Außenminister Saudi-Arabiens will Ort von Khashoggis Leichnam nicht kennen.

Jamal Khashoggi: Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubeir wisse nicht, wo sich die Leiche des ermordeten Journalisten befinde, sagte er bei "Fox News". Das Sicherheitsteam vor Ort habe mit der Vertuschung einen "riesigen Fehler" gemacht. Merkel will die Waffenlieferungen an Saudi-Arabien vorerst stoppen.
welt.de, turi2.de (Background)

RTL Group-Tochter produziert Serie zum Mord an der Journalistin Kim Wall.

RTL-Group produziert mit seiner Tochter Fremantle eine Serie zum Mord an der Journalistin Kim Wall. Das skandinavische Label "Miso Film" dreht voraussichtlich ab 2019 unter dem Titel "The Investigation". Den internationalen Vertrieb übernimmt Fremantle. Kim Wall wurde 2017 in einem U-Boot ermordet.
"New Business"43/2018, S. 22 (Paid), turi2.de (Background)

"Tatort" zeigt Journalisten stets als eitle Fatzkes, kritisiert Karl-Markus Gauß.

Tatort und andere TV-Formate denunzieren oft Journalisten und stellen sie als charakterlose Boulevard-Bösewichte dar, kritisiert Karl-Markus Gauß. In Zeiten, in denen Journalisten "inhaftiert, malträtiert, mit Arbeitsverbot belegt" werden, hält er es für "erbärmlich", auf diese Art den Vorurteilen gegenüber Journalisten Vorschub zu leisten.
sueddeutsche.de

"Cumhuriyet" leidet unter internem Streit, beobachtet Ozan Demircan.

Cumhuriyet, wichtigste regierungskritische Zeitung der Türkei, schwächt mit internen Streitigkeiten die Kraft der Opposition, beobachtet Ozan Demircan. Unter den Journalisten der Zeitung sei ein Machtkampf und Streit über die Ausrichtung entbrannt. Kritiker von Ex-Chefredakteur Can Dündar werfen ihm vor, er habe "Cumhuriyet" in der Vergangenheit heruntergewirtschaftet und "zu sehr mit Gülen gekuschelt". Kritiker des neuen Verlagschefs Alev Coskun sagen, er sei ein Denunziant.
handelsblatt.com

Jamal Khashoggi beklagt in seiner letzten Kolumne die Unfreiheit in arabischen Staaten.

Lese-Tipp: Die "Washington Post" veröffentlicht die letzte Kolumne von Jamal Khashoggi, dem im saudischen Konsulat in Istanbul verschwundenen und mutmaßlich getöteten Journalisten. Er thematisiert darin den Mangel an Freiheitsrechten in den arabischen Staaten - außer in Tunesien. Mangelnde Medien- und Pressefreiheit halte die Bevölkerungen uninformiert und lasse Missmanagement blühen.
washingtonpost.com

Zitat: Armin Mahler findet einige "Spiegel"-Kollegen zu eitel.

"Journalisten sind schon immer ziemlich eitel gewesen. Dass Kollegen aber sogar über ihr Privatleben schreiben, befremdet mich."

Armin Mahler, 63, scheidender Ressortleiter Wirtschaft des "Spiegel", hofft, "dass es nicht überhandnimmt", dass Kollegen wie Jan Fleischhauer im "Spiegel" über ihre eigene Scheidung schreiben.
Wirtschaftsjournalist, 5/2018, S. 20 (Paid)

Türkei will Journalist Can Dündar von Interpol suchen lassen.

Türkei: Ein Gericht in Istanbul fordert vom türkischen Justizministerium, den ehemalige Chefredakteur der "Cumhuriyet", Can Dündar, auf die internationale Fahndungsliste von Interpol zu setzen. Dündar lebt im deutschen Exil. Auch nach dem im Ausland lebenden "Cumhuriyet"-Journalisten Ilhan Tanir solle international gesucht werden. Unterdessen hebt ein Ausreisesperre gegen Suat Corlu, den Ehemann der deutschen Journalistin Mesale Tolu, auf. Der Prozess wegen Terrorvorwürfen gegen das Ehepaar geht am 10. Januar weiter.
faz.net (Dündar), tagesschau.de (Tolu)

Donald Trump droht im Fall Khashoggi mit "harter Bestrafung".

Khashoggi-Fall: Donald Trump hält es für möglich, dass die saudische Führung für das Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi (Foto) verantwortlich ist und droht mit einer "harten Bestrafung". Trump möchte den saudischen König Salman zu den Vorwürfen befragen. Der 110 Mrd Dollar US-Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien solle bestehen bleiben.
stern.de, turi2.de (Background)

Video soll Mord an saudischem Journalisten Jamal Khashoggi beweisen.

Verschwundener Journalist: Die türkische Regierung besitzt offenbar ein Video, das den Mord an dem saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi beweisen soll, berichtet die Washington Post. Auf dem Video sei zu hören, wie Arabisch sprechende Männer Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul befragen, ihn foltern und später töten. Zuvor hatte er den Kronprinzen Mohammed bin Salman kritisiert. Das Video ist auch heikel, weil es zeigen würde, dass die Türkei Einrichtungen anderer Staten ausspioniert.
washingtonpost.com via sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Basta: Philipp Maußhardt hat einen unfreiwilligen Reportage-Termin im Knast.

Embedded hinter Gittern: Philipp Maußhardt muss wieder ins Gefängnis. Der Leiter der Zeitenspiegel-Reportageschule ist nicht als Zeuge zu einem Prozess erschienen. 150 Euro Strafe findet der Reporter "unangemessen". Da gehe er lieber drei Tage ins Gefängnis – für Journalisten in Deutschland seien diese ja sonst kaum zugänglich. Maußhardts frühere Knast-Tour führte ihn hinter Schweizer schwedische Gardinen: Statt 270 Franken für 13 km/h zu schnelles Autofahren zu zahlen, ging er auch dort lieber in die Zelle.
facebook.com, turi2 - eigene Infos

Polizei stellt mutmaßlichen Mörder von Viktoria Marinova in Deutschland.

Journalistinnen-Mord: Polizisten nehmen einen Tatverdächtigen nach dem Mord an Viktoria Marinova fest. Der 21-Jährige wurde im niedersächsischen Stade gefasst. Marinovas Leiche war in einem Park in der bulgarischen Stadt Russe aufgefunden worden – die Ermittler sehen keinen Zusammenhang zu Marinovas journalistischen Arbeit. Sie hatte in ihrer TV-Sendung Betrug mit EU-Fördergeldern thematisiert.
spiegel.de, welt.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Susanne Beyer schaut auf die Geschichte des Männerladens "Spiegel".

Susanne Beyer, stellvertretende "Spiegel"-Chefredakteurin, blickt in der #frauenland-Sonderausgabe "von in­nen nach in­nen" – auf die Geschichte des "Spiegel". Sie spricht mit Zeitzeuginnen über die Unternehmenskultur der Anfangsjahre unter Augstein und recherchiert, welche Auswirkungen das "Ver­hält­nis der Ge­schlech­ter" heute darauf hat, "wie Frau­en sich im Be­ruf ent­wi­ckeln oder eben nicht ent­wi­ckeln".
"Spiegel #frauenland", S. 118-123 (Paid)

Zitat: Caren Miosga plädiert für Zurückhaltung von Journalisten in sozialen Netzwerken.

"Ich muss nicht zu allem bei Twitter meinen Senf dazugeben. Für meinen Geschmack überschreiten dort manche Journalisten-Kollegen die Grenzen der professionellen Meinungsäußerung."

"Tagesthemen"-Moderatorin Caren Miosga reagiert in sozialen Netzwerken gern auf Menschen, die ein echtes Interesse haben. Von einigen Journalisten wünscht sie sich im Handelsblatt Wirtschaftsclub jedoch mehr Zurückhaltung.
handelsblatt.com

Türkei erhöht im Fall Khashoggi den Druck auf Saudi-Arabien.

Türkei beantragt im Fall des verschwundenen regimekritischen, saudischen Journalisten Jamal Khashoggi die Durchsuchung des saudischen Konsulats in Istanbul. Zudem muss der saudi-arabische Botschafter erneut zum Rapport kommen. Khashoggi hatte das Konsulat letzte Woche betreten, ohne wieder herauszukommen. Die Türkei vermutet, dass er ermordet wurde.
stern.de, turi2.de (Background)

Julia Werner verlässt "Glamour", Lea Groß-Walbersdorf übernimmt ihren Job.

Condé Nast: Julia Werner, Vize-Chefredakteurin der "Glamour", verlässt den Verlag, um sich "eigenen Projekten widmen zu können". Lea Groß-Walbersdorf übernimmt den Posten, sie hat bereits von 2007 bis Anfang 2018 bei Condé Nasts "Vogue" gearbeitet. Textchef Georg Wittmann wird zum Stellvertreter der Chefredakteurin befördert.
condenast.de

Investigativ-Journalistin Viktoria Marinova in Bulgarien tot aufgefunden.

Bulgarien: Investigativ-Journalistin Viktoria Marinova, 30, ist in einem Park im bulgarischen Russe tot aufgefunden worden. Sie soll vor ihrem Tod vergewaltigt worden sein, Teile ihrer Kleidung sowie Handy und Autoschlüssel fehlten, berichten lokale Medien. Marinova recherchierte aktuell über den mutmaßlichen Missbrauch von EU-Mitteln.
theguardian.com, politico.eu

Jessica Schwarzer ist nicht mehr beim "Handelsblatt" angestellt.

Jessica Schwarzer, bisher Leiterin Live-Journalismus und Börsen-Chefkorrespondentin beim "Handelsblatt", verkündet bei Twitter, dass sie nun als freie Journalistin arbeitet. Sie hatte im März 2016 den Veranstaltungs-Posten zusätzlich übernommen. Ina Karabasz übernimmt die Rolle als Leiterin Live-Journalismus.
turi2 – eigene Infos, twitter.com, xing.com, turi2.de (Background)

Frauen sollen bei Bloomberg präsenter werden.

Bloomberg will mehr Frauen als Quellen zitieren und als Interview-Partnerinnen im TV und Radio befragen sowie zu Live-Events einladen. Der Finanz- und Wirtschaftsnews-Dienst bietet Führungsfrauen aus Wirtschaft und Finanzen dazu in Hongkong, New York, London und Toronto ein Medientraining an. Seit Anfang 2018 ist der Anteil externer weiblicher Gäste bei Bloomberg TV von 10 auf 15 % gestiegen und soll bald 30 % erreichen. Die weltweite Expertinnen-Datenbank ist von 500 auf 2.300 gewachsen.
mediapost.com

Meinung: Arndt Ginzel fordert Konsequenzen aus sächsischen Polizeipannen.

Freistaat Sachsen sollte seine Polizeibeamten besser schulen, um freie Berichterstattung auch bei rechten Demos zu gewährleisten, fordert Arndt Ginzel. Daneben solle untersucht werden, "wie viele Beamte aus Sympathie für rechte Organisationen handeln". Ginzel und sein Team waren bei einer Pegida-Demo im August etwa 45 Minuten von Polizisten festgehalten worden.
journalist-magazin.de, turi2.de (Background)

Freischreiber starten Internetseite über Journalisten-Einkommen.

Freischreiber wollen mit der neuen Internetseite wasjournalistenverdienen.de Transparenz in die Einkommen von Journalisten bringen. Journalisten können anonym ihre Honorare oder Gehälter eintragen, die Seite veröffentlicht nur Mittelwerte. Die Freischreiber haben das Tool zusammen mit den Journalisten Michel Penke und Haluka Maier-Borst entwickelt. 2017 hatten die Freischreiber einen ähnlichen Tumblr-Blog über Journalisten-Honorare aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Ab 2019 soll jährlich ein Freischreiber-Report über Gehälter und Honorare deutschsprachiger Medien erscheinen.
wasjournalistenverdienen.de, wasjournalistenverdienen.de (Report), turi2 - eigene Infos

Slowakische Polizei nimmt acht Verdächtige im Mordfall Kuciak fest.

Kuciak-Mord: Die slowakische Polizei hat acht Verdächtige festgenommen, berichtet das Newsportal Dennik N. Darunter sei der Mörder des Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova, die anderen seien Helfer. Die Polizei bestätigt Festnahmen, nennt aber keine weiteren Details. Kuciak hatte zu Verbindungen zwischen slowakischen Politikern und der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta recherchiert. Auf den Mord folgende Proteste stürzten den Premierminister Robert Fico.
spiegel.de, dennikn.sk (slowakisch)

Meinung: Klaus Meier lehnt die verstärkte Berichterstattung über Kriminalität ab.

Medien: Die Forderung von Mathias Döpfner in einer Rede beim BDZV-Kongress, über Straftaten von Asylbewerbern und Flüchtlingen intensiver zu berichten, nährt einen "wesentlichen Teil der Propaganda rechtsnationaler Gruppierungen", urteilt Journalistik-Professor Klaus Meier. Die Forderung bediene die Sensationsgeilheit und gefährde damit das "vertrauensvolle Zusammenleben" sowie den Kern der Demokratie.
meedia.de, turi2.de (Background)

Zitat: Multi-Chefredakteur Uwe Bokelmann vermisst beim Bauer-Nachwuchs Respekt.

"Wenn Sie jetzt mit mir in die Journalistenschule gehen würden und einmal reinhören, dann würden Sie denken, das Wort Respekt haben die auch noch nie gehört."

Uwe Bokelmann, bei Bauer Chefredakteur von acht Zeitschriften (u.a. "TV 14", "Happinez") mit über 100 Mio verkauften Exemplaren pro Jahr, hat das Gefühl, Respekt sei ein "alter Wert". Denn: "Die junge Generation ist anders." Er wolle das aber nicht als "gut oder schlecht" bewerten.
"kresspro", 7/2018, S. 74 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Jörg Hausendorf erklärt, warum "Happinez" Bauer happy macht.

Meinung: "Welt am Sonntag"-Autorin Jennifer Wilton auf den Spuren des Journalismus.

Medienmarken haben auch künftig eine Relevanz, schreibt Jennifer Wilton. Die "Welt am Sonntag"-Autorin fragt sich, was Journalismus ausmache und begibt sich auf Spurensuche bei ihrem Opa, einst selbst "Welt"-Reporter. "Schreiben, was ist" gelte heute genauso wie zur "Spiegel"-Gründungszeit.
"Die Welt am Sonntag", S. 18/19 (Paid)

Studie: Zahl der Angriffe gegen Journalisten steigt seit drei Jahren erstmals wieder.


Pegida-Demo im Oktober 2015 in Dresden. (Foto: Bernd Settnik/ dpa)

Jagd auf Journalisten: Die Zahl der tätlichen Übergriffe auf Journalisten in Deutschland nähert sich dem Hoch von 2015. Bis Mitte September zählt das European Center for Press & Media Freedom 22 körperliche Angriffe auf 28 Journalisten. Damit steigt die Zahl erstmals seit drei Jahren wieder: 2016 registrierten die Forscher 19 Übergriffe, 2017 waren es nur fünf.

Ein besonders düsteres Bild zeichnen die Forscher in ihrer Studie "Feindbild 'Lügenpresse'" für die Pressefreiheit im Osten Deutschlands. Mit 13 Fällen wurde mehr als die Hälfte in Sachsen registriert. Neun Angriffe mit elf Opfern davon ereigneten sich um die Geschehnisse in Chemnitz am 1. September. Lediglich zwei der 27 Übergriffe aus den Jahren 2017 und 2018 haben nicht im Umfeld rechter oder rechtsextremer Demonstrationen oder Veranstaltungen stattgefunden. Am gefährlichsten sei die Arbeit dabei für Journalisten mit Foto- oder Video-Kameras, die in 24 der 27 Fälle zwischen 2017 und September 2018 betroffen waren.

Die Forscher gehen jedoch von einer weitaus größeren Dunkelziffer aus. Die Zahlen der Studie weichen teilweise stark von der Erhebung des Bundeskriminalamts ab, das für 2018 bislang nur sechs politisch motivierte Angriffe auf Journalisten verzeichnet, jedoch auch die Demonstrationen aus Chemnitz noch nicht ausgewertet hat. Das BKA greife für seine Erhebung auf den kriminalpolizeilichen Meldedienst, nicht die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik zurück.
ecpmf.eu (Zusammenfassung Studie), ecpmf.eu (komplette Studie als PDF), mdr.de,

Zitat: DJV-Chef Frank Überall erklärt dem Nachfolger von Hans-Georg Maaßen die Aufgabe von Journalisten.

"Journalisten und Medien sind weder die Propagandisten von Pegida noch von der Antifa, sondern unparteiische Beobachter mit der Pflicht, zur Berichterstattung nah am Geschehen zu sein."

DJV-Chef Frank Überall begrüßt die Abberufung von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. Statt die Pressefreiheit zu schützen, habe Maaßen massiv Stimmung gegen die Medien gemacht.
djv.de, faz.net (Background)

Lipinski: "stern"-Chef Christian Krug übernimmt bei "Nido" von Ruth Fend.

Nido regelt die Nachfolge von Ex-Chefredakteurin Ruth Fend – "stern"-Chef Christian Krug übernimmt das Elternmagazin zusätzlich und wird dessen Herausgeber, berichtet Gregory Lipinski. Helen Bömelburg ist weiterhin als Leitende Redakteurin an Bord. Ruth Fend hat Gruner + Jahr nach der Einstellung vom "Nido"-Schwesternblatt "Neon" verlassen und ist nun Vize-Chefredakteurin bei Correctiv.
meedia.de

Katja Gloger und Ulrike Posche verlassen den "stern".

stern verliert Katja Gloger (Foto) und Ulrike Posche, berichtet Ulrike Simon. Russland-Expertin Gloger und der "stern" hätten sich auseinandergelebt. Die beiden Abgänge sowie der Abschied von Michael Stoessinger, der in Ruhestand geht, stünden sinnbildlich für das Ende des "stern" der alten Machart.
horizont.net, horizont.net (Background Stoessinger)