Anna Hunger fragt die Branche, was sie vom Verteilen des "Deutschland-Kuriers" hält.

Werbe-Verantwortung: Anna Hunger fragt die Branche, ob die Südwestdeutsche Medienholding verantwortungslos handelt, wenn sie im "Stuttgarter Wochenende" den rechten "Deutschland-Kurier" als Beilage mitverteilt. Der DJV findet die Angelegenheit irritierend, Madsack äußert sich nur schwammig, Schwäbisch Media stellt sich gegen das Hetzblatt. Der BDZV will sich in wirtschaftliche Belange der Verlage nicht einmischen. DuMont distanziert sich, auch, weil die Postille dem "Berliner Kurier" optisch arg ähnelt. Der Presserat hält den "Deutschland-Kurier" eher für "ein Vereinsblatt".
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Meinung: Medien sollten ihre Rolle bei den Rufmord-Vorwürfen hinterfragen.

Rufmord-Vorwürfe: Die Medien nehmen den Fall des angeblichen Maschmeyer-Whistleblowers Stefan Schabirosky nicht als Anlass zur Selbstkritik, kritisiert Uwe Vorkötter. Mit Interviews und Vorabdrucken von Schabiroskys Buch bereiteten die Journalisten dem "charakterlosen Rufmörder" heute wieder die Bühne. Fassungslos macht Vorkötter, dass Journalisten und PR-Leute offenbar nichts aus früheren PR- und Medienaffären gelernt haben.
horizont.net, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Handelsblatt" interviewt Maschmeyer-Rufschädiger Stefan Schabirosky.

Handelsblatt interviewt Stefan Schabirosky, der angeblich eine groß angelegte Schmutzkampagne gegen Carsten Maschmeyer gefahren und vom Konkurrenzunternehmen DVAG bezahlt bekommen hat. Schabirosky sagt, mit seinem Enthüllungsbuch wolle er reinen Tisch machen, Maschmeyer bezahle ihn nicht dafür. Er habe sich an Maschmeyer gewandt, um sein Gewissen zu erleichtern und in der Hoffnung, Maschmeyer verklage die DVAG. Die meisten Insiderinformationen, die Schabirosky hatte, seien gar nicht dramatisch, aber leicht aufzubauschen gewesen. Die Journalisten hätten irgendwann nicht mehr richtig geprüft, was er ihnen anbot. 2014 und 2015 habe er versucht, sich erst dem "stern" und dann dem NDR zu offenbaren, beide Medien seien aber nicht darauf eingegangen. Maschmeyer und er hätten sich inzwischen ausgesprochen.
"Handelsblatt", S. 28 (Paid)Kommentieren ...

Thomas Tuma findet, Journalisten sollten Schabiroskys Enthüllungen als Anlass zur Selbstreflexion sehen.

Medienkritik: Der Fall Maschmeyer-Schabirosky sollte Journalisten Anlass zur Selbstreflexion geben, findet Thomas Tuma. Schabiroskys Enthüllungen zeigten, wie einfach es sei, anonyme Anzeigen einzureichen – und wie daraus oft harte Storys würden. In Zeiten von Fake News und PR-Schattenmännern brauche es mehr denn je "unabhängige Einordner" und sorgfältige Journalisten.
"Handelsblatt", S. 22 (Paid)Kommentieren ...

Alf Frommer findet es kleingeistig, Leo Fischer vom "Zeit Magazin"-Twitteraccount abzuziehen.

Satire: Leo Fischer (Foto) hat dem "Zeit Magazin"-Twitteraccount gut getan, findet Alf Frommer. Er bedauert den schnellen Abbruch der Übernahme. Der Satiriker habe den Magazinmachern und -lesern, die sich weltoffen und tolerant finden, den Spiegel vorgehalten. Frommer wundert sich, dass beim "Zeit Magazin" niemand mit diesem Ausmaß Satire gerechnet hat. Wahre Satiriker dürften sich nicht zurückhalten, nur weil sie vermeintlich auf der "gleichen Seite" stehen wie die, gegen die sich ihre Satire richtet.
kress.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Chelsea Manning kritisiert US-Zeitungen für Desinteresse an ihrem Material.

"2010 bin ich quer durch Washington D.C. geturnt, um die 'Washington Post' zur Veröffentlichung dieses Materials zu bringen, und dann bin ich zur 'New York Times' gegangen."

Whistleblowerin Chelsea Manning kritisiert im Interview mit der "Vogue", die "Washington Post" und die "New York Times" hätten kein Interesse an ihren geheimen Dokumenten gezeigt. Deshalb sei sie mit ihrem Material zu Wikileaks gegangen.
sueddeutsche.deKommentieren ...

SWR hat Ärger mit Geldangeboten für Talk-Gäste.

SWR hat Ärger, weil eine Produktionsfirma Personen Geld angeboten hat, die im SWR eine bestimmte Meinung vertreten. Der SWR distanziert sich von dieser Art der Gäste-Akquise und sagt, im SWR gebe es keine Talkgäste, die gegen Honorierung bestellte Aussagen machen. Das Format, für das die Gäste gesucht werden, heißt ausgerechnet "Mal ehrlich...". Dort sollen "normale Bürger" mit Politikern diskutieren.
tagesspiegel.deKommentieren ...

Sport-Experten berichten nicht journalistisch, kritisiert Ralf Wiegand.

Fußball-Experte: Dem Konflikt zwischen Mehmet Scholl und der ARD liegt das generelle Problem zugrunde, dass die Experten mit journalistischen Qualitätsansprüchen unvereinbar sind, findet Ralf Wiegand. Zwischen Sportjournalismus und -übertragungen gebe es einen Interessenskonflikt, Unterhaltungselemente kollidierten mit Doping-Recherchen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 9 (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Washington Post" kritisiert "New York Times" für als exklusiv verkauften Klimareport.

New York TimesWashington Post wirft der "New York Times" "Vollversagen" vor, weil die Zeitung ihren Lesern eine wissenschaftliche Zusammenfassung amerikanischer Klimaforscher als exklusiv verkauft hat. Die "New York Times" schreibt auch über die Sorge der Wissenschaftler, Trump könne die Inhalte zensieren. Der zugrundeliegende Klima-Bericht war nicht exklusiv, sondern im Netz frei verfügbar, die Zeitung korrigiert die Behauptung selbst in ihrer Korrekturspalte. Die Inhalte des Reports hat die "New York Times" korrekt wiedergegeben und kein anderes Medium hat zuvor darüber berichtet, Trump-Anhänger bringen dennoch eine Fake-News-Vorwurfslawine ins Rollen.
sueddeutsche.deKommentieren ...

Hör-Tipp: Journalisten beklagen unkritische Mode-Berichterstattung.

Hör-Tipp: Anja Aronowsky Cronberg, Gründerin einer Mode-Website, beklagt unkritischen Mode-Journalismus. Die Marken diktierten Inhalte. Mode-Journalisten bekämen nach positiven Artikeln über Mode üppige Geschenke der Marken. Die Beziehung zwischen Magazinen und der Werbeindustrie sei fast symbiotisch. Kritischer Journalismus sei auch bei bekannten Magazinen wie der "Vogue" eine Illusion.
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio)Kommentieren ...

"Nordbayerischer Kurier" entschuldigt sich für Eigenanzeige.

Nordbayerischer Kurier räumt Versagen bei einer Eigenanzeige in seinem Anzeigenblatt "Blickpunkt am Wochenende" ein. Dort präsentiert die Zeitung den meistgelesenen Artikel der Woche auf ihrer Homepage. Das war in der vergangenen Woche ein schwerer Unfall, bei dem zwei junge Menschen gestorben sind und einer schwer verletzt wurde. Durch die Anzeige habe der Nordbayerische Kurier die Hinterbliebenen der Opfer "in ein noch größeres Leid gestürzt", bedauert Chefredakteur Otto Lapp und schreibt: "Das hätte nicht passieren dürfen."
nordbayerischer-kurier.deKommentieren ...

TV-Korrespondent Cezary Gmyz vermittelt Polen ein verzerrtes Bild von Deutschland.

Deutschlandbild vieler Polen ist geprägt durch Cezary Gmyz, den Berlin-Korrespondenten des öffentlich-rechtlichen polnischen Fernsehens. Er präsentiere seinen Landsleuten ein Deutschland, dass scheinbar von Islamisten eingenommen und dem Gender-Wahn verfallen ist, schreibt Philipp Fritz. Gmyz schnappe lokale Geschichten von Mord und Totschlag auf und unterstelle "ungeprüft einen Zusammenhang mit Flüchtlingen". Sein Antrieb sei, sagt er, gegen "die Selbstzensur deutscher Journalisten anzukämpfen".
"Zeit" 32/2017, S. 9 (Paid)Kommentieren ...

Zitat: "Bild"-Ombudsmann Ernst Elitz kann nicht bei allen Leser-Anliegen etwas bewirken.

"Es gibt Menschen, die meinen, es wäre schon Fake News, wenn Merkel oder Schulz etwas sagen, das ihnen missfällt."

"Bild"-Ombudsmann Ernst Elitz kümmert sich seit Februar um Leser-Beschwerden, ist bei manchen Anliegen aber auch machtlos. In "Horizont" zieht er eine Halbjahres-Bilanz.
"Horizont" 31/2017, S. 21 (Paid)Kommentieren ...

Studie: Medien berichten über Flüchtlinge vorwiegend als Gewalttäter.

Flüchtlinge kommen in den Medien vor allem als Gewalttäter vor, sagt eine Studie der Hochschule Macromedia, die der "Journalist" veröffentlicht. Medienwissenschaftler Thomas Hestermann hat dafür von Januar bis April Berichte in der überregionalen Tagespresse und die TV-Hauptnachrichten untersucht. Demnach thematisiert "Bild" in 64 % der Berichte über Zuwanderer Kriminalität, in der "Süddeutschen" sind es knapp 40, in der "FAZ" noch 38 %. In der "taz" behandeln nur gut 18 % der Meldungen über Ausländer Kriminalität, in den Fernsehnachrichten sind es 52 %.
presseportal.de1 Kommentar

Hör-Tipp: Journalistik-Professor Michael Haller kritisiert Berichte über seine Studie.

Hör-Tipp: Journalistik-Professor Michael Haller wirft im Interview mit Detektor.fm der "Zeit" und anderen Medien vor, seine Studie über Medienberichte zur Flüchtlingskrise verkürzt und zugespitzt wiedergegeben zu haben. Er habe sich über die "merkwürdige Vorabmeldung der 'Zeit'" mit einem "so zugespitzten Teaser" gewundert. U.a. daran sehe man den Konkurrenzdruck der Medien, meint Haller. Die "FAZ" habe einen deutlich besseren Bericht über die Studie abgeliefert. Haller wisse nicht, ob er noch einmal vorab zur "Zeit" gehen würde und würde nächstes Mal dafür sorgen wollen, dass eine Vorabmeldung unterbliebe.
detektor.fm (10-Min-Audio), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Lese-Tipp: "Süddeutsche Zeitung" taucht in die einfache Welt der Klatschpresse ein.

Regenbogenblätter vermitteln ein erstaunlich einfaches Weltbild, beobachtet Johanna Adorján nach einer Woche Zwangslektüre für einen Text der "Süddeutschen Zeitung": Wer Sex hat, muss heiraten, Frauen brauchen einen Mann an ihrer Seite, Homosexualität kommt allenfalls in lustigen Tier-Geschichten vor.
sueddeutsche.de (Paid)Kommentieren ...

Meinung: Der Boykott rechtsradikaler Bücher wie "Finis Germania" nutzt den Völkischen.

Bücher: Die Sanktionierung rechtsradikaler Bücher wie Rolf Peter Sieferles Finis Germania adele diese Werke nur und verwandle sie in politisches Kapital, das den Völkischen nutzt, meint Felix Stephan. Stattdessen könnten Lesen, Kritik und Auseinandersetzung helfen. In kleinmütigen Versuchen, das rechte Gewaber aus den Bestsellerlisten zu verbannen, spiegele sich "ein bürokratischer Gestus, der das Denken schon lange eingestellt hat". Eine Elite, die sich vor lesenden Bürgern fürchte, offenbare Panik. Die Bücher von Extremisten und Faschisten müssten mit intellektuellen und rhetorischen Mitteln bekämpft werden - nicht mit Boykott.
welt.de (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Ex-DJV-Chef Konken sieht deutlichen Qualitätsverlust bei Lokalzeitungen.

"Der Stellenabbau der vergangenen Jahre hat sich negativ auf die Qualität ausgewirkt. Und der Medienkonsument quittiert es mit Abkehr von diesen Medien."

Ex-DJV-Chef Michael Konken stellt insbesondere bei Lokalzeitungen einen Qualitätsverlust fest. Journalisten und Politik müssten dringend eine Lösung für die Finanzierung des Journalismus finden.
kress.deKommentieren ...

Lese-Tipp: Leichte Sprache unterschlägt Informationen, kritisiert Adrian Lobe.

Lese-Tipp: Medien erweisen mit ihren Angeboten in leichter Sprache lesebehinderten Menschen einen Bärendienst, findet Adrian Lobe. Er plädiert dafür, stattdessen die Lesekompetenz zu stärken und zeigt, dass leichte Sprache das Risiko birgt, komplexe Texte zu demontieren und der Leserschaft wesentliche Informationen vorzuenthalten. Leseschwache erreichten Medien nicht, indem sie Nachrichten "im Kinderbuchstil" aufbereiten.
"FAZ", S. 13 (Paid)Kommentieren ...

Silke Burmester bescheinigt Medien noch viel Gleichberechtigungs-Arbeit.

Medien kämpfen um die Deutungshoheit von Frauenbildern, schreibt Silke Burmester. RTL2 empfindet sie dabei als das "Fernsehen gewordene Niveau-Äquivalent zu Donald Trump", die neue Castingshow "Curvy Supermodel" sei trotz aller Bemühungen unterm Strich Fleischbeschau. Männer in den Medien wähnen laut Burmester ihr Refugium in Gefahr, wenn über Gehälter gesprochen wird und würden darüber oft grantig.
sueddeutsche.deKommentieren ...

Susanne Beyer vom "Spiegel" äußert sich zu "Finis Germania".

Spiegel-Bestsellerliste: "Spiegel"-Vize Susanne Beyer erklärt, warum das umstrittene Buch "Finis Germania" nicht mehr auf der "Spiegel"-Bestsellerliste steht, nicht aber, warum die Chefredaktion das Entfernen des Buches nicht kommuniziert hat. Als Gründe nennt sie die besondere Verantwortung der Chefredaktion, weil ein "Spiegel"-Journalist es empfohlen hat, und dass sie den Verkauf des Buchs nicht befördern wolle.
spiegel.de, turi2.de (Background)1 Kommentar

Zitat: Für WDR-Intendant Tom Buhrow sind Journalisten nicht der Nabel der Welt.

"Es ist wichtig, die Menschen ernst zu nehmen und sich als Journalist nicht als Nabel der Welt zu sehen, der anderen erzählt, was richtig und was falsch ist."

WDR-Intendant Tom Buhrow plädiert bei den "Terrassengesprächen" der Verlagsgruppe Handelsblatt dafür, als Journalist seine Filterblase zu verlassen.
handelsblatt.com (mit Videos)Kommentieren ...

Journalistik-Professor Haller erklärt Medienverdruss mit der mörderischen Geschwindigkeit.

Medienverdruss ist die Folge vieler schneller Online-News ohne den dazugehörigen Kontext, glaubt Journalistik-Professor Michael Haller im Interview von Christian Meier. Die breite Berichterstattung zu Flüchtlingen habe viele überfordert – im Blickfeld bleibt dann nur, was die eigene Meinung bestätigt. Einige Nutzer wenden sich komplett von klassischen Medien ab. Haller befürchtet eine "Selbstvernichtung des Informationsjournalismus" und einen erodierenden Zusammenhalt der Gesellschaft.
welt.de (Paid)

Im Archiv: Ein Hinweis auf Hallers Studie zur Flüchtlings-Berichterstattung. Haller hat turi2 im Anschluss vorgehalten, die Ergebnisse "einseitig und überzogen" darzustellen.Kommentieren ...

Studie: Medien haben in der Flüchtlingskrise versagt.

Medienkritik: Sogenannte "Mainstream-Medien" haben während der Flüchtlingskrise versagt und Losungen der Politik unkritisch übernommen, sagt eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung unter der Leitung von Michael Haller. Wer Angela Merkels Regierungslinie kritisierte, sei von vielen Journalisten der Fremdenfeindlichkeit verdächtigt worden. Die Studie, über die die "Zeit" vorab berichtet, attestiere den klassischen Medien laut "Zeit" "gravierende Dysfunktionen". Die Autoren haben nach eigenen Angaben Tausende Artikel von "Süddeutscher Zeitung", "FAZ", "Welt", "Bild" und Regionalzeitungen aus dem Zeitraum von Anfang 2015 bis Frühjahr 2016 analysiert.
welt.de, zeit.de (Bericht), zeit.de (Vorabmeldung)

Update 4.8.
In einer früheren Version dieser Meldung hatte turi2 getitel, die Medien hätten "völlig versagt". Diese Aussage ist durch die OBS-Studie nicht gedeckt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
3 Kommentare

Meinung: Schorndorf-Skandalisierungen zeigen, wie peinlich mangelnde Recherche werden kann.

Schorndorf: Viele Medien haben sich mit recherchearmer Skandalisierung der Ereignisse bei einem Volksfest in der Nähe von Stuttgart am Wochenende blamiert, beobachtet Stefan Winterbauer. Eine handwerklich fragwürdige Pressemitteilung habe zu einer missverständlichen dpa-Meldung geführt, u.a. die "Welt" und T-Online.de hätten den Stoff "entsprechend alarmistisch" aufbereitet. Erst ausgeruhte Recherche durch "taz" und "Vice" habe nun das Lagebild vom typischen Volksfest mit einigen unschönen Szenen ergeben.
meedia.de, vice.com
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Zitat: Publizist Müller-Vogg wirft Journalisten zu große Nähe zu Politikern vor.

"Wenn ich abends mit einem Politiker beim Bier versackt bin, kann ich ihn am nächsten Morgen nur schwer in die Pfanne hauen."

Der Publizist Hugo Müller-Vogg kritisiert eine zu große Nähe zwischen Politikern und Journalisten. Hauptstadt-Korrespondenten würden sich nicht mehr trauen, Politiker deutlich zu kritisieren - angeblich aus Angst, dass ihnen weniger Informationen zugesteckt werden würden.
"Tichys Einblick" 08/2017 (Paid) via kress.deKommentieren ...

"Fake News"-Vorwurf: stern.de-Redakteur siegt vor Gericht gegen Blogger.

stern.de und Redakteur Marc Drewello wehren sich vor dem Landgericht Hamburg erfolgreich gegen die Zuschreibung "Fake-News-Produzent". Der Blauer-Bote-Blogger Jens Bernert kann seine "Nachrichtenfälscher"-These nicht belegen und soll jetzt die Kosten des Verfahrens tragen, schreibt Boris Rosenkranz. Die Richterin bereitet den Privatmann Bernert auf 5.000 bis 10.000 Euro Kosten vor.
uebermedien.de2 Kommentare

"Focus": AfD-Spitze will sich in Talkshows bei ARD und ZDF einklagen.

AfD fühlt sich bei den Talkshows von ARD und ZDF unterrepräsentiert und droht mit Klagen gegen die jeweiligen Redaktionen, kündigt der Vorsitzende Jörg Meuthen im "Focus" an. Die ARD weist den Vorwurf zurück, die Redaktionen entschieden selbst, welche Gäste sie zu welchen Themen einladen, nach rein journalistischen Kriterien.
"Focus" 29/2017, Vorabmeldung per Mail Kommentieren ...

Zitat: Fernsehmacherin Johanna Maria Knothe kritisiert Randrolle von Frauen im TV.

"Im Schnitt kommen zwei Männer auf eine Frau. Ein bisschen wie im Porno. Oder eben in einer Fahrprüfungssituation."

Die TV-Journalistin Johanna Maria Knothe kritisiert das schiefe Geschlechterverhältnis in ihrer Branche. Auch das "Neo Magazin Royale" von Jan Böhmermann, bei dem Knothe zu Gast war, reproduziere Klischees über Frauen.
jetzt.deKommentieren ...

Meinung: Rainer Wendt fordert wieder, ohne selbst Konsequenzen zu ziehen.

Rainer Wendt, das rhetorische Martinshorn unter den Polizei-Gewerkschaftern, läuft rund um die G20-Krawalle zur Hochform auf, beobachtet Boris Rosenkranz. Lautsprecher Wendt fordert vor diversen Mikrofonen den Rücktritt von Olaf Scholz, sitzt aber nach seinem Sold-Skandal unbeirrt fest im Sattel. N24, dpa und "Tagesschau" schenken Wendt gerne Gehör.
uebermedien.deKommentieren ...

Hamburger Polizei distanziert sich vom Tätergesuch der "Bild", Presserat prüft es.

bildlogoHamburger Polizei distanziert sich auf Nachfrage der "Süddeutschen Zeitung" vom Tätergesuch, das "Bild" am Montag auf der Titelseite veröffentlicht hat. Der Springer Verlag sagt selbst, dass es keine Absprache für die Veröffentlichung der Fotos gegeben habe. Beim Presserat sind zwei Beschwerden eingetrudelt, er prüft den Fall. Julian Reichelt erklärt in einem Facebook-Video, "Bild" werde die Daten nicht vertraulich behandeln. In Deutschland ist ein öffentlicher Fahndungsaufruf nach unbekannten Verdächtigen nur bei "nicht unerheblichen Straftaten" zulässig. "Bild" schreibt in der Dienstagsausgabe über "Steinewerfer Kevin", der sich dank der Berichterstattung an die Polizei gewandt und entschuldigt habe.
sueddeutsche.de, "Bild", S. 3 (Paid) turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Naturmedizin-Magazine verkaufen Sehnsucht statt echter Lebenshilfe.

Naturmedizin-Blätter wie "Landapotheke", "Natur & Heilen" oder "Mein schönes Land Apotheke" sprießen aus dem Zeitschriftenregal, beobachtet kritisch Medizin-Journalist Werner Bartens. Die Magazine verkaufen mehr die "Sehnsucht nach dem einfachen gesunden Leben" als echte Lebenshilfe. Rezepte, um dem Hund die Pfoten zu kühlen, sieht er als heiße Kandidaten für "das hübscheste First-World-Problem".
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Lese-Tipp: Maria Furtwängler vermisst ältere Frauen im TV.

Lese-Tipp: Maria Furtwängler, Schauspielerin und Gattin von Verleger Hubert Burda, hat mit ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 eine Studie zum Frauenbild im TV initiiert. Im "Spiegel"-Interview über Feminismus und Selbstzweifel bedauert sie, dass ältere Frauen im TV "so gut wie gar nicht vorkommen" und "irgendwo im TV-Bermudadreieck" verschwinden. Gern würde sie mal nur in Turnschuhen statt in High Heels über den roten Teppich laufen, hat sich bisher aber nicht getraut. In den Burda-Verlag einzusteigen stand für sie nie zur Frage, weil sie ihren Beruf als Schauspielerin "noch viel attraktiver" findet.
"Spiegel" 28/2017, S. 84 (Paid)Kommentieren ...

Zitat: Norbert Lammert mag keine TV-Talkshows.

"Ich mag keine Runden, bei denen schon die Zahl der Beteiligten und die Verpflichtung des Moderators, für eine gleichmäßige Verteilung der Redezeit zu sorgen, ausschließen, dass man zu einer gründlichen Auseinandersetzung kommen kann."

Bundestagspräsident Norbert Lammert erklärt im "Focus"-Interview, warum er TV-Talkshows lieber meidet.
"Focus" 28/2017, S. 36 (Paid)Kommentieren ...

Zitat: Bastian Sick findet Medien sprachlich zunehmend schlampig.

"Verlage haben Qualität eingespart, und das verärgert die Leser. Fast alle regen sich über die vielen Druckfehler auf."

Grammatik-Gottvater Bastian Sick beobachtet einen zunehmend schlampigen Umgang mit der deutschen Sprache in den Medien. Bei den meisten Zeitungen und Zeitschriften korrigiere eine Software und kein Mensch.
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