US-Journalist Jim Rutenberg: Guter Journalismus ist unersetzbar.

Seriöse Berichterstattung von klassisch ausgebildeten Reportern ist heute unermesslich wichtig, sagt New-York-Times-Autor Jim Rutenberg im Interview mit "Horizont". Donald Trumps Beschimpfungen von Journalisten änderten nichts daran, dass Medienberichte zum Rücktritt seines Sicherheitsberaters Michael Flynn geführt hätten. Die Aufgabe der US-Journalisten sei es, Fakten darzulegen und Trumps Erfindungen zu entlarven. Die "New York Times" erlebe den größten Zulauf seit der Watergate-Affäre.
horizont.netKommentieren ...

Dunja Hayali wirbt in der "Jungen Freiheit" für mehr Dialog.

Dunja Hayali und die rechte Junge Freiheit proben den Dialog – und finden in einem überraschenden Interview doch nicht zusammen. ZDF-Moderatorin Hayali bekräftigt, als Journalistin alle Menschen gleich zu behandeln. Sie bittet, nicht jeden Fehler als Absicht auszulegen. Interviewer Moritz Schwarz mimt die Stimme der Konservativen und fragt fair. Die Freitag erscheinende Zeitung druckt Hayalis Appell "Wir müssen reden!" auf den Titel.
"Junge Freiheit" 13/2017, S. 3 (Vorabexemplar), jungefreiheit.deKommentieren ...

Zitat: Stefan Aust wünscht sich weniger Hysterie in Mediendebatten.

"Wer sich verschrecken lässt durch Begriffe wie 'Lügenpresse', der hat nicht genügend Selbstbewusstsein."

"Welt"-Herausgeber Stefan Aust rät Kollegen, auf unsachliche Vorwürfe nicht hysterisch zu reagieren.

Aust über seinen Umgang mit Fake News:
"Ich hab bei meinem Computer eine kleine Taste, die sieht aus wie ein Papierkorb, da stecke ich das rein und dann ist das weg."

... über den "fast religiösen Begriff" Wahrheit:
"Der Begriff Wahrheit ist häufig eine Anmaßung. Es gibt viele Informationen, die man unterschiedlich interpretieren kann – es liegt immer im Auge des Betrachters."

... über mediale Hysterie:
"Es wird eine immer größere Tsunami-Welle, wenn irgendetwas passiert. Manche Informationen, die nicht wirklich überprüft sind, kriegen eine gewaltige Bedeutung – aber häufig ist es so, dass nach ein paar Stunden schon eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird."
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio)Kommentieren ...

Zitat: Frank Rosin will prekäre Ecken des Gastro-Geschäfts ausleuchten.

"Andere vorzuführen liegt mir nicht - die Menschen führen sich höchstens selber vor, indem sie offenbaren, dass sie sich in einer Branche selbständig gemacht haben, von der sie keine Ahnung haben."

Fernsehkoch Frank Rosin sieht "Rosins Restaurants", seine Rettungsshow für strauchelnde Gastronomen, als Akt der Nächstenliebe.
sueddeutsche.de, blendle.com (Paid)Kommentieren ...

Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier starten Podcast beim Streaming-Dienst Deezer.



Pod-zblitz: Moderatorin Sarah Kuttner, 38, und Medienkritiker Stefan Niggemeier, 47, starten sanft und sorgfältig einen Podcast. Ab heute soll Das kleine Fernsehballett immer dienstags beim Streaming-Dienst Deezer erscheinen. Kuttner und Niggemeier wollen in 45 Minuten über alles reden, "was aus viereckigen Geräten rauskommt und sich bewegt". Für ihr neues Format werfen beide eine hohe Social-Media-Reichweite in den Ring.

In ihrer Audio-Show wollen sie sich gemeinsam über das Fernsehen aufregen und lustig machen. Ein Interview mit Kuttner und Niggemeier, geführt von Imre Grimm, lässt erahnen, dass es im "kleinen Fernsehballett" vor allem um Spaß gehen soll. Viel Spaß und ein bisschen Ernst finden Podcast-Hörer schon seit Mai 2016 beim Streaming-Konkurrenten Spotify: Jan Böhmermann und Olli Schulz präsentieren exklusiv dort "Fest & Flauschig", das zuvor als "Sanft & Sorgfältig" in öffentlich-rechtlichen Radios lief. (Foto: Promo/Facebook)
haz.de, deezer.com (48-Min-Podcast)1 Kommentar

Hör-Tipp: Deutschlandfunk startet heute @mediasres.

Hör-Tipp: Die werktägliche Medien-Sendung @mediasres feiert um 15.35 Uhr im Deutschlandfunk Premiere. Leiter Stefan Koldehoff und sein Team wollen tagesaktuell arbeiten und "Sendung mit der Maus" für medieninteressierte Laien spielen. @mediasres ersetzt "Markt und Medien", das Samstag zum letzten Mal lief.
"Süddeutsche Zeitung", S. 23 (Koldehoff), deutschlandfunk.de (Markt und Medien)Kommentieren ...

Basta: Zum Abschreiben ist die "Lügenpresse" gerade gut genug.

Falsch gespickt: Das rechte Magazin "Info-Direkt" aus Österreich schreibt fleißig ab – bei der "taz", dem "Spiegel", tagesschau.de und "Handelsblatt". Die Initiative Stoppt die Rechten listet viele Beispiele auf. Dumm gelaufen: Die genannten Medien sind für "Info-Direkt" eigentlich Hetze verbreitende Mainstream-Medien und "Lügenpresse".
derstandard.at, profil.at1 Kommentar

Meinung: Leser sind es satt, von Medien bevormundet zu werden.

Medienkritik: Viele Leser und Zuschauer sind es satt, von Medien bevormundet zu werden, sagt Jörg Quoos. Der Chef der Funke-Zentralredaktion beobachtet, dass viele Leser die Realität anders wahrnehmen als die Medien sie beschreiben - etwa in der Flüchtlingskrise. Quoos empfiehlt, Nachricht und Kommentar klar zu unterscheiden. Auch bei der Trennung von Werbung und Redaktion seien einige Medien nachlässig geworden.
pr-journal.deKommentieren ...

"Psychologie heute": Unsere Schwäche für Fake-News liegt in den Genen.


Wenn Sie diesem Mann glauben, sind vielleicht die Neandertaler schuld (Foto: picture-alliance.com/newscom)

Fake ist Trump(f): Viele Menschen glauben den Lügen von Demagogen, wenn diese ihre Botschaften nur oft genug über soziale Medien verbreiten - daran ist ein archaischer Reflex des Menschen schuld, schreibt Autor Klaus Wilhelm in der April-Ausgabe des Fachmagazins "Psychologie heute". Demnach reagieren Menschen seit Jahrtausenden vor allem bei (vermeintlicher) Gefahr weniger mit dem Verstand als mit dem Gefühl - und glauben denjenigen Menschen und Parolen, die sie zu kennen glauben.

Diesen, für die Meinungsbildung in einer Demokratie erschreckenden Umstand erklärt Tom Stafford von der University of Sheffield: "Je besser und simpler wir uns an etwas erinnern, desto wahrscheinlicher glauben wir, dass es wahr ist." Entstanden ist der Mechanismus in grauen Vorzeiten, quasi im Neandertal, als eine schnelle Reaktion auf das Auftauchen eines Säbelzahntigers wichtiger war als ein gründliches Überdenken der Situation. Demagogen ziehen daraus den einfachen, aber wirkungsvollen Schluss: "Wiederhole eine Lüge oft genug, und sie wird zur Realität."

Studien aus den USA zeigen, dass z.B. Probanden die Behauptung "Ein Sari ist der Rock, den die Schotten tragen" glaubten, wenn sie diese Aussage oft genug gehört hatten - obwohl sie vorab den Schottenrock richtig als Kilt identifiziert hatten. Jason Reifler von der University of Exeter sieht Fake-News als "absolute Gefahr für die Demokratie". Das beste Gegenmittel ist für Reifler ein schneller Gegencheck von glaubwürdigen Absendern - so bringe z.B. ein sofortiger Faktencheck in einer Polittalk-Sendung viel.
"Psychologie heute", 4/2017, S. 34-37 (Paid), "Psychologie heute" (Kennenlern-Abo)
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Deutschlandfunk gibt Silke Burmester eine Medienkolumne.

Silke Burmester berichtet wieder von der Medienfront: Die frühere Medienkolumnistin der "taz" bekommt in Mediasres, dem neuen Medienmagazin des Deutschlandfunks, einen regelmäßigen Auftritt. Burmester hatte ihre "taz"-Kolumne Die Kriegreporterin 2016 nach sieben Jahren eingestellt. "Mediasres" läuft ab 20. März von Montag bis Freitag im Deutschlandfunk. Weitere Kolumnisten sind Christian Ulmen, Matthias Dell und Marina Weisband.
twitter.com/medienmagazin, twitter.com/SilkeBurmester, deutschlandradiokultur.deKommentieren ...

Lese-Tipp: Gabor Steingart befragt Leser zur Zukunft der Medien.

Lese-Tipp: "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart hat in seinem Morning Briefing gefragt, welche Medien Deutschland braucht und wie sie sich ändern müssen. Mehr als 350 Leser haben geantwortet, schreibt Steingart und veröffentlicht 20 Statements in einer Extra-Ausgabe des Newsletters.

Die Leser-Kommentare gehen dabei weit auseinander: Die einen beklagen zur wenig Vielfalt und Berichterstattung auf Regierungslinie, die anderen loben die Unabhängigkeit, speziell das "Handelsblatt" und ihren Herausgeber. Die Leser fordern außerdem eine klarere Trennung zwischen Bericht und Kommentar und kritisieren "Nanny-Journalismus". Andere sehen das Übel bei Twitter und Facebook.
handelsblatt.com
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Meinung: Deutsche Medien haben bei VW-Affäre versagt.

VW-Affäre: Investigative Journalisten haben beim Abgas-Skandal von VW versagt, kritisieren Holger Stark und Nicolas Richter, Investigativchefs von "Zeit" und "Süddeutscher Zeitung". Im Interview mit Daniel Bouhs für das "Medium Magazin" nennt Richter es "bizarr", dass die Recherchen aus den USA gekommen sind und in Deutschland nichts aufgefallen sei. Er wolle nun "genau herausfinden, wer wann was gewusst hat".
"Medium Magazin", 2/2017, S. 24-29 (Paid), presseportal.deKommentieren ...

Joachim Gauck lobt und kritisiert im "Spiegel" den deutschen Journalismus.

Joachim Gauck fordert im Interview mit "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer und Redakteur Marc Hujer einen Journalismus, der "auch mal das Gelingen in den Mittelpunkt" stellt. Es müsse zwar "eine Instanz geben, die benennt, was nicht funktioniert", Gauck sieht die Politik aber so dargestellt, "als sei das, was nicht klappt in diesem Land, die Regel". Gleichzeitig lobt der scheidende Bundespräsident den deutschen Journalismus als unglaublich vielfältig. Scharfe Kritik übt Gauck am Umgang der Türkei mit den Medien. Die Inhaftierung von Journalisten - u.a. des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel - nennt er "inakzeptabel" und eine Gefahr für die Demokratie. Außerdem lasse sich fragen, so Gauck, ob die Türkei noch den Anspruch habe, "eine Demokratie und ein Rechtsstaat zu sein".
"Spiegel", 10/2017, S. 32-35 (Paid)
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Basta: Fake-News fokussiert anleinen.

BastaFaken, faken, faken - und an die Leser denken: Ganz Mediendeutschland, außer Correctiv, winkt ab, als Facebook fragt, wer Fake News prüfen mag. Ganz Mediendeutschland? Nein - ein kleiner, feiner Hort der Qualität, der nie Clickbaits oder ungefilterte Polizei-Meldungen verschleudern würde, hält die Kerze des Wahren hoch. Focus Online erklärt sich "bereit", Facebook zu helfen.
spiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Timo Niemeier fürchtet Schaden an "Terra X" durch "Terra Xpress".

Terra Xpress 150ZDF beschädigt mit dem auf Unterhaltung getrimmten Wissensmagazin Terra Xpress die angesehene Doku-Marke Terra X, warnt Timo Niemeier. "Nachgestellte Szenen, schlechte Laiendarsteller und dramatische Erzählweise" dominieren die Sendung, so dass der Zuschauer glaube, in einem der Blaulichtformate von RTL oder Sat.1 gelandet zu sein. Das ZDF sagt, die Zuschauer würden laut eigener Medienforschung "keine inhaltlichen Verbindungen zwischen den beiden Programmmarken herstellen".
dwdl.deKommentieren ...

Zitat: Jan Böhmermann geht Themen anders an.

Jan Böhmermann Dezember 2016-150"Wenn der Herausgeber einer großen Zeitung den Kanzlerkandidaten der SPD danach beurteilt und abwertet, dass er kein Abitur hat und Alkoholiker war, ist das Thema, um das ich mich kümmere, nicht der Kanzlerkandidat, sondern der Herausgeber dieser Zeitung."

Jan Böhmermann, vom medium magazin zum "Unterhaltungsjournalisten des Jahres" gekürt, sagt in seiner Dankesrede, dass er Themen anders angeht.
youtube.com (4-Min-Video)

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MDR startet Medienkompetenz-Portal Medien360G.

MDR_Medien360G-600
Medien-Erklärer: Der MDR hat heute sein Medienkompetenz-Portal gestartet, das Intendantin Karola Wille erstmals Ende 2015 angekündigt hat. Medien360G heißt das Portal, das sich als Content-Netzwerk sieht und neben eigenen Beiträgen auch Inhalten von Kooperationspartnern wie dem NDR-Medienmagazin Zapp und Übermedien einen weiteren Ausspielweg bieten will.

Das Portal soll einen "neugierigen Blick auf die sich stetig verändernde Medienwelt werfen" und Orientierung in der digitalen Medienvielfalt leisten, sagt Boris Lochthofen, Direktor des MDR-Landesfunkhauses Thüringen, wo die Redaktion mit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angesiedelt ist.

Zum Start dominiert auf dem Portal das Thema Fake News, das der MDR am Tag der Internetsicherheit im TV, Radio und Online in den Mittelpunkt gestellt hat. Weitere Themen sind etwa Social Bots, Datenschutz oder Wege in den Journalismus. Auch den Audio- und Video-Projekten von Nachwuchs-Medienmachern aus Offenen Kanälen, Ausbildungssendern oder Hochschul-TV gibt Medien360G eine Plattform.
flurfunk-dresden.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Klatschhefte verbreiten seit Jahren Fake News.

Yellow Press Klatschmagazine 150Fake News sind seit Jahren ein Geschäftsmodell der Yellow Press, schreibt Jörg Thomann. Die Redaktionen liefern sich Woche für Woche einen "Wettstreit um die abenteuerlichste Interpretation von Agenturfotos", ihre Neuigkeiten über Schlagerstars und Königsclans sind "großenteils erfunden". Für Fake News im Netz seien "ältere, sich unterprivilegiert wähnende Männer" besonders empfänglich, bei Klatschheften seien es "eher ältere, nicht eben privilegierte Frauen".
faz.netKommentieren ...

"Spiegel"-Cover erhitzt die Gemüter.

Layout 1Spiegel geht mit seinem aktuellen Titelbild auf Konfrontationskurs: Bild.de-Chef Julian Reichelt twittert, die Grafik sei das "mit Abstand abstoßendste und geschmackloseste 'Spiegel'-Cover aller Zeiten". FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff sagt "Bild", der Titel spiele "in ekliger Weise mit dem Leben von Terroropfern". Die "Washington Post" dagegen findet das Cover "überwältigend".
focus.de, bild.de, meedia.deKommentieren ...

Roman Pletter portraitiert Roland Tichy als Grantler, der Konsens nicht aushält.

Roland Tichy 150Roland Tichy sucht den Streit, will aber zugleich gemocht werden, schreibt Roman Pletter in seinem Portrait in der "Zeit". Als Kommentator sei Tichy scharf im Ton, im persönlichen Umgang aber auch charmant und lustig. Doch der "Grantler in Roland Tichy" konnte Konsens noch nie gut aushalten. Mit seiner Debatten-Plattform Tichys Einblick mache er sich zum "Bauchredner von Menschen, die nur die totale Kapitulation abweichender Meinungen akzeptieren".
"Zeit" 6/2017, S. 22/23 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Roland Tichy zieht eine positive Bilanz als Medienunternehmer.
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Wissenschaftler: Deutsche haben mehr Vertrauen in Medien als 2008.

lügenpresse_symbolbildVertrauen in die Medien sinkt doch nicht pauschal: Laut Kommunikationswissenschaftlern der Uni Mainz vertrauen heute 40 % der Deutschen den Medien in wichtigen Fragen. 2008 waren es nur 29 %. Aber die Medien polarisieren stärker als früher - auch der Anteil der Bürger, die ihnen misstrauen, ist seit 2008 von 9 auf 24 % gestiegen, sagen die Forscher der "Zeit".
zeit.de, dwdl.deKommentieren ...

Roland Tichy sieht "Werben & Verkaufen" als Koordinationsstelle seiner Gegner.

Roland Tichy 150Roland Tichy, Herausgeber von Tichys Einblick, wittert eine Verschwörung im Süddeutschen Verlag, berichtet der mutmaßliche Mitverschwörer Frank Zimmer, Online-Chef der "Werben & Verkaufen". Von der Redaktion der "W&V" aus werde eine Kabale gesteuert, in der, so Tichy im Interview mit Jörg Wagner, "bestimmte Werbeagenturen" im Regierungsauftrag "gewissermaßen als Lohn für die fetten Aufträge politische Gegner niederkämpfen".
schmalbart.de (Zimmer), wwwagner.tv (Tichy), turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Roland Tichy zieht eine positive Bilanz als Medienunternehmer.
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Basta: Cat-Content für kluge Köpfe.

Embassy Cat 150Für die Katz: "FAS"-Autor Jörg Albrecht hat sich mit einer der radikalsten Lobbygruppen überhaupt angelegt - Katzenliebhaber. In einem Kommentar hatte er die Einführung einer Katzensteuer angeregt. Dafür erntet er Reaktionen wie "faschistoid, populistisch und undifferenziert" oder "unsachlicher Artikel auf niedrigstem Niveau", aber auch Zuspruch. Das reicht in der Sonntagszeitung für eine ganze Seite voll Cat-Content-
"FAS", S. 7 (Paid)Kommentieren ...

Zitat: Bodo Hombach warnt Medien vor "fideler Resignation".

Bodo Hombach 150"Zu viele Medien gebärden sich als Komparserie des Mainstreams. Anstatt den Appell aufzunehmen und zwischen allen Fronten interessiert zu prüfen und aufzuklären, gefallen sie sich in einer Art fideler Resignation."

Bodo Hombach, Ex-Kanzleramtsminister und ehemaliger "WAZ"-Geschäftsführer, äußert im Gastbeitrag fürs "Handelsblatt" die Befürchtung, dass Medien die kleinen Leute aus dem Blick verlieren.
"Handelsblatt", S. 64 (Paid)
1 Kommentar

Zitat: Jürgen Kaube findet die Empfänglichkeit für Fake-News problematisch.

Jürgen Kaube, FAZ"Kommunikation hat, Stichwort Warentest, gegenüber Geschirrspülmaschinen den Vor- wie Nachteil, dass sie ganz leicht hervorzubringen ist und umso leichter, wenn in Lügenabsicht einfach nur das Gegenteil von anderer Kommunikation behauptet werden soll."

"FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube sieht beim Thema Fake-News nicht ihre Produktion, sondern die Empfänglichkeit für sie als eigentliches Problem.
"FAZ", S. 11 (Paid)Kommentieren ...

Presseanwalt Heinrich Senfft ist tot.

Heinrich_Senfft_150Heinrich Senfft, 88, ist gestorben. Der Presseanwalt, spezialisiert auf Medienrecht, vertrat u.a. "stern" und "Zeit". Großen Erfolg hatte er, als er Günter Wallraff gegen "Bild" vertrat: In letzter Instanz entschied damals das Bundesgericht, die von Wallraff aufgedeckten Methoden der Zeitung seien mit "den Aufgaben der Presse schwerlich in Einklang" zu bringen und ihre Aufklärung deshalb legitim. (Bild: ZDF/Guy Mertin)
taz.deKommentieren ...

WDR-Studie: 89 % der Deutschen sind mit medialem Informations-Angebot zufrieden.

lügenpresse_symbolbildMedienvertrauen: Das öffentlich-rechtliche Radio genießt in Deutschland die größte Glaubwürdigkeit, sagt eine WDR-Studie. Die Radiosender kommen demnach auf Zustimmungswerte von 74 %, gefolgt von öffentlich-rechtlichen TV-Sendern (72 %) und den Tageszeitungen (65 %). Allerdings gehen 42 % der Befragten davon aus, dass die Medien politischen Vorgaben folgen. Den Lügenpresse-Vorwurf lehnt eine Mehrheit von 75 % ab - 3 % mehr als vor einem Jahr.
meedia.de, presseportal.deKommentieren ...

Zahl der Beschwerden beim Presserat nimmt ab.

PresseratPresserat hat 2016 rund 500 Beschwerden weniger erhalten als 2015, insgesamt 1.851. Mehr als zwei Drittel davon beziehen sich auf Online-Artikel, gegen die Berichterstattung in Zeitungen und Zeitschriften richtet sich rund ein Viertel der Beschwerden. Einer der Gründe für die Verschiebung: Beschwerden gegen Online-Berichte lassen sich online einfacher einreichen.
meedia.deKommentieren ...

BuzzFeed veröffentlicht unbelegte, explosive Vorwürfe gegen Trump.

donald-trump-150Donald Trump: BuzzFeed veröffentlicht ein Dossier, in dem ein Analyst u.a. behauptet, die russische Regierung verfüge über kompromittierendes Material ("perverted sexual acts") über den künftigen US-Präsidenten. Der Stoff ist journalistisch umstritten, weil bisher unbestätigt. Der Analyst hinter dem Material soll ein ehemaliger britischer Geheimdienstler sein, der während des Wahlkampfs zunächst für republikanische, später für demokratische Trump-Gegner recherchiert hat. Das Dossier liege einer Reihe von Redaktionen und Politikern in Washington seit einigen Wochen vor.
nytimes.com, buzzfeed.com (Veröffentlichung), washingtonpost.com (Kritik)1 Kommentar

Zitat: Jörg Kachelmann wünscht sich fairen Umgang der Medien mit Kai Diekmann.

kachelmann150"Die Frage ist, wie sich die kleinen People-Magazine verhalten, deren Chefredakteure nicht mental davon abhängen, in der Elbphilharmonie fünf Plätze schräg hinter Friede Springer sitzen zu dürfen."

Jörg Kachelmann sieht die Gefahr, dass gerade kleinere Yellow-Blätter die Vorwürfe gegen Kai Diekmann für einen Scoop ausschlachten könnten.
taz.de (Interview), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Hans-Peter Siebenhaar findet Content Marketing "brandgefährlich".

Hans-Peter Siebenhaar"Content-Marketing ist brandgefährlich für eine Gesellschaft, die Ehrlichkeit und Transparenz ernst nimmt. Denn diese Werbeform beschädigt kontinuierlich den kritischen Journalismus."

Medienjournalist Hans-Peter Siebenhaar warnt davor, dass der Vertrauensverlust in die Medien letztlich Populisten in die Hände spiele.
handelsblatt.com
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Meinung: Anja Francesca Richter sieht "Tutti Frutti"-Revival als Desaster.

tutti-frutti-150Tutti Frutti war ein "TV-Desaster", beurteilt Anja Francesca Richter die Neuauflage der RTL-Show. Ihr missfallen die "wohl simpelsten Spiele seit Menschengedenken", das Studiodesign in "quietschbunter 70er-Jahre-Scheußlichkeit" und die unzähligen Rückblenden. Trotzdem haben 360.000 Zuschauer eingeschaltet, 150.000 davon aus der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen, und RTL Nitro einen Marktanteil von 1,6 % bescheren.
abendblatt.de (Richter), dwdl.de (Quoten)Kommentieren ...

Zitat: Roland Tichy will nicht als Scharfmacher gelten.

Roland Tichy 150"Wenn man von der liberal-konservativen Seite kommt, wird jede Überschrift zelebriert als Angriff auf das Grundgesetz."

Roland Tichy streitet Clickbait für Facebook bei Tichys Einblick ab – auch die "linksgestrickteren Kollegen" würden ähnlich entschieden und witzig formulieren.
youtube.com (7-Min-Interview), youtube.com (15-Min-Fassung)Kommentieren ...

Lese-Tipp: Der "Spiegel" feiert nachdenklich.

spiegel-seit-1947-150Lese-Tipp: Der "Spiegel" feiert seinen 70. Geburtstag mit 66 Sonderseiten. Ullrich Fichtner lässt keine Sektkorken knallen und analysiert im Titel-Essay "Die große Erosion" den Umbruch in Politik und Medien. Korrespondenten beschreiben den Status der Pressefreiheit in allen Teilen der Welt. Birgit Großekathöfer macht aus der Geschichte des "Spiegel" eine Visual Story.
"Spiegel" 01/2017, S. 16-27 (Paid), magazin.spiegel.de (Paid)Kommentieren ...

Facetime mit … Roland Tichy: "Das Geschrei wird schriller, aber leiser".


Der Meinungskrieg geht weiter: Roland Tichy blickt auf ein erfolgreiches Jahr als Medienunternehmer zurück. Der Ex-Chefredakteur der "WirtschaftsWoche" polarisiert mit Tichys Einblick online und in Print. Seinen Kritikern unterstellt Tichy "böse Absicht" – wer anderer Meinung sei, werde in Deutschland schnell als AfD-nah oder Nazi dargestellt. "Das Geschrei wird schriller, aber leiser", sagt Tichy im turi2.tv-Gespräch – immer mehr Menschen bildeten sich ihre Meinung im Netz selbst.

Sie würden Stereotype und Urteile von außen nicht mehr einfach akzeptieren, sondern selber nach Fakten suchen. Auf den Vorwurf, selbst mit Sterotypen zu arbeiten, geht Tichy nicht ein und spielt den Ball zu Kollegen: Auch die "grandiose taz" arbeite mit provokanten Überschriften. Tichys Einblick soll 2017 weiter wachsen und multimedialer werden. Geschichten der Zeitschrift "Tichys Einblick" werden zu Videos – die wechselseitige Durchdringung der Medien mache Spaß.
youtube.com (7-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), youtube.com (ungekürzte 15-Min-Fassung)

Aus dem Archiv: interview2 mit Roland Tichy über seine Arbeit für Xing.

Ungeschnitte Fassung des Gesprächs:
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Klick-Tipp: Jesu Geburt, wie Übermedien sie sieht.

weihnachtskrippe-150Klick-Tipp: Peter Breuer und Boris Rosenkranz verkünden die frohe Botschaft für alle Zielgruppen, angefangen bei der hoch seriösen dpa-Meldung "In einem Stall in Bethlehem ist am Abend Jesus Christus geboren worden", über die Enthüllung "Josef ist gar nicht der Vater" ("SZ", NDR, WDR) bis zu "Schwanger ohne Sex - kann das denn wirklich sein?" ("Bravo").
uebermedien.deKommentieren ...

Zitat: Stephan Scherzer findet, jede Kritik habe ihre Grenzen.

stephan-scherzer-150"In Deutschland hat jeder das Recht auf seine eigene Meinung und kann die auch deutlich sagen, schreiben oder auf Demonstrationen vertreten, aber niemand hat das Recht auf eigene Fakten."

VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer ist besorgt, weil der "Lügenpresse"-Vorwurf nun selbst gegen Auto- oder Computer-Magazine erhoben wird.
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