Zitat: Silke Burmester fordert mehr Engagement von Journalisten für die Pressefreiheit.

"Ich bin Journalistin geworden, weil ich das Gefühl habe, diese Gesellschaft geht mich etwas an. Wäre sie mir egal, könnte ich auch Metzger sein oder Schmuck verkaufen."

Silke Burmester fordert in ihrer Deutschlandfunk-Kolumne, dass Journalisten die Werte ihres Berufes stärker verteidigen. Eine Trennung zwischen Berufs- und Privatperson könne sie nicht nachvollziehen.
deutschlandfunk.deKommentieren ...

Basta: Achtung, Akteneinsicht.

Unverfrorene Zeitdiebe: Weil Journalisten Anfragen an den BND stellen, muss dort bald der 25-Stunden-Tag eingeführt werden. Denn, so das Bundeskanzleramt, man beobachte eine "schleichende Aushöhlung der Nachrichtendienste und ihrer Fähigkeit zur Aufgabenerfüllung durch Archivanfragen". Alle 6.500 BND-Mitarbeiter, das Referat Archivwesen und die Pressestelle ertrinken in den süßer-Brei-artigen Anfragen und knapsen Gerüchten zufolge bereits Zeit beim Zähneputzen und Luftholen ab.
facebook.comKommentieren ...

Hör-Tipp: Stefan Niggemeier spricht mit Radio eins über Medien-Berichterstattung nach Terroranschlägen.

Hör-Tipp: Die Medien berichten ausführlich über den Selbstmord-Attentäter, der sich nach einem Pop-Konzert in Manchester in die Luft gesprengt hat. Radio eins fragt Stefan Niggemeier, was Journalismus nach Terroranschlägen darf, etwa unverpixelte Fotos zeigen oder Emotionen ausnutzen. Er meint: Medien bilden nicht nur ab, was passiert, sondern handeln teilweise voyeuristisch, eine allgemeingültige Antwort habe er aber nicht.
ardmediathek.de (4,5 Min-Audio)Kommentieren ...

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Zukunft des Journalismus!
Was bedeutet der Medienwandel für die Zukunft des Journalismus? Interessante Antworten und Einschätzungen von 25 internationalen Top-Journalisten und Medienmachern hält das Buch "ÜBER MORGEN" bereit. Die Interviews sind im Zuge einer Gesprächsreihe für den Blog der Kölner Agentur Oliver Schrott Kommunikation OSK entstanden.

Zitat: DJV-Chef Frank Überall fordert ein Presse-Auskunftsrecht auf Bundesebene.

"Bald ist Bundestagswahl. Lasst die Parteien wissen, dass wir ein Presseauskunftsrecht fordern."

DJV-Chef Frank Überall verlangt ein verbindliches Auskunftsrecht auf Bundesebene. Anlass ist der Vorwurf von "Bild" an das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Zeitung belogen zu haben. Dies müsse Folgen haben, sagt Überall.
twitter.com, facebook.com (Bundesamt für Verfassungsschutz)Kommentieren ...

"Sächsische Zeitung" macht gute Erfahrungen mit konstruktivem Journalismus.

Sächsische Zeitung hat sich seit einem halben Jahr dem konstruktiven Journalismus verschrieben und erzielt "wesentlich höhere Aufmerksamkeits- und Leserquoten" als mit herkömmlichen Texten, sagt Feuilleton-Vizechef Oliver Reinhard. Vor allem bei Frauen und Lesern mit höherem Bildungsabschluss seien die lösungsorientierten Artikel beliebt. Intern musste die Zeitung zunächst gegen die Befürchtung von Kollegen kämpfen, es ginge nur um "Schönfärberei".
derstandard.at, sz-online.de (Background)Kommentieren ...

Österreichs Kanzler Kern wirft Medien vor, das reale Leben der Bürger zu ignorieren.

Bundeskanzler Christian KernChristian Kern wirft den Medien vor, die "realen Lebensverhältnisse" der Menschen nicht zu behandeln. Die Newsroom-Macher seien zu sehr auf Klicks fixiert, sagt der österreichische Kanzler auf dem European Newspaper Congress. Das Ziel der Aufklärung verschwinde aus den Redaktionen. Auch die Politik sei gefordert, den Journalismus zu stärken. Kern habe Respekt vor den Zeitungen, die heute unter völlig anderen Bedingungen als vor 20 Jahren arbeiteten. Der SPÖ-Politiker fordert von Facebook, Google und YouTube, ihre Algorithmen offenzulegen.
news.at, derstandard.atKommentieren ...

Lese-Tipp: Zeitschriften überbieten sich mit harten Titelblättern.

Lese-Tipp: Magazine konkurrieren um das härteste Cover, beobachtet Ralf Wiegand. Besonders im Fall Donald Trumps stehe das Megafon schon lange am Anschlag. Rainer Wörtmann, früher Titelseiten-Gestalter des "Spiegels", findet hingegen, es sei nicht die Aufgabe des "Spiegels", zu provozieren. Ein Problem am umstrittenen "Spiegel"-Cover mit dem Miss-Liberty-Henker Trump sei, dass die Geschichte im Heft ein ganz anderes Thema behandelt habe.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Erschossener Journalist Javier Valdez fühlte sich in Mexiko alleingelassen.

"Früher standen wir Journalisten in der dritten Reihe, heute stehen wir ganz vorne in der Schusslinie und sind zur Zielscheibe von Militär, Polizei und organisiertem Verbrechen geworden."

Der mexikanische Journalist Javier Valdez, 50, war eine der letzten kritischen Stimmen Mexikos - am Montag wurde er auf offener Straße erschossen. Wer in Mexiko ernsthaften Journalismus betreibe, sei allein und finde aus Angst keinen Rückhalt in der Gesellschaft, sagt er im Interview, das er Ende Februar dem deutschen Blogger Airen gegeben hat.
faz.netKommentieren ...

Cordt Schnibben sammelt mit Spiegel Daily Nutzer aus dem Niemandsland ein.


Zwischenbilanz: Erfinder Cordt Schnibben, 64, ist nach dem Start von Spiegel Daily erleichtert. Erste Zahlen stimmen ihn zuversichtlich für das Konzept seiner digitalen Tageszeitung, sagt Schnibben im turi2.tv-Interview. "Wir zielen auf die Leute, die gar nicht mehr Tageszeitung lesen, die irgendwo im Niemandsland herum schwirren." Für Daily verpflichtet Schnibben nun weitere Spitzenleute aus dem Haus.

Neben dem Kernteam probieren sich im monatlichen Wechsel Printmagazin-Redakteure im Tageszeitungs-Journalismus aus: Takis Würger, Jonathan Stock und Clemens Höges machen schon mit. Die Edelfedern Volker Weidermann, Nils Minkmar, Philipp Oehmke und Thomas Hüetlin stehen in den Startlöchern. Schnibben verteidigt im Interview die von vielen angezweifelte Idee eines abgeschlossenen Produkts: Studien und Befragungen zeigten, dass viele Nutzer Sehnsucht nach Einordnung und Abgeschlossenheit verspüren.
turi2.tv (5-Min-Video), turi2.de (Blattkritik)Kommentieren ...

"Obermain-Tagblatt" nimmt Schreibverbot für Journalisten zurück.

Obermain-Tagblatt nimmt das politische Schreibverbot für zwei Lokalreporter zurück. 86 Tage durften die Journalisten Annette Körber und Till Mayer nicht zu politischen Themen berichten, weil das Verlagshaus befürchtete, sie würden Lokalpolitikern allzu nette Texte widmen. Körber und Mayer streiten für einen neuen Haustarifvertrag und hatten dafür auch Unterstützung von Politikern bekommen.
facebook.com (Post "Die Wertschätzer" - Mitarbeiter des "Obermain-Tagblatts"), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Uwe Dulias macht Madsacks Volontäre fit für die Zukunft.


Früher war nicht alles besser: Madsack erkennt die Zeichen der Zeit und stellt mit seinem Mediencampus die Ausbildung der Volontäre neu auf. Kopf hinter dem Konzept sind Journalismus-Urgestein Uwe Dulias und sein Team. Der Entwicklungs-Chefredakteur setzt mit der Journalistenschule auf multimediale Inhalte in verschiedenen Redaktionen. Zudem will er Fehler beheben, die ihn schon in seiner eigenen Ausbildung vor 40 Jahren genervt haben: "Am ersten Tag saß ich doof rum", sagt er im Interview mit turi2.tv. Die Madsack-Volos sollen künftig erst theoretisch das Handwerk lernen und dann "auf die Menschheit losgelassen" werden.

Der Regionalzeitungs-Konzern reagiert mit der Entwicklung des Mediencampus auch auf die rückläufige Zahl der Volo-Bewerber. Mit einer dosierten Zentralisierung will Madsack die Ausbildung im Lokaljournalismus für junge Talente attraktiver machen. Dulias erkennt, dass der gesellschaftliche Wandel an den jungen Journalisten nicht vorbeigeht. Privatleben und Familie seien vielen heute wichtiger als früheren Generationen. Dulias bekennt selbstkritisch: "Vielleicht tut es dem Journalismus gut, dass junge Leute kommen, die auch ein bisschen privaten Egoismus mitbringen."
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Verlegerverbände: Neues Urheberrecht würde Verlage und Journalisten enteignen.

Urheberrecht: Der vom Bundesrat begrüßte Entwurf zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz würde zu einer teilweisen Enteignung der Verlage und Journalisten führen, meinen die Verleger-Verbände BDZV und VDZ. Sollte das Gesetz in Kraft treten, bedeute dies massive Einschnitten in die Finanzierung von Journalismus. Immerhin habe der Bundesrat auf die Gefahren des Gesetzes für die Presse hingewiesen, sagen die Verlegerverbände. Der Gesetzentwurf sähe vor, dass Presseprodukte in den digitalen Angeboten von Bibliotheken teilweise gratis genutzt werden dürfen. Das Gesetz soll im Juni im Bundestag endgültig verabschiedet werden.
presseportal.de, bmjv.de (Gesetzesentwurf)Kommentieren ...

Christoph Pleitgen pumpt Video-Massen ins Netz.


Viel hilft viel: Christoph Pleitgen streut die Video-Software Wochit über deutsche Redaktionen – und bringt mit ihr große Mengen Bewegtbild-Fastfood ins Internet. "Wir helfen, Masse zu realisieren", sagt Pleitgen im Video-Interview von turi2.tv auf der Media Convention Berlin. In der schnellen und einfachen Produktion sieht er die Zukunft für Online-Video.

Wochit wolle Automatisierung, künstliche Intelligenz und Kreativität kombinieren, um möglichst viele Videos möglichst schnell online zu stellen. Nicht alles werde Video, doch für Breaking News und Entertainment biete sich Video meist mehr an als Text. Diese Herausforderung kommt auf Journalisten zu, sagt der frühere Reuters-Manager Pleitgen: "Der Trend ist, dass weniger mehr machen müssen. Es muss eine Bereitschaft da sein, sich multimedial mit Nachrichten auseinanderzusetzen."
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Gericht verbietet Verbreitung von Correctivs Prostituierten-"Enthüllung".

Correctiv Ausrufezeichen ohne Schriftzug-150Correctiv darf den Text über eine AfD-Politikerin, die als Prostituierte gearbeitet hatte, nicht weiterverbreiten, entscheidet das Landgericht Düsseldorf. Die Veröffentlichung betreffe den absoluten Intimbereich der Frau, deren Tätigkeit das Gericht als Privatsache wertete. Correctiv hatte argumentiert, die Politikerin habe sich durch ihr Vorleben "erpressbar" gemacht - auch diesem Argument erteilten die Richter eine Absage.
meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Jakob Vicari und Björn Erichsen senden live aus drei Kühen.


Kuh-le Idee: Sensor-Bastler Jakob Vicari und Milchvieh-Versteher Björn Erichsen bereiten ein laut muhendes Live-Experiment mit dem WDR und Spiegel Online vor. Drei Kühe werden Sensoren schlucken, die 30 Tage lang live Daten funken. Nutzer sollen über einen Chatbot mit den Kühen interagieren. Im turi2.tv-Video von der Media Convention erklären Vicari und Erichsen ihre Stall-Show.

Das Live-Experiment Superkühe beginnt am 4. September mit je einer Kuh vom Bio-, vom Familien- und vom Industrie-Hof. Bis dahin basteln die Journalisten an ihrer Technik. Die Sensoren sind offenbar ungefährlich, weil Bauern ähnliche Modelle heute schon einsetzen. "Wir wollen eine Antwort darauf finden, welche Milch wir trinken wollen", sagt Vicari und Erichsen ergänzt: "Ich habe ein aufklärerisches Interesse, weil ich mich selber erschrocken habe, wie wenig ich wusste, wie Milch gemacht wird."
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)1 Kommentar

Tarifstreit: Lokaljournalisten bekommen Schreibverbot für Politikthemen.

Obermain-Tagblatt erteilt zwei Journalisten Schreibverbot zu lokalpolitischen Themen, weil sie sich seit Monaten für einen neuen Haustarifvertrag einsetzen. Aus dem Verlagshaus der "Main-Post", der Mutter des "Obermain-Tagblatts", heißt es, das Schreibverbot beruhe auf einem "erheblichen, öffentlich wahrnehmbaren Interessenskonflikt". Die Journalisten werden bei ihrem Tarifstreit auch von Lokalpolitikern unterstützt; nun befürchtet der Verlag, sie könnten sich mit positiver Berichterstattung "revanchieren".
taz.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Google fördert Verlage bis mindestens 2018.

Google lässt noch bis mindestens nächstes Jahr Geld auf deutsche Verlage regnen. Zwei bis vier weitere Bewerbungsrunden folgen in der Digital News Initiative, sagt Manager Gerrit Rabenstein. 50 Mio aus dem 150-Mio-Euro-Fonds sind vergeben. Beim Bewerbungen sortieren hilft künftig auch "Wirtschaftswoche"-Herausgeberin Miriam Meckel als Mitglied des Beirates. Parallel startet Google heute in seinem News Lab die zweite Runde seines Fellowship-Programms, das Stipendiaten in Redaktionen bringt.
turi2 vor Ort bei der Republica in Berlin

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gerrit Rabenstein treibt mit Google News-Innovationen voran.
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Leipziger Journalistik-Studiengang krankt an Lehrstuhl-Inhaber Marcel Machill, sagen Studenten.

Journalistik-Studiengang der Uni Leipzig krankt an Lehrstuhlinhaber Marcel Machill, sagen Studenten hinter vorgehaltener Hand. Machill sei "cholerisch, autoritär, unberechenbar". Er hält gegen, das sei die Kritik einzelner Unzufriedener, Problem sei viel mehr Personalmangel. Der emeritierte Michael Haller kritisiert, Machill nutze die dünne Personaldecke als "Feigenblatt, um das eigene Missmanagement zu verdecken". Eine Kommission um Thomas Kater, Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie, soll Reformvorschläge für den Studiengang erarbeiten. Auch Machill gehört ihr an, außerdem Vertreter des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaften und Studenten. Ab Wintersemester 2018/19 will die Uni den Studiengang wieder freigeben.
"Süddeutsche Zeitung", S. 19, turi2.de (Background)Kommentieren ...

McKinsey rechnet nach "Bild"-Enthüllung 280.000 Euro weniger Beratungsleistung an Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ab.

McKinsey korrigiert seine Abrechnung an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge um 280.000 Euro nach unten, nachdem die "Bild" aufgedeckt hat, dass die Beratungsfirma Praktikanten wie normale Berater abgerechnet hat. Es handele sich um ein "internes Büroversehen."
"Bild am Sonntag", S. 9 (Paid)Kommentieren ...

Meinung: Journalisten sollten den Macron-Leak ignorieren.

Journalisten sollten die Inhalte des Macron-Leaks nicht verbreiten, schreiben Kevin Delaney und Gideon Lichfield. Grundsätzlich dienten derartige Leaks dazu, die Bevölkerung zu informierten Wählern zu machen. Doch in diesem Fall seien die Hacker nicht Hüter der Gerechtigkeit, sondern versuchten, die Demokratie zu unterwandern, indem sie Macron gezielt torpedierten.
qz.com, turi2.de (Background)2 Kommentare

Meinung: Investigativ-Journalismus ist selten rentabel, wird aber trotzdem populärer.

Investigativer Journalismus rentiert sich für Redaktionen selten, weil nicht immer verwertbare Ergebnisse dabei herauskommen. Entdecken Journalisten einen Scoop, lässt er sich nicht immer monetarisieren und Trittbrettfahrer schlachten ihn online schnell mit aus. Trotzdem investieren Medienhäuser zunehmend in investigative Recherche, weil sie Prestige und das Gefühl einbringt, die Welt verändern zu können, beobachtet Stephan Ruß-Mohl. Er glaubt, dass künftig Big Data und Algorithmen Journalisten bei der zeitaufwendigen Recherche helfen.
nzz.ch1 Kommentar

Meinung: Alice Weidel hat ihre Homosexualität selbst thematisiert.

Alice WeidelAlice Weidel, Co-Spitzenkandidatin der AfD zur Bundestagswahl, hat ihre Beziehung zu ihrer Partnerin selbst öffentlich gemacht, analysiert Boris Rosenkranz. Der erste Bericht über ihre Homosexualität sei im März 2016 in der "Zeit" erschienen - Weidel habe dem Reporter freiwillig über ihre Lebenspartnerin berichtet. Weidels Homosexualität sei politisch relevant, weil ihre Partei dieses Lebensmodell problematisch findet, meint Rosenkranz. Die Politikerin beklage zu Unrecht, dass Medien nun ihre Partnerschaft thematisierten.
uebermedien.de1 Kommentar

Meinung: Richter Thomas Fischer wird als Jura-Erklärbär fehlen.

Thomas Fischer hat die "oft kompliziert und abweisend wirkende Welt des Rechts" auf "konsumierbares Niveau" heruntergebrochen, betrauert Stefan Winterbauer das Ende der Kolumne "Fischer im Recht" bei Zeit Online. Der Bundesrichter habe als "exzellenter Schreiber" Beiträge geliefert, die von "Sachkenntnis durchdrungen" gewesen seien und "deutlich Position bezogen" hätten.
meedia.deKommentieren ...

Correctiv fällt mit Prostituierten-"Enthüllung" auf die Nase.

Enthüllungsjournalismus: Correctiv steckt heftige Kritik ein, weil Gründer David Schraven eine AfD-Politikerin als Ex-Prostituierte enttarnt. Die Rechercheure teasern ihre Story als "Sexskandal" an, viele Kritiker finden den Text missglückt. Die Politikerin hatte ihr Profil auf einem Sex-Portal 2014 gelöscht. Correctiv-Chefredakteur Markus Grill stellt sich hinter Schraven. Und Schraven verteidigt die Veröffentlichung auf Nachfrage von turi2: Die Sexarbeit an sich sei kein Problem, wohl aber, dass sie ihre Tätigkeit gegenüber der Partei verschwiegen habe.

Schravens Statement:
"Iris Dworeck-Danielowski steht für eine Partei, die sich gegen Gleichberechtigung und gegen die Emanzipation etwa von Sexarbeiterinnen einsetzt. (...) Iris Dworeck-Danielowski hat aus einem wesentlichen Teil ihres Lebens ein Geheimnis gemacht, um bei parteiinternen Wahlen eine Chance auf ein parlamentarisches Mandat zu bekommen. Und genau in diesem Geheimnis liegt der entscheidende Punkt, der für eine Veröffentlichung spricht. (...) Der Skandal ist nicht, dass Iris Dworeck-Danielowski ihren Körper für Geld angeboten hat. Das sollte in unserer aufgeklärten Gesellschaft kein Problem sein. Der Skandal ist, dass sie dies in ihrer Partei vor der Wahl der Landtagskandidaten verschwiegen hat."
correctiv.org, daniel-bouhs.de, correctiv.org (Statement Schraven)1 Kommentar

Lese-Tipp: Zeitungen profitieren von Ombudsleuten.

Lese-Tipp: Viel mehr Zeitungen sollten Ombudsstellen als Leser-Redaktions-Schnittstellen haben, findet Anna von Garmissen. Sie geben Einblick in redaktionelle Entscheidungen und journalistisches Arbeiten, helfen, Wogen zu glätten, sichern Glaubwürdigkeit und geben Redaktionen neue Impulse. Einer der dienstältesten deutschen Ombudsmänner ist Anton Sahlender bei der "Main Post", der die Vereinigung der Medien-Ombudsleute mitgegründet hat.
sueddeutsche.de1 Kommentar

Ex-stern.de-Journalist Lutz Kinkel arbeitet künftig für die Pressefreiheit.

Lutz Kinkel, bis Ende 2016 Berlin-Chef von stern.de, leitet das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit. Die Organisation informiert über Verletzungen der Pressefreiheit. "stern"-Autor Hans-Ulrich Jörges ist Vize-Vorsitzender. Lutz Kinkel hatte den aktiven Journalismus verlassen, weil stern.de ihn nach Hamburg versetzen wollte.
kress.deKommentieren ...

Lese-Tipp: Aus den Erfahrungen und Fehlern von NZZ.at lernen.

Lese-Tipp: NZZ.at-Chefredakteur Lukas Sustala analysiert die Gründe für das Scheitern seines Portals. Die Paywall in Höhe von 14 Euro sei anfangs ein "durchaus aggressiver Preispunkt" gewesen. Der Chef des eingestellten Österreich-Ablegers der "NZZ" sieht 9 Euro pro Monat als Richtschnur für den Preis journalistischer Bezahlinhalte. Am Anfang habe NZZ.at zu viel zugleich sein wollen: Nachrichtenmedium, Clubabend-Veranstalter und Hintergrund-Lieferant. Der Mut zur Lücke sei aber für kleine Redaktionen entscheidend. Newsletter hätten geholfen, Leser zu erreichen. Wichtig sei auch, dass Journalisten ihre eigenen Inhalte in ihren Netzwerken "in die Auslage stellen".
nzz.at, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Umfrage: Mehr als jeder vierte Bürger sieht Presse- und Meinungsfreiheit bedroht.

Pressefreiheit: Mehr als jeder vierte Bundesbürger sieht die Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit in Deutsch­land gefährdet, sagt eine repräsentative Um­fra­ge von Emnid im Auftrag der "Bild am Sonntag". 7 % halten die Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit sogar für "sehr be­droht". 28 % sehen hingegen keine Be­dro­hung.
vorab.bams.deKommentieren ...

Meinung: Medien verkaufen mit unerträglichen Anzeigen den Journalismus.

Zeitungen verkaufen mit unerträglichen Anzeigen den Journalismus, meint NZZ-Autor Rainer Stadler (Foto). Neuestes Beispiel sei eine Ausgabe des Gratisblatts 20 Minuten, in der das anonyme Editorial Werbung für ein Smartphone mache. Wenn Medien im Auftrag von Werbekunden den redaktionellen Auftritt veränderten oder das Thema der Titelgeschichte anpassten, sei die Grenze des Erträglichen überschritten. Ein solches Verhalten wecke bei Lesern den Anschein der allgemeinen Käuflichkeit.
nzz.chKommentieren ...

Zitat: Ohne Humor erträgt Cartoon-Meister Bob Mankoff den Alltag nicht.

"Die ständige Wiederholung. Arbeiten, U-Bahn-Fahren, Small Talk. Das ist doch ohne Humor nicht zu ertragen."

Bob Mankoff, Meister des Bilderwitzes beim New Yorker, hält das Leben nur mit Humor für ertragbar. In einem lesenswerten Interview in der "Süddeutschen Zeitung" sagt der Cartoon-Zeichner, ein guter Gag dürfe nicht zu perfekt sein. Sonst wirkt er nicht.
sueddeutsche.de (Paid)Kommentieren ...

Schweizer Journalismus-Startup Republik sammelt 1,5 Mio Franken in 24 Stunden.

Republik, Schweizer Medien-Startup von Constantin Seibt und Christof Moser, hat sein Crowdfunding-Ziel schon am ersten Tag mehr als übertroffen. 3.000 Abonnenten sollten in rund einem Monat zusammenkommen, um das Projekt zu realisieren. Inzwischen sind es bereits mehr als 5.700 Unterstützer, die fast 1,5 Mio Franken zahlen.
republik.ch, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Chefredakteure von Gruner + Jahr klinken sich im Mai zwei Wochen komplett aus.


Sturmfreie Bude am Baumwall: Gruner + Jahr schickt vom 8. bis zum 19. Mai alle Chefredakteure gleichzeitig auf Exkursion, schreibt "Horizont". In den zwei "Grünen Wochen", der Name leitet sich von der Unternehmensfarbe ab, sollen sich die Chefs von ihren Aufgaben zurückziehen und die Redaktionen neue Formen der Zusammenarbeit sowie journalistische Alternativkonzepte ausprobieren lassen. Es gehe darum, "Routinen zu brechen und ungewohnte Pfade zu gehen", sagt G+J-Produktchef Stephan Schäfer. Dazu gehöre auch der Gedanke, dass es möglich ist, ein Heft ohne Chefredakteur zu produzieren, ergänzt G+J-Sprecher Frank Thomsen auf Nachfrage von turi2.

Die Chefredakteure gehen in Arbeitsgruppen auf Recherchereisen und erkunden vor Ort Themen wie künstliche Intelligenz, Startups oder Recruiting. Dabei gilt die Devise: "Der Weg ist das Ziel", sagt Thomsen - und das Ziel sei ausdrücklich nicht, nach zwei Wochen fertige Konzepte zur Zukunft des Journalismus und der Verlagsbranche vorlegen zu müssen. Vorbild ist das G+J-Wirtschaftsmagazin "Capital", wo sich Chefredakteur Horst von Buttlar im Sommer 2016 vier Wochen lang ausgeklinkt und der Redaktion erfolgreich die Selbstorganisation überlassen hat.
"Horizont" 17/2017, S. 6 (Paid), turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background "Capital")Kommentieren ...

Zitat: epd-medien-Chefin Diemut Roether wünscht sich mehr Recherche statt Gefühlsberichterstattung.

"Es ist einfacher über Emotionen zu berichten, als Hintergrund zu recherchieren."

Diemut Roether, Verantwortliche Redakteurin von epd medien, appelliert beim Frankfurter Tag des Online-Journalismus an Redaktionen, statt auf Gefühlsberichterstattung wieder mehr auf Fakten zu setzen und erinnert: "Wir nennen das Recherche".
evangelisch.de, ftoj.de (29-Min-Vortrag als Video)Kommentieren ...