Moderatorin Stefanie Tücking, 56, ist tot.

Stefanie Tücking ist tot. Die SWR-Moderatorin starb in der Nacht auf Samstag überraschend im Alter von 56 Jahren in Baden-Baden, meldet der SWR. Tücking moderierte rund 30 Jahre lang verschiedene Musiksendungen für SWR3 sowie TV-Sendungen und auf der Bühne bei Rock am Ring. Bekannt wurde sie in den 80er-Jahren durch die Moderation der ARD-Musiksendung "Formel Eins".
presseportal.de, swr3.de (2-Min-Nachruf in O-Tönen)

Clan-Debatte: Grünen-Politiker verklagt "WAZ"-Journalisten.

WAZ: Ahmad Omeirat, Mitglied der Grünen im Rat der Stadt Essen, will die beiden "WAZ"-Journalisten Frank Stenglein und Gerd Niewerth verklagen, kündigt er bei Facebook an. Nach Omeirats Auftritt bei "Hart aber fair" schrieb die "WAZ", der Lokalpolitiker agiere in der Talkshow wie ein Clan-Lobbyist. Der Grünen-Politiker will zudem eine Beschwerde beim Presserat einreichen.
ruhrbarone.de, waz.de (Paid), facebook.de

Meinung: Junge Journalisten sind besser, als Kritiker ihnen vorwerfen.

Junge Journalisten sind oft besser als ihr Ruf, schreibt Ulrike Simon (Foto) bei Spiegel Online. In ihrer Kolumne beklagt sie sich über ältere Branchen-Vertreter, die sagen, dass dem Nachwuchs das Zeug fehle, um mit der AfD journalistisch umzugehen. Jonah Lemm, 22, zeige mit seiner Recherche zur AfD und Identitären und seiner Ausrichtung auf demokratische Grundwerte, dass dies aber nicht der Fall sei.
spiegel.de (Paid)

Saudische Medien stellen Kronprinz Mohammed im Fall Khashoggi als Opfer dar.

Khashoggi-Mord: Saudi-arabische Medien passen ihre Berichterstattung im Fall Khashoggi jeweils den Bedürfnissen von Kronprinz Mohammed bin Salman an, beobachtet Christoph Sydow anhand der Berichterstattung in "Okaz", einer der meistgelesenen Zeitungen des Landes. Dabei werde nicht Kashoggi, sondern der Kronprinz als Opfer inszeniert – hinter den Verschwörungen stünden "wahlweise Katar, die Türkei, Iran, die Muslimbrüder, Israel oder Homosexuelle".
spiegel.de

Türkische Medien veröffentlichen Details der Kashoggi-Tonaufnahmen.

Türkei: "Habertürk" und "Hürriyet" veröffentlichen Details aus den Khashoggi-Tonaufnahmen, die die Tötung des saudi-arabischen Journalisten dokumentieren. Demnach ist auf den Bändern ein etwa sieben Minuten langen Kampf zwischen Khashoggi und vier Angreifern zu hören, später Geräusche von "Schlägen" und "Folter". Insgesamt seien die Stimmen von sieben Männern aufgezeichnet, von denen einer als Mahir Mutrib identifiziert worden sei - ein regelmäßiger Begleiter des saudischen Kronprinzen Muhammad Bin Salman.
faz.net, turi2.de (Background)

"Washington Post": CIA belastet saudischen Kronprinzen.

Jamal Khashoggi: Die CIA verdächtigt Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman als Auftraggeber des Mordes, schreibt Washington Post. Auffällig sei u.a. ein Telefonat zwischen dem Bruder des Kronprinzen und dem Regierungskritiker Khashoggi, in dem der Journalist gezielt in das "sichere" Konsulat nach Istanbul gelenkt worden sei.
washingtonpost.com, tagesschau.de, turi2.de (Background)

Saudische Staatsanwaltschaft fordern Todesstrafen im Fall Khashoggi.

Jamal Khashoggi: Die saudische Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe für fünf Beschuldigte, die den Kolumnisten der "Washington Post" am 2. Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul getötet haben sollen. Westliche Beobachter vermuten den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman als Auftraggeber. Die offizielle saudische Version lautet: Der Vize-Chef des Geheimdienstes habe befohlen, Khashoggi zu entführen. Der Leiter des Greifteams habe dann eigenmächtig entschieden, Khashoggi zu töten.
spiegel.de, turi2.de

Zahl des Tages: Mehr als 3.000 Übergriffe auf Journalisten in Europa.

Zahl des Tages: Mehr als 3.000 Übergriffe auf Journalisten in 35 Ländern in Europa zählt die Organisation Index on Censorship zwischen Mai 2014 und Juli 2018. Die Fälle reichen dabei von Beleidigungen im Netz bis hin zu Mord. Die Organisation stellt auch fest, dass staatliche Behörden und Politiker zunehmend die Arbeit von Journalisten erschweren würden.
welt.de

Gericht: Für Melderegister-Sperre reicht abstrakte Gefahr.

Journalisten haben ein Recht auf Auskunftssperre im Melderegister, wenn wegen ihrer "konkreten beruflichen Tätigkeit" eine "abstrakte Gefahr" zu erwarten ist, urteilt das Verwaltungsgericht Leipzig. Die Leipziger Stadtverwaltung hatte das für den investigativ arbeitenden "Welt"-Reporter abgelehnt und wollte den Nachweis einer "konkreten und aktuellen Bedrohungssituation im privaten Umfeld des Antragstellers" sehen. Der DJV wünscht sich "unbürokratisches" Handeln der Meldebehörden.
welt.de

Ranga Yogeshwar verlässt die WDR-Sendung "Quarks" nach 25 Jahren.

Quarks, Wissenschaftssendung im WDR, verliert Ranga Yogeshwar, 59, nach 25 Jahren als Moderator, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger". Yogeshwar dementiert Gerüchte, sein Abgang hätte etwas mit Unstimmigkeiten über die Social-Media-Strategie von "Quarks" zu tun. Er werde weiterhin mit dem WDR zusammenarbeiten. Mai Thi Nguyen-Kim Leiendecker und Ralph Caspers bleiben als Moderatoren an Bord.
ksta.de

Zitat: Springer-Chef Mathias Döpfner wünscht sich unbeugsame Journalisten.

"Je größer der Druck durch den FC Bayern oder die Industrie wird, umso unbeugsamer müssen die Journalisten sein. Sonst verlieren wir das Wichtigste: unsere Glaubwürdigkeit."

Springer-Chef Mathias Döpfner sagt beim VDZ Publishers' Summit in Berlin, dass Journalisten auch bei Widerstand nicht einknicken dürfen.
twitter.com (turi2 vor Ort auf dem VDZ Publishers' Summit)

Haft-Erfahrung wäre für jeden Journalisten lehrreich, glaubt Philipp Maußhardt.

Journalisten sollten einmal im Leben ins Gefängnis, sagt Philipp Maußhardt im Interview mit dem "Medium Magazin". Der Leiter der Zeitenspiegel-Reportageschule saß drei Tage wegen eines Ordnungsgeldes ein, das er falsch fand und nicht zahlte. Mitgenommen habe er Einblicke "in eine sonst verschlossene Welt" und das Wissen um den Wert der Freiheit.
mediummagazin.de

Zitat: Deutsche Medien sollten sich von "Economist" und Co was abschauen.

"Nur eine wilde Vermutung: Der 'Financial Times', dem 'Economist' oder dem 'Atlantic' geht es nicht nur deshalb gut, weil sie eine globale Zielgruppe haben - sondern weil sie, anders als deutsche Medien, nicht immer nur das Haar suchen, sondern sich auch an Suppe erfreuen können."

Daniel Rettig, Ressortleiter Erfolg bei der "Wirtschaftswoche", findet spannend, wie die englischsprachigen Erfolgstitel Rosinen aus dem Lesermarkt picken.
twitter.com

Zahl des Tages: Seit 2006 gab es weltweit 1.096 Morde an Journalisten.

Zahl des Tages: Weltweit 1.010 wegen ihrer Arbeit getötete Journalisten zählt die UN zwischen 2006 und Ende 2017, wie die Unesco am Dienstag mitteilt. 2017 habe die Organisation erstmals mehr getötete Journalisten in Ländern ohne bewaffnete Konflikte gezählt, als in Krisengebieten. 2018 gab es laut UN bereits 86 Morde an Journalisten.
derstandard.at

Klick-Tipp: Springer-Journalistenschüler stellen engagierte Reporter in Video-Porträts vor.

Klick-Tipp: In 15 Episoden auf der Instagram-Plattform für längere Videos, IGTV, stellen Nachwuchs-Journalisten der Axel Springer Akademie in der Serie "mission: truth" engagierte Reporter vor, die sich besonders für die Meinungsfreiheit einsetzen. Die Journalistenschüler porträtieren unter anderem Yusuf Omar, der vergewaltigte Frauen in Indien ihre Geschichte auf Snapchat erzählen lässt, und Rukmini Callimachi, die einen hochrangigen IS-Aussteiger interviewte. Zielgruppe sind 17- bis 19-Jährige.
instagram.com (Account von "mission: truth"), mission-truth.com

DJV will mit Umfrage Zeitaufwand bei freien Zeitschriften-Journalisten ermitteln.

djv-LogoFreie Zeitschrift-Journalisten: Der DJV startet eine Online-Umfrage mit der er herausfinden will, wie viel Arbeitszeit freie Journalisten für Artikel in Zeitschriften einkalkulieren müssen. Der Verband fragt auch ab, welche Zusatzleistungen, etwa Bilder, verlangt werden. Mit den Daten will der DJV Argumente für Verhandlungen mit dem VDZ zu Mindesthonoraren sammeln.
djv.de, djv.de (Umfrage)

Burda geht mit der Huffington Post nach Berlin.


Von der Isar an die Spree: Burda zieht seine Huffington Post Ende des Jahres von München nach Berlin um, schreibt Meedia. 17 festangestellte Mitarbeiter sind von dem Umzug betroffen. Sie seien am Mittwoch über die Pläne informiert worden, Burda wolle nun einzeln mit ihnen sprechen und für Umzugsunwillige "Alternativen suchen". In Berlin soll zudem ein neuer Chefredakteur die Redaktion leiten, die Stelle ist seit dem Abgang von Sebastian Matthes unbesetzt.

Mit dem Umzug will die deutsche Huffington Post näher am politischen Geschehen und an Prominenten sein. Die US-Mutter soll als Lizenzgeber zum Umzug nach Berlin gedrängt haben.
meedia.de

Mitarbeit: Andreas Grieß

Erdogan nutzt Fall Kashoggi fürs Greenwashing, glaubt Burcu Arslan.

Türkei Flagge 150Hör-Tipp: Der Mord am Journalisten Jamal Khashoggi ist für Erdogan die Gelegenheit, sich als Hüter der freien Presse zu inszenieren, sagt Burcu Arslan, Korrespondentin im ARD-Studio Istanbul. Der Fall verunsichere viele in der Türkei lebende Exil-Journalisten. Umso wichtiger sei, Informationen genau auf ihre Herkunft und Einflussnahme abzuklopfen.
deutschlandfunk.de (6,5-Min-Audio)

Außenminister Saudi-Arabiens kennt angeblich Ort von Khashoggis Leichnam nicht.

Jamal Khashoggi: Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubeir wisse nicht, wo sich die Leiche des ermordeten Journalisten befinde, sagt er bei "Fox News". Das Sicherheitsteam vor Ort habe mit der Vertuschung einen "riesigen Fehler" gemacht. Kanzlerin Merkel will die Waffenlieferungen an Saudi-Arabien vorerst stoppen.
welt.de, turi2.de (Background)

RTL Group-Tochter produziert Serie zum Mord an der Journalistin Kim Wall.

RTL-Group produziert mit seiner Tochter Fremantle eine Serie zum Mord an der Journalistin Kim Wall. Das skandinavische Label "Miso Film" dreht voraussichtlich ab 2019 unter dem Titel "The Investigation". Den internationalen Vertrieb übernimmt Fremantle. Kim Wall wurde 2017 in einem U-Boot ermordet.
"New Business"43/2018, S. 22 (Paid), turi2.de (Background)

"Tatort" zeigt Journalisten stets als eitle Fatzkes, kritisiert Karl-Markus Gauß.

Tatort und andere TV-Formate denunzieren oft Journalisten und stellen sie als charakterlose Boulevard-Bösewichte dar, kritisiert Karl-Markus Gauß. In Zeiten, in denen Journalisten "inhaftiert, malträtiert, mit Arbeitsverbot belegt" werden, hält er es für "erbärmlich", auf diese Art den Vorurteilen gegenüber Journalisten Vorschub zu leisten.
sueddeutsche.de

"Cumhuriyet" leidet unter internem Streit, beobachtet Ozan Demircan.

Cumhuriyet, wichtigste regierungskritische Zeitung der Türkei, schwächt mit internen Streitigkeiten die Kraft der Opposition, beobachtet Ozan Demircan. Unter den Journalisten der Zeitung sei ein Machtkampf und Streit über die Ausrichtung entbrannt. Kritiker von Ex-Chefredakteur Can Dündar werfen ihm vor, er habe "Cumhuriyet" in der Vergangenheit heruntergewirtschaftet und "zu sehr mit Gülen gekuschelt". Kritiker des neuen Verlagschefs Alev Coskun sagen, er sei ein Denunziant.
handelsblatt.com

Jamal Khashoggi beklagt in seiner letzten Kolumne die Unfreiheit in arabischen Staaten.

Lese-Tipp: Die "Washington Post" veröffentlicht die letzte Kolumne von Jamal Khashoggi, dem im saudischen Konsulat in Istanbul verschwundenen und mutmaßlich getöteten Journalisten. Er thematisiert darin den Mangel an Freiheitsrechten in den arabischen Staaten - außer in Tunesien. Mangelnde Medien- und Pressefreiheit halte die Bevölkerungen uninformiert und lasse Missmanagement blühen.
washingtonpost.com

Zitat: Armin Mahler findet einige "Spiegel"-Kollegen zu eitel.

"Journalisten sind schon immer ziemlich eitel gewesen. Dass Kollegen aber sogar über ihr Privatleben schreiben, befremdet mich."

Armin Mahler, 63, scheidender Ressortleiter Wirtschaft des "Spiegel", hofft, "dass es nicht überhandnimmt", dass Kollegen wie Jan Fleischhauer im "Spiegel" über ihre eigene Scheidung schreiben.
Wirtschaftsjournalist, 5/2018, S. 20 (Paid)

Türkei will Journalist Can Dündar von Interpol suchen lassen.

Türkei: Ein Gericht in Istanbul fordert vom türkischen Justizministerium, den ehemalige Chefredakteur der "Cumhuriyet", Can Dündar, auf die internationale Fahndungsliste von Interpol zu setzen. Dündar lebt im deutschen Exil. Auch nach dem im Ausland lebenden "Cumhuriyet"-Journalisten Ilhan Tanir solle international gesucht werden. Unterdessen hebt ein Ausreisesperre gegen Suat Corlu, den Ehemann der deutschen Journalistin Mesale Tolu, auf. Der Prozess wegen Terrorvorwürfen gegen das Ehepaar geht am 10. Januar weiter.
faz.net (Dündar), tagesschau.de (Tolu)

Donald Trump droht im Fall Khashoggi mit "harter Bestrafung".

Khashoggi-Fall: Donald Trump hält es für möglich, dass die saudische Führung für das Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi (Foto) verantwortlich ist und droht mit einer "harten Bestrafung". Trump möchte den saudischen König Salman zu den Vorwürfen befragen. Der 110 Mrd Dollar US-Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien solle bestehen bleiben.
stern.de, turi2.de (Background)