Anhänger. "Der Amateurfußball ist die Basis", sagt Fenske – und macht zudem Sportbuzzer-Fernsehen im Netz.
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Gabor Steingart steht ganz früh auf für gute Ideen.


Die Ein-Mann-Morningshow: Gabor Steingart ist der auffälligste Herausgeber in der deutschen Zeitungs-Szene. Im Livegespräch zur turi2 edition4 mit Peter Turi philosophiert er über sein "Handelsblatt", Ideen und das Morning Briefing. Für den Newsletter beginnt Steingarts Tag oft um 4.30 Uhr. Ein Team sortiert die nächtliche Lage und klingelt ihn aus dem Bett, erzählt Steingart auf dem Podium von Landau Media in Düsseldorf.

Steingart hängt sich rein – jeden Morgen und überhaupt. Er bringt das "Handelsblatt" auf Vordermann und einen ganzen Verlag auf Trab. Für ihn ist es das Programm "Dornröschen wach küssen". Bei seinem Antritt habe er "eine gewisse Verstaubtheit" vorgefunden und "vielleicht auch eine gewisse Lieblosigkeit". Das ist längst vorbei, aus Steingart sprudeln die Ideen. Das ausführliche Gespräch mit ihm steht gedruckt in der turi2 edition Innovation. Leser sehen Teil 1 des Live-Mitschnitts aus Düsseldorf über die Augmented-Reality-Funktion der edition.
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Serviceplan-Chef Ronald Focken frohlockt über den Berlin-Boom.


Nicht mehr arm und trotzdem sexy: Serviceplan bezieht ein neues Quartier in Berlin-Mitte – und Geschäftsführer Ronald Focken strahlt im turi2.tv-Interview kräftiger als die Sommersonne. Für Agenturen läuft es super in der Hauptstadt, denn all die Startups und digitalen Hoffnungsträger brauchen kreative Werber und ausgebuffte Markenarchitekten. Focken freut eines besonders: Nach Berlin kommt endlich das Geld. So kann es sich Serviceplan leisten, komplett die Finger aus dem Bundestags-Wahlkampf zu lassen.

Focken macht im Interview deutlich, dass Berlin den traditionellen Agenturstandorten wie Frankfurt den Rang abläuft. In Berlin ist die Innovation zuhause – das soll sich auch im Haus der Kommunikation von Serviceplan spiegeln. Auf 1.000 Quadratmeter großen Geschossen sitzen 90 Strategen, Kundenbetreuer und Kreative in Papierkügelchen-Wurfweite.
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Philipp Schindera luschert für die Social-Media-Strategie der Telekom bei der US-Tochter.


Ein bisschen US-Glamour: Telekom-Chef Tim Höttges tritt neuerdings bei Instagram und Facebook auf und erklärt Quartalszahlen und andere Neuigkeiten vom rosa Riesen in kurzen Selfie-Videos. Das klingt verdächtig nach T-Mobile USA – US-Chef John Legere ist ein Social-Media-Star mit mehr als 4 Mio Twitter-Followern. Philipp Schindera, Kommunikationschef der Telekom, sagt im Interview mit "Horizont" und turi2.tv, dass er die US-Kollegen nicht kopieren wolle, aber John Legere zeige, wie man sehr erfolgreich Social Media machen kann. "Davon können einige – auch wir – was lernen."

Neue Impulse für die Kommunikation des Konzerns mit knapp 220.000 Mitarbeitern zieht Schindera nicht nur aus den USA. Er setzt auf ein bunt gemischtes Team aus "alten Haudegen", die die klassische Kommunikation von der Pike auf gelernt haben, und vielen jungen Kollegen, die sich mit den neuen Medien bestens auskennen. Schindera geht es nicht darum, die eine perfekte Idee zu haben. Er will gerade in den sozialen Medien viel ausprobieren. Wenn sich eine Idee am Ende als schlecht erweise, sei das nicht schlimm.
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Iris Bode macht das "Handelsblatt" zur Marke für jede Lebenslage.


Mächtige Markenwelt: "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche" wollen sich im Leben ihrer Leser festsetzen. Immer mehr und immer spezifischere Angebote sollen Kunden durch den Tag begleiten. Marketing- und Vertriebschefin Iris Bode gibt auf der Launchparty der turi2 edition4 Einblick in ihre Strategie. Im Video für "Horizont" und turi2.tv sagt sie: "Wir versuchen entlang der Lesegewohnheiten für jede Lebenssituation das passende Angebot zu haben."

Das "Handelsblatt" betrachtet sich schon lange nicht mehr nur als Zeitung. Journalismus hat in Bodes Augen drei Darreichungsformen: gedruckt, digital und live. Bode selbst taucht in die orange Markenwelt meist digital ein. Ihr Tag beginnt mit dem Morning Briefing von Herausgeber Gabor Steingart, tagsüber nutzt sie die mobile Website und am späten Nachmittag die Handelsblatt10-App. Viele Veranstaltungen der verlagseigenen Clubs finden abends statt. Die Berlin-Düsseldorf-Pendlerin nutzt an ihren vollen Tagen oft Flugzeiten, um auf neue Ideen zu kommen.
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Ex-Minister Wolfgang Clement nimmt Einfluss im Dauerlauf.


Macht macht müde Männer munter: Wolfgang Clement ist mit 76 Jahren umtriebig wie eh und je. Der Ex-Chefredakteur und Ex-Bundesminister bekleidet zig Ämter – weil ihn der Einfluss interessiert. Wach und fit halten Clement eine Stunde Jogging jeden Morgen, erzählt er bei der Launchparty für die turi2 edition Innovation in Düsseldorf. Im Videointerview sagt Clement: "Das Laufen ist eine unglaubliche Stunde der Konzentration und auch eine Stunde, um Neues zu entwickeln."

Clement ist u.a. Kuratoriumsvorsitzender des Lobby-Verbandes Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und Oberaufseher bei Landau Media. "Mir geht es nicht ums Geld verdienen, ich hab überhaupt kein Verhältnis zum Geld", sagt Clement im Interview. "Die Möglichkeit, Dinge zu verändern, hält mich wach." Seine wichtigsten Leistungen seien die Agenda-2010-Reformen gewesen, für die er hart kritisiert wurde. Entscheidend sei aber, was hinten raus kommt – und Clement sieht seine Ergebnisse "in größerer Gelassenheit als früher" positiv.
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Torsten Wingenter denkt bei der Lufthansa über eine digitale Zukunft ohne Flugzeuge nach.


Kranich ohne Flügel: Digital-Disruptor Torsten Wingenter ist bei der Lufthansa für die großen Visionen zuständig. Die Zukunft des Unternehmens? Liegt langfristig vielleicht nicht mehr im klassischen Fliegen, sagt Wingenter im Video-Interview für die turi2 edition Innovation.

Wingenter denkt sich als Head of Digital Innovations neue Produkte rund um Bots, Messenger und Sprachsteuerung aus. Menschen könnten nicht nur physisch, sondern auch in der virtuellen Realität miteinander verbunden werden. "Uns fehlt noch die Vorstellung, wie Fliegen in Zukunft aussehen mag. Aber es wird wesentlich digitaler."
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Stefan Kohn blickt für die Telekom in eine total vernetzte Zukunft.


Immer in Verbindung: Unsere ganze Welt wird digitalisiert, vernetzt und automatisiert, ist Stefan Kohn sicher. Der Leiter der Design Gallery erläutert im Videointerview für die turi2 edition Innovation die Zukunftsvision der Deutschen Telekom.

Kohn will mit Szenarien den Konzern befähigen, selbst die Zukunft zu gestalten. Seine zentrale These: Alles wird vernetzt und die Telekom kann als Mobilfunker und Daten-Dienstleister profitieren. Dazu muss die ehemalige Bundesbehörde mit Google, Amazon und Startups kooperieren. Zusammenarbeit sei zwingend notwendig und Denkverbote in diesem Bereich "innovationsfeindlich". Weil kein Gedanke verboten ist, hat Kohn eine klare Meinung zum Smartphone: "Das Handy ist ein Objekt mit Auslaufdatum."
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Post-Vorstand Jürgen Gerdes schlägt seine Angreifer mit Größe.



Demut und Dominanz: Deutschlands oberster Briefträger Jürgen Gerdes zeigt in der turi2 edition Innovation Zähne. Der Post-Vorstand erklärt im Interview sein Rezept gegen agile Angreifer wie Amazon: "Wir wissen, was wir können und darauf bauen wir demütig auf." Seine Truppe habe eine "Batterie von Erfolgen" verzeichnet – und will seinen Großkunden Amazon mit Größe, Ruhe und Routine überzeugen, nicht mehr selbst an Internet-Shopper auszuliefern.

Falls die Post nicht in der Lage sei, mit Qualität zu kontern, "haben wir es nicht anders verdient", meint Gerdes. Die Post sei mit allen Sparten in fast allen Märkten die Nummer 1 oder 2 und das "vielleicht internationalste Unternehmen der Welt".
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Laborchefin Kerstin Hartmann trimmt die Deutsche Bahn auf Kundenfreundlichkeit.


Menschen im Mittelpunkt: Kerstin Hartmann bringt die Deutsche Bahn in Sachen Kundenfreundlichkeit aufs richtige Gleis. Sie leitet das d.lab in Frankfurt, ein Innovations-Labor rund ums Reisen. Für die turi2 edition Innovation erklärt Hartmann, wie ihre Mitarbeiter die betriebsblinde Bahner-Brille ablegen. In einem weiteren Video nimmt Service-Chef Bastian Arning die turi2-Nutzer mit auf einen Rundgang durch die innovative Infoschalter-Bastelbude der Bahn.
 

"Unser Leitbild ist immer der Kunde", sagt Hartmann im Videointerview. Das d.lab entwirft neue Lounges und führt Platzreservierungen in manchen Regionalzügen ein. Arning und sein Team haben gerade die neuen DB Informationen entwickelt, die bis Jahresende in einigen deutschen Bahnhöfen aufgebaut werden. Im Prozess ist das Top-Management nicht gefragt worden und Meilenstein-Pläne gab es auch nicht. Arning sagt, es sei viel effizienter Kunden intensiv mit einzubeziehen statt für sich auf dem Papier zu planen.
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Cordt Schnibben sammelt mit Spiegel Daily Nutzer aus dem Niemandsland ein.


Zwischenbilanz: Erfinder Cordt Schnibben, 64, ist nach dem Start von Spiegel Daily erleichtert. Erste Zahlen stimmen ihn zuversichtlich für das Konzept seiner digitalen Tageszeitung, sagt Schnibben im turi2.tv-Interview. "Wir zielen auf die Leute, die gar nicht mehr Tageszeitung lesen, die irgendwo im Niemandsland herum schwirren." Für Daily verpflichtet Schnibben nun weitere Spitzenleute aus dem Haus.

Neben dem Kernteam probieren sich im monatlichen Wechsel Printmagazin-Redakteure im Tageszeitungs-Journalismus aus: Takis Würger, Jonathan Stock und Clemens Höges machen schon mit. Die Edelfedern Volker Weidermann, Nils Minkmar, Philipp Oehmke und Thomas Hüetlin stehen in den Startlöchern. Schnibben verteidigt im Interview die von vielen angezweifelte Idee eines abgeschlossenen Produkts: Studien und Befragungen zeigten, dass viele Nutzer Sehnsucht nach Einordnung und Abgeschlossenheit verspüren.
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Franziska von Lewinski glaubt, dass jede Marke zum Medium werden kann.


Medien überall: Franziska von Lewinski ist die Frau für Innovationen im Vorstand von FischerAppelt. Die Ex-Triathletin und selbst ernannte "Yoga-Tante" beobachtet, wie alle Marken selbst zu Medien werden. "Jede Marke hat spannende Geschichten zu erzählen", sagt von Lewinski im turi2.tv-Videointerview auf der Republica und Media Convention Berlin. Aus ihrem Fachwissen können Unternehmen glaubwürdigere Medien machen als klassische Zeitungen und Magazine.

Andersherum lobt von Lewinski das "Handelsblatt". Die Wirtschaftszeitung habe sich zu einer 360-Grad-Marke entwickelt, digital, auf Papier und über Events im echten Leben. "Das machen sie auf hohem Niveau und bleiben sich dabei selbst treu." Die Marken-Expertin würde persönlich nicht nur gern für Nike und Adidas arbeiten, sondern auch für Unternehmen, die komplexe Produkte verkaufen – falls die richtigen Menschen an Bord sind, die gemeinsam mit ihr Geschichten für die Zielgruppe suchen.
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Christoph Pleitgen pumpt Video-Massen ins Netz.


Viel hilft viel: Christoph Pleitgen streut die Video-Software Wochit über deutsche Redaktionen – und bringt mit ihr große Mengen Bewegtbild-Fastfood ins Internet. "Wir helfen, Masse zu realisieren", sagt Pleitgen im Video-Interview von turi2.tv auf der Media Convention Berlin. In der schnellen und einfachen Produktion sieht er die Zukunft für Online-Video.

Wochit wolle Automatisierung, künstliche Intelligenz und Kreativität kombinieren, um möglichst viele Videos möglichst schnell online zu stellen. Nicht alles werde Video, doch für Breaking News und Entertainment biete sich Video meist mehr an als Text. Diese Herausforderung kommt auf Journalisten zu, sagt der frühere Reuters-Manager Pleitgen: "Der Trend ist, dass weniger mehr machen müssen. Es muss eine Bereitschaft da sein, sich multimedial mit Nachrichten auseinanderzusetzen."
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Jakob Vicari und Björn Erichsen senden live aus drei Kühen.


Kuh-le Idee: Sensor-Bastler Jakob Vicari und Milchvieh-Versteher Björn Erichsen bereiten ein laut muhendes Live-Experiment mit dem WDR und Spiegel Online vor. Drei Kühe werden Sensoren schlucken, die 30 Tage lang live Daten funken. Nutzer sollen über einen Chatbot mit den Kühen interagieren. Im turi2.tv-Video von der Media Convention erklären Vicari und Erichsen ihre Stall-Show.

Das Live-Experiment Superkühe beginnt am 4. September mit je einer Kuh vom Bio-, vom Familien- und vom Industrie-Hof. Bis dahin basteln die Journalisten an ihrer Technik. Die Sensoren sind offenbar ungefährlich, weil Bauern ähnliche Modelle heute schon einsetzen. "Wir wollen eine Antwort darauf finden, welche Milch wir trinken wollen", sagt Vicari und Erichsen ergänzt: "Ich habe ein aufklärerisches Interesse, weil ich mich selber erschrocken habe, wie wenig ich wusste, wie Milch gemacht wird."
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Markus Beckedahl fürchtet, dass Facebook und Co. noch mächtiger werden.


Pubertäre Vollversammlung: Markus Beckedahl lädt in Berlin zur Republica – und sieht das deutsche Internet in seinen Teenager-Jahren. Bis Mittwoch diskutieren tausende Digitalistas über den Zustand des Netzes: Momentan bekommt Beckedahl Bauchschmerzen, wenn er über das geplante Facebook-Gesetz nachdenkt. Im turi2.tv-Videointerview verlangt er, effektiver gegen Hass-Täter vorzugehen. Geht das Gesetz durch, mache es Facebook noch mächtiger.

Mit dem Motto Love out Loud will Beckedahl Menschen ermutigen, für ein besseres Internet und eine lebenswertete digitale Gesellschaft einzutreten. Der Republica-Gründer und netzpolitik.org-Chefredakteur sieht die Internetkonzerne als Engel und Teufel in einem: Google und Facebook ermöglichten allen Menschen den einfachen Zugang ins Netz. Zugleich sorgten die Plattformen dafür, dass sich das Netz verschließt und einzelne Unternehmen Kontrolle über die Art der Kommunikation bekommen.
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Rüdiger Ditz will auch Online bei Madsack zentral steuern.


Zentral ist das neue Normal: Rüdiger Ditz nimmt sich die zwölf Online-Portale der Madsack-Zeitungen zur Brust. Die überregionalen Teile der digitalen Angebote sollen künftig zentral aus Hannover gefüttert werden – vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), das schon Zeitungsseiten liefert. Der frühere Spiegel-Online-Chef Ditz zeigt turi2.tv bei einem Video-Rundgang den Newsroom und erklärt seine Pläne.

Er kündigt an: Alles, was sich zentralisieren lässt, wird künftig Hannover machen – damit die Kollegen in Leipzig, Lübeck, Potsdam und Rostock Zeit fürs Regionale bekommen. "Die Kraft wächst aus dem Verbund und nicht daraus, dass jeder alleine vor sich hinprökelt", sagt Ditz. Sein heutiger Job erinnert ihn an den alten Arbeitgeber: "Es ist vergleichbar mit Spiegel Online Anfang der 2000er als es um Neuaufbau ging."
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Xing-Chefredakteurin Jennifer Lachman startet einen Video-Talk.


Talking Business: Xing will mit Video-Inhalten mehr Nutzer an seine Plattform binden und startet heute die Online-Sendung Xing Talk. Chefredakteurin Jennifer Lachman will mit ihrem Team vor allem Gesprächsstoff fürs Büro liefern, erzählt sie im turi2.tv-Video: "Wenn ich mit dem Chef im Aufzug stehe, möchte ich was Schlaues sagen." Deshalb talken Lachman und Kollegen künftig mit meinungsstarken Gästen, zum Auftakt u.a. mit Arzt Dietrich Grönemeyer.

Die Videos laufen in 15- und 45-Minuten-Fassungen auf Xing, für Social Media gibt es kurze Teaser. Lachman verspricht in den Talks "spannende Leute, die Trends erkennen, uns mit auf die Reise in die Zukunft nehmen". Xing investiert in das Inhalte-Geschäft: Als sechster Redakteur kommt im Juni Stefan Mauer, der derzeit für die dpa in Indien arbeitet. Er soll im Wahljahr bessere Kontakte in den Berliner Politikbetrieb aufbauen. Xing, das mehrheitlich zum Medienhaus Burda gehört, lockt vor allem mit Reichweite: Das Netzwerk hat 12 Mio Nutzer, 2 Mio nutzen nach Unternehmensangaben aktiv einen der Newsletter zu 25 Branchen. Bei Klartext gehen täglich Debattenbeiträge online, auch hier konkurriert Xing mit LinkedIn, wo Promis wie Dieter Zetsche schreiben.
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Tom Bender denkt die Marke "Rheinische Post" neu.


Kein Absteiger: Tom Bender stand 13 Jahre im Dienst der Fußball-Bundesliga – und bringt diese Erfahrung als Geschäftsführer bei der "Rheinischen Post" ein. Für ihn steht der "sensible Umgang mit der Marke" über allem. Im turi2.tv-Video erklärt Bender das Einmaleins des modernen Mediengeschäfts: Bei der Marke "RP" zählt nicht das Produkt, sondern der Wunsch jedes einzelnen Kunden – und dieses komplizierte Wesen namens Kunde verlangt nach einem breiten Medien-Mix unter einer glaubwürdigen Marke.

Kern von Benders Markenstrategie ist, nach eigenem Bekunden, der Qualitätsjournalismus. Auch die "RP" leidet unter schwindendem Interesse an der Tageszeitung. Doch 300 Redakteure erreichen täglich 820.000 Menschen – weniger als die Fußball-Bundesliga und dennoch eine Größe, mit der Bender arbeiten kann. Bender war schon früher im klassischen Mediengeschäft u.a. bei Springer, Bertelsmann und dem damaligen Premiere. Es war eine andere, einfachere Zeit: "Dem Kunden Lösungen anzubieten, funktioniert heute nur noch gattungsübergreifend."
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Score-Media-Chef Heiko Genzlinger muss um jeden Werbekunden für Regionalzeitungen kämpfen.


Junge, komm bald wieder: Heiko Genzlinger putzt bundesweit Klinken, um Werbekunden für Regionalzeitung zurückzugewinnen. Der Chef der Vermarktungs-Allianz Score Media ist für 130 Zeitungstitel unterwegs, um Flucht-Tendenzen der vergangenen zehn Jahre entgegenzuwirken. Im turi2.tv-Videointerview räumt er ein, dass manche Werbungtreibenden für den Zeitungsmarkt verloren sind. Doch in der Autoindustrie riecht Genzlinger noch locker sitzendes Geld.

Genzlinger ist nicht der einzige Promoter des täglich Gedruckten. Auch Media Impact kämpft um jeden Euro – allerdings für bundesweite Medienmarken. Die Idee eines Einheits-Vermarkters behagt Genzlinger nicht. Er sieht sich und Media-Impact-Chef Christian Nienhaus dennoch an gleicher Front.

Das Klinkenputzen wird Score Media in diesem Jahr 100 bis 200 Mio Euro Umsatz bringen. Genzlinger hofft auf schnell steigende Umsätze, denn erst nach und nach schafft es seine im Jahr 2016 neu zusammengestellte Truppe, in Pitches um Werbegelder auch crossmediale Angebotspakete zu liefern.
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Musikmanager Dieter Gorny rät Verlagen, endlich das Internet zu umarmen.


Nicht verzagen, Gorny fragen: Verlage sollten das Internet als zentralen Kanal für die eigenen Inhalte sehen, rät Dieter Gorny, Chef des Musikindustrie-Verbandes BVMI. Der frühere Viva-Chef hat die "disruptive Keule" voll abbekommen und blickt im turi2.tv-Video optimistischer denn je in die Zukunft: Die Apokalypse scheint abwendbar. "Das Kind ist sicherlich im Brunnen. Aber es zappelt und schwimmt ja noch."

Gorny analysiert, dass Verlage das Internet lange Zeit als "rein begleitendes Medium" sahen und sich kaum ums Geldverdienen scherten. In der Musikindustrie sei das anders gewesen: "Wir haben selber niemals etwas umsonst angeboten." Auf die Spätzünder unter den Verlagen kommt wohl ein Schrumpfkurs zu – doch auf das Tal können neue Höhen folgen. Damit das gelingt, sollten die Beteiligten nicht nur die Politik anbetteln: "Wir haben gelernt, dass es nicht ausreicht, über die Durchsetzung von Gesetzen zu sprechen, sondern dass wir auch Angebote schaffen müssen." Verbandsboss Gorny hört heute selber meistens mobil Musik, per Streaming und Dateien auf seinem Handy.
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Daniel Drepper bastelt für BuzzFeed auch lustige Listen.


Ernsthaftes Entertainment: Daniel Dreppers Wechsel zu BuzzFeed Deutschland ist eine Überraschung – doch aus seiner Sicht nur logisch. Im Videointerview von turi2.tv erklärt der neue Chefredakteur seinen Fahrplan: Drepper will das virale Potenzial aus seriösen Inhalten herauskitzeln. Er ist sich "extrem sicher", dass auch junge Nutzer klassische Informationen wollen. Drepper scheut sich nicht, dafür auch ein bisschen Reichweiten zu pushen: Der Hobby-Sportler denkt über lustige Listicles zum Thema Laufen nach.

Seine künftige Arbeit für BuzzFeed News dreht sich vor allem um die Themen rassistische Diskriminierung, homosexuelle und queere Communitys sowie soziale Ungerechtigkeit in Deutschland – Drepper ist durch Sport-Recherchen und zuletzt einen umfangreichen Report über Pflegeheime bekannt geworden. Er will seinen Journalismus nicht verändern und glaubt an einen nahtlosen Übergang vom Recherchebüro Correctiv zum deutschen Ableger des US-Portals. Drepper sucht vor allem Antworten auf eine Frage: "Wie können wir unseren Journalismus an möglichst viele Menschen bringen?"
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Boris Schramm diagnostiziert ein Machtvakuum im Werbemarkt.


Völlig führungslos: Boris Schramm ist als Managing Director der GroupM einer der wichtigsten Werbegeld-Verteiler. Doch wer hat heute die Macht im Geschäft mit Werbung? "Per se niemand mehr", sagt Schramm im turi2.tv-Interview – am ehesten Google und Facebook. Trotz wachsender Digitalkonzerne ist der Mediaagentur-Mann überzeugt: Werbung bleibt in Teilen Handarbeit. Voll automatisierte Buchungen würden oft "gar nicht funktionieren".

Programmatic Advertising sei in Deutschland kaum entwickelt – und Schramm ist nicht traurig darüber. In den USA und Großbritannien zeigten sich immer mehr Probleme. "Vielleicht profitieren wir von Lernerfolgen aus diesen Märkten", hofft Schramm. Die internationale Sicht wird immer wichtiger – nicht zuletzt, weil sich Google und Facebook partout keinen nationalen Regeln unterwerfen wollen. Schramm betrachtet Konzerne, die "in ihren weltweiten Dimensionen ganz eigene Gesetzgebungen" haben, mit Spannung und einer Portion Ratlosigkeit.
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Media-Impact-Chef Christian Nienhaus predigt Markenpflege.


Die Marke macht's: Media-Impact-Chef Christian Nienhaus teilt die Medienwelt nicht mehr in Zeitung und Online, sondern nur noch in starke und schwache Marken. "Wir brauchen große Marken wie 'Bild', die nicht mehr als Monolithen auftreten, sondern auf sehr vielen Wegen zum Kunden gehen", sagt Nienhaus im turi2.tv-Interview beim BDZV-Vermarktungsgipfel. "Marke garantiert Aufmerksamkeit." Nienhaus hadert im Gespräch zugleich mit der "dezidierten Marketingidee" von Google und Facebook: "Sie wollen alles komplett kontrollieren und beeinflussen."

Nienhaus, früher "Bild"-Verlagschef und Funke-Geschäftsführer, führt den gemeinsamen Vermarkter von Springer und Funke seit 2015. Sein Team bei Media Impact stellt sich crossmedial auf und erwirtschaftet ein Viertel des Umsatzes digital. Große Marken wie "Bild" garantieren Aufmerksamkeit – Nienhaus kontaktiert große Kunden direkt statt über die Zwischenstation Mediaagentur. Der Wandel der Branche trifft auch Media Impact: Nienhaus toleriert kein Beharren, erfahrene (Print-)Anzeigenverkäufer müssen im Tandem mit digital denkenden Kollegen zum Kunden reisen.
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Jörg Eggers sieht die deutschen Anzeigenblätter auf Erfolgskurs.


Mit dem Bohrhammer: Anzeigenblätter sind mit 87 Mio Auflage stille Riesen im Medienmarkt – im vergangenen Jahr erzielen sie sogar ein Umsatzplus von 5,9 %. Eine Trendwende? Mehr denn je liefern sie "Kaufimpulse für Produkte, die man sonst nicht haben möchte", gibt Geschäftsführer Jörg Eggers vom Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter freimütig zu. Eggers selbst ist stolzer Besitzer eines Bohrhammers – weil ein Gratisblatt ihn zum Kauf trieb.

Eggers Verband BVDA ermittelt, dass die Leser-Blatt-Bindung steigt: 68 % der Leser würden ihr Anzeigenblatt stark oder sehr stark vermissen. Auch Werbekunden schätzten die Blätter, mit denen sie in die unterschiedlichsten Haushalte vordringen. Die Werbeumsätze liegen mit 1,9 Mrd Euro auf dem Niveau von Publikums- und Fachzeitschriften zusammen. Der Markt ist komplex: 1.298 Titel erscheinen in 436 Verlagen.
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Hannes Jaenicke will mit seinen Dokus verhindern, dass Geschichte sich wiederholt.


Alles wiederholt sich: "Die Welt ist ein bisschen aus den Angeln", sagt Schauspieler, Autor und Aktivist Hannes Jaenicke im Interview mit turi2.tv. Für den Pay-TV-Sender History dreht er derzeit eine dreiteilige Doku über den Zusammenhang zwischen der Zerstörung von Kulturstätten und Kriegen. "Als Medienmacher haben wir die Verantwortung, neben Unterhaltung, die ich mit großer Begeisterung mache, auch mal Sachen zu machen, die zum Nachdenken anregen", sagt Jaenicke und ergänzt: "Wir wiederholen ständig die gleichen Fehler aus der Geschichte."

Erst vor einer Woche war Hannes Jaenicke zusammen mit Produzent Emanuel Rotstein zum Dreh in Jordanien, um ein Flüchtlingslager nahe der syrischen Grenze zu besuchen. Jedem Politiker - von Frauke Petry bis Horst Seehofer - rät er, es ihm nachzumachen: "Ich glaube, das würde ihren Blickwinkel sehr verändern." Über das Fernsehen will Jaenicke in seiner Doku-Reihe mit dem Arbeitstitel "Guardians of Heritage - Hüter der Geschichte" Menschen zeigen, die versuchen, "über den Erhalt von Kulturstätten den folgenden Genozid zu verhindern". Auf Quoten achten muss er dabei im Pay-TV nicht und ist darüber sehr froh: "Kurzsichtig auf die Quote zu schielen, ist ein kapitaler Fehler." Dokumentarfilme hätten ein langes Leben, über eine einmalige TV-Ausstrahlung hiunaus. Was heute zähle, seien Klickzahlen, Aufmerksamkeit und die Präsenz auf Film-Festivals.
turi2.tv (4-Min-Interview mit Bildern vom Dreh in Jordanien im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Video-Tipp: Kerstin Pape kurbelt für Otto das Online-Marketing an.

Video-Tipp: Otto hat keine Berührungsangst und steckt sein Marketing-Budget allen großen Netz-Giganten zu. "If you can't beat them, join them", sagt Onlinemarketing-Chefin Kerstin Pape im Videointerview von turi2.tv und "Horizont". Ganz pragmatisch erläutert Pape: Sie investiere ihr Geld dort, wo sie die beste Wirkung erreicht.
(Interview von Ingo Rentz)
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Lea Bauer bringt durch Udemy die Volkshochschule ins Internet.


Digitale Dozenten: Udemy bringt als Lern-Plattform den Volkshochschul-Gedanken ins Netz – Ex-Google-Mitarbeiterin Lea Bauer baut das Geschäft in Deutschland auf. Dozenten stellen selbst produzierte Videos online und versuchen, Studenten zu finden. Udemy bleibt als Plattform im Hintergrund und kassiert Provisionen für verkaufte Kurse. Im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" erklärt Bauer, wie André Agassi sogar Tennis online lehrt.

Udemy gibt die Verantwortung für Inhalte voll an die Dozenten. Sie könnten selber entscheiden, welche Themen zeitgemäß sind, sagt Bauer. Ein richtiges Zeugnis gibt es am Ende nicht: "Wir legen nicht viel Wert auf Abschlüsse und Zertifikate, weil wir denken, dass lebenslanges Lernen das Wichtigste ist in unserer Generation." Kurse gibt es inzwischen in 80 Sprachen, 15 Mio Nutzer sind angemeldet für Seminare zum Programmieren, Sauerteigbrote backen oder eben Tennis spielen. Online-Konkurrenz gibt es längst reichlich: Hochschulen stellen Kurse online, LinkedIn Learning bietet Videos und Udacity ist die Star-Onlineuni aus dem Silicon Valley.
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Malte Ubl von Google will mit AMP-Seiten auch Shopping schneller machen.


Internet-Rocker: Der Deutsche Malte Ubl gehört zu den Top-Google-Leuten im Silicon Valley – und erscheint im Iron-Maiden-Shirt zum Videointerview. Das passt: Mit seinen schnell ladenden AMP-Seiten rockt Ubl die Geschwindigkeit im Netz. Und der Entwickler ist stolz: "Es sind alle glücklich damit, wie es funktioniert." Innerhalb eines Jahres haben zahlreiche Verlage ihre Seiten durch AMP beschleunigt. Ein großer Fokus liegt jetzt darauf, Shopping-Seiten schneller zu machen.
(Interview von Ingo Rentz)
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Refinery29-Gründer Philippe von Borries zweifelt an Digital-Dominanz.


Digital ist nicht total: Der Deutsche Philippe von Borries ist einer der spannendsten Mediengründer in New York – Refinery29 entwickelt sich zu einer globalen Digitalmarke für junge Frauen. Im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" gibt sich der Startup-Gründer zugleich als Digital-Skeptiker. Veranstaltungen im "echten Leben" seien ausschlaggebend für die Stärke einer Marke. Und über Deutschland trifft er eine überraschende Aussage: Die Dominanz von Print bleibt.

Deutschland hängt nach seiner Beobachtung Digital nicht zurück. Die Relevanz des Gedruckten sei einfach viel stärker. Deutsche würden sich in Magazine "embedden" – den meisten Amerikanern sei das fremd. Der deutsche Markt bleibt für von Borries deshalb kompliziert. Refinery29 versucht, sich – auch mit dem deutschen Ableger – durch unkonventionelle Themen abzuheben: eine Vagina-Woche oder eine Aktionswoche zur weiblichen Periode gehören zum normalen redaktionellen Programm.
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heftig.co-Erfinder Peter Schilling baut virale Erfolge am Fließband.


Wenn Sie das lesen, werden Sie weinen: Peter Schilling ist der Viral-Papst aus Potsdam – der Erfinder des Reichweiten-Wunders heftig.co baut immer neue Social-Media-Medien. Sein Team erreicht monatlich alleine 1 Mrd Video-Views bei Facebook, verrät er im Videointerview von turi2.tv und "Horizont". Die Taktik seiner inzwischen 70 Köpfe zählenden Media Partisans: "nicht zu viel posten und dafür nur die besten Inhalte".

Schilling erklärt im Interview, dass sein Team wie eine Redaktion arbeite: Inhalte finden, verifizieren und auch verwerfen – obwohl niemand der Truppe aus dem klassischen Journalismus kommt. Alles ist auf Wachstum ausgelegt: Nach heftig.co im Jahr 2014 entstand das Lifehack-Portal Geniale Tricks, die Gesundheits-Seite Gut für dich, dann Tierfreund und die Koch-Seite Leckerschmecker. In vielen anderen Ländern gibt es analoge Angebote – inzwischen 43 Projekte weltweit.

Seit Ende 2016 gehören die Media Partisans zu Funke und wagen sich jetzt auch an aktuelle Themen: Starzoom ist ein Promi-Portal mit redaktionellem Anspruch und Killer-Potenzial für "Bunte", "Gala", "Intouch" und Promiflash.
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Adblock-Plus-Chef Till Faida will auch das mobile Universum beherrschen.


Der Werbeschreck macht weiter: Till Faida gibt sich im Videointerview gewohnt kampfeslustig. Der Chef des Adblock-Plus-Anbieters Eyeo sieht noch ganz viel Potenzial, Werbung auch auf Handys zu blockieren. "Viele Nutzer wissen noch gar nicht genau, dass das geht", sagt Faida. Er selbst sieht die Lage natürlich weitaus undramatischer: Adblock Plus helfe Publishern und Nutzern, ein Online-Finanzierungsmodell zu finden.

Faida umgarnt: "Jeder der mit uns zusammenarbeitet, verdient am Ende deutlich mehr Geld." Mit einem Komitee will er akzeptable Werbung definieren, die Mitglieder des Gremiums sind noch geheim. Die Idee biete signifikanten und messbaren Mehrwert. Wer das nicht kapieren mag, dem setzt Faida lächelnd die Pistole auf die Brust: Rechtsstreite will er gerne auch bis zum Bundesgerichtshof austragen – eine klare Kampfansage an Springer, "Spiegel" und viele andere Verlage.
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Yvonne Beister geht im "Bild Brand Studio" auf Herz- und Hirn-Jagd.


Werbung auf die subtile Art: Yvonne Beister leitet das Bild Brand Studio – eine Einheit bei Springers Boulevard-Haubitze, die Anzeigen in Form von Artikeln gestaltet. Native Advertising heißt der heiße Scheiß der Online-Werbung. Und auch Yvonne Beister steht im Videointerview unter Feuer: "Native kann, was klassische Werbung nicht kann: ins Herz und ins Hirn der Kunden vordringen." Nutzer schauen ihre Werbe-Inhalte im Schnitt 1:43 Minute an – freiwillig.

Die frühere "Bild"-Redakteurin denkt als Werberin weiter wie eine Journalistin: "Nur die Kernkompetenz, die ich als Journalistin habe, stelle ich zur Verfügung für starke Marken." Gute Geschichten zu erzählen, sei Kerngeschäft im Journalismus wie auch in der Werbung. "Bei unseren Geschichten steht aber nicht das Produkt im Mittelpunkt, sondern die Zielgruppe", sagt Beister. Die Botschaft der Marke tauche nur "ganz subtil" auf.
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"Miss"-Macherin Monika Affenzeller verkauft Print besser dank Social Media.


Wiener Webweiber: Die Zeitschrift Miss aus Österreich entscheidet sich 2013 zum Strategie-Wechsel – und rückt Social Media ins Zentrum. Chefredakteurin Monika Affenzeller hat seitdem ein Luxusproblem: viele Fans auf Facebook plus steigende Print-Abos fürs Heft. Sie sagt im Videointerview von turi2.tv und "Horizont": "Social Media ist ein Segen für jede Medienmarke." Die Zukunft der Werbung sieht sie im Native Advertising.

Affenzeller bezeichnet die sozialen Kanäle als "unseren großen Marktplatz". Von den 420.000 Facebook-Fans erfahren manche erst durchs Internet, dass es ein Heft gibt. Ihr Team beim Medienhaus Styria fährt deshalb auf mehreren Gleisen Vollgas und teilt Inhalte auf: viel "Lean-Back-Material" für Print und schnelle Sachen fürs Netz – auf Facebook feuern sie im Stundentakt neue Postings raus. In der App gibt es viele Videos. Wichtig: "Alles hat eine optische Klammer" und überall versucht die Marke als "beste Freundin" zu agieren. Nervige Diättipps sind deshalb auf allen Kanälen tabu.
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"Bild"-Verlagschefin Donata Hopfen will Vollgas bei Video geben – und in Print.


Digital first, Print firster: "Bild"-Verlagschefin Donata Hopfen bekennt sich zur Alles-Oder-Nichts-Strategie. Die dicke Kohle fließt ins Digitale, doch "die Zeitung wird weiter Meinung machen", ist sich Hopfen sicher. Im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" bläst sie auch zum großen Angriff auf die Fernseh-Branche: "Wir haben nichts zu verlieren."

Hopfen will aus "Bild" keinen Fernsehsender machen, weil Bewegtbild im Netz keinen Sender mehr brauche. Dieser Umstand macht Experimente möglich – ohne Rücksicht auf Verluste. Weil die Marke "Bild" mit Fernsehen nie etwas zu tun hatte, könne Video auch keine Umsätze kannibalisieren. Für die Redaktion bedeutet das eine Art Freifahrtschein zum Ausprobieren.

Beim Ausprobieren stößt Hopfen persönlich manchmal an ihre Grenzen. Mit Twitter ist sie nie warm geworden und Snapchat kapiert sie nur mit Hilfe ihrer Teenager-Patenkinder. "An einige Sachen muss ich mich ein bisschen gewöhnen. Da merke ich, dass ich älter werde", sagt Hopfen im Video. Vielleicht auch deshalb kehrt sie zurück zu Bewährtem: Frau "Bild"-Boss ist glückliche Neu-Abonnentin vom "Handelsblatt".
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Andrew Bosworth sieht im Giganten Facebook immer noch das kleine Startup.


The Boz is talking: Andrew "Boz" Bosworth gehört zu den klügsten Köpfen von Facebook – und ist der Erfinder des Newsfeed. Inzwischen ist er als Vice President des Werbegeschäfts voll aufs Geldverdienen fixiert. Im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" erzählt der Ex-Dozent von Mark Zuckerberg, wie Facebook bis heute ein hungriges Startup bleibt. Ob der Social-Media-Gigant ein Medienunternehmen ist, will er nicht beantworten.

Bosworth macht stattdessen kräftig Werbung für die Wirkung von Facebook. Von 3,6 Mio kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland seien 1,2 Mio auf Facebook vertreten. Anzeigen zu kaufen ist laut Bosworth aber kein Muss. Unternehmen könnten bereits erfolgreich sein, wenn sie Zeit in Facebook investieren. 65 Mio Unternehmen sind mit einer Seite vertreten, nur 5 Mio schalten Werbung.
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Tarek Müller will mit dem Mode-Shop About You Bedürfnisse wecken.


Innenstadt-Feeling im Netz: Tarek Müller, Geschäftsführer der Otto-Tochter About You, will sich mit seinem Online-Mode-Shop von den "durchklickbaren und durchsuchbaren Lagerhallen", wie er Amazon und Zalando nennt, abheben. Beim Klamotten-Kauf gehe es um "Bedarfsweckung, nicht um Bedarfsdeckung", sagt Müller im Interview mit turi2.tv und "Horizont" beim Online Marketing Rockstars Festival. Um bei seinen Kunden das Gefühl vom Einkaufsbummel zu erzeugen, setzt er auf Personalisierung und Inspiration.

Dafür begrüßt sein Online-Shop die Kunden mit Namen und persönlichen Empfehlungen - und liefert ganz viel Content, etwa zu Stars und Mode-Trends. Bei der Eigenwerbung gönnt sich Müller einen bunten Mix: "Es gibt keinen Kanal, der isoliert funktionieren würde", sagt der Online-Händler und gibt seine Werbe-Euros im TV, in den sozialen Medien, auf Vergleichsportalen und bei Influencern aus.
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