Video-Tipp: Kerstin Pape kurbelt für Otto das Online-Marketing an.

Video-Tipp: Otto hat keine Berührungsangst und steckt sein Marketing-Budget allen großen Netz-Giganten zu. "If you can't beat them, join them", sagt Onlinemarketing-Chefin Kerstin Pape im Videointerview von turi2.tv und "Horizont". Ganz pragmatisch erläutert Pape: Sie investiere ihr Geld dort, wo sie die beste Wirkung erreicht.
(Interview von Ingo Rentz)
youtube.com (9-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

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Lea Bauer bringt durch Udemy die Volkshochschule ins Internet.


Digitale Dozenten: Udemy bringt als Lern-Plattform den Volkshochschul-Gedanken ins Netz – Ex-Google-Mitarbeiterin Lea Bauer baut das Geschäft in Deutschland auf. Dozenten stellen selbst produzierte Videos online und versuchen, Studenten zu finden. Udemy bleibt als Plattform im Hintergrund und kassiert Provisionen für verkaufte Kurse. Im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" erklärt Bauer, wie André Agassi sogar Tennis online lehrt.

Udemy gibt die Verantwortung für Inhalte voll an die Dozenten. Sie könnten selber entscheiden, welche Themen zeitgemäß sind, sagt Bauer. Ein richtiges Zeugnis gibt es am Ende nicht: "Wir legen nicht viel Wert auf Abschlüsse und Zertifikate, weil wir denken, dass lebenslanges Lernen das Wichtigste ist in unserer Generation." Kurse gibt es inzwischen in 80 Sprachen, 15 Mio Nutzer sind angemeldet für Seminare zum Programmieren, Sauerteigbrote backen oder eben Tennis spielen. Online-Konkurrenz gibt es längst reichlich: Hochschulen stellen Kurse online, LinkedIn Learning bietet Videos und Udacity ist die Star-Onlineuni aus dem Silicon Valley.
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Malte Ubl von Google will mit AMP-Seiten auch Shopping schneller machen.


Internet-Rocker: Der Deutsche Malte Ubl gehört zu den Top-Google-Leuten im Silicon Valley – und erscheint im Iron-Maiden-Shirt zum Videointerview. Das passt: Mit seinen schnell ladenden AMP-Seiten rockt Ubl die Geschwindigkeit im Netz. Und der Entwickler ist stolz: "Es sind alle glücklich damit, wie es funktioniert." Innerhalb eines Jahres haben zahlreiche Verlage ihre Seiten durch AMP beschleunigt. Ein großer Fokus liegt jetzt darauf, Shopping-Seiten schneller zu machen.
(Interview von Ingo Rentz)
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Refinery29-Gründer Philippe von Borries zweifelt an Digital-Dominanz.


Digital ist nicht total: Der Deutsche Philippe von Borries ist einer der spannendsten Mediengründer in New York – Refinery29 entwickelt sich zu einer globalen Digitalmarke für junge Frauen. Im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" gibt sich der Startup-Gründer zugleich als Digital-Skeptiker. Veranstaltungen im "echten Leben" seien ausschlaggebend für die Stärke einer Marke. Und über Deutschland trifft er eine überraschende Aussage: Die Dominanz von Print bleibt.

Deutschland hängt nach seiner Beobachtung Digital nicht zurück. Die Relevanz des Gedruckten sei einfach viel stärker. Deutsche würden sich in Magazine "embedden" – den meisten Amerikanern sei das fremd. Der deutsche Markt bleibt für von Borries deshalb kompliziert. Refinery29 versucht, sich – auch mit dem deutschen Ableger – durch unkonventionelle Themen abzuheben: eine Vagina-Woche oder eine Aktionswoche zur weiblichen Periode gehören zum normalen redaktionellen Programm.
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heftig.co-Erfinder Peter Schilling baut virale Erfolge am Fließband.


Wenn Sie das lesen, werden Sie weinen: Peter Schilling ist der Viral-Papst aus Potsdam – der Erfinder des Reichweiten-Wunders heftig.co baut immer neue Social-Media-Medien. Sein Team erreicht monatlich alleine 1 Mrd Video-Views bei Facebook, verrät er im Videointerview von turi2.tv und "Horizont". Die Taktik seiner inzwischen 70 Köpfe zählenden Media Partisans: "nicht zu viel posten und dafür nur die besten Inhalte".

Schilling erklärt im Interview, dass sein Team wie eine Redaktion arbeite: Inhalte finden, verifizieren und auch verwerfen – obwohl niemand der Truppe aus dem klassischen Journalismus kommt. Alles ist auf Wachstum ausgelegt: Nach heftig.co im Jahr 2014 entstand das Lifehack-Portal Geniale Tricks, die Gesundheits-Seite Gut für dich, dann Tierfreund und die Koch-Seite Leckerschmecker. In vielen anderen Ländern gibt es analoge Angebote – inzwischen 43 Projekte weltweit.

Seit Ende 2016 gehören die Media Partisans zu Funke und wagen sich jetzt auch an aktuelle Themen: Starzoom ist ein Promi-Portal mit redaktionellem Anspruch und Killer-Potenzial für "Bunte", "Gala", "Intouch" und Promiflash.
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Adblock-Plus-Chef Till Faida will auch das mobile Universum beherrschen.


Der Werbeschreck macht weiter: Till Faida gibt sich im Videointerview gewohnt kampfeslustig. Der Chef des Adblock-Plus-Anbieters Eyeo sieht noch ganz viel Potenzial, Werbung auch auf Handys zu blockieren. "Viele Nutzer wissen noch gar nicht genau, dass das geht", sagt Faida. Er selbst sieht die Lage natürlich weitaus undramatischer: Adblock Plus helfe Publishern und Nutzern, ein Online-Finanzierungsmodell zu finden.

Faida umgarnt: "Jeder der mit uns zusammenarbeitet, verdient am Ende deutlich mehr Geld." Mit einem Komitee will er akzeptable Werbung definieren, die Mitglieder des Gremiums sind noch geheim. Die Idee biete signifikanten und messbaren Mehrwert. Wer das nicht kapieren mag, dem setzt Faida lächelnd die Pistole auf die Brust: Rechtsstreite will er gerne auch bis zum Bundesgerichtshof austragen – eine klare Kampfansage an Springer, "Spiegel" und viele andere Verlage.
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Yvonne Beister geht im "Bild Brand Studio" auf Herz- und Hirn-Jagd.


Werbung auf die subtile Art: Yvonne Beister leitet das Bild Brand Studio – eine Einheit bei Springers Boulevard-Haubitze, die Anzeigen in Form von Artikeln gestaltet. Native Advertising heißt der heiße Scheiß der Online-Werbung. Und auch Yvonne Beister steht im Videointerview unter Feuer: "Native kann, was klassische Werbung nicht kann: ins Herz und ins Hirn der Kunden vordringen." Nutzer schauen ihre Werbe-Inhalte im Schnitt 1:43 Minute an – freiwillig.

Die frühere "Bild"-Redakteurin denkt als Werberin weiter wie eine Journalistin: "Nur die Kernkompetenz, die ich als Journalistin habe, stelle ich zur Verfügung für starke Marken." Gute Geschichten zu erzählen, sei Kerngeschäft im Journalismus wie auch in der Werbung. "Bei unseren Geschichten steht aber nicht das Produkt im Mittelpunkt, sondern die Zielgruppe", sagt Beister. Die Botschaft der Marke tauche nur "ganz subtil" auf.
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"Miss"-Macherin Monika Affenzeller verkauft Print besser dank Social Media.


Wiener Webweiber: Die Zeitschrift Miss aus Österreich entscheidet sich 2013 zum Strategie-Wechsel – und rückt Social Media ins Zentrum. Chefredakteurin Monika Affenzeller hat seitdem ein Luxusproblem: viele Fans auf Facebook plus steigende Print-Abos fürs Heft. Sie sagt im Videointerview von turi2.tv und "Horizont": "Social Media ist ein Segen für jede Medienmarke." Die Zukunft der Werbung sieht sie im Native Advertising.

Affenzeller bezeichnet die sozialen Kanäle als "unseren großen Marktplatz". Von den 420.000 Facebook-Fans erfahren manche erst durchs Internet, dass es ein Heft gibt. Ihr Team beim Medienhaus Styria fährt deshalb auf mehreren Gleisen Vollgas und teilt Inhalte auf: viel "Lean-Back-Material" für Print und schnelle Sachen fürs Netz – auf Facebook feuern sie im Stundentakt neue Postings raus. In der App gibt es viele Videos. Wichtig: "Alles hat eine optische Klammer" und überall versucht die Marke als "beste Freundin" zu agieren. Nervige Diättipps sind deshalb auf allen Kanälen tabu.
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"Bild"-Verlagschefin Donata Hopfen will Vollgas bei Video geben – und in Print.


Digital first, Print firster: "Bild"-Verlagschefin Donata Hopfen bekennt sich zur Alles-Oder-Nichts-Strategie. Die dicke Kohle fließt ins Digitale, doch "die Zeitung wird weiter Meinung machen", ist sich Hopfen sicher. Im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" bläst sie auch zum großen Angriff auf die Fernseh-Branche: "Wir haben nichts zu verlieren."

Hopfen will aus "Bild" keinen Fernsehsender machen, weil Bewegtbild im Netz keinen Sender mehr brauche. Dieser Umstand macht Experimente möglich – ohne Rücksicht auf Verluste. Weil die Marke "Bild" mit Fernsehen nie etwas zu tun hatte, könne Video auch keine Umsätze kannibalisieren. Für die Redaktion bedeutet das eine Art Freifahrtschein zum Ausprobieren.

Beim Ausprobieren stößt Hopfen persönlich manchmal an ihre Grenzen. Mit Twitter ist sie nie warm geworden und Snapchat kapiert sie nur mit Hilfe ihrer Teenager-Patenkinder. "An einige Sachen muss ich mich ein bisschen gewöhnen. Da merke ich, dass ich älter werde", sagt Hopfen im Video. Vielleicht auch deshalb kehrt sie zurück zu Bewährtem: Frau "Bild"-Boss ist glückliche Neu-Abonnentin vom "Handelsblatt".
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Andrew Bosworth sieht im Giganten Facebook immer noch das kleine Startup.


The Boz is talking: Andrew "Boz" Bosworth gehört zu den klügsten Köpfen von Facebook – und ist der Erfinder des Newsfeed. Inzwischen ist er als Vice President des Werbegeschäfts voll aufs Geldverdienen fixiert. Im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" erzählt der Ex-Dozent von Mark Zuckerberg, wie Facebook bis heute ein hungriges Startup bleibt. Ob der Social-Media-Gigant ein Medienunternehmen ist, will er nicht beantworten.

Bosworth macht stattdessen kräftig Werbung für die Wirkung von Facebook. Von 3,6 Mio kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland seien 1,2 Mio auf Facebook vertreten. Anzeigen zu kaufen ist laut Bosworth aber kein Muss. Unternehmen könnten bereits erfolgreich sein, wenn sie Zeit in Facebook investieren. 65 Mio Unternehmen sind mit einer Seite vertreten, nur 5 Mio schalten Werbung.
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Tarek Müller will mit dem Mode-Shop About You Bedürfnisse wecken.


Innenstadt-Feeling im Netz: Tarek Müller, Geschäftsführer der Otto-Tochter About You, will sich mit seinem Online-Mode-Shop von den "durchklickbaren und durchsuchbaren Lagerhallen", wie er Amazon und Zalando nennt, abheben. Beim Klamotten-Kauf gehe es um "Bedarfsweckung, nicht um Bedarfsdeckung", sagt Müller im Interview mit turi2.tv und "Horizont" beim Online Marketing Rockstars Festival. Um bei seinen Kunden das Gefühl vom Einkaufsbummel zu erzeugen, setzt er auf Personalisierung und Inspiration.

Dafür begrüßt sein Online-Shop die Kunden mit Namen und persönlichen Empfehlungen - und liefert ganz viel Content, etwa zu Stars und Mode-Trends. Bei der Eigenwerbung gönnt sich Müller einen bunten Mix: "Es gibt keinen Kanal, der isoliert funktionieren würde", sagt der Online-Händler und gibt seine Werbe-Euros im TV, in den sozialen Medien, auf Vergleichsportalen und bei Influencern aus.
youtube.com (11-Min Video im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Sascha Pallenberg will bei Daimler die Zukunft der Mobilität definieren.


Pallenberg macht mobil: Sascha Pallenberg sieht sich in seinem neuen Job in der Unternehmenskommunikation von Daimler nicht als Autoverkäufer. "Daimler verkauft keine Autos, das macht Mercedes", sagt der ehemalige Tech-Blogger im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" beim Online Marketing Rockstars Festival. Stattdessen will er mit Daimler die Mobilität der Zukunft definieren und nennt Schlagworte wie "mobility as a service" und Elektrifizierung. Content Marketing will Pallenberg das nicht nennen. Er sieht sich eher in der Tradition von Kundenzeitschriften wie der "Apotheken Umschau" und fragt: "Ist das Content Marketing?"

Deswegen steht der Erfinder der Mobilegeeks auch weiter zu seiner Kritik am E-Plus-Portal Curved, dem er einst vorgeworfen hat, den Absender zu verschleiern. In seinem neuen Job will Pallenberg dagegen selbstbewusst unter der Marke Daimler kommunizieren. Die Marke stehe für "sehr, sehr starke Werte", sagt er und verspricht, "deswegen wird das auch überall drüber stehen".
youtube.com (7-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow
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interview2: Wie Andreas Heyden Fans für die Fußball-Bundesliga fängt.


Kickender Content: Andreas Heyden ist der Digitalchef der Fußball-Bundesliga – und ihr Internet-Außenminister. Für den Ligaverband DFL versucht er, mit Inhalten mehr internationale Fans fürs deutsche Ballspiel zu begeistern. Heydens Redakteure arbeiten mit Fachwissen und vielen Daten, um "spannende Inhalte aus jedem Spieltag zu generieren", erzählt Heyden im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" beim Online Marketing Rockstars Festival.

Die Bundesliga will vor allem in Nord- und Südamerika, China und Südostasien wachsen. Heydens drei Ziele: er will mehr Menschen erreichen, sie sollen Inhalte fleißiger teilen und sie sollen Bundesliga-Fußball auf wirklich allen Endgeräten finden, die sie nutzen. Seine Redaktionsteams müssen vor allem zwischen den Spieltagen und in der Winterpause kreativ sein, damit das digitale Interesse nicht abflacht. Die Bayern-Dominanz in der Liga ist, behauptet zumindest Heyden, kein Nachteil für das Medienprodukt Bundesliga.
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

interview2: Torsten Ahlers von Otto verbündet sich mit Ströer.


Deutsche Datenallianz: Der Werbekonzern Ströer und Shopping-Gigant Otto bündeln ihre Stärken. Ströer wirft dafür seine digitale Reichweite in den Ring – zum Konzern gehört u.a. t-online.de. Otto bringt die Daten von 25 Mio Online-Shoppern mit, erläutert Otto-Group-Media-Chef Torsten Ahlers. Im Videointerview beim Online Marketing Rockstars Festival spricht Ahlers über die Ambitionen des Otto-Konzerns, mächtig im Werbegeschäft mitzumischen.

Für Ahlers ist die Allianz mit Ströer ein Schritt dahin: "Alle Werbung wird in Zukunft datenbasiert ausgeliefert." Für ihn gehören Werbung und Daten traditionell zusammen. Schon vor 20 Jahren seien Otto-Katalog auf der Basis von Kundendaten verschickt worden. Die Datenmengen werden nur jetzt digitaler und immer größer.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), stroeer.comKommentieren ...

interview2: Digital-Chefin Eva Spundflasche will die "Brigitte" zu einer Marke transformieren.


Die Zeitschrift als Marke: Eva Spundflasche, seit Juli 2016 Digital-Chefredakteurin bei der "Brigitte", sieht Print, Online und Mobil nicht als Gattungen an. Stattdessen will sie ihr Magazin in allen Kanälen als Marke erlebbar wissen – auch in Veranstaltungen. Im Rahmen der Social Media Week in Hamburg berichtet Eva Spundflasche stolz, dass die "Brigitte" mittlerweile über alle Kanäle hinweg so viele Menschen erreiche, wie nie zuvor. Dabei falle jedoch auf: Während die Magazinleserin im Schnitt Mitte 40 sei, seien die Desktop-Leserinnen durchschnittlich jünger als 40 und die "Brigitte"-Konsumenten auf mobilen Geräten noch einmal jünger.

Das müsse ihre Redaktion stets bedenken, wenn sie Themen aufbereite, sagt Eva Spundflasche im turi2.tv-Interview im Anschluss an ihren Vortrag. Sie sehe aber keine Risiken sondern "nur Chancen" in den unterschiedlichen Altersgruppen auf verschiedenen Geräten: "Alle Daten, die mir helfen, den Leser zu erfassen, helfen mir rein inhaltlich betrachtet natürlich."
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interview2: Dennis Ballwieser verabreicht den Lesern der "Apotheken Umschau" die richtige Medizin.


Drucken, was reich macht: Dr. med. Dennis Ballwieser, Geschäftsführer des Wort & Bild Verlags, lockt mit der Apotheken Umschau Millionen Kunden in die Apotheke und verdient an jeder weitergegebenen Zeitschrift mit, denn die Apotheker bezahlen das Heft. Damit die Kunden immer wieder nach dem Magazin fragen, gibt Wort & Bild schätzungsweise 30 Mio Euro pro Jahr für Werbung aus. "Unsere Werbung wirkt nicht, weil wir viel Geld ausgeben", sagt Ballwieser im Interview mit Peter Turi am Rande des Deutschen Medienkongresses von "Horizont", "die Werbung wirkt, weil wir das Versprechen für den Apotheker und den Leser einlösen."

Bei knausrigen Apothekern argumentiert Ballwieser mit der Kundenbindung: Jeder Kunde, der nach dem Heft fragt, sei ein persönlicher Kontakt und komme zufriedener wieder. Dafür zwischen 50 Cent und 1 Euro zu zahlen, sei fair und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Kritiker mokieren sich gelegentlich über die "Rentner-Bravo" oder den "Stützstrumpf der Nation" - das ficht den promovierten Anästhesisten und gelernten Journalisten nicht an: "'Rentner-Bravo' ist für uns eigentlich ein Lob", schließlich war die "Bravo" in seiner Generation das Heft, das man gelesen haben musste.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2.tv)Kommentieren ...

interview2: Samsung-Manager Sascha Lekic sieht keinen Negativ-Effekt durch das Note-7-Debakel.


Das nächste Smartphone ist immer das Beste: Sascha Lekic, Samsung-Manager mit Verantwortung für IT und Mobile Communications bei Geschäftskunden, will keinen Negativ-Effekt auf die Marke Samsung durch das Debakel um den Taschen-Ofen Galaxy Note 7 erkennen - die Kunden seien auf andere Geräte aus dem Samsung-Reich umgestiegen, sagt Lekic im Video-Interview am Rande des Deutschen Medienkongresses in Frankfurt. Experten schätzen, dass das brandgefährliche Riesen-Smartphone den Konzern 1,2 Mrd Euro gekostet hat.

Lieber spricht der Manager über den Vorstoß des Konzerns in die virtuelle Realität. Anders als die Konkurrenz von Sony, Oculus und Co setzen die Koreaner nicht auf spezielle VR-Brillen, sondern auf eine Steck-Kombination aus VR-Gestell und Smartphone. "Ich glaube fest an die Demokratisierung der VR-Technologie", sagt Lekic und setzt auf ein "VR-Ökosystem", das einen niedrigen Einstiegspreis bietet. Einsatzmöglichkeiten sieht er vor allem im Marketing und schwärmt, "mit Virtual Reality wird das alles lebendig".
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)1 Kommentar

interview2: Bahn-Sprecher Jürgen Kornmann erklärt die digitale Medienzukunft im ICE.


Digitaler D-Zug: Die Deutsche Bahn rüstet ihre ICE zur Multimedia-Zentrale um. Ab dem 2. Quartal können Reisende gratis 50 Filme von Maxdome abrufen. Das bordeigene ICE-Portal wird erweitert um ein Bezahlangebot für Hörbücher und Spiele, sodass sie "deutlich im Umfang steigen", kündigt Sprecher Jürgen Kornmann im turi2.tv-Interview an. Das Kundenmagazin Mobil bekommt ein Update: Die G+J-Tochter Territory soll es "wesentlich digitaler" machen.

Print an Bord bekommt damit mächtige Konkurrenz – zumal seit Jahresbeginn alle ICE-Reisenden das kostenlose W-Lan nutzen können. Das Angebot kommt an: Bereits in der ersten Woche loggten sich eine halbe Mio Fahrgäste mit ihren mobilen Geräten ein. Gedruckte Zeitungen gibt es in der 1. Klasse weiterhin: "Wir werden an Print festhalten", sagt Kornmann. Das gelte ebenso für "Mobil" – auch wenn er im Interview vielsagend andeutet, "noch" sei der Titel mit einer Printausgabe vertreten.
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interview2: ZDF-Gesicht Martin Leutke krempelt die Kommunikation der Lufthansa um.


ZDF verleiht Flügel: Martin Leutke war das Gesicht der Sendung "Wiso" – seit Oktober steht er im Dienst der Lufthansa. Dort baut er die Kommunikation mit der Presse um. Sein Sprecher-Team kämpft wie eine klassische Redaktion mit dem Medienwandel. "Wir müssen die Geschwindigkeit mitgehen und das Tempo halten", sagt Leutke im turi2.tv-Interview auf dem Frankfurter Flughafen. Ihn habe die Neugier auf Neues unter die Schwingen des Kranichs getrieben.

Leutke und seine Leute bändigen jeden Tag die vielen Kommunikationskanäle. Die Lufthansa müsse auf allen Plattformen gleichermaßen präsent sein, sagt er. Mitarbeiter der Airline twittern und tippen klassische Pressemitteilungen in einem hochmodernen Newsroom, sie telefonieren und snappen, posten und füllen Medien für Mitarbeiter, die rund um den Globus unterwegs sind. Leutke profitiert von seiner ZDF-Erfahrung: Er weiß noch, wie man Kamerateams glücklich und sich Journalisten zum Freund macht.
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interview2: Telekom-PR-Chef Philipp Schindera erteilt Print eine Abfuhr.


Das Herz am digitalen Fleck: Philipp Schindera, Kommunikations-Chef der Telekom, bespielt mit seinem Team 24 Kanäle – von Zeitungen über die eigene Website bis zu Snapchat. Printmedien spielen eine immer kleinere Rolle, erzählt Schindera beim turi2.tv-Interview in Bonn. "Unser Produkt ist digital. Wir bringen den Menschen das Digitale nach Hause. Deshalb setzen wir konsequent auf digitale Inhalte." Ob das Marketing in fünf Jahren noch Print-Anzeigen schaltet? "Das wird sich zeigen", antwortet Schindera.

Die Telekom gucke sich Entwicklungen im Content Marketing "interessiert" an und schätze digitale Werbung, weil Kunden dort zielgerichteter angesprochen werden können. Auch Schindera beobachtet an sich, wie sein Alltag ganz selbstverständlich digital wird. Seine "TV Digital"-Zeitschrift, die zusammen mit der Telekom entsteht, nutzt er nur noch "sehr, sehr selten", weil elektronische Programmführer und Apps immer besser werden.
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interview2: FFH-Chef Hans-Dieter Hillmoth sieht das Privatradio in der Tutti-Frutti-Falle.


TV harms the Radio star: Hans-Dieter Hillmoth ist seit 1989 Chef von FFH und das Gesicht des Privatradios in Deutschland. Radio fasziniert ihn – Lästereien über die Privaten nerven. "Das private Radio ist viel besser als das private Fernsehen", sagt Hillmoth beim turi2.tv-Besuch im Funkhaus Bad Vilbel. Das Schmuddel-Image aus der Tutti-Frutti-Zeit schadet bis heute auch den privaten Hörfunkern.

Radio erfülle eine wichtige Rolle in den Regionen. FFH vollbringe in Hessen eine "integrative Leistung", berichte aus allen Landesteilen seriös statt reißerisch. Hillmoth, der ab Januar auch Aufsichtsrats-Chef des Vermarkters RMS ist, blickt auf ein gutes Werbegeschäft 2016 zurück. Dabei profitiere das Privatradio von der Tageszeitungskrise: Kunden schichteten Budgets um: von der Tageszeitung zum Radio.
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interview2: Filmproduzent Andreas Bareiss hofft auf Besserung bei Sat.1.


Problem-Produktion: Bei Sat.1 liegt Staub auf dem Glanz vergangener Tage. Produzent Andreas Bareiss hofft, dass der Sender 2017 im Filmbereich einen Sprung nach vorne macht. Ein Sender, der nur sechs oder zehn Filme im Jahr herstellt, sei für den Zuschauer nicht mehr wahrnehmbar, sagt der "Wanderhuren"-Produzent Bareiss im turi2.tv-Interview. Produzenten und Kreativen fehle Planbarkeit. Am 14. Februar läuft Bareiss' "Die Ketzerbraut" bei Sat.1.

Das jahrelange Sparen an Filmen hat aus Bareiss' Sicht eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt. Wenn ein Sender kaum noch wahrgenommen wird, sei er nicht in der Lage, gutes Programm zu platzieren. Auf die Frage, ob Besserung in Sicht ist, antwortet Bareiss vorsichtig: "Es wird anders." Das neue Team um die Fiction-Chefs Yvonne Weber und Stefan Gärtner habe den Willen, an die alte Qualität anzuknüpfen und Verlässlichkeit in den Markt reinzutragen.
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interview2: Dem Deutschlandradio stehen große Veränderungen bevor, sagt Intendant Willi Steul.


Das war erst der Anfang: Intendant Willi Steul kündigt tiefgreifende Reformen beim Funk-Flaggschiff Deutschlandradio an. Sein Nachfolger werde redaktionelle Abläufe ändern, stärker visuell und für Plattformen produzieren lassen, stellt Steul im turi2.tv-Interview in Aussicht. Er geht im Mai in den Ruhestand. In den vergangenen Jahren habe er einen Modernisierungsstau aufgelöst. Der neue Intendant müsse "den Zug in Fahrt bringen".

Steul ruft die Mitarbeiter von Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen auf, vieles in Frage zu stellen. Abläufe müssten sich grundlegend ändern, um Radio via Spotify und Podcast aufs iPhone zu bringen oder ein Visual Radio zu produzieren. Steul kritisiert, dass einige auf der Bremse stehen: "Nicht alle gehen mit dieser Leidenschaft an Veränderungen heran – das ist eine Aufgabe, die man intern zu bewältigen hat." Steul selbst will sich das aus der Distanz anschauen. Der Ethnologe und Historiker plant ein Buch über Dschingis Khan und ein Drehbuch zusammen mit seiner älteren Tochter.
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interview2: Sigrun Albert holt einen Hauch von Neuland nach Oberfranken.


Boomtown Bamberg: Die Mediengruppe Oberfranken buhlt um Startups. Verlags-Geschäftsführerin Sigrun Albert erklärt im turi2.tv-Interview, wie junge Gründer und ein altes regionales Medienhaus zusammenfinden. Albert will keine Rendite aus frischen Ideen rauspressen, sondern Geschwindigkeit in den Verlag bringen und ganz viel lernen. Der Journalismus funktioniere schließlich noch gut, "unsere Zeitungen sind unsere Cashcows".

Die Tochter MGO Digital Ventures investiert jeweils bis zu eine halbe Mio Euro und ist u.a. am Digitalbuch-Startup Blinkist und dem Shop Tausendkind beteiligt. "Wir wollen unser Portfolio erweitern und in Geschäftsfelder vordringen, die nicht eng mit unserer Tradition zu tun haben." Und wie geht es mit dem Lernen voneinander voran? Albert gibt zu, noch nicht zu wissen, wie sich Startup-Denke übertragen lässt. Die Gründer hätten auch nicht ständig Zeit, nach Bamberg zu reisen, um zu erklären, wie die neue Welt funktioniert.
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interview2: Nora-Vanessa Wohlert verwandelt mit Edition F weibliche Emotionen in Euros.


E wie erfolgreich: Nora-Vanessa Wohlert baut mit Susann Hoffmann ein vorbildliches Medien-Startup auf – Edition F ist seit 2014 die digitale Heimat erfolgreicher Frauen. Wohlert wundert sich im turi2.tv-Interview, dass große Verlage starke Frauen nur über Zeitschriften ansprechen. Was gut für Edition F ist: Konkurrenz gibt es kaum. Ab heute soll die Stellenanzeige 3.0 frisches Kapital in die Kasse spülen: In der neuen Jobbörse vermitteln Firmen über Fotos, Videos und Backstage-Blicke ein Gefühl für sich.

Gründerin Wohlert beschäftigt inzwischen 19 Menschen, finanziert von Risikokapital und laufenden Einnahmen. Ihr Erfolgsrezept lautet offiziell: ein passendes Thema haben, ein gutes Team aufbauen und sich selbst eingestehen, wenn was nicht läuft. In Wahrheit hat sie vor allem eines besser gemacht als andere gründende Journalisten: Wohlert wollte sich mit ihrer Partnerin Hoffmann nicht nur selbst verwirklichen, sondern von vornherein Geld verdienen und wachsen. Wohlert empfiehlt Gründern, im ständigen Austausch mit Nutzern und anderen Geschäftsführern zu bleiben – und offen zu sein für Kooperationen.
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interview2: Wirtschaftsinformatiker August-Wilhelm Scheer fordert Auto-Hersteller zur Zusammenarbeit auf.


Individuell, aber gemeinsam: Auto-Hersteller müssen sich auf eine neue Welle der Digitalisierung einstellen, sagt Professor August-Wilhelm Scheer am Rande des IT-Gipfels in Saarbrücken. Vor allem der Trend zur Individualisierung ändere sich, beobachtet der Wirtschafts-Informatiker. Ging es bisher darum, Produkte an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen - etwa die Konfiguration eines Autos nach Farbe, Ausstattung und Motorleistung -, seien es künftig eher die Dienstleistungen, die sich individuelleren lassen müssten.

Als Beispiel dient Scheer das Auto der Zukunft: Ein selbstfahrendes Vehikel, das der Nutzer auf Abruf vorfahren lässt, müsse bereits auf den Fahrer eingestellt sein, wenn es bei ihm ankommt. Das betreffe die Sitze und Spiegel genauso wie das Bordentertainment. Damit solche Features auch über Hersteller-Grenzen hinweg funktionieren, rät Scheer den Auto-Konzernen dringend zur Kooperation - andernfalls säßen bald Google oder Apple am Steuer von BMW, VW oder Mercedes.
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interview2: BMW-Marketingchefin Stefanie Wurst erreicht nicht mehr alle Menschen über Medien.

Jeder nach seiner Facon: Die Produkt-Palette von BMW wird breiter – und damit auch die Zielgruppe. Marketingchefin Stefanie Wurst erklärt im turi2.tv-Interview, wie sie welche Käufer erreicht: Bei den E-Auto-Modellen gibt sie überall kräftig Gas. Werbung für besonders teure Autos spielt sie hingegen oft nicht mehr über Medien, sondern über Events und Partner. "Das Budget geht häufig an der Verlagsbranche vorbei", sagt Wurst.

Die Fullspeed-Werberin glaubt fest an einen Siegeszug der elektrischen Mobilität. Während VW nun Kräfte dorthin verlagert, forscht und testet BMW seit Jahren. "Wir sind an einer Schwelle gelandet, wo das Thema E-Mobilität in die Breite geht", meint Wurst – auch wenn die Verkaufszahlen noch mickrig sind. Die neue Produktklasse ist nur einer von vielen Umbrüchen im BMW-Konzern. Auch selbst produzierte Medien spielen eine immer größere Rolle. Zum Medienhaus werde BMW aber sicher nicht. Inhalte seien Teil des Geschäfts, nicht der Kern.
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interview2: Otto-Chef Hans-Otto Schrader lockert das Hamburger Handelsimperium auf.


Kulturschock aus dem Katalog: Hans-Otto Schrader lüftet beim Hamburger Otto-Versand kräftig durch – nach 40 Jahren im Unternehmen will der Boss von 50.000 Angestellten nichts anderes als eine neue Kultur der Kooperation einführen. Der Vorstandschef propagiert Offenheit und macht sich selber locker, erzählt er im turi2.tv-Interview beim VDZ Publishers' Summit. Seine Kulturwandel-Workshops besucht er in Turnschuhen und Schlabber-Look.

Schrader glaubt, dass Verlage und Händler wie Otto vor den gleichen Herausforderungen stehen. Beide gehen mit Inhalten um, wollen Communitys bauen – und haben nicht zuletzt die gleichen Konkurrenten. Otto wetteifert mit Amazon, ist aber durch seinen Hermes-Versand zugleich Dienstleister. Journalismus will die riesig große Otto Group nicht selber machen, sagt Schrader. Im Datengeschäft sieht er aber ein entscheidendes Feld und nennt die Otto Group Media als zentralen Punkt, Erfahrung in Online-Vermarktung und Suchtechnologie aufzubauen.
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interview2: Jörg Quoos macht die Funke-Zentralredaktion zur Marke.


Raus aus dem Schatten: Jörg Quoos baut mit seiner Funke-Zentralredaktion Zeitungsseiten für alle Funke-Zeitungen von "Hamburger Abendblatt" über "WAZ" bis zur Zeitungsgruppe Thüringen. Seit gut einem Jahr arbeitet Quoos mit seiner Truppe unter Volllast und zeigt sich im Interview von turi2.tv am Rande des Publishers' Summit des VDZ zufrieden. "Es läuft viel besser, als ich es mir in den kühnsten Träumen habe vorstellen können", sagt Quoos und freut sich, dass es in Radio und TV immer häufiger heißt, "wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten".

Dass er damit in Konkurrenz zu den eigenen Zeitungsmarken am Kiosk tritt, glaubt er nicht. Fast alle Funke-Blätter haben sich seit dem Antritt der Zentralredaktion im Zitate-Ranking verbessert, und werden nun mit ihren eigenen Recherchen öfter zitiert, sagt Quoos. Der Chefredakteur glaubt an einen "zusätzlichen, sportlichen Anreiz" bei den Kollegen im Lokalen, es mit ihren eigenen Geschichten auch in die "Tagesschau" zu schaffen.
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interview2: Verlage sollen sich zusammenraufen, fordert Burda-Vorstand Philipp Welte.


Veni, vidi, Welte: Die deutschen Verlage müssen noch enger kooperieren, appelliert Burda-Verlagsvorstand Philipp Welte im turi2.tv-Interview von Peter Turi. In der Schlacht um schwindende Werbe- und Vertriebs-Millionen brauche es effizientere Strukturen, sagt Welte am Rande des Publishers' Summit des VDZ. Bei TV-Vermarktern, Mediaagenturen und im Digitalen gebe es "sehr, sehr große Einheiten" – nur die Verlage seien "hunderte Einzelkämpfer".

Welte erinnert daran, dass die stolze und traditionsreiche Verlagsbranche bald unter die 1-Mrd-Euro-Grenze ihrer Netto-Werbeumsätze fällt. "Diese Zahlen lügen nicht", sagt Welte, in dieser neuen Realität müssten sich Verlage verorten. Er glaubt nicht, dass auf diese Weise ein einheitlicher Apparat entsteht. Publizistisch brauche es Pluralismus, unternehmerisch mehr Effizienz durch Kooperationen. Welte ist zuversichtlich, dass sich die Unternehmen trotz des Streits um die Wahl von VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner gelingt.
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interview2: Klaus-Peter Frahm baut aus Ideen Medien-Produkte.


Vom Problem zum Produkt: Klaus-Peter Frahm versucht, aus wirren Ideen konkrete Innovationen für Medienhäuser herzustellen. Der Leiter Business Development bei der dpa-Tochter news aktuell kennt keinen Königsweg, möglichst schnell ein Produkt auf den Markt zu bringen. Unverzichtbar ist aber ein großes Selbstvertrauen, erläutert er im turi2.tv-Interview: "Das beste Produkt ist immer das Produkt, an dem ich gerade arbeite."

Frahm nennt als wichtigsten Schritt zur Lösung: Macher müssen Produktinnovation als komplexes System akzeptieren – und bewältigen. Er selbst beschäftigt sich derzeit mit der Frage, wie kleine Unternehmen und Vereine besser PR mit den Angeboten von news aktuell machen können. Mit einer Lösung namens Newsroom soll das gelingen.Kommentieren ...

interview2: Niddal Salah-Eldin hält die Facebook-Seite der "Welt" sauber.


Flotte Facebook-Truppe: Niddal Salah-Eldin räumt mit ihrem Team die Kommentar-Spalten der "Welt" auf. Trolle, Hetzer und Spammer bekommen es mit ihr zu tun. Seit zwei Jahren läuft das Projekt Rückeroberung der eigenen Facebook-Seite, erzählt sie im turi2.tv-Interview. Der stressige Job sei "nichts für zart besaitete Menschen".

Salah-Eldin erläutert, wie sich das Social-Media-Team "proaktiv und mit Haltung in die Facebook-Kommentarspalten gestürzt" habe. Die Redakteure sprechen mit Nutzern, rufen sie auch mal per Telefon an – und wenn gar nichts hilft, gibt es die rote Karte. Engagement sei wichtig: "Wenn man sich nicht um seine Community kümmert, wenn einem die Community selbst egal ist, braucht man sich nicht wundern, wenn die Stimmung verpestet ist."
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interview2: Ralf Gerhardt holt die ganz Jungen vor den Fernseher.


Der Sender mit der Maus: Ralf Gerhardt arbeitet seit 15 Jahren als Programmchef des deutschen Disney Channels. Kinderfernsehen reizt ihn, weil es "sehr ehrliches Fernsehen" ist, sagt er im Interview mit turi2.tv. Im Gegensatz zum TV-Programm für Erwachsene, "wo man sich manchmal unterbietet im Niveau", versuche er beim Kinderfernsehen immer, "ein gewisses Level zu wahren". Die jungen Zuschauer würdigen das mit Treue zum Medium Fernsehen: Telenovelas und Animationsserien gibt es beim Disney Channel zwar auch online auf Abruf, "aber der Treiber ist natürlich das Lineare."

Bis Anfang 2014 war der Disney Channel in Deutschland ein Pay-TV-Programm, das vor allem Mädchen geschaut haben. Mit dem Wechsel ins Free-TV hat sich der Sender inhaltlich breiter aufgestellt und richtet sich tagsüber nun an Kinder zwischen 3 und 13 Jahren. Abends bringt das Programm für Erwachsene Film-Klassiker oder Archiv-Serien, etwa die Gilmore Girls, Die Nanny, Friends oder Scrubs. Kein Nachteil, findet Ralf Gerhardt: Wegen des großen, unübersichtlichen TV-Angebots seien die Zuschauer froh, "wenn sie irgendwo einen Anker finden".
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interview2: Joachim Dreykluft treibt die Wollmilchsau aus der Redaktion.


Mehr Exzellenz wagen: Chefredakteur Joachim Dreykluft reißt das Bild vom digitalen Alleskönner ein – sein Flensburger Team von shz.de soll sich radikal spezialisieren. Eierlegende Wollmilchsau war gestern, sagt er im turi2.tv-Interview. Die Spezialisierung im Digitalen werde weitaus größer werden, als sie es bei der Zeitung ist.

Dreykluft mischt journalistisch auf allen Kanälen mit und sagt für die Zukunft voraus: "Lokaljournalismus wird da stattfinden, wo unsere Leser ihn haben wollen." Für ihn steht die Website im Fokus, viel Aufmerksamkeit schenkt das Team des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags auch der Verbesserung der Apps. Überall mitzumischen ist auch Dreyklufts Erwartung an seine Mitarbeiter: Egal, ob sie es privat ablehnen – beruflich erwartet Dreykluft von Journalisten eine Präsenz auf Facebook. Er sagt ihnen: "Ihr müsst euch als professioneller Journalist auf diesen Plattformen deswegen darstellen, weil eure Leser einen Anspruch haben auf diesen Rückkanal."
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interview2: Stahlhändler Gisbert Rühl erklärt Verlegern die Digitalisierung.


Skip the middleman: Gisbert Rühl bringt Startup-Atmosphäre in einen Stahl-Giganten – und ermutigt Kollegen aus der Medienbranche. Der Vorstandschef von Klöckner & Co beschreibt im turi2.tv-Interview die Vorteile von Kommunikation ohne Hierarchie. Mitarbeiter an 200 Standorten kommunizieren über ein internes Facebook. So vermeidet Rühl, dass Infos beim mittleren Management stecken bleiben.

"Die Mitarbeiter verfügen über den gleichen Informationsstand wie alle anderen Ebenen auch", sagt Rühl – deshalb setze sich das neue Arbeiten an der Basis durch. Nur die mittleren Führungsebenen bremsen, weil plötzlich über ihre Köpfe hinweg Informationen rauschen. Damit kann Rühl leben. Sein Motto: erst schnell, dann gründlich machen. "Wir fangen besser mit einer schnellen Lösung an und optimieren diese dann." Den Gedanken brachte er aus dem Silicon Valley mit – wo er auch Springers Executive Vice President Christoph Keese kennenlernte.
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interview2: AfD-Vize Alexander Gauland über "Lügenpresse".



Ganz neue Töne: AfD-Vizechef Alexander Gauland geht ungewöhnlich zahm auf die Medien zu und sieht den Begriff "Lügenpresse" kritisch. Journalisten würden "nicht in jedem Fall" die Unwahrheit schreiben und das sei auch nie gemeint gewesen, sagt Gauland im turi2.tv-Interview beim Zeitungskongress. Viele Journalisten hätten sich aber gemein gemacht mit der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel: "Das hat viele Menschen tief verunsichert und es hat sie entfremdet von den Medien."

Gauland lobt "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der im turi2.tv-Interview Fehler auch seiner Redaktion im Umgang mit der "Willkommenskultur" eingeräumt hatte. Trotz dieser Entwicklungen macht sich Gauland wenig Sorgen, dass ihm die Themen ausgehen: Mit grundsätzlicher Kritik an Eliten-Entscheidungen werde die AfD "immer eine sehr gute Marktlücke im Wählerpotenzial" finden. Gauland gibt aber zu, dass die AfD dazu auch die viel kritisierten Medien braucht: "Nur über den Resonanzboden der Medien erzielen sie gesellschaftliche Wirkung."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Interview di Lorenzo)Kommentieren ...

interview2: Christoph Pepper über 25 Jahre als Chefredakteur.


Multitasking in Minden: Christoph Pepper steht seit 25 Jahren an der Spitze des "Mindener Tageblatts". Im turi2.tv-Interview blickt er zurück auf eine Zeit, als es neben der Zeitung nichts gab. Heute müsse eine Person Print, Digital und viele Beiboote bespielen. "Ein Chefredakteur muss heute viel, viel mehr Bälle gleichzeitig in der Luft halten", sagt der 59-Jährige.

Pepper glaubt trotz kontinuierlich sinkender Auflage ans Gedruckte, sein "Tageblatt" verbreitet noch rund 30.000 Exemplare. Einige Leser werden noch lange bereit sein, ihr Geld für Gedrucktes auszugeben. Den Rückzug aus der Region beobachtet jedoch auch Pepper, der früher eine unter drei Lokalzeitungen machte und heute das letzte verbliebene Blatt. Monopolist sei sein Medium deshalb nicht: "Wir stehen in einem Wettbewerb mit vielen anderen Quellen und mit neuen Verhaltensweisen in der Mediennutzung."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

interview2: Manfred Sauerer steuert bei der "Mittelbayerischen" um.


Regensburger Redaktionsreform: Die "Mittelbayerische Zeitung" rückt Tische, Stühle und Köpfe, um immer mehr Plattformen und immer mehr Möglichkeiten zu bewältigen. Zwei Themen- und vier Produktverantwortliche bestimmen nun den Alltag im Newsroom, erläutert Geschäftsführer und Chefredakteur Manfred Sauerer im turi2.tv-Interview. Ressortchefs haben im aktuellen Geschehen weniger zu melden.

"Wir arbeiten so integriert, dass wir plattformunabhängig arbeiten und stattdessen Themen bearbeiten", sagt Sauerer. In der modernen Schaltzentrale halten zwei Verantwortliche die Fäden in der Hand. Sie steuern die Reporter, konzentrieren sich auf Themen und ihre Darstellung auf allen Plattformen. Ob das klappt, gucken vier Produktverantwortliche: jeweils einer für Zeitung, Website, mobile Plattformen und Social Media. Auch die Zeitung verliert Sauerer nicht aus dem Blick. Er glaubt, "über Gestaltung die Leute zum Lesen bewegen" zu können. Auch im wohlhabenden Süden seien Anzeigengeschäft und Lesermarkt unter Druck.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Umfrage Zeitungs-Zukunft)Kommentieren ...

interview2: Martin Heller lädt Zuschauer zur Livestream-Diskussion ein.


Social Live is live: "Das Spannende bei Periscope und Facebook Live ist die Interaktion mit dem User", sagt Martin Heller. Der Head of Video Innovations bei WeltN24 rät im turi2.tv-Interview, immer wieder aufzufordern, mitzudiskutieren, Meinungen zu schreiben. Manche Zuschauer wüssten gar nicht, dass der Live-Reporter Kommentare auf dem Bildschirm mitlesen kann. Die Interaktion könne manch zähen Livestream retten.

Bei Livestreams via Facebook oder Persicope erwarte der Zuschauer nicht die Perfektion wie beim Fernsehen, "vielleicht sucht er gerade nach Authentizität, nach Persönlichkeit", glaubt Heller. Viele Nutzer seien auch daran interessiert, "einfach mal dabei zu sein, wie der Journalist arbeitet", anstatt in den Abendnachrichten "in Zehn-Sekunden-Häppchen nur die wichtigsten Sätze zu bekommen". Und noch eine Prognose wagt Heller: "Ich glaube, dass Facebook in der Bemühung, YouTube als Video-Netzwerk den Rang abzulaufen, gerade eine ganz gute Arbeit macht."
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Heller über 360-Grad-Videos)

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