Spiegel Online Backstage gibt Einblick in den Newsroom und beantwortet häufige Fragen.

Spiegel Online Backstage heißt eine neue Seite, auf der die Redaktion von Spiegel Online Einblick in den Newsroom und ihre Arbeitsweise gibt und häufige Fragen beantwortet. Themen sind die Entstehung von Artikeln, Recherchefehler, digitaler Journalismus, Werbefinanzierung und Datenschutz. Ähnliche Transparenzbemühungen verfolgen auch Zeit Online mit dem Blog Glashaus und Bild.de mit Blog.Bild.
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Meinung: Medien sollten ihre Rolle bei den Rufmord-Vorwürfen hinterfragen.

Rufmord-Vorwürfe: Die Medien nehmen den Fall des angeblichen Maschmeyer-Whistleblowers Stefan Schabirosky nicht als Anlass zur Selbstkritik, kritisiert Uwe Vorkötter. Mit Interviews und Vorabdrucken von Schabiroskys Buch bereiteten die Journalisten dem "charakterlosen Rufmörder" heute wieder die Bühne. Fassungslos macht Vorkötter, dass Journalisten und PR-Leute offenbar nichts aus früheren PR- und Medienaffären gelernt haben.
horizont.net, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Lese-Tipp: Lucinda Southern beschreibt das Faktencheck-Team des "Spiegels".

Lese-Tipp: Lucinda Southern schreibt über das 70-Köpfe-starke Faktencheck-Team des "Spiegels" und die dazugehörige Artikel-Datenbank, die Quellen jeglicher Art durchkämmt und stetig wächst. Für Hauke Janssen, Leiter der Dokumentation des Magazins, ist ein pluralistischer Medienmarkt der Schlüssel im Kampf gegen Fake News.
digiday.comKommentieren ...

"Handelsblatt" interviewt Maschmeyer-Rufschädiger Stefan Schabirosky.

Handelsblatt interviewt Stefan Schabirosky, der angeblich eine groß angelegte Schmutzkampagne gegen Carsten Maschmeyer gefahren und vom Konkurrenzunternehmen DVAG bezahlt bekommen hat. Schabirosky sagt, mit seinem Enthüllungsbuch wolle er reinen Tisch machen, Maschmeyer bezahle ihn nicht dafür. Er habe sich an Maschmeyer gewandt, um sein Gewissen zu erleichtern und in der Hoffnung, Maschmeyer verklage die DVAG. Die meisten Insiderinformationen, die Schabirosky hatte, seien gar nicht dramatisch, aber leicht aufzubauschen gewesen. Die Journalisten hätten irgendwann nicht mehr richtig geprüft, was er ihnen anbot. 2014 und 2015 habe er versucht, sich erst dem "stern" und dann dem NDR zu offenbaren, beide Medien seien aber nicht darauf eingegangen. Maschmeyer und er hätten sich inzwischen ausgesprochen.
"Handelsblatt", S. 28 (Paid)Kommentieren ...

NDR und "SZ" verweisen auf weitere Quellen im Fall Maschmeyer.

Rufmord-Vorwürfe im Fall Carsten Maschmeyer (Bild) seien überzogen, kritisiert Kristopher Sell vom NDR und bezeichnet die Darstellung, eine einzelne Person habe auf Anweisung eines Konkurrenten gezielt Informationen an Medien weitergegeben, als "reine Buch-PR". Sein Sender habe weitere und wichtigere Informanten gehabt. Zudem ändere auch ein Verrat aus niedrigen Motiven nichts am Wahrheitsgehalt der Recherchen. Auch die "SZ" verweist auf weitere Informanten.
deutschlandfunk.de, meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Branchen-Experten plädieren für Kennzeichnungspflicht für Robotertexte.

Roboterjournalismus sollte klar als solcher gekennzeichnet werden, sagen mehrere Branchen-Experten in einer Umfrage gegenüber dem "Journalist". Unter anderem sprechen sich Kathrin Konyen vom DJV, Lutz Tillmanns vom Deutschen Presserat und Frank Feulner von der Roboter-Journalismus-Firma AX-Semantics für eine Kennzeichnung aus. Anja Pasquay vom BDZV will die Entscheidung den Verlagen überlassen.
"Journalist" 08/2017, S. 40 (Paid), presseportal.de1 Kommentar

DVAG will nicht für Rufmord-Kampagne gegen Carsten Maschmeyer bezahlt haben.


Rufmord-Clinch: Die Deutsche Vermögensberatung, Hauptkonkurrent von Finanzdienstleister AWD, widerspricht dem Vorwurf, für eine Schmutzkampagne gegen den AWD-Gründer Carsten Maschmeyer bezahlt zu haben. Der Autor und frühere AWD-Mitarbeiter Stefan Schabirosky behauptet in seinem Buch "Mein Auftrag: Rufmord", dass er jahrelang im Dienst der DVAG negative Artikel über Maschmeyer in der Presse lanciert und dafür 6.000 Euro pro Monat erhalten habe.

In einer Pressemitteilung erklärt der Finanzkonzern, Schabirosky sei nach seinem Bruch mit dem Konkurrenten AWD eingestellt worden, weil er "über umfassende Branchenkenntnisse im Allgemeinen verfügte". Er habe eigenverantwortlich und "ohne konkrete Aufträge seitens der DVAG" gearbeitet. Als die Erkenntnis reifte, Schabirosky nutze seine Position für einen persönlichen Rachefeldzug gegen den AWD, habe sich die DVAG von ihm getrennt. Er habe eidesstattlich versichert, dass etwaige Gesetzesbrüche nicht auf Weisung des Unternehmens stattgefunden hätten.

Schabirosky schreibt im Buch "Mein Auftrag: Rufmord", er habe mit Unterstützung der DVAG und vom Konzern bezahlten Anwälten eine Schmutzkampagne gegen Maschmeyers AWD gefahren und als vermeintlicher Whistleblower Medien wie der "Süddeutschen Zeitung", dem "Spiegel" und dem NDR Insider-Informationen zukommen lassen.
dvag.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"WamS": "Spiegel", NDR und andere sind auf Rufmord-Kampagne gegen Maschmeyer reingefallen.


Finanz-Krimi: Deutsche Medien sind womöglich jahrelang auf einen Betrüger hereingefallen, der eine gezielte Kampagne gegen den Finanzdienstleister AWD und dessen Gründer Carsten Maschmeyer inszeniert hat. Die "Welt am Sonntag" veröffentlicht Auszüge aus dem Buch "Mein Auftrag: Rufmord" von Stefan Schabirosky, einem ehemaligen AWD-Vertreter. Er habe AWD Anfang der 2000er im Streit verlassen und sich an den größten Konkurrenten von AWD, die Deutsche Vermögensberatung, gewandt. Mit Unterstützung der DVAG und vom Konzern bezahlter Anwälte haben er als Whistleblower im Mai 2005 der "Süddeutschen Zeitung" und später auch anderen Medien negative Geschichten über den AWD angeboten. Dabei hat er über seinen Hintergrund und seine Motivation gelogen. Berichtet haben etwa "Spiegel", "Tagesspiegel", "stern" und NDR.

Für ein Monatsgehalt von 6.000 Euro sei es Schabiroskys Ziel und Auftrag gewesen, AWD und Maschmeyer fertig zu machen. Als der Konzern Swiss Life 2007 Aktien von Maschmeyer kauft und zum Hauptaktionär wird, sieht der vermeintliche Whistleblower sich am Ziel und fordert von der DVAG einen Mio-Bonus. Weil er das Geld nicht bekommt, begeht er doppelten Verrat und wendet sich wieder an den AWD. Schabirosky will die DVAG mit Hilfe von AWD verklagen. Doch der Machmeyer-Konzern lässt sich auf den Kuh-Handel nicht ein.

Im Jahr 2016 meldet Schabirosky sich bei Maschmeyer persönlich und berichtet dem Milliardär von seiner Kampagne gegen ihn. Dabei, so schreibt die "WamS", sei der Entschluss entstanden, die Geschichte in einem Buch offenzulegen.

"Welt"-Herausgeber Stefan Aust, damals Chefredakteur des "Spiegel", meldet sich neben dem Buchauszug zu Wort: Maschmeyers heutiges Image sei weitgehend durch Schabirosky gelenkt, ein Beispiel dafür, dass die Rolle von Whistleblowern für Medien und deren Glaubwürdigkeit zwiespältig betrachtet werden müsse. Die damals im "Spiegel" über AWD veröffentlichten Fakten seien richtig gewesen.
"Welt am Sonntag", S. 36-38, blendle.com (Paid), welt.de (Kurzfassung)

Mitarbeit: Markus Trantow2 Kommentare

Zitat: Chelsea Manning kritisiert US-Zeitungen für Desinteresse an ihrem Material.

"2010 bin ich quer durch Washington D.C. geturnt, um die 'Washington Post' zur Veröffentlichung dieses Materials zu bringen, und dann bin ich zur 'New York Times' gegangen."

Whistleblowerin Chelsea Manning kritisiert im Interview mit der "Vogue", die "Washington Post" und die "New York Times" hätten kein Interesse an ihren geheimen Dokumenten gezeigt. Deshalb sei sie mit ihrem Material zu Wikileaks gegangen.
sueddeutsche.deKommentieren ...

Wir graturilieren: Martin Fiedler wird 51.


Wir graturilieren: Martin Fiedler, Co-Gründer von Recherchescout, feiert heute seinen 51. Geburtstag. Im vergangenen Jahr freute ihn, dass alles rund lief und er gute neue Mitarbeiter als Verstärkung für Recherchescout und das Mutterschiff Munich Communication Lab gefunden hat. So ein positives Jahr würde er gerne noch einmal mitnehmen. Gestört hat ihn nur, wie erfolgreich "offensichtliche politische Lügen" in Ursprungsländern unseres westlichen Wertesystems seien - etwa der Brexit in Großbritannien und die Präsidentschaft Donald Trumps in den USA. Im 52. Lebensjahr will der Dozent für Kommunikations­management an der Munich Business School anderen wieder viel über Kommunikation vermitteln, aber auch selbst über Kommunikation und Digitalisierung dazulernen. "Und warum nicht mal wieder einen Fußball-Weltmeistertitel?", fragt er.

Zurzeit ist Fiedler mit seiner Familie im Urlaub in Südfrankreich - und beschäftigt sich mit der Luxus-Frage, ob er an den Strand oder in den Pool gehen soll. Seinen Geburtstag feiert er mittags bei seinem Lieblingsfischer in der Stadt Mèze, später geht es mit Familie und Freunden weiter an den Strand - oder eben in den Pool, mit Boule und Rotwein. Über Glückwünsche freut er sich am meisten per E-Mail.Kommentieren ...

Hör-Tipp: Osborne hat sich als Chef des "Evening Standards" gemacht.

Hör-Tipp: George Osborne macht laut Beobachtern einen soliden Job als Chef der Londoner Zeitung "Evening Standard", schildert Sandra Pfister. Die Politik-Berichterstattung sei unter dem Ex-Finanzminister hervorragend. Doch ein Interessenkonflikt bleibe wegen Osbornes hohem Gehalt beim US-Fondsverwalter Blackrock. Auch mit Premierministerin Theresa May habe Osborne wohl noch eine Rechnung offen.
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Neun Journalisten klagen gegen Entzug der G20-Akkreditierung.

Klage gegen Schwarze Liste: Neun Journalisten ziehen gegen das Bundespresseamt von Regierungssprecher Steffen Seibert vor Gericht. Sie wollen nachträglich feststellen lassen, dass es rechtswidrig war, ihnen vor dem G20-Gipfel in Hamburg die zuvor erteilte Akkreditierung wieder zu entziehen, schreibt Fatina Keilani im "Tagesspiegel". Insgesamt sind 32 Journalisten betroffen, die erst zugelassen und kurz vor dem Gipfel auf eine Schwarze Liste gesetzt wurden.

Laut Bundespresseamt habe es "Sicherheitsbedenken" gegen die Medienvertreter gegeben. Genauere Erklärungen gibt es nicht. Die Betroffenen werfen dem Bundeskriminalamt und dem Bundespresseamt vor, zu Unrecht gebrandmarkt worden zu sein. (Foto: dpa)
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Jochen Wegner findet, dass lokaler Journalismus funktioniert.

"Die größte Innovation, die wir dieses Jahr hatten, ist die Einführung von Lokaljournalismus."

Jochen Wegner will das vorübergehende Ressort D17 auch nach der Bundestagswahl weiterführen. Unter den meistgelesenen Themen bei Zeit Online sind viele vermeintliche Orchideen aus der Provinz.
turi2 vor Ort bei der Wahlparty von Google in BerlinKommentieren ...

Lese-Tipp: Trump-Chefdeuter Lord soll CNN-Zuschauern zeigen, wie schräg Trump ist.

Jeffrey LordLese-Tipp: Jürgen Schmieder porträtiert Jeffrey Lord (Foto), der bei CNN den Trump-Chefdeuter spielt. Lord stelle sich als "tumben Hinterwäldler" und Trumps Gefolgsmann dar. Dies solle den liberalen CNN-Zuschauern zeigen, wie schräg Trump und seine Anhänger seien, schreibt Schmieder. Lord lasse sich seine Rolle als Prügelknabe des Trump-kritischen TV-Kanals ordentlich bezahlen.
sueddeutsche.deKommentieren ...

Hör-Tipp: Ukrainische Journalisten sprechen über ihre Rolle im Krieg.

Hör-Tipp: Sabine Adler spricht mit ukrainischen Journalisten über ihre Arbeit im Krieg. Manche sehen keinen Widerspruch darin, als Journalist in Kriegszeiten ein Patriot zu sein. Die Abwesenheit der ukrainischen Medien in den von Separatisten besetzten Gebieten wirke sich durch den Informationskrieg auf die Einstellung der Bewohner aus.
deutschlandfunk.de (19-Min-Audio)Kommentieren ...

Hör-Tipp: Journalisten beklagen unkritische Mode-Berichterstattung.

Hör-Tipp: Anja Aronowsky Cronberg, Gründerin einer Mode-Website, beklagt unkritischen Mode-Journalismus. Die Marken diktierten Inhalte. Mode-Journalisten bekämen nach positiven Artikeln über Mode üppige Geschenke der Marken. Die Beziehung zwischen Magazinen und der Werbeindustrie sei fast symbiotisch. Kritischer Journalismus sei auch bei bekannten Magazinen wie der "Vogue" eine Illusion.
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio)Kommentieren ...

Hör-Tipp: Andreas Keßler beklagt unzureichenden Journalismus im Diesel-Skandal.

Hör-Tipp: Andreas Keßler, Vorstandsmitglied des Verbandes der Motorjournalisten, beklagt im Gespräch mit Isabelle Klein im Deutschlandfunk die mangelhafte Arbeit deutscher Journalisten im Dieselskandal. Viele Berichte seien "teilweise erschütternd" gewesen, da die Expertise fehle. Fachmagazine würden das Thema zugunsten von Anzeigen bewusst aussparen.
deutschlandfunk.de (7-Min-Audio)
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Hör-Tipp: Journalistik-Professor Michael Haller kritisiert Berichte über seine Studie.

Hör-Tipp: Journalistik-Professor Michael Haller wirft im Interview mit Detektor.fm der "Zeit" und anderen Medien vor, seine Studie über Medienberichte zur Flüchtlingskrise verkürzt und zugespitzt wiedergegeben zu haben. Er habe sich über die "merkwürdige Vorabmeldung der 'Zeit'" mit einem "so zugespitzten Teaser" gewundert. U.a. daran sehe man den Konkurrenzdruck der Medien, meint Haller. Die "FAZ" habe einen deutlich besseren Bericht über die Studie abgeliefert. Haller wisse nicht, ob er noch einmal vorab zur "Zeit" gehen würde und würde nächstes Mal dafür sorgen wollen, dass eine Vorabmeldung unterbliebe.
detektor.fm (10-Min-Audio), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Lese-Tipp: "Süddeutsche Zeitung" taucht in die einfache Welt der Klatschpresse ein.

Regenbogenblätter vermitteln ein erstaunlich einfaches Weltbild, beobachtet Johanna Adorján nach einer Woche Zwangslektüre für einen Text der "Süddeutschen Zeitung": Wer Sex hat, muss heiraten, Frauen brauchen einen Mann an ihrer Seite, Homosexualität kommt allenfalls in lustigen Tier-Geschichten vor.
sueddeutsche.de (Paid)Kommentieren ...

Meinung: Der Boykott rechtsradikaler Bücher wie "Finis Germania" nutzt den Völkischen.

Bücher: Die Sanktionierung rechtsradikaler Bücher wie Rolf Peter Sieferles Finis Germania adele diese Werke nur und verwandle sie in politisches Kapital, das den Völkischen nutzt, meint Felix Stephan. Stattdessen könnten Lesen, Kritik und Auseinandersetzung helfen. In kleinmütigen Versuchen, das rechte Gewaber aus den Bestsellerlisten zu verbannen, spiegele sich "ein bürokratischer Gestus, der das Denken schon lange eingestellt hat". Eine Elite, die sich vor lesenden Bürgern fürchte, offenbare Panik. Die Bücher von Extremisten und Faschisten müssten mit intellektuellen und rhetorischen Mitteln bekämpft werden - nicht mit Boykott.
welt.de (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Klaus Brinkbäumer gefallen "Spiegel"-Kolumnen nicht immer.

"Kolumnen gefallen mir bei Weitem nicht immer, aber die Kolumnisten müssen frei denken können. Als guter Blattmacher muss man Vielseitigkeit ja nicht nur zulassen, sondern herbeiführen."

Chefredakteur Klaus Brinkbäumer spricht für das Gerechtigkeitsheft des "Spiegel" mit den Chefredakteuren von zwei Schülerzeitungen über ihr Deutschlandbild, Zukunftsaussichten und Journalismus.
"Spiegel", 31/2017, S. 80-82 (Paid)Kommentieren ...

Zitat: Ex-DJV-Chef Konken sieht deutlichen Qualitätsverlust bei Lokalzeitungen.

"Der Stellenabbau der vergangenen Jahre hat sich negativ auf die Qualität ausgewirkt. Und der Medienkonsument quittiert es mit Abkehr von diesen Medien."

Ex-DJV-Chef Michael Konken stellt insbesondere bei Lokalzeitungen einen Qualitätsverlust fest. Journalisten und Politik müssten dringend eine Lösung für die Finanzierung des Journalismus finden.
kress.deKommentieren ...

Ulrike Simon lobt, dass Journalisten Auto-Kartell aufgedeckt haben und sich nicht kaufen lassen.

Journalismus: Ulrike Simon gefällt am aufgedeckten Auto-Kartell, dass klassischer Recherche-Journalismus "Wums wie eh und je" habe. Die Branche bebe, die Aktienkurse fielen, die Verbraucher seien aufgerüttelt – alles Reaktionen, die guter Journalismus hervorrufen soll. Am meisten freut sie, dass die Redaktionen sich die Berichterstattung "trauen", obwohl die Autoindustrie jährlich 1,8 Mrd Euro Werbebudget vergibt.
rbb-online.deKommentieren ...

Presserecht: Medien dürfen schneller Verfassungsbeschwerde einlegen.

Presserecht: Das Bundesverfassungsgericht entscheidet, dass Medien schon gegen einstweilige Verfügungen Verfassungsbeschwerden einlegen dürfen, wenn sie sich im Verfahren ungerecht behandelt fühlen. Im zugrundeliegenden Fall hat der "Spiegel" Verfassungsbeschwerde gegen das Landgericht Hamburg eingereicht, das eine von Fußballer Cristiano Ronaldo beantragte einstweilige Verfügung gegen einen "Spiegel"-Artikel ohne mündliche Verhandlung erlassen hat.
taz.deKommentieren ...

Zitat: Anja Aronowsky Cronberg hält die "Vogue" für einen Tonangeber für wenige.

"Vielleicht 'braucht' der Leser 'Vogue' nicht mehr, aber innerhalb der Modeindustrie gibt die 'Vogue' immer noch den Ton an."

Anja Aronowsky Cronberg, Chefredakteurin und Verlegerin des akademischen Modemagazins Vestoj, sagt im "FAS"-Interview, in der Modebranche und im Modejournalismus sei eine alte Garde am Steuer, die sich gegenseitig schütze.
"FAS", S. 49 (Paid)Kommentieren ...

Journalistik-Professor Haller erklärt Medienverdruss mit der mörderischen Geschwindigkeit.

Medienverdruss ist die Folge vieler schneller Online-News ohne den dazugehörigen Kontext, glaubt Journalistik-Professor Michael Haller im Interview von Christian Meier. Die breite Berichterstattung zu Flüchtlingen habe viele überfordert – im Blickfeld bleibt dann nur, was die eigene Meinung bestätigt. Einige Nutzer wenden sich komplett von klassischen Medien ab. Haller befürchtet eine "Selbstvernichtung des Informationsjournalismus" und einen erodierenden Zusammenhalt der Gesellschaft.
welt.de (Paid)

Im Archiv: Ein Hinweis auf Hallers Studie zur Flüchtlings-Berichterstattung. Haller hat turi2 im Anschluss vorgehalten, die Ergebnisse "einseitig und überzogen" darzustellen.Kommentieren ...

Nutzer erinnern sich, wo sie einen Artikel gefunden haben, aber nicht von wem.

Medienmarken werden oftmals von Nutzern nicht wahrgenommen, so das Ergebnis einer Untersuchung des Reuters Institutes der Universität Oxford. Demnach wissen zwei Tage nach dem Lesen nur noch 37 % der Leser, die einen Beitrag über eine Websuche gefunden haben, und 47 %, derer, die ihn via soziale Netzwerke angezeigt bekommen haben, den Namen des veröffentlichenden Mediums. Über welchen Kanal die Leser den Beitrag gefunden haben, können sie mehrheitlich nennen. Die Studie hat lediglich das Verhalten britischer Nutzer untersucht.
meedia.de, reutersinstitute.politics.ox.ac.ukKommentieren ...

Studie: Medien haben in der Flüchtlingskrise versagt.

Medienkritik: Sogenannte "Mainstream-Medien" haben während der Flüchtlingskrise versagt und Losungen der Politik unkritisch übernommen, sagt eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung unter der Leitung von Michael Haller. Wer Angela Merkels Regierungslinie kritisierte, sei von vielen Journalisten der Fremdenfeindlichkeit verdächtigt worden. Die Studie, über die die "Zeit" vorab berichtet, attestiere den klassischen Medien laut "Zeit" "gravierende Dysfunktionen". Die Autoren haben nach eigenen Angaben Tausende Artikel von "Süddeutscher Zeitung", "FAZ", "Welt", "Bild" und Regionalzeitungen aus dem Zeitraum von Anfang 2015 bis Frühjahr 2016 analysiert.
welt.de, zeit.de (Bericht), zeit.de (Vorabmeldung)

Update 4.8.
In einer früheren Version dieser Meldung hatte turi2 getitel, die Medien hätten "völlig versagt". Diese Aussage ist durch die OBS-Studie nicht gedeckt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
3 Kommentare

Meinung: Schorndorf-Skandalisierungen zeigen, wie peinlich mangelnde Recherche werden kann.

Schorndorf: Viele Medien haben sich mit recherchearmer Skandalisierung der Ereignisse bei einem Volksfest in der Nähe von Stuttgart am Wochenende blamiert, beobachtet Stefan Winterbauer. Eine handwerklich fragwürdige Pressemitteilung habe zu einer missverständlichen dpa-Meldung geführt, u.a. die "Welt" und T-Online.de hätten den Stoff "entsprechend alarmistisch" aufbereitet. Erst ausgeruhte Recherche durch "taz" und "Vice" habe nun das Lagebild vom typischen Volksfest mit einigen unschönen Szenen ergeben.
meedia.de, vice.com
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Betroffene Journalistin der schwarzen Liste beim G20-Gipfel wehrt sich öffentlich gegen "Brandmarkung".


Aufschrei gegen die schwarze Liste: Elsa Koester, Redakteurin beim Neuen Deutschland, outet sich als Betroffene der schwarzen Liste beim G20-Gipfel und wirft dem Bundeskriminalamt vor, sie und die anderen Betroffenen zu Unrecht zu brandmarken. Ihr hänge nun der Verdacht an, unsauber zu arbeiten. "Äußere dich besser nicht", würden ihr Kollegen raten, doch sie wolle die "Kriminalisierung" nicht hinnehmen.

Koester betont, saubere journalistische Arbeit abzuliefern und nicht selbst in das Geschehen einzugreifen. Die BKA-Liste verletzt sie sowohl in ihrem Stolz als auch in ihrer Berufsfreiheit. Sie habe auch Gewalt von Vermummten gegenüber Polizisten gefilmt und dokumentiert. Die Journalistin erklärt sich ihren Platz auf der BKA-Liste mit vielfältigen, gewaltfreien "Protesten gegen die Auswüchse kapitalistischer Zerstörung" vor ihrem Einstieg in den Journalismus.
neues-deutschland.de, turi2.de (Background)1 Kommentar

Hör-Tipp: Französische Journalisten suchen in den Pariser Vorstädten Talente.

Hör-Tipp: Französische Journalisten gehen in den Pariser Vorstädten auf Nachwuchs-Suche und bieten Talenten journalistische Fortbildungen an, berichtet Suzanne Krause. Junge Bewohner der Banlieues sollen eine Stimme bekommen. U.a. entwickelt eine Gruppe Gehörloser Web-Videos mit Gebärdensprache, um Menschen mit Höreinschränkungen besser zu informieren.
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio)Kommentieren ...

Correctiv tritt Faktenchecker-Netzwerk bei.

Die Internationale erkämpft den Faktencheck: Das Recherchezentrum Correctiv wird mit seinem Prüf-Programm Echtjetzt Teil des internationalen Faktenchecker-Netzwerks IFCN, das von der US-Journalistenschule Poynter Institute koordiniert wird. Unter den 26 Mitgliedern sind u.a. "Washington Post", die AP und "Le Monde". Bei Echtjetzt arbeiten nach eigenen Angaben vier Mitarbeiter und versuchen, Desinformationen und Gerüchte zu identifizieren und zu korrigieren.

Das IFCN soll die Zusammenarbeit fördern, Schulungen und Ressourcen anbieten und veranstaltet einen jährlichen Kongress. Die IFCN gibt einen Verhaltenskodex vor und prüft potenzielle Mitarbeiter auf dieser Basis. Zu den IFCN-Sponsoren gehören Google und die Stiftungen von Microsoft-Gründer Bill Gates, Fondsmanager George Soros und eBay-Gründer Pierre Omidyar.
derstandard.atKommentieren ...

Lese-Tipp: Willi Winkler beleuchtet Geschichte des ersten Boulevard-Blatts.

Lese-Tipp: Willi Winkler begleitet die Geschichte der 1892 gegründeten Berliner Illustrirten Zeitung durch zwei Weltkriege. Er beleuchtet, wie das erste deutsche Boulevard-Blatt mit spektakulären Bildern um den Mann auf der Straße warb. Schon die Zeitung des jüdischen Verlegers Leopold Ullstein habe erkannt, dass sich neben Tieren, Soldaten und Adeligen vor allem People-Geschichten verkaufen. Nach der Gleichschaltung der Medien durch die Nazis 1933 veröffentlichte die Zeitung Home-Storys über Hitler, Propagandaminister Joseph Goebbels und Hitlers Stellvertreter Hermann Göring.
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Zitat: n-tv-Chefin Sonja Schwetje sieht künstliche Intelligenz als große Hilfe für Journalismus.

"Technologie ist unser Freund, sie kann uns helfen, journalistischen Content aufzubereiten, zu verbreiten, die Bedürfnisse unserer User und Zuschauer besser zu erfahren und ihnen die Interaktion mit uns oder anderen zu ermöglichen."

n-tv-Chefredakteurin Sonja Schwetje will mit Hilfe von künstlicher Intelligenz personalisierte Nachrichten und Push-Meldungen verbessern, sagt sie dem "Medium Magazin".
presseportal.deKommentieren ...

Bundespresseamt muss sich Fragen zum Wert der Pressefreiheit gefallen lassen, findet Cerstin Gammelin.

Pressefreiheit ist ernsthaft in Gefahr, wenn Journalisten wie beim G-20-Gipfel "aussortiert" werden, ohne die Gründe offenzulegen, warnt Cerstin Gammelin. Um die Verhältnismäßigkeit der Arbeitsverbote einschätzen zu können, müsse das Presseamt seine Motive offenlegen. Das Schweigen werfe die Frage auf, ob die Sicherheit der Staatschefs über der Pressefreiheit stünde.
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Zitat: Fernsehmacherin Johanna Maria Knothe kritisiert Randrolle von Frauen im TV.

"Im Schnitt kommen zwei Männer auf eine Frau. Ein bisschen wie im Porno. Oder eben in einer Fahrprüfungssituation."

Die TV-Journalistin Johanna Maria Knothe kritisiert das schiefe Geschlechterverhältnis in ihrer Branche. Auch das "Neo Magazin Royale" von Jan Böhmermann, bei dem Knothe zu Gast war, reproduziere Klischees über Frauen.
jetzt.deKommentieren ...

Gewerkschaften und Opposition: G20-Akkreditierungen müssen aufgeklärt werden.

G20-Akkreditierungen: Bundespresseamt und Bundeskriminalamt müssen die Vorgänge um die entzogenen G20-Akkreditierungen aufklären, fordern die Journalisten-Gewerkschaften und Oppositionspolitiker. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Das Vorgehen von Bundespresseamt und Polizei sei "skandalös und rechtswidrig", sagt die Deutsche Journalisten-Union (DJU) in Verdi. Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall wirft Regierungssprecher Steffen Seibert vor, die 32 betroffenen Journalisten unter Generalverdacht zu stellen und zu stigmatisieren. Das sei "eine Ungeheuerlichkeit". Jan Korte, Vize-Chef der Linksfraktion, fordert von der Bundesregierung, alle Erkenntnisse und Quellen zu präsentieren.
tagesspiegel.de, dju.verdi.de, djv.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Ruhr Nachrichten" schließen Mantelredaktion und kaufen Inhalte bei Madsack und "Rheinischer Post".

Ruhr Nachrichten lösen ihre Mantelredaktion auf und kaufen künftig u.a. überregionale Inhalte der "Rheinischen Post" und des Redaktionsnetzwerks von Madsack, schreibt Bülend Ürük. Außerdem liefert der "Hellweger Anzeiger" künftig überregionale Inhalte. Die meisten Redakteure, die bisher bei den "Ruhr Nachrichten" den Mantel erstellt haben, wechseln in Lokalredaktionen, um dort die Berichterstattung zu verbessern. Entlassungen soll es nicht geben.
kress.deKommentieren ...