Basta: Fake-News fokussiert anleinen.

BastaFaken, faken, faken - und an die Leser denken: Ganz Mediendeutschland, außer Correctiv, winkt ab, als Facebook fragt, wer Fake News prüfen mag. Ganz Mediendeutschland? Nein - ein kleiner, feiner Hort der Qualität, der nie Clickbaits oder ungefilterte Polizei-Meldungen verschleudern würde, hält die Kerze des Wahren hoch. Focus Online erklärt sich "bereit", Facebook zu helfen.
spiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Timo Niemeier fürchtet Schaden an “Terra X” durch “Terra Xpress”.

Terra Xpress 150ZDF beschädigt mit dem auf Unterhaltung getrimmten Wissensmagazin Terra Xpress die angesehene Doku-Marke Terra X, warnt Timo Niemeier. "Nachgestellte Szenen, schlechte Laiendarsteller und dramatische Erzählweise" dominieren die Sendung, so dass der Zuschauer glaube, in einem der Blaulichtformate von RTL oder Sat.1 gelandet zu sein. Das ZDF sagt, die Zuschauer würden laut eigener Medienforschung "keine inhaltlichen Verbindungen zwischen den beiden Programmmarken herstellen".
dwdl.deKommentieren ...

Zitat: Jan Böhmermann geht Themen anders an.

Jan Böhmermann Dezember 2016-150"Wenn der Herausgeber einer großen Zeitung den Kanzlerkandidaten der SPD danach beurteilt und abwertet, dass er kein Abitur hat und Alkoholiker war, ist das Thema, um das ich mich kümmere, nicht der Kanzlerkandidat, sondern der Herausgeber dieser Zeitung."

Jan Böhmermann, vom medium magazin zum "Unterhaltungsjournalisten des Jahres" gekürt, sagt in seiner Dankesrede, dass er Themen anders angeht.
youtube.com (4-Min-Video)

Kommentieren ...

MDR startet Medienkompetenz-Portal Medien360G.

MDR_Medien360G-600
Medien-Erklärer: Der MDR hat heute sein Medienkompetenz-Portal gestartet, das Intendantin Karola Wille erstmals Ende 2015 angekündigt hat. Medien360G heißt das Portal, das sich als Content-Netzwerk sieht und neben eigenen Beiträgen auch Inhalten von Kooperationspartnern wie dem NDR-Medienmagazin Zapp und Übermedien einen weiteren Ausspielweg bieten will.

Das Portal soll einen "neugierigen Blick auf die sich stetig verändernde Medienwelt werfen" und Orientierung in der digitalen Medienvielfalt leisten, sagt Boris Lochthofen, Direktor des MDR-Landesfunkhauses Thüringen, wo die Redaktion mit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angesiedelt ist.

Zum Start dominiert auf dem Portal das Thema Fake News, das der MDR am Tag der Internetsicherheit im TV, Radio und Online in den Mittelpunkt gestellt hat. Weitere Themen sind etwa Social Bots, Datenschutz oder Wege in den Journalismus. Auch den Audio- und Video-Projekten von Nachwuchs-Medienmachern aus Offenen Kanälen, Ausbildungssendern oder Hochschul-TV gibt Medien360G eine Plattform.
flurfunk-dresden.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Klatschhefte verbreiten seit Jahren Fake News.

Yellow Press Klatschmagazine 150Fake News sind seit Jahren ein Geschäftsmodell der Yellow Press, schreibt Jörg Thomann. Die Redaktionen liefern sich Woche für Woche einen "Wettstreit um die abenteuerlichste Interpretation von Agenturfotos", ihre Neuigkeiten über Schlagerstars und Königsclans sind "großenteils erfunden". Für Fake News im Netz seien "ältere, sich unterprivilegiert wähnende Männer" besonders empfänglich, bei Klatschheften seien es "eher ältere, nicht eben privilegierte Frauen".
faz.netKommentieren ...

“Spiegel”-Cover erhitzt die Gemüter.

Layout 1Spiegel geht mit seinem aktuellen Titelbild auf Konfrontationskurs: Bild.de-Chef Julian Reichelt twittert, die Grafik sei das "mit Abstand abstoßendste und geschmackloseste 'Spiegel'-Cover aller Zeiten". FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff sagt "Bild", der Titel spiele "in ekliger Weise mit dem Leben von Terroropfern". Die "Washington Post" dagegen findet das Cover "überwältigend".
focus.de, bild.de, meedia.deKommentieren ...

Roman Pletter portraitiert Roland Tichy als Grantler, der Konsens nicht aushält.

Roland Tichy 150Roland Tichy sucht den Streit, will aber zugleich gemocht werden, schreibt Roman Pletter in seinem Portrait in der "Zeit". Als Kommentator sei Tichy scharf im Ton, im persönlichen Umgang aber auch charmant und lustig. Doch der "Grantler in Roland Tichy" konnte Konsens noch nie gut aushalten. Mit seiner Debatten-Plattform Tichys Einblick mache er sich zum "Bauchredner von Menschen, die nur die totale Kapitulation abweichender Meinungen akzeptieren".
"Zeit" 6/2017, S. 22/23 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Roland Tichy zieht eine positive Bilanz als Medienunternehmer.
Kommentieren ...

Wissenschaftler: Deutsche haben mehr Vertrauen in Medien als 2008.

lügenpresse_symbolbildVertrauen in die Medien sinkt doch nicht pauschal: Laut Kommunikationswissenschaftlern der Uni Mainz vertrauen heute 40 % der Deutschen den Medien in wichtigen Fragen. 2008 waren es nur 29 %. Aber die Medien polarisieren stärker als früher - auch der Anteil der Bürger, die ihnen misstrauen, ist seit 2008 von 9 auf 24 % gestiegen, sagen die Forscher der "Zeit".
zeit.de, dwdl.deKommentieren ...

Roland Tichy sieht “Werben & Verkaufen” als Koordinationsstelle seiner Gegner.

Roland Tichy 150Roland Tichy, Herausgeber von Tichys Einblick, wittert eine Verschwörung im Süddeutschen Verlag, berichtet der mutmaßliche Mitverschwörer Frank Zimmer, Online-Chef der "Werben & Verkaufen". Von der Redaktion der "W&V" aus werde eine Kabale gesteuert, in der, so Tichy im Interview mit Jörg Wagner, "bestimmte Werbeagenturen" im Regierungsauftrag "gewissermaßen als Lohn für die fetten Aufträge politische Gegner niederkämpfen".
schmalbart.de (Zimmer), wwwagner.tv (Tichy), turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Roland Tichy zieht eine positive Bilanz als Medienunternehmer.
Kommentieren ...

Basta: Cat-Content für kluge Köpfe.

Embassy Cat 150Für die Katz: "FAS"-Autor Jörg Albrecht hat sich mit einer der radikalsten Lobbygruppen überhaupt angelegt - Katzenliebhaber. In einem Kommentar hatte er die Einführung einer Katzensteuer angeregt. Dafür erntet er Reaktionen wie "faschistoid, populistisch und undifferenziert" oder "unsachlicher Artikel auf niedrigstem Niveau", aber auch Zuspruch. Das reicht in der Sonntagszeitung für eine ganze Seite voll Cat-Content-
"FAS", S. 7 (Paid)Kommentieren ...

Zitat: Bodo Hombach warnt Medien vor “fideler Resignation”.

Bodo Hombach 150"Zu viele Medien gebärden sich als Komparserie des Mainstreams. Anstatt den Appell aufzunehmen und zwischen allen Fronten interessiert zu prüfen und aufzuklären, gefallen sie sich in einer Art fideler Resignation."

Bodo Hombach, Ex-Kanzleramtsminister und ehemaliger "WAZ"-Geschäftsführer, äußert im Gastbeitrag fürs "Handelsblatt" die Befürchtung, dass Medien die kleinen Leute aus dem Blick verlieren.
"Handelsblatt", S. 64 (Paid)
1 Kommentar

Zitat: Jürgen Kaube findet die Empfänglichkeit für Fake-News problematisch.

Jürgen Kaube, FAZ"Kommunikation hat, Stichwort Warentest, gegenüber Geschirrspülmaschinen den Vor- wie Nachteil, dass sie ganz leicht hervorzubringen ist und umso leichter, wenn in Lügenabsicht einfach nur das Gegenteil von anderer Kommunikation behauptet werden soll."

"FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube sieht beim Thema Fake-News nicht ihre Produktion, sondern die Empfänglichkeit für sie als eigentliches Problem.
"FAZ", S. 11 (Paid)Kommentieren ...

Presseanwalt Heinrich Senfft ist tot.

Heinrich_Senfft_150Heinrich Senfft, 88, ist gestorben. Der Presseanwalt, spezialisiert auf Medienrecht, vertrat u.a. "stern" und "Zeit". Großen Erfolg hatte er, als er Günter Wallraff gegen "Bild" vertrat: In letzter Instanz entschied damals das Bundesgericht, die von Wallraff aufgedeckten Methoden der Zeitung seien mit "den Aufgaben der Presse schwerlich in Einklang" zu bringen und ihre Aufklärung deshalb legitim. (Bild: ZDF/Guy Mertin)
taz.deKommentieren ...

WDR-Studie: 89 % der Deutschen sind mit medialem Informations-Angebot zufrieden.

lügenpresse_symbolbildMedienvertrauen: Das öffentlich-rechtliche Radio genießt in Deutschland die größte Glaubwürdigkeit, sagt eine WDR-Studie. Die Radiosender kommen demnach auf Zustimmungswerte von 74 %, gefolgt von öffentlich-rechtlichen TV-Sendern (72 %) und den Tageszeitungen (65 %). Allerdings gehen 42 % der Befragten davon aus, dass die Medien politischen Vorgaben folgen. Den Lügenpresse-Vorwurf lehnt eine Mehrheit von 75 % ab - 3 % mehr als vor einem Jahr.
meedia.de, presseportal.deKommentieren ...

Zahl der Beschwerden beim Presserat nimmt ab.

PresseratPresserat hat 2016 rund 500 Beschwerden weniger erhalten als 2015, insgesamt 1.851. Mehr als zwei Drittel davon beziehen sich auf Online-Artikel, gegen die Berichterstattung in Zeitungen und Zeitschriften richtet sich rund ein Viertel der Beschwerden. Einer der Gründe für die Verschiebung: Beschwerden gegen Online-Berichte lassen sich online einfacher einreichen.
meedia.deKommentieren ...

BuzzFeed veröffentlicht unbelegte, explosive Vorwürfe gegen Trump.

donald-trump-150Donald Trump: BuzzFeed veröffentlicht ein Dossier, in dem ein Analyst u.a. behauptet, die russische Regierung verfüge über kompromittierendes Material ("perverted sexual acts") über den künftigen US-Präsidenten. Der Stoff ist journalistisch umstritten, weil bisher unbestätigt. Der Analyst hinter dem Material soll ein ehemaliger britischer Geheimdienstler sein, der während des Wahlkampfs zunächst für republikanische, später für demokratische Trump-Gegner recherchiert hat. Das Dossier liege einer Reihe von Redaktionen und Politikern in Washington seit einigen Wochen vor.
nytimes.com, buzzfeed.com (Veröffentlichung), washingtonpost.com (Kritik)1 Kommentar

Zitat: Jörg Kachelmann wünscht sich fairen Umgang der Medien mit Kai Diekmann.

kachelmann150"Die Frage ist, wie sich die kleinen People-Magazine verhalten, deren Chefredakteure nicht mental davon abhängen, in der Elbphilharmonie fünf Plätze schräg hinter Friede Springer sitzen zu dürfen."

Jörg Kachelmann sieht die Gefahr, dass gerade kleinere Yellow-Blätter die Vorwürfe gegen Kai Diekmann für einen Scoop ausschlachten könnten.
taz.de (Interview), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Hans-Peter Siebenhaar findet Content Marketing “brandgefährlich”.

Hans-Peter Siebenhaar"Content-Marketing ist brandgefährlich für eine Gesellschaft, die Ehrlichkeit und Transparenz ernst nimmt. Denn diese Werbeform beschädigt kontinuierlich den kritischen Journalismus."

Medienjournalist Hans-Peter Siebenhaar warnt davor, dass der Vertrauensverlust in die Medien letztlich Populisten in die Hände spiele.
handelsblatt.com
Kommentieren ...

Meinung: Anja Francesca Richter sieht “Tutti Frutti”-Revival als Desaster.

tutti-frutti-150Tutti Frutti war ein "TV-Desaster", beurteilt Anja Francesca Richter die Neuauflage der RTL-Show. Ihr missfallen die "wohl simpelsten Spiele seit Menschengedenken", das Studiodesign in "quietschbunter 70er-Jahre-Scheußlichkeit" und die unzähligen Rückblenden. Trotzdem haben 360.000 Zuschauer eingeschaltet, 150.000 davon aus der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen, und RTL Nitro einen Marktanteil von 1,6 % bescheren.
abendblatt.de (Richter), dwdl.de (Quoten)Kommentieren ...

Zitat: Roland Tichy will nicht als Scharfmacher gelten.

Roland Tichy 150"Wenn man von der liberal-konservativen Seite kommt, wird jede Überschrift zelebriert als Angriff auf das Grundgesetz."

Roland Tichy streitet Clickbait für Facebook bei Tichys Einblick ab – auch die "linksgestrickteren Kollegen" würden ähnlich entschieden und witzig formulieren.
youtube.com (7-Min-Interview), youtube.com (15-Min-Fassung)Kommentieren ...

Lese-Tipp: Der “Spiegel” feiert nachdenklich.

spiegel-seit-1947-150Lese-Tipp: Der "Spiegel" feiert seinen 70. Geburtstag mit 66 Sonderseiten. Ullrich Fichtner lässt keine Sektkorken knallen und analysiert im Titel-Essay "Die große Erosion" den Umbruch in Politik und Medien. Korrespondenten beschreiben den Status der Pressefreiheit in allen Teilen der Welt. Birgit Großekathöfer macht aus der Geschichte des "Spiegel" eine Visual Story.
"Spiegel" 01/2017, S. 16-27 (Paid), magazin.spiegel.de (Paid)Kommentieren ...

Facetime mit … Roland Tichy: “Das Geschrei wird schriller, aber leiser”.


Der Meinungskrieg geht weiter: Roland Tichy blickt auf ein erfolgreiches Jahr als Medienunternehmer zurück. Der Ex-Chefredakteur der "WirtschaftsWoche" polarisiert mit Tichys Einblick online und in Print. Seinen Kritikern unterstellt Tichy "böse Absicht" – wer anderer Meinung sei, werde in Deutschland schnell als AfD-nah oder Nazi dargestellt. "Das Geschrei wird schriller, aber leiser", sagt Tichy im turi2.tv-Gespräch – immer mehr Menschen bildeten sich ihre Meinung im Netz selbst.

Sie würden Stereotype und Urteile von außen nicht mehr einfach akzeptieren, sondern selber nach Fakten suchen. Auf den Vorwurf, selbst mit Sterotypen zu arbeiten, geht Tichy nicht ein und spielt den Ball zu Kollegen: Auch die "grandiose taz" arbeite mit provokanten Überschriften. Tichys Einblick soll 2017 weiter wachsen und multimedialer werden. Geschichten der Zeitschrift "Tichys Einblick" werden zu Videos – die wechselseitige Durchdringung der Medien mache Spaß.
youtube.com (7-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), youtube.com (ungekürzte 15-Min-Fassung)

Aus dem Archiv: interview2 mit Roland Tichy über seine Arbeit für Xing.

Ungeschnitte Fassung des Gesprächs:
Kommentieren ...

Klick-Tipp: Jesu Geburt, wie Übermedien sie sieht.

weihnachtskrippe-150Klick-Tipp: Peter Breuer und Boris Rosenkranz verkünden die frohe Botschaft für alle Zielgruppen, angefangen bei der hoch seriösen dpa-Meldung "In einem Stall in Bethlehem ist am Abend Jesus Christus geboren worden", über die Enthüllung "Josef ist gar nicht der Vater" ("SZ", NDR, WDR) bis zu "Schwanger ohne Sex - kann das denn wirklich sein?" ("Bravo").
uebermedien.deKommentieren ...

Zitat: Stephan Scherzer findet, jede Kritik habe ihre Grenzen.

stephan-scherzer-150"In Deutschland hat jeder das Recht auf seine eigene Meinung und kann die auch deutlich sagen, schreiben oder auf Demonstrationen vertreten, aber niemand hat das Recht auf eigene Fakten."

VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer ist besorgt, weil der "Lügenpresse"-Vorwurf nun selbst gegen Auto- oder Computer-Magazine erhoben wird.
meedia.deKommentieren ...

Polizei kritisiert “Welt” und liegt offenbar selbst falsch.

weltpolizeitweet-600
Übers Ziel hinaus getwittert: Berliner Polizei und "Welt" zoffen sich öffentlich um einen Artikel zum Attentat am Breitscheidplatz. Auf Twitter wirft die Polizei der "Welt" vor, "Gerüchte und Falschmeldungen" über einen SEK-Einsatz zu verbreiten und Kollegen zu gefährden. Der Tweet wird tausendfach mit Likes versehen. Kurz darauf rudert die Polizei zurück – den Einsatz hat es doch gegeben.

Was genau die Polizei veranlasst hat, so scharf zu dementieren, ist unklar. Offenbar stimmen nur Details des "Welt"-Artikels nicht. Der scharfe Ton des Polizei-Tweets platzt herein in eine aufgeheizte Stimmung – und auch mitten in die "Lügenpresse"-Debatte. Erst gestern haben Martin Lutz und Christian Meier – ausgerechnet in der "Welt" – Kollegen zur Zurückhaltung aufgerufen: Sie sollten die Öffentlichkeit informieren, aber auch nicht jede brandheiße Info gleich raushauen. Im konkreten Fall berichteten Medien über Polizeiaktionen, noch bevor Beschlüsse zur Wohnungsdurchsuchung vorlagen.
twitter.com (Vorwurf), twitter.com (Dementi), welt.de (Artikel), welt.de (Lutz/Meier)Kommentieren ...

Stefan Niggemeier wundert sich über spekulative Fakten.

Stefan Niggemeier_nr16_150Was wir wissen und was wir nicht wissen: Das eigentlich sinnvolle Listen-Format kommt in Krisen-Lagen inzwischen so inflationär zum Einsatz, dass sich auf der Wissen-Seite auch vage Fakten, Vermutungen und Entweder-Oder-Infos finden, kritisiert Stefan Niggemeier. Er stellt infrage, in welchem Umfang sich Medien überhaupt auf Spekulationen einlassen sollen.
uebermedien.deKommentieren ...

“Bild” darf geklautes Fan-Foto nicht mehr veröffentlichen.

bild bildlogoBild muss eine Unterlassungserklärung abgeben und darf ein unerlaubt genutztes Foto des 1. FC-Köln-Fanclubs Rote Böcke nicht weiter verwenden. Das Foto zeigt das Transparent eines anderen Fanclubs mit der Aufschrift "Grüngürtel mit FC oder mit Gürteln auf Grüne! ;)". "Bild" hatte den Zwinker-Smiley auf dem Bild abgeschnitten und getitelt "FC-Fans drohen Grünen mit Prügel".
bildblog.deKommentieren ...

Unbekannte bieten Schumacher-Foto für eine Mio Euro an.

michael-schumacher-gp-deutschland-2012-600
Ein fragwürdiges Angebot: Knapp drei Jahren nach dem schweren Ski-Unfall von Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher versuchen Unbekannte, aus seinem Gesundheitszustand Kapital zu schlagen. Eine "unbekannte Person" habe "Verlagsredaktionen" ein heimlich aufgenommenes Foto angeboten, berichtet das RTL-Promi-Portal vip.de. Auf dem Bild sei Schumacher nach Angaben einer Verlagsmitarbeiterin im Krankenbett zu sehen, aufgenommen offenbar aus direkter Nähe. Der Preis für die Veröffentlichung: eine Mio Euro.

Schumachers Managerin Sabine Kehm bestätigt auf Nachfrage von motorsport-magazin.com, dass Anzeige erstattet wurde. Das Foto verletze Schumachers "höchstpersönlichen Lebensbereich". Die Staatsanwaltschaft Offenburg ermittelt. (Archiv-Foto von 2012: Carmen Jaspersen / dpa)
vip.de via bild.de, motorsport-magazin.comKommentieren ...

“Badische Zeitung” zum Fall Maria: Die Herkunft des Täters muss genannt werden.

holger-knoeferl-150Badische Zeitung aus Freiburg berichtet ausführlich über den Mordfall Maria. Vize-Chefredakteur Holger Knöferl hat keinen Zweifel, "dass man die Herkunft des Täters nennen muss" und verweist auf den "gesellschaftlichen Zündstoff". Beim Thema Angst vor Überfremdung beobachtet Knöferl in vielen Redaktionen eine "Schere im Kopf". Die Sorgen vieler Menschen seien aber in der Welt "und der Journalist hat darüber zu berichten".
drehscheibe.orgKommentieren ...

Meinung: US-Journalisten hängen zu sehr an fragwürdigen Daten.

brooke-gladstone150Umfragen sind zu wichtig für US-Journalisten geworden, beklagt Medienjournalistin Brooke Gladstone in einer Manöverkritik des Präsidentschafts-Wahlkampfs. Wegen ihrer vermeintlichen Objektivität verlassen sich zu viele Redaktionen auf Daten teils fragwürdiger Qualität, beobachtet Gladstone. Geschrumpfte Reisebudgets für Journalisten seien ein Teil des Problems.
Kommentieren ...

Zitat: Lorenz Maroldt rät Redaktionen, sich nicht an denen zu orientieren, die gar keine Ausgewogenheit erwarten.

Lorenz Maroldt-150- 2015  (Foto: Andreas Labes)"Eine schreckliche Tat wird nicht dadurch schrecklicher, dass sie ein Flüchtling begeht, und Journalismus wird nicht dadurch besser, dass er sich an jenen orientiert, die gar keine 'ausgewogene' Berichterstattung erwarten, die nicht 'aufgeklärt' werden wollen, sondern die nur das zur Kenntnis nehmen, was ihnen politisch passt."

"Tagesspiegel"-Chefredakteur Lorenz Maroldt appelliert an "selbstbewusste Redaktionen", sich nicht von denen treiben zu lassen, "die aufgeregt in ihrer Nachrichtenblase leben".
tagesspiegel.deKommentieren ...

CSU-Generalsekretär Scheuer drängt auf Änderung des Pressekodexes.

andreas-scheuer-150Pressekodex soll künftig Journalisten verpflichten, die Herkunft von Tätern zu nennen, fordert CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer in der "Welt". Bislang besagt der Kodex, die Nationalität nur zu thematisieren, wenn sie mit der Tat zu tun hat. Scheuer will immer alle Fakten lesen, um "wilden Spekulationen Einhalt zu gebieten". Seit es soziale Medien gibt, ließe sich kaum eine Info zurückhalten.
welt.deKommentieren ...

Zitat: Papst Franziskus vergleicht Skandal-Berichterstattung mit dem Verzehr von Kot.

Papst Franziskus dpa 150 (Foto-Evandro Inetti - picture alliance -ZUMA Press)"Ich denke, die Medien sollten sehr klar und transparent sein, und nicht - Entschuldigung - der Krankheit der Koprophilie zum Opfer fallen. Sie will stets Skandale und hässliche Dinge verbreiten, auch wenn sie wahr sein mögen."

Papst Franziskus kritisiert Desinformation und Skandal-Berichterstattung in den Medien mit einem unappetitlichen Vergleich: dem Essen von Kot.
cnet.comKommentieren ...

In Dresden spielen Journalisten auf der Bühne Journalisten.

szenenbild-zuerst-die-gute-nachricht-150Journalisten-Theater: Die Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden bringt in Zuerst die gute Nachricht eine "Krisenschau" auf die Bühne, in der Journalisten Journalisten spielen. Dabei gelingt den Laiendarstellern zwar eine "gute Standortbestimmung der Konfliktparteien" und die Beschreibung der "Sachzwänge journalistischer Arbeit", jedoch verliert sich das Stück in Phantasmen wie Superkräften und Allwissenheit, bedauert Cornelius Pollmer. (Foto: Staatsschaupiel Dresden)
sueddeutsche.deKommentieren ...

Meinung: Medien-Thriller “Die vierte Gewalt” ist spannend, aber realitätsfern.

die-vierte-gewalt-szenenbild-150Medien-Thriller Die vierte Gewalt (Das Erste, 20.15 Uhr) über einen Journalisten, der an brisantes Material kommt, hat zwar einen "tricky Plot", urteilt Ulla Hanselmann, jedoch schütten die Macher "ein Füllhorn an Klischees aus". Katharina Dockhorn stört, dass der Film "zu viele Seitenstränge aufmacht". dpa sieht ein "spannendes, unterhaltsames Werk", das jedoch "mit der Realität allenfalls grob etwas zu tun hat".
stuttgarter-nachrichten.de (Hanselmann),
badische-zeitung.de (Dockhorn), abendblatt.de (dpa)Kommentieren ...