Meinung: Kinderprogramm wird in der Branche kaum wahrgenommen.

Lese-Tipp: Die Macher von Kinderprogramm werden in der TV-Branche kaum wahrgenommen, sagt Milena Maitz im DWDL.de-Interview. Sie ist Chefin von Studio TV Film, die Firma produziert z.B. "Löwenzahn" und "Siebenstein" , neuerdings auch Fiction-Inhalte für Erwachsene. Bei Kinderprogrammen werde Bildungsvermittlung verstärkt in unterhaltende Formen, "Löwenzahn" z.B. sei "spannender und erzählerischer" als früher, das Erzähltempo hat angezogen. Maitz bedauert, dass Kino ein schwieriges Geschäft sei – selbst mit einem Film wie "Toni Erdmann" verdiene man in Deutschland kaum Geld.
dwdl.de

Zahl des Tages: Streaming-Steuer bringt Frankreichs Fiskus rund 10 Mio Euro.

Zahl des Tages: Rund 10 Mio Euro bringt die Streaming-Steuer dem französischen Fiskus ein, meldet die französische Zeitung "Le Figaro". Die Abgabe von 2 % des Umsatzes gilt seit Januar 2018 für Internetplattformen wie YouTube oder Netflix. Aktuell zahlten französische Kinos mehr Steuern als die internationalen Digitalkonzerne.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Disneys neuer Streamingdienst zeigt nicht nur eigene Produktionen.

Disney Logo 150Disney will zum Start des eigenen Streamingdienstes auch fremde Produktionen anbieten. Zu sehen sind Inhalte des US-Rivalen CBS. Die Plattform soll zum Jahresende zunächst in den USA verfügbar sein. Disneys Überschuss ist im vergangenen Geschäftsquartal auf umgerechnet rund 2,5 Mrd Euro gesunken.
techcrunch.com, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Fassung stand, dass auch Marvel-Produktionen Disney-fremde Inhalte seien. Seit 2009 gehört Marvel jedoch auch zu Disney.

Monika Grütters: Eine Reform der Filmförderung soll schwache Kinozahlen aufbessern.

Kino: Die schwachen Zahlen 2018 könnten eine Reform der Filmförderung nach sich ziehen, sagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Knapp über 100 Mio Besucher zählten deutsche Kinos 2018, in beiden Vorjahren waren es je 120 Mio. Grütters hoffe auf einen Ausreißer aufgrund von Fußball-WM und heißem Sommer. Jedoch sei es wichtig, mit allen Beteiligten zu schauen, wo man "behutsam umsteuern könnte".
tagesspiegel.de

Meinung: Eigene Streaming-Angebote gefährden das Zweitverwertungs-Geschäft.

Streaming: Disney und Warner bringen mit ihren Hollywood-Produktionen alles mit, um attraktive Streaming-Angebote zu starten, schreibt David Steinitz in der "Süddeutschen Zeitung". Allerdings würden sie das für sie bisher lukrative Geschäft mit Zweitverwertungsrechten aufgeben, wenn sie für die eigenen Angebote produzieren. Netflix dränge derweil andersherum ins Kino-Geschäft, stoße hier aber wegen der kurzen Zeit zwischen Kinoaufführung und Streamingstart auf wenig Gegenliebe.
"Süddeutsche Zeitung", S. 17 (Paid)

Amazon und Netflix überfordern ihre Nutzer, glaubt Joachim Huber.

Streamingdienste fressen immer mehr Zeit und überfordern ihre Nutzer, glaubt Joachim Huber vom "Tagesspiegel". Netflix und Co pumpten ihre Kanäle bis mit Inhalten voll, damit der Algorithmus den Nutzern möglichst viel anbieten könne. Hubert prognostiziert, wer der Angebotsinflation nicht mehr Herr werde, wird auf Dauer frustriert sein. Vielleicht eine Chance fürs Kino, als kuratierter Film-Vorführort.
tagesspiegel.de

Cinemaxx-Besitzer übernimmt Konkurrenten Cinestar.

Kino-Markt: Vue Entertainment, Eigentümer der Kino-Kette Cinemaxx, übernimmt den deutschen Marktführer Cinestar für bis zu 222 Mio Euro. 130 Mio Euro zahlt Vue Entertainment direkt an den bisherigen Cinestar-Besitzer Event Hospitality and Entertainment aus Australien. Die restliche Summe bemisst sich an den Ticketverkäufen 2019. Cinestar betreibt in Deutschland derzeit 55 Kinos. Cinemaxx ist mit 30 Kinos der größte Konkurrent. Das Kartellamt muss daher noch zustimmen.
tagesschau.de

Basta: Rezensieren ist Silber, Schweiger ist Gold.

Ungenuschelt: Til Schweigers neuer Kino-Film "Klassentreffen 1.0" ist "tumb und selbstverliebt", schreibt Anja Rützel bei Spiegel Online. Schweiger bedankt sich für die "ungewollte Werbung" ironisch via Facebook: "Spiegel Online, ihr seid sooo geil! Jetzt bestell ich mir doch glatt Spiegel+! Eine Hand wäscht die andere! Euer Tilli" - Klingt nach einer Drohung.
spiegel.de, facebook.com

Oscar-Akademie schließt Bill Cosby und Roman Polanski aus.

Oscar-Akademie entzieht Bill Cosby (Foto) und Roman Polanski die Mitgliedschaft. Ein US-Gericht hatte Cosby vor einer Woche der sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Polanski war 1978 aus den USA geflohen, nachdem er zugegeben hatte, mit einer Minderjährigen geschlafen zu haben. Bereits im Oktober hatte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences den Produzenten Harvey Weinstein wegen Vorwürfen sexueller Belästigung ausgeschlossen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Cosby), turi2.de (Weinstein)

Basta: Schauspieler verrät versehentlich, dass er in drei Star-Wars-Filmen mitspielt.

Mächtig ausgeplaudert: Han-Solo-Darsteller Alden Ehrenreich sagt in einem Interview, dass er für gleich drei Star-Wars-Filme unterschrieben hat. Erst dann fällt dem Schauspieler ein, dass die Information vielleicht geheim bleiben sollte. Zum Glück gilt in den USA kein Autorisierungswahn - und die Aussage steht im Text.
esquire.com via businessinsider.de

Weinstein Company meldet offiziell Insolvenz an.

Weinstein Company hat das Insolvenzverfahren eingeleitet und einen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Die Firma des in in Verruf geratenen Filmproduzenten Harvey Weinstein habe aber noch ein Übernahmeangebot des Investors Lantern Capital Partners in der Hinterhand, dem das Insolvenzgericht noch zustimmen müsse. Zugleich hat die Weinstein Company alle Opfer oder Zeugen von Weinsteins mutmaßlichem Fehlverhalten von Schweigevereinbarungen entbunden.
wiwo.de, theguardian.com, turi2.de (Background)

Markus Zimmer wird Geschäftsführer der Bavaria Filmproduktion.

Bavaria Filmproduktion ernennt Markus Zimmer im April zum Geschäftsführer. Der Filmproduzent leitete bis Ende 2016 den Concorde Filmverleih, eine Tochter der Tele München Gruppe. Zimmer soll bei der Bavaria Filmproduktion für neue Impulse sorgen. Sein Vorgänger Georg Höss bleibt in der Geschäftsführung und soll Zimmer künftig vor allem organisatorisch unterstützen.
mediabiz.de, bavaria-film.de

Wir graturilieren: Volker Lauster wird 51.


Wir graturilieren: Volker Lauster, Marketing-Direktor von 20th Century Fox Deutschland, feiert heute seinen 51. Geburtstag. Das vergangene Lebensjahr war für ihn voll mit "tollen Herausforderungen und Projekten", die er gemeinsam mit Kollegen gemeistert hat. Für die Zukunft wünscht er sich vor allem weiterhin Gesundheit - dann könne er auch alles andere in den Griff kriegen.

Wie er heute seinen Geburtstag feiert, hat Lauster schon seit Tagen geplant - allerdings nicht privat, sondern beruflich, denn heute ist er auf einer Geschäftsreise. Im Flieger über dem Ozean gönnt er sich ein Gläschen Baileys. Auch sonst feiert er seinen Geburtstag "ja nicht wirklich" und verschweigt den Tag in sozialen Netzwerken. Lauster freut sich aber umso mehr, wenn Menschen auch ohne Facebook an ihn denken. Gratulationen erreichen ihn unter anderem per Mail.

Wolfram Winter geht unter die Investoren.

Wolfram Winter, Ex-Kommunikations-Chef von Sky, beteiligt sich mit einer sechsstelligen Summe als Gesellschafter an der Filmproduktionsfirma Pictures in a Frame. Über seine neu gegründete Beteiligungsfirma Three Winters hält Wolfram Winter 15 % und hat die Option auf weitere 10 %. Er unterstützt als Chairman die beiden Gründer, die ehemalige Studenten von ihm an der privaten Hochschule Macromedia sind. Winter kann sich auch Investitionen in weitere Firmen vorstellen.
turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)

Zitat: Schauspielerin Catrin Striebeck fordert mehr Re­spekt bei Film und Thea­ter.

Die deutsche Schauspielerin Catrin Striebeck "Wor­über sonst re­det man denn im Thea­ter, in der Kan­ti­ne, in der Knei­pe mit den Kol­le­gen als über die Be­din­gun­gen der ei­ge­nen Ar­beit?"

Schauspielerin Catrin Striebeck sagt im "Spiegel"-Interview, selbstverständlich warnten sich Schauspieler gegenseitig vor aggressiven Regisseuren. Manch­mal ent­stehe im Probenraum aber eine "Feig­heit", sich nicht für schlecht behandelte Kollegen einzusetzen. Nötig sei mehr Respekt bei Film und Thea­ter.

Weiteres Zitat aus dem Interview:
Über die Trennung von Schauspielerberuf und Privatleben:
"An­ders als in an­de­ren Be­ru­fen ist bei Film und Thea­ter die Gren­ze zwi­schen Ar­beit und Pri­vatebe­ne un­klar. Das macht den Be­ruf so in­ter­es­sant und toll. Aber ein Kom­pli­ment ist im­mer nur dann ein Kom­pli­ment, wenn nichts da­für er­war­tet wird, wenn es ein Ge­schenk ist. Wenn das nicht gilt, ist es schwer, die Si­tua­ti­on so zu lö­sen, dass man trotz­dem wei­ter­ar­bei­ten kann."
"Spiegel" 11/2018, S. 130-131 (Paid)

Basta: Tattoo von Watson für "Time’s Up"-Kampagne hat einen Fehler.

Ein falsches Zeichen: Schauspielerin Emma Watson wollte bei einer Oscar-Aftershow-Party mit einem Tattoo für die "Time's Up"-Kampagne gegen sexuelle Gewalt in der Filmbranche werben. Doch beim Tattoo der Elite-Uni-Absolventin fehlte der Apostroph bei Time's. Das Positive: Durch den Grammatikfehler bekam die Aktion wohl noch zusätzliche Aufmerksamkeit.
n-tv.de, bbc.com

Weinstein Company einigt sich mit Investoren.

Weinstein Company muss nicht in die Insolvenz, Aufsichtsrat und Investoren einigen sich auf eine Übernahme. Die Investoren übernehmen 225 Mio Dollar an Verbindlichkeiten und schießen weitere 275 Mio Eigenkapital in das Unternehmen, das unter anderem Namen und mit überwiegend weiblicher Führungsspitze fortgeführt werden soll. Für die Opfer von Harvey Weinstein wird ein Entschädigungsfonds in Höhe von 90 Mio Dollar eingerichtet.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Schauspielerin: Journalisten wollten von Weinsteins Verhalten nichts wissen.

Harvey Weinstein: Eine anonyme deutsche Schauspielerin sagt dem "Spiegel", sie habe Journalisten schon vor Jahren "ansatzweise" über sexuelle Belästigung durch den Filmmogul Weinstein berichtet. Sie sei nur ungläubig bestaunt worden, schnell leiteten die Journalisten zu einem anderen Thema über. Weinstein habe sie selbst, nur mit einer Unterhose bekleidet, in einer Hotelsuite zum Sex überreden wollen. Er habe sie aber nicht bedrängt, sagt die Schauspielerin.
"Spiegel" 09/2018, S. 56-57 (Paid)

Zahl des Tages: Emma Watson spendet 1 Mio Pfund an Initiative für belästigte Frauen.

Zahl des Tages: Rund 1 Mio Pfund spendet die Schauspielerin Emma Watson für eine neue Initiative in Großbritannien, die sexuell belästigte Frauen unterstützt. Watson sagt, es sei einfach, Belästigung und Missbrauch auf ein oder zwei böse Männer abzuschieben, aber Statistiken zeigten ein viel größeres Problem.
theguardian.com, spiegel.de

Lese-Tipp: Leander Haußmann beschreibt schwierige Lage von Autoren.

Lese-Tipp: Regisseur und Autor Leander Haußmann beklagt, dass Drehbuch-Autoren in Deutschland schlecht bezahlt und weitgehend ignoriert werden. Kaum ein Autor könne es sich leisten, konzentriert an einem Drehbuch zu arbeiten. Hingegen sei der Autoren-Verband Writers Guild in den USA mächtig und könne den Entertainment-Betrieb im ganzen Land lahmlegen.
welt.de (Paid)

Ingrid Steeger spricht über die Narben ihrer Vergewaltigungen und #MeToo.

Ingrid Steeger hat Narben und sexuelle Schwierigkeiten durch die Vergewaltigungen, über die die Schauspielerin bereits Ende der 1980er erstmals gesprochen hat. Steeger ist nicht neidisch, dass der #MeToo-Aufschrei, anders als ihr eigener Fall, eine große gesellschaftliche Debatte ausgelöst hat. Eigentlich habe die frühere "Sexnudel der Nation" nie öffentlich über die sechs Vergewaltigungen und mindestens zehn sexuellen Belästigungen reden wollen. Manche der bis heute anonymen Täter standen offenbar mit der Schauspielerin auf der Bühne.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background), emma.de (Background Gespräch über Vergewaltigungen)