Donald Trump lässt Frist für Khashoggi-Bericht verstreichen.

Khashoggi-Mord: US-Präsident Donald Trump ignoriert die Forderung des Senats, einen Bericht zum Fall Jamal Khashoggi (Foto) vorzulegen. Der Kongress will wissen, ob die Regierung Sanktionen gegen die Verantwortlichen plane. Trump hatte laut US-Gesetz 120 Tage Zeit für die Beantwortung. Der US-Geheimdienst macht den saudischen Kronprinzen für den Journalistenmord verantwortlich. Khashoggi lebte zuletzt in den USA.
zeit.de, tur2.de (Background)

Hatice Akyün und Robert Ide schreiben Kolumnen für den "Tagesspiegel".

Tagesspiegel bekommt neue Kolumnen: Hatice Akyün (Foto) schreibt samstags im wöchentlichen Wechsel mit Pascale Hugues für das Ressort Meinung/Causa. Sie war bisher Kolumnistin der "Bild am Sonntag" und schrieb bereits von März 2011 bis Ende 2014 "Tagesspiegel"-Kolumnen. Harald Martenstein gibt nach 20 Jahren seine Berlinale-Kolumne an Robert Ide, Geschäftsführender Redakteur und Leiter der Berlin-Redaktion, ab. Deniz Utlu beendet seine Kolumne "Einträge ins Logbuch" und bleibt Essayistl
tagesspiegel.de

Horizont.net: Ullrich Fichtner arbeitet operativ als Teil der "Spiegel"-Chefredaktion.


Fichtner in Führung: "Spiegel"-Journalist Ullrich Fichtner ist offenbar doch als Co-Chefredakteur im Amt - zumindest operativ, berichtet Roland Pimpl bei Horizont.net. Ende Dezember hatte der "Spiegel" beschlossen, die Verträge von Fichtner und Matthias Geyer, designierter Blattmacher, ruhen zu lassen, während eine Kommission den Fall Relotius aufklärt.

Fichtner habe Mitte Januar dennoch ein "Impulspapier" im Namen der Chefredaktion an die Ressorts verschickt. Mit diesen Schreiben wolle man künftig regelmäßig aufzeigen, "was die Chefredaktion inhaltlich so beschäftigt", heißt es in der Mail. Das Ruhen des Vertrages sei eher "formaljuristisch" und "disziplinarisch" und beziehe sich auf das Gehalt, hört Pimpl aus Führungskreisen. Eine Sprecherin des Verlags habe die Vorkommnisse nicht kommentieren wollen.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Wolf Schneider als Online-Dozent – Reporterfabrik geht ans Netz.


Vertrauens- und bildende Maßnahme: Die Bürger-Journalistenschule Reporterfabrik startet heute mit 1.200 Tutorials und 120 Podcasts. Das Team um Cordt Schnibben präsentiert Profis wie Sprachpapst Wolf Schneider (Foto), Internet-Erklärer Sascha Lobo und "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo als Lehrer. Neben den Video-Kursen gibt es Audio-Lehreinheiten und Projekte für Schüler. Die Reporterfabrik wird vom Reporter Forum und Correctiv getragen, u.a. Telekom, Bosch-Stiftung und Facebook finanzieren.

Viele Webinare der Reporterfabrik sind gratis, einzelne kosten bis zu 25 Euro. Aufgaben und zusätzliche Materialien sollen vertiefen, Präsenzseminare werden das Online-Angebot ergänzen. Die Initiatoren sehen alle Bürger als Zielgruppe, aber auch Medienprofis, die sich weiterbilden wollen. Hinter der Reporterfabrik steht die Vision einer redaktionelle Gesellschaft, die kompetent und kritisch mit Medien umgeht.
per Mail, reporterfabrik.org

Studie: Freie fühlen sich bei Öffentlich-Rechtlichen benachteiligt.

Freie Mitarbeiter fühlen sich vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk oft benachteiligt, sagt eine Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung. 66 % der knapp 1.900 Befragten bekommen laut ihrer Aussage für die gleiche Arbeit weniger Geld. 70 % wären lieber festangestellt. Bei den Öffentlich-Rechtlichen arbeiten rund 25.500 Festangestellte, laut Studie rund 19.100 arbeitnehmerähnliche Freie und Freie, deren Anzahl "nicht zu ermitteln" ist.
taz.de

Lese-Tipp: "journalist" fragt nach Rezepten für besserem Journalismus.

Lese-Tipp: Der "journalist" veröffentlicht auf 30 Seiten die Gedanken "kluger Köpfe der Branche" zur Frage "Wie machen wir den Journalismus besser?". Georg Mascolo appelliert zu mehr Selbstkritik und Fehlerkultur, Carline Mohr wünscht sich Ziele, Werte und Visionen. Daniel Drepper konzentriert sich auf das Wesentliche, Hannah Suppa sieht im Digitalen Chancen für den Lokaljournalismus und Florian Harms fordert Erklärung statt Kommentare. Die Beiträge von Drepper und Mohr sind auch online.
"journalist" 1+2/2019, S. 14 - 43 (Paid)

Lese-Tipp: "RP"-Chef Michael Bröcker widerspricht Mathias Döpfner.

Lese-Tipp: Michael Bröcker, Chefredakteur der "Rheinischen Post", widerspricht in seinem Kress-Gastbeitrag Mathias Döpfner. Der Springer-Chef hatte Journalisten aufgerufen, sich in den sozialen Medien zurückzunehmen. Michael Bröcker nennt Facebook und Co die "Gartenpartys und Stammtische des 21. Jahrhunderts". Journalisten sollten an ihnen teilnehmen, um Echokammern aufzubrechen.
kress.de, turi2.de (Background)

Niederländischer Journalist soll Quellen erfunden haben.

Niederlande haben nun ihren eigenen Fall Relotius: Ein freier Journalist soll in seinen Texten Quellen erfunden und Geschichten aus anderen Medien abgeschrieben haben, berichtet das Wochenmagazin De groene Amsterdammer. Betroffen seien niederländische und belgische Medien, allein beim Magazin Nieuwe Revu seien 27 Geschichten von ihm erschienen. Der Journalist bestreitet die Vorwürfe, konnte bisher aber auch keine Beweise für die Echtheit seiner Gesprächspartner vorlegen. Er arbeitet mittlerweile bei der Stadt Roermond.
aachener-nachrichten.de

#Medienmenschen: Niddal Salah-Eldin im Video-Porträt.


Mit Kraft und Karma: Niddal Salah-Eldin fällt auf. Durch mitreißenden Optimismus, Herzlichkeit – und auch ihre schwarze Hautfarbe. turi2 begleitet die "Welt"-Journalistin, die im Mai in die dpa-Chefredaktion wechselt, mit der Kamera. Salah-Eldin erzählt, wie ihre sudanesischen Eltern aus ihr früh einen mutigen Menschen machten – und wie sie diese Einstellung heute als Expertin für digitale Innovationen in die Redaktion trägt: "Ich will die großen Nüsse knacken."

Salah-Eldin kam als Kind mit ihren Eltern aus dem Sudan nach Göttingen, Mutter und Vater sind Naturwissenschaftler. Sie lasen ihrer kleinen Tochter in gebrochenem Deutsch Grimm-Märchen vor, im Kinderhort kümmerte sich Erzieherin Annette. Sie weckten in der kleinen Niddal eine Leidenschaft für Sprache, die sie in den Journalismus brachte – und bald in die Spitze der größten deutschen Nachrichtenagentur. Salah-Eldins zweite Leidenschaft ist das Singen, was sie im Video eindrucksvoll beweist.
turi2.tv (7-Min-Video bei YouTube)

Wir graturilieren: Benjamin Piel wird 35.


Wir graturilieren: Benjamin Piel, Chefredakteur des "Mindener Tageblatts", feiert zu seinem 35. Geburtstag lieber den Lokaljournalismus statt sich selbst. Zum Bedauern seiner Kinder macht er sich nicht viel aus Geburtstagen und verbringt seine Zeit lieber in Essen bei einem Symposium des Vereins "Fleiß & Mut" zum Thema Recherche im Lokalen. Das beste am vergangenen Jahr war, dass der Umzug nach Minden und das Ankommen im neuen Job "so super geklappt" haben.

Für das kommende Jahr wünscht sich Piel neben allen beruflichen Ambitionen auch mehr Zeit für die Familie – "die haben mir innerhalb der vergangenen sieben Monate berechtigterweise oft einen Vogel gezeigt". Schuld daran war sein Vorhaben, in seinem ersten Jahr in Minden "200 Menschen aus der Region zu treffen und darüber 200 Interviews und Porträts zu schreiben". 130 sind bereits geschafft, diverse Nachtschichten inklusive. Gratulationen und Durchhalteparolen erreichen Benjamin Piel u.a. per E-Mail – er würde sich aber auch über einen Brief freuen.

AfD: Manuel Ochsenreiter verliert seinen Berater-Posten im Bundestag nach Terrorvorwurf.

Bundestag: Der AfD-Abgeordnete Markus Frohnmaier hat sich bereits am Dienstag von seinem Referenten und engen Berater Manuel Ochsenreiter (Foto) getrennt. Ochsenreiter wird vorgeworfen, im Februar 2018 einen Brandanschlag in der Ukraine beauftragt, geplant und finanziert zu haben. Der rechtsextreme Journalist war u.a. sieben Jahre Chefredakteur der "Deutschen Militärzeitschrift".
zeit.de

Meinung: Twitter sorgt für neue Arbeitsbedingungen von Journalisten.

Twitter stellt Journalisten vor Herausforderungen, berichten Daniel Bouhs und Timo Robben. Die dpa habe eine "Er ist wach"-Schicht eingerichtet, die beobachtet, was Donald Trump twittert. Da Journalisten und Politiker auf Twitter zum Teil unter sich seien, ergäben sich ein Selbstbezug und ein verzerrtes Bild der Realität. Debatten auf Twitter seien zudem oft radikaler als im echten Leben.
ndr.de ("Zapp"-Beitrag und Video-Interview mit dpa-Chefredakteur Sven Gösmann)

Meinung: Republik arbeitet journalistisch fundiert, hat aber finanzielle Probleme.

Republik, Schweizer Online-Magazin, hat sich ein Jahr nach dem Start in der Schweiz etabliert, beobachtet Brigite Baetz. Finanziell laufe es hingegen nicht so rosig – das Online-Magazin sitzt im ersten Jahr auf einem Minus von rund 2,5 Mio Euro. Daran sei vor allem der eigene Anspruch schuld, denn Qualität im Journalismus sei personalintensiv und deshalb teuer.
deutschlandfunk.de

Springer-Chef Mathias Döpfner predigt Social-Media-Enthaltsamkeit.


Keine Perlen für Twitter: Springer-Chef Mathias Döpfner schießt im großen dpa-Interview scharf gegen Social-Media-Lautsprecher. Twitternde Journalisten nennt Döpfner "zunehmend problematisch". Es werde "viel zu schnell geschrieben, was am Ende der Marke abträglich ist", sagt Döpfner. Angesprochen fühlen dürften sich da auch Julian Reichelt und Ulf Poschardt – die Chefs von "Bild" und "Welt" stürzen sich selbst bereitwillig in jedes Twitter-Gefecht. Nun empfiehlt ihr Konzernchef "allergrößte Zurückhaltung" und sagt, dass Twitter-Salven "allenfalls der Person, sehr selten dem von ihr vertretenen Medium" dienen.

Dass Döpfner selbst das Instrument der Zuspitzung beherrscht, zeigt er zur Causa Relotius, die er "wesentlich schlimmer als die Hitler-Tagebücher" findet. Das Magazin habe ein Klima geschaffen, in dem Weltanschauung wichtiger sei als Anschauung. Einstweilen sei aus dem "Sturmgeschütz der Demokratie" ein "Luftgewehr der Fantasie" geworden. Die Aufklärung des Betrugs findet er "erstaunlich zurückhaltend" und vermutet "Beißhemmungen" bei den Kollegen, weil Relotius in vielen Medien Lügen verbreiten konnte. Der "Spiegel" habe das Glück, dass mit Steffen Klusmann seit Januar ein Chefredakteur im Amt ist, der mit dieser Sache nichts zu tun habe und völlig unbelastet agieren könne. "Wenn er das konsequent macht, kann auch der 'Spiegel' sich davon erholen", glaubt Döpfner.
nordkurier.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Springer-Chef Mathias Döpfner über Musik, Strategie und die Zukunft (9/2018).

Frankreich: Protest der "Gelbwesten" richtet sich zunehmend gegen Journalisten.

Frankreich: Bei den Protesten der "Gelbwesten" richtet sich die Gewalt zunehmend auch gegen Journalisten, beobachtet Michaela Wiegel. Allein am Samstag sind u.a. Journalisten in der Normandie, in Paris und in Südfrankreich angegriffen worden. Die Demonstranten werfen den Medien vor, ihre Probleme jahrelang ignoriert zu haben, viele der "Gelbwesten" würden sich hauptsächlich nur noch über RT France informieren.
"FAZ", S. 2 (Paid)

Stream-Tipp: Realsatire sucht den lustigsten Reporter Deutschlands.

Stream-Tipp: Der diesjährige Reporter-Slam geht in Berlin in die finale Runde, ab 20 Uhr treten im Heimathafen Neukölln sieben Reporter gegeneinander an. Die diesjährigen Finalisten sind Sebastian Quillmann (Motorbuch Verlag), Anke Myrrhe ("Tagesspiegel"), Yassin Musharbash ("Zeit"), Cosima Gill (freie Journalistin), Nora Hespers (freie Journalistin), Jana Kreisl (Illustratorin) und Christian Helms (freier Journalist). Der Slam kann u.a. bei Facebook live gestreamt werden.
realsatire.de

"Bild": Deutsche Sportjournalisten werden in Katar 40 Minuten vom Militär festgehalten.

FC Bayern München: Bei einem Werbetermin für die Fußball-WM in Katar sind rund zwölf deutsche Journalisten am Mittwoch vom katarischen Militär festgehalten worden, berichtet "Bild". Der Vorwurf: Die Journalisten hätten zwei "sensible" Gebäude fotografiert. Nach 40 Minuten wurden die Reporter wieder freigelassen.
"Bild", S. 11 (Paid)

Christian Thiels wird Chefredakteur bei der Bundeswehr.


Gefechtsposition: Verteidigungs-Ministerin Ur­su­la von der Ley­en holt sich Verstärkung für die Medien-Front von der ARD und verpflichtet Christian Thiels als Chefredakteur der Bundeswehr, berichtet der "Spiegel". Thiels wirkt aktuell als Fernsehkorrespondent im ARD-Hauptstadt-Studio auf der anderen Seite der medialen Gefechtslinie – der Verteidigungs-Experte gilt als schärfster Kritiker der Ministerin und kennt die Truppe als früherer Wehrdienstleistender auch aus der Innen-Ansicht. Als Bundeswehr-Chefredakteur soll er ab Mitte Februar alle Medienkanäle des Verteidigungsministeriums verantworten, von Print bis Social Media.

Thiels bestätigt seine neue Stellung via Twitter und schreibt, dass er nicht für die Pressearbeit der Verteidigungsministerin zuständig sein wird. Diese Aufgabe bleibe in den Händen des Presse-Infostabs. Die Redaktion der Bundeswehr sei nachgelagert. Thiels arbeitet seit 21 Jahren für die ARD. Von 2014 bis 2018 war er Chef vom Dienst der "Tagesthemen".
"Spiegel" 3/2019, S. 60 (Paid), faz.net, twitter.com (Thiels)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Minister Andreas Scheuer erklärt seine Kommunikation: Neuigkeiten-Zimmer und Instagram Live.


Mitarbeit: Markus Trantow

Ex-"Letzte-Seite"-Chefin Ilka Peemöller geht zu "Bild am Sonntag".

Springer: Ilka Peemöller kehrt zurück in die "Bild"-Familie. Die frühere "Letzte-Seite"-Chefin der "Bild" wird Autorin für "Stars & Kultur" bei "Bild am Sonntag". Dort war Peemöller bereits bis 2008 als Chefreporterin tätig. Die Promi-Expertin verließ "Bild" Anfang 2016.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Korrektur 12.01.2019: In einer früheren Version dieser Meldung schrieb turi2, dass Ilka Peemöller als Ressortleiterin für "Stars & Kultur" zur "Bild am Sonntag" kommt. Das ist falsch. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

"Bild": Ex-MDR-Chefredakteur Wolfgang Kenntemich arbeitet jetzt für Russia Today.


Der Wolfgang und der Wladimir: Russlands Propaganda-Sender Russia Today gewinnt den früheren MDR-Chefredakteur Wolfgang Kenntemich als Lobbyisten, berichtet "Bild". Kenntemich soll dem Online-Sender RT Deutsch zu einer Sendelizenz im TV verhelfen. Beim MDR ging Kenntemich Ende 2011 in den Ruhestand, seitdem arbeitet er als Medienberater und als Honorar-Professor der Uni Leipzig.

"Bild"-Chefreporter Peter Tiede zitiert aus einer Mail Kenntemichs: Demnach sei er im Auftrag einer Anwaltskanzlei dabei, einen Beirat für RT Deutsch zu bilden. Deutschen Verhandlungspartnern biete er an, Russland könne Repressalien gegen die Deutsche Welle lockern, falls die Sendelizenz erteilt wird. Kenntemich, der früher selbst für "Bild" schrieb, äußert sich nicht. (Foto: Archivbild MDR / Montage: turi2)
"Bild", S. 2 (Paid)

BurdaNews löst die Redaktion von "Fit for Fun" auf, Christine Theiss wird Herausgeberin.


Fit for Outsourcing: BurdaNews krempelt "Fit for Fun" um und löst die Redaktion komplett auf. Christine Theiss, Ärztin und Kickboxerin, soll als Herausgeberin inhaltlich den Kurs vorgeben. Sie löst Chefredakteur Alex Steudel ab, seine Position entfällt.

Burda prüfe, ob die 24 Mitarbeiter der Printredaktion intern andere Stellen bekommen können, schreibt Jochen Kalka. Das Magazin zieht zum Redaktionsbüro mar10-media nach Hamburg. Leiter des Büros ist Nikolas Marten, der das Heft noch aus Milchstrasse-Zeiten kennt.
wuv.de

"Zeit": Elisabeth Raether wird Vize-Leiterin Politik, Lea Frehse Korrespondentin.

Zeit macht Elisabeth Raether (Foto) zur stellvertretenden Ressortleiterin der Politikredaktion. Sie ist seit 2010 bei der Zeitung, seit 2016 im Politik-Ressort. Lea Frehse ist neue Korrespondentin in Beirut. Sie berichtet über den Nahen und Mittleren Osten. Frehse folgt auf Andrea Böhm, die ins Hamburger Politikressort zurückkehrt. (Foto: Kathrin Spirk)
zeit-verlagsgruppe.de

Hacker veröffentlichen private Daten von Politikern und Journalisten.

Cyber-Angriff: Hacker haben Daten von Politikern abgegriffen und auf Twitter veröffentlicht, berichtet der RBB. Es handele sich u.a. um Kontaktdaten der Politiker und parteiinterne Dokumente, aber auch persönliche Daten wie Bilder, Briefe oder Rechnungen. Es seien bisher alle Bundestagsfraktionen außer der AfD betroffen. Laut "Bild" sind auch Daten u.a. von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Jan Böhmermann und Christian Ehring sowie dem Rapper Materia veröffentlicht worden. Der Account, über den die Daten veröffentlicht wurden, sei Spiegel Online bekannt – er stamme demnach aus Hamburg.
tagesschau.de, bild.de, spiegel.de

Meinung: Medien sind bei Relotius "sich selbst korrigierende Systeme", schreibt Giovanni di Lorenzo.

Fall Relotius schreckt auf, aber manche Tonlage ist verlogen, schreibt Giovanni di Lorenzo. Die betrügerische Energie von Relotius sei so enorm, dass auch andere Medien hätten reinfallen können. Auch bei einem "Zeit"-Interview habe Relotius Passagen hinzugedichtet. Hoffnung mache, dass Medien "sich selbst korrigierende Systeme" seien.
"Zeit" 2/2019, S. 1 (Paid)

Meinung: Journalismus sollte nach Relotius-Fall hinterfragt werden, schreibt Joachim Bauer.

Relotius-Fälschungen geben Anlass, grundsätzlich über Wirkungsweise und Macht des Journalismus nachzudenken, schreibt "Welt"-Gastautor und Psychiater Joachim Bauer. Relotius habe womöglich auf die Spitze getrieben, was der Arbeitsweise seines Umfeldes entspreche. Selbst ein "meinungsstarker Journalismus" müsse Nachricht und Meinung trennen.
welt.de

BBC bittet russische Behörden, Journalisten-Datenleck zu untersuchen.

BBC-Logo-150x150BBC wendet sich per Brief an russische Behörden und bittet darum, die Veröffentlichung persönlicher Journalisten-Daten zu untersuchen. Im Netzwerk VKontakte tauchten Daten und Fotos von 44 BBC-Journalisten auf, wohl als "Vergeltung" für die Liste der Sputnik-Reporter, die die "Sunday Times" veröffentlicht hat.
theguardian.com, theguardian.com (Liste)

Diakonie bestätigt den Empfang der Spendengelder von Claas Relotius.

Relotius: Die Diakonie Katastrophenhilfe bestätigt den Eingang der Spende von Skandalreporter Claas Relotius. Im Oktober 2016 seien 9.000 Euro für ein Projekt für Flüchtlingskinder eingegangen. Relotius hatte die Spendengelder auf seinem Privatkonto gesammelt, der "Spiegel" hatte vermutet, Relotius habe "womöglich auch Spendengelder veruntreut".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

"Bild": Ullrich Fichtner und Matthias Geyer lassen ihre neuen Verträge beim "Spiegel" vorerst ruhen.


Spiegelbild: Der Fall Relotius hat für den "Spiegel" weitere personelle Konsequenzen: Ullrich Fichtner, künftiger Co-Chefredakteur, und Matthias Geyer, designierter Blattmacher, treten ihre neuen Jobs zu Jahresbeginn vorerst nicht an. Der künftige Chefredakteur Steffen Klusmann habe dies in einem Schreiben an die Mitarbeiter mitgeteilt. Die Verträge würden ausgesetzt, bis der Fall Relotius "abschließend untersucht" ist.

Fichtner und Geyer hätten Klusmann angeboten "ihre Posten zur Verfügung zu stellen" – Klusmann müsse jedoch sicherstellen, dass der "Spiegel" arbeitsfähig bleibe. Es sei zwar jeder austauschbar, "nur mancher eben schwerer". Intern hatte es beim "Spiegel" im Fall Relotius deutliche Kritik an Ullrich Fichtner und Matthias Geyer gegeben. Fichtner, damals Leiter des Gesellschaftsressorts, hat Relotius 2014 zum "Spiegel" geholt und gefördert.
bild.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Wir müssen uns relativ nackig machen" – "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal.

Khashoggi: Saudischer König degradiert seinen Außenminister.

Khashoggi-Mord: Der saudische König Salman hat Außenminister Adel al-Jubeir, Vertrauter des Kronprinzen Mohammed bin Salman, zum Staatssekretär degradiert. Auf ihn folgt der Vertraute des Königs Ibrahim al-Assaf. Er soll die Beziehungen zu den USA aufpolieren – führende US-Republikaner zeigten sich Anfang Dezember überzeugt davon, dass der saudische Kronprinz den Mord an Khashoggi in Auftrag gegeben hat.
handelsblatt.com, welt.de, turi2.de (Background)

"Spiegel": Claas Relotius dementiert, Spenden veruntreut zu haben.

Claas Relotius dementiert die Vorwürfe des "Spiegels", Spenden für zwei syrische Waisenkinder in der Türkei veruntreut zu haben, teilt er über seine Anwälte mit. Er habe die auf seinem Privatkonto eingegangenen Spenden in Höhe von 7.000 Euro auf 9.000 Euro erhöht und im Oktober 2016 an die Katastrophenhilfe der Diakonie überwiesen. Er habe "zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt, Spenden selbst zu vereinnahmen".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)