"Welt" stellt ab Montag auf der Titelseite inhaftierte Journalisten vor.

Welt stellt ab Montag jeden Tag einen Journalisten vor, der wegen seiner Arbeit im Gefängnis ist, kündigt Chefredakteur Ulf Poschardt an. Die Rubrik erscheint auf der Titelseite an der Stelle, an der die "Welt" bislang an Deniz Yücel erinnert hat. "Wir werden damit weitermachen, bis alle Kollegen frei sind", so Poschardt, der einräumt, dies sei eine "kindliche Utopie".
"Welt am Sonntag", S. 2 (Paid)Kommentieren ...

"FAS" portraitiert Hitler-Gegner und Jour­na­list Fritz Gerlich.

Fritz Gerlich war als Journalist einer der stärksten Kritiker von Adolf Hitler, schreibt Christian Feldmann. Der zeitweilige Chefredakteur des "SZ"-Vorgängers "Münchner Neuesten Nachrichten" sei moralisch jedoch keineswegs einwandfrei gewesen: Fritz Gerlich galt als impulsiv, jähzornig und trank zu viel. Anfangs stand er zudem selbst nationalen Kreisen nah. Nun soll er seliggesprochen werden.
"FAS" S. 4 (Paid)Kommentieren ...

"SZ": Gabriel und Schröder haben Yücels Freilassung vorangetrieben.


Auf die Sprünge geholfen: Die "Süddeutsche Zeitung", der NDR und der WDR haben monatelang recherchiert, wie deutsche Geheimdiplomatie funktioniert – am Fall Deniz Yücel. Georg Mascolo und Christiane Schlötzer beschreiben in der "SZ am Wochenende" ausführlich, wie Sigmar Gabriel mithilfe von Gerhard Schröder im Geheimen die Fäden gesponnen hat, um Yücel freizubekommen.

Schröder sei "der einzige Deutsche, dem er noch vertraue", soll Erdogan einmal gesagt haben, deshalb wurde der Altkanzler ins Boot geholt. Die Journalisten haben eingewilligt, erst nach der Freilassung zu berichten, um sie nicht zu gefährden. Gabriel und Schröder haben sich jeweils mehrere Male mit Erdogan getroffen, u.a. in Rom und in Istanbul, um die Bedingungen der Freilassung auszuhandeln.

Sie stand zwischenzeitlich auf wackeligen Füßen, weil die Türken durch die GroKo-Verhandlungen und die innerparteilichen Probleme der SPD unsicher waren, ob Gabriel noch der richtige Verhandlungspartner sei. Einen Deal habe es nicht gegeben, sagt Gabriel gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".
"SZ am Wochenende", S. 3 (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

BJV Report: BR-Strukturreform sorgt für Frust bei den Mitarbeitern.

Bayerischer Rundfunk: Das trimediale Strukturprogramm "BR hoch 3" und die damit verbundenen Sparmaßnahmen sorgen für Frust in den Redaktionen, schreibt der "BJV Report". Redaktionsleiter würden zu Redakteuren abgestuft, Feste Freie übernehmen bei weniger Honorar Redakteursschichten und sogar CvD-Tätigkeiten. Freie bekämen weniger Aufträge, manche TV- und Radiosendungen spart der BR komplett ein. Informationsdirektor Thomas Hinrichs bedauert Ungerechtigkeiten bei der Bezahlung, für eine Gleichbehandlung jedoch "fehlen uns schlicht die Mittel". Die Zahl der Festen Freien will der BR zumindest 2018 nicht verringern.
"BJV Report" 1/2018, S. 9 - 17 (PDF)Kommentieren ...

DJV handelt 2,9 % mehr Geld für Reuters-Journalisten aus.

Reuters zahlt seinen 120 Mitarbeitern in Deutschland rund 2,9 % mehr Gehalt. Der DJV hat mit der Nachrichtenagentur eine Erhöhung der Tarifgehälter um 1,5 % ausgehandelt. Zusätzlich zahlt Reuters leistungsabhängige Zulagen zwischen 350 und 1.400 Euro als Sockelbeträge, die dauerhaft zum Gehalt gehören. Die Mitarbeiter stimmen bis 2. März über das Tarifergebnis ab.
djv.de
Kommentieren ...

Emmanuel Macron verlegt Pressesaal aus dem Elysée-Palast.

Korrespondenten im Elysée-Palast müssen den Pressesaal im Ehrenhof nach 40 Jahren räumen, da dieser als Konferenzraum für die Berater des Präsidenten benötigt wird. Der Pressesaal müsse aus Platzgründen in ein Nebengebäude verlegt werden. Journalisten sehen darin den "politischen Willen, die Presse auf Abstand zu bringen".
persoenlich.com, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"New York Times" kündigt frisch eingestellter Kolumnistin.

New York TimesNew York Times trennt sich nur Stunden nach der Ankündigung, sie einzustellen, von der Tech-Journalistin Quinn Norton. Sie sollte leitende Kolumnistin für Technologiethemen werden. Twitter-Nutzer beschuldigten Norton nach der Personalmeldung, rassistische und homophobe Tweets verbreitet zu haben. Sie ist nach eigenen Angaben mit dem Neonazi-Hacker Andrew Auernheimer befreundet, dem Technikchef der rechtsextremen US-Website Daily Stormer. Norton sieht ihre Aussagen aus dem Kontext gerissen.
nytimes.comKommentieren ...

Meinung: Republik präsentiert sich als qualitativ hochwertiges Medien-Startup.

Republik, crowd-finanziertes Schweizer Online-Magazin, besticht nicht mit besonders originellen Themen, sondern mit der "Liebe zum Detail, zum journalistischen Handwerk", analysiert Brigitte Baetz. Das Konzept der Macher "Journalismus ohne Bullshit" sei bei dem schweizer Portal gelungen aufgegangen.
deutschlandfunk.deKommentieren ...

#FreeDeniz: "Welt" berichtet über politische Gefangene.

Deniz Yücel sitzt heute seit einem Jahr ohne Anklageschrift in einem türkischen Gefängnis. Die "Welt" sucht Mut machende Worte für ihren Korrespondenten: Auf einer Doppelseite erzählen politische Gefangene "verschiedener Zeiten und Länder", wie sie ihre Haft "erlebt und überlebt" haben.
"Welt", S. 6-7Kommentieren ...

Zitat: Medien müssen in den sozialen Netzwerken mehr moderieren.

"Mit dem Verweis auf die Netiquette ist es nicht getan, es wäre was, wenn diese auch eingehalten würden."

Hannes Ley, Kommunikationsberater und Gründer der Gegenrede-Initiative #Ichbinhier, wünscht sich im Interview mit teleschau.de von den Medien mehr Moderation und weniger Clickbait-Teaser in den sozialen Netzwerken.
teleschau.deKommentieren ...

ORF-Mann Armin Wolf klagt gegen Vizekanzler Strache.

Armin Wolf, News-Anchorman beim ORF, will gegen den österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache klagen. FPÖ-Mann Strache hat Armin Wolf und dem ORF in einem Facebook-Post Fake News und Lügen unterstellt. Wolf meint, dass die Attacken der FPÖ auf Medien und Journalisten ein "demokratiepolitisch wirklich bedenkliches Ausmaß" annehmen. Der ORF will rechtliche Schritte prüfen und den Post löschen lassen.
derstandard.atKommentieren ...

Wir graturilieren: Joachim Huber wird 60.


Wir graturilieren: Joachim Huber, Ressortleiter Medien beim "Tagesspiegel", feiert heute seinen 60. Geburtstag. Das beste am abgelaufenen Jahr war für ihn beruflich gesehen die steigende Auflage beim "Tagesspiegel". Außerdem freut er sich über eine geglückte Fuß-OP und noch mehr, doch "der Rest bleibt privat".

Für das neue Lebensjahr wäre "Glück auf Wunsch" ein erfreulicher Begleiter. Seinen runden Geburtstag feiert Joachim Huber heute erst einmal im kleinen Kreis in Berlin – "ist ja ein Arbeitsdienstag". Gratulationen erreichen ihn am besten auf Facebook.Kommentieren ...

"Welt" veröffentlicht Passagen aus Deniz Yücels Buch, geschrieben in den "Kleinen Prinz".

Welt veröffentlicht vorab Passagen aus dem Buch von Deniz Yücel, das am 14. Februar erscheint. Es enthält Texte aus seiner Zeit vor der Inhaftierung und Stücke aus dem im Gefängnis. "Welt" druckt zu letzteren Bilder des Manuskripts – Yücel hat es heimlich in den Weißraum einer Ausgabe von "Der kleine Prinz" geschrieben.
welt.de, edition-nautilus.de (Buch)Kommentieren ...

ARD schränkt Nebentätigkeiten der Sportjournalisten ein.


Sport frei? ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sagt nach einer Sitzung mit den Sportchefs des Senders zu "Zapp", dass ARD-Sportjournalisten künftig keine Sportveranstalter mehr sein dürfen. Generell will die ARD Nebentätigkeiten stärker kontrollieren.

Konkret geht es um den Fall von René Kindermann und Torsten Püschel, beide für den MDR tätig, die nebenher die Organisationsgesellschaft eines Skilanglauf-Weltcups in Dresden als Geschäftsführer geleitet haben. Gleichzeitig berichteten sie in der ARD vom Weltcup der Nordischen Kombination – hinter beiden Weltcups steht derselbe Ski-Weltverband. "Solche Vermischungen" schließt Balkausky für die Zukunft aus.

Andere Nebentätigkeiten, etwa die Moderation von Veranstaltungen, seien möglich, die Sportchefs wollen sie aber sorgfältiger prüfen. Balkausky hatte Kindermann und Püschel zunächst verteidigt, als "Zapp" über sie berichtete. Nach dem Treffen der ARD-Sportchefs sagt er nun, es sei "allen ins Bewusstsein gekommen, dass wir noch sensibler mit diesen Themen umgehen müssen."
zapp.de, digitalfernsehen.de, turi2.de (Background)3 Kommentare

Jens Weinreich startet ein Sport-Magazin und einen Newsletter.

Jens Weinreich launcht Ende Februar das monatliche Sport-Hintergrundmagazin "Sport & Politics". Die erste Ausgabe erscheint mit etwa 60 Seiten zum Preis von 8,90 Euro, manche Texte erscheinen auf Englisch. Weinreich druckt on demand. Er will mit internationalen Sport-Journalisten zusammenarbeiten, beim Versand hilft sein Sohn mit. Zugleich startet Weinreich den wöchentlichen Newsletter Sport & Politics.
jensweinreich.de, turi2 - eigene InfosKommentieren ...

Elke Schmitter verlässt ihren Posten als Kultur-Chefin beim "Spiegel".

Spiegel: Elke Schmitter, 57, gibt die Leitung des Kulturressorts ab, schreibt Kai-Hinrich Renner. Offiziell verlasse sie die Stelle erst im Sommer, jedoch befinde sie sich gerade wegen eines Lehrauftrags in einer halbjährigen Auszeit. Danach soll sie wieder als Autorin für den "Spiegel" schreiben. Kulturredakteur Nils Minkmar, 51, leitet das Ressort kommissarisch.
abendblatt.de, new-business.deKommentieren ...

Update: Keine neue Medien-Ressortleitung bei der "Süddeutschen Zeitung".

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche hat, anders als Clap meldet, noch keine Nachfolegregelung für Medienressort-Leiterin Katharina Riehl. Claudia Tieschky leitet das Ressort nur kommissarisch, David Denk ist nicht Co-Ressortleiter, sondern bleibt Redakteur. Claudia Tieschky arbeitet seit 2003 als Medienredakteurin der "Süddeutschen", David Denk seit 2014.
clap-club.deKommentieren ...

ORF-Umbauten gefährden kritische Nachrichtensendung ZiB2.

ORF: Das nachrichtliche Kronjuwel des Österreichischen Rundfunks, die ZiB 2 mit Anchor Armin Wolf auf ORF 2, ist gefährdet, schreibt Harald Fidler. Sendungschef Wolfgang Wagner hat sich auf einen neuen Job beworben. Ein neues einstündiges, werktägliches "Tagesmagazin" droht, Ressourcen zu binden und Politikern eine harmlosere Interview-Plattform zu bieten. Einige Führungsposten werden bald neu besetzt.
derstandard.atKommentieren ...

Porträt: Julian Reichelt führt "Bild" vom Schützengraben aus.

Julian Reichelt pflegt auf seinem "Bild"-Feldherrenhügel weiter seinen "Militär-Spleen", beobachtet Ulrike Simon. Reichelt fördert ausgesuchte Nachwuchskräfte, indem er sie am "Bild"-Balken durch Schlagzeilengewitter schickt und hat in seinem Büro tatsächlich ein Feldbett stehen. Etwas müsse schiefgelaufen sein, "in früher Kindheit oder bei einem seiner Einsätze als Kriegsreporter", amüsiert sich Ulrike Simon.
horizont.netKommentieren ...

Portät: Mexikanischer Journalist setzt auf Hilfe für eine Recherche-Stiftung.

Mexiko: Journalist Oscar Cantú hat nach der Ermordung seiner Reporterin Miroslava Breach seine Zeitung "El Norte" dicht gemacht, will aber eine Art Stiftung gründen, um Missstände zu dokumentieren und Gerichtsverfahren anzustoßen, schildert Alexander Gutzmer. Manche Geldgeber tun sich mit der neuen Organisationsform leichter als mit einer Zeitung.
welt.de (Paid)Kommentieren ...

Journalistenverbände erheben Verfassungsbeschwerde gegen Ausland-Ausland-Überwachung.

Journalismus: DJV, dju, Reporter ohne Grenzen und andere Journalisten-Organisationen erheben Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Ausland-Ausland-Überwachung. Der BND darf Telekommunikation im Ausland gezielt mitschneiden und alle anfallenden Inhalts- und Verkehrsdaten auswerten. Dafür braucht er, anders als innerhalb Deutschlands, keinen konkreten Verdacht und keine richterliche Genehmigung. Die Journalisten kritisieren, das höhle den Quellenschutz aus und zerstöre die Grundlage des Investigativjournalismus.
meedia.de, notrustnonews.org (Beschwerde im Wortlaut)Kommentieren ...

Journalisten halten Korruption in Medien für weit verbreitet.

Korruption ist nach Ansicht der meisten Journalisten in den Medien weit verbreitet, berichtet Ulrike Simon. Laut einer Untersuchung der Universität Hamburg seien private Hörfunksender und das Privat-TV am anfälligsten für sie, am wenigsten mit unlauteren Versuchen seien Nachrichtenmagazine, die Öffentlich-Rechtlichen und Nachrichtenagenturen konfrontiert. Als anfälligste Themen machen die Befragten Kosmetik und Beauty, Auto, Reise, Lifestyle und Mode aus. Die Grenzen zur Korruption seien jedoch fließend, betont Ulrike Simon.
daily.spiegel.de (Paid)Kommentieren ...

Zitat: Gabor Steingart will als Journalist nützlich sein.

"Wenn ich für Sie als Journalist nicht nützlich bin, entscheiden Sie sich für jemand anderen."

Für Gabor Steingart hat Journalismus nichts mehr mit bedrucktem Papier zu tun. Beim Morning Briefing Live in Hamburg nennt er Nostalgie eine Innovationsbremse.
twitter.com, turi2 beim Morning Briefing Live in Hamburg

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wann Gabor Steingart die besten Ideen kommen.
Kommentieren ...

Zitat: Hans-Jürgen Bucher kritisiert Fortbildungsresistenz von Journalisten.

"Kaum ein Berufsstand ist so weiterbildungsresistent wie Journalisten."

Medienwissenschaftler Hans-Jürgen Bucher sagt im Interview mit Paul-Josef Raue, durch mehr Fortbildungen würde sich die Qualität der Medienangebote verbessern.
journalismus-handbuch.de

Weiteres Zitat aus dem Interview:
"Im Internet ist Design der Schlüssel zum Inhalt."Kommentieren ...

Republik gewinnt in der ersten Woche 2.000 neue Abonnenten.

Republik, crowd-finanziertes Schweizer Online-Magazin, gewinnt in der ersten Woche 2.000 neue Abonnenten. Viele Schweizer Medien hatten über die ersten Artikel der Republik berichtet. Insgesamt hat das Online-Magazin rund 18.000 Abonnenten. Zum Vergleich: Übermedien meldete eineinhalb Jahre nach dem Start 2.550 Abonnenten, bei Krautreporter ist die aktuelle Abonnenten-Zahl unbekannt.
persoenlich.com, republik.ch, turi2.de (Republik-Start), turi2.de (Übermedien), turi2.de (Krautreporter)Kommentieren ...

Wir graturilieren: Bascha Mika wird 64.

Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau
Wir graturilieren: Bascha Mika, Chefin der "Frankfurter Rundschau", feiert heute ihren 64. Geburtstag - "wild und gefährlich natürlich", wie sie sagt. Heute verbringt sie einen schönen Tag mit ihrem Liebsten in Frankfurt, am Wochenende folgt die Party mit Freund*innen in Berlin. Das Beste in 2017 war für sie, dass "wir die Rundschau an allen Ecken und Enden reformiert haben" - vom Online-Auftritt bis zu den lokalen und überregionalen Blatt-Inhalten mit neuem Layout.

Für das neue Lebensjahr wünscht sich Bascha Mika, "dass die alten Männer, die dabei sind, die Welt in Brand zu stecken, auf dem Misthaufen der Geschichte landen". Sie hofft, dass hierzulande Konservative mit der "Volksverdummung" aufhören, dass Flüchtlinge von Europa ferngehalten werden könnten. Gratulationen sind auf allen Wegen willkommen - u.a. per E-Mail. Besonders freut sich die turi2-Leserin über Blumen.Kommentieren ...