Kommunikation für Käse: Wie Petrella-Chef Sven Tönjes an neue Kunden kommt.


Klassiker für den Käse: Sven Tönjes bringt beruflich Frischkäse unter die Leute – und baut in der Vermarktung vor allem auf TV und Print. Für seine Marke Petrella bucht Tönjes besonders gerne in Zeitschriften, sagt er im Video-Interview von Horizont und turi2.tv. Vor allem Food-Titel sind ein beliebtes Umfeld, weil die Zeitschriften von Interessierten gekauft werden – während TV-Zuschauer Werbung ungefragt "aufgehalst" bekämen.

Tönjes sieht die Lage optimistischer als viele aus der Medienbranche. Print werde es weitere 10, 20 Jahre geben. Petrella-Hersteller Petri Feinkost kommt das gelegen: Das Unternehmen aus dem Weserbergland hat wenig Erfahrung im Online-Geschäft und ist ein Zwerg unter den Konsumgüter-Riesen. Ganz anders als Tönjes' langjähriger Arbeitgeber mit ganz ähnlichem Namen: Für den Fleischkonzern Tönnies brachte er knapp 20 Jahre Schwein und Rind an Hausmänner und -frauen.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

Startup-Löwe Frank Thelen: Die Medien-Branche muss volldigitalisieren.

Lecker Internet: Startup-Pionier Frank Thelen ist einer der radikalsten Werber fürs Gründen. Im Video-Interview beim Food Trend Tag von Bauer fordert er mehr Innovationen rund ums Essen und ein komplettes Umdenken in Verlagen. Die Medien-Branche müsse sich volldigitalisieren, um zu überleben, glaubt der "Höhle der Löwen"-Juror.

Thelen lobt ausdrücklich Springer. Dort kümmere sich Mathias Döpfner als oberster Boss um die Digitalisierung aller Geschäfte, er habe viel Umsatz aufgebaut und gute Talente gewonnen. Auch Thelen schaut sich ständig nach Talenten und Ideen um. Seine Firma Freigeist Capital ist an mehr als einem Dutzend Startups beteiligt – und legt mit Investments wie der Low-Carb-Pizza Lizza einen Schwerpunkt auf neue Ideen rund um Ernährung.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

"Die Regierung redet uns nicht rein." – Peter Limbourg über 65 Jahre Deutsche Welle.


Sendungsbewusst: Intendant Peter Limbourg führt die Deutsche Welle in ihr 66. Lebensjahr und rechnet den deutschen Auslandssender keineswegs zum alten Eisen. "Wir müssen uns ständig verändern", sagt der frühere N24-Chefredakteur im Interview mit turi2.tv und zeigt den neu gebauten Newsroom in der DW-Dependance in Berlin. Von hier aus schickt die Welle ihr Programm in rund 30 Sprachen um die Welt. Dass Limbourg mit seinem neuen englischen Nachrichten-Kanal vor allem im Gewässer der BBC fischt, gehört für ihn zum "guten Wettbewerb": "Unsere Konkurrenten sitzen woanders. Das sind diejenigen, die mit Desinformation in der Welt unterwegs sind."

Limbourg legt Wert darauf, dass seine Journalisten unabhängig berichten können, trotz des Auftrags als Kulturbotschafter Deutschlands in der Welt unterwegs zu sein – und der staatlichen Finanzierung: "Die Regierung redet uns nicht rein." Den Kurs der Deutschen Welle beschreibt er so: "Wir sind kritisch, wo nötig und konstruktiv und positiv, wo möglich."
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)

"Fachmedien müssen Partner sein": Gunther Schunk erklärt den Wandel des Vogel-Verlags.


Kreativer Vogel: Gunther Schunk ist Hobby-Asterix-Übersetzer und hauptberuflich Erfinder in Sachen Kommunikation. Der PR-Chef von Vogel Business Media erklärt im "Horizont"- und turi2.tv-Video, wie sehr sich die fränkische Verlagsgruppe wandelt. In der alten Druckerei gibt es inzwischen Messen und Kongresse. Schunk sagt: "Face-to-face ist die direkteste, persönlichste und damit erfolgreichste Kommunikation."

Schunk beschreibt im Interview auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse, wie der Verlag und seine Kunden immer dichter zusammenrücken. Vogel liebe wie jeder Fachverlag die Branche, über die seine Redaktionen berichten. Fachmedien würden die Sprachen ihrer Märkte sprechen – und deshalb auf neue Bedürfnisse in der Kommunikation reagieren. Schunk selbst ist Kommunikations-Profi und gibt eine Einführung in Asterix uff Meefränggisch.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Beim Teutates! Chefredakteur Wolf Stegmaier über die Arbeit am neuen "Asterix".

Apotheker-Verlag-Chef Benjamin Wessinger sucht das Rezept gegen den Abo-Schwund.


Papierstau an der Pillen-Front: Der junge Verlagschef Benjamin Wessinger kennt sich mit Wunderpillen aus. Doch auch der promovierte Pharmazeut und Geschäftsführer des Deutschen Apotheker Verlags hat nicht gegen alle Probleme ein Mittel. Leute, die neu in ihren Beruf kommen, abonnieren heute nicht mehr automatisch eine Fachzeitschrift, sagt Wessinger im Interview von "Horizont" und turi2.tv. Mit seinem Team blickt er aber auf "imposante Zuwachsraten" im Digitalen.

Die Apotheker verbinde ohnehin ein ambivalentes Verhältnis mit der Digitalisierung. Pharma-Fachleute haben ihre Geschäfte längst durchdigitalisiert und durchautomatisiert, fürchteten aber aktuell den Versandhandel. Apotheker fragten weiterhin klassische Fachbücher nach, brauchten aber auch digitale Datenbanken. Das Verlagsprogramm wird also immer breiter, sagt Wessinger auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"Da ist viel Neid dahinter" – "Zeit"-Chef Rainer Esser kritisiert Facebook-Angst vieler Verlage.


Freundschaftsanfrage vom Verlagsboss: "Zeit"-Chef Rainer Esser stellt sich ungewöhnlich klar auf die Seite von Facebook und Google – und geht mit seiner Branche hart ins Gericht. Hinter der Kritik an den Konzernen stecke der Neid, dass sich "tradierte Geschäftsmodelle bei weitem nicht so skalieren lassen wie soziale Netzwerke oder die Google-Suche", sagt Esser im turi2.tv-Interview beim European Newspaper Congress in Wien.

Essers Ratschlag: Mehr machen, weniger meckern. "Wir sollten uns abgucken, weshalb Facebook so gut funktioniert, weshalb die so viele User haben", sagt Esser und liefert die Antwort gleich mit. Die Digitalbranche habe viel früher erkannt, in welche Richtung sich die Nutzer bewegen. Die Strategie des "Zeit"-Geschäftsführers lautet schlicht: besser sein als die Internetkonzerne – und nicht in Panik verfallen: "Das Privatfernsehen hat viel mehr Geld abgezogen, als es aufkam."
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"Seid Unternehmer, nicht Verleger": Fachpresse-Sprecher Klaus Krammer im Antritts-Interview.


Frisches vom Fach: Die Deutsche Fachpresse wählt Klaus Krammer zu ihrem neuen Sprecher. Im Interview für "Horizont" und turi2.tv sagt Krammer, er wolle den Unternehmer aus den Verlegern heraus kitzeln. Sein Düsseldorfer Haus macht Medien für Sanitärtechniker, Schweißer und Zimmerleute – und erreicht schon heute die meisten Kontakte über Videos.

Krammer, der das Familien-Unternehmen in dritter Generation führt, ist neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen: Beim Krammer Verlag schreibt Software einfache Texte und entlastet Redakteure. Der Fachpresse will er künftig mit einem "Technologie-Hub" unter die Arme greifen: Darin soll der Verband Fachleute für diverse Innovationen vernetzen.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Ulla Strauß von United Kiosk: Verlage sollten Amazon und Apple umarmen.


Keine Angst vorm A: United-Kiosk-Vorstand Ulla Strauß erweist ihrem Mädchennamen Fröhlich alle Ehre. Die digitale Zeitschriften-Händlerin findet es ganz wunderbar, wenn sich Amazon und Apple im Presse-Vertrieb breitmachen. Im turi2.tv-Interview beim Kongress der Deutschen Fachpresse plädiert die fröhliche Strauß für eine radikale Kunden-Perspektive und ruft 2018 zum Jahr aus, in dem die Branche richtig was bewegt.

Strauß trägt nicht nur das Jeff-Bezos-Mantra "still day one" am Körper, sie glaubt auch an optimistische Silicon-Valley-Thesen. Verlage, United Kiosk und die großen Tech-Unternehmen könnten "gemeinsam den Kuchen größer machen" für digitale Zeitschriften. Die Zukunft des Lesens sieht die Vertriebs-Fachfrau in einer Super-Plattform, dem "Spotify fürs Lesen", weil der einfache Zugriff heute wichtiger sei als der Besitz.
turi2.tv (5-Min-Video bei YouTube)

Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer zeigen die neue Redaktion von Watson.de.


Emotionen erwünscht: Beim jungen Portal Watson.de gibt es Weißwein im Dienst und schimpfende Reporterinnen vor der Kamera. turi2.tv besucht die neue Redaktion des Werbekonzerns Ströer. Chefredakteurin Gesa Mayr erzählt, wie sie über Aufregung Debatten anstoßen will. Ihre Stellvertreterin Anne-Kathrin Gerstlauer will mit Watson.de einen Platz schaffen, an dem jeder seine Meinung sagen mag – zur Not schreiend.

"News ohne Blabla" ist das Versprechen, das die ursprünglich aus der Schweiz stammende Marke gibt. Kein Blabla bedeutet für die Chefinnen: Augenhöhe mit Usern und keine Wasserstandsmeldungen. "Kein Blabla" schließt aber Unterhaltung nicht aus, sagt Gerstlauer. Auch kotzende Abiturienten können demnach eine relevante Meldung für die Zielgruppe sein. Bei der kommt es an: Im ersten Monat erreicht Watson.de 8 Mio Visits – weniger als Bento von Spiegel Online, aber mehr als Ze.tt von Zeit Online.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Video-Schalte nach New York: Florian Haller zeigt das neue Serviceplan-Büro.


New York calling: Serviceplan zieht es in die Stadt, die niemals schläft. Die Münchner Agentur eröffnet ein Haus der Kommunikation an der Madison Avenue mit 65 Mitarbeitern. turi2.tv hat Serviceplan-Chef Florian Haller per Facetime angerufen: Im Video führt Haller durch die neuen Räume und erklärt, warum klassische Medien in den USA wieder "stärker angesagt" sind.

Für Haller ist der neue Standort in der Weltmetropole ein zentraler Baustein für die Internationalisierung von Serviceplan. Die Agentur bringt damit ihr Konzept, die drei Säulen Digital, Media und klassische Kommunikation aus einer Hand anzubieten, auch auf den US-Markt. Serviceplan will von New York aus viele bestehende Kunden bedienen, denn auch deutsche Mittelständler brauchen heute Knowhow aus New York und Fachleute fürs US-Geschäft.

Trend-Spürnase Florian Haller macht im Schatten des Facebook-Skandals spannende Beobachtungen: Im durch und durch digitalen New York wächst, zumindest zeitweise, das Interesse am Gedruckten. "Klassische Medien werden hier nicht völlig verschwinden. Print ist im Anteil rückläufig", sagt Haller, "aber die Leute werden immer die Haptik von Printprodukten schätzen".
turi2.tv (6-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), horizont.net

Miriam Meckel beschreibt, wie Startups an unseren Gehirnen schrauben.


Silicon Brainey: In den USA entsteht die nächste digitale Revolution – und sie geht direkt ins Hirn. Miriam Meckel beschreibt bei der Launchparty der turi2 edition Netze, wie Technologie schon bald noch mehr aus unserem Denkorgan rausholen wird. Startups im Silicon Valley seien jetzt an einem Punkt, wo ihre realen Hirngespinste tauglich werden für den Massenmarkt. turi2.tv zeigt einen weiteren 4-Minuten-Ausschnitt des Abends.

Meckel spricht unter anderem über Elon Musks Projekt Neuralink, das menschliche Gehirne digital vernetzen und an eine intelligente Cloud anschließen will. "Das ist ja nicht abwegig, weil wir aus der medizinischen Forschung wissen, dass das geht", sagt Meckel – und verweist auf Menschen, die durch Denken Roboterarme und Exoskelette bewegen.

Echt massentauglich klingen Überlegungen von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Er baut an einem Gerät, mit dem sich Textnachrichten "ins Handy hineindenken lassen". Meckel glaubt: "Die Bequemlichkeit wird dafür sorgen, dass Menschen das ausprobieren. Und dann werden wir uns die Frage stellen: Wer darf unsere Gedanken mitlesen? Wo ist ein Gedanke noch privat?"
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Aktuell auch bei turi2.tv: Miriam Meckel erklärt die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz.

turi2 edition6: "Ich rede lieber im Hintergrund" – das Flüster-Video mit Axel Wallrabenstein.


Der diskrete Netzwerker: Axel Wallrabenstein ist in Berlin bekannt wie ein bunter Hund, überall und immer online. Trotzdem ist seine Spezialität das (Ein)flüstern im Verborgenen. Als Chairman der Agentur MSL Germany ist Wallrabenstein Berater u.a. von Google. Im Video-Interview spricht Jens Twiehaus mit ihm über Transparenz, nervige Journalisten und das "Drehen" von brisanten Themen – natürlich vier Minuten lang im Flüsterton.

Wallrabenstein blickt auf eine lange konservative Biografie zurück, angefangen als Bundesgeschäftsführer der Jungen Union. Seit 30 Jahren sammelt er Kontakte und kommuniziert ohne Pause. Zu allzu viel Offenheit rät Wallrabenstein seinen Klienten aber nicht: Transparenz sei in vielen Fällen gut, habe aber Nachteile: "Leute, die besonders transparent agieren, sind angreifbar, weil man sie wahrnimmt." Weil Journalisten oft den einfachen Weg nähmen, griffen sie bei den transparenten Akteuren eher zu.

Seine Beziehung zu Journalisten ist vielschichtig. Als Pressesprecher hatte er oft Last mit ihnen, sagt aber auch: "Die Aufgabe von Journalisten ist es, Leuten wie uns, Unternehmen und auch Medien auf die Finger zu schauen." Auch wenn es oft nervt, Wallrabenstein nimmt es sportlich: "Ein Journalist, der Pressesprecher herausfordert, hat seinen Job meist gut gemacht."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Das Text-Porträt von Tatjana Kerschbaumer, in dem sie Flüsterer Wallrabenstein als einen von 20 spannenden Netzwerkern vorstellt, lesen Sie in der turi2 edition Vernetzung.

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"Auch auf dem Sonnendeck": Bertelsmann-Boss Thomas Rabe meldet 1,2 Mrd Euro Gewinn.


Mehr von allem: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe beansprucht seine Liege auf dem digitalen Sonnendeck. Im turi2.tv-Interview nach der Bilanz-Pk nimmt er die Internet-Riesen selbstbewusst ins Visier und kündigt an, "massiv in Premium-Inhalte" und in Reichweite zu investieren. Bertelsmann steigert seinen Umsatz 2017 um rund 1,4 % auf 17,2 Mrd. Euro. 46 % davon rechnet das Unternehmen digitalen Geschäftsbereichen zu. Der Gewinn erreicht mit 1,2 Mrd Euro den höchsten Wert seit 2006.

Grund für das Wachstum ist vor allem das organische Wachstum von etwa 1,7 %. Vor Steuern kommt Bertelsmann sogar auf einen Rekordgewinn von 2,6 Mrd Euro. Zum Ergebnis trug auch ein gesteigertes Konzernergebnis bei Tochter Gruner + Jahr bei. Der Verlag verbesserte seinen Vorsteuer-Gewinn um 6,2 % auf 145 Mio Euro. Der Umsatz ging, bedingt durch Verkäufe in Spanien und Österreich, um 4,2 % auf 1,5 Mrd Euro zurück.

Vorstandschef Rabe sieht auch für die traditionellen Geschäfte noch längst nicht schwarz: Der Umsatzanteil mit Büchern steigt. "Offenbar ist Haptik, ein gedrucktes Buch im Wohnzimmer stehen zu haben, doch wichtig", sagt Rabe. "Auf eine Renaissance würde ich nicht unbedingt setzen, aber bei Gruner + Jahr sehen wir, dass gut gemachte Hefte nach wie vor Anklang finden – vor allem, wenn man Zielgruppen auswählt."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), presseportal.de

Mitarbeit: Peter Turi, Jens Twiehaus

Wie AppLike funktioniert: Ein Einblick in das Smartphone-Startup von Gruner + Jahr.


Die Download-Dompteure: AppLike ist das Vorzeige-Startup von Gruner + Jahr. Doch was steckt hinter der App-Marketing-Plattform? turi2.tv besucht die junge Hamburger Firma. Gründer Jonas Thiemann erklärt im Video, wie AppLike Nutzer "einkauft" – und was die Welt der klassischen Medien daraus lernen kann.

Wer sich eine App von AppLike aufs Handy lädt, bekommt auf Basis seines Nutzungsverhaltens andere Apps empfohlen. Die Herausgeber dieser Apps bezahlen dafür, beworben zu werden – so verdient die 50-Mitarbeiter-Firma ihr Geld. Nutzer werden für ihre Treue mit Kleinstbeiträgen belohnt. Die größte Herausforderung für AppLike ist aber die Akquise neuer Nutzer in inzwischen 27 Ländern, sagt Jonas Thiemann.

Ein Beispiel: Würde turi2.tv-Reporter Jens Twiehaus über Facebook-Werbung auf eine der AppLike-Apps stoßen und sie herunterladen, zahlt AppLike zunächst etwa 5 Dollar an Facebook. Dieses Geld muss AppLike reinholen, indem Jens Twiehaus möglichst viele Apps herunterlädt, die AppLike bewirbt. Die Differenz ist der Gewinn bzw. Verlust. Momentan scheint es zu laufen: AppLike sucht händeringend Fachpersonal.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"Größer als die Hitler-Tagebücher": Michalis Pantelouris stellt das neue Joko-Magazin "JWD" vor.


Ein Mann und sein Magazin: Gruner + Jahr legt Donnerstag mit ganz viel Trommelwirbel "JWD" in den Kiosk – eine Zeitschrift aus der Lebenswelt von TV-Promi Joko Winterscheidt. Redaktionsleiter Michalis Pantelouris zeigt das Cover in die turi2.tv-Kamera und spuckt ganz große Töne: "JWD" solle diesen Monat der bestverkaufte Titel in Deutschland werden. Und (hoffentlich) im Scherz: "Das wird größer als die Hitler-Tagebücher!"

Pantelouris versichert jedoch auch, dass "JWD" (= "Joko Winterscheidts Druckerzeugnis") kein Klamauk sei, sondern Qualitätsjournalismus: "Wir haben 70 Jahre Reportertradition des 'stern' verheiratet mit dem Mut, der Abenteuerlust, der Neugierde, dem Humor und Witz von Joko Winterscheidt." Der TV-Star selbst verbrachte mehrere Tage in der Redaktion, gab jeder Geschichte seinen persönlichen Dreh mit – und steht ohnehin mit Pantelouris permanent per WhatsApp in Kontakt.

Winterscheidt wird in der Auftakt-Ausgabe selbst als Reporter aktiv: Er war im ersten Puppen-Bordell Deutschlands. Ein Reporter besuchte für "JWD" in Paris ein Nackt-Restaurant, ein anderer war in einem Mars-Camp. Eine Kolumne geht "unbeantworteten Fragen der Popmusik" nach. Die einzelnen Seiten hält der Verlag Gruner + Jahr noch unter Verschluss. turi2 konnte dennoch erspähen, dass Winterscheidt nicht nur redaktionell in seinem Magazin auftaucht, sondern in mindestens einer bezahlten Anzeige auch als Werbe-Model. "JWD" erscheint mit 200.000 Auflage zum Preis von 4,40 Euro, geplant sind zehn Ausgaben pro Jahr.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"Bild" wertet "Die richtigen Fragen" mit Nikolaus Blome als Moderator auf.

Bild wertet seinen wöchentlichen Talk "Die richtigen Fragen" auf und schickt Vize-Chef Nikolaus Blome als Moderator ins Studio. Anna von Bayern bleibt Co-Moderatorin, Ali Aslan tritt ab. Erster Gast am Montag nach dem Relaunch mit "frischem Studio-Design" ist Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Ein Kommentar zu Beginn um 8 Uhr soll das Thema des Tages künftig in den Mittelpunkt stellen. "Bild" hat sein Live-Format inzwischen mehrfach überarbeitet.
per Mail, turi2.tv (3-Min-Video)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Bild"-Mann Kai Weise relauncht "Die richtigen Fragen".

Streamingdienst Deezer: Wie aus Daten ein Musik-Programm wird.


Team Stream aus Berlin: Mitten in der Hauptstadt entsteht ein Musik-Programm für Millionen. Der französische Streamingdienst und Spotify-Konkurrent Deezer beschäftigt hier Mitarbeiter, die Playlists basteln. turi2.tv guckt Musikredakteurin Simone Schiborr mit der Kamera über die Schulter: Die Musik-Wissenschaftlerin schaut auf ein Meer aus Daten – und baut daraus neue Programme. Content-Chef Richard Wernicke sagt: "Man muss den Konsumenten bei dem Übermaß an Titeln an die Hand nehmen."

Redakteurin Simone Schiborr tut das jeden Tag. Sie pflegt etwa eine "Neue Hits"-Playlist, der mehr als 5,5 Mio Fans folgen. Besonders beliebt auch: Die Liste mit den besten Deutschrap-Titeln. Schiborrs persönlicher Favorit ist ihre Chill-Out-Playlist. Gerade weil Musik so persönlich ist, braucht es ein individuelles Angebot. Nutzer zahlen monatlich 10 Euro, eben weil sie genau das bekommen, was sie mögen, sagt Richard Wernicke: "Man macht Hörer zu Kunden, indem man ihnen ein maßgeschneidertes Angebot liefert."

Deezer macht den eigenen Redakteuren aber zunehmend Konkurrenz durch eine selbst entwickelte, lernende Technologie. "Flow" heißt die Playlist, die Nutzern ihre Lieblingsmusik automatisch auswählt. "Der Algorithmus bietet jedem Nutzer eine maßgeschneiderte, endlose Playlist – basierend auf den jeweiligen Hörgewohnheiten", erläutert Wernicke. Je mehr ein Nutzer also liked, disliked und weiter schaltet, desto schlauer wird der Algorithmus – und anders ausgedrückt: desto weniger werden menschliche Redakteure benötigt.
turi2.tv (6-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Heimat-Werber Matthias Storath: "Marken werden wichtiger, je orientierungsloser wir sind."


Orientierungsmarken: "Definitiv ist die Marke die wichtigste Erfindung im Bereich der Kommunikation aller Zeiten", sagt Matthias Storath im Interview mit turi2.tv. In Zeiten zunehmender Orientierungslosigkeit werden Marken zur Orientierung immer wichtiger, ist der Geschäftsführer Kreation der Werbeagentur Heimat Berlin überzeugt. Das gilt auch für die FDP, für die Heimat Berlin 2017 Wahlwerbung gemacht hat: "Wir haben immer gesagt, wir machen keine politische Werbung, sondern wir behandeln die Partei als Marke." Trotzdem hat Wahlwerbung ihre eigenen Gesetze: "Sie müssen viel, viel schneller sein, Sie müssen agiler sein, sie müssen auf aktuelle Situationen reagieren können", sagt Storath. Außerdem müssen Werber und Marke zulassen, dass sich Menschen mit der Werbung beschäftigen und darauf reagieren.

Längst findet Werbung heute nicht mehr nur auf einem Kanal statt: "Wenn ich eine Plakatkampagne mache, kann ich nicht außer acht lassen, dass es digitale Kanäle gibt", sagt Storath. Im Idealfall ist die Plakatwerbung so interessant, dass die Leute in der digitalen Welt darüber sprechen. Online wird immer mehr Werbung auf Basis von Daten durch direktes Targeting der Kunden ausgespielt. An der Beziehung zwischen Markenkunden und Agenturen ändert sich daurch wenig, sagt Matthias Storath. "Abverkaufswerbung der Art 'das richtige Produkt zur richtigen Zeit' gab es schon immer" - nur eben nicht in Echtzeit und so individualisiert wie heute.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Marketing-Chefin Sabine Eckhardt: "ProSiebenSat.1 ist kein Gemischtwarenladen."

"Wir sind weiß Gott kein Gemischtwarenladen."

Sabine Eckhardt, Marketing-Chefin von ProSiebenSat.1, erklärt im Interview mit turi2.tv, dass sie Online-Geschäfte mit Sex-Toys, Erlebnis-Geschenken und Dating-Plattformen nutzt, um den "Datenschatz" all dieser Unternehmen zu heben.
turi2.tv (4-Min-Interview auf YouTube)

"Ich bin extrem genervt" – Wie "Cosmopolitan"-Chefin Anja Delastik mit Frauen-Klischees aufräumt.


Schön und schlau: Anja Delastik, Chefredakteurin von Bauers Starke-Frauen-Magazin Cosmopolitan, vergibt in Wiesbaden den Beauty-Award Prix de Beauté und offenbart im Interview mit "Horizont" und turi2.tv ein Sendungsbewusstsein, das über den schönen Schein hinausgeht. Bei "Cosmo" habe sie die Möglichkeit, Frauen zu erreichen und deren Leben positiv zu beeinflussen. Von Frauen-Magazin-Klischees, etwa dass Frauen immer schön und verführerisch sein müssten, will die Chefredakteurin jedenfalls nichts hören. "Das nervt mich extrem", sagt Delastik über Vorwürfe, "Cosmo" & Co würden ein antiquiertes Frauenbild vertreten.

"Wir machen genau das Gegenteil", so Delastik, "Cosmopolitan" stehe schon immer für Empowerment. Für ihre Mitarbeiterinnen – und auch den einen Mann in ihrer Redaktion – legt sie gar die Hand ins Feuer: Sie alle bezeichnen sich sehr gerne als Feministen.

Schöne Optik und schlaue Gedanken bringt Delastik problemlos unter einen Hut: "Beides ist wichtig", sagt die Chefredakteurin, macht aber einen Unterschied: Natürliche Schönheit ist in ihren Augen keine "Errungenschaft". Sein Äußeres könne dagegen jeder pflegen, genauso wie seinen Verstand. Mode und Beauty sind für die schöne "Cosmo"-Chefin Teil der Kommunikation.
turi2.tv (4-Min-Interview auf YouTube)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Bauer-Manager Jörg Hausendorf öffnet sein Kosmetik-Schränkchen.

Jörg Hausendorf öffnet sein Kosmetik-Schränkchen.


Beauty-Beichte: Jörg Hausendorf, Konzerngeschäftsleiter der Bauer Media Group, zeigt sich bei der Verleihung des Prix de Beauté als Early Adopter in Sachen Männer-Kosmetik. Der Zeitschriftenmanager gibt im launigen Video-Interview von Peter Turi Einblick in seinen Kosmetik-Kanon und berichtet über die Tiegel und Tuben, die er jeden Tag öffnet, um frisch und faltenfrei zu bleiben. "Das beginnt in der Früh mit einer Anti-Müdigkeits-Creme", sagt der frühere Bundeswehr-Offizier. Auch Knie und Ellenbogen versorgt er mit Lotionen, "wenn die zu rau werden". In Sachen Kosmetik bestätigt Hausendorf dem Durchschnittsmann aber noch Nachholbedarf, das "zeigen schon die nackten Zahlen".

Beim Prix de Beauté in Wiesbaden dominieren am Montagabend denn auch die Damen und die für sie gemachten Kosmetik-Produkte. Jörg Hausendorf erklärt die Strategie des Hamburger Zeitschriften-Hauses, das die Preise vergibt: "Wir verfolgen seit 2008 das Prinzip, alle Frauenzielgruppen aus einer Hand anbieten zu können." Der Kauf der Münchner Blätter "Cosmopolitan", "Shape" und "Joy" sei ein wichtiger Schritt gewesen. Die Übernahme des Luxus-Titels "Madame" Ende 2017 runde das Bauer-Portfolio nach oben hin ab.

Hausendorf sieht Kosmetik-Werbung in Print am besten aufgehoben: Print sei Aufmerksamkeits-, Entspannungs- und Vertrauensmedium. Beauty-Hersteller, die Marken aufbauen wollten, brauchten Print. Zeitschriften bereichern das Leben der Frauen, so Hausendorf.
turi2.tv (4-Min-Video)

"Testosteron ist nicht der beste Ratgeber": Julia Becker und Katarzyna Mol-Wolf im Doppel-Interview.


Erbin trifft Gründerin: Funke-Verlegerin Julia Becker und "Emotion"-Macherin Katarzyna Mol-Wolf bilden eine bislang unbekannte Allianz. Newcomerin Becker lässt sich von Mol-Wolf beraten und Mol-Wolf fühlt sich inspiriert von Beckers Ansichten. Zusammen schauen sie sich in Berlin den Steven-Spielberg-Film "Die Verlegerin" an. turi2.tv bittet die verlegerischen Freundinnen vorher vor die Kamera. Und lernt: "Frauen fallen Kooperationen leichter, weil es ihnen mehr um die Sache geht."

Für Julia Becker hat das Frau-Sein viele Vorteile. Statt Imponiergehabe stehen Lösungen im Vordergrund, wenn Frauen am Ruder stehen. Sie fühlt sich gut aufgenommen: "Mit mir verbindet man Begriffe wie weiblich, jung, modern, wobei jung auch nicht mehr so stimmt." An dieser Stelle hakt Mol-Wolf ein und schmeichelt: "Ich finde schon: jung!" Die beiden Top-Medienfrauen verstehen sich prächtig, was mögliche künftige Kooperationen ihrer Verlage denkbar macht. Becker jedenfalls sagt: Nur durch neue Allianzen und Kooperationen können sich Medien auch künftig noch ihre Unabhängigkeit leisten.
turi2.tv (7-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Das komplette 20-Min-Gespräch der beiden Verlegerinnen ungeschnitten:

Eine Redaktion, zwei Marken: Wie "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" im gemeinsamen Newsroom entstehen.


BoulevaRegionalzeitung: DuMont hat in Berlin eine ungewöhnliche Redaktion etabliert. Ein gemeinsames Team erstellt das Abo-Blatt "Berliner Zeitung" und den Boulevard-Titel "Berliner Kurier". Chefredakteur Jochen Arntz zeigt in der turi2.tv-Videoreportage, wie das funktioniert. Nach Personal-Abbau und vollzogener Vereinigung kündigt er neue Bezahl-Apps und Newsletter an.

150 Mitarbeiter zählt die Redaktionsgemeinschaft, ansässig direkt an der alten Zonengrenze zwischen Kreuzberg (West) und Mitte (Ost), geleitet die vom Dreigestirn Arntz, Elmar Jehn und Thilo Knott. Arntz verschweigt nicht, dass die Zusammenlegung keine Liebeshochzeit war. Eine Redaktion müsse "wirtschaftlich sein", sagt er, was so viel heißt wie: Auf dem turbulenten Berliner Zeitungsmarkt war Sparen angesagt. Viele Mitarbeiter mussten im Zuge der Zusammenlegung gehen. Arntz versucht es positiv zu nehmen: "Wir haben eine Redaktion neu aufbauen können - von der Technik und den Arbeitsabläufen her."

Im Alltag gibt es nun gemeinsame Ressorts, aus denen sowohl lange "Berliner Zeitung"-Stücke wie auch knallige "Kurier"-Schlagzeilen kommen – für die Zeitungen und die digitalen Kanäle. Arntz sagt, dass alle voneinander profitieren, fügt jedoch hinzu: "Wir haben unsere Dinge zusammen geworfen, wissen aber auch, wann wir sie wieder trennen müssen." Anders gesagt: Der "Kurier" beschäftigt sich häufiger mit den Schönheiten des weiblichen Körpers, die "Berliner Zeitung" widmet sich den schönen Künsten eher im Feuilleton.

Trotz aller Unterschiede startet der Berliner Newsroom nun auch gemeinsame Produkte. Ohne großen Rummel kam Ende 2017 die App Best of Berlin in die Stores. Sie bereitet täglich zehn Themen in anspruchsvoller Mobil-Ansicht auf; nach 30 Testtagen kostet sie 4,99 Euro. Arntz linst wie die Kollegen vom "Tagesspiegel" auf die Zielgruppe der Entscheider. Er sieht noch Potenzial für neue Spezial-Bezahlangebote, wie etwa Newsletter.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Auch bei turi2.tv: Jochen Arntz zeigt die Sonderausgabe der "Berliner Zeitung" zum Mauer-Jubiläum.

"Der Schweizer macht gerne viele Überstunden": Beat Balzli zeigt die "Wirtschaftswoche"-Redaktion.


Kein Platz für Klischees: Chefredakteur Beat Balzli ist mit der "Wirtschaftswoche" umgezogen – und führt turi2.tv durch die neue Etage. Luftiger, heller, moderner sei es, freut sich der Schweizer Balzli: "Wir sind im Jahr 2018 angekommen." In den offenen Räumen sollen Redakteure mehr auf Zuruf arbeiten und schneller vorankommen. Ein Schweizer und schnell? Klar, meint Balzli: "Die Schweizer gelten nur als langsam, weil sie Hochdeutsch so langsam sprechen." Was sie wirklich könnten: Teamarbeit und viele Überstunden. Die Redakteure lauschen gespannt.

Balzli führt von seinem Büro aus durch Foto- und Onlineredaktion. Vor allem hier will er Kommunikation. "Wo mehr Austausch ist, sind mehr Ideen", meint Balzli. "Und wo mehr Ideen sind, gibt es bessere Produkte." Der neue Onlinechef Lutz Knappmann, frisch aus München von Süddeutsche.de gekommen, will wiwo.de wieder sichtbarer machen. Seine Redaktion gehe aber nicht ins "rat race" mit anderen Portalen, sondern soll eigene Schwerpunkte setzen. Für die schnellen Themen gibt es ja auch noch handelsblatt.com im gleichen Haus.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Außerdem bei turi2.tv: Herausgeber Gabor Steingart zeigt das neue Handelsblatt-Haus.

"Facebook wird vollgepumpt": Privatfunk-Chef Hans Demmel will ARD und ZDF im Netz einschränken.


Mehr Zurückhaltung, bitte: Den privaten Sendern in Deutschland sind die Social-Media-Angebote von ARD, ZDF und Deutschlandradio ein Dorn im Auge. "Facebook wird vollgepumpt", kritisiert Hans Demmel, Vorstandschef des VPRT, im Interview von "Horizont" und turi2.tv. "Wir zahlen Gebühren dafür, dass Facebook im Umfeld Werbegelder einnimmt." Demmels Appell zur Zurückhaltung ist dringend: Heute beraten die Ministerpräsidenten über den neuen Telemedienauftrag.

Demmel verlangt von den Öffentlich-Rechtlichen, Facebook nur als Werbekanal zu nutzen. Auch die privaten Sender versuchten, Facebook-Nutzer auf die eigenen Seiten zu lotsen statt Programm exklusiv für die Plattformen zu machen. Öffentlich-rechtliche Journalisten dürften nicht verpflichtet werden, Facebook voll zu pumpen und einen US-Konkurrenten stärker zu machen. "Ein ausgeglichenes Spielfeld – mehr wollen wir gar nicht", sagt Demmel, im Hauptjob Geschäftsführer von n-tv, am Rande des Deutschen Medienkongress.

Er beobachtet, wie sich in Deutschland eine Opposition gegen das Mediensystem formt. Demmel schätzt, dass in einer Abstimmung heute ein Viertel der Deutschen gegen den Rundfunkbeitrag stimmen würden. Aus staatsbürgerlicher Sicht für ihn kein guter Zustand. Darum verlangt er Reformen und eine Besinnung auf den Kernauftrag. Doch den verlören die Sender oft aus dem Blick: Höherklassige Dokus würden immer häufiger im Nachtprogramm verschwinden oder auf Spartensender abgeschoben.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2.tv)

"Ich mache es so, wie ich denke": Ulrike Handel über ihre Rolle als Chefin.


Erst rackern, dann reden: Ulrike Handel präsentiert sich als entschlossene Führungsfrau. Die Chefin des Mediaagentur-Netzwerks Dentsu Aegis kritisiert ihr Umfeld als "Buzzword-Branche" und sagt über sich selbst: "Ich mache, liefere und erst dann erzähle ich, was ich mache." Im Interview von "Horizont" und turi2.tv denkt die frühere Springer-Managerin über ihre Rolle als Chefin nach und kommt zum Ergebnis: "Ich mache als Frau nichts anders. Ich mache es so, wie ich denke."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

"Qualität braucht Zeit": Deutsche-Bank-Manager Tim Alexander will die Blockchain behutsam begreifen.


Bitcoin ist nur der Beginn: Die Deutsche Bank muss sich vor einem digitalen Finanzsystem nicht fürchten. Sie sollte aber auch nicht überstürzt hineinspringen, sagt Marketingchef Tim Alexander im Interview von "Horizont" und turi2.tv. Alexander hat in der Schweiz gelernt: "In der Ruhe liegt die Kraft."

Die Blockchain-Technologie und die aus ihr folgenden Kryptowährungen sieht Alexander nicht als Gefahr. "Ich hab mir noch nie Sorgen gemacht über Ideen und gute Innovationen", meint er beim Deutschen Medienkongress. "Die Deutsche Bank hat sich 150 Jahre angepasst und Chancen genutzt." Laut Alexander sei die Bank zunächst dabei, Chancen für Kunden auszuloten: "Wir haben das in Deutschland ein bisschen verlernt: Qualität braucht Zeit."
turi2.tv (2-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Globaler, internationaler, digitaler: "Handelsblatt"-Chef Sven Afhüppe im Strategie-Gespräch.


Volle Kraft auf Expansion: Das "Handelsblatt" will seine neuen Redaktionsräume mit digitalem Journalismus füllen. Chefredakteur Sven Afhüppe beschreibt im turi2.tv-Interview seine Schwerpunkte: Der digitale Leser wird zum wichtigsten Kunden. Mit Handelsblatt TV erschließt sich die Redaktion neue Kanäle. Und große Hoffnungen verbindet Afhüppe mit dem internationalen Markt – weil die britische "Financial Times" nach dem Brexit außerhalb der EU erscheint. Im Einzelnen:

Kunden: Afhüppe schätzt, dass schon in diesem Jahr jeder zweite Abonnent ein digitaler Kunde sein wird. Auf handelsblatt.com werden die kostenpflichtigen Premium-Artikel seit einiger Zeit immer präsenter. Der Verlag zieht die Abo-Schranke noch höher. "Wir entwickeln den digitalen Kunden zu unserem wahrscheinlich wichtigsten Kunden", sagt Afhüppe.

Video: Bewegtbild ist eines der Felder, über das Afhüppe Reichweite aufbauen will, um an neue Kunden heranzukommen. Er will "keine klinisch perfekten Fernsehsendungen", sondern das Fachwissen seiner Redakteure neu aufbereiten, in Videos und Livestreams. Sie sollen nicht nur schreiben, sondern zunehmend vor der Kamera sprechen. "Wir nennen das Handelsblatt TV, ohne jetzt ARD und ZDF Angst machen zu wollen." Allein mit Bewegtbild rechnet Afhüppe, "weit mehr als 10 Mio Menschen" erreichen zu können.

Intelligence Unit: Neu eingestellte Mitarbeiter beginnen gerade in Berlin, das digitale "Handelsblatt"-Angebot zu analysieren und speziell in den Bereichen Video und Social Media zu verstärken. Das Team solle eine "Aktivierungs-Unit" sein, die über Daten herausfindet, welche Themen Nutzer interessieren und wo die "Handelsblatt"-Kanäle vielleicht zu wenig Inhalte bieten. "Über Datenanalyse wissen wir, was gewünscht ist."

International: Afhüppe will die englischsprachigen Angebote des Verlags, Handelsblatt Global, enger an das zentrale Angebot anbinden. Die normale "Handelsblatt"-App (Android: hier klicken) wird künftig auch Englisch können. Afhüppe sieht durch den Austritt des "Financial Times"-Heimatlandes Großbritannien eine Lücke, die sich auftut: "Wer ist dann die englischsprachige Stimme aus Europa? Da sehen wir eine große Chance."
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Auch aktuell bei turi2.tv: Gabor Steingart zeigt das neue Handelsblatt-Haus.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey: "Wir Journalisten brauchen Demut."

Kleine Töne spucken: ZDF-Chefredakteur Peter Frey findet Journalisten wichtiger denn je. Doch der Respekt vor der eigenen Rolle sollte dabei nicht zu kurz kommen, sagt er im Interview von "Horizont" und turi2.tv. "Wir Journalisten müssen unsere Rolle mit Demut wahrnehmen."

Frey beobachtet ein Misstrauen gegenüber Medien in Teilen der Gesellschaft, aber ein weiterhin hohes Vertrauen in der Breite. Dieses Vertrauen sollten Journalisten nicht enttäuschen und sich an den Werten Selbstkritik, Transparenz und Demut orientieren. Auch darum gibt es eine Korrektur-Rubrik auf heute.de.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Klaus Brinkbäumer: "Die Medien werden durch Angriffe besser."


Krise als Chance: "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer ist besorgt über die politische Polarisierung. Doch für Medien sind Trump, die AfD und "Lügenpresse"-Kritik auch gut, sagt er im Interview von "Horizont" und turi2.tv. "Demokratie wird ernsthaft infrage gestellt", sagt Brinkbäumer. "Da hat die Presse ihre Aufgabe zu erfüllen." Bedrohungen und Angriffe ließen neue Medien-Netzwerke entstehen – was den Journalismus stärkt.

Brinkbäumer ist im Gespräch beim Deutschen Medienkongress überzeugt, dass gute Medien lernfähig sind. Viele Kollegen in den USA hinterfragten sich selbst nach der Wahl von Donald Trump. Inzwischen behandelten sie den US-Präsidenten nicht mehr als Unterhaltungs-Phänomen. Brinkbäumer macht in der breiten Öffentlichkeit ein Bedürfnis nach Klarheit aus und diese Aufklärung könnten Medien ihnen bieten. Dazu gehöre auch, Fehler zuzugeben: Der "Spiegel"-Chef benennt mehrere Titel, die er so nicht erneut drucken würde.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Ebenfalls spannend bei turi2.tv: Das ungeschnittene Video-Interview mit Klaus Brinkbäumer zur turi2 edition3.

Opinary sammelt 3 Mio Euro ein – Pia Frey erklärt ihr Medien-Startup.


Aus Meinung Geld machen: Opinary, Startup aus Berlin, sammelt weitere 3 Mio Euro ein. Das Geld kommt unter anderem vom Neu-Investor Project A sowie bisherigen Geldgebern, darunter eine Risikokapital-Firma der Samwer-Brüder. Im Video von turi2.tv und "Horizont" erklärt Gründerin Pia Frey, wie Opinary aus Nutzer-Interaktionen Geld macht.

Die Abstimmungen von Opinary sind auf vielen Nachrichten-Websites eingebunden. Sie sollen die Interaktion von Nutzern fördern und zugleich Daten sammeln. Verlage können so mehr über ihre Kunden lernen, verspricht Frey. Interaktionen sollen zudem Leser zu loyaleren Kunden machen. Zugleich schalten Firmen Umfragen und verbinden sie mit Anzeigen für ihre Produkte. Mit dem nun eingesammelten Kapital will Opinary im US-Markt expandieren.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)
gruenderszene.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Jens Twiehaus

Vice.de-Chefin Laura Himmelreich kündigt ein Anti-Sexismus-Team an.


Kein Platz für dicke Hose: Vice will Schluss machen mit Patriarchat und Macho-Strukturen. Online-Chefredakteurin Laura Himmelreich stellt sich deshalb entschlossen gegen Sexismus. Im Video-Interview beim Deutschen Medienkongress kündigt sie ein Gremium aus fünf Mitarbeiterinnen an, das intern Sexismus-Vorwürfen nachgeht. Himmelreich beobachtet einen "erheblichen Fortschritt" im Kampf gegen Sexismus, seit sie im "stern" mit der Dirndl-Affäre um Rainer Brüderle die #Aufschrei-Debatte anschob.

Himmelreich bietet sich auch persönlich als Vertrauensperson an für Kolleginnen, die unter dämlichen Sprüchen oder anderen Übergriffen leiden. Immer mehr Frauen brechen ihr Schweigen und machen Vorwürfe öffentlich. Himmelreich begrüßt das im Interview von "Horizont" und turi2.tv und findet es richtig, wenn dabei auch die Namen der Männer genannt werden. Die Recherche gegen Regisseur Dieter Wedel im "Zeit-Magazin" etwa sei notwendig, zumal sich mehrere Berichte deckten und eidesstattliche Erklärungen vorlägen. Die Öffentlichkeit rede erst über das Thema, wenn prominente Namen fallen.
turi2.tv (6-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Klatschblatt-König Kai Rose: Sind Sie Vater der Fake News?


Alles nur geträumt: Klambt-Gesellschafter Kai Rose verdient gut an Geschichten über die Reichen und Royalen. Seine Klatsch-Zeitschriften fabulieren wöchentlich über die große Liebe und schmerzhafte Lebensbeichten. Heißer Stoff, der oft nur heiße Luft ist. Kai Rose verteidigt im Video-Interview auf dem Deutschen Medienkongress die gedruckten Seifenopern der Mediengruppe Klambt: "Das sind Träumereien, das sind Geschichten und das weiß die Leserschaft." Wirklich?

Kai Rose, der Verleger-Spross, sieht seine Magazine wie "7 Tage" oder "Woche der Frau" im Bereich der Daily Soap. Er ist überzeugt, dass die Leserinnen die bunten Geschichten nicht zu 100 % ernst nehmen. "Sie lassen sich unterhalten durch die Geschichten", sagt er im "Horizont"- und turi2.tv-Interview. "Wir sehen das nicht als Fake News an." Um große Fehlschläge zu vermeiden und auch, um juristische Kosten zu sparen, gebe der Verlag den Chefredaktionen "klare Grenzen" vor.

Keinen Einfluss hat Rose hingegen auf die natürliche Alterung seiner Print-Leserschaft. Die Klatsch-Titel, räumt er ein, seien kaum ins Digitale zu transformieren. Für das Geschäft im Netz setzt Klambt auf neue Marken wie "Grazia". Das Medienhaus erreiche im Jahr seines 175. Jubiläums inzwischen monatlich 5 Mio Frauen online.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Ebenfalls spannend auf turi2.tv: Wie Funke-Verlegerin Julia Becker ihre Klatschblätter an die kurze Leine nehmen will.

"Focus"-Chefredakteur Robert Schneider ist überzeugt, dass noch was geht.


Das Interview mit Robert Schneider (oben) entstand im Zusammenhang mit einem Rundgang durch die Redaktion (siehe unten).

Schneider, der Handwerker: Mit Robert Schneider kann der Focus heute Abend beruhigt seinen 25. Geburtstag feiern. Chefredakteur Schneider ist Magazin-Mann aus Leidenschaft und begabter Blattmacher. Der Blick auf die Auflage macht ihn nicht nervös. "Es geht was", sagt Schneider im turi2.tv-Interview. "Es ist nicht so negativ, wie wir Journalisten unsere Branche selbst zerreden."

Schneider denkt klassisch, er macht "Focus" wie vor 25 Jahren. Jedes Heft soll Gesprächsstoff liefern, auch wenn die Redaktion mit dem Umzug von München nach Berlin schmerzhaft geschrumpft ist. "Ein 'Focus' ist gelungen, wenn die Leute drei, vier Dinner Talks aus dem Heft haben." Trotz vieler Rückenschmerz- und Burnout-Cover verteidigt Schneider die Bezeichnung als Nachrichtenmagazin. "News to use" seien die "Focus"-Erfolgsformel und längst Alltag bei "Spiegel" und "stern".
turi2.tv (10-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Michael Korbacher ist der Wolken-Mann bei Google.


Kampf um die Daten: Google stürzt sich voll hinein ins lukrative Geschäft der Datenspeicherung. Michael Korbacher ist Deutschland-Chef der Google Cloud und damit Chef-Angreifer der anderen Daten-Dienstleister Amazon und Microsoft. Korbacher beschreibt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv, warum Firmen ihr Herz und ihre Seele in die Wolke auslagern sollten. Und warum ihre erste Wahl dabei Google ist: "Wir sind eine Firma, die in der Cloud geboren wurde."

Korbacher wirbt mit dem Alleinstellungsmerkmal der vielen Innovationen von Google. Kaum ein Unternehmen versteht es besser, Daten zu strukturieren, zu durchleuchten und zu nutzen als der Suchmaschinen-Gigant. "Wenn ich heute ein Business starte, würde ich mir keine eigene Infrastruktur mehr aufbauen", sagt Korbacher beim Google Cloud Summit in München. Er wirbt um Vertrauen und verspricht absolute Sicherheit für vertrauliche Geschäftsdaten. Schließlich gebe es kaum ein Unternehmen, das sich so mit digitalen Sicherheitsvorkehrungen auskenne wie Google.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Wie Mister-Spex-Marketingchef Jens Reich den Brillenkauf im Netz pushen will.


Digitale Sehstörung: Der deutsche Brillenhandel hat den digitalen Wandel noch vor sich. 95 % der Spekuliereisen gehen analog über die Ladentheke. Marketingchef Jens Reich ist beim Berliner Brillen-Versender Mister Spex deshalb vor allem "edukativ" unterwegs, wie er im Video von "Horizont" und turi2.tv sagt. Der größte Konkurrent von Mister Spex im E-Commerce ist nicht Fielmann, sondern die deutsche Digital-Zurückhaltung.

"Bei Online-Competitors bin ich relativ entspannt", sagt Reich. "Ich glaube sogar, dass wir uns gegenseitig befruchten können. Wir ziehen an einem Strang." Mister Spex geht einen hybriden Weg zwischen Onlinehandel und Kundenkontakt im analogen Leben: Online finden Kunden eine große Auswahl, in Berlin eröffnete vergangenes Jahr der erste von inzwischen sechs Läden. Brillenkäufer schätzen Beratung. Deshalb setzt Reich in der Werbung weniger auf Witz und Emotionen und versucht eher, ganz sachlich Kompetenz zu vermitteln.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Parship-Werber Herbert Murschenhofer freut sich über Slogan-Klau.

Alle 11 Minuten ... klaut ein Kreativer eine Idee. Was manche ärgert, macht die Hamburger Liebes-Plattform Parship stolz. Marketingchef Herbert Murschenhofer erzählt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv, dass sogar eine Gewalt-gegen-Frauen-Kampagne seinen Slogan gerne kapern darf. "Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single ..." sei eine sehr sichere Aussage, meint Murschenhofer: "Ich würde es mich gar nicht anders trauen, unsere Justiziarin ist sehr strikt."

Murschenhofer fühlt sich gut gerüstet gegen die Macht der modernen Dating-Apps. Konkurrenten wie Tinder und Lovoo, deutet er an, bieten eher die schnelle Nummer. Das kostenpflichtige Parship lege den Fokus auf langfristige, ernsthafte Beziehungen. Dafür ist regelmäßige Frischfleisch-Zufuhr, also neue Mitglieder, nötig: "Größe ist bei einem Marktplatz-Modell wichtig. Je mehr Leute da sind, desto mehr Partnervorschläge können wir machen."
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Cornelia Holsten mahnt Influencer zu klarer Werbe-Kennzeichnung.


Schleichende Verbesserung: Cornelia Holsten kämpft gegen Schleichwerbung in sozialen Medien. Und die Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt sieht erste Erfolge: Influencer auf YouTube kennzeichnen Produktplatzierungen besser, sagt sie im Interview von "Horizont" und turi2.tv beim Bewegtbildgipfel in Düsseldorf. Sorgenkinder: Instagram und einige Werbungtreibende.

Einige Unternehmen verheizten Influencer ohne Rücksicht und Strategie. "Damit zerstören sie ein ganzes Marketing-Segment", sagt Holsten, die ab Januar als Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten zur Chef-Aufseherin wird. Ihr ganz persönlicher Tipp für die richtige Kennzeichnung: Das Hashtag #werbung an die erste Stelle setzen. "Das versteht jeder und würde im Zweifel auch jedes Gericht verstehen."
turi2.tv (3-Min-Interview auf YouTube)

Media-Chef Uwe Storch streut Ferreros Werbe-Millionen breiter.


Schoko auf allen Kanälen: Uwe Storch hat den süßesten Job der Branche. Der Media-Chef von Ferrero platziert Werbung für 28 Marken in deutschen Medien. Nutella, Duplo und die Ü-Eier sind seine "Kinder". Papa Uwe platziert sie immer seltener in teuren TV-Spots. Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv sagt der Print-Fan: "Wir versuchen heute, alle Medien zu nutzen." Eine kluge Verhandlungsposition, mit der er die Preise drücken kann. Kritisch merkt Storch an: "Wir kennen von allem den Preis, aber von wenigem den echten Wert." Storch persönlich hält sich von sozialen Medien weitgehend fern, weil er "vielleicht zu alt" dafür sei.
turi2.tv (3-Min-Interview auf YouTube)

Ulf Poschardt glaubt an Zeitungen, aber längst nicht an alle.


Survival of the bravest: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt glaubt an eine Bereinigung auf dem Zeitungsmarkt. Einige, die sich der Digitalisierung verweigern, werden verschwinden, sagt Poschardt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv. "Print wird bleiben, aber es wird nur das Allerbeste bleiben", sagt er beim best4-Event in Frankfurt. Und fordert von Kollegen harte journalistische Arbeit ein: "Damit macht man die Punkte und nicht mit Sonntagsreden."

Poschardt selbst liebt Analoges: Zeitungen, Bücher, alte Autos. Deshalb erfasse ihn eine "zarte Melancholie", wenn er auf die sinkenden Reichweiten der Zeitungen schaut. Der "Welt"-Chefredakteur verzagt aber nicht, weil das digitale Geschäft brummt, sondern fasst sich ein Herz. "Ich muss einfach arbeiten. Es geht nur um harte journalistische Arbeit", sagt Poschardt: "Ich versuche alles, was nicht schreiben und Journalismus ist, in meinem Alltag so klein wie möglich zu halten."
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)