interview2: Dennis Ballwieser verabreicht den Lesern der “Apotheken Umschau” die richtige Medizin.


Drucken, was reich macht: Dr. med. Dennis Ballwieser, Geschäftsführer des Wort & Bild Verlags, lockt mit der Apotheken Umschau Millionen Kunden in die Apotheke und verdient an jeder weitergegebenen Zeitschrift mit, denn die Apotheker bezahlen das Heft. Damit die Kunden immer wieder nach dem Magazin fragen, gibt Wort & Bild schätzungsweise 30 Mio Euro pro Jahr für Werbung aus. "Unsere Werbung wirkt nicht, weil wir viel Geld ausgeben", sagt Ballwieser im Interview mit Peter Turi am Rande des Deutschen Medienkongresses von "Horizont", "die Werbung wirkt, weil wir das Versprechen für den Apotheker und den Leser einlösen."

Bei knausrigen Apothekern argumentiert Ballwieser mit der Kundenbindung: Jeder Kunde, der nach dem Heft fragt, sei ein persönlicher Kontakt und komme zufriedener wieder. Dafür zwischen 50 Cent und 1 Euro zu zahlen, sei fair und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Kritiker mokieren sich gelegentlich über die "Rentner-Bravo" oder den "Stützstrumpf der Nation" - das ficht den promovierten Anästhesisten und gelernten Journalisten nicht an: "'Rentner-Bravo' ist für uns eigentlich ein Lob", schließlich war die "Bravo" in seiner Generation das Heft, das man gelesen haben musste.
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interview2: Samsung-Manager Sascha Lekic sieht keinen Negativ-Effekt durch das Note-7-Debakel.


Das nächste Smartphone ist immer das Beste: Sascha Lekic, Samsung-Manager mit Verantwortung für IT und Mobile Communications bei Geschäftskunden, will keinen Negativ-Effekt auf die Marke Samsung durch das Debakel um den Taschen-Ofen Galaxy Note 7 erkennen - die Kunden seien auf andere Geräte aus dem Samsung-Reich umgestiegen, sagt Lekic im Video-Interview am Rande des Deutschen Medienkongresses in Frankfurt. Experten schätzen, dass das brandgefährliche Riesen-Smartphone den Konzern 1,2 Mrd Euro gekostet hat.

Lieber spricht der Manager über den Vorstoß des Konzerns in die virtuelle Realität. Anders als die Konkurrenz von Sony, Oculus und Co setzen die Koreaner nicht auf spezielle VR-Brillen, sondern auf eine Steck-Kombination aus VR-Gestell und Smartphone. "Ich glaube fest an die Demokratisierung der VR-Technologie", sagt Lekic und setzt auf ein "VR-Ökosystem", das einen niedrigen Einstiegspreis bietet. Einsatzmöglichkeiten sieht er vor allem im Marketing und schwärmt, "mit Virtual Reality wird das alles lebendig".
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interview2: Bahn-Sprecher Jürgen Kornmann erklärt die digitale Medienzukunft im ICE.


Digitaler D-Zug: Die Deutsche Bahn rüstet ihre ICE zur Multimedia-Zentrale um. Ab dem 2. Quartal können Reisende gratis 50 Filme von Maxdome abrufen. Das bordeigene ICE-Portal wird erweitert um ein Bezahlangebot für Hörbücher und Spiele, sodass sie "deutlich im Umfang steigen", kündigt Sprecher Jürgen Kornmann im turi2.tv-Interview an. Das Kundenmagazin Mobil bekommt ein Update: Die G+J-Tochter Territory soll es "wesentlich digitaler" machen.

Print an Bord bekommt damit mächtige Konkurrenz – zumal seit Jahresbeginn alle ICE-Reisenden das kostenlose W-Lan nutzen können. Das Angebot kommt an: Bereits in der ersten Woche loggten sich eine halbe Mio Fahrgäste mit ihren mobilen Geräten ein. Gedruckte Zeitungen gibt es in der 1. Klasse weiterhin: "Wir werden an Print festhalten", sagt Kornmann. Das gelte ebenso für "Mobil" – auch wenn er im Interview vielsagend andeutet, "noch" sei der Titel mit einer Printausgabe vertreten.
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interview2: ZDF-Gesicht Martin Leutke krempelt die Kommunikation der Lufthansa um.


ZDF verleiht Flügel: Martin Leutke war das Gesicht der Sendung "Wiso" – seit Oktober steht er im Dienst der Lufthansa. Dort baut er die Kommunikation mit der Presse um. Sein Sprecher-Team kämpft wie eine klassische Redaktion mit dem Medienwandel. "Wir müssen die Geschwindigkeit mitgehen und das Tempo halten", sagt Leutke im turi2.tv-Interview auf dem Frankfurter Flughafen. Ihn habe die Neugier auf Neues unter die Schwingen des Kranichs getrieben.

Leutke und seine Leute bändigen jeden Tag die vielen Kommunikationskanäle. Die Lufthansa müsse auf allen Plattformen gleichermaßen präsent sein, sagt er. Mitarbeiter der Airline twittern und tippen klassische Pressemitteilungen in einem hochmodernen Newsroom, sie telefonieren und snappen, posten und füllen Medien für Mitarbeiter, die rund um den Globus unterwegs sind. Leutke profitiert von seiner ZDF-Erfahrung: Er weiß noch, wie man Kamerateams glücklich und sich Journalisten zum Freund macht.
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interview2: Telekom-PR-Chef Philipp Schindera erteilt Print eine Abfuhr.


Das Herz am digitalen Fleck: Philipp Schindera, Kommunikations-Chef der Telekom, bespielt mit seinem Team 24 Kanäle – von Zeitungen über die eigene Website bis zu Snapchat. Printmedien spielen eine immer kleinere Rolle, erzählt Schindera beim turi2.tv-Interview in Bonn. "Unser Produkt ist digital. Wir bringen den Menschen das Digitale nach Hause. Deshalb setzen wir konsequent auf digitale Inhalte." Ob das Marketing in fünf Jahren noch Print-Anzeigen schaltet? "Das wird sich zeigen", antwortet Schindera.

Die Telekom gucke sich Entwicklungen im Content Marketing "interessiert" an und schätze digitale Werbung, weil Kunden dort zielgerichteter angesprochen werden können. Auch Schindera beobachtet an sich, wie sein Alltag ganz selbstverständlich digital wird. Seine "TV Digital"-Zeitschrift, die zusammen mit der Telekom entsteht, nutzt er nur noch "sehr, sehr selten", weil elektronische Programmführer und Apps immer besser werden.
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interview2: FFH-Chef Hans-Dieter Hillmoth sieht das Privatradio in der Tutti-Frutti-Falle.


TV harms the Radio star: Hans-Dieter Hillmoth ist seit 1989 Chef von FFH und das Gesicht des Privatradios in Deutschland. Radio fasziniert ihn – Lästereien über die Privaten nerven. "Das private Radio ist viel besser als das private Fernsehen", sagt Hillmoth beim turi2.tv-Besuch im Funkhaus Bad Vilbel. Das Schmuddel-Image aus der Tutti-Frutti-Zeit schadet bis heute auch den privaten Hörfunkern.

Radio erfülle eine wichtige Rolle in den Regionen. FFH vollbringe in Hessen eine "integrative Leistung", berichte aus allen Landesteilen seriös statt reißerisch. Hillmoth, der ab Januar auch Aufsichtsrats-Chef des Vermarkters RMS ist, blickt auf ein gutes Werbegeschäft 2016 zurück. Dabei profitiere das Privatradio von der Tageszeitungskrise: Kunden schichteten Budgets um: von der Tageszeitung zum Radio.
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interview2: Filmproduzent Andreas Bareiss hofft auf Besserung bei Sat.1.


Problem-Produktion: Bei Sat.1 liegt Staub auf dem Glanz vergangener Tage. Produzent Andreas Bareiss hofft, dass der Sender 2017 im Filmbereich einen Sprung nach vorne macht. Ein Sender, der nur sechs oder zehn Filme im Jahr herstellt, sei für den Zuschauer nicht mehr wahrnehmbar, sagt der "Wanderhuren"-Produzent Bareiss im turi2.tv-Interview. Produzenten und Kreativen fehle Planbarkeit. Am 14. Februar läuft Bareiss' "Die Ketzerbraut" bei Sat.1.

Das jahrelange Sparen an Filmen hat aus Bareiss' Sicht eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt. Wenn ein Sender kaum noch wahrgenommen wird, sei er nicht in der Lage, gutes Programm zu platzieren. Auf die Frage, ob Besserung in Sicht ist, antwortet Bareiss vorsichtig: "Es wird anders." Das neue Team um die Fiction-Chefs Yvonne Weber und Stefan Gärtner habe den Willen, an die alte Qualität anzuknüpfen und Verlässlichkeit in den Markt reinzutragen.
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interview2: Dem Deutschlandradio stehen große Veränderungen bevor, sagt Intendant Willi Steul.


Das war erst der Anfang: Intendant Willi Steul kündigt tiefgreifende Reformen beim Funk-Flaggschiff Deutschlandradio an. Sein Nachfolger werde redaktionelle Abläufe ändern, stärker visuell und für Plattformen produzieren lassen, stellt Steul im turi2.tv-Interview in Aussicht. Er geht im Mai in den Ruhestand. In den vergangenen Jahren habe er einen Modernisierungsstau aufgelöst. Der neue Intendant müsse "den Zug in Fahrt bringen".

Steul ruft die Mitarbeiter von Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen auf, vieles in Frage zu stellen. Abläufe müssten sich grundlegend ändern, um Radio via Spotify und Podcast aufs iPhone zu bringen oder ein Visual Radio zu produzieren. Steul kritisiert, dass einige auf der Bremse stehen: "Nicht alle gehen mit dieser Leidenschaft an Veränderungen heran – das ist eine Aufgabe, die man intern zu bewältigen hat." Steul selbst will sich das aus der Distanz anschauen. Der Ethnologe und Historiker plant ein Buch über Dschingis Khan und ein Drehbuch zusammen mit seiner älteren Tochter.
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interview2: Sigrun Albert holt einen Hauch von Neuland nach Oberfranken.


Boomtown Bamberg: Die Mediengruppe Oberfranken buhlt um Startups. Verlags-Geschäftsführerin Sigrun Albert erklärt im turi2.tv-Interview, wie junge Gründer und ein altes regionales Medienhaus zusammenfinden. Albert will keine Rendite aus frischen Ideen rauspressen, sondern Geschwindigkeit in den Verlag bringen und ganz viel lernen. Der Journalismus funktioniere schließlich noch gut, "unsere Zeitungen sind unsere Cashcows".

Die Tochter MGO Digital Ventures investiert jeweils bis zu eine halbe Mio Euro und ist u.a. am Digitalbuch-Startup Blinkist und dem Shop Tausendkind beteiligt. "Wir wollen unser Portfolio erweitern und in Geschäftsfelder vordringen, die nicht eng mit unserer Tradition zu tun haben." Und wie geht es mit dem Lernen voneinander voran? Albert gibt zu, noch nicht zu wissen, wie sich Startup-Denke übertragen lässt. Die Gründer hätten auch nicht ständig Zeit, nach Bamberg zu reisen, um zu erklären, wie die neue Welt funktioniert.
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interview2: Nora-Vanessa Wohlert verwandelt mit Edition F weibliche Emotionen in Euros.


E wie erfolgreich: Nora-Vanessa Wohlert baut mit Susann Hoffmann ein vorbildliches Medien-Startup auf – Edition F ist seit 2014 die digitale Heimat erfolgreicher Frauen. Wohlert wundert sich im turi2.tv-Interview, dass große Verlage starke Frauen nur über Zeitschriften ansprechen. Was gut für Edition F ist: Konkurrenz gibt es kaum. Ab heute soll die Stellenanzeige 3.0 frisches Kapital in die Kasse spülen: In der neuen Jobbörse vermitteln Firmen über Fotos, Videos und Backstage-Blicke ein Gefühl für sich.

Gründerin Wohlert beschäftigt inzwischen 19 Menschen, finanziert von Risikokapital und laufenden Einnahmen. Ihr Erfolgsrezept lautet offiziell: ein passendes Thema haben, ein gutes Team aufbauen und sich selbst eingestehen, wenn was nicht läuft. In Wahrheit hat sie vor allem eines besser gemacht als andere gründende Journalisten: Wohlert wollte sich mit ihrer Partnerin Hoffmann nicht nur selbst verwirklichen, sondern von vornherein Geld verdienen und wachsen. Wohlert empfiehlt Gründern, im ständigen Austausch mit Nutzern und anderen Geschäftsführern zu bleiben – und offen zu sein für Kooperationen.
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interview2: Wirtschaftsinformatiker August-Wilhelm Scheer fordert Auto-Hersteller zur Zusammenarbeit auf.


Individuell, aber gemeinsam: Auto-Hersteller müssen sich auf eine neue Welle der Digitalisierung einstellen, sagt Professor August-Wilhelm Scheer am Rande des IT-Gipfels in Saarbrücken. Vor allem der Trend zur Individualisierung ändere sich, beobachtet der Wirtschafts-Informatiker. Ging es bisher darum, Produkte an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen - etwa die Konfiguration eines Autos nach Farbe, Ausstattung und Motorleistung -, seien es künftig eher die Dienstleistungen, die sich individuelleren lassen müssten.

Als Beispiel dient Scheer das Auto der Zukunft: Ein selbstfahrendes Vehikel, das der Nutzer auf Abruf vorfahren lässt, müsse bereits auf den Fahrer eingestellt sein, wenn es bei ihm ankommt. Das betreffe die Sitze und Spiegel genauso wie das Bordentertainment. Damit solche Features auch über Hersteller-Grenzen hinweg funktionieren, rät Scheer den Auto-Konzernen dringend zur Kooperation - andernfalls säßen bald Google oder Apple am Steuer von BMW, VW oder Mercedes.
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interview2: BMW-Marketingchefin Stefanie Wurst erreicht nicht mehr alle Menschen über Medien.

Jeder nach seiner Facon: Die Produkt-Palette von BMW wird breiter – und damit auch die Zielgruppe. Marketingchefin Stefanie Wurst erklärt im turi2.tv-Interview, wie sie welche Käufer erreicht: Bei den E-Auto-Modellen gibt sie überall kräftig Gas. Werbung für besonders teure Autos spielt sie hingegen oft nicht mehr über Medien, sondern über Events und Partner. "Das Budget geht häufig an der Verlagsbranche vorbei", sagt Wurst.

Die Fullspeed-Werberin glaubt fest an einen Siegeszug der elektrischen Mobilität. Während VW nun Kräfte dorthin verlagert, forscht und testet BMW seit Jahren. "Wir sind an einer Schwelle gelandet, wo das Thema E-Mobilität in die Breite geht", meint Wurst – auch wenn die Verkaufszahlen noch mickrig sind. Die neue Produktklasse ist nur einer von vielen Umbrüchen im BMW-Konzern. Auch selbst produzierte Medien spielen eine immer größere Rolle. Zum Medienhaus werde BMW aber sicher nicht. Inhalte seien Teil des Geschäfts, nicht der Kern.
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interview2: Otto-Chef Hans-Otto Schrader lockert das Hamburger Handelsimperium auf.


Kulturschock aus dem Katalog: Hans-Otto Schrader lüftet beim Hamburger Otto-Versand kräftig durch – nach 40 Jahren im Unternehmen will der Boss von 50.000 Angestellten nichts anderes als eine neue Kultur der Kooperation einführen. Der Vorstandschef propagiert Offenheit und macht sich selber locker, erzählt er im turi2.tv-Interview beim VDZ Publishers' Summit. Seine Kulturwandel-Workshops besucht er in Turnschuhen und Schlabber-Look.

Schrader glaubt, dass Verlage und Händler wie Otto vor den gleichen Herausforderungen stehen. Beide gehen mit Inhalten um, wollen Communitys bauen – und haben nicht zuletzt die gleichen Konkurrenten. Otto wetteifert mit Amazon, ist aber durch seinen Hermes-Versand zugleich Dienstleister. Journalismus will die riesig große Otto Group nicht selber machen, sagt Schrader. Im Datengeschäft sieht er aber ein entscheidendes Feld und nennt die Otto Group Media als zentralen Punkt, Erfahrung in Online-Vermarktung und Suchtechnologie aufzubauen.
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interview2: Jörg Quoos macht die Funke-Zentralredaktion zur Marke.


Raus aus dem Schatten: Jörg Quoos baut mit seiner Funke-Zentralredaktion Zeitungsseiten für alle Funke-Zeitungen von "Hamburger Abendblatt" über "WAZ" bis zur Zeitungsgruppe Thüringen. Seit gut einem Jahr arbeitet Quoos mit seiner Truppe unter Volllast und zeigt sich im Interview von turi2.tv am Rande des Publishers' Summit des VDZ zufrieden. "Es läuft viel besser, als ich es mir in den kühnsten Träumen habe vorstellen können", sagt Quoos und freut sich, dass es in Radio und TV immer häufiger heißt, "wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten".

Dass er damit in Konkurrenz zu den eigenen Zeitungsmarken am Kiosk tritt, glaubt er nicht. Fast alle Funke-Blätter haben sich seit dem Antritt der Zentralredaktion im Zitate-Ranking verbessert, und werden nun mit ihren eigenen Recherchen öfter zitiert, sagt Quoos. Der Chefredakteur glaubt an einen "zusätzlichen, sportlichen Anreiz" bei den Kollegen im Lokalen, es mit ihren eigenen Geschichten auch in die "Tagesschau" zu schaffen.
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interview2: Verlage sollen sich zusammenraufen, fordert Burda-Vorstand Philipp Welte.


Veni, vidi, Welte: Die deutschen Verlage müssen noch enger kooperieren, appelliert Burda-Verlagsvorstand Philipp Welte im turi2.tv-Interview von Peter Turi. In der Schlacht um schwindende Werbe- und Vertriebs-Millionen brauche es effizientere Strukturen, sagt Welte am Rande des Publishers' Summit des VDZ. Bei TV-Vermarktern, Mediaagenturen und im Digitalen gebe es "sehr, sehr große Einheiten" – nur die Verlage seien "hunderte Einzelkämpfer".

Welte erinnert daran, dass die stolze und traditionsreiche Verlagsbranche bald unter die 1-Mrd-Euro-Grenze ihrer Netto-Werbeumsätze fällt. "Diese Zahlen lügen nicht", sagt Welte, in dieser neuen Realität müssten sich Verlage verorten. Er glaubt nicht, dass auf diese Weise ein einheitlicher Apparat entsteht. Publizistisch brauche es Pluralismus, unternehmerisch mehr Effizienz durch Kooperationen. Welte ist zuversichtlich, dass sich die Unternehmen trotz des Streits um die Wahl von VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner gelingt.
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interview2: Klaus-Peter Frahm baut aus Ideen Medien-Produkte.


Vom Problem zum Produkt: Klaus-Peter Frahm versucht, aus wirren Ideen konkrete Innovationen für Medienhäuser herzustellen. Der Leiter Business Development bei der dpa-Tochter news aktuell kennt keinen Königsweg, möglichst schnell ein Produkt auf den Markt zu bringen. Unverzichtbar ist aber ein großes Selbstvertrauen, erläutert er im turi2.tv-Interview: "Das beste Produkt ist immer das Produkt, an dem ich gerade arbeite."

Frahm nennt als wichtigsten Schritt zur Lösung: Macher müssen Produktinnovation als komplexes System akzeptieren – und bewältigen. Er selbst beschäftigt sich derzeit mit der Frage, wie kleine Unternehmen und Vereine besser PR mit den Angeboten von news aktuell machen können. Mit einer Lösung namens Newsroom soll das gelingen.Kommentieren ...

interview2: Niddal Salah-Eldin hält die Facebook-Seite der “Welt” sauber.


Flotte Facebook-Truppe: Niddal Salah-Eldin räumt mit ihrem Team die Kommentar-Spalten der "Welt" auf. Trolle, Hetzer und Spammer bekommen es mit ihr zu tun. Seit zwei Jahren läuft das Projekt Rückeroberung der eigenen Facebook-Seite, erzählt sie im turi2.tv-Interview. Der stressige Job sei "nichts für zart besaitete Menschen".

Salah-Eldin erläutert, wie sich das Social-Media-Team "proaktiv und mit Haltung in die Facebook-Kommentarspalten gestürzt" habe. Die Redakteure sprechen mit Nutzern, rufen sie auch mal per Telefon an – und wenn gar nichts hilft, gibt es die rote Karte. Engagement sei wichtig: "Wenn man sich nicht um seine Community kümmert, wenn einem die Community selbst egal ist, braucht man sich nicht wundern, wenn die Stimmung verpestet ist."
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interview2: Ralf Gerhardt holt die ganz Jungen vor den Fernseher.


Der Sender mit der Maus: Ralf Gerhardt arbeitet seit 15 Jahren als Programmchef des deutschen Disney Channels. Kinderfernsehen reizt ihn, weil es "sehr ehrliches Fernsehen" ist, sagt er im Interview mit turi2.tv. Im Gegensatz zum TV-Programm für Erwachsene, "wo man sich manchmal unterbietet im Niveau", versuche er beim Kinderfernsehen immer, "ein gewisses Level zu wahren". Die jungen Zuschauer würdigen das mit Treue zum Medium Fernsehen: Telenovelas und Animationsserien gibt es beim Disney Channel zwar auch online auf Abruf, "aber der Treiber ist natürlich das Lineare."

Bis Anfang 2014 war der Disney Channel in Deutschland ein Pay-TV-Programm, das vor allem Mädchen geschaut haben. Mit dem Wechsel ins Free-TV hat sich der Sender inhaltlich breiter aufgestellt und richtet sich tagsüber nun an Kinder zwischen 3 und 13 Jahren. Abends bringt das Programm für Erwachsene Film-Klassiker oder Archiv-Serien, etwa die Gilmore Girls, Die Nanny, Friends oder Scrubs. Kein Nachteil, findet Ralf Gerhardt: Wegen des großen, unübersichtlichen TV-Angebots seien die Zuschauer froh, "wenn sie irgendwo einen Anker finden".
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interview2: Joachim Dreykluft treibt die Wollmilchsau aus der Redaktion.


Mehr Exzellenz wagen: Chefredakteur Joachim Dreykluft reißt das Bild vom digitalen Alleskönner ein – sein Flensburger Team von shz.de soll sich radikal spezialisieren. Eierlegende Wollmilchsau war gestern, sagt er im turi2.tv-Interview. Die Spezialisierung im Digitalen werde weitaus größer werden, als sie es bei der Zeitung ist.

Dreykluft mischt journalistisch auf allen Kanälen mit und sagt für die Zukunft voraus: "Lokaljournalismus wird da stattfinden, wo unsere Leser ihn haben wollen." Für ihn steht die Website im Fokus, viel Aufmerksamkeit schenkt das Team des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags auch der Verbesserung der Apps. Überall mitzumischen ist auch Dreyklufts Erwartung an seine Mitarbeiter: Egal, ob sie es privat ablehnen – beruflich erwartet Dreykluft von Journalisten eine Präsenz auf Facebook. Er sagt ihnen: "Ihr müsst euch als professioneller Journalist auf diesen Plattformen deswegen darstellen, weil eure Leser einen Anspruch haben auf diesen Rückkanal."
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interview2: Stahlhändler Gisbert Rühl erklärt Verlegern die Digitalisierung.


Skip the middleman: Gisbert Rühl bringt Startup-Atmosphäre in einen Stahl-Giganten – und ermutigt Kollegen aus der Medienbranche. Der Vorstandschef von Klöckner & Co beschreibt im turi2.tv-Interview die Vorteile von Kommunikation ohne Hierarchie. Mitarbeiter an 200 Standorten kommunizieren über ein internes Facebook. So vermeidet Rühl, dass Infos beim mittleren Management stecken bleiben.

"Die Mitarbeiter verfügen über den gleichen Informationsstand wie alle anderen Ebenen auch", sagt Rühl – deshalb setze sich das neue Arbeiten an der Basis durch. Nur die mittleren Führungsebenen bremsen, weil plötzlich über ihre Köpfe hinweg Informationen rauschen. Damit kann Rühl leben. Sein Motto: erst schnell, dann gründlich machen. "Wir fangen besser mit einer schnellen Lösung an und optimieren diese dann." Den Gedanken brachte er aus dem Silicon Valley mit – wo er auch Springers Executive Vice President Christoph Keese kennenlernte.
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interview2: AfD-Vize Alexander Gauland über “Lügenpresse”.



Ganz neue Töne: AfD-Vizechef Alexander Gauland geht ungewöhnlich zahm auf die Medien zu und sieht den Begriff "Lügenpresse" kritisch. Journalisten würden "nicht in jedem Fall" die Unwahrheit schreiben und das sei auch nie gemeint gewesen, sagt Gauland im turi2.tv-Interview beim Zeitungskongress. Viele Journalisten hätten sich aber gemein gemacht mit der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel: "Das hat viele Menschen tief verunsichert und es hat sie entfremdet von den Medien."

Gauland lobt "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der im turi2.tv-Interview Fehler auch seiner Redaktion im Umgang mit der "Willkommenskultur" eingeräumt hatte. Trotz dieser Entwicklungen macht sich Gauland wenig Sorgen, dass ihm die Themen ausgehen: Mit grundsätzlicher Kritik an Eliten-Entscheidungen werde die AfD "immer eine sehr gute Marktlücke im Wählerpotenzial" finden. Gauland gibt aber zu, dass die AfD dazu auch die viel kritisierten Medien braucht: "Nur über den Resonanzboden der Medien erzielen sie gesellschaftliche Wirkung."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Interview di Lorenzo)Kommentieren ...

interview2: Christoph Pepper über 25 Jahre als Chefredakteur.


Multitasking in Minden: Christoph Pepper steht seit 25 Jahren an der Spitze des "Mindener Tageblatts". Im turi2.tv-Interview blickt er zurück auf eine Zeit, als es neben der Zeitung nichts gab. Heute müsse eine Person Print, Digital und viele Beiboote bespielen. "Ein Chefredakteur muss heute viel, viel mehr Bälle gleichzeitig in der Luft halten", sagt der 59-Jährige.

Pepper glaubt trotz kontinuierlich sinkender Auflage ans Gedruckte, sein "Tageblatt" verbreitet noch rund 30.000 Exemplare. Einige Leser werden noch lange bereit sein, ihr Geld für Gedrucktes auszugeben. Den Rückzug aus der Region beobachtet jedoch auch Pepper, der früher eine unter drei Lokalzeitungen machte und heute das letzte verbliebene Blatt. Monopolist sei sein Medium deshalb nicht: "Wir stehen in einem Wettbewerb mit vielen anderen Quellen und mit neuen Verhaltensweisen in der Mediennutzung."
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interview2: Manfred Sauerer steuert bei der “Mittelbayerischen” um.


Regensburger Redaktionsreform: Die "Mittelbayerische Zeitung" rückt Tische, Stühle und Köpfe, um immer mehr Plattformen und immer mehr Möglichkeiten zu bewältigen. Zwei Themen- und vier Produktverantwortliche bestimmen nun den Alltag im Newsroom, erläutert Geschäftsführer und Chefredakteur Manfred Sauerer im turi2.tv-Interview. Ressortchefs haben im aktuellen Geschehen weniger zu melden.

"Wir arbeiten so integriert, dass wir plattformunabhängig arbeiten und stattdessen Themen bearbeiten", sagt Sauerer. In der modernen Schaltzentrale halten zwei Verantwortliche die Fäden in der Hand. Sie steuern die Reporter, konzentrieren sich auf Themen und ihre Darstellung auf allen Plattformen. Ob das klappt, gucken vier Produktverantwortliche: jeweils einer für Zeitung, Website, mobile Plattformen und Social Media. Auch die Zeitung verliert Sauerer nicht aus dem Blick. Er glaubt, "über Gestaltung die Leute zum Lesen bewegen" zu können. Auch im wohlhabenden Süden seien Anzeigengeschäft und Lesermarkt unter Druck.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Umfrage Zeitungs-Zukunft)Kommentieren ...

interview2: Martin Heller lädt Zuschauer zur Livestream-Diskussion ein.


Social Live is live: "Das Spannende bei Periscope und Facebook Live ist die Interaktion mit dem User", sagt Martin Heller. Der Head of Video Innovations bei WeltN24 rät im turi2.tv-Interview, immer wieder aufzufordern, mitzudiskutieren, Meinungen zu schreiben. Manche Zuschauer wüssten gar nicht, dass der Live-Reporter Kommentare auf dem Bildschirm mitlesen kann. Die Interaktion könne manch zähen Livestream retten.

Bei Livestreams via Facebook oder Persicope erwarte der Zuschauer nicht die Perfektion wie beim Fernsehen, "vielleicht sucht er gerade nach Authentizität, nach Persönlichkeit", glaubt Heller. Viele Nutzer seien auch daran interessiert, "einfach mal dabei zu sein, wie der Journalist arbeitet", anstatt in den Abendnachrichten "in Zehn-Sekunden-Häppchen nur die wichtigsten Sätze zu bekommen". Und noch eine Prognose wagt Heller: "Ich glaube, dass Facebook in der Bemühung, YouTube als Video-Netzwerk den Rang abzulaufen, gerade eine ganz gute Arbeit macht."
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Heller über 360-Grad-Videos)

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interview2: Medien-Anwalt Thomas Schwenke sieht Snapchat als “rechtlichen Ruhebereich”.


Snap und weg: Thomas Schwenke beobachtet täglich Rechtsverstöße auf Snapchat, rät Nutzern aber: weitermachen. Noch sei Snapchat ein "Bereich, in dem man sich austoben kann", sagt der Anwalt im turi2.tv-Interview. "Weil es dort so wenige Juristen gibt, kann man sich noch frei bewegen." Schwenke, der selbst snappt, sieht das größte Problem in veralteten Gesetzen, die nicht mehr ins Internet-Zeitalter passten.

In der Praxis sei es gar nicht möglich, sich immer genau an geltenden Regeln zu orientieren. "Wenn wir nur auf das Recht achten würden, könnten wir das Internet zumachen", sagt der Berliner Jurist. Snapchat sorge nun wiederum für neue Probleme, weil Inhalte nach 24 Stunden verschwinden und nicht mehr nachgewiesen werden können: "Der Grundsatz 'Das Internet vergisst nie', gilt bei Snapchat nicht."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)1 Kommentar

interview2: Martin Hoffmanns App Resi will mit Teenies ins Gespräch kommen.


Bitte ein Bot: Martin Hoffmann, früher Social-Media-Chef von WeltN24, wagt sich in den News-Nahkampf mit Teenagern und gründet die App Resi. Die Anwendung soll 15- bis 25-Jährigen ab heute die Nachrichten in Form eines WhatsApp-Dialogs vermitteln. Die Nutzer sprechen dabei nicht mit Redakteuren, sondern mit einem Bot, erläutert Hoffmann im Video-Interview von turi2.tv. Resi soll im Laufe der Zeit eine digitale Persönlichkeit entwickeln.

Mit einem Team hat Hoffmann Resi seit seinem Abschied bei WeltN24 programmiert und trainiert. Zu seinen Entwicklern zählen Moritz Klack und Christopher Möller, die auch für die "Berliner Morgenpost" arbeiten. Zusammen wollen sie eine neue Form des Nachrichten-Journalismus etablieren. "Nachrichten werden häufig in Form eines Artikels gedacht. Wir haben uns überlegt: 'Was können wir machen, um das Artikelprinzip aufzubrechen?'" Herausgekommen ist ein Journalismus, der Infos im Gespräch vermittelt – ähnlich wie es Quartz in den USA seit einigen Monaten versucht.
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interview2: Christiane Krogmann erklärt die Viral-Strategie von tagesschau.de.


Viral oder egal: Die "Tagesschau" traut sich was und drängt in die Timelines junger Nutzer. "Plattformoptimiert" arbeite ihr Team für Social Media, sagt Online-Chefin Christiane Krogmann beim Redaktionsbesuch von turi2.tv. Trotzdem bleibe sich die Marke treu: Grundlage jedes Postings sei eine Nachricht. Und Caren Miosga mit Bierpulle im Liegestuhl zu zeigen, sei nicht lächerlich, sondern ein Einblick mit Augenzwinkern.

Krogmann plant, nach Facebook und Twitter auch Instagram und YouTube zu erobern. Dabei unterstützt sie Viral-Expertin Juliane Leopold, die BuzzFeed in Deutschland aufbaute. Die Redaktion arbeitet laufend an eigenen Formaten für die sozialen Kanäle, denn Krogmann weiß: "Es ist nicht möglich, lineare Inhalte 1:1 auf den sozialen Netzwerken abzuspielen. Das bringt keinen Erfolg. Wir müssen extra Formate kreieren."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

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interview2: Giovanni di Lorenzo über die Flüchtlings-Fehltritte der Medien.


Vertrauen verspielt: Die einhellige Pro-Flüchtlinge-Stimmung kostet Medien nachhaltig Ansehen, meint "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. Ihn verwundert, dass selbst "Bild" den linken Slogan "Refugees Welcome" übernahm. "Da fand das Vorurteil Bestätigung, dass wir mit der Macht, mit den Eliten unter einer Decke stecken", sagt di Lorenzo im turi2.tv-Interview bei der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche. Dieser falsche Eindruck wirke nach.

Journalisten müssten sich vorwerfen lassen, zu Mitgestaltern der Flüchtlingsbewegung geworden zu sein, statt sich auf die Beobachter-Rolle zu konzentrieren. Auch die "Zeit" habe Fehler begangen, etwa mit einem "Willkommen"-Titel, "der Zurückhaltung nicht hat erkennen lassen", wie di Lorenzo einräumt. Redaktionen müssten interne Positionskämpfe künftig transparent darstellen: "Ich kann und will nicht verordnen, wer welche Position einnehmen muss, aber wir müssen dem Leser sichtbar machen, dass wir unterschiedlicher Meinung sind."
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interview2: Isabelle Sonnenfeld googelt sich durch deutsche Redaktionen.


Google, dein Feind und Helfer? Isabelle Sonnenfeld reist als Gesicht von Google durch deutsche Redaktionsstuben. Die Chefin des Google News Lab verbreitet Digital-Optimismus und spürt "keine Gegenwehr" von Google-Kritikern, sagt sie im turi2.tv-Interview.

Wo der Riese ruft, sind eben auch begehrte Köpfe nicht weit: Beim ersten Hackathon schlossen sich 35 Programmierer und Nachwuchs-Nerds den Journalisten an – nicht in München oder Berlin, sondern in Regensburg. Sonnenfeld verzeichnet ein hohes Interesse an technischen Tools auch in regionalen Verlagen, aber noch ausbaufähiges Wissen.
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interview2: Johann Jungwirth sieht Volkswagen als Inhalte-Anbieter.


Internet auf Rädern: Volkswagen motzt seinen digitalen Motor auf und will sich künftig auch als Anbieter von Medieninhalten verstehen. Windschutzscheiben künftiger Autos seien Augmented-Reality-Displays mit Platz für Content, sagt VW-Digitalchef Johann Jungwirth im turi2.tv-Interview. Der Konzern will seinen Kunden personalisiertes Fahren bieten – VW-Kunden sollen in jedem Wagen der zwölf Konzernmarken ihre bevorzugte Sitzeinstellung und ihre liebsten Podcasts laden können.

Jungwirth arbeitet lang im Silicon Valley u.a. für Apple. Von dort bringt er die Überzeugung nach Wolfsburg, dass das Unternehmen dem Menschen dienen muss. Zudem verordnet "Jay Jay" den Auto-Ingenieuren neue Prioritäten: "Wir kommen aus einer Welt, in der wir die Hardware perfektioniert haben. Jetzt müssen wir bei Software und Services auf das selbe Niveau kommen."
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interview2: Marcus Schwarze hält die Paywall hoch.


Die Mauer muss nicht weg: Die "Rhein-Zeitung" lässt Sparfüchse seit mehr als einem Jahr gegen die harte Bezahlschranke rennen. 25 % Verlust beim Traffic tut weh, einige Zahlen geben Digitalchef Marcus Schwarze aber Hoffnung: 600 Leser etwa lösen das digitale Jahresticket. "Es gibt ganz offensichtlich sehr loyale Kunden", sagt Schwarze im turi2.tv-Interview.

Käufer dieses Jahrespasses investieren monatlich 10,90 Euro in digitalen Journalismus. Kaum aus dem Knick kommt derzeit der Verkauf über Blendle. Der erfolgreichste "Rhein Zeitung"-Artikel verkaufte sich dort magere 127 mal. Für Schwarze unterm Strich dennoch kein Misserfolg: "Wir haben bei 0 angefangen und jetzt 3.100 Einzelartikel und Pässe die jeden Monat über den digitalen Tresen gehen."
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interview2: Felix Loesner inszeniert den FC Bayern in sozialen Netzwerken.


Kein Journalismus: Der FC Bayern München ist in allen relevanten Social Networks unterwegs, überlässt kritische Berichte aber lieber anderen Medien. "Wir sind ein Klub-Medium und müssen keine Schlagzeilen produzieren", sagt Social-Media-Chef Felix Loesner im turi2.tv-Interview am Rande des SocialTV-Summits in München. "Das weiß auch der Fan." Über Spieler, die zu schnell fahren oder eine neue Affäre haben, erfahren die Fans auf den Social-Media-Kanälen des FC Bayern also nichts.

In der eigenen Medienwelt des FC Bayern bekommen die Fans stattdessen Siege, Tore, Emotionen zu sehen, auch Exklusiv-Meldungen über verletzte Spieler verbreitet der FC Bayern München über seine Netzwerke direkt an die Fans. "Wir sehen, dass unsere Fans gerne das Ungefilterte, das Rohe, das Emotionale sehen wollen", Live-Video spiele eine immer größere Rolle, z.B. Livestreamings von Testspielen oder der Busabfahrt. "Wir sehen dort die Zukunft der Sportberichterstattung, weil es den Moment widerspiegelt und der Fan hautnah dabei sein kann", so Felix Loesner.

37 Mio Fans folgen den Bayern bei Facebook, die höchste Interaktion gibt es bei Instagram und Snapchat. In bis zu zwölf Sprachen bespielen Loesner und sein Team die Social-Media-Kanäle der Bayern, darunter auch vier chinesische Netzwerke.
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interview2: RTL2-Digitalchef Christian Nienaber hat keine Angst vor dem Jugendangebot von ARD und ZDF.


Digitaler Nachwuchs unter sich: RTL2-Digitalchef Christian Nienaber sieht das geplante junge Angebot von ARD und ZDF nicht als Konkurrenz zum eigenen Digital-Ableger RTL2You. "Ich muss davor keine Angst haben, weil es eher unser Angebot komplementieren wird", sagt Nienaber im turi2.tv-Interview am Rande des SocialTV Summits in München. An Programmchef Florian Hager richtet Nienaber sogar das Angebot: "Ich würde nicht davor zurückscheuen, mit ihm zusammen was zu produzieren."

Das eigene Angebot RTL2You, eine Mischung aus linearem Programm und Video-On-Demand-Plattform, soll "eine Art Brücke" zwischen klasischem TV und der Welt von YouTube, Snapchat und Instagram sein, so Nienaber. Auch am Handy beobachtet er zunehmend den Trend, Inhalte in "Lean-Back-Haltung zu konsumieren". Mit Live-Sendungen bedient RTL2You das Bedürfnis junger Zuschauer, direkt mit ihren Stars in Kontakt zu treten, "das ist etwas anderes, als wenn man nur kommentieren kann".
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interview2: Jochen Herrlich über Funkes Lockangebote im Lokalen.


Reichweite in der Region: Funke livetickert sich mit neuen Digitalportalen die verlorenen Zeitungsleser zurück. Thüringen24, Berlinlive und News38 sind voll auf Werbeerlöse und eine jüngere Zielgruppe ausgelegt, erläutert Funke-Digital-Geschäftsführer Jochen Herrlich im turi2.tv-Interview. Die Portale sollen neue Marken werden – abseits der traditionellen, kostenpflichtigen Zeitungstitel.

Wie die nicht üppig ausgestatteten Redaktionen die zusätzliche Last stemmen wollen, kann Herrlich nicht beantworten. Funke beschäftige "tolle Journalisten", investiere in neue Produkte und Kollegen, lautet die offizielle, aber vage Antwort. In der Vergangenheit gab es unter den tollen Journalisten oft genug Sparrunden, Zeitungen wurden auf Effizienz getrimmt.
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interview2: Eva-Maria Bauch erzieht Werbemuffel.


Die Blocker blockieren: Gruner + Jahr verbucht einen Erfolg im Kindergarten Internet und erzieht die bösen, kleinen Nutzer. Seit "Geo" und andere Marken Werbemuffel aussperren, sinkt die Nutzung von Ad-Blockern um bis zu 50 %. Statt die Seite zu meiden, schalten die meisten Nutzer den Ad-Blocker einfach aus, erzählt Eva-Maria Bauch, Geschäftsführerin der Digitalprodukt-Sparte im turi2.tv-Interview.

Blockaden und Nutzer direkt anzusprechen, schärfe das Bewusstsein beim Nutzer. Bauch experimentiert deshalb weiter, um das lästige Ad-Blocker-Problem loszuwerden. G+J bemühe sich auch, mit der werbenden Wirtschaft zusammenzuarbeiten, um Werbung besser zu machen. In jedem Fall zieht Bauch die Zügel weiter an: "Wir werden es weiter ausrollen, werden es verändern und anpassen, weil noch nicht so viele Erfahrungen existieren."
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interview2: Online-Vermarkter Matthias Wahl kritisiert die Kreativen.


Kreativität im Keller: Matthias Wahl, Chef des Online-Vermarkters OMS, macht die kreativen Köpfe der Werbung für die massive Adblocker-Nutzung mit verantwortlich. "Ich vermisse einen Aufschrei der Kreativagenturen", sagt Wahl im turi2.tv-Interview bei der Konferenz Zeitung Digital. Er verlangt eine konzertierte Aktion der Branche, um digitale Werbung besser zu machen. Werbung treibende Unternehmen müssten mehr Geld in ihr Online-Marketing stecken.

Wegen der Adblocker-Problematik komme endlich eine Diskussion in Gang, wie es gelingen könnte, Werbung relevanter für Netz-Nutzer zu machen. Native Advertising sei ein erstes Ergebnis, sagt Wahl.
"Kreativagenturen müssen in der Gestaltung von digitalen Werbemitteln ein Feld sehen, wo Ruhm und Ehre zu erreichen ist."
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interview2: Nicolas Semak macht Podcasting zu einem Startup-Business.


Audio-Entrepreneur: Nicolas Semak baut mit Kollegen vom Radio das Podcast-Label Viertausendhertz auf. Hunderttausende Abrufe zählen ihre Interviews und Reportagen. In einem Jahr wollen die Macher vom Sponsorengeld allein leben, sagt Semak im turi2.tv-Videointerview. Er genießt, sich von den "Zwängen" eines großen Radiohauses zu befreien.

Vom Start weg hat sich Viertausendhertz professionell aufgestellt. Im Berliner Radiobüro arbeiten Semak sowie Christian Grasse und Hendrik Efert an neuen Formaten. Autoren liefern Podcasts zu – in einem erzählt etwa Stefan Niggemeier, dass er ein Stubenhocker ist. Ums Geld verdienen kümmert sich Marie Dippold, früher Chef-Vermarkterin von Disneymedia und N24. Semak ist zuversichtlich, dass es mit der Monetarisierung klappt: "Uns geht's gut, wir sind entspannt."
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2, Aufzeichnung aus dem Mai 2016)
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interview2: Wie die “t3n”-Verleger den Hintern in der Luft behalten.


Häufig mal was Neues: Yeebase Media, Verlag hinter t3n, versucht sich seit elf Jahren beständig zu wandeln. Verleger Andreas Lenz (rechts) baut auf junge Mitarbeiter. Im turi2.tv-Interview erzählt er, wie sein Hannoveraner Team mit Azubis, Volontären und freien Autoren regelmäßig "frisches Blut" zuführt. Häufig unterwegs zu sein helfe zudem, "den Hintern in der Luft zu behalten".

Mitgründer Jan Christe propagiert eine anhaltende "Kultur der Offenheit und des Ausprobierens". "t3n" testet möglichst alles sofort – von Facebook Instant Articles über News-Auslieferung via WhatsApp und Slack. Yeebase macht sich dabei wenig Sorgen, Geld an Plattformen zu verschenken. "Manchmal ist ein Reichweitenzugewinn ein legitimes Vermarktungsmodell", sagt Andreas Lenz und baut auf eine gute Mischung aus Jobbörsen und Verzeichniseinträgen von Firmen.
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interview2: Christoph Schneider sucht Video-Ware für Amazon.


Bieterkampf um Bildschirm-Ware: Amazon stürzt sich kopfüber in die Content-Konkurrenz und schaut sich auf dem Filmmarkt "agnostisch" nach Kaufobjekten um, sagt Video-Chef Christoph Schneider. 2017 starten ein Bully-Herbig-Film und die Serie You are wanted mit Matthias Schweighöfer bei Prime Video. Schneider rechnet im turi2.tv-Interview mit steigenden Preisen für gute Inhalte, freut sich aber, dass immer mehr Unternehmen den Markt fluten.

Schneider betont, dass die konkurrierenden Plattformen künftig schneller sein und ein noch besseres Gespür beweisen müssen. Sein Videodienst, in Europa früher unter dem Namen Lovefilm bekannt, steht im Wettbewerb mit Netflix, Maxdome, iTunes und Sky. Auch Sky-Programmchefin Elke Walthelm wirbt um neue Kunden mit eigenen Produktionen.
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