Klick-Tipp: Vice zeigt, wie die Bundesregierung in sozialen Medien influenced.

Klick-Tipp: Die Bundesregierung hat 2017 rund 5 Mio Euro in Social-Media-Kampagnen investiert, recherchiert das Vice-Portal Motherboard. Die Ausgaben flossen in Banner und Influencer-Kampagnen. Aus manchen YouTube-Videos und Instagram-Posts werde kaum ersichtlich, dass der Staat sie finanziere, kritisieren Anna Biselli und Sebastian Meineck. Besonders aktiv ist die Bundeswehr: Sie gab zusätzlich 1,7 Mio und noch einmal 2 Mio Euro für Webvideo-Serien aus – diese Produktionskosten sind noch nicht in den 5 Mio Euro enthalten.
motherboard.vice.com

Zitat: Oliver Kalkofe langweilt die TV-Berichterstattung von der Fußball-WM.

"Statt etwas zu ändern, gibt es Rechtfertigungen, warum die eigene Langeweile eigentlich ganz toll ist."

Fernseh-Kritiker Oliver Kalkofe nervt der Rechtfertigungsdrang der Öffentlich-Rechtlichen, der oft in Anbiederung ende, "die irrwitzig viel Geld kostet". Er schlägt vor, bei zukünftigen Weltmeisterschaften in Innovationen zu investieren.
tagesspiegel.de

Kritik: "Zeit" wirbt mit Medienkunde-Broschüren, die Facebook und Co zahlen.

Werbung: Richard Gutjahr kritisiert, dass die "Zeit" Broschüren und Arbeitsblätter zum "verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet" an Schulen verschickt und sich das Material u.a. von Google und Facebook finanzieren lässt. Die Content-Tochter Tempus Corporate hat bei Gutjahr angefragt, ob einer seiner "Zeit"-Artikel für ein Arbeitsblatt zum Thema Hatespeech verwendet werden darf. Er wundert sich, dass die "Zeit" sich für getarnte Werbung – an deutschen Schulen verboten – als Kooperationspartner hergibt. In der Broschüre Medienkunde zählt Gutjahr ein halbes Dutzend Werbeanzeigen zu Verlags-Produkten und kommerziellen Bildungsprogrammen.
gutjahr.biz

Fußball-Kommentatoren benehmen sich wie Marktschreier, kritisiert Jürgen Roth.

Fußball-Berichterstattung mutiert zum distanzlosen "Gefolgschafts-Journalismus", kritisiert Schriftsteller Jürgen Roth. Er untersucht seit 20 Jahren die Sprache rund um den Ballsport – und attestiert ihr, "nur noch Marktschreierei im Dienst der nationalen Sache" zu sein. Früher hätten Kommentatoren "das Spiel atmen lassen."
sueddeutsche.de

Meinung: Sandra Maischberger hält eine Talkshow-Pause nicht für nötig.

Sandra Maischberger widerspricht in der "Zeit" der Forderung nach einer Pause für Talkshows. Auch die Kritik, Sendungen wie ihre in der ARD hätten die AfD erst groß gemacht, weist sie zurück. Fernsehleute litten zwar gelegentlich an Selbstüberschätzung, das Phänomen betreffe aber einen Großteil Europas und schwele lange im Internet, bevor es an die Öffentlichkeit gelange.
"Zeit" 25/2018, S. 10 (Vorabmeldung)

Presserat: Netanjahu-Karikatur ist von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Süddeutsche Zeitung: Die Netanjahu-Karikatur von Dieter Hanitzsch überschreitet die Grenze zur Diskriminierung von Juden nicht und ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, entscheidet der Presserat mehrheitlich. Die Zeichnung zeigt Israels Premier Benjamin Netanjahu im Kleid der ESC-Gewinnerin. Er hält eine Rakete in der Hand, Ohren und Nase sind überzeichnet. Nach Antisemitismus-Vorwürfen hatte sich die "Süddeutsche Zeitung" von Karikaturist Hanitzsch getrennt.
dwdl.de, turi2.de (Karikatur), turi2.de (Hanitzsch)

Meinung: "Bild" dient sich unter Julian Reichelt dem AfD-Lager an.

Bild titelt unter Sturmschütze Chefredakteur Julian Reichelt häufiger über Asyl-Missbrauch und Flüchtlinge, beobachtet Moritz Tschermak. Seit dem 21. April kreischt es 21 mal "Flüchtlings-Randale" oder "Asyl-Chaos" von Seite 1. Mit der Berichterstattung über den mutmaßlichen Mörder der 14-jährigen Susanna texte "Bild" im Stil eines AfD-Tweets oder Beatrix-von-Storch-Posts, kritisiert Tschermak.
bildblog.de

Video-Tipp: "Zapp" beleuchtet einen von den Medien erfundenen Gewaltexzess.

Video-Tipp: Nach einem Protest vor dem Privathaus eines Polizisten in Hitzacker steigen Onlinemedien in die Berichterstattung ein, ohne selbst zu recherchieren und erfinden einen Gewaltexzess, kritisiert "Zapp". Die meisten Beiträge werden mit Symbolbildern versehen, die offenbar von den Krawallen um den G20-Gipfel in Hamburg stammen. Teilweise sogar, ohne die Bilder als Symbolbilder zu kennzeichnen.
ndr.de (7-Min-Video)

Zitat: Klaus Brinkbäumer sieht den "Spiegel" anders als so mancher Leser.

"Unser Selbstbild besagt, dass der 'Spiegel' von 2018 keine von alten Herren dominierte Firma mehr sei, sondern Spiegelbild einer modernen Gesellschaft."

"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer hört sich bei einer Leserkonferenz die Meinungen der Leser an, die den "Spiegel" entgegen seinem Selbstverständnis zuweilen "übermoralisch, selbstgerecht und allzu männlich" finden.
"Spiegel" 23/2018, S. 72-73 (Paid)

"Evening Standard" soll Google und Uber positive Berichte verkauft haben.

Google und Uber sollen der britischen Tageszeitung "Evening Standard" 0,5 Mio Pfund für positive Berichterstattung gezahlt haben. James Cusick, Ex-Korrespondent der Zeitung, berichtet auf dem Portal Opendemocracy.net davon. Die Firmen sollten demnach das Zeitungsprojekt "London 2020" unterstützen und dafür neben Advertorials positive Kommentare und eine Berichterstattung bekommen, "die man mit Geld nicht kaufen kann". Fragwürdig bei der Einbindung von Uber ist auch, dass George Osborne, Chefredakteur des "Evening Standard", hohe Anteile am Taxischreck hält. Ein Verlags-Manager von ESI Media dementiert die Vorwürfe. Google und Uber äußern sich ebenfalls nicht.
golem.de, opendemocracy.net (Bericht)

Verfassungsgericht: Möglichkeit zur Stellungnahme schützt nicht vor Gegendarstellung.

Gegendarstellungen sind auch möglich, wenn die Redaktion dem Betroffenen die Möglichkeit zur Stellungnahme einräumt, der diese aber nicht nutzt, urteilt das Bundesverfassungsgericht. Konkret ging es um einen "Spiegel"-Bericht von 2013, der Thomas Gottschalk Schleichwerbung in "Wetten, dass..?" vorwirft. Gottschalks Anwalt hatte den Vorwürfen zwar widersprochen, aber verboten, ihn daraus zu zitieren. Später setzte Gottschalk eine Gegendarstellung durch. Der Spiegel-Verlag betont den Unterschied zwischen unterlassener Stellungnahme und dem Verbot einer erfolgten Äußerung.
horizont.net

"TV Movie" erfindet ein Exklusiv-Interview mit zwei "Tatort"-Darstellern.

TV Movie enthält in der aktuellen Ausgabe ein dreiseitiges Exklusiv-Interview mit den Schauspielern Jan Josef Liefers und Axel Prahl – das Gespräch hat aber so nie stattgefunden, recherchiert DWDL. Eine Redakteurin hat den Text aus früheren Interviews, Äußerungen von Veranstaltungen und einer ARD-Pressemitteilung zusammengestückelt. Das Management der beiden Schauspieler bestätigt, dass kein Interview stattgefunden hat.
dwdl.de

Meinung: ZDF berichtet sexistisch und rassistisch über Meghan Markle.

ZDF logo_150Journalismus: Die Berichterstattung über die Royal Wedding strotzt beim ZDF vor rassistischen und sexistischen Stereotypen über Meghan Markle, kritisiert Frederik Schindler. Das Kommentatoren-Team thematisiert die Hautfarbe der Braut ständig und lässt sexistische Sprüche. Die Deutsche Welle fragt bei dem Sender nach, eine Entschuldigung kommt vom ZDF aber nicht.
taz.de

Zitat: Dieter Hanitzsch ist von seinem Rauswurf bei der "Süddeutschen" überrascht.

"Es ist nicht üblich, dass eine Zeitung wegen einer Zeichnung einen Karikaturisten rausschmeißt. Man kann ihn schimpfen, ihm eine Abmahnung geben. Aber Knall auf Fall rausschmeißen ist nicht die feine Art."

Karikaturist Dieter Hanitzsch sieht seinen Rauswurf bei der "Süddeutschen Zeitung" im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland als "Überreaktion".
haz.de, turi2.de (Background)

"Süddeutsche Zeitung" trennt sich von Karikaturist Dieter Hanitzsch.

Süddeutsche Zeitung trennt sich nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit von Karikaturist Dieter Hanitzsch. Grund ist eine Karikatur von Hanitzsch, die manche als antisemitisch empfunden haben. Die "Süddeutsche" hat sich nach öffentlicher Kritik entschuldigt, Hanitzsch sieht keinen Grund für eine Entschuldigung.
tagesschau.de, taz.de, haz.de (Reaktion Hanitzsch) turi2.de (Background)

Studie: Männer dominieren die Nachrichten in Europa.

Journalismus: Frauen sind in europäischen Nachrichten unterrepräsentiert, zeigt eine Studie des Europäischen Journalismus Observatoriums. In Autorenzeilen dominieren Männer mit 41 %, Frauen machen nur 23 % aus. Auch bei Fotos (43 % Männer, 15 % Frauen), Artikellängen sowie Fotogrößen in Zeitungen herrscht ein erhebliches Ungleichgewicht. Die Studie hat je zwei Zeitungen und digitale Nachrichtenportale in elf Ländern Europas, darunter u.a. Deutschland und Großbritannien, untersucht.
niemanlab.org

Meinung: Weite Teile der Premiere von "Live nach neun" beim WDR wirken beliebig.

Live nach neun, vom WDR produziertes Vormittagsmagazin, wirkt über weite Teile der Sendung beliebig, kritisiert Alexander Krei. Nach der Premiere erschließe sich ihm nicht, weshalb es die Sendung "angesichts des erfolgreichen ZDF-Magazins" Volle Kanne im Gegenprogramm brauche. Die Gespräche zwischen den beiden Moderatoren Isabel Varell, 56, und Tim Schreder, 27, wirkten "bisweilen arg angestrengt" – trotz der gut herausgearbeiteten "unterschiedlichen Ansichten verschiedener Generationen".
dwdl.de, turi2.de (Background)

Stefan Niggemeier findet "Reconquista Internet" mäßig gelungen.

Hör-Tipp: Jan Böhmermann will mit "Reconquista Internet" Netz-Hass mit Liebe bekämpfen, schafft das aber nur teilweise, findet Stefan Niggemeier. Auf den Twitter-Listen, die Böhmermann verbreitet, fänden sich z.B. neben Troll-Accounts auch konservative Profile, die einfach ihre Meinung verbreiten. Jemanden öffentlich als "rechten Troll" zu verunglimpfen, hat für Niggemeier wenig mit dem Verbreiten von Liebe zu tun. Dass Kritiker sich darüber empören, dass das ZDF an der Aktion indirekt beteiligt ist, findet Niggemeier verständlich, auch wenn die Anstalt ihm als freiem Mitarbeiter solche Aktionen nicht verbieten könne.
radioeins.de (5-Min-Audio)

Jenke von Wilmsdorff offenbart in "Jenke macht Mut" seine mitfühlende Seite, beobachtet Hans Hoff.

RTL: Jenke von Wilmsdorff kann auch anders und zeigt in Jenke macht Mut, dass er ein "mitfühlender Mensch" und nicht immer nur der "Draufgänger vom Dienst" ist, beobachtet Hans Hoff. Die "sehr ausführliche, sehr liebevoll gestaltete Reportage zum Thema Brustkrebs" bleibe dabei durchweg seriös und könne problemlos in jedem öffentlich-rechtlichen Sender laufen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 23 (Paid), sueddeutsche.de

Stefan Winterbauer vermisst bei Business Insider Deutschland echte Wirtschaftsthemen.

Business Insider Deutschland: Stefan Winterbauer findet echte Wirtschaftsthemen nur mit der Lupe. Vom internationalen Glanz der US-Seite spüre er bei Springers deutschem Ableger wenig. "Kritische und exklusive Berichterstattung" - so die Beschreibung - existiere zwar, verstecke sich aber oft zwischen bunten, auf Reichweite getrimmten Beiträgen, die nur im entfernteren Sinne mit Wirtschaft zu tun haben. Klick-Erfolge veröffentliche Business Insider Deutschland gerne auch mehrfach.
meedia.de

Meinung: ARD und ZDF denken über Schleichwerbung nur bei anfassbaren Produkten nach.

ARD und ZDF achten bei Produktnennungen besonders penibel darauf, dass diese nicht als Schleichwerbung gewertet werden – Ausnahme hierfür sei Facebook, beobachtet TV-Kritiker Hans Hoff. Bei den Öffentlich-Rechtlichen werde an Schleichwerbung nur noch gedacht, "wenn es um anfassbare Produkte geht". Dies sei verständlich, da es neben Facebook kaum Portale "mit ähnlich breitem Zuspruch" gebe. Hoff wirft die Frage auf, ob es dennoch nötig sei, die Alleinstellung des Monopolisten durch dauerhafte Werbung weiter zu festigen.
dwdl.de

Journalisten sollten sich nicht ausschließlich auf Polizeimeldungen verlassen, kritisiert Moritz Tschermak.

Journalisten verlassen sich zu sehr auf Polizeimeldungen und recherchieren selbst nicht nach, kritisiert Moritz Tschermak anhand der Berichterstattung zu einem Polizeieinsatz in Witzenhausen. Die dpa habe "über einen ganzen Tag" gebraucht, "bis auch die Demonstranten ihre Sicht bei der dpa erzählen durften" – die meisten Medien hätten die Meldungen der Nachrichtenagentur ohne weitere Recherche einfach übernommen.
bildblog.de

Bericht: Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger wirft Verlagen Propaganda vor.

Verlage nutzen ihre Zeitungen propagandistisch gegen ARD und ZDF, kritisiert Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger laut einem Bericht von Stefan Fries. Demnach hätten die Medienseiten der Zeitungen streckenweise nichts mehr mit Journalismus zu tun. Die ARD-Sender hätten beim Werben für die eigenen Interessen nicht dieselbe propagandistische Power und Skrupellosigkeit wie die Verleger.
stefan-fries.com

Lokaljournalismus muss Graustufen abbilden, findet Benjamin Piel.

Lokaljournalismus sollte seine Leser nicht erziehen wollen, sondern die Basis für Argumente-Austausch bilden, findet Benjamin Piel, ab Sommer Chefredakteur des "Mindener Tageblatt″. Guter Lokaljournalismus müsse alle Graustufen zeigen, alle Beteiligten zu Wort kommen lassen und dürfe z.B. nicht versuchen, Menschen von Trump oder der AfD wegzulotsen.
kress.de, turi2.de (Background)

Niggemeier kritisiert "Welt"-Bericht über angeblich verhinderten Anschlag.

Stefan Niggemeier kritisiert die Berichterstattung der "Welt" über den Verdacht auf einen geplanten Terroranschlag auf den Berliner Halbmarathon. Die Zeitung habe den möglichen Anschlag als tatsächlich geplant beschrieben und mit "ihrer übertriebenen Darstellung" auch die Berichterstattung anderer Journalisten geprägt, schreibt Niggemeier. Das Blatt habe auch nach Einschränkungen durch die Polizei an seinem Bericht festgehalten.
uebermedien.de

Hans Hoff kriegt Gehirnplaque durch die Vorhersehbarkeit deutscher Krimis.

Fernsehkrimis sind dank ewig gleicher Volksbeunlustigung zur Schrankwand im Gelsenkirchener Barock verkommen, ärgert sich TV-Kritiker Hans Hoff. Sogar "einst originelle Marken" wie der Münsteraner Tatort seien inzwischen nur noch "Abziehbilder ihrer selbst". Hoff prophezeit der Monokultur des deutschen Fernsehens ein ernsthaftes Problem, wenn die Zuschauer es ihm gleich tun und Krimis aus dem Angebot "mentaler Käfighaltung" abschwören.
dwdl.de

Meinung: Troll-Journalismus zieht in journalistische Institutionen ein.

Troll-Journalismus hat es von den "Klowänden des Internets" in seriöse Medien geschafft, beobachtet Alf Frommer in der Titelgeschichte der aktuellen "Zeit" von Jens Jessen. Jessen verzerre mit seinem "weinerlichen Abgesang auf den Mann" ein wichtiges gesellschaftliches Thema, "um nach Aufmerksamkeit zu heischen". Er stelle sich damit auf eine Stufe mit Ronja von Rönne und Julian Reichelt.
bildblog.de

Ulrike Simon: ARD ist nicht eins und deshalb auch nicht deins.

ARD macht ihrem Namen (Alle Reden Durcheinander) wieder alle Ehre, beobachtet Ulrike Simon. Statt eine emotionale Eigenmarketing-Kampagne einfach mal zu machen, beschäftigten sich immer länger immer mehr Bedenkenträger mit dem Thema. Am Beispiel dieser "Wir sind deins"-Kampagne zeige sich, dass die ARD längst nicht eins ist.
daily.spiegel.de (Paid)

Bei "Zapp" sprechen Patricia Schlesinger, Georg Restle und Stefan Raue über die Notwendigkeit einer ARD-Kampagne:

Fischer: Silke Burmester hat Aussagen verdreht und nur mit einer Seite gesprochen.

Silke Burmester gibt seine eigene Kritik an der "Zeit" falsch wieder und hat nicht das Gespräch mit ihm gesucht, antwortet Thomas Fischer auf eine Kolumne Burmesters. Er halte der "Zeit" keinen Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht vor, sagt Fischer, und wirft Burmester vor, seine Aussagen zu verdrehen. Die Kolumne der Medienjournalistin zeige eine "Verachtung für Diskurs und eine Totalisierung der Ideologie", in der es an Willen fehle, die eigene Position infrage zu stellen, meint Fischer.
meedia.de, turi2.de, turi2.de (Background)

Analyse: Berichte über Facebooks Datenskandal sind oberflächlich.

Medien berichten über Facebooks Datenskandal oft falsch oder oberflächlich, kritisiert Dennis Horn. So handle es sich bei den an Cambridge Analytica geflossenen Daten nicht um ein Datenleck, sondern um ein früher genutztes und inzwischen abgeschaltetes "Feature" von Facebook für App-Entwickler. Facebook verkaufe auch keine Nutzerdaten. Die größte Empörung über den Datenskandal zeigten offenbar diejenigen, die schon lange von Facebook genervt sind und aus aktuellem Anlass ihre Facebook-Auftritte deaktivieren.
medium.com, turi2.de (Background)

Meinung: Silke Burmester sieht "abgehalfterte männliche Journalisten" nach rechts abdriften.

Thomas Fischer könnte sich nach seiner Zwangstrennung von der "Zeit" aus Angst vor Bedeutungsverlust ein neues Zuhause bei den Publikationen der Angstmacher suchen, befürchtet Silke Burmester. Rechts-konservative Online-Medien würden eine "abgehalfterte männliche Journalisten-Elite zu neuer Strahlkraft" verhelfen.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Fischer)

Rheinneckarblogger Hardy Prothmann verteidigt fiktive Terror-Geschichte.

Rheinneckarblog: Blogger Hardy Prothmann wirft dem SWR vor, "sehr unsauber" über seine erfundene Geschichte über einen Terror-Angriff in Mannheim berichtet zu haben. Keiner der Journalisten, die von "Fake News" schrieben, kannte den Text hinter der Paywall komplett, ebenso der allergrößte Teil der Leute, die wüste Kommentare und Beschimpfungen hinterließen. Die massiven Reaktionen würden deutlich machen, "wie wenig Medienkompetenz beim Großteil der Kommentatoren erkennbar ist".
rheinneckarblog.de, turi2.de (Background)

Rheinneckarblog verbreitet angebliche Terror-Nachrichten.

Rheinneckarblog erfindet einen Beitrag über einen angeblichen Terroranschlag in Mannheim mit 130 Toten, Aufklärung gibt es erst hinter der Paywall. Blog-Betreiber Hardy Prothmann findet das rechtens, um Aufmerksamkeit für Fake News und "mögliche Bedrohungslagen" zu schaffen. Er habe sowohl den Bürgermeister als auch den Polizeipräsidenten informiert. Beide hatten gebeten, keine Falschmeldungen zu verbreiten. Im Netz erntet Prothmann einen Shitstorm.
deutschlandfunk.de, faz.net

Meinung: Germany’s Next Topmodel macht Teilnehmerinnen gefügig.

gntm_2016 150Germany’s Next Topmodel verlangt Unterwerfung von den Teilnehmerinnen und bügelt sie zu meinungslosen Puppen zurecht, glaubt Kerstin Hermelink – das sei schlimmer als Schlankheitswahn und Fixierung aufs Aussehen. Heidi Klum nutze Angst und Scham der Teilnehmerinnen aus und biete mit ihrer Jury eine "bizarre Karikatur des Jüngsten Gerichts".
"FAS", S. 9 (Paid)

Studie: Fake News gründen oft auf schlechter PR.

Fake News, die zum Bundeswahlkampf verbreitet wurden, basieren oft auf schlechten Pressemitteilungen und missverständlichen Formulierungen von Journalisten, sagt eine Studie der Berliner Stiftung Neue Verantwortung. Welt.de und Bild.de hätten Fake News auffällig oft weiter verbreitet. Eine große Falschnachrichten-Schwemme oder ein besonders gravierender Fall ist den Studien-Autoren nicht untergekommen.
"Spiegel 13/2018", S. 27 (Paid)

Presserat: Nicht repräsentative Online-Umfragen müssen gekennzeichnet sein.

Online-Umfragen unter Lesern, die nicht repräsentativ und auch nicht als solche gekennzeichnet sind, verstoßen gegen den Pressekodex, entscheidet der Presserat. Konkret ging es um eine Umfrage auf der Seite des "Münchener Merkurs", die ohne das Speichern von Cookies leicht manipulierbar war, berichtet Stefan Fries. Durch die fehlende Transparenz werde die journalistische Glaubwürdigkeit gefährdet.
deutschlandfunk.de

AfD-Politiker schimpft bei RT über den Islam – zugeschaltet aus dem MDR-Studio.

MDR leistet dem russischen Sender RT Produktionshilfe. Der sächsische AfD-Politiker Maximilian Krah wettert im internationalen Kreml-Kanal über den Islam und lässt sich dafür aus dem MDR-Studio Dresden zuschalten. Der MDR sagt, "Wir sind dazu verpflichtet". Die MDR-Tochterfirma MCS Sachsen agiere nur als technischer Dienstleister, so wie bei Anfragen anderer EBU-Sender auch. RT ist jedoch kein EBU-Mitglied.
tagesspiegel.de