Wolf-Ulrich Schüler folgt Tanit Koch von Springer zu RTL.

RTL: "Bild"-Nachrichtenchef Wolf-Ulrich Schüler wechselt im September ins neue n-tv-Team um Tanit Koch, berichtet "Clap". Schüler hatte im Jahr 2015 als Ressortleiter Unterhaltung bei Springer angefangen. Julia Höpfner, bislang Ressortleiterin Nachrichten, folgt Schüler bei "Bild" als neue Nachrichtenchefin.
clap-club.de

Zitat: Michael Pohl sieht einen klaren Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht.

"Damit hat der Reporter ganz bewusst rote Linien des Journalismus überschritten."

Michael Pohl, Geschäftsführer von RTL Nord, erklärt, dass die manipulierten Beiträge des Reporters nicht insgesamt erfunden waren. Jedoch wurden sie so abgeändert, dass die Themen "aufregender und größer wirken sollten", als sie eigentlich waren.
rtl.de, turi2.de (Background)

RTL-Reporter hat offenbar jahrelang journalistische Beiträge manipuliert.


RTLotius: RTL trennt sich von einem Mitarbeiter, der über mehrere Jahre journalistische Beiträge gefälscht hat, wie der Sender bekannt gibt. In mindestens sieben Beiträgen konnte der Sender Fälschungen des 39-Jährigen nachweisen. Eine Mitarbeiterin von RTL Nord hatte in einem Beitrag Ungereimtheiten entdeckt und daraufhin die Geschäftsführung informiert. Der Beitrag über Codein-Missbrauch, der bei "Punkt 12" und im "Nachtjournal" gelaufen ist, lieferte Fakten, die nicht mit dem gedrehten Rohmaterial übereinstimmten – wie auch der Kameramann besttigen konnte.

In einem weiteren Beitrag hat der Reporter behauptet, ein persönliches Interview mit Lionel Richie geführt zu haben. Jedoch kombinierte er lediglich Interviewsequenz aus einer elektronischen Pressemappe mit nachträglich eingefügten Gegenschussaufnahmen von ihm als Interviewer.

Der Reporter habe gegenüber RTL-Chefredakteur Michael Wulf und RTL-Nord-Geschäftsführer Michael Pohl versucht, die belegbaren Vorwürfe zu relativieren. Nun sollen alle seine Beiträge der vergangenen zwölf Jahre gecheckt werden. Die Beiträge sind online und auch im internen Newsarchiv gesperrt worden.
dwdl.de, rtl.de

Freischreiber-Report liefert erste Erkenntnisse zu Journalisten-Honoraren.

Journalismus: Katharina Jakob und Michel Penke veröffentlichen erste Daten ihres Freischreiber-Reports. Das Stundenhonorar freier Journalisten liegt demnach im Mittel bei 22,50 Euro brutto, vielerorts sehe es "ziemlich düster" aus. Wer länger im Journalismus arbeite, erziele bessere Honorare. Der Report untersucht auch die Bezahlung von Pauschalisten und Festangestellten.
wasjournalistenverdienen.de

Russische Polizei nimmt Demonstranten bei Kundgebung für Iwan Golunow fest.

Russland: Bei einer nicht genehmigten Demo für den freigelassenen Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow in Moskau hat die Polizei laut Innenministerium 200 Menschen festgenommen, darunter Oppositionspolitiker Alexej Nawalny und den deutschen Journalisten Alex Chernyshev. Die Nichtregierungsorganisation OVD-Info geht von mehr als 400 Festgenommenen aus.
dw.com, turi2.de (Background)

kress.de: DJV-Mitglieder werfen Chef Frank Überall Interessenkonflikte vor.

DJV: Mehrere Mitglieder werfen dem Vorsitzenden Frank Überall vor, er stelle CDU-Interessen über die der Journalisten, schreibt kress.de. In einem Brandbrief schreibt Peter Welchering, Ex-Vize-Vorsitzender des DJV Baden-Württembergs, Überall zerlege "aus parteipolitischer Rücksichtnahme" den DJV. Mehrere Journalisten kritisieren, dass Überall sich im Namen des Verbands für die EU-Urheberrechtsreform stark gemacht habe. Überall sagt zu kress.de, Welcherings Kritik gründe auf einer "Privatfehde".
kress.de

Meinung: Fall Golunow zeigt Einschüchterungsversuche der russischen Staatsmacht.

Pressefreiheit: Der Fall Iwan Golunow verdeutlicht die eingeschränkte Meinungsfreiheit und die Ungereimtheiten der Sicherheitsbehörden in Russland, schreibt "NZZ"-Korrespondent Markus Ackeret. Die Staatsmacht wolle kritische Medien einschüchtern. Doch in der Öffentlichkeit wachse der Unmut. Der Enthüllungsjournalist Golunow ist wegen angeblichen Drogenhandels unter Hausarrest gestellt worden.
nzz.ch, turi2.de (Background)

turi2 edition #8: Tim Sommer über unter- und überschätzte Künstler


Kunst oder weg? Tim Sommer, Chefredakteur von Europas größtem Kunstmagazin "art", trifft sich für die turi2 edition #8 mit Heike Reuther in den Hamburger Deichtorhallen. Sie besichtigen die Ausstellung "Stuttgart sichten" und sprechen dabei über Erfolg in der Kunst – und die Kunst des Erfolgs. Lesen Sie das ganze Interview hier als Online-Text oder hier im frei zugänglichen E-Paper des Buchs und klicken Sie hier den Videofragebogen.

"Hamburger Morgenpost": Reporter-Unikat Volker "Schimmy" Schimkus geht in Rente.

Schimmy sagt Tschüss: Chefreporter Volker Schimkus, 66, geht nach 25 Jahren bei der "Hamburger Morgenpost" in den Ruhestand. Der gelernte Dekorateur und Siebdrucker ist bekannt für seine waghalsigen Foto-Positionen und seine schrillen Anzüge. Er liebt es, als Reporter "in die extremsten Situationen hineinzugehen", sagt er dem NDR-Medienmagazin "Zapp". Als freier Fotograf will er weiterarbeiten.
ndr.de, mopo.de

Wir graturilieren: Georg Meck wird 52.


Wir graturilieren: Georg Meck, Ressortleiter Wirtschaft sowie Geld & Mehr bei der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", feiert heute zusammen mit seiner Familie an der Ostsee seinen 52. Geburtstag. Eine eigene Party muss Meck nicht schmeißen – er ist praktischerweise zur Feier des runden Geburtstages einer Freundin eingeladen.

Das Beste am abgelaufenen Jahr war, dass ihn "niemand genötigt hat, bei stürmischer See ein wackliges Segelboot zu besteigen". Für das neue Lebensjahr soll das auch genau so bleiben – "gerade bei der Feier an der Küste". Gratulationen erreichen Meck an der Ostseeküste auf allen Wegen, z. B. per Mail.

Klick-Tipp: "Zapp" beschäftigt sich monothematisch mit Relotius-Nachwehen.

Klick-Tipp: Den Fall Relotius und die Folgen für den Journalismus beleuchten Inga Mathwig und Daniel Bouhs am Mittwochabend bei "Zapp". Im Interview lobt etwa Julia Jäkel die Aufarbeitung und fordert allgemein "über unsere Standards nachzudenken".
ndr.de, NDR Fernsehen, 23.20 Uhr

Aus dem turi2.tv-Archiv:
"Mehr Rechte für die Dokumentation" – Relotius-Aufklärerin Brigitte Fehrle im Interview (Archiv 05/2019).


Zitat: Bascha Mika reagiert auf einen tätlichen Angriff gegen ihren Kollegen Danijel Majic.

Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau"Wenn, was sich abzeichnet, die Nationalisten und Rechtsextremen stärker werden, können wir uns ausrechnen, was daraus folgt. Nicht nur für den kritischen Journalismus."

Bascha Mika, Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau", reagiert in einem Kommentar auf den tätlichen Angriff gegen "FR"-Reporter Danijel Majic in Österreich am Wochenende. Die Redaktion wisse zwar, wie schnell Hetze in Gewalt umschlagen kann – es sei jedoch "besonders erschreckend, wenn es tatsächlich passiert".
fr.de, fr.de (Background)

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Print lebt – und wie! Das wollen wir, 14 junge Journalist*innen vom ifp, euch zeigen. Wir produzieren zum Abschluss unserer Ausbildung ein gedrucktes Magazin. "Bauer" wird es heißen. Denn: Stadt und Land trennt ein immer tieferer Graben. Selten hört man von denen, die das Bindeglied sind zwischen urbanem und ländlichem Raum und auf die wir alle angewiesen sind: den Bauern.
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Kai-Hinrich Renner: G+J hat die "FTD"-Texte von Claas Relotius bislang nicht geprüft.


Causa Relotius: Gruner + Jahr hat die "FTD"-Texte von Claas Relotius bisher nicht überprüft, schreibt Kai-Hinrich Renner. Herausgefunden haben das Studierende des Studiengangs Journalistik der Universität Hamburg. Zwischen 2010 und 2012 habe Relotius der "Financial Times Deutschland" insgesamt zehn Artikel geliefert. Zu dieser Zeit war der heutige "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann Chefredakteur der inzwischen eingestellten "FTD".

Die genauen Ergebnisse der Studie der Uni Hamburg wollen die Forscher am Freitag bei Message Online zur Verfügung stellen. Sicher sei jedoch, dass die "FTD"-Geschichten von Relotius "mehr als nur Ungereimtheiten" enthalten, so Professor Volker Lilienthal. Bei einigen Texten gebe es "Indizien für Zudichtungen".

Ein Sprecher von Gruner + Jahr erklärt, dass die Texte bis zur Klärung nun im Archiv gesperrt wurden. Laut Renner sei die Reportage "Beat über Bethlehem" aber noch immer in der Datenbank Genios für 3,21 Euro verfügbar.
abendblatt.de (Paid)

Update, 17.05. um 11:30 Uhr: Bei Message Online ist die Relotius-Untersuchung erschienen.
message-online.com

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal (Archiv 12/2018).

BBC macht große Schritte hin zum ausgeglichenen Geschlechterverhältnis.

BBC-Logo-150x150BBC macht große Fortschritte bei der Gendergerechtigkeit. Vor einem Jahr war ein freiwillige Projekt gestartet – 500 BBC-Teams haben sich beteiligt. Damals hatten lediglich 27 % der Teams ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in Beiträgen, im April 2019 waren es bereits 74 %. Auch in der Sportredaktionen und bei BBC Arabic gleiche sich das Verhältnis an.
sueddeutsche.de

Auch "Der Kritiker" Georg Diez verlässt den "Spiegel".

Spiegel verliert nach dem Kolumnisten Jan Fleischhauer auch Georg Diez (Foto) zu Ende September. Er ist seit neun Jahren Kultur-Autor und war bis September 2018 "Der Kritiker" auf Spiegel Online. Diez will neue Formate entwickeln, "die die Lücke zwischen medialem, akademischem und politischem Diskurs schließen". 2016 und 2017 forschte Diez bereits als Nieman Fellow in Harvard zur Journalismus-Zukunft.
turi2 - eigene Infos, turi2.de (Fleischhauer)

Zitat: Armin Wolf bringt zum Schutz vor Fake-News-Vorwürfen Quellen physisch mit zu Interviews.

"Neu ist in den letzten Jahren, dass ich die Zitate nicht nur suche, sondern auch physisch mitbringe, in Form von tatsächlichen Zeitungen."

ORF-Anchor Armin Wolf erklärt im Gespräch mit Holger Gertz, wie sich seine Arbeit in den letzten Jahren verändert hat. Wolf habe sich sogar Mitschnitte von Interviews schicken lassen, die er zitieren wollte – vor allem FPÖ-Politiker bestritten Zitate sonst einfach.
"Süddeutsche Zeitung", S. 3

Lese-Tipp: Julia Bönisch macht sich mit ihrem Text im "Journalist" keine Freunde, beobachtet Anne Fromm.

Lese-Tipp: Julia Bönisch, Chefredakteurin von SZ.de, hat sich mit ihrem Gastbeitrag im "Journalist" intern keine Freunde gemacht, beobachtet Anne Fromm. Kollegen und Betriebsrat hätten sich nach dem Text, der u.a. internen Konflikte thematisiert, von ihr distanziert. Bönisch spricht sich auch dafür aus, Redaktion und Verlag nicht mehr so strikt zu trennen. In vielen Medien ist das – Digitalisierung hin oder her – ein absolutes No-Go. In der SZ ist jene Trennung seit den 70er Jahren im Redaktionsstatut verankert, vereinbart wurde sie einst von Redaktion und Verlag. Der Betriebsrat sehe in dieser Forderung eine Verletzung des Redaktionsstatuts.
taz.de

Polnische Medien berichten von Einschüchterungsversuchen seitens der Regierung.

Pressefreiheit: Polens nationalpopulistische Partei PiS setzt Medien unter Druck, beobachtet Florian Hassel. Kritische Anfragen wie von der Zeitung "Gazeta Wyborcza" blieben häufig unbeantwortet, Anzeigenkunden würden unter Druck gesetzt. Das Kulturministerium wolle Medien aufspalten, betroffen wären auch deutsche und US-Beteiligungen. Die Sorge vor ausländischer Kritik habe entsprechende Gesetze bisher verhindert.
"Süddeutsche Zeitung", S. 21 (Paid), turi2.de (Background)

Türkei widerspricht Folter-Vorwürfen von Deniz Yücel.

Pressefreiheit: Das türkische Außenministerium widerspricht dem Vorwurf des Journalisten Deniz Yücel (Foto), er sei während seiner Haft gefoltert worden. "Internationale Mechanismen" könnten die Freiheit in der Türkei überprüfen, kontert eine Erklärung aus Ankara die Mahnung des deutschen Außenministeriums zur Einhaltung der Anti-Folterkonvention der Vereinten Nationen.
zeit.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: CvD von Spiegel Online spricht über pointierte Überschriften.

Hör-Tipp: Levin Kubeth spricht im Podcast mit Janko Tietz, Chef vom Dienst bei Spiegel Online, über über die Kunst der Überschrift. Tietz erzählt unterhaltsam aus der SpOn-Praxis von gelungenen und übergeigten Überschriften und macht klar, warum Überschriften online und in Social Media so wichtig sind.
anchor.fm (49-Min-Audio)

"Welt": "Spiegel"-Redakteure sind uneins über Klusmann-Reformen und Relotius-Konsequenzen.


Claas halb leer: Der "Spiegel" kommt angesichts des Relotius-Skandals und des Umbaus zur integrierten Print-Online-Redaktion nicht zur Ruhe, skizziert Per Hinrichs in der "Welt am Sonntag" nach Gesprächen mit "Spiegel"-Mitarbeitern. "Altgedienten Heft-Journalisten" seien Klusmanns "Ton und Tempo" nicht geheuer. Andere lobten Klusmanns "Pragmatismus und Eloquenz".

Der Schock aus dem Fälschungsfall Claas Relotius sei intern noch nicht ausgestanden. Einen "umfassenden Freispruch" für Relotius' Ressortleiter Ullrich Fichtner habe Chefredakteur Steffen Klusmann nach internem Druck wieder kassiert. Dem Buch von Relotius-Enthüller Juan Moreno sehe Klusmann gelassen entgegen: Lieber solle es Moreno schreiben als "irgendein Honk". Gegangen ist nach dem Skandal, außer Relotius, bisher nur einer: Der Dokumentar, der für die Relotius-Faktenchecks zuständig war, ging in den Vorruhestand.
"Welt am Sonntag", S. 34 (Paid), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Dirk Stascheit

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal (Archiv 12/2018).

Türkei geht gegen drei regierungskritische Journalisten vor.

Pressefreiheit: Drei regierungskritische Journalisten sind in der Türkei festgenommen worden, meldet die dpa. Es handele sich um Canan Coskun (Foto), Zeynep Kuray und Irfan Tunccelik. Coskun, Ex-Reporterin bei "Cumhuriyet", sei nach Zahlung einer zuvor auferlegten Geldstrafe mittlerweile wieder frei. Kuray und Tunccelik seien am Freitag während ihrer Berichterstattung zur Kundgebung der Oppositionspartei HDP festgenommen worden.
faz.net, turi2.de (Background)

Aussage: Deniz Yücel wurde während seiner Haft in der Türkei drei Tage lang gefoltert.


Free Deniz: Deniz Yücel ist während seiner Haft in der Türkei gefoltert worden, erklärt der Journalist in einer Aussage vor dem Amtsgericht in Berlin. Im Gefängnis Silivri bei Istanbul sei der "Welt"-Korrespondent durch Vollzugsbeamte geschlagen, getreten, erniedrigt und bedroht worden. Die Schuld sieht Yücel direkt beim türkischen Präsidenten – seine Folter sei "womöglich auf direkte Veranlassung des türkischen Staatspräsidenten oder dessen engster Umgebung, auf jeden Fall aber infolge der Hetzkampagne, die er begonnen hatte und unter seiner Verantwortung" geschehen.

Die Beamten hätten ihn als "Vaterlandsverräter" und "deutschen Agenten" beschimpft. Tritte gegen die Füße und Schläge auf Brust und Rücken hätten weniger auf körperliche Schmerzen als auf Erniedrigung und Einschüchterung abgezielt. Yücel habe die Folter bereits in seiner Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte öffentlich gemacht.
spiegel.de

"Fridays for Future"-Organisatorin kritisiert Journalisten.

Journalismus: "Fridays for Future"-Organisatorin Luisa Neubauer kritisiert in einem Gastbeitrag in der neuen "Zeit" die Berichterstattung vieler Politikjournalisten. Der politische Journalismus befasse sich statt mit der Klimapolitk der Bundesregierung lieber mit den Schulstreiks und der Bewegung, über die "in jeder Schattierung ausführlich" berichtet werde.
zeit.de (Vorabmeldung)