Ägyptischer Fotograf Mahmoud Abu Zeid ist auf freiem Fuß.

Ägypten: Fotojournalist Mahmoud Abu Zeid, auch bekannt als Shawkan, kann das Gefängnis nach rund sechs Jahren verlassen. Er war 2013 am Rande von Protesten festgenommen worden, Behörden warfen ihm terroristische und kriminelle Aktivitäten vor. Shawkan steht weiter unter polizeilicher Beobachtung und muss seine Nächte auf der Polizeiwache verbringen.
theguardian.com

Kurze Sätze sind besser als kunstvolle, rät Froben Homburger.

Nachrichtensprache ist oft zu verkrampft, meint Froben Homburger, Nachrichtenchef der dpa. Im Zweifel seien Subjekt-Prädikat-Objekt-Sätze besser als kunstvolle. Bei juristischen Themen könnten zumindest Substantivierungen weg. Fehlende Zeit lässt er nicht als Argument gelten: Besonders dann formuliere man mündlich klar – der gedachte Küchenruf helfe, Themen schriftlich auf den Punkt zu bringen.
uebermedien.de

"Ein gesellschaftliches Phänomen" – Benedikt Wenck ist E-Sport-Koordinator der dpa.


Der will nicht nur spielen: Benedikt Wenck ist E-Sport-Koordinator der dpa. Im Sportressort kümmert er sich um die Profi-Athleten an der Tastatur. Wenck erläutert im Video von Horizont und turi2.tv, weshalb virtuelle Ballerspiele mehr als Freizeitvertreib sind: Profis verdienen Millionen – und pushen sich teils durch Doping. Wenck sagt: "Über gesellschaftliche Phänomene sollten wir ernsthaft berichten."

Die dpa bietet Online-Medien einen Newsfeed zu E-Sport-Themen an, bis Februar zum Testen kostenlos. "Bild" und "Mindener Tageblatt" probierten die neuen News von der nüchternen Nachrichtenagentur aus. Wenck ist selbst Zocker und beobachtet die Szene schon lange. Ein interner Blog-Beitrag löste seine Beförderung zum journalistischen Kapitän für digitale Leibesübungen aus.
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)

Korrektur:


Übermedien zweifelt an angeblich exklusiven Star-Interviews.

Übermedien verdächtigt einen Promi-Interviewer, bei anderen Medien plagiiert zu haben: Der betreffende Journalist habe in "etlichen" Interviews teils wörtlich "Sätze und Passagen" stehen, die denen in Interviews in der "New York Times", dem "Independent" und Condé Nasts "Bon Appetit" gleichen. Der überraschend unbekannte Journalist habe vor allem in Bauer-Zeitschriften veröffentlicht. Eine Sprecherin sagt gegenüber Übermedien, mit den Interviews sei "alles in Ordnung".
uebermedien.de

Meinung: Journalisten sollten digitale Bezahlmodelle fördern statt untergraben.

Journalisten sollen sich nicht über mangelnde Zahlungsbereitschaft bei Lesern beschweren, solange sie selbst bei der Ware der Kollegen knausern, ärgert sich Ulrike Simon. Schlimmer noch sei, wenn auf sie kostenpflichtige Inhalte nicht verlinkten. Kollegen hätten ihren Scoop über DuMonts Regionalzeitungs-Verkaufspläne nicht verlinkt, dabei ist Horizont+ nichtmal kosten-, sondern nur registrierungspflichtig.
spiegel.de/plus (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Das Image der Tech-Industrie in den Medien hat sich verschlechtert.

Tech-Konzerne kommen in der Berichterstattung deutlich schlechter weg als zu Beginn des Jahrtausends, behauptet Media Tenor. Die Schweizer haben tausende Berichte aus TV und Presse in den USA, Großbritannien und Deutschland untersucht. Ihnen zufolge sei die Informationstechnik bis 2015 überwiegend positiv dargestellt worden, vor allem seit 2017 sei die Berichterstattung deutlich negativer geworden. Dazu hätten vor allem Datenskandale und Hacks beigetragen.
heise.de

Trump verwehrt kritischen Journalisten Zutritt zum Diktatoren-Dinner.

Donald Trump, Führer der freien Welt, sperrt vier Journalisten von seinem Dinner mit Diktator Kim Jong Un aus. Reporter von AP, Bloomberg, "Los Angeles Times" und Reuters müssen draußen warten. Fotografen, Kameraleute und nach Protesten eine "Wall Street Journal"-Reporterin dürfen rein. Mehrere Journalisten hatten sich zuvor erdreistet, ihre Arbeit zu tun und Trump Fragen zu stellen.
tagesschau.de

Meinung: Das Japan-Freihandelsabkommen wurde in den Medien zu wenig beachtet.

Vergessene Nachrichten: Das Freihandels­abkommen der EU mit Japan führt die diesjährige Liste der wichtigen, aber zu wenig in den Medien beachteten Themen an, die der Deutschlandfunk und Initiative Nachrichtenaufklärung heute veröffentlicht haben. Auf Platz 2 führen steht die Sammlung von Fluggastdaten in der EU, gefolgt von der Völkerrechtlichen Bewertung der Situation in Venezuela. In den Top 10 seien die Themen Gesundheit und Datenschutz sowie die Zusammenarbeit innerhalb der EU stark vertreten.
derblindefleck.de

Meinung: Bezos hat die US-Öffentlichkeit für sich gewonnen, schreibt Roland Lindner.

Amazon: Jeff Bezos (Foto) hat beim Erpressungsvorwurf mit der Flucht nach vorn die öffentliche Wahrnehmung zu seinen Gunsten gedreht, schreibt Roland Lindner in der "FAS". Dass er seiner Frau untreu war, sei in den Hintergrund gerückt. Stattdessen habe Bezos die Rolle eines Opfers übernommen und inszeniere sich als Kämpfer für die Pressefreiheit.
"FAS", S. 24 (Paid), turi2.de (Background)

Theo Koll zieht Positives aus der Niederlage bei der RBB-Intendantenwahl 2016.

Politikberichterstattung: Theo Koll hat seine Niederlage bei der RBB-Intendantenwahl 2016 abgehakt, sagt der künftige "Berlin direkt"-Moderator im "Tagesspiegel"-Interview. Alles im Leben sei "für irgendetwas gut" und Journalismus seine "eigentliche Leidenschaft". Koll wolle im ZDF-Hauptstadtstudio "kritisch, aber verbindlich" die Politiker interviewen.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

"Zeit" findet Fehler in Texten des umstrittenen Autoren.

Zeit findet Fehler in etwa einem Drittel von rund 50 Texten, die jener Journalist geliefert hat, der mit einer Fälschung beim "SZ Magazin" aufflog. Die Fehler seien keine erfundenen Personen oder Orte, sagt Chefreporter Stefan Willeke. Derzeit bewerte die "Zeit", ob die gefundenen Fehler System haben oder entschuldbar sind. Dem "SZ Magazin" war in einem Text des Reporters eine erfundene Protagonistin aufgefallen, noch bevor er erschienen ist.
"Süddeutsche Zeitung", S. 23, turi2.de (Background)

Zitat: BuzzFeed-Chef Daniel Drepper ist ein Fan der Öffentlich-Rechtlichen.

"Anzeigen finanzieren weniger Journalismus als erhofft. Verlage legen ihre Recherchen zunehmend hinter Bezahlschranken. Gemeinnütziger Journalismus ersetzt keine wegbrechenden Institutionen. Was bleibt? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk."

BuzzFeed-Deutschland-Chefredakteur Daniel Drepper ist ernüchtert von jüngsten Journalisten-Entlassungen – und hofft auf eine starke ARD und ein starkes ZDF.
netzwerkrecherche.org via facebook.com

"SZ Magazin" trennt sich wegen erfundener Protagonistin von Autor.

Relotius reloaded? Das "SZ Magazin" trennt sich von einem freien Autor und Kolumnisten, der eine Protagonistin erfunden habe, schreibt Meedia.de. Den Namen des Journalisten nennt der Mediendienst nicht. Der entsprechende Artikel wurde nicht veröffentlicht, weil Redaktion und Dokumentation Zweifel hegten. Der Journalist hat viele weitere Artikel über diverse Themen aus Sport und Gesellschaft für das "SZ Magazin" und die "Süddeutsche Zeitung" geschrieben. Laut Verlag verstoßen sie aber nicht gegen journalistische Standards. "Spiegel" und "Zeit" prüfen die Artikel, die der Autor für sie verfasst hat. Der Journalist hat den Henri-Nannen-Preis und den Reporterpreis gewonnen.
meedia.de

Meinung: Steffen Klusmann rät Journalisten, geerdet zu bleiben.

Journalisten müssen aufpassen, "den Draht zu den anderen Menschen nicht zu verlieren", sagt "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann im Verhör von "Bild"-Chef Julian Reichelt beim Content-Gipfel von GroupM. Für Trump, den Brexit und die AfD hätten "nicht nur Vollpfosten gestimmt". Vor der Einführung neuer Regeln für Reportagen sollten Journalisten "erst einmal die Regeln einhalten, die es gibt. Und vor einer Haltung zunächst mal recherchieren".
horizont.net

Schüler verklagt "Washington Post" auf 250 Mio Dollar Schadenersatz.

Washington Post: Der 16-jährige Schüler Nicholas Sandmann verklagt die Zeitung auf Schadenersatz in Höhe von 250 Mio Dollar. So viel hatte Jeff Bezos 2013 für die Zeitung bezahlt. Die "Washington Post" habe ihn in sieben Artikeln verleumdet, in denen sie fälschlicherweise schrieb, er habe einen amerikanischen Ureinwohner schikaniert.
washingtonpost.com, faz.net

"Neugierde, Neugierde, Neugierde!" – Das erwarten Chefredakteure von Journalismus-Einsteigern.


Das Ohr auf der Schiene: turi2.tv fragt am Rande der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin, welche Fähigkeiten junge Journalisten beim Berufseinstieg brauchen – und sechs prominente Medienmacher antworten. Martin Dowideit, Leiter Digitales beim "Handelsblatt" und selbst Ausbildungsredakteur, legt viel Wert auf Quellentreue: "Es gibt viele Recherche-Protokolle, bevor der erste Artikel geschrieben wird." Antje Homburger aus der dpa-Chefredaktion und Peter Stefan Herbst von der "Saarbrücker Zeitung" wünschen sich "Neugier" beim Nachwuchs.

Xing-Chefredakteurin Jennifer Lachman hat die Erfahrung gemacht, dass Journalisten heute "ein dickes Fell" brauchen, um für ihre Texte zu streiten – und "eine Prise Humor hat irgendwie auch noch keinem geschadet". Joachim Braun, erster Journalist der Zeitungsgruppe Ostfriesland, sieht eine Affinität zu neuen Medien und die Bereitschaft, auch mal ein Video zu machen, als wichtige Voraussetzung für Zeitungs-Journalisten. n-tv.de-Chef Tilman Aretz wünscht sich vor allem Team-Player in seinem Team.
turi2.tv (2-Min-Video auf YouTube)

Meinung: Medien dürfen sich von Apple nicht ausnutzen lassen, schreibt Christian Meier.

Journalismus verkauft sich nicht so locker wie eine Netflix-Serie, schreibt Christian Meier. Wenn Apple oder Google eine Nachrichten-Flatrate vermarkten wollen, müsste es einen fairen Deal mit den Medien geben. Zwar ließen sich einzelne Nachrichten kaum noch verkaufen, doch bei hochwertigen Informationen sei die Zahlungsbereitschaft gestiegen.
"Welt", S. 3 (Paid)

Meinung: Springers Selbstbild passt nicht zur "Bild", findet Ex-"Handelsblatt"-Redakteur Thomas Knüwer.

Springer handelt nicht nach den Prinzipien, die CEO Mathias Döpfner (Foto) im "NZZ"-Interview predigt, kritisiert Thomas Knüwer, Digitalberater und Ex-"Handelsblatt"-Redakteur, in seinem Blog. Aktivismus solle Journalisten fremd sein, doch die "Bild" betreibe beim Diesel nichts anderes. Die "gefühlte Wahrheit" siege über die Fakten und erinnere an das Vorgehen von Donald Trump.
indiskretionehrensache.de, turi2.de (Döpfner-Interview)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Mathias Döpfner und sein Zehn-Jahres-Plan für Springer (Archiv 09/2018).

Hör-Tipp: Wie die ARD Nachrichten konstruktiv weiterdenken möchte.

Hör-Tipp: Marcus Bornheim (Foto), stellvertretender ARD-Aktuell-Chef, will konstruktive Berichterstattung ausbauen, sagt er im WDR-Hörfunkbeitrag von Daniel Bouhs. Beim Lösungsjournalismus werden Probleme nicht nur aufgezeigt, sondern auch Lösungsansätze vorgestellt. Andere Medien hätten mit dem Konzept positive Erfahrungen gemacht.
wdr.de (5-Min-Audio)

Friedrich Schmidt analysiert den Propagandabetrieb im russischen Fernsehen.

Russische Medien bewegen sich oft zwischen "Verschweigen und Verbiegen", beobachtet Friedrich Schmidt. Zu den Besprechungen der Senderchefs kämen die Pressestäbe von Präsident, Ministerien und Parlament mit Anweisungen. Im Staatsfernsehen habe der Chefredakteure keinen Einfluss auf verpflichtende Themen, die durch die Politik vorgegeben werden.
"FAZ", S. 16 (Paid)

WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni sagt, der Sender prüfe Doku-Recherche nun besser.

WDR-Dokus: Chefredakteurin Ellen Ehni sagt im "Spiegel"-Interview, der Sender habe neben den Dokus der kritisierten Autorin stichprobenartig weitere geprüft, könne aber nicht alle prüfen. Das Vieraugenprinzip und die Gegenrecherche weitet der WDR aus und will die Protagonisten-Akquise schriftlich festhalten. Dokus zu "weichen" Themen müssten "ebenso wasserdicht recherchiert sein wie ein 'Monitor'-Beitrag".
spiegel.de, turi2.de (Background)

Vice will sich im deutschsprachigen Raum auf Vice.com konzentrieren.

Vice strukturiert sein Onlinegeschäft im deutschsprachigen Raum um: Die Ableger Noisey und Motherboard bleiben zwar am Netz, rücken aber redaktionell in den Hintergrund. Die Redakteure sollen künftig hauptsächlich Inhalte für Vice.com liefern, schreibt Meedia. Die US-Mutter Vice Media hat weltweit 10 % der Stellen gestrichen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Meinung: Nichts, was das iPhone kann, ist 50 % journalistischer Einnahmen wert.

Apple: Eine Welt, in der Verlage wie beim geplanten Apple News die Hälfte ihrer Einnahmen an Tech-Firmen abdrücken müssen, ist genauso besorgniserregend wie die Abhängigkeit von Algorithmen in sozialen Netzwerken, kritisiert Casey Newton. Neue Einnahmequellen für den Journalismus seien zwar zu begrüßen, jedoch wolle Apple hier nur für sich das Beste herausholen. Sogar Facebook habe Verlagen bei der Einführung von Instant Articles erlaubt, 100 % der Werbeerlöse zu behalten.
theverge.com

Nachrichten dürfen nonlinear sein, findet Björn Staschen.

Nachrichten müssen nicht linear sein, weil sich die Realität nicht an Sendepläne anpassen lässt, meint Björn Staschen vom NDR NextNewsLab. Themen bedeutsamer zu machen, als sie sind, nur weil sonst nichts passiert, hält er für Quatsch und das eigentliche Problem der Nachrichten. Staschen versteh nicht, warum Redaktionen auch digital oft an festen Längen und Veröffentlichungsrhythmen festhalten.
meedia.de

Lokaljournalisten haben einen perfekten Themen-Fundus, glaubt Hannah Suppa.

Lokaljournalismus: Digitalisierung "serviert uns die Lösung auf dem Silbertablett", findet Hannah Suppa, Chefredakteurin der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Digitales Denken führe näher zum Leser zurück. Das Interesse dieses Lesers an seiner Umgebung sei größer denn je. Redakteure bräuchten intuitive Redaktionssysteme und ein Gefühl für die richtigen Themen. Suppa glaubt, Leser zahlen für Texte "über das Wohnen, die Stadtentwicklung, das Familienleben, den Verkehr und die Kinderbetreuung".
journalist-magazin.de

Zitat: Die Reportage soll nicht kaputt-reglementiert werden, sagt Michael Haller.

"Für das Reportageschreiben gibt es keine Schreibregelverordnung. Hier geht es um eine anspruchsvolle journalistische Kunstform. Und die sollten wir unter dem Relotius-Schock nicht kaputt reglementieren."

Journalistik-Professor Michael Haller, Autor des Standardwerkes "Die Reportage", ordnet im Interview mit der "taz" ein, was Reportage-Journalisten dürfen und was nicht. Seinen Ratgeber überarbeitet er gerade.
taz.de

weitere Zitate:
"Die Reportage sollte wieder zur Ausnahmeform werden, sozusagen das Sahnehäubchen."

"Ich produziere keine Lügengeschichte, wenn ich Verhaltensmuster durch Verdichtung herausarbeite. Ich würde aber lügen, wenn ich aus zwei oder drei Protagonisten meines Themas ein Subjekt machte, sie quasi aufeinanderlegte. Das wäre Fiktion. Man muss unterscheiden können zwischen Kulisse und Bühne."

"Wir werden in der Ausbildung den Gestaltungsraum des Reporters enger fassen müssen, um solchen Missverständnissen vorzubeugen."

Meinung: Bezos-Erpressung zeigt Schattenseite von Macht, Geld und der Klatschpresse.

Machtspiel: Die Erpressungsvorwürfe um Amazon-Gründer Jeff Bezos (Foto) verdeutlichen, wie sich Macht, Geld und die Klatschpresse verbünden, fasst Marc Pitzke die politischen Hintergründe zusammen. Bezos, Eigentümer der regierungskritischen "Washington Post" und Trump-Feind, machte die Klatschblatt-Erpressung vor Abdruck der intimen Fotos öffentlich. Sollte National Enquirer-Mutterkonzern wegen Erpressung verurteilt werden, platze auch der im US-Wahlkampf ausgehandelte Straffreiheitsdeal aufgrund mutmaßlicher Schweigegelder an Trump-Geliebte. Damit reiche der Klatschblatt-Skandal bis ins Weiße Haus.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Idole der Selbstvermarktung gewinnen an medialer Aufmerksamkeit.

Lese-Tipp: Selbstvermarkter wie Influencer gewinnen als eigene Marken immer mehr mediale Bedeutung, analysieren die US-Kommunikationsforscher Brooke E. Duffy und Jefferson Pooley nach Auswertungen von Social Media und US-Prominentenportraits. Während Anfang des 20. Jahrhunderts Politiker und Geschäftsleute das Interesse auf sich ziehen, bewundere die Massengesellschaft ab den 1940er-Jahren verstärkt Hollywood- und Sport-Stars. Heute seien Influencer eine neue Form der Medienprominenz.
tagesspiegel.de

Meinung: Funke redet von Verbesserung, meint aber Kürzung, schreibt Hans Hoff.

Funke redet von Verbesserung, meint aber Kürzung, schreibt Hans Hoff. Der Verlag wolle "agil ticken", doch hinter den PR-Leerformeln stecke Zynismus. Neu strukturiert werde nur das Leben der Ex-Mitarbeiter, ohne die im "Essener Protzbau" alles besser laufen solle. Die Folge seien aus Zentralredaktionen belieferte Zeitungstitel, in denen überall dasselbe stehe.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "User First" – Chefredakteur Andreas Tyrock zeigt die neue "WAZ"-Redaktion in Essen.

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat den Glauben an die Politik verloren, schreibt Angela Richter.

Lese-Tipp: Julian Assange (Foto) leidet unter seinem Exil in der Botschaft von Ecuador in London, schreibt Angela Richter im "Freitag" nach einem Besuch im Dezember. Dem Wikileaks-Gründer wurde das Internet gekappt und das Bett genommen. Der Text aus dem gedruckten "Freitag" vom 4.1. ist jetzt auch online.
freitag.de, "Freitag" 1/2019 (Paid)

"NZZ"-Interview: Mathias Döpfner liest Journalisten die Leviten.


Wahrheit statt Meinung: Mathias Döpfner holt im großen Interview mit der "NZZ" zum Rundumschlag gegen den Gesinnungs-Journalismus aus. Er wirft vielen Journalisten vor, sich "zutiefst unjournalistisch" zu verhalten und sieht die Causa Relotius als systemisches Problem des "Spiegels" und "ein Indiz dafür, was in der Branche schiefläuft". Viele Journalisten wollen bei den Kollegen gut ankommen, statt "nonkonformistisch die andere Seite der Medaille zu beleuchten", sagt Döpfner. Wer als Journalist etwa antrete, um die AfD zu verhindern, werde sie damit stärken.

Döpfner spricht mit den "NZZ"-Journalisten Benedict Neff und René Scheu auch über sein Aktienpaket am Springer-Konzern, das derzeit 150 Mio Euro wert ist. Obwohl er eine "Stresserfahrung" gemacht habe, als der Springer-Kurs während der Finanzkrise einknickte, nennt er die Beteiligung von Mitarbeitern am Unternehmen ein "Modell nicht nur für die Medienbranche". Das schärfe die "Bindekraft" und verhindere "eitelkeitsgetriebene Entscheidungen".
nzz.ch