"Süddeutsche": Möller ist beim ADAC an seinem Reformeifer gescheitert.

Alexander Möller: Die "Süddeutsche Zeitung" recherchiert die Hintergründe zum plötzlichen Abgang des ADAC-Geschäftsführers in der Gerüchteküche des Autoclubs. So hätte Möller es sich u.a. mit seinem Reformeifer mit vielen mächtigen Funktionären verdorben. Die Zeitung spricht von einem Rauswurf, der auch für Möller überraschend gewesen sei. Die Unruhe beim ADAC sei so groß wie seit der Affäre um den Autopreis Gelber Engel nicht mehr.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Basta: Schnippisch-schnittige Schweizer.

Welcher Schweizer hat's erfunden? Victorinox streitet sich vor Gericht mit der Schweizer Armee um den Markennamen "Swiss Military". Der Taschenmesser-Fabrikant will darunter Schneidiges in den USA verklingeln. Wichtiger als die Messer-Militär-Huhn-Ei-Frage zu klären, ist vielleicht, dass beide bisher gute Werbe-Kooperationspartner sind – und ein Tanz auf Messers Schneide beiden schaden kann.
sueddeutsche.de

ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller geht.

ADAC: Geschäftsführer Alexander Möller verlässt den Automobilclub überraschend. Er gilt als Architekt des Wandels nach dem Skandal um Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" und verantwortete die Geschäftsbreiche Mitgliedschaft, Interessensvertretung und Verkehr. In seiner Pressemitteilung bedauert der ADAC den "Weggang". Es gibt noch keine Nachfolge-Regelung.
automobilwoche.de, presseportal.de, turi2.de (Interview zur Debatte um die aktuelle ADAC-Werbekampagne)

VW digitalisiert seinen Vertrieb und vergibt Kunden-IDs.


Da kommt was ins Rollen: VW krempelt ab 2020 seinen Vertrieb in Europa auf digitalen Absatz um. Die Kunden bekommen eine ID wie z.B. bei Apple, mit der die Autobauer ihr Kerngeschäft um digitale Angebote wie Carsharing unter der Submarke "We Share" und Fahrzeug-Software-Updates erweitern. Den Kauf will VW auch ins Netz verlagern – dort riecht es weniger nach Diesel.

Der Autobauer schließt einen neuen Vertrag mit dem Europäischen Händlerverband und darf nun selbst in direkten Kunden-Kontakt treten. Damit die Händler nicht zu Geisterfahrern werden, tritt VW dafür bei seinen Vorgaben auf die Bremse und zahlt ihnen Umsatzanteile auch für online bestellte und nur im Autohaus abgeholte Fahrzeuge.
heise.de, haz.de, "FAZ", S. 21 (Paid)

wirkaufendeinauto.de-Gründer Hakan Koç versteht selbst "nicht viel" von Autos.

wirkaufendeinauto.de-Gründer Hakan Koç verändert das Ansehen der Gebrauchtwagenhändler, schreibt Bettina Weiguny. Die Idee kam Koç, als er das alte Auto seiner Oma verkaufen sollte. 2012 digitalisiert er mit Christian Bertermann den Gebrauchtwagenmarkt und investiert massiv in Werbung. Mittlerweile verkauft Koç alleine in Deutschland monatlich rund 40.000 Autos. Der Firmenwert wird auf bis zu 2,9 Mrd Euro geschätzt.
"FAS", S. 30 (Paid)

Media Markt kämpft gegen die Dauerkrise.

Ceconomy, Mutterkonzern hinter Media Markt und Saturn, befindet sich in der Dauerkrise, schreibt Bettina Weiguny. Das Aus für Vorstandschef Pieter Haas sei nur der jüngste Ausdruck eines fehlenden Konzepts. Statt sich auf den durch das Internet veränderten Markt einzustellen, habe sich der Konzern mit internen Querelen zwischen dem Gründer Erich Kellerhals und dem Eigner Metro beschäftigt, die auch nach dem Tod Kellerhals weiter andauern.
"FAS", S. 24 (Paid), turi2.de (Background)

Ebay bringt regionale Anzeigen-Plattform nach Deutschland.

Ebay gibt Werbekunden künftig die Möglichkeit, regionale Anzeigen zu schalten. Deutschland ist nach Großbritannien das zweite Land, in dem das Selbstbuchungsportal Local Ads angeboten wird. Ebay kooperiert zur Markteinführung mit Flyeralarm Digital: Kunden sollen direkten Zugang zu den regionalen Werbemöglichkeiten von Ebay erhalten.
"New Business" 42/2018, S. 35 (Paid), t3n.de

Miles & More verlässt Bertelsmann-Tochter Arvato.


Abflug ohne Punkte: Der Bertelsmann-Dienstleister Arvato verliert einen wichtigen Kunden. Das Lufthansa-Treueprogramm Miles & More, seit 2014 eine eigene Gesellschaft, wird untreu und beendet die Zusammenarbeit mit Arvato CRM Solutions, schreibt die "Neue Westfälische". Miles & More wolle sein Kundengeschäft ab 2019 entweder selbst managen oder einem anderen Dienstleister anvertrauen. Bei Arvato in Gütersloh sind 100 Jobs betroffen, am Standort Wilhelmshaven weitere 60.

Bisher gebe es keine Kündigungen, sagt ein Arvato-Sprecher. Die Bertelsmann-Tochter versuche, die Mitarbeiter auf andere Stellen im Konzern zu vermitteln und sozialverträgliche Lösungen zu finden. Besonders bitter für Arvato: Der Auftrag könnte an die Bosch-Tochter Service Solutions gehen, die Arvato vor drei Jahren bereits das Lufthansa-Geschäft mit dem Bearbeiten von Kundenreklamationen abgenommen hat.
nw.de

Zahl des Tages: Telekom investiert 10 Mio Dollar in estnisches Start-up Pipedrive.

Zahl des Tages: Gut angelegte 10 Mio Dollar investiert die Telekom in das estnisches Start-up Pipedrive, berichtet die "FAZ". Das auf Kundenbeziehungen von Unternehmen spezialisierte Start-up beschränke sich im Vergleich zu SAP oder Salesforce bei der Funktionalität auf das Wesentliche. Von den rund 75.000 Kunden haben 3.000 ihren Sitz in Deutschland.
"FAZ", S. 19 (Paid)

Meinung: Ikea schafft den Spagat zwischen Print und Digitalisierung.

Ikea hält am gedruckten Katalog fest, probiert aber u.a. mit Pop-Up-Stores neue Konzepte aus, schreibt Verena Gründel. Ikea plane weitere Filialen in Innenstädten, wolle den Online-Handel ausbauen und teste künftig u.a. Virtual-Reality in den Filialen. Auch eigene Restaurants seien unabhängig von Möbelhäusern denkbar.
"Werben & Verkaufen" 41/2018, S. 10-15 (Paid)

Zitat: Christian Garrels spricht über Kritik an Spots mit explodierenden Gartenzwergen.

"Wer in der Öffentlichkeit steht, muss austeilen und einstecken können. Ich wurde als 'Linksfaschist' beschimpft, Telefonnummern und Adressen wurden veröffentlicht."

Christian Garrels, PR-Chef beim ADAC, schildert seine Erlebnisse im rechten Shitstorm rund um die aktuelle Kampagne des Automobilclubs. Eine dreistellige Zahl an Mitgliedern habe deshalb gekündigt - weniger, als im gleichen Zeitraum eingetreten seien.
PR-Report 5/2018, S. 12 (Paid), turi2.de (Background)

Dänisches Bettenlager kürzt stark bei gedruckten Werbemitteln.

Dänisches Bettenlager baut den Mediamix um - statt gedruckten Prospekten und Beilagen setzt die deutsche Tochter des dänischen Möbelriesen Jysk künftig vor allem Onlinemarketing, CRM-Kampagnen und ortsbezogenes Marketing. Das Budget liegt bei knapp 100 Mio Euro. Deutschland-Chef Ole Nielsen begründet auch mit der "bedenklichen Entwicklung der Papierpreise".
wuv.de

Karstadt-Eigner René Benko sieht für Kaufhäuser eine große Zukunft .


K.u.K.-Monarch: René Benko, Gründer und Chef des österreichischen Karstadt-Besitzers Signa, sieht nach der Fusion mit Kaufhof rosige Zeiten für das Joint-Venture: "Wir sind vom Warenhaus als solchem zutiefst überzeugt", sagt Benko dem "Handelsblatt" in seinem ersten großen Interview seit fünf Jahren. Warenhäuser hätten "die einmalige Chance, sich in besten Citylagen als Marktplatz der Zukunft zu positionieren". Benko denkt vor allem daran, das Online-Geschäft mit dem stationären Handel zu verknüpfen. Auch der Datenschatz von gemeinsam 15 Mio Stammkunden mit Kundenkarte sei "einzigartig und wird einzigartig bleiben".

Benko glaubt, dass bei Kaufhof "fast exakt die gleichen Fehler gemacht wurden wie einst bei Karstadt", bevor Signa dort eingestiegen ist. Ohne den Zusammenschluss mit Karstadt habe Kaufhof allein keine Zukunft. Auch wenn Detailpläne noch fehlen, beschwichtigt Benko: "Was ich jetzt aber teilweise in den Zeitungen lesen muss, ist Blödsinn. Es wird nicht zu Massenschließungen kommen." Zwar seien Sanierungen unumgänglich, dennoch werde er "um jede Filiale kämpfen", sagt Benko. "Wenn ich die Kaufhof-Rettung für aussichtslos hielte, würde ich sie schlicht nicht angehen."
"Handelsblatt", S. 60 - 63 (Paid)