Audi bringt Ex-Ingenieur mit 1,5 Mio Euro im Abgasskandal zum Schweigen.

Abgas-Affäre: Audi zahlt einem Ex-Ingenieur 1,5 Mio Euro Abfindung inklusive einer Schweigeklausel, recherchieren "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR. Der Ingenieur erhält zusätzlich eine rückwirkende Bonus-Zahlung – obwohl er seine Beteiligung an der Abgasmanipulation zugegeben hatte. Audi will damit offenbar einen öffentlichen Prozess vermeiden, der Ingenieur wollte gegen seine fristlose Kündigung klagen.
sueddeutsche.de

T-Systems streicht weltweit rund 10.000 Arbeitsplätze.


Stellenabbau mit System: Die Deutsche Telekom streicht bei seiner Großkundensparte T-Systems 10.000 Stellen weltweit in kommenden drei Jahren. Das verkündet T-Systems-Chef Adel Al-Saleh auf einer Versammlung in der Bonner Konzern-Zentrale. 6.000 Arbeitsplätze sollen in Deutschland wegfallen, der Abbau soll noch 2018 starten. Von den 230 Niederlassungen werden offenbar nur 20 weitergeführt.

Der Rotstift wird zuerst ganz oben angesetzt – auf Führungsebene sollen von acht nur fünf Stellen übrig bleiben. Dienstleistungen sollen ins Ausland verlagert werden, um Kosten zu sparen. Arbeitsplätze, die durch Standardisierung oder Automatisierung obsolet geworden sind, werden gestrichen. Bis 2021 will T-Systems so 600 Mio Euro einsparen. In einer Ankündigung im Frühjahr hatte Adel Al-Saleh noch von mehr als 300 Mio Euro gesprochen.
"Handelsblatt", S. 6-7 (Paid), handelsblatt.com

"SZ": Audi-Chef Rupert Stadler wollte offenbar gegen Zeugen vorgehen.

Rupert Stadler wollte offenbar gegen Zeugen vorgehen und überlegte, einen Audi-Mitarbeiter zu beurlauben, der bei Ermittlern ausgesagt hatte, schreibt Klaus Ott. Der Verdacht ergebe sich aus einem von Ermittlern abgehörten Telefonat Stadlers. Die Staatsanwaltschaft bewerte Stadlers Verhalten als Versuch, das Ermittlungsverfahren gegen ihn zu behindern. Das Telefonat soll der Grund sein, weshalb der Audi-Chef in Untersuchungshaft kam. Vielleicht könne Stadler nach einer Aussage das Gefängnis schon am Mittwoch verlassen, schreibt Ott.
sueddeutsche.de, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Autobauer und Technikfirmen erforschen gemeinsam Folgen autonomen Fahrens.

Autobauer, Technik- und Logistikfirmen erforschen gemeinsam die Folgen autonomen Fahrens für Menschen und die Arbeitswelt. Zu der Forscher-Allianz gehören unter anderem Daimler, Toyota, Ford, Waymo, Uber, Lyft und die Logistikfirmen FedEx und American Trucking Association. Ihren Zusammenschluss nennen sie Partnership for Transportation Innovation and Opportunity.
theverge.com

Abraham Schot führt Audi vorläufig.

Audi wird nun von Vertriebsvorstand Abraham Schot durch die dunklen Diesel-Wolken manövriert – er übernimmt vorläufig von Vorstandschef Rupert Stadler. Wegen der Abgasaffäre sitzt Stadler seit gestern in U-Haft. Aus dem Knast kann er keinen Konzern führen: Als Inhaftierter hat er weder Internet noch Telefon und darf monatlich nur vier Mal 30 Minuten Besuch empfangen, den eigenen Anwalt ausgenommen.
spiegel.de (Schot), bild.de (Stadler)

Werbungtreibende machen ihre Spots zunehmend selbst.

Werbung entsteht zunehmend inhouse statt bei externen Agenturen, beobachtet Alexandra Bruell. Beim Kreativen-Festival in Cannes steigen die Einreichungen von Marken sprunghaft. Procter & Gamble, Unilever und J.P. Morgan Chase bauen hauseigene Kreativen-Teams aus. Intel schickt eine eigene Filmcrew in die Arktis, um einen Eisbären-Kurzfilm zu drehen.
wsj.com (Paid)

Ermittler nehmen Audi-Chef Rupert Stadler fest.

Audi: Vorstandschef Rupert Stadler ist am Morgen festgenommen worden und nun in U-Haft. Hintergrund sind die Ermittlungen in der Abgas-Affäre, die Staatsanwaltschaft fürchtet Verdunklungsgefahr. Stadler und einem weiteren Mitglied des Vorstandes wird Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung vorgeworfen, weil sie Dieselautos mit manipulierter Abgasreinigung verkauft haben sollen.
sueddeutsche.de, wiwo.de

Deutsche Post will letzte Meile optimieren und an Street-Scootern festhalten.

Deutsche Post: Chef Frank Appel sagt im "FAZ"-Interview, die Post habe zu wenig in das operative Geschäft investiert und einen aufgeblähten Verwaltungsapparat entstehen lassen. Die E-Post will er weiterentwickeln. Bei der Brief- und Paketzustellung auf der letzten Meile gebe es zu hohe regionale Unterschiede bei der Produktivität. Im Paketgeschäft will Appel Verträge prüfen – manche Versandhändler lieferten höhere Gewichte als vereinbart oder in andere Regionen als besprochen. "Mindestens in den nächsten zwei Jahren" will die Post ihre Street-Scooter weiter selbst bauen, auf Dauer aber "kein Automobilhersteller sein". Als Optionen nennt er einen Börsengang, den Verkauf an strategische Investoren oder die Beteiligung von Partnern.
"FAZ", S. 24 (Paid)

Aus der turi2 edition6:Unterwegs mit Postbotin Heike Straube.

Kommunikation für Käse: Wie Petrella-Chef Sven Tönjes an neue Kunden kommt.


Klassiker für den Käse: Sven Tönjes bringt beruflich Frischkäse unter die Leute – und baut in der Vermarktung vor allem auf TV und Print. Für seine Marke Petrella bucht Tönjes besonders gerne in Zeitschriften, sagt er im Video-Interview von Horizont und turi2.tv. Vor allem Food-Titel sind ein beliebtes Umfeld, weil die Zeitschriften von Interessierten gekauft werden – während TV-Zuschauer Werbung ungefragt "aufgehalst" bekämen.

Tönjes sieht die Lage optimistischer als viele aus der Medienbranche. Print werde es weitere 10, 20 Jahre geben. Petrella-Hersteller Petri Feinkost kommt das gelegen: Das Unternehmen aus dem Weserbergland hat wenig Erfahrung im Online-Geschäft und ist ein Zwerg unter den Konsumgüter-Riesen. Ganz anders als Tönjes' langjähriger Arbeitgeber mit ganz ähnlichem Namen: Für den Fleischkonzern Tönnies brachte er knapp 20 Jahre Schwein und Rind an Hausmänner und -frauen.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

Adidas launcht zur WM die erste deutsche Portal Lens auf Snapchat.

Adidas startet zum ersten WM-Gruppenspiel der deutschen Mannschaft die erste deutsche Portal Lens auf Snapchat. Nutzer können die Umkleidekabine der deutschen Mannschaft entdecken, mit Mesut Özil und Thomas Müller den Ball hochhalten und drei Easter Eggs suchen. Adidas' WM-Kampagne auf Snapchat besteht außerdem aus Anzeigen, Filtern und Stickern.
per Mail

Allianz denkt über einen Bezahlservice in Deutschland nach.

Allianz überlegt, auch in Deutschland den Bezahlservice Allianz Prime an den Start zu bringen, sagt Klaus-Peter Röhler, Chef von Allianz Deutschland, im "Handelsblatt"-Interview. In den kommenden Monaten will er außerdem an Produktentwicklung, Profitabilität und Wachstum schrauben. Ob dabei Mitarbeiter gehen müssen, könne er "heute nicht seriös sagen".
"Handelsblatt", S. 28 (Paid)

Kreativchef André Klein verlässt Scholz & Friends und macht sich selbstständig.

Scholz & Friends in Hamburg verliert Kretivchef André Klein, der sich mit seiner eigenen Agentur Saint Brand selbstständig macht. Klein nimmt die Ostfriesische Tee-Gesellschaft mit ihren Marken Meßmer und Milford von Scholz & Friends mit. Außerdem betreut die neue Agentur den Etat von Thomas Cook Hotels & Resorts. Im April hatten sich bereits die beiden Kreativen Jörg Sachtleben und Jens Agotz von Scholz & Friends in Düsseldorf getrennt und sich selbstständig gemacht.
horizont.net, turi2.de (Background)

Bericht: Entwicklung des Zukunftsfonds ist bisher ein "Debakel".

Zukunftsfonds von Kai Diekmann und Ex-Starbanker Leonhard Fischer generiert bisher trotz Werbekampagne kaum Zuflüsse von Kleinanlegern, schreibt Finanzjournalist Heinz-Roger Dohms. In den vergangenen Wochen sind demnach nur wenige Zehntausend Euro in den Fonds geflossen. Pikant sei, dass ein anderer Fonds Anteile am Zukunftsfonds halte, dessen Verwaltungsmandat bei Greiff Capital Management liege - Greiff-Vorstand Volker Schilling ist aber zugleich Fondsmanager des Zukunftsfonds.
finanz-szene.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Musikhaus Thomann profitierte vom passgenauen Internet-Shop.

Lese-Tipp: Musikhaus Thomann aus Oberfranken ist durch den frühen Aufbau eines Online-Shops und passgenaue Software zum größten Versandzentrum Europas für Musikinstrumente aufgestiegen, schreibt Maximilian Gerl. Die einzige Filiale außerhalb des Firmensitzes musste Thomann 2016 aber trotzdem schließen. Firmenchef Hans Thomann hält den Mindestlohn für bescheuert, weil er ohnehin zu niedrig sei.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: VW zahlt wegen des Dieselskandals 1 Mrd Euro Bußgeld.

Zahl des Tages: Enorme 1 Mrd Euro Bußgeld zahlt VW wegen des Dieselskandals. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat das Bußgeld verhängt, Volkswagen akzeptiert die Strafe. Die Staatsanwälte sagen, Aufsichtspflichtverletzungen seien eine Mitursache dafür, dass von 2007 bis 2015 10,7 Mio Diesel-Fahrzeuge mit einer unzulässigen Softwarefunktion in den Verkehr gebracht wurden.
zeit.de, sueddeutsche.de

Lidl ändert seine Expansionsstrategie in den USA.

Lidl nimmt in den USA neuen Anlauf: Ein Jahr nach der Eröffnung der ersten Filiale gibt es nur 53 statt der geplanten 100 Läden. Schwarze Zahlen sind in den nächsten fünf Jahren nicht zu erwarten. Unter neuer Führung ändert Lidl die Expansionsstrategie: Kleinere Läden, ein auf amerikanische Wünsche angepasstes Sortiment und weniger häufig wechselnde Angebote.
handelsblatt.com (Paid)

Studie: In China und den USA haben deutsche Marken ein besseres Image als im Heimatmarkt.

Made in Germany: Deutsche Marken profitieren von dem Gütesiegel, sagt eine Globeone-Studie. 60 % der führenden deutschen Marken genössen in China und den USA sogar ein positiveres Image als bei deutschen Verbrauchern. Donald Trumps "America First" hat jedoch dazu geführt, dass 75 % seiner Anhänger mehr amerikanische Erzeugnisse und 46 % weniger deutsche Marken kaufen wollen.
wuv.de

Springer bringt Upday auf Samsungs Smart TV QLED.

Springer vorinstalliert seine News-App Upday auch auf Samsungs Smart TV QLED in zwölf europäischen Ländern, darunter u.a. Deutschland, Großbritannien und Italien. Upday kann so in Samsungs Ambient Modus verwendet werden, in dem sich der smarte Fernseher an den Hintergrund der Wand anpasst. Upday ist bereits für Samsungs Smartphones, Smartwatches und intelligente Kühlschränke verfügbar.
axelspringer.de

Toyota steigt bei Uber-Konkurrent Grab ein.

Toyota investiert erneut in den südostasiatischen Fahrdienst-Vermittler Grab. Mit der Geldspritze in Höhe von 1 Mrd Dollar will Grab sein Geschäft auf Essenslieferungen und Bezahldienste ausweiten. Grab hat im März das Südostasien-Geschäft von Uber übernommen. Neben Toyota sind auch der japanische Technologieinvestor Softbank sowie der chinesische Wettbewerber Didi beteiligt.
wiwo.de, handelsblatt.com

Lese-Tipp: "FAZ" analysiert das Werbeduell zwischen Adidas und Nike.

Lese-Tipp: Michael Ashelm analysiert die Werbeschlacht zwischen Adidas und Nike zur Fußball-WM 2018 in Russland. Experten rechnen eher mit niedrigeren Umsätzen als bei der WM vor vier Jahren in Brasilien, da Fußballnationen wie Italien oder die Niederlande fehlen und der russische Markt schwächelt. Der starke Verfall von Trikot-Preisen noch vor Beginn des Turniers freue die Kunden und fordere den Einzelhandel heraus.
"FAZ", S. 22 (Paid)

Porträt: Holger Bingmann kooperiert mit Freiberuflern und will eine Uni gründen.

Holger Bingmann, geschäftsführender Gesellschafter des Medienkonzerns Melo Group, will sein klassisches Gewerbe ins digitale Zeitalter überführen, schreibt Henrike Roßbach im Porträt. In seiner Startup-Location Blogfabrik stellt Bingmann etwa 80 Bloggern, YouTubern und Grafikern sehr günstigen Raum zum Arbeiten. Im Gegenzug fragt seine Firma die Freiberufler bei Bedarf, ob sie einen externen Auftrag gegen Bezahlung übernehmen wollen. Zu solchen Aufträgen zählt eine Social-Media-Kampagne für eine deutsche Bank. Auch mit einer Universität mit Schwerpunkt Digitalisierung will der Präsident des Groß- und Außenhandelsverbands BGA Geld verdienen.
sueddeutsche.de

EU-Kommission will Tele2-Übernahme durch die Telekom eingehend prüfen.

Telekom: Die EU-Kommission will die geplante Übernahme von Tele2 in den Niederlanden vertieft prüfen, berichtet Reuters unter Berufung auf Insider. Der Zusammenschluss würde die Zahl der Anbieter von vier auf drei reduzieren. Telekom und Tele2 wollen sich mit dem Deal in Höhe von 190 Mio Euro gegen Marktführer KPN und Vodafones Ziggo stärker positionieren.
reuters.com, handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Porträt: Cawa Younosi ist als Flüchtling bis zum SAP-Personalchef aufgestiegen.

Cawa Younosi hat es vom Flüchtling aus Afghanistan zum Personalchef von SAP Deutschland geschafft, schreibt Bernd Freytag in einem Porträt. In Kabul aufgewachsen, musste sich Younosi ab 14 Jahren ohne Familie und alte Freunde in Deutschland durchschlagen. Autor Freytag zeichnet Younosis unkonventionellen Weg über Stationen als Tabakladenbetreiber bis zum Verantwortlichen für 22.000 Mitarbeiter nach.
"FAZ", S. 22 (Paid)

Adidas: Oberstes Ziel ist Engagement der jungen Zielgruppe.

Instagram ist bei der diesjährigen Fußball-WM für Adidas eine der wichtigsten Social-Media-Plattformen, sagt Adidas-Marketing-Manager Florian Alt. Oberstes Marketing-Ziel sei, dass die jugendliche Zielgruppe Engagement zeigt - also Inhalte kommentiert und weiterschickt. Dies sei viel schwieriger zu bekommen als Klicks oder Twitter-Follower.
"Handelsblatt", S. 18-19 (Paid)

Minister Scheuer ordnet Rückruf von Hunderttausenden Daimler-Fahrzeugen an.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ordnet nach einem Gespräch mit Daimler-Chef Dieter Zetsche den Rückruf von 238.000 Fahrzeugen in Deutschland an. In Europa sollen 774.000 Fahrzeuge von unzulässigen Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung betroffen sein. Bei den Autos handelt es sich um den Transporter Vito und C-Klasse-Modelle und den Geländewagen GLC. Der Autobauer teilt mit, den Rückruf umzusetzen, aber auch dagegen Widerspruch einzulegen.

"Spiegel"-Redakteur Gerald Traufetter hatte am Montag zuvor berichtet, Daimler wolle Bundesverkehrsminister Scheuer ein "unmoralisches Angebot" unterbreiten. Demnach wollte Daimler einen Deal, vom zuständigen Kraftfahrt-Bundesamt "nicht weiter mit Prüfungen behelligt" zu werden. Im Gegenzug habe Daimler angeboten, den Rückruf von Zehntausenden Autos zu akzeptieren. Offenbar hat sich Scheuer stattdessen dafür entschieden, wesentlich mehr Fahrzeuge zurückzurufen.
sueddeutsche.de, bild.de, spiegel.de