ORF-Mann Armin Wolf klagt gegen Vizekanzler Strache.

Armin Wolf, News-Anchorman beim ORF, will gegen den österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache klagen. FPÖ-Mann Strache hat Armin Wolf und dem ORF in einem Facebook-Post Fake News und Lügen unterstellt. Wolf meint, dass die Attacken der FPÖ auf Medien und Journalisten ein "demokratiepolitisch wirklich bedenkliches Ausmaß" annehmen. Der ORF will rechtliche Schritte prüfen und den Post löschen lassen.
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ARD schränkt Nebentätigkeiten der Sportjournalisten ein.


Sport frei? ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sagt nach einer Sitzung mit den Sportchefs des Senders zu "Zapp", dass ARD-Sportjournalisten künftig keine Sportveranstalter mehr sein dürfen. Generell will die ARD Nebentätigkeiten stärker kontrollieren.

Konkret geht es um den Fall von René Kindermann und Torsten Püschel, beide für den MDR tätig, die nebenher die Organisationsgesellschaft eines Skilanglauf-Weltcups in Dresden als Geschäftsführer geleitet haben. Gleichzeitig berichteten sie in der ARD vom Weltcup der Nordischen Kombination – hinter beiden Weltcups steht derselbe Ski-Weltverband. "Solche Vermischungen" schließt Balkausky für die Zukunft aus.

Andere Nebentätigkeiten, etwa die Moderation von Veranstaltungen, seien möglich, die Sportchefs wollen sie aber sorgfältiger prüfen. Balkausky hatte Kindermann und Püschel zunächst verteidigt, als "Zapp" über sie berichtete. Nach dem Treffen der ARD-Sportchefs sagt er nun, es sei "allen ins Bewusstsein gekommen, dass wir noch sensibler mit diesen Themen umgehen müssen."
zapp.de, digitalfernsehen.de, turi2.de (Background)3 Kommentare

Update: Keine neue Medien-Ressortleitung bei der "Süddeutschen Zeitung".

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche hat, anders als Clap meldet, noch keine Nachfolegregelung für Medienressort-Leiterin Katharina Riehl. Claudia Tieschky leitet das Ressort nur kommissarisch, David Denk ist nicht Co-Ressortleiter, sondern bleibt Redakteur. Claudia Tieschky arbeitet seit 2003 als Medienredakteurin der "Süddeutschen", David Denk seit 2014.
clap-club.deKommentieren ...

BGH-Entscheidung: "People" durfte Fotos von einkaufendem Christian Wulff drucken.

Christian Wulff verliert im Rechtsstreit mit Bauers inzwischen eingestellter "People". Das Magazin durfte die Fotos des Ex-Bundespräsidenten beim Familieneinkauf 2015 veröffentlichen, entscheidet der Bundesgerichtshof. Die Rückkehr Wulffs zu seiner Familie sei ein Ereignis der Zeitgeschichte und der Parkplatz eines Einkaufszentrums zähle nicht zur Privatsphäre. Das Landgericht und das Oberlandesgericht in Köln hatten zuvor zugunsten Wulffs entschieden. Bauer sieht in der Entscheidung eine "Signalwirkung für den People-Journalismus".
zeit.de, taz.deKommentieren ...

"Zapp" kritisiert Oliver Welke wegen Witz über stotternden AfD-Mann.

Oliver Welke macht sich im ZDF über einen stotternden AfD-Mitarbeiter lustig, kritisieren u.a. "Zapp" und "NZZ"-Journalist Marc Felix Serrao. Der AfD-Mitarbeiter hatte stotternd erklärt, viele Flüchtlinge würden die deutsche Sprache nicht gut genug lernen können, um ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. "Heute-Show"-Moderator Welke zeigte ein Video davon und äffte den Stotterer nach. Der AfD-Mann hatte vor seiner Rede in einem Bundestagsausschuss erklärt, dass er stottert. Die "Heute Show" entschuldigt sich für den Fehler.
twitter.com ("Zapp"), huffingtonpost.de, twitter.com (Serrao), twitter.com ("Heute Show")Kommentieren ...

Matthias Matussek interpretiert Flüchtlingspolitik-Dokumente falsch, schreibt Stefan Niggemeier.

Matthias Matussek erfindet einen Flüchtlingspolitik-Skandal, kritisiert Stefan Niggemeier. Matussek schreibt in einem Facebook-Post, Flüchtlinge sollten im Rahmen eines groß angelegten "Bevölkerungsaustausches" dauerhaft angesiedelt werden und belegt die Behauptung mit einem UN-Bericht und einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission – die beide nicht aussagen, was Matussek schreibt. Der wirft den Medien außerdem vor, nicht über die Dokumente zu berichten, was Niggemeier widerlegt.
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Klaus Brinkbäumer: "Die Medien werden durch Angriffe besser."


Krise als Chance: "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer ist besorgt über die politische Polarisierung. Doch für Medien sind Trump, die AfD und "Lügenpresse"-Kritik auch gut, sagt er im Interview von "Horizont" und turi2.tv. "Demokratie wird ernsthaft infrage gestellt", sagt Brinkbäumer. "Da hat die Presse ihre Aufgabe zu erfüllen." Bedrohungen und Angriffe ließen neue Medien-Netzwerke entstehen – was den Journalismus stärkt.

Brinkbäumer ist im Gespräch beim Deutschen Medienkongress überzeugt, dass gute Medien lernfähig sind. Viele Kollegen in den USA hinterfragten sich selbst nach der Wahl von Donald Trump. Inzwischen behandelten sie den US-Präsidenten nicht mehr als Unterhaltungs-Phänomen. Brinkbäumer macht in der breiten Öffentlichkeit ein Bedürfnis nach Klarheit aus und diese Aufklärung könnten Medien ihnen bieten. Dazu gehöre auch, Fehler zuzugeben: Der "Spiegel"-Chef benennt mehrere Titel, die er so nicht erneut drucken würde.
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Ebenfalls spannend bei turi2.tv: Das ungeschnittene Video-Interview mit Klaus Brinkbäumer zur turi2 edition3.

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"Spiegel": ARD und ZDF haben vor "Frie­de­ri­ke" zu wenig gewarnt.

ARD und ZDF haben nicht genug vor dem Orkan "Frie­de­ri­ke" mit sieben Toten gewarnt, kritisiert Olaf Stampf. Während der pri­va­te Wet­ter­dienst von Jörg Ka­chel­mann ta­ge­lang in­ten­siv gewarnt habe, sei "Frie­de­ri­ke" ARD und ZDF nicht ein­mal eine Son­der­sen­dung wert gewesen. Erst nach dem Sturm habe sich die ARD zu ei­nem "Brennpunkt" bequemt. Spiegel-Daily-Kolumnist Ka­chel­mann kritisiert die Untätigkeit der dritten Programme. Erst nach Todesfällen "Brennpunkte" zu senden, sei abseitig, zynisch und widerwärtig, sagt der Wetter-Experte.
"Spiegel" 4/2018, S. 101 (Paid), daily.spiegel.de (Kachelmann, 5-Min-Video)Kommentieren ...

"stern": Kohl-Witwe ärgert sich über "unwahre" Medienberichte.

stern glänzt mit einem Exklusiv-Interview mit Maike Kohl-Richter, der Witwe von Altkanzler Helmut Kohl. Sie spricht erstmals über die Vorwürfe und Unterstellungen seit dem Tod ihres Mannes und wirft den Medien vor, viel "Unwahres" über sie zu verbreiten. Helmut Kohl habe sehr darunter gelitten, dass seine Söhne Peter und Walter die Vater-Sohn-Beziehung "zum Geschäftsmodell" gemacht und den Weg in die Medien gesucht hätten, sagt sie.
stern.deKommentieren ...

Meinung: WDR produziert grenzüberschreitenden Film über Rollstuhlfahrer.

WDR Logo 150WDR hat einen unsensiblen, klischeebelasteten Beitrag über Rollstuhlfahrer produziert, kritisiert die Journalistin und Rollstuhlfahrerin Christiane Link. Dabei sei der WDR unfähig gewesen, sich bei einem Selbstversuch eines Redakteurs auf die tatsächliche Situation von Rollstuhlfahrern einzulassen. Mit der Frage an einen Rollstuhlfahrer, ob er Sex haben könne, überschreite der Sender eine Grenze. Auf Kritik von Zuschauern reagiere der WDR selbstgefällig.
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Helmut Markwort: Journalisten orientieren sich häufig zu stark an Kollegen statt an Lesern.

Journalisten stecken immer mit Kollegen zusammen und denken oft zu wenig an die Leser, meint Helmut Markwort. Der Beifall anderer Medien scheine manchmal wichtiger zu sein als die Zustimmung der Leser, die unabhängige Beschreibungen erwarteten. So entstünden in Presse und TV oft "gleichartige Tendenzen, die viele beklagen".
"Focus" 03/2018, S. 170-171 (Paid)Kommentieren ...

KiKa korrigiert Altersangabe bei einem jungen Flüchtling.

KiKa geht für einen Fehler durchs Social-Media-Feuer: Der Sender korrigiert etwas zu still die Altersangabe eines jungen syrischen Flüchtlings von 17 auf 19. Er ist mit einer 16-jährigen Deutschen zusammen. Der Fehler soll aus der Zeitspanne zwischen Recherche und Ausstrahlung entstanden sein. Ein AfD-Politiker und andere Lautsprecher schimpfen über Staatsmedien-Propaganda sowie "Manipulation und Indoktrination Minderjähriger".
dwdl.de, meedia.de



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"Bares für Rares" breitet sich übers gesamte ZDF aus, beobachtet Stefan Niggemeier.

ZDF logo_150TV-Kritik: Stefan Niggemeier sorgt sich um ein Bräsigkeits-Virus, das ausgehend von der Sendung "Bares für Rares" die ZDF-Sendezeit befällt. Weniger als bei diesem "Mittagsschlaf-Angebot" der Trödelsendung sei im TV selten passiert, das ZDF fülle mit ihr dennoch "eine Programmfläche so groß wie das Saarland" und erfinde dazu noch Spezial- und Sonderversionen.
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Medien skandalisieren Flüchtlinge, die in Köln Silvester feiern, kritisiert Sebastian Weiermann.

Medien schlachten die Ereignisse der letzten Silvesternacht in Köln immer noch als Kassenschlager aus, beobachtet Sebastian Weiermann. Statt die Situation mit ihrer Berichterstattung zusätzlich anzuheizen und Polizeiaussagen nachzubeten, sollten sie lieber die "komplexen sozialen Probleme" hinter den Ereignissen thematisieren. Jungen Flüchtlinge bliebe aus Mangel an Geld und sozialen Kontakten häufig keine Alternative zur Feier in der Innenstadt.
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Lese-Tipp: An­na Priz­kau hinterfragt die "Sexualisierung" rechter Politikerinnen.

Lese-Tipp: An­na Priz­kau beschreibt, wie Medien die Frauen aus der politischen Rechten sexualisieren. So hätten Journalisten die Ex-AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry als ag­gres­sive Dominahafte dargestellt. Auch bei AfD-Politikerin Ali­ce Wei­del werde die Sexualität ständig erwähnt. Die Darstellung der politischen Rechten als Ver­füh­rung sei heute - wie schon in der Vergangenheit - ein "Sextrick", um die eigene Faszination zu rechtfertigen und Schuld zu verschleiern.
"FAS", S. 45 (Paid), magazin.spiegel.de (erwähnter "Spiegel"-Text, Paid)Kommentieren ...

"Bild" und Spiegel Online streiten über Bericht über "Radikal-Imam".

bildlogoBild und Spiegel Online streiten über die Berichterstattung über einen Imam, der beim Breitscheidplatz-Gedenken auftrat. "Bild" hat den Imam Mohamed Matar einen "Radikal-Imam" genannt. SpOn hinterfragt die Geschichte kritisch und zitiert u.a. einen Pfarrer, der den Imam als "dialogoffen" und differenziert bezeichnet. "Bild"-Chef Julian Reichelt wirft SpOn "Bild"-Bashing vor, ein "Bild"-Mitarbeiter twittert einen Screenshot eines Posts, in dem der Imam offenbar einer getöteten palästinensischen Messer-Attentäterin Frieden im Jenseits und Barmherzigkeit wünscht.
spiegel.de, bild.de (Bericht über "Radikal-Imam", Paid), twitter.com (Reichelt), twitter.com ("Bild"-Mitarbeiter), twitter.com (SpOn-Autor)Kommentieren ...

Michael Haller: Journalisten sollten die Tatsachen meinungsfrei darstellen.

Medienmacher berichten zu häufig "frei von Sachkenntnis" über aktuelle Entwicklungen wie das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen, meint der Medienwissenschaftler Michael Haller. Die meisten Journalisten müssten mehr recherchieren und die tatsächlichen Vorgänge rekonstruieren. Stattdessen würden politische Meinungsverschiedenheiten, die sich nicht auflösen lassen, "als Skandal beschrieben und als Riesengefahr aufgeblasen". Nötig sei ein meinungsfreier, unverblümt argumentierender Journalismus, der Kritik und Kontrolle übt.
cicero.de (Paid)1 Kommentar

"Süddeutsche": "Methode Barbie" zeigt Probleme der Öffentlichkeitsfahndung.

bildlogoBild: Die von "Bild" als "Krawall-Barbie" betitelte Jugendliche fällt als 17-Jährige unter das Jugendstrafrecht und müsste vor der Öffentlichkeit geschützt werden, kritisiert Thomas Hahn die "Bild"-Beteiligung an der Öffentlichkeitsfahndung nach mutmaßlichen G20-Randalierern. Das Boulevard-Blatt habe mit der "Methode Barbie" prompt zugegriffen. Hahn fragt, wie es sein könne, dass ein Teenager auf Verdacht so sehr den Blicken ausgesetzt wird, dass man an der Verhältnismäßigkeit der Justiz zweifeln müsse. Laut "Hamburger Abendblatt" ist die 17-jährige Hamburgerin inzwischen identifiziert worden.
sueddeutsche.de, abendblatt.de (17-Jährige), turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Bild" druckt trotz Kritik weiterhin Fotos mutmaßlicher G20-Randalierer.

bildlogoBild legt trotz Kritik und mindestens fünf Beschwerden beim Presserat bei der Teilnahme an der Öffentlichkeitsfahndung nach und druckt auf der ganzen Seite 7 erneut Fotos mutmaßlicher Plünderer, Randalierer und Gewalttäter von den G20-Randalen. "Bild" erwähnt einen Kommentar des - nicht namentlich genannten - "SZ"-Ressortleiters Heribert Prantl, der den Ermittlern vorwirft, mit dem "Internet-Pranger" "gesetzeswidrig" zu handeln. Als Antwort darauf lässt "Bild" den zuständigen Oberstaatsanwalt Michael Elsner das Verfahren der Öffentlichkeitsfahndung erklären. Der Presserat muss nach mindestens fünf Beschwerden noch entscheiden, ob er ein Beschwerdeverfahren einleitet.
"Bild", S. 7 (Paid), sueddeutsche.de (Prantl), br.de (Beschwerden Presserat), turi2.de (Titelseite mit "Krawall-Barbie")Kommentieren ...

Zitat: Karola Wille setzt gegen Verschwörungstheorien auf mehr Transparenz.

"Um den Positionen der AfD den Boden zu entziehen, ist Transparenz in der journalistischen Arbeit überaus wichtig. Sich zu öffnen in dem, was man tut, und zu erklären, wie Journalismus funktioniert."

Karola Wille will mit mehr Transparenz Verschwörungstheorien widerlegen, sagt die ARD-Vorsitzende im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".
sueddeutsche.de

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Wir müssen klarmachen, was wir der Gesellschaft und dem Einzelnen bringen."

Über die "Staatsfunk"-Debatte:
"Ich habe den Staatsfunk in der DDR selbst kennengelernt. Man muss begreifen, was das heißt, Staatsfunk: personell, strukturell, finanziell und inhaltlich ein Mechanismus, der dafür Sorge trägt, dass man aus den Medien nur das erhält, was mit einer Staats- oder Parteilinie konform ist, alles andere wird ausgeblendet."Kommentieren ...

SWR verbreitet in seiner Demenz-Doku falsche Fakten, kritisiert Cornelia Stolze.

SWR vermischt in seiner Demenz-Dokumentation PR mit Fakten, kritisiert Biologin und Wissenschaftsjournalistin Cornelia Stolze. Der Redakteur Lothar Zimmermann vertrete die Interessen mit der Pharmaindustrie verstrickter Mediziner und Forscher, die fragwürdige Medikamente gegen Demenz auf den Markt bringen wollen. Stolze wirft ihm schlechte Recherche, das Fehlen unabhängiger Experten und Ahnungslosigkeit vor.
meedia.deKommentieren ...

Deutschlandfunk: MDR-Sportjournalisten werden zu Sportveranstaltern.

Sportjournalismus: MDR-Journalisten René Kindermann und Torsten Püschel werden von Sportjournalisten zu Sportveranstaltern, berichtet Medienjournalist Daniel Bouhs. Kindermann und Püschel organisieren einen Skilanglauf-Weltcup in Dresden mit. Der MDR weiß von dem Engagement Bescheid und sieht keinen Grund, die beiden von Projekten abzuziehen.
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio)Kommentieren ...

Niggemeier: "stern" glaubt, in die Köpfe von Menschen schauen zu können.

stern verbreitet in seinen Berichten über Angela Merkel seit Jahren falsche Spekulationen und Schwurbeljournalismus, kritisiert Stefan Niggemeier. Das Magazin glaube, in die Zukunft und in die Köpfe fremder Menschen schauen zu können. Als Beispiel nennt der Medienjournalist die Behauptung von Hans-Ulrich Jörges von 2013, Merkel werde schon 2016 abtreten und wolle nicht zur Bundestagswahl 2017 antreten.
uebermedien.de (Paid)Kommentieren ...

"Bild" wehrt sich mit Vorab-Bericht gegen Boris Beckers Gegendarstellung.


Im Fahrstuhl nach oben: Das Foto zeigt Boris Becker 2012 bei der Präsentation des "Bild"-Buches. Derzeit ist er auf die Zeitung nicht gut zu sprechen. (Foto: Jens Kalaene / dpa / Picture Alliance)

Matchball vor dem Showdown: "Bild" geht mit einer Sonderseite gegen Boris Becker in die Offensive. Der Ex-Tennisstar erwirkt eine Gegendarstellung auf dem Titel der morgigen Samstagsausgabe. Schon einen Tag vorher erklärt "Bild" in der Ausgabe von Freitag, dass Beckers Rechtsmittel mit der Realität wenig zu tun habe. Medienanwalt Matthias Prinz, Sohn von Ex-"Bild"-Chefredakteur Günter Prinz, eilt "Bild" per Interview zu Hilfe.

Im Streit zwischen Becker und "Bild" geht es um die Schlagzeile: "Boris verpfändet auch das Haus seiner Mutter". Becker stellt hierzu fest: "Ich habe das Haus meiner Mutter nicht verpfändet." "Bild" steht jedoch zu der Formulierung und beschreibt, das Haus habe als Sicherheit für ein Darlehen gedient. Nur weil ein Eintrag im Grundbuch fehlte, ist der Begriff "verpfändet" juristisch nicht wasserdicht. Anwalt Prinz bestätigt "Bild" auf stichworthafte Nachfrage, dass eine Gegendarstellung nichts über die Wahrheit einer Berichterstattung aussagt.
"Bild", S. 3, bild.de (Text), bild.de (Interview Prinz)Kommentieren ...

Zitat: Hans Hoff kritisiert die hohe Anzahl der Sendernennungen im Radio.

"Ich höre Radio Fuzzlibutz, weil die so oft ihren Namen sagen und weil die so tolle Gewinnspiele machen, bei denen ich etwas gewinnen kann, wenn ich ihren Namen sage."

Hans Hoff macht den Selbsttest und ist überrascht, wie oft Radiosender ihren eigenen Namen erwähnen. Er vermutet dahinter die Angst vor dem Vergessenwerden bei der nächsten Radioquoten-Umfrage.
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Medien ignorieren die AfD inzwischen, beobachtet Mats Schönauer.

Medien lassen sich kaum noch von Provokationen der AfD ködern, nicht mal "mit Hakenkreuz und Hitler", beobachtet Mats Schönauer. Über Alice Weidels erste Bundestagsrede habe z.B. kaum ein Medium berichtet. Er findet zwar gut, dass die breite mediale Verstärkung der Partei abflacht, plädiert aber für "unaufgeregtes, einordnendes Hinschauen".
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"Bild" sollte SS-Ingenieur keine Bühne bieten, findet Moritz Tschermak.

bildlogoBild zitiert beim Zitat des Tages Raketeningenieur Wernher von Braun, der sich u.a. im KZ Buchenwald Häftlinge für seine Raketenproduktion ausgesucht und Karriere bei der SS gemacht hat, kritisiert Moritz Tschermak. Die Zeitung könne nicht die Leistungen von Brauns hervorheben, ohne seine Mitwisserschaft an NS-Verbrechen zu thematisieren.
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Zitat: Tim Mälzer hält von den meisten Gastro-Kritikern gar nichts.

"Die personifizierten Restaurantkritiker halte ich für die größten Vollidioten."

TV-Koch Tim Mälzer empfindet nur für den Gastronomie-Kritiker "Guide Michelin" Respekt. Die meisten Kritiker seien überschätzt, sagt Mälzer im Interview mit "Bilanz".
"Bilanz" 10/2017, S. 94-99 (Paid)

Weiteres Zitat aus dem Interview über seine Medienpräsenz:
"Ich funktioniere im Marketingkonzert sehr gut. Und das hilft mir vielleicht, die ein oder andere Qualitätsdelle auszugleichen, wenn's nur ums reine Kochen geht."Kommentieren ...

Meinung: Investigativ-Journalismus vernachlässigt Recherchen zu sexueller Nötigung.

Investigativ-Journalisten in Deutschland vernachlässigen das Thema Sexismus und Machtmissbrauch, ärgert sich Dagmar Engel, Chefin des Hauptstadtstudios der Deutschen Welle. Während US-Medien nach dem Weinstein-Skandal in vielen Berichten konkrete Fälle sexueller Nötigung bekannt machten, sei es hierzulande mit dem investigativen Journalismus bei diesem Thema nicht weit her. Engel spekuliert, die Fälle lägen "vielleicht zu nah".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)1 Kommentar

Stefan Raue: BDZV-Präsident Döpf­ner hat journalistisches Terrain verlassen.

Ma­thi­as Döpf­ner und die anderen Vertreter der Kritik am "Staatsrundfunk" verlassen den journalistischen Boden und sind selbst Partei, meint Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue in einem Gastbeitrag im "Spiegel". Wo­chen­lang sei kaum ein Tag ohne An­grif­fe un­ter der Gür­tel­li­nie vergangen. Der "klein­geis­ti­ge Krieg" helfe aber niemandem, nötig seien Kom­pro­misse. Die wirkliche Gefahr für die Verlage seien Google, Facebook und Co. Raue schreibt, auch die Öffent­lich-Recht­li­chen hätten im Umgang mit Print-Kollegen "Sün­den" begangen.
"Spiegel", 46/2017, S. 84-85 (Paid)1 Kommentar

Landgericht Hamburg erlässt Einstweilige Verfügung gegen Artikel der "FAZ".

FAZ: Der NDR erwirkt vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen die Tageszeitung. Stein des Anstoßes sind die Besucherzahlen des Oktoberfestes: Die AfD hatte auf Facebook geschrieben, dort herrsche "gähnende Leere", was der ARD Faktenfinder widerlegte. "FAZ"-Autor Rainer Meyer schrieb daraufhin, die "Tagesschau" verbreite "echte Fake News".
faktenfinder.tagesschau.de1 Kommentar