US-Kongress zögert, Breitbart Presseakkreditierungen zu geben.

Breitbart hat Schwierigkeiten, an Presse-Akkreditierungen beim US-Kongress zu kommen, berichtet Hadas Gold. Grund seien die Verbindungen zwischen dem rechten US-Newsportal und der Familie Mercer, die einen Anteil hält und Großspender der Trump-Kampagne war. Der zuständige Ausschuss ist mit den bisher vorgelegten Informationen unzufrieden. Akkreditierte Pressevertreter dürfen nicht als Lobbyisten oder im Auftrag der Exekutive arbeiten.
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Meinung: Lokaljournalisten müssen sich mehr gegen unfaire Kritik wehren.

Lokaljournalisten müssen sich stärker gegen ungerechtfertigte Kritik von Lokalpolitikern wehren, sagt Ralf Freitag, Geschäftsführer der Lippischen Landes-Zeitung. Die Zeitungen müssten Lokalpolitikern, die ihre Aussagen in der Zeitung bestreiten, widersprechen. Außerdem müssten Lokaljournalisten bei Akteuren häufiger kritisch nachfragen, meint Freitag in insgesamt sieben Forderungen an modernen Lokaljournalismus.
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Meinung: Kriegsfotografen sind wichtig, um die Öffentlichkeit zu beeinflussen.

Syrien: Der 25-jährige Fotograf Karam al-Masri wollte mit seinen Fotos vom Krieg in Aleppo die Öffentlichkeit beeinflussen, sagt der Syrer in der "Süddeutschen Zeitung". Die Rebellen hätten ihn meistens ohne Probleme fotografieren lassen, doch die IS-Miliz nahm ihn 2013 fest. Der IS habe ihn zuerst töten wollen, weil er angeblich für "Ungläubige" - die Agentur AFP - arbeitete. Doch schließlich wurde al-Masri amnestiert. Der Sohn zweier Lehrer will nun in Frankreich studieren und weiterhin als Kriegsfotograf arbeiten.
"Süddeutsche Zeitung", S. 52 (Paid)Kommentieren ...

Lese-Tipp: Begegnung mit Feminismus-Heldinnen aus dem Journalismus.

Lese-Tipp: Drei US-Journalistinnen berichten im Gespräch mit dem "Spiegel" über ihren Kampf für Gleichberechtigung der Frauen bei ihrem damaligen Arbeitgeber, dem US-Magazin Newsweek. Bis 1970 durften dort nur Männer Artikel schreiben, Frauen bestenfalls Informationen recherchieren. Anerkennung sprachen die Männer ihren Kolleginnen gerne aus, indem sie die Form ihrer Brüste lobten, so der "Spiegel". Die Heldinnen der Feminismus-Bewegung erreichten mit ihrem Protest, dass auch sie Texte verfassen durften. Ann-Kathrin Nezik, Co-Autorin des Artikels, berichtet im Video auch, wie in den 1960ern beim "Spiegel" eine Machokultur herrschte.
"Spiegel" 13/2017, blendle.com (Paid)Kommentieren ...

Newscomer vernetzt Flüchtlinge und Lokal-Reporter.

Newscomer will Flüchtlinge und Lokalredaktionen miteinander vernetzen. Die Reporter-Tandems bekommen ein Jahr lang Workshops und Mentoring bei gemeinsamen Projekten. Hinter dem Projekt stehen die Journalisten Ann-Kathrin Seidel, Jessica Schober und Patrick Bauer sowie Übersetzer Thaer Abughoush, die zur Finanzierung von Newscomer um Crowdfunding-Geld werben.
startnext.com/newscomer, newscomer.deKommentieren ...

Journalist Florian Zettel kommuniziert künftig für Baugesellschaft VSN.

Medienjournalist Florian Zettel, 38, wechselt in die PR und leitet künftig die Kommunikation des Baukonsortiums Via Solutions Nord (VSN). Zettel war bis Februar 2016 "Kontakter"-Korrespondent und zuletzt freier Berater. Der "Kontakter" hat 2016 sein Konzept geändert und das Hamburger Büro geschlossen. VSN baut die Autobahn 7 im Norden aus und betreibt sie in öffentlich-privater Partnerschaft.
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Stasi-Vorwürfe: DJV-Berlin-Chef Bernd Lammel kann aufatmen.

Bernd Lammel, Vorsitzender des DJV Berlin, ist von Stasi-Vorwürfen weitgehend entlastet, berichtet Jens Schneider. Lammel wurde als Inoffizieller Mitarbeiter geführt. Ein Gutachten, beauftragt vom DJV-Landesverband, bewertet seine Tätigkeit aber als "wenig bedeutsam". Der DJV Bundesverband resümiert, Lammel könne im Amt bleiben.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27 (Paid), turi2.de (Background)

Transparenzhinweis: Der Autor dieser Meldung ist Mitglied im DJV Berlin, aber nicht persönlich bekannt mit Bernd Lammel.2 Kommentare

Zitat: Jörg Quoos' Redaktionsteam kämpft gegen den demografischen Wandel.

"Unsere Onliner fangen um 5 Uhr morgens an, die letzten Redakteure gehen um Mitternacht – 7 Tage die Woche. Dass wegen dieser Arbeitszeiten das Privatleben zu kurz kommt, ist ein Gerücht: Wir haben schon das vierte Redaktionsbaby."

Jörg Quoos, Chef der Funke Zentralredaktion in Berlin, verrät Details über das Paarungsverhalten seines Personals.
turi2 vor Ort beim "Medien-Q"

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie Jörg Quoos die Zentralredaktion zur Marke macht.
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David Schraven erringt Erfolg: BGH entscheidet für Auskunftsrecht von Journalisten.

Journalisten können Auskunft von privaten Unternehmen verlangen, die in öffentlicher Hand sind, entscheidet der Bundesgerichtshof. Mit dem Urteil erringt Correctiv-Chef David Schraven einen Erfolg gegen den Versorger Gelsenwasser AG. Der BGH entscheidet, presserechtlich sei eine Firma wie Gelsenwasser wie eine Behörde zu behandeln. Gelsenwasser gehört mehrheitlich den Stadtwerken Bochum und Dortmund.
meedia.deKommentieren ...

Thomas Roth folgt auf Chefredakteurin Isabell Funk beim "Trierischen Volksfreund".

Es ist ein Junge: Der "Trierische Volksfreund" macht Thomas Roth, 42, ab spätestens August zum Chefredakteur. Er folgt auf Isabell Funk, 61, aktuell eine von nur fünf Chefinnen bei den 102 regionalen deutschen Zeitungen. Funk plant offenbar einen Branchenwechsel: Laut Verlag will sie nach fast 40 Jahren journalistischer Tätigkeit "an anderer Stelle noch einmal neue Aufgaben" wahrnehmen. Roth kommt von der "Braunschweiger Zeitung".
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T-Online.de startet in Berlin mit fast komplett neuer Belegschaft.

Ströer nimmt nur "eine Handvoll" seiner 108 T-Online-Redakteure mit nach Berlin, beobachtet Ex-Mitarbeiter Mark Weidenfeller am sterbenden Standort Darmstadt. 80 % der Belegschaft gehen in eine Transfergesellschaft. Der Berliner Newsroom hat t-online.de schon in der Hand, im Darmstädter Großraumbüro 2C201 haben die letzten Mohikaner viel Zeit zum Kaffee trinken und Stellenanzeigen durchklicken.
hessenschau.deKommentieren ...

Türkisches Gericht lehnt Haft-Entlassung von Deniz Yücel ab.

Deniz Yücel muss in türkischer Haft bleiben. Das Amtsgericht Istanbul hat die Entlassung des "Welt"-Korrespondenten aus der Untersuchungshaft abgelehnt. Seine Anwälte hatten argumentiert, die ihm zur Last gelegten Artikel seien von der Meinungs- und Pressefreiheit gedeckt, die Mehrzahl der Deniz Yücel vorgeworfenen Taten sei nach türkischem Recht verjährt. Gegen die Entscheidung können Yücels Verteidiger Widerspruch beim türkischen Verfassungsgericht einlegen.
welt.deKommentieren ...

Meinung: Die Leidenschaft und Distanz im Journalismus fehlen.

Journalismus ist eine ziemlich leidenschaftslose Angelegenheit geworden, sagt Christoph Zürcher, Leiter des Gesellschaftsressorts der "NZZ am Sonntag". Stattdessen müsse Journalismus wie der "Eintritt in ein Kloster" sein - der Abschied vom gewöhnlichen Leben mit seinen vielen Interessengruppen. Journalisten müssen eine eigene Haltung zeigen, meint Zürcher. Reporter müssten auf Distanz gehen - auf immer und ewig, zu allem und zu allen.
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Hamburg Media School schreibt Forschungsstipendium zu Fake News aus.

Hamburg Media School hat etwas gegen Fake News und vergibt deshalb an einen Journalistik-Studenten das erste deutsche Forschungsstipendium zu Falschmeldungen im Netz. Bewerber für den eigenen Master-Studiengang "Digital Journalism" können sich um das Stipendium bewerben. Der Gewinner bekommt die Studiengebühren für den zweijährigen Master im Wert von 20.000 Euro erlassen.
hamburgmediaschool.comKommentieren ...

"Weltwoche"-Redakteur: Köppel schadet mit Politik-Engagement der "Weltwoche".

Roger Köppel kann seine Rollen als Politiker und Weltwoche-Chef nicht trennen, sagt der bisherige "Weltwoche"-Redakteur Markus Schär. Dies schade dem Magazin. Als Konsequenz nimmt Schär seinen Hut, lobt Köppel aber dennoch als einen seiner besten und kritikfähigsten Chefs.
persoenlich.com, facebook.com (Statement Markus Schär)Kommentieren ...

Hör-Tipp: Politikjournalistin Melanie Amann über AfD-Berichterstattung.

Hör-Tipp:: Daniel Bouhs befragt die Politikjournalistin Melanie Amann (Foto) zu den Schwierigkeiten, über die AfD zu berichten. Die "Spiegel"-Redakteurin erzählt von einer sehr unangenehmen Erfahrung auf einer Parteiveranstaltung und sagt, die AfD habe eine sehr starke Neigung dazu, über Journalisten ihre Machtkämpfe auszutragen.
daniel-bouhs.de (10-Min-Audio)Kommentieren ...

Gericht sieht keinen Eilbedarf bei Auskünften zu Hintergrundgesprächen.

Tagesspiegel kann Auskünfte über Hintergrundgespräche von Angela Merkel mit Journalisten nicht im Eilverfahren erzwingen, urteilt das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Es handle sich um eine "seit langem eingeführte Einrichtung", daher seien Recherchen dazu nicht eilbedürftig. "Tagesspiegel"-Redakteur Jost Müller-Neuhof will u.a. wissen, zu welchen Themen das Bundeskanzleramt welche Teilnehmer geladen hat. Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin hatte das Kanzleramt Beschwerde eingelegt.
lto.de, tagesspiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Zeit"-Reporter bei türkischer Wahlkampfveranstaltung angegriffen.

Zeit-Reporter Sebastian Kempkens ist bei einer Veranstaltung mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Hamburg nach eigenen Angaben angegriffen worden. Er hatte ein Schild mit der Aufschrift FreeDeniz hochgehalten. Daraufhin sei er von Teilnehmern mit Türkei-Flaggen geschlagen und vom Gelände geschoben worden, er habe einen Schlag ins Gesicht bekommen, wobei er seine Brille verlor. Im Nachhinein sieht Kempkens seine Spontan-Aktion als Fehler.
zeit.de, handelsblatt.comKommentieren ...

Wolf Schneider gibt Video-Kurs für Correctiv-Reporterfabrik.

Correctiv gewinnt Wolf Schneider, 91, als digitalen Dozenten seiner Journalistenschule Reporterfabrik, berichtet Jens Twiehaus im "medium magazin". In bereits aufgezeichneten Videos erklärt der "Sprachpapst" und ehemalige Leiter der Henri-Nannen-Schule elementare Grundlagen des journalistischen Schreibens.
"medium magazin" 2/2017, Seite 54 (Heftvorschau), presseportal.de (Vorabmeldung)Kommentieren ...

"Kicker" boykottiert Interviews mit TSV 1860 München.

Kicker verzichtet vorerst auf Interviews mit Spielern und Vereinsverantwortlichen des TSV 1860 München. Mit dem Boykott reagiert Chefredakteur Jörg Jakob auf das "Problem mit kritischer Berichterstattung", das der Verein habe. Zuletzt hatten die Münchner Löwen einer "Bild"-Reporterin die Akkreditierung entzogen und sie wissen lassen, dass ihre Berichterstattung "derzeit nicht willkommen" sei.
kicker.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Bild" wirft DJV Geheimhaltung von Stasi-Gutachten vor.

Bild-Chefreporter Hans-Wilhelm Saure wirft dem
DJV Berlin vor, ein Gutachten über die mögliche Stasi-Tätigkeit seines Vorsitzenden Bernd Lammel zurückzuhalten. Das Gutachten der TU Dresden liege seit einigen Wochen vor. Der DJV Berlin wollte es eigentlich veröffentlichen, auf Nachfrage erhält Saure jedoch nur die Bitte, "von der Zusendung unterstellender Fragenkataloge abzusehen". Bernd Lammel sagt, "zu keiner Zeit wissentlich" für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet zu haben. Der DJV-Bundesvorstand gehe nach Sichtung der Akten und Teilen des Gutachtens davon aus, dass Lammel "ohne sein Wissen als IM geführt wurde, auch wenn er wusste, dass er mit Angehörigen des MfS sprach".
facebook.com/BILDInvestigativ, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Ulrich Wilhelm fordert klare Trennung von Meinung und Nachricht.

"Mir hat bei der Berichterstattung rund um die Wahl von Donald Trump teils die journalistische Distanz, die Trennung zwischen Nachricht und Kommentar, gefehlt."

Ulrich Wilhelm ermahnt die Medien, sorgfältig zwischen Kommentar und Nachricht zu unterscheiden. Der Intendant des Bayerischen Rundfunks sagt, ARD und ZDF müssten ihr Programm für alle Teile der Bevölkerung machen.
"Spiegel", 10/2017, S.75-77 (Paid)Kommentieren ...

Bayerischer Journalisten-Verband droht 1860 München mit Boykottaufruf.

Bayerischer Journalisten-Verband fordert von 1860 München, die Restriktionen gegen einzelne Medienvertreter sofort aufzuheben. Sollte der Fußball-Zweitligist weiterhin einzelne Medien von Spielen ausschließen, droht der BJV mit einem Aufruf an alle Medien, die Berichterstattung über die Spiele des Vereins zu boykottieren. Der Verband appelliert an die Solidarität der Presse, denn 1860 München verstoße gegen das Recht auf freie Berichterstattung und missbrauche sein Hausrecht. Der Münchner Verein hatte am Freitag abgelehnt, auf einer Pressekonferenz die Frage einer "Bild"-Reporterin zu beantworten. Sie durfte sich auch nicht für das Heimspiel der Löwen am Samstag akkreditieren.
bjv.de, tz.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Journalist": Fast alle Korrespondenten verlassen Dow Jones in Frankfurt.

Dow Jones hat durch freiwillige Abgänge ein Fünftel der Redakteure des deutschsprachigen Newsangebots in Frankfurt verloren, schreibt Henning Kornfeld im "Journalist". Sieben von zuvor 35 Mitarbeiter sind mit goldenem Handschlag gegangen, überwiegend Unternehmenskorrespondenten sowie Chefredakteur Klaus Brune. Den deutschen Dienst verantwortet seitdem Hans-Joachim Koch. Die verbliebenen Mitarbeiter fürchten, dass Unternehmensnachrichten nur noch im Innendienst produziert werden, anstatt Termine zu besetzen und Kontakte zu knüpfen.
"Journalist" 3/2017, S. 56/57Kommentieren ...

Zitat: Cordt Schnibben war schon immer für Rente mit 67.

"Ersten sind die Zeiten so aufregend, dass man jede Woche was Neues anfangen könnte. Zweitens habe ich sehr viele Ideen und Vorhaben im Kopf. Drittens war ich schon immer für die Rente mit 67."

"Spiegel"-Reporter Cordt Schnibben, 64, erklärt im "Journalist", warum er mit der Reporterfabrik bei Correctiv nochmal was Neues startet.
"Journalist" 3/2017, S. 14, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Peter Turi befragt Cordt Schnibben zur Zukunft der Reportage im digitalen Zeitalter.

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Meinung: Verleger preisen Pressefreiheit nur in Sonntagsreden.

Gemeinsame Vergütungsregeln: Es ist beschämend, dass Verleger nicht bereit sind, Journalisten annähernd angemessen zu bezahlen, meint der Freischreiber-Vorsitzende Benno Stieber. Die Verleger priesen die Pressefreiheit nur in Sonntagsreden. Sie hätten die Vergütungsregeln für freie Journalisten nur abgeschlossen, als sichergestellt gewesen sei, dass sie diese nicht einhalten müssen. Die Freischreiber fordern nach der Kündigung der Vergütungsregeln für hauptberufliche freie Journalisten durch den BDZV, dass nun der Gesetzgeber für angemessene Honorare sorgt.
freischreiber.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Wegen neuem Gesetz zur Urhebervergütung: BDZV kündigt Gemeinsame Vergütungsregeln.

BDZV-150 RahmenBDZV kündigt die Gemeinsamen Vergütungsregeln mit DJV und Verdi für hauptberufliche freie Journalisten bei Tageszeitungen. Der Grund: Am Mittwoch tritt eine Gesetzesnovelle zur Urhebervergütung in Kraft, die ein Verbandsklagerecht vorsieht - dies werde "künftig Grundlage eines zwingenden und unflexiblen Vertragsregimes", so der Verlegerverband. Mit anderen Worten formuliert es die Gewerkschaft DJV: Sie hätte ab morgen die Einhaltung der Gemeinsamen Vergütungsregeln gerichtlich erzwingen können. Die Kündigung "kurz vor Toresschluss" wirke "wie eine Panikattacke", sagt DJV-Chef Frank Überall - und sei ein "Affront gegen die Freien".
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Deniz Yücel berichtet über seine Anwälte über seine Erfahrungen im Gefängnis.

Talkshow maybrit illnerDiktat aus Istanbul: Die "Welt am Sonntag" veröffentlicht einen Bericht des in Polizeigewahrsam befindlichen Deniz Yücel, den dieser seinen Verteidigern diktiert hat. Darin beschreibt der Türkei-Korrespondent der "Welt" seine Situation, die er als "Polizeihaft" bezeichnet. Diese werde oft als Bestrafungsinstrument eingesetzt und die in Gewahrsam genommenen Personen würden nach bis zu 14 Tagen laufen gelassen. Sein Zustand sei "ganz gut". Allerdings habe er Magen-Darm-Probleme. Kontakt zur Außenwelt habe Yücel lediglich über seine Anwälte, die jedoch so häufig kommen könnten, wie sie wollen.

Seine Zelle, er sich meist mit ein bis zwei weiteren Personen teile, sei 2,10 Meter mal 3,5 Meter groß. Auf den vier Toiletten für bis zu 70 Gefangene gebe es kein Klopapier. Duschen können habe Yücel in neun Tagen zweimal. Beim Arzt habe er sich ein Vitaminpräparat erkämpft. Die Mitgefangenen benehmen sich ihm gegenüber respektvoll, lässt Yücel wissen. Die Beamten seien "manchmal etwas grob im Ton, aber nicht ausfallend oder beleidigend" und zudem im Rahmen der Vorschriften hilfsbereit.

Auch Dank lässt Yücel übermitteln: "Ich danke von ganzem Herzen allen, die sich wo und wie auch immer für mich und meine inhaftierten Kollegen einsetzen." Ausdrücklich dankt der Journalist seiner Zeitung, der "Welt", seiner früheren Zeitung, der "taz" sowie der Bundesregierung.
"Welt am Sonntag", S. 8 (Paid), turi2.de (Background)2 Kommentare

SWR-Chefredakteur will Korrespondenten nicht nur nach Fähigkeit auswählen.

Arthur Landwehr_150Korrespondenten sollten nicht nur aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgewählt werden, sagt Arthur Landwehr, Chefredakteur des SWR. In vielen Staaten kann es auch entscheidend sein, ob die entsprechende Person Verwandte im Land hat. Eine doppelte Staatsbürgerschaft wie im Fall Yücel sei kein Ausschlusskriterium, aber ein wichtiges Entscheidungskriterium, so Landwehr.
"FAS", S. 6 (Paid)
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Mitarbeiter bestreiken den "Nordbayerischen Kurier".

Nordbayerischer Kurier-150x150Nordbayerischer Kurier: Knapp die Hälfte der rund 200 Mitarbeiter bestreikt seit heute Morgen für 24 Stunden die Zeitung in Bayreuth. Bei ersten Verhandlungen über einen Sozialplan für die im Dezember angekündigte Entlassung von bis zu 50 Mitarbeitern habe es keine Annäherung gegeben. Das Angebot des Verlags sei "unterirdisch", sagt Betriebsratschef Gunter Becker zu turi2. Auf Gesprächsangbote der Gewerkschaften BJV und Verdi über einen Sozialtarifvertrag habe der Verlag nicht reagiert. Zudem lasse die Geschäftsführung die Belegschaft im Dunkeln, welche Abteilungen geschlossen werden und welche Mitarbeiter gehen müssen.
turi2- eigene Infos, bjv.de (Streikaufruf), turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Spiegel": BND hat ausländische Journalisten abgehört.

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Nachrichtendienst belauscht Nachrichtenmacher: Der BND hat seit 1999 offenbar die Kommunikation zahlreicher ausländischer Medien überwacht, berichtet der "Spiegel" und beruft sich auf Dokumente des Geheimdienstes. Auf einer Überwachungsliste stehen demnach mindestens 50 Telefon- und Faxnummern oder E-Mail-Adressen von Journalisten und Redaktionen, darunter mehr als ein Dutzend Anschlüsse der BBC in Afghanistan, der Zentrale in London und Redaktionen des Auslandsdienstes BBC World Service. Auch ein Anschluss der "New York Times" in Afghanistan sowie Mobil- und Satellitentelefone der Nachrichtenagentur Reuters in Afghanistan, Pakistan und Nigeria stehen auf der Liste und wurden womöglich bespitzelt.

Die Journalisten-Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilt die Überwachung als einen "ungeheuerlichen Angriff auf die Pressefreiheit", der eine "neue Dimension des Verfassungsbruchs" darstelle. Der Verband geht davon aus, dass der Bundesnachrichtendienst ausländische Journalisten auch weiterhin abhören wird und bereitet mit anderen Journalistenverbänden sowie der Gesellschaft für Freiheitsrechte eine Verfassungsklage gegen das BND-Gesetz vor.
"Spiegel" 9/2017, Seite 442 Kommentare