Telekom-Chef Timotheus Höttges verspricht funklochfreies Deutschland – sogar im Zug.

Erleben, ob's verbindet: Telekom-Chef Timotheus Höttges hofft auf eine rosamagentarote Zukunft, wenn seine Mobilfunkmasten erst einmal Internet im 5G-Netz bieten. Doch zuvor ist noch Fleißarbeit nötig: Schön wäre es vielerorts ja, überhaupt Netz zu haben. "Wir sind da dran, alle Funklöcher zu schließen", verspricht Höttges im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv beim Publishers' Summit des VDZ. Höttges gibt zu, dass erst kurz zuvor seine Telefonkonferenz einfach abbrach – kein Telekom-Netz mitten in Berlin. Techniker ist informiert.

Höttges sieht sich derzeit unter Druck von Politik, Behörden und der Wirtschaft. Er begrüßt zwar die Funkloch-Melde-App der Netzagentur, weiß aber selbst, dass die Telekom ihrem Anspruch mancherorts nicht gerecht wird. Auch die Ankündigungen großer Unternehmen, ihre Fabrik-Roboter lieber in Eigenregie mit 5G-Netz zu versorgen, nimmt Höttges äußerlich gelassen: "Es ist durchaus nachvollziehbar, dass Unternehmen ihre Industrieanlagen selber steuern wollen, das nicht aus der Hand geben wollen und dafür den 5G-Standard nutzen", lautet die verständnisvoll-diplomatische Reaktion für die Kamera.
turi2.tv (3-Min-Interview bei YouTube)

Wirtschaftsminister Peter Altmaier macht sich für "Super-Mediathek" stark.

Eine für alles: Wirtschaftsminister Peter Altmaier wirbt beim Publishers' Summit des VDZ für eine europäische Plattform der Publisher – unabhängig von Google und Facebook. Altmaier wird beim Video-Interview von turi2.tv und "Horizont" konkreter: Es solle eine "deutsche oder europäische Plattform mit weltweitem Anspruch" entstehen. Der CDU-Mann ermutigt die Branche, nicht nur nach Regulierung der Internet-Giganten zu rufen: "Entscheidend ist, dass man auf diesem Markt selbst in Erscheinung tritt, dass man selbst um Kunden und Marktanteile kämpft."

Für Altmaier geht es um die Frage, "ob wir selbst etwas gestalten oder ob wir uns von Plattformen, die aus anderen Rechtskreisen kommen, die aus anderen Kulturkreisen kommen, die Regeln vorgeben lassen." Er sieht höchste Zeit im europäischen Verbund zu handeln, da sich Google und Facebook bereits 60 % der Online-Werbeeinnahmen teilen würden. Der verlegerfreundliche Altmaier sicherte dem VDZ auch in seiner Rede Unterstützung zu und beschwichtigt im anschließenden Interview, dass Regulierungen für die Internet-Branche erfolgreich auf dem Weg seien.
turi2.tv (3-Min-Interview bei YouTube)

Media-Impact-Chef Hans Hamer: Warum Anzeigenverkäufer heute Kreative und Berater sein müssen.

Kreativer Kohle machen: Hans Hamer zieht für Springer und Funke die Werbe-Euros an Land. Im Video-Interview von Peter Turi beschreibt der Chef des Vermarkters Media Impact, wie rasant sich sein Geschäft wandelt. Zu den digitalen Konkurrenten kommt eine weitere Herausforderung durch Werbekunden: "Wir als Vermarkter müssen immer mehr Kreativleistung bringen."

Umdenken muss Hamer auch bei den Werbeformaten. Die Ganzseite 4c in "Bild" ist nicht mehr das Maß aller Dinge – kultige Kampagnen, die jeder kennt, gebe es in der fragmentierten Medienwelt ohnehin kaum. Hamers Leute verkaufen Werbung auch digital-only, ohne nebenbei noch Print aufzuschwatzen. Gefragt sei Beratung, um gemeinsam mit dem Kunden zu verstehen, was er braucht: "Zuhören wird wichtiger als nur zu senden."
turi2.tv (15-Min-Gespräch auf YouTube)

Die Themen des Gesprächs gezielt zum Anklicken: Hans Hamer über ...
0:29 ... den Wandel seines Jobs
1:57 ... Herkunft und Werdegang
5:30 ... Influencer und digitale Werbung
7:28 ... Storytelling und Content Marketing
9:20 ... den Anzeigenverkäufer als Berater
10:26 ... seine Frage an Dieter Zetsche
11:00 ... seine Frage an Mark Zuckerberg
12:17 ... Events als Werbeträger
13:00 ... Luxus-Trend und Special Interest

Eva-Maria Bauch von G+J ist fasziniert von Künstlicher Intelligenz.


Roboter als Kollegen: Eva-Maria Bauch, Geschäftsführerin Digital Products bei Gruner + Jahr, will mithilfe von Künstlicher Intelligenz Journalisten Arbeit abnehmen – zum Beispiel beim Erstellen von Social-Media-Posts, Videos und Tabellen. Den Begriff "Roboterjournalismus" hört sie dabei aber gar nicht gerne: "Gespräche führen, Themen und Hintergründe rausfinden und das Ganze einordnen: Das wird in meinen Augen eine Maschine nie können", sagte Bauch im Interview mit Horizont und turi2.tv bei den Medientagen München. Bei Recherche und Kreativität sieht sie den Mensch der Maschine auch in Zukunft überlegen.

Beim Thema KI gehe es aber zunächst einmal darum, "Expertise und Know-How" in den verschiedenen Unternehmensbereichen aufzubauen, sagt Bauch. Dabei hat sie aber nicht nur Journalisten und Nutzer im Blick, sondern auch die Werbekunden: "Am Schluss geht es ja auch darum, dass wir unseren Journalismus finanzieren."
turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

RTL-Senderchef Frank Hoffmann verpackt relevante Themen unterhaltsam.


Unterhaltung mit Haltung: Frank Hoffmann, Senderchef von RTL, will kein Geld aus dem Gebührentopf, wünscht sich von der Politik aber mehr Anerkennung. "Wir haben relevante Themen nicht nur in den Nachrichten, sondern auch in den Soaps", sagt Hoffmann im Interview mit Horizont und turi2.tv bei den Medientagen München. Die täglichen Serien behandelten auch Gesellschaftsthemen wie häusliche Gewalt, Mobbing oder Organspende. Zudem stünden "Dschungelcamp" und "Bauer sucht Frau" täglich fünf Stunden Live-Magazine sowie Sendungen wie "Team Wallraff" oder das "Jenke-Experiment" gegenüber.

Den Kulturbegriff sieht Hoffmann von der "Bildungselite" zu eng definiert: "Für mich ist Kultur Bayreuth, aber eben auch Wacken." Kooperationen mit anderen Sendern oder Anbietern wie bei "Babylon Berlin" von ARD und Sky hat Hoffmann nicht auf der Agenda. Dabei hat Degeto-Chefin Christine Strobl im turi2.tv-Interview eine Kooperation mit RTL "und selbst dem ZDF" zumindest nicht ausgeschlossen. "Wir haben gerne die komplette Rechtekette, die wir auswerten möchten", sagt Hoffmann mit Blick auf die sendereigene Mediathek TV Now.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

Julia Jäkel über Frauen-Fragen, Innovationen und die Kultur bei Gruner + Jahr – das ganze Interview.


Alles über Julia: Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel hat sich einen Abend Zeit genommen, um mit Peter Turi zu sprechen. turi2.tv dokumentiert das komplette Live-Interview von der Launchparty der turi2 edition #7 – sortiert nach Themen zum entspannten Durchklicken. Jäkel spricht über ihre hessische Herkunft und den ersten Berufswunsch Trucker-Fahrerin, gibt Einblick in Innovationen und ihre verzweifelten Versuche, einen Klingelton zu installieren. Sie spricht auch über Führung und Unternehmenskultur – und die brennende Frage, ob es geheime Frauen-Netzwerke der Macht gibt.
turi2.tv (53-Min-Video bei YouTube)

Hier geht es per Klick zu den einzelnen Themen. Julia Jäkel über:

3:26 ... ihren Job bei Gruner + Jahr
4:27 ... Herkunft und Kindheit
8:15 ... Gehalt und Familie
12:14 ... Frauen, Führung, Gender-Klischees
15:33 ... moderne Unternehmenskultur
18:24 ... Vergangenheit und Zukunft bei Gruner + Jahr
24:37 ... Innovationen bei Print
29:16 ... das neue Magazin "Guido"
32:45 ... den Trend Personalisierung
36:43 ... die Vermarktung
38:00 ... digitale Medien und Digitalverhalten
42:03 ... ihre Kritik an Internetkonzernen
48:00 ... ihre persönliche Zukunft
50:52 ... Frauen-Netzwerke der Macht

Für die turi2 edition #7 hat Julia Jäkel auch den Unterwegs-Fragebogen beantwortet:

"Angst ist keine Option": Journalistin Düzen Tekkal ist auch Aktivistin – weil die Freiheit gefährdet ist.


Die JournAktivistin: Düzen Tekkal reist zu den Wurzeln ihrer jesidischen Vorfahren – und wird Zeugin des unfassbaren Völkermords. Betroffen vom Leid ist aus der Journalistin eine politisch agierende Aktivistin geworden. Im Interview von turi2.tv und "Horizont" erklärt Düzen Tekkal, warum in diesen bewegten Zeiten Neutralität nicht immer möglich ist. Denn Menschenrechte und Pressefreiheit seien auch in Europa bedroht: Am 5. November laudatiert Tekkal postum ihren getöteten Kollegen Daphne Galizia und Ján Kuciak bei der Verleihung der Goldenen Victoria auf der Publishers’ Night des VDZ.

Tekkal bezeichnet sich selbst als Journalistin, Kriegsberichterstatterin und Aktivistin für Menschenrechte – der Übergang zwischen den Rollen ist fließend. Aus ihrer Doku Háwar entstand die Hilfsorganisation Hawar.help. "Es geht um den Völkermord an meiner Religionsgemeinschaft – da konnte ich nicht mehr neutral sein", sagt Tekkal. Sie gehe offen mit ihrer Betroffenheit um und lade Zuschauer ein, "durch ihre Brille" zu gucken. Dafür geht sie ganz nah ran: "Angst kann keine Option sein. Für mich als Journalistin ist der Weg da, wo die Angst ist."
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

Storys statt Polit-Sprech: Wolfgang Ainetter krempelt die Kommunikation im Verkehrsministerium um.

Boulevard-Mann baut auf: Der frühere "Bild"-Journalist Wolfgang Ainetter hat die Kommunikation des Bundesverkehrsministeriums in Windeseile erneuert. Innerhalb von nur sieben Monaten ist ein Newsroom entstanden – intern "Neuigkeiten-Zimmer" genannt. Im turi2.tv-Video zeigt Ainetter, wo Pressesprecher und Social-Media-Team jetzt Hand in Hand arbeiten. Zusammen erzählen sie Geschichten rund um Superheld Minister Andreas Scheuer (CSU).

Dem Seitenwechsler geht es um die vielen Storys, von denen es im Verkehrsministerium besonders viele gebe: "Von den Flugtaxis bis zu Zügen mit Wasserstoffantrieb." Im Alltag gibt es aber Schwarzbrotarbeit zu erledigen. Derzeit dreht sich fast alles um den Dieselskandal. Bis zu 200 Journalisten-Anfragen pro Tag bremsen den Reform-Eifer und die Produktion selbst platzierter Social-Media-Storys.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

Zum gleichen Thema: Verkehrsminister Andreas Scheuer zeigt turi2.tv sein Instagram-Zimmer.

Miriam Meckel will mit "Ada" ein Wirtschaftswunder schaffen.


Eine Zeitschrift als Lehrbuch: Miriam Meckel, Herausgeberin der "Wirtschaftswoche", will mit ihrer neuen Zeitschrift Ada mehr als nur Auflage am Kiosk machen. Im Video-Interview von turi2.tv erklärt sie die Ada-Strategie als Plattform, bestehend aus Veranstaltungen, Newsletter, Podcasts – und der Zeitschrift über digitale Weiterbildung. Ein Magazin über Digital-Themen zu drucken, ist für die Herausgeberin nicht abwegig: "In einem Moment, wo es kompliziert wird, muss man nicht nur lesen und verarbeiten, man muss auch begreifen", sagt Meckel und meint das ganz wörtlich. Eine Zeitschrift liefere, weil man sie anfassen könne, eine zusätzliche Dimension des Verstehens.

Inhaltlich versucht das Heft zu fassen, was kaum zu fassen ist: Künstliche Intelligenz, Blockchain, gefakete Realität und die Frage "Wie viel Roboter verträgt der Mensch" – ein insgesamt optimistischer, aber kritischer Rundumschlag, der künftig alle drei Monate am Kiosk liegen soll. Geld verdienen soll "Ada" nicht nur durch Verkäufe und Anzeigen. Geschäftsführer Frank Dopheide will mit dem Projekt für die Handelsblatt Media Group ein Stückchen aus dem 34 Mrd Euro großen Kuchen der beruflichen Weiterbildung schneiden, erklärt er im Gespräch.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Miriam Meckel hackt ihr Hirn – der komplette Talk mit Peter Turi.

Zitat: Frank Dopheide setzt auf Bildung statt auf Informationsvorsprung.

"Medien denken allen Ernstes immer noch, ihre Stärke sei Informationsvorsprung. Wo du denkst, Information in Zeiten großer Informationsüberflutung ... seid ihr irre?"

Handelsblatt-Chef Frank Dopheide will neue Erlösquellen mit Bildungsgeschäft erschließen. Im turi2.tv-Interview erklärt er das Projekt Ada.
turi2.tv (5-Min-Ausschnitt zu Ada), turi2.tv (40-Min-Video)

Handelsblatt wird zum Bildungs-Unternehmen: Das große Interview mit Frank Dopheide.


Germanys next Gabor: Die Handelsblatt Media Group hat den Schock des Gabor-Steingart-Ausscheidens allmählich verdaut. Im Video-Interview von turi2.tv meldet sich der neue, starke Mann: Frank Dopheide treibt viele Pläne voran. Der wohl wichtigste: Mit dem Projekt Ada soll Bildung zu einem Standbein der Mediengruppe werden. turi2 zeigt einen Ausschnitt (oben) sowie das komplette Gespräch (unten), geführt von Peter Turi.

Hinter Ada, einem Projekt mit Miriam Meckel, steckt ein aufwendiges Schulungsprogramm, das die große Wissenslücke unserer Zeit schließen soll: "Die technologische Entwicklung hat die eigenen Mitarbeiter abgehängt. Also bei uns im Unternehmen, aber fast in jeder Branche, in jedem Unternehmen", sagt Dopheide. Er hat zehn Unternehmen gewonnen, die jeweils 30 Mitarbeiter in das erste Ada-Programm schicken. Sie sollen mit Hausaufgaben, Veranstaltungen und "Deep Dives" innerhalb eines Jahres zu digitalen Leistungssportlern werden.
turi2.tv (5-Min-Ausschnitt zu Ada), turi2.tv (40-Min-Video)

Im 40-Minuten-Gespräch spricht Dopheide über seine Strategie und die Zukunft des Verlags. Ein Klick auf den jeweiligen Link führt zur Stelle im Gespräch. Dopheide über ...
00:28 ... den Abgang Gabor Steingarts
02:18 ... den Systemwechsel im Haus
03:45 ... seinen persönlichen Hintergrund als Werber
08:10 ... Geld verdienen mit digitalen Produkten
12:23 ... die strategische Ausrichtung
14:20 ... ein kostenpflichtiges Morning Briefing
21:18 ... das Handelsblatt als Bildungsunternehmen
25:30 ... das Modell hinter Ada
30:08 ... die Rolle der Journalisten darin
33:00 ... wie sich die Idee entwickelt hat
36:33 ... seine Prioritäten und Herausforderungen

Ralph Fürther: Sky stellt sich breiter auf für die Duelle mit Netflix und Amazon.

Alte Feinde, neue Verbündete: Der Bezahlsender Sky macht Schluss mit alten Fehden und nimmt neue Gegner ins Visier. Kommunikationschef Ralph Fürther sagt im turi2.tv-Interview anlässlich des Free-TV-Starts von Babylon Berlin, dass ARD und ZDF längst nicht mehr die Konkurrenz für den Pay-Sender sind. Die neue Serie ist die erste Co-Produktion zwischen Sky und der ARD, die Zusammenarbeit habe hervorragend funktioniert und könne Vorbild für weitere sein. Gefährlicher als die Wettbewerber auf dem deutschen Markt schätzt Fürther die Konkurrenz durch Netflix und Amazon ein. "Es braucht gute Kooperationen, um weiterhin Premium-Rechte erwerben zu können", sagt Fürther.

Sky hat die teuerste deutschsprachige Serie als erstes zeigen dürfen, satte zwölf Monate vor der ARD-Premiere. Als heimlicher Gewinner der Kooperation will er trotzdem nicht gelten: "Es gibt nicht 'den Gewinner'", sagt Fürther und gibt sich überzeugt, dass die Serie nicht nur ein Erfolg für Sky wird, sondern auch in der ARD. Fürther denkt indes schon weiter: Die zweite Staffel der Serie ist bei Sky bereits gelaufen, die Dreharbeiten für die dritte beginnen im November.
turi2.tv (4-Min-Interview)

"Mit dem Skandal umgehen": "stern"-Chef Christian Krug über die Lehren aus den "Hitler-Tagebüchern".


Ein Weckruf für den "stern": Das Magazin "stern" zeigt Samstag zum ersten Mal die gefälschten Hitler-Tagebücher – rund 1.000 Gäste haben sich die Fälschungen angeschaut. Chefredakteur Christian Krug will 35 Jahre nach dem Skandal "gelassener" und "humorvoll" mit dem Schandfleck umgehen, sagt er im Video-Interview von turi2.tv.

Krug will aus dem Skandal Lehren für heute ableiten: "Es gibt PR-Abteilungen und Regierungsstellen, die uns jeden Tag Fake News verkaufen wollen." Der "stern" habe jahrelang recherchiert, welche Mechanismen damals versagt hätten und etwa die Dokumentation neu aufgestellt. "Damals war den Leuten nicht nach Gelassenheit", sagt Krug und erklärt damit die späte Öffnung des Tresors.
turi2.tv (4-Min-Video)

"Wir sind verwundbar": Mathias Döpfner über Springers Schwachpunkte.


Weitsicht durch Vorsicht: Auch Digital-Primus Springer hat seine Schwächen, muss Vorstandschef Mathias Döpfner einräumen. Im Video-Interview von Peter Turi spricht er über die drei Eigenschaften, die ihn verunsichern. "Zweckpessimismus" hat bei Döpfner Methode. Er sagt: "Only the paranoids will survive."

Die stets selbstkritische Sicht auf die Situation diszipliniert – und lässt den Zweimeter-Mann nicht noch weiter wachsen: "Ich gehe immer davon aus, dass Dinge schief gehen können." Schief gehen könne auch noch das Experiment, ein Geschäftsmodell für digitalen Journalismus zu finden. Dass sich Journalismus im Netz finanzieren lasse, sei "eine Hypothese, keine Gewissheit".
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.tv (37-Min-Video)

Mathias Döpfner und Peter Turi reden insgesamt 37 Minuten. Beim Klick auf die folgenden Links geht es direkt zu den Themen: Döpfner über ...
1. ... Kunst und Technologie
2. ... seinen Karriereweg
3. ... seine Musikleidenschaft
4. ... Strategie, Tempo, Veränderungen
5. ... Paranoia und Zweckpessimismus
6. ... Springers wunde Punkte
7. ... Journalismus-Geschäftsmodelle
8. ... moderne Unternehmenskultur
9. ... Springer in zehn Jahren
10. ... das TV-Geschäft
11. ... neues Geschäft und technische Innovation
12. ... die Zukunft für Print
13. ... seinen Medienkonsum

"Weltweit führender Digitalverlag": Mathias Döpfner und sein Zehn-Jahre-Plan für Springer.

Eine echte Größe: Mathias Döpfner strebt mit Springer die Weltherrschaft an – im geschäftlichen Sinne. Aus Springer soll in den kommenden zehn Jahren der "weltweit führende Digitalverlag" werden, sagt Döpfner im Video-Gespräch mit Peter Turi. Er hat große Visionen für Business Insider, setzt auf digitale Kleinanzeigen und die Transformation der Traditionsmarken – Print kommt in seinen Plänen kaum noch vor. Und auch immer weniger am eigenen Frühstückstisch: Von einst 14 Zeitungen hat er einige abbestellt.

Die Zukunft des Gedruckten will der amtierende Zeitungsverleger-Präsident Döpfner "ganz nostalgiefrei sehen", Achtungserfolge wie "Landlust" sieht er als Ausnahme. "Das geht solange es geht, irgendwann geht es fast nicht mehr." Alle einst reinen Zeitungs-Marken würden auch zu Fernseh- und Radiosendern. Das klassische TV ist für Döpfner kein spannendes Konzept mehr, die Wunden der gescheiterten Fusion mit ProSiebenSat.1 sind allmählich verheilt.
turi2.tv (5-Min-Ausschnitt), turi2.tv (37-Min-Video)

Döpfner und Peter Turi reden in 37 Minuten auch über Musik, Paranoia und Döpfners musikalische Leidenschaft. Unten finden Sie das komplette Video. Beim Klick auf die folgenden Links geht es direkt zu den Themen: Döpfner über ...
1. ... Kunst und Technologie
2. ... seinen Karriereweg
3. ... seine Musikleidenschaft
4. ... Strategie, Tempo, Veränderungen
5. ... Paranoia und Zweckpessimismus
6. ... Springers wunde Punkte
7. ... Journalismus-Geschäftsmodelle
8. ... moderne Unternehmenskultur
9. ... Springer in zehn Jahren
10. ... das TV-Geschäft
11. ... neues Geschäft und technische Innovation
12. ... die Zukunft für Print
13. ... seinen Medienkonsum

Video-Rundgang: Andreas Ludwigs führt durch den Axel Springer Neubau.


Zukunft aus Beton: Ein Dutzend Stockwerke Rohbau recken sich neben der alten Springer-Zentrale in die Höhe. Baustellen-Boss Andreas Ludwigs führt turi2.tv mit der Kamera durch den imposanten Neubau. Ludwigs zeigt das riesige Atrium, das begehbare Dach und das künftige Fernsehstudio, aus dem "Welt" live vor der Kulisse des Newsrooms senden wird.

Ludwigs Leute – beteiligt sind rund 130 Baufirmen – liegen völlig untypisch für Berlin im Zeit- und Kostenplan – das ausführende Unternehmen Züblin kommt aus Stuttgart. Sie bauen bis Ende 2019 Arbeitsplätze für 3.500 Menschen auf 52.000 Quadratmetern. Der Entwurf des Architekten Rem Koolhaas ist geprägt von Glas, Licht und dem großzügigen Atrium, das das Gebäude zum alten Hochhaus und der Springer-Passage hin öffnet.

Auf dem Dach können Mitarbeiter Pausen-Kaffee trinken. Im Erdgeschoss wird es vier Restaurants und Coworking-Büros geben: Springer vermarktet sie schon jetzt unter dem Namen Earlybird und will den futuristischen Neubau auch nutzen, um Gründer und Startups für sich zu begeistern.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Angela Meier-Jakobsen macht "Closer" und "InTouch" mit Fakten und Fantasie.


Die Überzeugungstäterin: Angela Meier-Jakobsen steht seit Ende 2017 an der Spitze der Bauer-Yellows Closer und InTouch – im Interview von turi2.tv erklärt sie, wie Regenbogen-Redakteure in Zeiten von Social Media arbeiten. Viele Geschichten entstehen aus Instagram-Posts und Paparazzi-Fotos. Die Texte dazu sind oft Bild-Interpretationen, erklärt Meier-Jakobsen – ein Mix aus Fantasie und Fakten.

Dass dabei aus den gleichen Bildern widersprüchliche Geschichten entstehen, ficht Meier-Jakobsen nicht an. In "Closer" etwa beschwört die Redaktion die "erste Krise" zwischen Heidi Klum und Tom Kaulitz herauf, in "InTouch" derselben Woche wird Klum zur "Kaulitz-Klette". Für die Chefredakteurin sind das unterschiedliche Kerne derselben Geschichte. Die eine erzählt für ältere, die andere für jüngere Leserinnen.

Was reizt Meier-Jakobsen, die Politikwissenschaften studiert und die meiste Zeit seriösen Frauen-Journalismus gemacht hat, an den umstrittenen Yellows? "Es tat sich eine Tür auf in eine ganz andere Form von Kreativität", schwärmt sie über ihre erste People-Konferenz, in der sie Storys aus Fotos von Angelina Jolie und Brad Pit "interpretiert" hat.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Kommunikation für Käse: Wie Petrella-Chef Sven Tönjes an neue Kunden kommt.


Klassiker für den Käse: Sven Tönjes bringt beruflich Frischkäse unter die Leute – und baut in der Vermarktung vor allem auf TV und Print. Für seine Marke Petrella bucht Tönjes besonders gerne in Zeitschriften, sagt er im Video-Interview von Horizont und turi2.tv. Vor allem Food-Titel sind ein beliebtes Umfeld, weil die Zeitschriften von Interessierten gekauft werden – während TV-Zuschauer Werbung ungefragt "aufgehalst" bekämen.

Tönjes sieht die Lage optimistischer als viele aus der Medienbranche. Print werde es weitere 10, 20 Jahre geben. Petrella-Hersteller Petri Feinkost kommt das gelegen: Das Unternehmen aus dem Weserbergland hat wenig Erfahrung im Online-Geschäft und ist ein Zwerg unter den Konsumgüter-Riesen. Ganz anders als Tönjes' langjähriger Arbeitgeber mit ganz ähnlichem Namen: Für den Fleischkonzern Tönnies brachte er knapp 20 Jahre Schwein und Rind an Hausmänner und -frauen.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

Startup-Löwe Frank Thelen: Die Medien-Branche muss volldigitalisieren.

Lecker Internet: Startup-Pionier Frank Thelen ist einer der radikalsten Werber fürs Gründen. Im Video-Interview beim Food Trend Tag von Bauer fordert er mehr Innovationen rund ums Essen und ein komplettes Umdenken in Verlagen. Die Medien-Branche müsse sich volldigitalisieren, um zu überleben, glaubt der "Höhle der Löwen"-Juror.

Thelen lobt ausdrücklich Springer. Dort kümmere sich Mathias Döpfner als oberster Boss um die Digitalisierung aller Geschäfte, er habe viel Umsatz aufgebaut und gute Talente gewonnen. Auch Thelen schaut sich ständig nach Talenten und Ideen um. Seine Firma Freigeist Capital ist an mehr als einem Dutzend Startups beteiligt – und legt mit Investments wie der Low-Carb-Pizza Lizza einen Schwerpunkt auf neue Ideen rund um Ernährung.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

"Die Regierung redet uns nicht rein." – Peter Limbourg über 65 Jahre Deutsche Welle.


Sendungsbewusst: Intendant Peter Limbourg führt die Deutsche Welle in ihr 66. Lebensjahr und rechnet den deutschen Auslandssender keineswegs zum alten Eisen. "Wir müssen uns ständig verändern", sagt der frühere N24-Chefredakteur im Interview mit turi2.tv und zeigt den neu gebauten Newsroom in der DW-Dependance in Berlin. Von hier aus schickt die Welle ihr Programm in rund 30 Sprachen um die Welt. Dass Limbourg mit seinem neuen englischen Nachrichten-Kanal vor allem im Gewässer der BBC fischt, gehört für ihn zum "guten Wettbewerb": "Unsere Konkurrenten sitzen woanders. Das sind diejenigen, die mit Desinformation in der Welt unterwegs sind."

Limbourg legt Wert darauf, dass seine Journalisten unabhängig berichten können, trotz des Auftrags als Kulturbotschafter Deutschlands in der Welt unterwegs zu sein – und der staatlichen Finanzierung: "Die Regierung redet uns nicht rein." Den Kurs der Deutschen Welle beschreibt er so: "Wir sind kritisch, wo nötig und konstruktiv und positiv, wo möglich."
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)

"Fachmedien müssen Partner sein": Gunther Schunk erklärt den Wandel des Vogel-Verlags.


Kreativer Vogel: Gunther Schunk ist Hobby-Asterix-Übersetzer und hauptberuflich Erfinder in Sachen Kommunikation. Der PR-Chef von Vogel Business Media erklärt im "Horizont"- und turi2.tv-Video, wie sehr sich die fränkische Verlagsgruppe wandelt. In der alten Druckerei gibt es inzwischen Messen und Kongresse. Schunk sagt: "Face-to-face ist die direkteste, persönlichste und damit erfolgreichste Kommunikation."

Schunk beschreibt im Interview auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse, wie der Verlag und seine Kunden immer dichter zusammenrücken. Vogel liebe wie jeder Fachverlag die Branche, über die seine Redaktionen berichten. Fachmedien würden die Sprachen ihrer Märkte sprechen – und deshalb auf neue Bedürfnisse in der Kommunikation reagieren. Schunk selbst ist Kommunikations-Profi und gibt eine Einführung in Asterix uff Meefränggisch.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Beim Teutates! Chefredakteur Wolf Stegmaier über die Arbeit am neuen "Asterix".

Apotheker-Verlag-Chef Benjamin Wessinger sucht das Rezept gegen den Abo-Schwund.


Papierstau an der Pillen-Front: Der junge Verlagschef Benjamin Wessinger kennt sich mit Wunderpillen aus. Doch auch der promovierte Pharmazeut und Geschäftsführer des Deutschen Apotheker Verlags hat nicht gegen alle Probleme ein Mittel. Leute, die neu in ihren Beruf kommen, abonnieren heute nicht mehr automatisch eine Fachzeitschrift, sagt Wessinger im Interview von "Horizont" und turi2.tv. Mit seinem Team blickt er aber auf "imposante Zuwachsraten" im Digitalen.

Die Apotheker verbinde ohnehin ein ambivalentes Verhältnis mit der Digitalisierung. Pharma-Fachleute haben ihre Geschäfte längst durchdigitalisiert und durchautomatisiert, fürchteten aber aktuell den Versandhandel. Apotheker fragten weiterhin klassische Fachbücher nach, brauchten aber auch digitale Datenbanken. Das Verlagsprogramm wird also immer breiter, sagt Wessinger auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"Da ist viel Neid dahinter" – "Zeit"-Chef Rainer Esser kritisiert Facebook-Angst vieler Verlage.


Freundschaftsanfrage vom Verlagsboss: "Zeit"-Chef Rainer Esser stellt sich ungewöhnlich klar auf die Seite von Facebook und Google – und geht mit seiner Branche hart ins Gericht. Hinter der Kritik an den Konzernen stecke der Neid, dass sich "tradierte Geschäftsmodelle bei weitem nicht so skalieren lassen wie soziale Netzwerke oder die Google-Suche", sagt Esser im turi2.tv-Interview beim European Newspaper Congress in Wien.

Essers Ratschlag: Mehr machen, weniger meckern. "Wir sollten uns abgucken, weshalb Facebook so gut funktioniert, weshalb die so viele User haben", sagt Esser und liefert die Antwort gleich mit. Die Digitalbranche habe viel früher erkannt, in welche Richtung sich die Nutzer bewegen. Die Strategie des "Zeit"-Geschäftsführers lautet schlicht: besser sein als die Internetkonzerne – und nicht in Panik verfallen: "Das Privatfernsehen hat viel mehr Geld abgezogen, als es aufkam."
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"Seid Unternehmer, nicht Verleger": Fachpresse-Sprecher Klaus Krammer im Antritts-Interview.


Frisches vom Fach: Die Deutsche Fachpresse wählt Klaus Krammer zu ihrem neuen Sprecher. Im Interview für "Horizont" und turi2.tv sagt Krammer, er wolle den Unternehmer aus den Verlegern heraus kitzeln. Sein Düsseldorfer Haus macht Medien für Sanitärtechniker, Schweißer und Zimmerleute – und erreicht schon heute die meisten Kontakte über Videos.

Krammer, der das Familien-Unternehmen in dritter Generation führt, ist neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen: Beim Krammer Verlag schreibt Software einfache Texte und entlastet Redakteure. Der Fachpresse will er künftig mit einem "Technologie-Hub" unter die Arme greifen: Darin soll der Verband Fachleute für diverse Innovationen vernetzen.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Ulla Strauß von United Kiosk: Verlage sollten Amazon und Apple umarmen.


Keine Angst vorm A: United-Kiosk-Vorstand Ulla Strauß erweist ihrem Mädchennamen Fröhlich alle Ehre. Die digitale Zeitschriften-Händlerin findet es ganz wunderbar, wenn sich Amazon und Apple im Presse-Vertrieb breitmachen. Im turi2.tv-Interview beim Kongress der Deutschen Fachpresse plädiert die fröhliche Strauß für eine radikale Kunden-Perspektive und ruft 2018 zum Jahr aus, in dem die Branche richtig was bewegt.

Strauß trägt nicht nur das Jeff-Bezos-Mantra "still day one" am Körper, sie glaubt auch an optimistische Silicon-Valley-Thesen. Verlage, United Kiosk und die großen Tech-Unternehmen könnten "gemeinsam den Kuchen größer machen" für digitale Zeitschriften. Die Zukunft des Lesens sieht die Vertriebs-Fachfrau in einer Super-Plattform, dem "Spotify fürs Lesen", weil der einfache Zugriff heute wichtiger sei als der Besitz.
turi2.tv (5-Min-Video bei YouTube)

Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer zeigen die neue Redaktion von Watson.de.


Emotionen erwünscht: Beim jungen Portal Watson.de gibt es Weißwein im Dienst und schimpfende Reporterinnen vor der Kamera. turi2.tv besucht die neue Redaktion des Werbekonzerns Ströer. Chefredakteurin Gesa Mayr erzählt, wie sie über Aufregung Debatten anstoßen will. Ihre Stellvertreterin Anne-Kathrin Gerstlauer will mit Watson.de einen Platz schaffen, an dem jeder seine Meinung sagen mag – zur Not schreiend.

"News ohne Blabla" ist das Versprechen, das die ursprünglich aus der Schweiz stammende Marke gibt. Kein Blabla bedeutet für die Chefinnen: Augenhöhe mit Usern und keine Wasserstandsmeldungen. "Kein Blabla" schließt aber Unterhaltung nicht aus, sagt Gerstlauer. Auch kotzende Abiturienten können demnach eine relevante Meldung für die Zielgruppe sein. Bei der kommt es an: Im ersten Monat erreicht Watson.de 8 Mio Visits – weniger als Bento von Spiegel Online, aber mehr als Ze.tt von Zeit Online.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Video-Schalte nach New York: Florian Haller zeigt das neue Serviceplan-Büro.


New York calling: Serviceplan zieht es in die Stadt, die niemals schläft. Die Münchner Agentur eröffnet ein Haus der Kommunikation an der Madison Avenue mit 65 Mitarbeitern. turi2.tv hat Serviceplan-Chef Florian Haller per Facetime angerufen: Im Video führt Haller durch die neuen Räume und erklärt, warum klassische Medien in den USA wieder "stärker angesagt" sind.

Für Haller ist der neue Standort in der Weltmetropole ein zentraler Baustein für die Internationalisierung von Serviceplan. Die Agentur bringt damit ihr Konzept, die drei Säulen Digital, Media und klassische Kommunikation aus einer Hand anzubieten, auch auf den US-Markt. Serviceplan will von New York aus viele bestehende Kunden bedienen, denn auch deutsche Mittelständler brauchen heute Knowhow aus New York und Fachleute fürs US-Geschäft.

Trend-Spürnase Florian Haller macht im Schatten des Facebook-Skandals spannende Beobachtungen: Im durch und durch digitalen New York wächst, zumindest zeitweise, das Interesse am Gedruckten. "Klassische Medien werden hier nicht völlig verschwinden. Print ist im Anteil rückläufig", sagt Haller, "aber die Leute werden immer die Haptik von Printprodukten schätzen".
turi2.tv (6-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), horizont.net

Miriam Meckel beschreibt, wie Startups an unseren Gehirnen schrauben.


Silicon Brainey: In den USA entsteht die nächste digitale Revolution – und sie geht direkt ins Hirn. Miriam Meckel beschreibt bei der Launchparty der turi2 edition Netze, wie Technologie schon bald noch mehr aus unserem Denkorgan rausholen wird. Startups im Silicon Valley seien jetzt an einem Punkt, wo ihre realen Hirngespinste tauglich werden für den Massenmarkt. turi2.tv zeigt einen weiteren 4-Minuten-Ausschnitt des Abends.

Meckel spricht unter anderem über Elon Musks Projekt Neuralink, das menschliche Gehirne digital vernetzen und an eine intelligente Cloud anschließen will. "Das ist ja nicht abwegig, weil wir aus der medizinischen Forschung wissen, dass das geht", sagt Meckel – und verweist auf Menschen, die durch Denken Roboterarme und Exoskelette bewegen.

Echt massentauglich klingen Überlegungen von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Er baut an einem Gerät, mit dem sich Textnachrichten "ins Handy hineindenken lassen". Meckel glaubt: "Die Bequemlichkeit wird dafür sorgen, dass Menschen das ausprobieren. Und dann werden wir uns die Frage stellen: Wer darf unsere Gedanken mitlesen? Wo ist ein Gedanke noch privat?"
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Aktuell auch bei turi2.tv: Miriam Meckel erklärt die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz.

turi2 edition6: "Ich rede lieber im Hintergrund" – das Flüster-Video mit Axel Wallrabenstein.


Der diskrete Netzwerker: Axel Wallrabenstein ist in Berlin bekannt wie ein bunter Hund, überall und immer online. Trotzdem ist seine Spezialität das (Ein)flüstern im Verborgenen. Als Chairman der Agentur MSL Germany ist Wallrabenstein Berater u.a. von Google. Im Video-Interview spricht Jens Twiehaus mit ihm über Transparenz, nervige Journalisten und das "Drehen" von brisanten Themen – natürlich vier Minuten lang im Flüsterton.

Wallrabenstein blickt auf eine lange konservative Biografie zurück, angefangen als Bundesgeschäftsführer der Jungen Union. Seit 30 Jahren sammelt er Kontakte und kommuniziert ohne Pause. Zu allzu viel Offenheit rät Wallrabenstein seinen Klienten aber nicht: Transparenz sei in vielen Fällen gut, habe aber Nachteile: "Leute, die besonders transparent agieren, sind angreifbar, weil man sie wahrnimmt." Weil Journalisten oft den einfachen Weg nähmen, griffen sie bei den transparenten Akteuren eher zu.

Seine Beziehung zu Journalisten ist vielschichtig. Als Pressesprecher hatte er oft Last mit ihnen, sagt aber auch: "Die Aufgabe von Journalisten ist es, Leuten wie uns, Unternehmen und auch Medien auf die Finger zu schauen." Auch wenn es oft nervt, Wallrabenstein nimmt es sportlich: "Ein Journalist, der Pressesprecher herausfordert, hat seinen Job meist gut gemacht."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Das Text-Porträt von Tatjana Kerschbaumer, in dem sie Flüsterer Wallrabenstein als einen von 20 spannenden Netzwerkern vorstellt, lesen Sie in der turi2 edition Vernetzung.

Lesen Sie die #6 jetzt gratis – direkt hier im Browser als E-Paper. Oder bestellen Sie das Buch hier für 20 Euro.

"Auch auf dem Sonnendeck": Bertelsmann-Boss Thomas Rabe meldet 1,2 Mrd Euro Gewinn.


Mehr von allem: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe beansprucht seine Liege auf dem digitalen Sonnendeck. Im turi2.tv-Interview nach der Bilanz-Pk nimmt er die Internet-Riesen selbstbewusst ins Visier und kündigt an, "massiv in Premium-Inhalte" und in Reichweite zu investieren. Bertelsmann steigert seinen Umsatz 2017 um rund 1,4 % auf 17,2 Mrd. Euro. 46 % davon rechnet das Unternehmen digitalen Geschäftsbereichen zu. Der Gewinn erreicht mit 1,2 Mrd Euro den höchsten Wert seit 2006.

Grund für das Wachstum ist vor allem das organische Wachstum von etwa 1,7 %. Vor Steuern kommt Bertelsmann sogar auf einen Rekordgewinn von 2,6 Mrd Euro. Zum Ergebnis trug auch ein gesteigertes Konzernergebnis bei Tochter Gruner + Jahr bei. Der Verlag verbesserte seinen Vorsteuer-Gewinn um 6,2 % auf 145 Mio Euro. Der Umsatz ging, bedingt durch Verkäufe in Spanien und Österreich, um 4,2 % auf 1,5 Mrd Euro zurück.

Vorstandschef Rabe sieht auch für die traditionellen Geschäfte noch längst nicht schwarz: Der Umsatzanteil mit Büchern steigt. "Offenbar ist Haptik, ein gedrucktes Buch im Wohnzimmer stehen zu haben, doch wichtig", sagt Rabe. "Auf eine Renaissance würde ich nicht unbedingt setzen, aber bei Gruner + Jahr sehen wir, dass gut gemachte Hefte nach wie vor Anklang finden – vor allem, wenn man Zielgruppen auswählt."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), presseportal.de

Mitarbeit: Peter Turi, Jens Twiehaus

Wie AppLike funktioniert: Ein Einblick in das Smartphone-Startup von Gruner + Jahr.


Die Download-Dompteure: AppLike ist das Vorzeige-Startup von Gruner + Jahr. Doch was steckt hinter der App-Marketing-Plattform? turi2.tv besucht die junge Hamburger Firma. Gründer Jonas Thiemann erklärt im Video, wie AppLike Nutzer "einkauft" – und was die Welt der klassischen Medien daraus lernen kann.

Wer sich eine App von AppLike aufs Handy lädt, bekommt auf Basis seines Nutzungsverhaltens andere Apps empfohlen. Die Herausgeber dieser Apps bezahlen dafür, beworben zu werden – so verdient die 50-Mitarbeiter-Firma ihr Geld. Nutzer werden für ihre Treue mit Kleinstbeiträgen belohnt. Die größte Herausforderung für AppLike ist aber die Akquise neuer Nutzer in inzwischen 27 Ländern, sagt Jonas Thiemann.

Ein Beispiel: Würde turi2.tv-Reporter Jens Twiehaus über Facebook-Werbung auf eine der AppLike-Apps stoßen und sie herunterladen, zahlt AppLike zunächst etwa 5 Dollar an Facebook. Dieses Geld muss AppLike reinholen, indem Jens Twiehaus möglichst viele Apps herunterlädt, die AppLike bewirbt. Die Differenz ist der Gewinn bzw. Verlust. Momentan scheint es zu laufen: AppLike sucht händeringend Fachpersonal.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"Größer als die Hitler-Tagebücher": Michalis Pantelouris stellt das neue Joko-Magazin "JWD" vor.


Ein Mann und sein Magazin: Gruner + Jahr legt Donnerstag mit ganz viel Trommelwirbel "JWD" in den Kiosk – eine Zeitschrift aus der Lebenswelt von TV-Promi Joko Winterscheidt. Redaktionsleiter Michalis Pantelouris zeigt das Cover in die turi2.tv-Kamera und spuckt ganz große Töne: "JWD" solle diesen Monat der bestverkaufte Titel in Deutschland werden. Und (hoffentlich) im Scherz: "Das wird größer als die Hitler-Tagebücher!"

Pantelouris versichert jedoch auch, dass "JWD" (= "Joko Winterscheidts Druckerzeugnis") kein Klamauk sei, sondern Qualitätsjournalismus: "Wir haben 70 Jahre Reportertradition des 'stern' verheiratet mit dem Mut, der Abenteuerlust, der Neugierde, dem Humor und Witz von Joko Winterscheidt." Der TV-Star selbst verbrachte mehrere Tage in der Redaktion, gab jeder Geschichte seinen persönlichen Dreh mit – und steht ohnehin mit Pantelouris permanent per WhatsApp in Kontakt.

Winterscheidt wird in der Auftakt-Ausgabe selbst als Reporter aktiv: Er war im ersten Puppen-Bordell Deutschlands. Ein Reporter besuchte für "JWD" in Paris ein Nackt-Restaurant, ein anderer war in einem Mars-Camp. Eine Kolumne geht "unbeantworteten Fragen der Popmusik" nach. Die einzelnen Seiten hält der Verlag Gruner + Jahr noch unter Verschluss. turi2 konnte dennoch erspähen, dass Winterscheidt nicht nur redaktionell in seinem Magazin auftaucht, sondern in mindestens einer bezahlten Anzeige auch als Werbe-Model. "JWD" erscheint mit 200.000 Auflage zum Preis von 4,40 Euro, geplant sind zehn Ausgaben pro Jahr.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"Bild" wertet "Die richtigen Fragen" mit Nikolaus Blome als Moderator auf.

Bild wertet seinen wöchentlichen Talk "Die richtigen Fragen" auf und schickt Vize-Chef Nikolaus Blome als Moderator ins Studio. Anna von Bayern bleibt Co-Moderatorin, Ali Aslan tritt ab. Erster Gast am Montag nach dem Relaunch mit "frischem Studio-Design" ist Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Ein Kommentar zu Beginn um 8 Uhr soll das Thema des Tages künftig in den Mittelpunkt stellen. "Bild" hat sein Live-Format inzwischen mehrfach überarbeitet.
per Mail, turi2.tv (3-Min-Video)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Bild"-Mann Kai Weise relauncht "Die richtigen Fragen".

Streamingdienst Deezer: Wie aus Daten ein Musik-Programm wird.


Team Stream aus Berlin: Mitten in der Hauptstadt entsteht ein Musik-Programm für Millionen. Der französische Streamingdienst und Spotify-Konkurrent Deezer beschäftigt hier Mitarbeiter, die Playlists basteln. turi2.tv guckt Musikredakteurin Simone Schiborr mit der Kamera über die Schulter: Die Musik-Wissenschaftlerin schaut auf ein Meer aus Daten – und baut daraus neue Programme. Content-Chef Richard Wernicke sagt: "Man muss den Konsumenten bei dem Übermaß an Titeln an die Hand nehmen."

Redakteurin Simone Schiborr tut das jeden Tag. Sie pflegt etwa eine "Neue Hits"-Playlist, der mehr als 5,5 Mio Fans folgen. Besonders beliebt auch: Die Liste mit den besten Deutschrap-Titeln. Schiborrs persönlicher Favorit ist ihre Chill-Out-Playlist. Gerade weil Musik so persönlich ist, braucht es ein individuelles Angebot. Nutzer zahlen monatlich 10 Euro, eben weil sie genau das bekommen, was sie mögen, sagt Richard Wernicke: "Man macht Hörer zu Kunden, indem man ihnen ein maßgeschneidertes Angebot liefert."

Deezer macht den eigenen Redakteuren aber zunehmend Konkurrenz durch eine selbst entwickelte, lernende Technologie. "Flow" heißt die Playlist, die Nutzern ihre Lieblingsmusik automatisch auswählt. "Der Algorithmus bietet jedem Nutzer eine maßgeschneiderte, endlose Playlist – basierend auf den jeweiligen Hörgewohnheiten", erläutert Wernicke. Je mehr ein Nutzer also liked, disliked und weiter schaltet, desto schlauer wird der Algorithmus – und anders ausgedrückt: desto weniger werden menschliche Redakteure benötigt.
turi2.tv (6-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Heimat-Werber Matthias Storath: "Marken werden wichtiger, je orientierungsloser wir sind."


Orientierungsmarken: "Definitiv ist die Marke die wichtigste Erfindung im Bereich der Kommunikation aller Zeiten", sagt Matthias Storath im Interview mit turi2.tv. In Zeiten zunehmender Orientierungslosigkeit werden Marken zur Orientierung immer wichtiger, ist der Geschäftsführer Kreation der Werbeagentur Heimat Berlin überzeugt. Das gilt auch für die FDP, für die Heimat Berlin 2017 Wahlwerbung gemacht hat: "Wir haben immer gesagt, wir machen keine politische Werbung, sondern wir behandeln die Partei als Marke." Trotzdem hat Wahlwerbung ihre eigenen Gesetze: "Sie müssen viel, viel schneller sein, Sie müssen agiler sein, sie müssen auf aktuelle Situationen reagieren können", sagt Storath. Außerdem müssen Werber und Marke zulassen, dass sich Menschen mit der Werbung beschäftigen und darauf reagieren.

Längst findet Werbung heute nicht mehr nur auf einem Kanal statt: "Wenn ich eine Plakatkampagne mache, kann ich nicht außer acht lassen, dass es digitale Kanäle gibt", sagt Storath. Im Idealfall ist die Plakatwerbung so interessant, dass die Leute in der digitalen Welt darüber sprechen. Online wird immer mehr Werbung auf Basis von Daten durch direktes Targeting der Kunden ausgespielt. An der Beziehung zwischen Markenkunden und Agenturen ändert sich daurch wenig, sagt Matthias Storath. "Abverkaufswerbung der Art 'das richtige Produkt zur richtigen Zeit' gab es schon immer" - nur eben nicht in Echtzeit und so individualisiert wie heute.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Marketing-Chefin Sabine Eckhardt: "ProSiebenSat.1 ist kein Gemischtwarenladen."

"Wir sind weiß Gott kein Gemischtwarenladen."

Sabine Eckhardt, Marketing-Chefin von ProSiebenSat.1, erklärt im Interview mit turi2.tv, dass sie Online-Geschäfte mit Sex-Toys, Erlebnis-Geschenken und Dating-Plattformen nutzt, um den "Datenschatz" all dieser Unternehmen zu heben.
turi2.tv (4-Min-Interview auf YouTube)

"Ich bin extrem genervt" – Wie "Cosmopolitan"-Chefin Anja Delastik mit Frauen-Klischees aufräumt.


Schön und schlau: Anja Delastik, Chefredakteurin von Bauers Starke-Frauen-Magazin Cosmopolitan, vergibt in Wiesbaden den Beauty-Award Prix de Beauté und offenbart im Interview mit "Horizont" und turi2.tv ein Sendungsbewusstsein, das über den schönen Schein hinausgeht. Bei "Cosmo" habe sie die Möglichkeit, Frauen zu erreichen und deren Leben positiv zu beeinflussen. Von Frauen-Magazin-Klischees, etwa dass Frauen immer schön und verführerisch sein müssten, will die Chefredakteurin jedenfalls nichts hören. "Das nervt mich extrem", sagt Delastik über Vorwürfe, "Cosmo" & Co würden ein antiquiertes Frauenbild vertreten.

"Wir machen genau das Gegenteil", so Delastik, "Cosmopolitan" stehe schon immer für Empowerment. Für ihre Mitarbeiterinnen – und auch den einen Mann in ihrer Redaktion – legt sie gar die Hand ins Feuer: Sie alle bezeichnen sich sehr gerne als Feministen.

Schöne Optik und schlaue Gedanken bringt Delastik problemlos unter einen Hut: "Beides ist wichtig", sagt die Chefredakteurin, macht aber einen Unterschied: Natürliche Schönheit ist in ihren Augen keine "Errungenschaft". Sein Äußeres könne dagegen jeder pflegen, genauso wie seinen Verstand. Mode und Beauty sind für die schöne "Cosmo"-Chefin Teil der Kommunikation.
turi2.tv (4-Min-Interview auf YouTube)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Bauer-Manager Jörg Hausendorf öffnet sein Kosmetik-Schränkchen.

Jörg Hausendorf öffnet sein Kosmetik-Schränkchen.


Beauty-Beichte: Jörg Hausendorf, Konzerngeschäftsleiter der Bauer Media Group, zeigt sich bei der Verleihung des Prix de Beauté als Early Adopter in Sachen Männer-Kosmetik. Der Zeitschriftenmanager gibt im launigen Video-Interview von Peter Turi Einblick in seinen Kosmetik-Kanon und berichtet über die Tiegel und Tuben, die er jeden Tag öffnet, um frisch und faltenfrei zu bleiben. "Das beginnt in der Früh mit einer Anti-Müdigkeits-Creme", sagt der frühere Bundeswehr-Offizier. Auch Knie und Ellenbogen versorgt er mit Lotionen, "wenn die zu rau werden". In Sachen Kosmetik bestätigt Hausendorf dem Durchschnittsmann aber noch Nachholbedarf, das "zeigen schon die nackten Zahlen".

Beim Prix de Beauté in Wiesbaden dominieren am Montagabend denn auch die Damen und die für sie gemachten Kosmetik-Produkte. Jörg Hausendorf erklärt die Strategie des Hamburger Zeitschriften-Hauses, das die Preise vergibt: "Wir verfolgen seit 2008 das Prinzip, alle Frauenzielgruppen aus einer Hand anbieten zu können." Der Kauf der Münchner Blätter "Cosmopolitan", "Shape" und "Joy" sei ein wichtiger Schritt gewesen. Die Übernahme des Luxus-Titels "Madame" Ende 2017 runde das Bauer-Portfolio nach oben hin ab.

Hausendorf sieht Kosmetik-Werbung in Print am besten aufgehoben: Print sei Aufmerksamkeits-, Entspannungs- und Vertrauensmedium. Beauty-Hersteller, die Marken aufbauen wollten, brauchten Print. Zeitschriften bereichern das Leben der Frauen, so Hausendorf.
turi2.tv (4-Min-Video)

"Testosteron ist nicht der beste Ratgeber": Julia Becker und Katarzyna Mol-Wolf im Doppel-Interview.


Erbin trifft Gründerin: Funke-Verlegerin Julia Becker und "Emotion"-Macherin Katarzyna Mol-Wolf bilden eine bislang unbekannte Allianz. Newcomerin Becker lässt sich von Mol-Wolf beraten und Mol-Wolf fühlt sich inspiriert von Beckers Ansichten. Zusammen schauen sie sich in Berlin den Steven-Spielberg-Film "Die Verlegerin" an. turi2.tv bittet die verlegerischen Freundinnen vorher vor die Kamera. Und lernt: "Frauen fallen Kooperationen leichter, weil es ihnen mehr um die Sache geht."

Für Julia Becker hat das Frau-Sein viele Vorteile. Statt Imponiergehabe stehen Lösungen im Vordergrund, wenn Frauen am Ruder stehen. Sie fühlt sich gut aufgenommen: "Mit mir verbindet man Begriffe wie weiblich, jung, modern, wobei jung auch nicht mehr so stimmt." An dieser Stelle hakt Mol-Wolf ein und schmeichelt: "Ich finde schon: jung!" Die beiden Top-Medienfrauen verstehen sich prächtig, was mögliche künftige Kooperationen ihrer Verlage denkbar macht. Becker jedenfalls sagt: Nur durch neue Allianzen und Kooperationen können sich Medien auch künftig noch ihre Unabhängigkeit leisten.
turi2.tv (7-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Das komplette 20-Min-Gespräch der beiden Verlegerinnen ungeschnitten:

Eine Redaktion, zwei Marken: Wie "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" im gemeinsamen Newsroom entstehen.


BoulevaRegionalzeitung: DuMont hat in Berlin eine ungewöhnliche Redaktion etabliert. Ein gemeinsames Team erstellt das Abo-Blatt "Berliner Zeitung" und den Boulevard-Titel "Berliner Kurier". Chefredakteur Jochen Arntz zeigt in der turi2.tv-Videoreportage, wie das funktioniert. Nach Personal-Abbau und vollzogener Vereinigung kündigt er neue Bezahl-Apps und Newsletter an.

150 Mitarbeiter zählt die Redaktionsgemeinschaft, ansässig direkt an der alten Zonengrenze zwischen Kreuzberg (West) und Mitte (Ost), geleitet die vom Dreigestirn Arntz, Elmar Jehn und Thilo Knott. Arntz verschweigt nicht, dass die Zusammenlegung keine Liebeshochzeit war. Eine Redaktion müsse "wirtschaftlich sein", sagt er, was so viel heißt wie: Auf dem turbulenten Berliner Zeitungsmarkt war Sparen angesagt. Viele Mitarbeiter mussten im Zuge der Zusammenlegung gehen. Arntz versucht es positiv zu nehmen: "Wir haben eine Redaktion neu aufbauen können - von der Technik und den Arbeitsabläufen her."

Im Alltag gibt es nun gemeinsame Ressorts, aus denen sowohl lange "Berliner Zeitung"-Stücke wie auch knallige "Kurier"-Schlagzeilen kommen – für die Zeitungen und die digitalen Kanäle. Arntz sagt, dass alle voneinander profitieren, fügt jedoch hinzu: "Wir haben unsere Dinge zusammen geworfen, wissen aber auch, wann wir sie wieder trennen müssen." Anders gesagt: Der "Kurier" beschäftigt sich häufiger mit den Schönheiten des weiblichen Körpers, die "Berliner Zeitung" widmet sich den schönen Künsten eher im Feuilleton.

Trotz aller Unterschiede startet der Berliner Newsroom nun auch gemeinsame Produkte. Ohne großen Rummel kam Ende 2017 die App Best of Berlin in die Stores. Sie bereitet täglich zehn Themen in anspruchsvoller Mobil-Ansicht auf; nach 30 Testtagen kostet sie 4,99 Euro. Arntz linst wie die Kollegen vom "Tagesspiegel" auf die Zielgruppe der Entscheider. Er sieht noch Potenzial für neue Spezial-Bezahlangebote, wie etwa Newsletter.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Auch bei turi2.tv: Jochen Arntz zeigt die Sonderausgabe der "Berliner Zeitung" zum Mauer-Jubiläum.