Ermordete Journalistin Daphne Caruana Galizia hatte viele Feinde.

Ermordete Journalistin aus Malta, Daphne Caruana Galizia, hatte viele Feinde, schreiben Oliver Meiler und Bastian Obermayer und blicken auf das Leben der Investigativ-Fachfrau zurück. Vor elf Jahren sei schon einmal das Auto der Journalistin angezündet worden. Nun ist ausgerechnet eine Untersuchungsrichterin dem Fall zugeteilt, die selbst öfter in der Berichterstattung von Daphne Caruana Galizia vorkam.
"Süddeutsche Zeitung", S. 3 (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia ist durch Auto-Bombe getötet worden.

Daphne Caruana Galizia, 53, ist durch eine Auto-Bombe ermordet worden. Die maltesische Investigativ-Journalistin hatte an den Malta Files gearbeitet und wollte mit den rund 150.000 vertraulichen Dokumenten Steuerhinterziehung aufdecken. Die Bombe in ihrem Auto explodierte in der Nähe ihrer Wohnung. Caruana Galizia hatte wegen Morddrohungen vor zwei Wochen Anzeige erstattet.
nzz.ch, tagesschau.de, zeit.deKommentieren ...

Zahl des Tages: Schweizer wollen 100.000 Franken für ein Sportmagazin einsammeln.

Zahl des Tages: Genau 100.000 Franken, also rund 87.000 Euro, wollen Schweizer Journalisten für ein Sportmagazin per Crowdfunding einsammeln. Die Zeitschrift "No. 1: Das beste Sportmagazin der Welt" soll mit 144 Seiten vorerst nur ein Mal - im Herbst 2018 - erscheinen und exklusiv für die Spender erhältlich sein. Spitzensportler unterstützen das Projekt.
persoenlich.com, dienummereins.chKommentieren ...

Portrait: Felix Hackenbruch stellt eine Zeitung aus Berlin für Taubblinde vor.

Inklusion: Christine Günzel öffnet mit ihren Tagesnachrichten für taubblinde Menschen aus Berlin Taubblinden seit 13 Jahren ein Fenster zum Weltgeschehen, beschreibt Felix Hackenbruch. Günzel wertet morgens Newsletter aus, um die Nachrichtenlage aus allen Ressorts auf täglich zehn bis zwölf Seiten zusammenzufassen. Herausgeber der Taubblindenzeitung mit nur rund 50 Abonnenten ist der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband.
tagesspiegel.deKommentieren ...

Meinung: Medien sind für Schweigen und Pöbeleien in Debatten mitverantwortlich.

Medien sind mitschuldig, dass in der öffentlichen Diskussion vor allem merkeleskes Schweigen und rechtspopulistische Pöbeleien dominieren, meint Eva Menasse. Zwi­schen den Ex­tre­men Schwei­gen und Pö­beln sei offenbar für niemanden mehr Platz. Menasse wirft Meedia vor, den vom "Spiegel" aus großer Nähe beschriebenen Wahlkampf von Martin Schulz "gei­fernd zum Dolch­stoß um­zu­dich­ten". Anders als vom Branchendienst behauptet, gebe es in der Schulz-Story keinen Satz, der diesen als totalen Loser erscheinen lasse.
"Spiegel" 41/2017, S. 128-129 (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Manfred Braun bemüht sich um Grosso-Einigung.

Geliebter Grosso: Funke-Geschäftsführer Manfred Braun schlägt im Disput um den Presse-Grosso deeskalierende Töne an und mahnt die Verlage beim VDZ Distribution Summit zur Diplomatie, schreibt Roland Pimpl. Braun richtet den Blick u.a. auf die Lage in den USA, England und Spanien, wo der Vertrieb viel schlechter funktioniert, und rät, eine solche Fehlentwicklung in Deutschland zu vermeiden. Von den Verlagen fordert er zudem, bei Einführungen von neuen Heften eine sorgfältigere Mengenplanung zu betreiben, anstatt den Handel zu überschwemmen. Außerdem findet Braun, Verlage sollten für Extra-Wünsche mehr ans Grosso bezahlen.

Hintergrund sind die Verhandlungen um eine Reform des Vertriebssystems für Zeitungen und Zeitschriften, auf die sich bisher beide Seiten nicht verständigen können. Gruner + Jahr hatte deshalb die Verhandlungen mit den Grossisten auf Eis gelegt. Am 20. Oktober wollen sich Verlage und Grosso dennoch wieder an einen Tisch setzen. (Foto: Johannes Arlt für die turi2 edition Zeitschriften)
horizont.net, turi2.de (Background G+J), turi2.de (Interview mit Grosso-Chef Frank Nolte)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Grosso-Streit: Frank Nolte hofft auf Einigung und sieht keine Möglichkeit mehr zum Sparen.

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Produzent Harvey Weinstein soll US-Journalisten gekauft haben.

US-Produzent Harvey Weinstein soll Journalisten gekauft haben, um negative Berichterstattung gegen ihn zu unterbinden. Weinstein steht im Verdacht, Frauen belästigt und missbraucht zu haben. Die Journalistin Rebecca Traister schreibt etwa in einem Artikel, viele Journalisten seien von Weinstein bezahlt worden oder hätten ohnehin für ihn gearbeitet - und deshalb nicht kritisch berichtet.
sueddeutsche.de, thecut.com (Artikel Traister)Kommentieren ...

Mateschitz' Recherche-Projekt Addendum ist für Rezensenten schwer zu fassen.

Österreich: Die neue Recherche-Plattform Addendum von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz (Foto) ist weder links noch rechts, weder Boulevard noch für Intellektuelle gemacht, urteilt Ralf Leonhard. Mateschitz sei zu schlau, als dass man den Beiträgen eine eindeutige Tendenz nachweisen könnte. Jens Jessen verwundert indes die "illusionäre Anmaßung" des Journalismus-Projekts, eine standpunktlose, überparteiliche Wirklichkeitsdarstellung liefern zu wollen.
taz.de, "Die Zeit" 42/2017, S. 52 (Paid)Kommentieren ...

BuzzFeed veröffentlicht Breitbart-Interna auf Basis geleakter E-Mails.

Breitbart-Leaks: Steve Bannon, CEO des rechten US-Newsportals Breitbart News und zwischenzeitlich Chefstratege von Donald Trump, hat seinen ehemaligen Redakteur Milo Yiannopoulos 2016 gezielt zum provokanten und einpeitschenden Mittler zwischen US-Rechtsextremen und der Trump-Kampagne aufgebaut, berichtet Joseph Bernstein bei BuzzFeed News auf Basis geleakter Emails. Die interne Kommunikation zwischen Bannon und Yiannopoulos zeigt auch den massiven Einfluss und die finanziellen Zuwendungen durch die Milliardärsfamilie Mercer.
buzzfeed.comKommentieren ...

Zitat: BuzzFeed-News-Chef Daniel Drepper weiß, wie er Menschen im Netz erreicht.

"Ich glaube, kaum ein anderes Unternehmen im Journalismus weiß so gut wie wir, wie man Menschen im Netz erreicht."

Daniel Drepper, deutscher Chef von BuzzFeed News, nimmt sich beim Verkaufen von Geschichten seine Entertainment-Kollegen als Vorbild.
journalist-magazin.de

weitere Zitate:

"Geschichten in den sozialen Netzwerken funktionieren unabhängig von der Marke. Das heißt, die Leute klicken nicht irgendwas an, bloß weil Buzzfeed draufsteht. Für uns bedeutet das, dass wir jede Geschichte so spannend anteasern müssen, dass sie geklickt wird."

"Uns ist es wichtig, dass wir Geschichten aus unserem eigenen Blickwinkel erzählen und nicht das nachmachen, was schon erschienen ist oder schon drei Mal so ähnlich gesagt wurde."

"Wir brauchen Kollegen, die bereit sind, sich dauernd mit uns zu verändern. Was wir überhaupt nicht gebrauchen können, sind Leute, die sich für was Besseres halten."

Aus dem Archiv von turi2.tv: Daniel Drepper bastelt für BuzzFeed auch lustige Listen.
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Zitat: Horst Röper bedauert weniger Vielfalt bei Zeitungsberichten.

"Redaktionen sind längst zum Zielgebiet der Betriebswirte geworden."

Medienforscher Horst Röper bedauert im Interview mit dem Deutschlandfunk die abnehmende Meinungsvielfalt bei Zeitungen, die durch Kooperationen bei der Berichterstattung entsteht.
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio)

Weitere Zitate aus dem Interview:
Zur Zusammenlegung der überregionalen Berichterstattung von Zeitungen:
"Wir müssen davon ausgehen, dass alle großen Verlagsgruppen miteinander reden, um eben solche Kosten auch im redaktionellen Bereich zu schmälern."Kommentieren ...

NBC Universal ernennt Katharina Behrends zur Chefin für Osteuropa.

NBC Universal macht seine Deutschland-Geschäftsführerin Katharina Behrends zusätzlich zur Chefin seiner US-Sender in Osteuropa und Benelux. Behrends will für die unterschiedlichen Länder passgenaue Strategien entwickeln, schreibt Hans-Peter Siebenhaar. Zu ihren neuen Kompetenzen gehören ab 2018 u.a. Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn. Behrends wirkt seit neun Jahren als Deutschland-Chefin von NBC Universal.
handelsblatt.com (Paid)Kommentieren ...

G20-Affäre: Polizei löscht Beweise, Regierung beschuldigt Journalisten weiter.

Großer Löschangriff: Die Affäre um entzogene G20-Akkreditierungen ist um einen Skandal reicher. Das LKA Berlin löscht noch vor einer Überprüfung Datensätze, die einen Fotografen belasteten, aber offenbar falsch waren. Ex-Datenschutzbeauftragter Peter Schaar spricht von einer "Unterdrückung von Beweismitteln". Die Bundesregierung räumt inzwischen ein, vier Journalisten zu Unrecht die G20-Akkreditierung entzogen zu haben.

Bei 28 weiteren Journalisten beharrt die Regierung auf der Rechtmäßigkeit des Rausschmisses. Das ARD-Hauptstadtstudio recherchiert zwölf Fälle und findet heraus, dass die gravierenden Vorwürfe gegen die Journalisten wie "besonders schwerer Landfriedensbruch" und "Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion" falsch sind. Die angekündigte Entschuldigung der Regierung lässt weiter auf sich warten, berichtet ARD-Korrespondent Arnd Henze. Seit dem G20-Gipfel habe das BKA indes mehrmals erneut Journalisten von Veranstaltungen fern gehalten.
tagesschau.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Studie: Große Mehrheit der Bürger sieht soziale Netzwerke kritisch.

Soziale Medien: Nur knapp drei Mio Deutsche vertrauen Infos bei Facebook und Co mehr als den klassischen Medien, sagt laut "Handelsblatt" eine Studie von Kantar TNS im Auftrag der Landesmedienanstalten. Demnach achten 94 % der Nutzer sozialer Medien auf den Absender der Nachricht, 89 % sehen soziale Medien als Möglichkeit der freien Meinungsäußerung. Doch nur ein Drittel glaube, dort einen guten Überblick über verschiedene Meinungen zu finden.
handelsblatt.comKommentieren ...

Initiative für unabhängige Medienprojekte startet in Großbritannien.

Großbritannien: Die Initiative Media Fund sammelt Geld für unabhängige Medienprojekte. Alternative Medien sollen ein Gegengewicht zum angeblich rechtslastigen alten Medien-System schaffen. Zu den 21 Partnern gehören das Bureau of Investigative Journalism und das Magazin New Internationalist.
theguardian.com, themediafund.orgKommentieren ...

Zitat: dpa-Chef Peter Kropsch erwartet Liebe zur Arbeit.

"Nachrichtenagentur-Journalisten müssen verliebt in ihre Arbeit sein, denn sie stehen nicht in der Öffentlichkeit."

dpa-Geschäftsführer Peter Kropsch erwartet in seiner Redaktion Leidenschaft für die stille Arbeit im Hintergrund. Im Video lobt er das Wissen seiner Volontäre und zweifelt an seinen Chancen, heute noch einmal als Redakteur eingestellt zu werden.
turi2.tv (5-Min-Video)Kommentieren ...

dpa-Geschäftsführer Peter Kropsch: Das Finden von Fake News wird zum zentralen Geschäftsmodell.


Richtig wichtig: Kaum ein aktuelles Medium kommt ohne die dpa aus. Seit diesem Jahr führt der Österreicher Peter Kropsch die Nachrichtenagentur. Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv gibt er Einblick in seinen Kurs: Für Kropsch wird das Verifizieren von Nachrichten immer wichtiger. Wahr und Falsch in der Info-Flut auseinanderzuhalten, ist für ihn ein zentrales Geschäftsmodell. Nicht nur im Auftrag klassischer Medien: Kropsch sucht neue Kunden vor allem unter Institutionen und Unternehmen.

"Die Information als Vertrauensgut ist immer unser Geschäftsmodell gewesen", sagt Kropsch, der von der Agentur APA aus Wien kommt. "Für uns wird das Bewerten, Einordnen und Verifizieren von Nachrichten als Geschäft immer wesentlicher." Die Redaktion habe deshalb viele Abläufe umgestellt. Im Berliner Newsroom gibt es jetzt einen Radar Officer, der vor allem das Grundrauschen der sozialen Medien im Blick behält. Ein Verification Officer versucht, Fake News zu enttarnen.

Das helfe nicht nur anderen Redaktionen. Auch Institutionen und Unternehmen seien auf faktisch richtige Informationen angewiesen. Für die dpa werden diese Kunden immer wichtiger: Der frühere Wirtschaftsredakteur Kropsch scheut sich nicht, journalistische Dienste noch offensiver Unternehmen anzubieten, die darauf dann ihre PR-Arbeit aufbauen. Die sich ändernde Kundenstruktur ist zumindest ein Drahtseilakt – auch wenn Kropsch eine Firewall zwischen Redaktion und Vertrieb verspricht.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube), turi2.de (dpa-Dossier, Dezember 2015)Kommentieren ...

Zitat: Peter "Bulo" Böhling kritisiert die schlechte Stimmung in der Branche.

"Auf jeder Betonmischmaschinenhersteller-Verbandstagung geht es wahrscheinlich lustiger zu als auf Mediennächten oder Printpartys. Früher wurde gesoffen bis um vier."

VDZ-Präsidentschaftskandidat Peter "Bulo" Böhling beklagt die schlechte Stimmung in der Branche. Auf Branchenevents dürfe man heute kaum mehr sagen, dass die Geschäfte gut laufen, sagt der Kleinverleger im Interview mit Silke Burmester.
taz.de, turi2.de (Background)

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Google ist nicht der eigentliche Feind. Google lebt doch davon, dass es nach außen Verbindungen hat. Das ist der Kern des Unternehmens. Facebook hingegen ist ein in sich abgeschlossenes, pro­prie­täres System. Wenn ich als Verlag meine Inhalte dort klickgeil einstelle, gebe ich meine Marke auf."

"Weniger Medienmanager, mehr Magazinmacher! Manager auf Zeit sind eine Plage, weil sie oft nicht für das stehen, was jemand aufgebaut hat."

Aus dem Archiv von turi2.tv: Bulo erzählt Geschichten mit Leidenschaft.
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David Schraven reagiert auf Studie über Correctiv.


Corrigiert: David Schraven, Gründer des gemeinnützigen Recherchebüros Correctiv, reagiert auf eine Studie von Medienwissenschaftler Volker Lilienthal, der die Redaktion im Sommer 2016 bei ihrer Arbeit beobachtet hat. Lilienthals Fazit: Überarbeitet, unkoordiniert und finanziell am Limit. Die Förderung der Brost-Stiftung falle geringer aus als bisher und sei an eine Überprüfung der Faktencheck-Aufgaben von Correctiv für Facebook geknüpft. Lilienthal habe "auf Basis von alten Informationen die falschen Schlüsse" gezogen, erwidert Schraven im Interview mit Meedia. Ein klärendes Gespräch mit Lilienthal vor Veröffentlichung der Studie konnte Correctiv "aufgrund von Zeitdruck" nicht wahrnehmen. Die Förderung sei keine jährlich fixe. "Es wäre sehr schön, wenn sich Lilienthal in diesem Punkt korrigiert. Das würde ihm keinen Zacken aus der Krone brechen", sagt Schraven.

Insgesamt ist der Correctiv-Chef Lilienthal aber "sehr dankbar, dass er seine Studie gemacht hat". Von der Transparenz, einen Medienwissenschaftler die Redaktion über dreieinhalb Monate begleiten zu lassen, hat sich Schraven versprochen, "Schwachstellen gerade in unserer Organisationsstruktur" zu erkennen und daraus zu lernen. Die Schwächen seien vor allem auf "Projektitis" zurückzuführen, weil die Redaktion mit zu vielen Einzelprojekten Kräfte bindet, die für andere Aufgaben fehlen. Correctiv konnte einige der Projektfinanzierungen bereits in feste Finanzierungen umwandeln und will kleinere Projekte, die zu viel Koordinierungsaufwand bedeuten, künftig lieber bleiben lassen.
meedia.de (Interview Schraven), nomos-elibrary.de (Studie Lilienthal)Kommentieren ...

Lese-Tipp: Ulrich Schnabel erörtert Strategien gegen Fake News.

Lese-Tipp: Ulrich Schnabel analysiert, welche Strategien Wissenschaftlern zufolge gegen Fake News am besten wirken. In Schule und Studium müsse dringend Nachrichtenkompetenz vermittelt werden, dies fehle bisher. Die Konsumenten von Fake News müssten angeregt werden, selbst kritisch nachzufragen und Behauptungen zu prüfen. Auch neue Belege und Gegenbotschaften könnten helfen. Die bloße Kennzeichnung von Fake News sei hingegen weitgehend wirkungslos, denn ausführliche Berichte über Falschmeldungen verstärken laut Wissenschaftlern deren Botschaft.
zeit.deKommentieren ...

Rainald Becker: Es ist nicht unsere Aufgabe, eine Partei groß oder klein zu machen.

AfD-Berichterstattung: ARD und ZDF haben nicht die Aufgabe, eine Partei groß oder klein zu machen, meint ARD-Chefredakteur Rainald Becker. Da im vergangenen Wahlkampf die Themen der AfD im Fokus standen, habe die ARD darüber berichtet. Die AfD brauche die Öffentlich-Rechtlichen nicht, sagt Becker in den "Tagesthemen", denn bei der Meinungsbildung der AfD-Anhänger spielten ARD und ZDF nur eine "untergeordnete Rolle".
daserste.de (30-Min-Video, ab Min 9:40)

Korrektur: In einer früheren Fassung hieß es, Rainald Becker plädiere dafür, neutral über Wahlkämpfe zu berichten. Das geht aus dem O-Ton jedoch nicht explizit hervor.Kommentieren ...

Video-Tipp: Dirk Benninghoff erklärt Content-Marketing-Trend mit Qualitätsverlust im Journalismus.

Video-Tipp: Content Marketing ist auch eine Reaktion der Unternehmen auf Qualitätsverlust in klassischen Redaktionen, sagt FischerAppelt-Chefredakteur Dirk Benninghoff. Der Output wachse, Personalzahlen nicht. Benninghoff rät Unternehmen zu mehr "Gespür für News und Tageslagen". Um eigene Botschaften zu platzieren, müssen sie proaktiv mit Infos, Zitaten und Gesprächspartnern rausgehen. Deshalb gibt es in der PR immer mehr Newsrooms.
pr-journal-plus.de (5-Min-Video)

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Meinung: Einige Stars können kritische Berichte über sie nicht ertragen.

Promis gehen mit den Medien nicht immer fair um, meint Tobias Lobe, Chefredakteur der Unterhaltungs-Nachrichtenagentur Spot On News. Einige Promis könnten es nicht ertragen, wenn über sie kritisch berichtet wird. Stars versuchten dann teils wegen "atemberaubend lächerlicher Details", Reporter mit Anwälten einzuschüchtern oder abzukassieren. Zu prüfen, ob Promis wie Til Schweiger ihre öffentlichen Ankündigungen auch umsetzen, sei normaler Journalismus.
kress.deKommentieren ...

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Mit Vielfalt gegen Populismus: Abgehängt, falsch dargestellt oder interpretiert – einige gesellschaftliche Gruppen finden sich in der medialen Darstellung nicht wieder. Das Journalismusforum 2017 am 7. November in Köln vermittelt konkrete Ideen von der Washington Post und anderen Medienhäusern, wie man das verhindern kann. Jetzt anmelden!

Meinung: Journalismus muss den Blickwinkel der Leser stärker erweitern.

Journalismus braucht eine größere Rückkopplung mit der Gesellschaft und der Lebenswirklichkeit der Bürger, meint Ulrik Haagerup, Gründer des Constructive Institutes für konstruktiven Journalismus. Journalisten müssten Geschichten erzählen, die den Blickwinkel der Leser und Zuschauer erweitern. Menschen wendeten sich von den Medien ab, weil sie die Nachrichten zu deprimierend fänden, sagt Haagerup im Interview mit kress.de. Für Leser sei es fesselnder, mögliche Lösungen zu diskutieren als wieder einmal zu lesen, was alles schief läuft.
kress.deKommentieren ...

Jochen Wegner: Medien brauchen Freiräume für Experimente.

Medien sollten ein Spielbein frei haben, um Neues auszuprobieren, meint "Zeit-Online"-Chef Jochen Wegner. Das müsse möglich sein, ohne ein Tor garantieren zu können. Großprojekte wie die Einführung eines Bezahlmodells oder ein Relaunch könnten Online-Redaktionen lähmen und alle Ressourcen binden, die auch für andere Vorhaben wichtig wären.
horizont.netKommentieren ...

Lese-Tipp: In Afghanistan auf Sendung für Frauenrechte.

Lese-Tipp: Lilian Häge portraitiert Zan TV, den ersten afghanischen Frauensender. Von einem Mann im Mai 2017 gegründet, wollen die TV-Macher die Stärke und den Mut von Frauen zeigen und ein Bewusstsein für Frauenrechte vermitteln - und brauchen dafür selbst Mut, weil einige Mitarbeiterinnen bedroht werden. Auch Männer sollen motiviert werden, sich für Frauenrechte einzusetzen.
faz.netKommentieren ...

Zitat: Martin Schulz beobachtet besondere Regeln im Hauptstadt-Journalismus.

"Es gibt be­stimm­te Re­ak­tio­nen, die darf man in Berlin nicht zei­gen, etwa, dass man sich ver­letzt fühlt. Tut man es doch, kriegt man im bes­ten Fall einen mit­lei­di­gen Ar­ti­kel nach dem Mot­to: Lie­ber Kerl, aber er ist dem Ding nicht ge­wach­sen."

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz stellt im Hauptstadt-Journalismus einen Druck fest, sich an bestimmte Regeln anzupassen. Man dürfe in all den Re­geln nicht ver­lo­ren gehen, sagt er im Interview mit dem "Spiegel".
"Spiegel" 38/2017, S. 22-25 (Paid)Kommentieren ...

RBB verpasst Moderator Jörg Thadeusz einen Warnschuss nach CDU-Auftritt.

RBB missbilligt einen Auftritt von Moderator Jörg Thadeusz für die CDU. Dies sei ihm "in aller Deutlichkeit" übermittelt worden. Thadeusz interviewt derzeit Politiker in seiner RBB-Sendung "Fahrbereitschaft", Samstag ließ er sich von der CDU für ein Merkel-Interview einspannen. In Twitter-Diskussionen wollte Thadeusz seinen Fehler nicht einsehen, dokumentiert Stefan Niggemeier.
uebermedien.deKommentieren ...

T-Online reichert sich mit Kolumnen an.

T-Online, Ströers Newsportal, holt sich eine Reihe an Kolumnisten auf die Seite. Die Fußballgötter Berti Vogts und Stefan Effenberg schreiben über Ballsport. Florian Harms, Chefredakteur bei T-Online und Ex-Chefredakteur bei Spiegel Online, wildert auch im alten Revier: Gerhard Spörl, Ex-Außenpolitik-Chef des "Spiegels", erklärt US-Politik. Anja Rützel, u.a. Autorin bei SpOn, schreibt bei T-Online über ihren jeweiligen "Held der Woche".
per Mail, t-online.de (erste Kolumne)Kommentieren ...

"Hamburger Abendblatt"-Mitarbeiter schreiben Protestbrief wegen Kürzungen bei der "Mopo".

Hamburger Morgenpost erhält Unterstützung von 62 Kollegen des konkurrierenden "Abendblatts". Sie fordern in einem offenen Brief an DuMont-Chef Christoph Bauer, den angekündigten Abbau von elf Stellen zu stoppen. Der Verlag gefährde die Existenz des Titels und ihre Kollegen, wenn ausgerechnet im Lokalen gekürzt werden soll. DuMont will 15 % der Stellen einsparen. Der "Mopo"-Mantel soll künftig aus Berlin kommen.
turi2.de (E-Mail als PDF), turi2.de (Background)Kommentieren ...

14 Journalismus-Organisationen fordern Freilassung von Journalisten in Türkei.

Türkei: 14 Journalismus-Organisationen fordern in einem offenen Brief an Erdogan die Freilassung von Deniz Yücel und den anderen aus politischen Gründen inhaftierten Journalisten in der Türkei. Zu den Unterzeichnern gehören der DJV, Netzwerk Recherche und Correctiv, Initiator ist der Recherche-Verband Journalists Network. Die Organisationen verlangen von der Türkei, rechtsstaatliche Prinzipien und faire Prozesse zu garantieren. Der Brief soll auch in türkischen Medien erscheinen. Yücel sitzt am 10. September, seinem 44. Geburtstag, seit 209 Tagen in Haft.
kress.de, journalists-network.orgKommentieren ...

Krisenforscher: Medien berichten häufiger über unspektakuläre Krisen.

Krisen-Berichterstattung: Medien berichten häufiger als früher über unspektakuläre Krisenfälle, meint Krisenforscher Frank Roselieb. Krisen wie Flugzeugabstürze, Hotelbrände oder tödliche Lebensmittelvergiftungen seien seit 1984 um etwa ein Drittel gesunken, doch die Zahl "gefühlter" kommunikativer Krisen in gleichem Maße gestiegen. Durch die mediale Aufregung könnten echte Krisen von den Bürgern irgendwann übersehen werden.
"New Business" 37/2017, S. 18-21 (Paid), presseportal.de (Vorabmeldung)Kommentieren ...