ZDF verteidigt Kommentatorin Claudia Neumann gegen Schmähungen.

Claudia Neumann, ZDF-Kommentatorin der Fußball-WM, wird im Netz angefeindet und bepöbelt, kritisiert ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. Manche männlichen Zuschauer drehten durch, weil eine Frau ein Spiel der Männer-WM kommentiert. Dies sei unterste Schublade. Gelegentliche Fehler wie die Verwechselung eines Spielers gehörten wie bei den männlichen Kommentatoren zum Job.
faz.net

Ar­kadi Babt­schen­ko versteht die Kritik an seinem fingierten Mord nicht.

Journalisten: Die "FAZ" trifft die kreml­kri­ti­schen, rus­si­schen Jour­na­lis­ten Ar­kadi Babt­schen­ko (Foto) und Ay­der Musch­da­ba­jew. Letzterer sei ur­sprüng­lich als erstes Mordopfer an­vi­siert gewesen, glaubt Babt­schen­ko. Die Kritik an seinem fingierten Mord kann er nicht verstehen, er habe Angst um sein Leben gehabt. Westliche Journalisten verstünden nicht, "dass es bei uns um Le­ben oder Tod geht."
"FAZ", S. 9 (Paid), turi2.de (Background)

"Wirtschaftswoche"-Redakteur klagt gegen Abmahnung wegen #metoo-Artikel.

#metoo-Streit: "Wirtschaftswoche"-Redakteur Harald Schumacher klagt gegen die Abmahnung seines Arbeitgebers Handelsblatt GmbH. Er hat in der "taz" berichtet, bei einem Pressetermin Opfer eines Übergriffs einer Frau geworden zu sein und im Artikel gefragt, was wohl andersherum geschehen wäre. Die "Wirtschaftswoche" hatte die Veröffentlichung des Textes zuvor abgelehnt, der Verlag sieht Schumachers "taz"-Text als Verstoß gegen die Regeln seines Arbeitsvertrags. Das Arbeitsgericht Düsseldorf muss klären, ob der Text eine Nachricht oder ein Erlebnisbericht ist.
sueddeutsche.de, taz.de (Schumachers Text)

Zitat: Hajo Seppelt sagt, Sportjournalismus ist hochpolitisch.

"Wie kann man an ein solches Land überhaupt eine WM vergeben? Da stellen sich ganz viele Fragen, wie der Journalismus künftig mit dem organisierten Sport umgehen soll."

ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", der Sportjournalismus muss erkennen, dass er "hochpolitisch ist". Der Weltverband der Sportjournalisten halte sich auffällig bedeckt zu seinem Fall.
"Süddeutsche Zeitung", S. 10 (Paid), turi2.de (Background)

weitere Zitate:
"Ich habe lange mit mir gerungen: Was setzt das für ein Zeichen, wenn man sich von solchen Dingen womöglich einschüchtern lässt und hinnimmt, dass freie Berichterstattung so eingeschränkt werden kann? Aber das andere Argument überwiegt: Ich wäre ja als Mitarbeiter der ARD dorthin gefahren, und für den Sender steht natürlich die Sicherheit der ARD-Reporter an allererster Stelle."

"Ich stehe ja nur pars pro toto, die Botschaft richtet sich an alle Journalisten: Seid vorsichtig, berichtet nur vom grünen Rasen."

Zitat: Frank Überall kritisiert die Heimlichtuerei von Madsack.

"Die Madsack-Manager müssen lernen, dass Geschäftspolitik nach Gutsherrnart bei uns und den Betroffenen auf Widerstand stößt."

Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands, missbilligt die Geschäftspraktiken bei Madsack, die zur Anzeige durch die Journalistenverbände DJV und DJU sowie die Betriebsräte gegen den Verlag geführt haben.
djv.de, turi2.de (Background)

DJV, DJU und Betriebsräte erstatten Anzeige gegen Madsack.

madsack_150Madsack: Die Journalistenverbände DJV und DJU sowie die betroffenen Betriebsräte beantragen ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Verlag. Die Verantwortlichen hätten bei der Bündelung der Online-Aktivitäten im neuen Newsportal RND.de die Interessenvertretungen verspätet und unzureichend informiert. Dadurch sei den Betriebsräten u.a. die Möglichkeit genommen worden, Vorschläge zur Sicherung von Arbeitsplätzen zu unterbreiten. Bei Madsacks Regionalzeitung soll je nur ein Onliner verbleiben, die restlichen Stellen gehen in die Zentral-Redaktion über.
djv.de, turi2.de (Background)

Studie: Unterschiede zwischen Bloggern und Journalisten sind kleiner als erwartet.

Blogger sind Journalisten ähnlicher als es den Redakteuren wahrscheinlich lieb sein darf, fasst Medienforscher Olaf Hoffjann eine Studie für die gewerkschaftsnahe Otto Brenner Stiftung zusammen. Journalisten wollten aber eher mehr kontrollieren und kritisieren, während Blogger eher ihre Leser unterhalten wollten. Blogger vertreten außerdem eher eine subjektive statt neutrale Sicht.
deutschlandfunk.de (8-Min-Audio), otto-brenner-stiftung.de

Hör-Tipp: Paul Dacre lehrte die Mächtigen das Fürchten.

Hör-Tipp: Paul Dacre hat in seinen 26 Jahren als Chef die "Daily Mail" zu einer der wichtigsten und aggressivsten Zeitungen Großbritanniens gemacht, beobachtet Friedbert Meurer. Dacre habe sowohl die Mächtigen des Landes als auch seine eigenen Redakteure das Fürchten gelehrt. So habe der scheidende Chefredakteur manchmal zwei Reporter gegeneinander um die beste Story zu einem Thema konkurrieren lassen.
deutschlandfunk.de (6-Min-Audio)

Meinung: Sandra Maischberger hält eine Talkshow-Pause nicht für nötig.

Sandra Maischberger widerspricht in der "Zeit" der Forderung nach einer Pause für Talkshows. Auch die Kritik, Sendungen wie ihre in der ARD hätten die AfD erst groß gemacht, weist sie zurück. Fernsehleute litten zwar gelegentlich an Selbstüberschätzung, das Phänomen betreffe aber einen Großteil Europas und schwele lange im Internet, bevor es an die Öffentlichkeit gelange.
"Zeit" 25/2018, S. 10 (Vorabmeldung)

Malta zieht Chefermittler vom Fall Caruana Galizia ab.

Malta: Silvio Valletta, leitender Ermittler im Fall der ermordeten Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia, wird wegen möglicher Interessenkonflikte abberufen, entscheidet das maltesische Verfassungsgericht. Valletta ist mit einer Ministerin der Regierung verheiratet und arbeitet für die Antigeldwäschebehörde, begründet das Gericht die Entscheidung und folgt damit einem entsprechenden Antrag der Familie des Opfers.
zeit.de, persoenlich.com

Balkausky: Daniel Bouhs sei nicht der Grund für das abgelehnte Interview beim RBB.

ARD: Sportkoordinator Axel Balkausky rudert zurück – er habe das Interview mit dem Radioeins Medienmagazin des RBB nur aus zeitlichen Gründen abgelehnt. Sein Kommentar über Medienjournalist Daniel Bouhs, mit dem er nicht in einer Sendung auftauchen wolle, sei nur eine "flapsige Bemerkung" gegenüber Moderator Jörg Wagner gewesen. Bouhs weist bei Twitter hingegen darauf hin, dass Balkausky vor Kurzem bereits ein Interview mit einem Kollegen von "Zapp" abgelehnt habe – "ebenfalls ausdrücklich mit Verweis auf mich als Mitarbeiter der Redaktion".
dwdl.de, twitter.com, turi2.de (Background)

Zitat: Tom Buhrow fordert von Medienmachern, ihre Filterblasen zu verlassen.

"Alle Journalisten leben in Filterblasen."

WDR-Intendant Tom Buhrow fordert Medienmacher auf, auch den Menschen zuzuhören, die nicht zur urbanen, digitalen Avantgarde gehören.
turi2 vor Ort beim DW Global Media Forum


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Neuer Chefredakteur der "Daily Mail" bringt neue Haltung zum Brexit mit.

Daily Mail: Neuer Chefredakteur der streitbaren britischen Zeitung wird Geordie Greig, bisher Chefredakteur der Sonntagsausgabe. Er ist gegen den Brexit - im starken Gegensatz zum scheidenden Chefredakteur, Paul Dacre (Foto), 69, der die "Mail" seit 26 Jahren verantwortet und als einflussreichster und meistgehasster Zeitungsmacher Großbritanniens gilt. Greigs Ernennung sei Teil einer "Entgiftung" der "Daily Mail", erfährt der "Guardian".
theguardian.comsueddeutsche.de

Zahl des Tages: Gehälter bei Zeitschriften steigen im Schnitt um 4,2 %.

Zahl des Tages: Um durchschnittlich 4,2 % steigen die Gehälter der Redakteure bei Zeitschriften. Damit können sich die Tarifpartner bei den Zeitschriften - ganz anders als bei den Zeitungen - in der dritten Verhandlungsrunde auf einen neuen Gehaltstarifvertrag einigen. Zunächst soll es eine Mindesterhöhung des monatlichen Gehalts um 100 Euro ab Juli für alle Redakteure geben. Der Tarifvertrag läuft bis Ende Oktober 2020. Der VDZ teilt mit, er halte das Ergebnis "für gerade noch vertretbar" und wolle den Journalistenberuf attraktiv halten.
djv.de

Hör-Tipp: Cornelia Haß widerspricht angeblich niedrigen Renditen der Verlage.

Hör-Tipp: Verlage machen im Vergleich zu anderen Branchen gute Gewinne, sagt DJU-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß. Die Renditen liegen bei 7 bis 12 %, im Handel liegen sie hingegen nur bei 1 %, in der Automobilindustrie bei 7 bis 8 %. Gute Gehälter seien wichtig, um für den Journalisten-Nachwuchs attraktiv zu sein.
deutschlandfunk.de (8-Min-Audio), turi2.de (Background)

Journalisten-Gewerkschaften drohen mit unbefristeten Streiks.

Journalisten-Gewerkschaften wollen eine Urabstimmung an den Zeitungen über unbefristete Streiks. Matthias von Fintel, Verhandlungsführer der DJU, sagt, offenbar sei eine Eskalation nötig, um die Verleger zu einer Reallohnsteigerung zu bewegen. Auch der Bayerische Journalisten-Verband fordert eine Urabstimmung über unbefristete Streiks. Die Tarifverhandlungen waren am Dienstagmorgen ergebnislos unterbrochen worden.
kress.de

BVerfG lehnt Verfassungsbeschwerde gegen VG-Wort-Urteil ab.

VG Wort: Das Bundesverfassungsgericht lehnt eine Verfassungsklage des Verlags C.H. Beck ab. Der Verlag hatte argumentiert, der vom BGH als unzulässig erklärte Verlegeranteil an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft greife in das Grundrecht auf Eigentum ein. Zudem sei das Recht auf ein faires Verfahren verletzt worden. Das Bundesverfassungsgericht sieht diese beiden Punkte als nicht hinreichend dargelegt an.
boersenblatt.net, juris.de, turi2.de (Background)

Zitat: Journalisten dürfen politisch demonstrieren, meint Frank Überall.

"Wer dauerhaft aktiv Politik machen will, ist im Journalismus falsch. Aber eine politische Orientierung darf man durchaus haben."

Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands, teilt die Meinung von Martin Machowecz nicht. Der Leiter des "Zeit"-Büros in Leipzig hatte kritisiert, dass Journalisten privat auf einer Demonstration gegen die AfD waren.
kress.de, twitter.de (Tweet Machowecz)

Tom Buhrow räumt Fehler bei der Aufklärung der Belästigungs-Vorwürfe ein.


Nachgefragt: Im Interview mit dem "Journalist" sagt WDR-Intendant Tom Buhrow, er werfe sich in Bezug auf die Vorwürfe von Machtmissbrauch und sexueller Belästigung in seiner Anstalt drei Dinge vor. Erstens die Ermahnung des Korrespondenten Arnim Stauth, der 2010 Hinweise auf sexuelle Belästigung weitergegeben hatte. Sie erwecke rückblickend "einen völlig falschen Eindruck". Zweitens räumt Buhrow Fehler im Umgang mit dem Personalrat ein – dieser kritisiert, dass seine Hinweise und Einschätzungen übergangen worden seien. Auch die Wahl der Kanzlei als Anlaufstelle für Betroffene war laut Intendant nicht optimal, weil sie den WDR schon in Prozessen gegen Mitarbeiter vertreten habe. Die Betroffenen würden sich aber trotzdem an die Anwälte wenden.

Ein "angstbesetzter Laden" sei der WDR nicht. Buhrow sagt, in seinen Augen sei die Anstalt in den vergangenen zehn Jahren "eigentlich vorneweg" gewesen, was Schutz vor Machtmissbrauch und Belästigung angehe. Nach außen sei schwer zu vermitteln, dass bei Vorwürfen keine Vorverurteilung stattfinden dürfe und Aufklärung immer vor einem Arbeitsgericht Bestand haben müsse.

Buhrow konkretisiert im Interview mit Hans Hoff außerdem die Idee einer gemeinsamen Internetplattform von öffentlich-rechtlichen Anstalten und Zeitungsverlagen: "Meine Vision ist, dass wir alles, was wir im aktuellen Bereich audiovisuell haben, ohne Bezahlung auf die gemeinsame Plattform einstellen."
journalist-magazin.de (Zusammenfassung Fehler), journalist-magazin.de (Zusammenfassung Plattform)

Inszenierter Babtschenko-Mord gefährdet Glaubwürdigkeit.

Journalistenmord: Der inszenierte Mord an Arkadi Babtschenko (Foto) gefährdet die Glaubwürdigkeit von Behörden und Medien in der Ukraine, sagt Ukraine-Korrespondenten Deniz Trubetskoy im "Zapp"-Interview. Bei den Journalisten im Land herrsche Erleichterung, dass der Kollege noch lebe. Gleichzeitig sorgten die vielen offenen Fragen, die Vorwürfe gegen Russland und das Zusammenwirken eines Journalisten mit dem Geheimdienst für Unbehagen. Ohnehin gebe es im Land kaum glaubwürdige und unabhängige Medien.
youtube.com (23-Min-Video), turi2.de (Background)

Bild des Tages: Arkady Babtschenko lebt.


Er ist wieder da: Arkady Babtschenko ist sichtlich mitgenommen, während der ukrainische Geheimdienst bei einer Pressekonferenz bekannt gibt, den Mord an dem russischen Journalisten vorgetäuscht zu haben. Babtschenko entschuldigt sich besonders bei seiner Frau – sie hatte ihn vermeintlich angeschossen gefunden und von den Behörden erfahren, ihr Mann sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. (Foto: Efrem Lukatsky / AP / picture alliance)

Russischer Journalist Arkadi Babtschenko lebt, der Mord war vorgetäuscht.

Journalistenmord an Arkadi Babtschenko war fingiert. Der russische Journalist entschuldigt sich in einer live im Fernsehen übertragenen Konferenz für die Nachricht über seinen angeblichen Tod. Der ukrainische Geheimdienst habe den angeblichen Mord über Monate vorbereitet, um Anschlagspläne des russischen Geheimdienstes zu enttarnen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Russischer Journalist Arkadi Babtschenko in Kiew erschossen.

Journalistenmord: Auf den russischen Journalist Arkadi Babtschenko wurden in seiner Wohnung in Kiew Schüsse abgegeben. Kurz darauf starb er auf dem Weg ins Krankenhaus. Arkadi Babtschenko hatte unter anderem über die Kämpfe in der Ostukraine, Tschetschenien und Südossetien berichtet. Nach Drohungen gegen ihn und seiner Familie hatte Arkadi Babtschenko 2017 seine Heimat verlassen.
spiegel.de

Update 30. Mai 2018: Der Journalist lebt, der Mord war vorgetäuscht. (turi2.de)

Zitat: Heribert Prantl hält Hintergrundgespräche für einen Balanceakt.

"Wer Nähe schafft, der zensiert sich selber und wer Distanz hält, der erfährt nichts. Also diese Hintergrundgespräche können schon auch dazu dienen, die Schere im Kopf selber zu schleifen."

SZ-Meinungschef Heribert Prantl sagt im Interview mit dem Deutschlandfunk, dass er Hintergrundgespräche mit Politikern für wertvoll erachtet, für Journalisten allerdings die Gefahr bestehe, zu große Nähe aufzubauen.
deutschlandfunk.de

Journalisten in Deutschland leiden häufig unter Drohungen.

Drohungen gegen Journalisten sind auch in Deutschland an der Tagesordnung, schreibt Kai-Hinrich Renner. Die betroffenen Journalisten beklagten, dass die Justiz, aber auch ihr Umfeld, sie mit dem Problem allein lasse. Ein freier Mitarbeiter eines öffentlich-rechtlichen Senders befürchte gar, sein Sender könne ihn im Stich lassen, sollte sein Fall öffentlich bekannt werden, was ihn finanziell ruinieren würde.
morgenpost.de

86 % der Journalisten nutzen Pressemitteilungen.

Pressemitteilungen gehören weiter zu den wichtigsten Informationsquellen für Journalisten, so eine Untersuchung der dpa-Tochter news aktuell. 86 % der befragten Journalisten geben an, sie bei ihrer Recherche zu nutzen. Bei den unter 35-Jährigen sind es sogar 92 %. 46 % aller Befragten haben Bedarf für Presse-Fotos, 43 % sagen das auch über Videos. Die wichtigste Informationsquelle bleibt das persönliche Gespräch. 88 % der Journalisten greifen bei ihrer täglichen Recherche darauf zurück.
newsaktuell.de

Daphne Caruana Galizias Familie gibt dem Bundeskriminalamt Laptops.

Daphne Caruana Galizia: Die Familie der ermordeten maltesischen Journalistin gibt dem Bundeskriminalamt Laptops und Festplatten Caruana Galizias. Die Familie hatte sich aus Misstrauen geweigert, die Daten an die maltesischen Behörden zu übergeben. Das Bundeskriminalamt kooperiert mit Malta und könnte die erhaltenen Informationen austauschen.
sueddeutsche.de, tagesschau.de

Gewerkschaften und DuMont-Betriebsrat kritisieren Zusammenschluss mit Madsack.

djv-LogoMadsack und Dumont: Die Gewerkschaften und der gemeinsame Betriebsrat der drei Berliner DuMont-Redaktionen kritisieren den Zusammenschluss. "Die Hauptstadtredaktion wird bis zum Herbst dieses Jahres dicht gemacht. Es gibt sie seit acht Jahren, sie hat mit immer weniger Redakteuren unter einem schwierigen Konstrukt immer mehr Arbeit geleistet." In der neuen RND Berlin GmbH gebe es zehn neue Stellen, auf die sich die 17 DuMont-Redakteure im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung neu bewerben sollten. Verdi/dju, DJV Berlin, und JVBB fordern faire Angebote über eine Weiterbeschäftigung für die Redakteure, die nicht in der neuen Redaktion arbeiten werden.
per Mail, turi2.de (Background)

Meinung: Hass im Netz wird offener und selbstverständlicher, beobachtet Hasnain Kazim.

Hasnain Kazim, "Spiegel"-Korrespondent in Wien und Sohn indisch-pakistanischer Eltern, fühlt sich alleingelassen mit Hass im Netz. Er erhalte "quasi täglich" Hassmails, nach einem kontroversen Artikel "auch mal viele Hundert an einem Tag". Rassismus scheint ihm selbstverständlich geworden zu sein: Früher seien Hassmails anonym gewesen, heute "schreibt man mir das mit Namen, Doktortitel und Privatadresse in der Signatur".
sueddeutsche.de

Zitat: Die Arbeit für Korrespondenten ist unter Trump schwieriger geworden, beobachtet Ingo Zamperoni.

"Sie sind auch sehr obsessiv mit jeder kleinen Drehung, jeder Wendung. Da ist vielleicht manchmal zu viel Schaum vor dem Mund."

"Tagesthemen"-Moderator Ingo Zamperoni kritisiert den teils obsessiven Umgang der Medien mit US-Präsident Trump, sieht deren Arbeit jedoch auch positiv, da sich Journalisten nicht einschüchtern ließen und weiter hartnäckig recherchieren.
abendblatt.de

Slowakei: Jan Kuciaks Kollegen führen seine Recherche fort.

Slowakei: Die Kollegen des ermordeten Investigativ-Journalisten Jan Kuciak recherchieren gemeinsam weiter. Kuciak war mitten in einer Recherche über die Machenschaften der italienischen Mafia in der Ostslowakei. Die Chefredakteure und Investigativreporter der wichtigsten unabhängigen slowakischen Medien setzen seine Arbeit fort. Sie tauschen Informationen zu Korruptionsfällen aus, recherchieren zusammen und veröffentlichen gemeinsame Artikel, gezeichnet mit: #AllForJan. Für die Journalisten ist es auch eine Art Lebensversicherung, sagt Kuciaks Ex-Chef Peter Bárdy: "Denn Anschläge auf uns alle verüben kann man nicht." Ringier Axel Springer, Eigentümer von Aktuality.sk und zahlreichen anderen slowakischen Onlinemedien, unterstützt die Initiative finanziell.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Ove Saffe würfelt Führungsteam der Funke-Zeitungen neu.

FunkeTeambuilding: Funkes Zeitungs-Chef Ove Saffe benennt seine Tafelrunde und holt Carsten Erdmann, 51, bisher Chefredakteur der "Berliner Morgenpost", als Chefredakteur Digital in die Berliner Zentralredaktion. Erdmanns Stellvertreterin Christine Richter, 53, wird Chefredakteurin der "Morgenpost". Erdmann soll eine "einheitliche journalistische Linie und Strategie für die Regionalportale" sicherstellen. Sein Vorgänger Thomas Kloß, 52, wird Verlagsgeschäftsführer der Funke-Tageszeitungen in NRW.

Kloß kommt aus dem WAZ-Teil des Funke-Reiches - er war 2010 bis 2015 Chefredakteur bei DerWesten.de. Kloß' Vorgänger Matthias Körner verlässt Funke. Saffe regelt nach seinem Aufstieg auch seine Nachfolge: Geschäftsführer der "Berliner Morgenpost" wird Görge Timmer, 52, zusätzlich zu seinem Job als Chef des Berliner Wochenblatt-Verlags. Die Verantwortung für das "Hamburger Abendblatt" übernimmt Claas Schmedtje, 43, zusätzlich zu seinem Job als Chef des Braunschweiger BZV-Medienhauses.
kress.de, funkemedien.de, turi2.de (Background)

Kai-Hinrich Renner und Klaus Brinkbäumer zanken sich um "Spiegel"-Gerüchte.

Spiegel: Medienjournalist Kai-Hinrich Renner legt im Zwist mit "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer nach. Er hatte im März berichtet, Gesellschafter des "Spiegel" würden nach einem Brinkbäumer-Nachfolger "sondieren". Brinkbäumer sagte Roland Pimpl jüngst im "Horizont"-Interview: "Eine Gelegenheit zur Stellungnahme hätten wir genutzt". Renner schreibt, er habe Anja zum Hingst, Kommunikationschefin des Spiegel-Verlags, "etwa 32 Stunden" vor Erscheinen des Artikels informiert. Bei Twitter setzt er nach: "Als ich Journalist wurde, galt es als ausgeschlossen, dass ein 'Spiegel'-Chefredakteur mit Unwahrheiten hausieren geht".
kress.de, twitter.com (Renner), "Horizont" 20/2018, S. 11-12 (Paid, Brinkbäumer), turi2.de (Background)