Michael Korbacher ist der Wolken-Mann bei Google.


Kampf um die Daten: Google stürzt sich voll hinein ins lukrative Geschäft der Datenspeicherung. Michael Korbacher ist Deutschland-Chef der Google Cloud und damit Chef-Angreifer der anderen Daten-Dienstleister Amazon und Microsoft. Korbacher beschreibt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv, warum Firmen ihr Herz und ihre Seele in die Wolke auslagern sollten. Und warum ihre erste Wahl dabei Google ist: "Wir sind eine Firma, die in der Cloud geboren wurde."

Korbacher wirbt mit dem Alleinstellungsmerkmal der vielen Innovationen von Google. Kaum ein Unternehmen versteht es besser, Daten zu strukturieren, zu durchleuchten und zu nutzen als der Suchmaschinen-Gigant. "Wenn ich heute ein Business starte, würde ich mir keine eigene Infrastruktur mehr aufbauen", sagt Korbacher beim Google Cloud Summit in München. Er wirbt um Vertrauen und verspricht absolute Sicherheit für vertrauliche Geschäftsdaten. Schließlich gebe es kaum ein Unternehmen, das sich so mit digitalen Sicherheitsvorkehrungen auskenne wie Google.
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Wie Mister-Spex-Marketingchef Jens Reich den Brillenkauf im Netz pushen will.


Digitale Sehstörung: Der deutsche Brillenhandel hat den digitalen Wandel noch vor sich. 95 % der Spekuliereisen gehen analog über die Ladentheke. Marketingchef Jens Reich ist beim Berliner Brillen-Versender Mister Spex deshalb vor allem "edukativ" unterwegs, wie er im Video von "Horizont" und turi2.tv sagt. Der größte Konkurrent von Mister Spex im E-Commerce ist nicht Fielmann, sondern die deutsche Digital-Zurückhaltung.

"Bei Online-Competitors bin ich relativ entspannt", sagt Reich. "Ich glaube sogar, dass wir uns gegenseitig befruchten können. Wir ziehen an einem Strang." Mister Spex geht einen hybriden Weg zwischen Onlinehandel und Kundenkontakt im analogen Leben: Online finden Kunden eine große Auswahl, in Berlin eröffnete vergangenes Jahr der erste von inzwischen sechs Läden. Brillenkäufer schätzen Beratung. Deshalb setzt Reich in der Werbung weniger auf Witz und Emotionen und versucht eher, ganz sachlich Kompetenz zu vermitteln.
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Parship-Werber Herbert Murschenhofer freut sich über Slogan-Klau.

Alle 11 Minuten ... klaut ein Kreativer eine Idee. Was manche ärgert, macht die Hamburger Liebes-Plattform Parship stolz. Marketingchef Herbert Murschenhofer erzählt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv, dass sogar eine Gewalt-gegen-Frauen-Kampagne seinen Slogan gerne kapern darf. "Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single ..." sei eine sehr sichere Aussage, meint Murschenhofer: "Ich würde es mich gar nicht anders trauen, unsere Justiziarin ist sehr strikt."

Murschenhofer fühlt sich gut gerüstet gegen die Macht der modernen Dating-Apps. Konkurrenten wie Tinder und Lovoo, deutet er an, bieten eher die schnelle Nummer. Das kostenpflichtige Parship lege den Fokus auf langfristige, ernsthafte Beziehungen. Dafür ist regelmäßige Frischfleisch-Zufuhr, also neue Mitglieder, nötig: "Größe ist bei einem Marktplatz-Modell wichtig. Je mehr Leute da sind, desto mehr Partnervorschläge können wir machen."
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Cornelia Holsten mahnt Influencer zu klarer Werbe-Kennzeichnung.


Schleichende Verbesserung: Cornelia Holsten kämpft gegen Schleichwerbung in sozialen Medien. Und die Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt sieht erste Erfolge: Influencer auf YouTube kennzeichnen Produktplatzierungen besser, sagt sie im Interview von "Horizont" und turi2.tv beim Bewegtbildgipfel in Düsseldorf. Sorgenkinder: Instagram und einige Werbungtreibende.

Einige Unternehmen verheizten Influencer ohne Rücksicht und Strategie. "Damit zerstören sie ein ganzes Marketing-Segment", sagt Holsten, die ab Januar als Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten zur Chef-Aufseherin wird. Ihr ganz persönlicher Tipp für die richtige Kennzeichnung: Das Hashtag #werbung an die erste Stelle setzen. "Das versteht jeder und würde im Zweifel auch jedes Gericht verstehen."
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Media-Chef Uwe Storch streut Ferreros Werbe-Millionen breiter.


Schoko auf allen Kanälen: Uwe Storch hat den süßesten Job der Branche. Der Media-Chef von Ferrero platziert Werbung für 28 Marken in deutschen Medien. Nutella, Duplo und die Ü-Eier sind seine "Kinder". Papa Uwe platziert sie immer seltener in teuren TV-Spots. Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv sagt der Print-Fan: "Wir versuchen heute, alle Medien zu nutzen." Eine kluge Verhandlungsposition, mit der er die Preise drücken kann. Kritisch merkt Storch an: "Wir kennen von allem den Preis, aber von wenigem den echten Wert." Storch persönlich hält sich von sozialen Medien weitgehend fern, weil er "vielleicht zu alt" dafür sei.
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Ulf Poschardt glaubt an Zeitungen, aber längst nicht an alle.


Survival of the bravest: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt glaubt an eine Bereinigung auf dem Zeitungsmarkt. Einige, die sich der Digitalisierung verweigern, werden verschwinden, sagt Poschardt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv. "Print wird bleiben, aber es wird nur das Allerbeste bleiben", sagt er beim best4-Event in Frankfurt. Und fordert von Kollegen harte journalistische Arbeit ein: "Damit macht man die Punkte und nicht mit Sonntagsreden."

Poschardt selbst liebt Analoges: Zeitungen, Bücher, alte Autos. Deshalb erfasse ihn eine "zarte Melancholie", wenn er auf die sinkenden Reichweiten der Zeitungen schaut. Der "Welt"-Chefredakteur verzagt aber nicht, weil das digitale Geschäft brummt, sondern fasst sich ein Herz. "Ich muss einfach arbeiten. Es geht nur um harte journalistische Arbeit", sagt Poschardt: "Ich versuche alles, was nicht schreiben und Journalismus ist, in meinem Alltag so klein wie möglich zu halten."
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Salus-Pharma-Chef Christoph Hofstetter kommuniziert digital direkt in die Apotheke.


Weißkittel-Kommunikation: Christoph Hofstetter kommuniziert auf einem höchst sensiblen Feld. Der Chef der Pharma-Firma Salus will seine Kunden gesund machen – und zugleich Geld verdienen. Die Digitalisierung verändert seinen Alltag, erzählt Hofstetter im Video-Interview beim International Health Forum. Online will er gezielt die wichtigsten Vermittler erreichen: Apotheken-Mitarbeiter.

Analoge Vermittler und Meinungsbildner, etwa Apotheker und Ärzte, sieht Hofstetter als wichtige Zielgruppe für seine Kommunikation. Werbung, die die Pharmaindustrie schalte, richte sich meist nur an Verbraucher und nicht an Apotheken-Mitarbeiter. Durch Online-Schulungen will er dem Problem beikommen. Dass Amazon die Apotheke ersetzt, befürchtet Hofstetter nicht: "Amazon müsste so viele Mitarbeiter einstellen, das wäre zu viel."
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Mediaplus-Chef Andrea Malgara weiß, wann Werbung wirkt.


Tutto bene: Andrea Malgara verzehrt sich nach guter Werbung – auch wenn sich die Branche wandelt. Der Mediaplus-Chef sagt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv, das Geschäft werde immer schöner und spannender. Malgara macht beim best4-Event in Frankfurt auch Zeitungs- und Magazinmachern Mut, mit einem einfachen Argument: "Die Größe der Anzeigen spricht für Print."

Malgara ist die Liebe zur Werbung buchstäblich in die Wiege gelegt worden. Er entstammt einer italienischen Medien- und Marketingfamilie, der Vater war Werbefilmproduzent. Schon damals sei Werbung nicht nur Emotion, sondern auch hartes Daten-Geschäft gewesen. "Mathematik ist keine Meinung", zitiert Malgara einen Merksatz. Will heißen: Fakten schlagen Gefühle und Geld fließt nur für Reklame, die wirklich wirkt.
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Andreas Arntzen trimmt die "Apotheken Umschau" auf digital.


Ein gesundes Geschäft: Andreas Arntzen führt seit 2016 den Wort & Bild Verlag, Heimat des Mio-Sellers "Apotheken Umschau". Der frühere Hockey-Nationaltorhüter spielt als Manager im Sturm: "Ein Unternehmen muss innovativ sein, um am Markt bestehen zu können", sagt der Hamburger mit Dienstsitz im beschaulichen Baierbrunn. Arntzen kündigt im Video-Interview beim International Health Forum an, das Geschäft rund um die "Apotheken Umschau" zu diversifizieren, zu digitalisieren und um Events zu ergänzen.

Arntzen, der einst das Datingportal Parship erfand, ist ein rastloser Geist mit Gründer-Gen. "Die heute 60- und 70-Jährigen sind deutlich digitaler geworden", sagt er vor der Kamera von "Horizont" und turi2.tv. Arntzens Ideen nehmen nach bald zwei Jahren im Amt nun konkreter Gestalt an. Sein Haus produziert nun Video und Virtual Reality – und will das komplexe Verhältnis zu den Apothekern verbessern: Sie kaufen dem Verlag die "Apotheken Umschau" und weitere Magazine ab, weil Wort & Bild durch Werbung die Erwartung aufbaut, dass Kunden das Heft überall gratis erhalten.
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Eckart von Hirschhausen kämpft als Magazin-Maskottchen gegen das "digitale Gift fürs Gehirn".


Aus Liebe zum Lesen: Arzt-Entertainer Eckart von Hirschhausen wird für Gruner + Jahr zum Magazin-Maskottchen. Nach "Barbara" und "Joko" wird "stern Gesund Leben" unter Hirschhausen zu einer Zeitschrift mit Gesicht. Am Rande des Print-Events best4 in Frankfurt erzählt der frühere Kinderneurologe, warum das für ihn ein persönliches Projekt ist. Hirschhausen kämpft fürs Gedruckte. "Print bietet eine sinnliche Qualität", sagt er im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv. "Digitale Geräte sind Gift für unser Gehirn."

Hirschhausen schreibt schon länger Kolumnen für "stern Gesund Leben" und übernimmt die Zeitschrift nach dem Relaunch als eine Art Co-Chefredakteur. Er will Editorials schreiben, Interviews führen und Selbstversuche machen. Wegen des ersten Versuchs erscheint Hirschhausen zum Interview ohne Frühstück im Bauch. Dafür spricht er umso leidenschaftlicher über geistige Nahrung. Der Print-Fan sagt: "Was man schwarz auf weiß besitzt oder auch schön gestaltet in bunt, hat nach wie vor eine andere Wertigkeit."

Der promovierte Mediziner, Autor und Entertainer beobachtet mit Sorge, wie der zunehmende digitale Konsum uns verändert: "Die Aufmerksamkeitsspanne wird kürzer. Wir gewöhnen uns an eine Taktung und Beliebigkeit in der Informationsaufnahme, so wie beim Chips essen: immer reingreifen und ständig was vor sich hin fressen. Aber das tut keiner Seele gut, auch nicht unserem Hirn."
turi2.tv (4-Min-Interview auf YouTube), turi2.de (Background "stern Gesund Leben"), turi2.de (Background "Joko")Kommentieren ...

Manfred Braun versprüht gute Laune: Der Funke-Chef glaubt an eine große Zeitschriften-Zukunft.


Ein Braun wie ein Baum: Manfred Braun liebt nicht nur Zeitschriften, sondern auch (selbst)lobende Worte. Der Funke-Chef hält beim VDZ Publishers' Summit eine motivierende Rede – und begründet anschließend vor der Kamera von turi2.tv und "Horizont", warum es der Branche blendend geht. Braun sagt: Technologische Veränderungen ändern nichts am Berufsfeld des Journalismus. "Journalismus als Treibriemen für die menschliche Gesellschaft und Kommunikation wird nicht in Kürze vorbei sein."

Braun frotzelt streitbar über Early Adopter und Freaks, die glaubten, mit Technologie ändere sich die Welt. "Nein, die Menschen sind seit 2.000 Jahren nach den gleichen Grundwerten ausgerichtet. Die Verkleidung ändert sich etwas", sagt Braun – sicher eine umstrittene These. Braun sorgt sich überhaupt nicht um die Zukunft der Zeitschriften. Nur Nachwuchs brauchten die Redaktionen dringend: "Wir müssen sehen, dass wir mehr junge Talente bekommen, denn die müssen die Geschichten für ihre Generation erzählen."

Ein bisschen mehr Sorgen sollte sich der Anzeigenvertrieb machen, denn für den hat Braun eine klare Ansage: Seid besser als Maschinen. "Wenn Programmatic Advertising zukünftig bedeutet, dass eine Maschine besser Werbeempfehlungen geben kann als ein Außendienst, dann ist unser Außendienst nicht gut genug."
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Funke-Verlegerin Julia Becker zeigt klare Kante gegen Klatschblatt-Lügen.


Frischluft bei Funke: Julia Becker wirbt um Vertrauen. Ab 2018 ist die Enkelin von Jakob Funke Verlegerin der mächtigen Funke Mediengruppe. Beim Publishers' Summit in Berlin zeigt sie sich der Branche – und anschließend vor der Kamera von "Horizont" und turi2.tv. Im Video-Interview macht Becker eine klare Ansage: Einige Schlagzeilen ihrer Klatschblätter gehen gar nicht. Sie mahnt zur "moralischen Verpflichtung, Grenzen zu wahren".

Werte und Traditionen zu pflegen, ist der dreifachen Mutter wichtig. Die Nachfolge ihrer Mutter Petra Grotkamp anzutreten und damit das Familienunternehmen fortzuführen, sei ihr "ein großes Bedürfnis". Die Aufgaben ihres Verlags sieht sie vielfältig: Die Tageszeitungs-Journalisten etwa müssten "den Menschen ungeschönt die Realität jeden Tag ins Haus liefern".

Bei den Zeitschriften misst sie mit anderem Maß: "Uns ist es wichtig, in den Vordergrund zu stellen, dass die sogenannten Yellows einen unterhaltenden Auftrag haben", sagt Becker. Heißt konkret: Sie dürfen die Wahrheit etwas weiter dehnen. Doch das Geschäft muss Grenzen kennen: Tote zu erfinden oder Persönlichkeitsrechte zu verletzen, verbittet sich Becker von ihren Redaktionen. Denn das passt nicht ins gepflegte Familienunternehmer-Bild und kommt auch sonst ungelegen: Die Geldstrafen werden auf Dauer zu kostspielig.
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Antenne-Bayern-Programmchefin Ina Tenz ermuntert Radiomacher zu Co-Produktionen fürs Netz.



Digital-Kooperation: Ina Tenz, seit Anfang 2017 Programmdirektorin von Antenne Bayern, appelliert an ihre Radio-Kollegen, über gemeinsame Inhalte fürs Netz nachzudenken. "Wir Radiosender sind ja dazu erzogen, unsere regionalen Grenzen zu verteidigen", aber etwa bei der Produktion von Podcasts sollten die Sender überlegen: "Kann man das nicht gemeinsam machen?", sagt Ina Tenz im Interview mit turi2.tv und Horizont bei den Medientagen München. Noch sei das aber Zukunftsmusik, weil bei den Sendern vorher noch "viele über viele Stöckchen springen müssen".

Keine Kooperation strebt Ina Tenz dagegen mit Spotify an, wo Antenne Bayern bewusst nicht präsent sei: "Wir wollen nicht unser Tafelsilber verscherbeln", sagt sie und ist überzeugt, "dass Content einen Wert hat, dass Content auch eine Markenbezogenheit hat". Anstatt die Inhalte der Konkurrenz zu überlassen, will Antenne Bayern lieber selbst davon profitieren, "sodass auch die Daten bei uns bleiben und letztendlich auch die Erlöse". Auf anderen Plattformen ist der Sender dagegen sehr wohl präsent: Bei Amazons Sprachassistentin Alexa verzeichnet der Antenne-Bayern-Skill 10.000 Aufrufe am Tag. Und die bei Instagram und Facebook gestartete Serie Menschen aus Bayern schafft es nun auch ins Radio.
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Frank Stadthoewer von news aktuell: Hat die Pressemitteilung im Digitalen noch Zukunft?


Breit gestreut: Die dpa-Tochter news aktuell schickt seit dem finstersten Fax-Zeitalter Pressemitteilungen auf die Schreibtische der Medienmacher. Welche Zukunft hat die Institution mit Sitz im feinen Hamburg-Pöseldorf? Geschäftsführer Frank Stadthoewer erklärt im Video zur turi2 edition5, wie der digitale Wandel alles ändert: Mitteilungen werden visueller, die Nutzerschaft breiter. Über die Presseportal-App erreicht Stadthoewers Truppe bis zu 600.000 Menschen – und längst nicht mehr nur Journalisten. Weiterlesen …

Jonas Bedford-Strohm bändigt Alexa für den BR.


Sprachbegabung: Sprachassistenten wie Amazon Echo oder Google Home ziehen in immer mehr Wohnzimmer ein und stellen Medienhäuser vor die Herausforderung, auf einer weiteren, digitalen Plattform Präsenz zu zeigen bzw. dort von sich hören zu lassen. Jonas Bedford-Strohm, Projektmanager für die Alexa-Produkte beim Bayerischen Rundfunk, sieht diejenigen im Vorteil, die sich ohnehin schon mit Audio-Inhalten befassen: "Für Zeitungsverlage ist es bisher sehr, sehr schwierig, die richtigen Formate zu finden", sagt er im Interview mit turi2.tv und Horizont bei den Medientagen München.

Der BR ist derzeit mit drei Nachrichten-Skills, so heißen die Sprach-Apps, bei Amazon präsent: "Wir wollen die Kontrolle über unsere eigenen Inhalte und Marken und natürlich auch Nutzerdaten haben". Die Interaktion per Sprache sieht Jonas Bedford-Strohm als "natürlichere Bindung" an das Medium als etwa Textkommunikation. Noch ist die Spracherkennung aber verbesserungswürdig, beobachtet Bedford-Strohm. Er ist bei seinen Kollegen bereits als "Sklaventreiber" verschrien, der Alexa immer anbrüllt.
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Zeit Akademie: Die Zukunft der Bildung ist digital.


Seminar als Stream: Die Zeit Akademie ist noch ein junges Kind aus dem Hause "Zeit". Doch die Digitalisierung wandelt das Geschäft – zum Positiven: Die Ära angestaubter DVD-Seminare ist passé, das Team konzentriert sich auf filmisch hochwertige Produktionen und Vertrieb nach Netflix-Prinzip. Der Verlag vertreibt seine Angebote u.a. über Amazons Videodienst und Xing. Geschäftsführerin Angela Broer (rechts) und Verlagsleiter Nils von der Kall erzählen im turi2.tv-Video, wie die Marke Zeit Akademie zur E-Learning-Plattform werden soll. Weiterlesen …

Wie geht Medienbeobachtung? Uwe Mommert erklärt Landau Media.


Ausschneider bei der Arbeit: Landau Media beobachtet von Berlin aus die deutsche und internationale Presse. Rechercheure durchforsten Medien nach 11.000 Stichworten für Kunden – im Auftrag etwa von Hotelketten, Handelskonzernen und der Politik. Jens Twiehaus begleitet die Arbeit einen Tag lang mit der Kamera. Und Geschäftsführer Uwe Mommert erklärt, warum seine Leute täglich an 80.000 Papier-Zeitungsseiten herumschneiden, obwohl fast alles digital vorliegt. Weiterlesen …

Die Deutsche Bank wird digital: Joris Hensen über die Digitalfabrik und die Schnittstelle dbAPI.


Tag der offenen Bank: Die Digitalisierung reißt auch in der Finanz-Industrie Mauern ein. Am Rande Frankfurts arbeiten mehr als 400 Entwickler und Projektmanager in der Digitalfabrik der Deutschen Bank. Jens Twiehaus schaut sich für die turi2 edition5 vor Ort um. Und Innovations-Experte Joris Hensen gibt im turi2.tv-Video Einblick in eine neue Ära: "Wir brechen das alte Denken auf, indem wir Produkte nicht mehr nur selbst entwickeln." Weiterlesen …

Nicht konsequent, nicht kreativ: Sascha Lobo liest Verlagen die Leviten.


Das Verlage-Versagen: Sascha Lobo ist um keine rhetorische Ohrfeige verlegen – und nimmt sich die deutschen Medienhäuser zur Brust. "Keiner der großen Verlage führt die verschiedenen Ansätze für Paid Content konsequent aus", giftet Lobo im Video von "Horizont" und turi2.tv von den Medientagen München. Die zentrale Frage der Finanzierung bleibe damit unbeantwortet.

Lobo fehlt selbst das Patentrezept. Er bemängelt aber, dass Verlage nicht einmal mit Nachdruck experimentieren. Wie verzwickt die Lage ist, zeigt der Autor Lobo selbst. Seine wöchentliche Spiegel-Online-Kolumne will Lobo nicht hinter der Paywall sehen, weil sie auf Reichweite angelegt ist.

Er selbst rechnet vor, rund 50 Euro im Monat für digitalen Journalismus auszugeben. Für dieses Geld bezieht er fast ausschließlich US-Medien. Inhalte erreichen ihn fast nur via Social Media und zu 80 % auf dem Smartphone.
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Jakob Wais erklärt die Videostrategie von "Bild".


Video überall: "Bild" gibt mächtig Gas bei Bewegtbild. Im Formate-Labor entstehen Snapchat-Ideen ebenso wie Ideen für halbstündige Reportagen. Videostrategie-Chef Jakob Wais erklärt turi2.tv und der turi2 edition5 seinen Kurs: "Wir sind kein Fernsehsender, aber eine Marke, die Video ab dem ersten Moment mitdenkt." Weiterlesen …

Jesper Doub steuert den "Spiegel" durch den digitalen Umbruch.


Innovation von oben: Mit Jesper Doub hat der "Spiegel" einen IT-Mann als Verlagsleiter. Und der liest sein Blatt nur noch selten auf Papier, sondern auf dem iPad. Im Video-Interview zur neuen turi2 edition5 sagt Doub: "Die normale, neue Realität ist: Wir sind ständig in einem Transitionsprozess." In dem Prozess kann der "Spiegel" wieder wachsen – abseits der Kernmarke. Weiterlesen …

"Welt"-Chefin Stephanie Caspar denkt und lenkt digital.


Es lebe der Umbruch: Stephanie Caspar ist nicht die lauteste, aber eine der erfolgreichsten digitalen Medienfrauen. Als neue Chefin von Springers digitalen Verlagsaktivitäten lebt sie nach dem Motto: Veränderungen sind positiv, denn sie bedeuten Weiterentwicklung. Jens Twiehaus hat die Architektin von WeltN24 für die neue turi2 edition5 und mit der turi2.tv-Kamera besucht. Weiterlesen …

Beim Teutates! Chefredakteur Wolf Stegmaier über die Arbeit am neuen "Asterix".


Klirr, Mampf, Boing: turi2.tv nimmt einen großen Schluck vom Zaubertrank und dringt mit der Kamera ins gallische Dorf vor. Ganz ohne obelixsche Tracht Prügel gibt Comic-Macher Wolf Stegmaier Einblick in den neuen Asterix. Stegmaier hat sich mit seinem Team vom Egmont Ehapa Verlag in ein Hotel eingeschlossen, um mit den geheimen Zeichnungen zu arbeiten. Noch mehr als kriegslustige Römer fürchtet er nämlich neugierige Fans und Journalisten.

Über Wochen arbeiten Übersetzer und Comic-Redakteure an jedem Dialog und an jedem Witz, lesen sich die Sprechblasen immer wieder vor. Ab 19. Oktober liegt Asterix in Italien dann weltweit im Handel. Zugreifen werden dann vor allem die Erwachsenen. "Asterix" ist seit Jahrzehnten ein Phänomen und die inzwischen großen Kinder geben die Comics an ihre Kinder weiter. Das habe etwas Nostalgisches und sei in vielen Haushalten Familientradition, sagt Stegmaier. Im Reich der Römer ist Print-Krise ein Fremdwort.
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dpa-Geschäftsführer Peter Kropsch: Das Finden von Fake News wird zum zentralen Geschäftsmodell.


Richtig wichtig: Kaum ein aktuelles Medium kommt ohne die dpa aus. Seit diesem Jahr führt der Österreicher Peter Kropsch die Nachrichtenagentur. Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv gibt er Einblick in seinen Kurs: Für Kropsch wird das Verifizieren von Nachrichten immer wichtiger. Wahr und Falsch in der Info-Flut auseinanderzuhalten, ist für ihn ein zentrales Geschäftsmodell. Nicht nur im Auftrag klassischer Medien: Kropsch sucht neue Kunden vor allem unter Institutionen und Unternehmen.

"Die Information als Vertrauensgut ist immer unser Geschäftsmodell gewesen", sagt Kropsch, der von der Agentur APA aus Wien kommt. "Für uns wird das Bewerten, Einordnen und Verifizieren von Nachrichten als Geschäft immer wesentlicher." Die Redaktion habe deshalb viele Abläufe umgestellt. Im Berliner Newsroom gibt es jetzt einen Radar Officer, der vor allem das Grundrauschen der sozialen Medien im Blick behält. Ein Verification Officer versucht, Fake News zu enttarnen.

Das helfe nicht nur anderen Redaktionen. Auch Institutionen und Unternehmen seien auf faktisch richtige Informationen angewiesen. Für die dpa werden diese Kunden immer wichtiger: Der frühere Wirtschaftsredakteur Kropsch scheut sich nicht, journalistische Dienste noch offensiver Unternehmen anzubieten, die darauf dann ihre PR-Arbeit aufbauen. Die sich ändernde Kundenstruktur ist zumindest ein Drahtseilakt – auch wenn Kropsch eine Firewall zwischen Redaktion und Vertrieb verspricht.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube), turi2.de (dpa-Dossier, Dezember 2015)Kommentieren ...

Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet.


Da geht wieder was: "taz"-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch ist fast 40 Jahre auf dem Posten – und strahlt Optimismus aus. Von Zeitungskrise will er nicht reden. Ruch spricht von einer "Transformation" mit wachsenden Umsätzen und ein wenig Gewinn. Im Video-Interview von turi2.tv beschreibt er, warum die Zeitung zwar schrumpft, das Geschäft aber gesund bleibt.

Ruchs Bestandsaufnahme ist nüchtern: Die Anzeigen seien zum großen Teil weg, viele Print-Leser auch. Von den 70 % Umsatzanteil durch die tägliche Printausgabe sind noch 57 % übrig: Es gebe immer noch genug Zeitungsleser, aber es werden weniger. Eine Online-Bezahlschranke funktioniere auch nicht, denn: "Von dem, was wir machen, ist zu viel im Netz da."

Dennoch verfällt Ruch nicht ins Heulen und Zähneklappern: "Wir wollen, dass die Leute bezahlen." Und sie tun es tatsächlich. Ruch sagt, die "taz" habe im Gegensatz zu anderen Verlagen nie an das große Geld aus dem Internet geglaubt. Als "Crowdfunding-Projekt der Urzeit" habe das Haus früh das Bewusstsein unter Lesern geschaffen, Geld für unabhängigen Journalismus zu brauchen.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Aus dem Archiv: turi2.tv-Interview mit Karl-Heinz Ruch von 2009.
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Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die neue "taz".


Neustart mit Print: Die "taz" bekennt sich zur schwächelnden Werktag-Ausgabe und legt am 2. Oktober ein runderneuertes Blatt vor. In großen Teilen dominieren opulente Optiken, die Seiten 4 und 5 widmen sich als Doppelseite einem Thema. Im turi2.tv-Video führt Chefredakteur Georg Löwisch durch seine neue Zeitung.

taz-Urgestein Löwisch, der vor zwei Jahren als Chefredakteur zurück kam, sagt zur neuen Zeitung: "Wir wollen uns die Wildheit der Anfangsjahre zurückholen." Die neue "taz" geht deshalb noch stärker einen eigenen Weg, verzichtet auf Agenturmeldungen vorne und zeichnet lieber den Hashtag des Tages. Auf Seite 2 ("Der Tag") schreibt die Redaktion künftig täglich, was sie intern bewegt. Seite 3 ("Schwerpunkt") dreht sich um ein nachrichtliches Tagesthema, die üppig bebilderten Seiten 4 und 5 ("Nahaufnahme") blicken thematisch weit über den Tellerrand.

Die Artdirektoren Janine Sack und Christian Küpker haben ein neues Logo gestaltet, führen neue Schriften ein und lassen die Optiken bis ganz an den Rand laufen – "taz"-typisch natürlich an den linken Rand. Sie versprechen "systematische Regelbrüche" und eine Zeitung, in der keine immer gleichen Formate mehr befüllt werden. Zeitgleich mit der neuen Zeitung wandelt sich auch die Redaktion: Im Newsroom ist symbolisch die Stahlwand zwischen Print und Online weggeflext worden. Künftig steuern "Themenchefs" den gesamten "taz"-Tag. Nur eines ist künftig etwas normaler: Die Medienseite "Flimmern und Rauschen" heißt jetzt "Medien".
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Retresco-Gründer Alexander Siebert: Verlage verpennen den Trend Roboter-Journalismus.


Wer hat Angst vorm Roboter? Alexander Siebert forscht mit seiner Firma Retresco an maschinell geschriebenen Texten. Seine Roboter-Journalisten verwandeln Wetter- und Fußball-Daten in Artikel. "Leser erkennen keinen Unterschied", sagt Siebert im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv. Ihn wundert, dass Verlage so zurückhaltend bei automatisierten Texte sind. Siebert warnt, dass allmählich Datenlieferanten hellhörig werden und selbst Artikel publizieren.

Siebert sagt im Interview auf der dmexco, dass Medienhäuser mit Roboter-Innovationen ihre Schwierigkeiten haben. Dabei ersetze er keine Jobs echter Journalisten, sondern liefere Texte, die es ohne die Technologie nicht geben würden, wie etwa personalisierte Wettberichte. Maschinell geschriebene Texte seien ein zusätzlicher Service – und ein Roboter gewinne in den nächsten 20 Jahren keinen Pulitzer-Preis.
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Stoyo-Gründer Patrick Bales garantiert Kunden 1 Mio Views pro Video.

Viral oder Geld zurück: Patrick Bales liefert seinen Kunden Videos, die mindestens 1 Mio Mal auf Facebook angesehen werden. Der Gründer der Agentur Stoyo gibt eine Geld-Zurück-Garantie, falls es nicht klappt. Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv erläutert Bales, warum er kein Hochstapler ist. Seine Leute bauen Videos streng nach einem Bauplan aus 15-20 Werten: "Für einen Kreativen ist das manchmal sehr komisch", sagt Bales.

Stoyo plant den viralen Erfolg, indem es Videos sehr technisch und datengetrieben produziert. Für die Kunden identifiziert das Team Themen, die Engagement erzeugen. Das Wichtigste sei, dass sich Menschen in einem Video wiederfinden können – oder ihre Schwester oder die Ehefrau darin erkennen. Bales findet, dass jeder seine Inhalte streng nach Daten-Plan erstellen sollte: "Es wird viel zu viel Geld verwendet, Content zu distribuieren, der nicht funktioniert."
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ProSiebenSat.1-Sportchef Zeljko Karajica will E-Sports richtig groß machen.


Daddeln ist das neue Kicken: ProSiebenSat.1 setzt große Hoffnungen auf E-Sports. Computer-Athleten sind in der jungen Zielgruppe beliebt und deshalb für Sender und die Werbung spannend. P7S1-Sportchef Zeljko Karajica wagt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv die Prognose: "E-Sports wird sehr viel Platz einnehmen." Sein Plan ist, E-Sports ähnlich zu entwickeln wie das inzwischen sehr beliebte American Football.

Zunächst sollen sich E-Sports auf dem kleinen Sender ProSieben Maxx entwickeln. Wie American Football können die Profi-Daddler dann in der Hierarchie der Sender aufsteigen. American Football laufe inzwischen 150 Stunden live im Jahr, teilweise sogar im Flaggschiff-Programm ProSieben. E-Sports zu entwickeln werde schneller gehen, denkt Karajica, weil die Sportart schon heute online und über soziale Medien Millionen erreicht.
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Managerin Kay Hsu: Instagram Stories sorgen für "Explosion an Kreativität".


Geschichten, die verkaufen: Instagram ist mit seiner Funktion "Stories" erfolgreich. Täglich nutzen 250 Mio Menschen die Snapchat-Kopie aus dem Hause Facebook. Kreativchefin Kay Hsu beobachtet eine "Explosion an Kreativität", sagt sie im Interview von "Horizont" und turi2.tv bei der dmexco.

Die Chef-Kreative sagt zwar: "Es gibt keine Formel für Kreativität." In Bezug auf Marken, die Instagram Stories nutzen, sieht sie aber vor allem drei erfolgreiche Wege: Sie können Produkte vorstellen, Nutzer in ihre Welt hineinziehen und Wissen vermitteln. Und das besonders intensiv, denn nach 24 Stunden sind die Fotos und Videoclips weg.
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Grosso-Streit: Frank Nolte hofft auf Einigung und sieht keine Möglichkeit mehr zum Sparen.


Currywurst statt Champagner: Frank Nolte, Chef des Bundesverbandes Presse-Grosso, will den Streit um Handelsspannen mit den Verlegern beilegen. Im Video-Interview von Peter Turi am Rande der Grosso-Tagung in Baden-Baden schlägt er deeskalierende Töne an. Grosso und Verlage hätten bei der vergangenen Verhandlungsrunde Einigungs-Vorschläge vorgelegt, die kurzfristige Kongressabsage der Verlage sieht Nolte als "Druckmittel". Sparpotential findet der Grosso-Boss bei seinen Mitgliedern allerdings nicht mehr: "Wir haben alle Ecken ausgekehrt."

Bei den Händlern herrscht Flaute, zwischen 5 und 8 % Umsatz haben die Großhändler in den ersten sechs Monaten 2017 verloren. Nolte sieht weiter einen hohen Fusionsdruck in der Branche. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Pressegroßhändler von 100 auf unter 50 gesunken, in fünf Jahren könnten es nur noch 20 sein, sagt Nolte. Der Verlags-Allianz um Burda-Boss Philipp Welte schwebt ein Netz von nur noch 15 Großhändlern vor.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Google startet sein Kinder-Angebot YouTube Kids in Deutschland.

Google-Jugendschützerin Sabine Frank (Bild, links) verspricht Eltern, mit YouTube Kids ein sicheres Umfeld zu schaffen. Sollten unpassende Inhalte auftauchen, behandeln die Lösch-Trupps von Google Hinweise mit besonderer Priorität.

Kinderkanal im Internet: Google bringt seine App für Kinder nach Deutschland und Österreich. YouTube Kids besteht aus kindgerechten Videos, die YouTube von Hand und automatisch filtert. Die jungen Nutzer bekommen auch Werbung zu sehen. Im turi2.tv-Video (siehe oben) verspricht Googles Jugendschutz-Chefin Sabine Frank, dass alle Anzeigen von Google-Mitarbeitern ausgewählt werden – Werbung für Nahrungsmittel und Getränke ist verboten.

Die Steuerung von YouTube Kids soll in der Hand der Eltern liegen. Sie müssen die App einrichten und können auch die Suchfunktion deaktivieren. Suchen sind für Kinder, die noch nicht schreiben können, auch über Spracheingabe möglich. Unpassende Inhalte können gemeldet werden – YouTube verspricht, Meldungen rund um die Uhr zu überprüfen. Die Fälle landen bei den Lösch-Teams von Google in aller Welt. Sabine Frank räumt im Video-Interview ein: Wie alle technischen Systeme sei auch YouTube Kids nicht unfehlbar.

YouTube bezieht Kinder- und Jugendschützer in die Arbeit an dem Angebot mit ein. Bei einer Pressekonferenz bewerteten die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter und Jugendschutz.net das Angebot als passend für Kinder. Auch Kindermedien-Verlage begrüßen den Start: Kiddinx Media, Vermarkter u.a. von "Benjamin Blümchen" und "Bibi & Tina", sagt, YouTube sei die wichtigste Video-Plattform für Kinderinhalte. YouTube Kids ist bereits in 38 Ländern verfügbar und erreicht laut YouTube 11 Mio Zuschauer wöchentlich.
turi2 – vor Ort bei Pressekonferenz in Berlin, turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), kids.youtube.com1 Kommentar

Mindshare-Chefin Katja Brandt vermisst ausgereifte Erfolgskontrollen für digitale Werbung.


Für uns alle Neuland: Die Wirkung von digitaler Werbung ist noch immer weitgehend unerforscht, sagt Katja Brandt, neue Chefin der Mediaagentur Mindshare im deutschsprachigen Raum. Es fehlten einheitliche "Währungen", also Messgrößen, über die sich Erfolg definiert. Brandt plädiert im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv dafür, nicht nur auf Klicks zu gucken, sondern auf den Effekt der Werbung auf das Geschäftsergebnis.

Anders als viele andere Medienmacher geht Brandt nicht pauschal auf Google und Facebook los. Intransparenz mag sie den Unternehmen nicht per se vorwerfen: "Die Global Player haben eine andere Perspektive auf die Märkte und damit auch, wie sie mit ihren Daten umgehen", sagt Brandt. Sie erkennt eine konstruktive Haltung. Dabei sieht sie auch die klassischen Medien in der Pflicht, die sich der Diskussion um digitale Daten stellen müssen.
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Zu Besuch im FDP-Wahlquartier: Nicola Beer steuert die Christian-Lindner-Kampagne.


Frau hinter der One-Man-Show: Nicola Beer führt den FDP-Wahlkampf von Christian Lindner. Die Generalsekretärin findet die Kampagne aber gar nicht so lindnerig. Ihre Idee sei ein "stimmiges Konzept von Personalisierung über Inhalte bis Auftritt", sagt sie beim turi2.tv-Video-Besuch.

Als Partei, die für Digitalisierung wirbt, bietet die FDP auch besonders viele Inhalte digital an. Beer serviert Wahlwerbung eben so mundgerecht, wie es Bürger oder Parteimitglieder mögen: per Push über Twitter, WhatsApp, Facebook Messenger oder als Podcast zum Hören. Beer will "mit den Menschen ins Gespräch kommen" und bietet unter dem Label FDP@home in Bayern einen liberalen Lieferdienst: Parteimitglieder kommen auf Bestellung ins Wohnzimmer.
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Das Interview ist Teil der Wahlkampf-Serie von turi2 und dem Hamburger Wahlbeobachter. Auch Peter Tauber (CDU), Elias Kouloures (Piraten), Robert Heinrich (Grüne) und Tobias Nehren (SPD) sprachen schon über ihre Strategien. Tauber, Kouloures, Heinrich, SPD-Generalsekretär Hubertus Heil und FDP-Chef Christian Lindner gewährten zudem einen Blick auf ihren Homescreen.Kommentieren ...

"George Orwell hoch drei": Kantar-TNS-Chef Hartmut Scheffler über Bedrohungen für Marktforscher.


Das Google-Gespenst geht um: Markt- und Meinungsforscher erwischt der digitale Wandel mit voller Wucht. Kantar-TNS-Chef Hartmut Scheffler sieht für seine Branche zwei Bedrohungen: Kunden, die Big Data überschätzen. Und Tech-Konzerne wie Google, die mit künstlicher Intelligenz die Marktforschung überflüssig machen. Ein solches Szenario sei zwar fern, sagt Scheffler im Video von "Horizont" und turi2.tv, aber auch "George Orwell hoch drei".

Scheffler ruft seine Branche zu mehr Selbstbewusstsein auf. Marktforscher seien nicht nur Daten-Erheber, sondern zunehmend Analysten. Umfragen wird es künftig weniger geben, prognostiziert Scheffler, weil das Auswerten großer Datenmengen wichtiger wird. Scheffler warnt aber, die nackten Daten zu überschätzen: Mit Big Data werden keine Motivationen oder unbefriedigten Bedürfnisse erhoben und es wird nicht erfasst, wie Freunde über Produkte reden.
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GfK-Deutschland-Chef Michael Müller erwartet eine zunehmend automatisierte Marktforschung.


Die Vermessung der Welt: Marktforscher Michael Müller blickt einer zweigeteilten Zukunft entgegen. Der GfK-Chef für Deutschland und die Schweiz erwartet durch die Digitalisierung mehr automatisierte Arbeit und zugleich mehr Bedarf nach persönlicher Beratung, sagt er im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv.

Müller ist zuversichtlich, Programmierer und Daten-Experten zu bekommen. Mehr als anderswo dürften junge Talente in der Marktforschung wirklich Neues anpacken und "echt mit Daten arbeiten", sagt er im Gespräch mit "planung&analyse"-Redaktionsleiterin Sabine Hedewig-Mohr.
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"Bild" relauncht "Die richtigen Fragen": Kai Weise will mit Politiker-Talks "Nachrichten machen".


Den Morgen beherrschen: "Bild" überarbeitet sein Live-Format "Die richtigen Fragen" und sendet ab morgen aus einem neuen Studio. Redaktionschef Kai Weise will das politische Frühstücksfernsehen im Internet freundlicher, frischer, aber nicht kuscheliger gestalten. "Wir wollen morgens Nachrichten machen, Relevanz erzeugen", sagt Weise im Videointerview von turi2.tv. Die Politiker ziehen mit: Sogar die anfangs störrische CSU hat sich in München einen Platz für Skype-Schalten eingerichtet.

Die Moderatoren Anna von Bayern und Ali Aslan begrüßen in ihrer Frühsendung regelmäßig Minister oder Kanzleramtschef Peter Altmaier von zu Hause, aus dem Auto oder dem Wartezimmer beim Arzt. Das Format wolle authentische Momente schaffen und mit frischen Zitaten in die Meldungen der Nachrichtenagenturen. Weise, früher Redaktionschef von "Günther Jauch", scheut nicht den Vergleich mit den Früh-Interviews im Deutschlandfunk und sagt angriffslustig: "Wir wollen Diskussionen lostreten – an die letzte vom Deutschlandfunk kann ich mich nicht erinnern."
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L’Oréal-Digitalchefin Dana Duch setzt auf die Zugkraft schöner Social-Media-Sternchen.

Schön einflussreich: Digitalchefin Dana Duch vertraut für die Kosmetik-Linie L'Oréal Paris zunehmend auf Influencer. Kaum eine Werbekampagne kommt ohne reichweitenstarke Schminke-Bloggerinnen aus. Beim Werbewirkungsgipfel lobt Duch die Influencer für ihre echte Art, Geschichten zu erzählen. Im Interview von "Horizont" und turi2.tv spricht sie über das "große Gut" der Authentizität.

Niemand ist näher an den Konsumenten als die scheinbaren Amateure mit ihren YouTube-, Instagram- oder Snapchat-Kanälen. Um das daraus entstehende Vertrauen nicht aufs Spiel zu setzen, verspricht Duch immer eine saubere Kennzeichnung, dass es sich um Werbung handelt. Um die Kampagne zum Erfolg zu führen, sei es besonders wichtig, nicht irgendeinen, sondern den passenden Influencer auszuwählen.
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Meetrics-Chef Philipp von Hilgers glaubt (noch) nicht an die Wahl-Stasi im Netz.


Halb durchsichtige Wähler: Vor der kommenden Bundestagswahl tobt eine Schlacht um die besten Daten. Meetrics-Chef Philipp von Hilgers zweifelt aber, dass die Auswertungen auf amerikanischem Niveau stattfinden können – dazu fehlt die Datengrundlage. Beim Werbewirkungsgipfel, der heute fortgesetzt wird, ordnet Werbedaten-Experte von Hilgers die laufenden Kampagnen ein.

Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv ist er vor allem auf die Rolle von Bots gespannt. "Wir wissen heutzutage ja gar nicht mehr: Sprechen wir noch mit Menschen oder sprechen wir schon mit Bots?" Was die Werbung schon lange beschäftige, erreiche jetzt auch die Politik. Auch Daten-Könner von Hilgers muss zugeben: Es steht nicht alles in den Zahlen. Bei einer Wahl gebe es keine Generalprobe – und wenige Touchpoints, um festzustellen, ob die Kampagne auf dem richtigen Wege ist.
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Besuch in der SPD-Kampa: Online-Chef Tobias Nehren kämpft für Kanzler Schulz.

Mehr Schulz im Stream: Tobias Nehren ist der digitale Kanzler-Macher. In der Berliner SPD-Zentrale steuert er die Online-Kampagne für Martin Schulz. Beim turi2.tv-Besuch in der Kampa blickt Nehren auf erste Erfolge: Eines seiner viralen Videos habe 7 Mio Menschen erreicht. Im Video-Interview muss aber auch er zugeben: An der Kanzlerin beißen sich alle ihre Zähne aus.

Angela Merkel sei keine harte, sondern eine weiche Gegnerin, sagt Nehren – weil sie sich schwer auf Positionen festnageln lässt. Nehren will diesem Kurs klare Positionen entgegenhalten. "Wir denken online für offline und offline für online", erläutert er. Ziel der Online-Kampagne sei es auch, SPD-Anhänger an die Haustüren der Republik zu bewegen.
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Das Interview ist Teil der Wahlkampf-Serie von turi2 und dem Hamburger Wahlbeobachter. Auch Peter Tauber (CDU), Elias Kouloures (Piraten) und Robert Heinrich (Grüne) sprachen schon über ihre Strategien. Tauber, Kouloures, Heinrich und SPD-Generalsekretär Hubertus Heil gewährten zudem einen Blick auf ihren Homescreen.Kommentieren ...