Interesse an Antisemitismus-Doku im TV bleibt gering.

Antisemitismus-Doku stößt bei TV-Zuschauern auf wenig Interesse: Nur 1,19 Mio Zuschauer schalten den umstrittenen Film "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" ein, das Erste kommt damit auf überschaubare 6,7 % Marktanteil. Die anschließende Diskussion bei "Maischberger" wollten nur noch 610.000 sehen. Bei Kritikern fallen Doku und Diskussion durch.
dwdl.de (Zuschauer), spiegel.de, faz.net, sueddeutsche.de (Kritiken), turi2.de (Background)1 Kommentar

Meinung: Der MDR verwechselt Werbung mit Journalismus.

MDR: Boris Rosenkranz wirft der Unterhaltungswelle Jump vor, Werbung mit einem journalistischen Programm zu verwechseln. Der MDR erlaube es Betreibern und Mitarbeitern von angeblichen Attraktionen, Werbung für ihre Angebote zu machen und sehe darin kein Problem. In der Reihe mit dem Titel "Sommer bei uns" sollen Zuschauer ihre Lieblings-Sommerorte präsentieren.
uebermedien.de (Paid)Kommentieren ...

Zitat: Football-Leaks-Rechercheur Buschmann kritisiert Abhängigkeitsverhältnis von lokalen Sport-Reportern.

"Wenn man für eine Redaktion schreibt, die davon abhängig ist, dass der Reporter eine Akkreditierung für das nächste Bundesliga-Spiel bekommt, dann wird es mit dem unabhängigen Journalismus schwierig."

Football-Leaks-Rechercheur Rafael Buschmann kritisiert im Interview mit kress.de den Umgang von Fußball-Vereinen mit kritischen Reportern. Besonders bei Regionalzeitungen bestehe ein enormes Abhängigkeitsverhältnis, weil diese es sich nicht leisten könnten, vom Informationsstrom abgeschnitten zu werden, sagt der "Spiegel"-Reporter.
kress.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Helmut Kohl war PR-Profi – und er beherrscht die Medien bis heute.

Helmut Kohl war der erste Medienkanzler, erinnert sich Hans-Jürgen Jakobs. Als Kanzler habe Kohl besten Kontakt zu Medien-Bossen gehalten, damit Zeitungen und Fernsehen auf Linie bleiben. Zu Leo Kirch pflegte er eine kolossale Freundschaft, die auch Springer und "Bild" umschlossen habe. Thomas Tuma kritisiert viele Nachrufe in diesen Tagen als "medialen Weihrauch" und "Heiligenverehrung" – insbesondere in den Springer-Medien. Er wünscht sich kritische Würdigungen.
handelsblatt.com (Jakobs, Paid), www.handelsblatt.com (Tuma, Paid)Kommentieren ...

Georg Löwisch entschuldigt sich für missglückten "taz"-Titel zum Tod von Helmut Kohl.

taz gibt zu, dass der Titel zum Tod von Altkanzler Helmut Kohl "missglückt" ist. Chefredakteur Georg Löwisch schreibt "in eigener Sache", dass die "taz" ihre Titel "lieber frech und frei als brav" gestalte – das sei danebengegangen. Ein Witz, "der von so vielen falsch verstanden" werde, sei schlecht. Die Redaktion habe versucht, mit der Titelseite einen Kontrapunkt zur unkritischen Verklärung zu setzen, die häufig einsetze, wenn ehemals Mächtige sterben.

Die Zeitung hatte mit der Schlagzeile "Blühende Landschaften" ein Arrangement aus Trauerkränzen bebildert und dafür bei Facebook und Twitter massive Empörung geerntet.
taz.de, turi2.de (Background)1 Kommentar

"taz" titelt zum Tod von Helmut Kohl mit "Blühenden Landschaften".

taz macht zum Tod von Helmut Kohl mit der Schlagzeile "Blühende Landschaften" auf und zeigt ein Blumen-Arrangement mit Trauerkränzen. In das Foto montiert die Zeitung eine Birne. Nach Meinung vieler Leser vergreift sie das linke Blatt damit kräftig in Text und Bild. Auf der Facebookseite der Zeitung sammeln sich rund 800, meist kritische Kommentare. Auch viele Medienmenschen üben Kritik: Timm Klotzek nennt die Seite 1 bei Twitter "ekelhaft", der frühere "Merian"-Chef Andreas Hallaschka schreibt, "man kann Zeitungen auch ohne Taktgefühl, Maß und etwas Anstand gestalten", dürfe sich dann aber nicht über Verachtung wundern.
tagesspiegel.de, welt.de

Update 17.33 Uhr: Georg Löwisch entschuldigt sich für missglückten "taz"-Titel zum Tod von Helmut Kohl.
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ARD zeigt die umstrittene Judenhass-Doku von Arte und WDR.

Antisemitismus-Doku: Das Erste strahlt die Doku "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa", die Arte und WDR beauftragt und dann nicht gezeigt haben, am 21. Juni um 22.15 Uhr aus. Der Sender widmet dem Thema danach bei "Maischberger" eine Diskussion und will darin auf die vom WDR beanstandeten, "handwerklichen Mängel" eingehen. Programmdirektor Volker Herres sagt, die öffentliche Diskussion bekäme durch die Ausstrahlung eine Grundlage, "auf der sich jeder sein eigenes Urteil bilden kann."
presseportal.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Bild.de, "Bravo Sport" und "Neue Post" fangen sich Rügen des Presserats ein.

Presserat erhebt den Zeigefinger gegen Bild.de wegen des Verstoßes gegen den Persönlichkeitsschutz. Das Springer-Portal habe über eine Gerichts-Verhandlung so berichtet, dass Täter und Opfer identifizierbar gewesen seien. Bei "Bravo Sport" sehen die Medienwächter die Grenze zwischen Redaktion und Werbung verwischt. Die "Neue Post" habe in zwei Fällen gegen das Gebot der Wahrhaftigkeit verstoßen, u.a. in einem Text über den Ehemann von Kanzlerin Merkel.
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dpa nennt in Berichten häufiger die Nationalität von Tätern.

Nationalitäten-Nennung: Die dpa schreibt in Berichten über Mordfälle, Totschlag, Folter, Entführung und Geiselnahmen künftig immer die Nationalitäten der Täter. Bei schweren Straftaten gebe es ein begründetes öffentliches Interesse, sagt Nachrichtenchef Froben Homburger. Dieses Kriterium nennt der Pressekodex seit Kurzem – früher sollte es immer einen Sachbezug zur Tat geben, um die Nationalität zu nennen. Bei einigen weniger schweren Verbrechen will dpa seine Kunden jetzt im anhängenden Notizblock über die Hintergründe der Täter informieren.
kress.de, presserat.de (Background)Kommentieren ...

DJV weist Journalisten-Kritik von Daimler-Mann Jörg Howe zurück.

Journalisten-Kritik von Daimler-Kommunikationschef Jörg Howe verschweigt die wahre Ursache, kritisiert DJV-Sprecherin Eva Werner. Nicht Social Media, sondern die Überlastung durch Stellen-Einsparungen führten zu weniger Recherchezeit. Howe kritisiert im turi2.tv-Interview Schludrigkeit und mangelndes Fachwissen.
djv.de, turi.tv (4-Min-Interview)

Das Interview mit Jörg Howe:
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Daimler-Kommunikator Jörg Howe klagt über schlampig-schnelle Journalisten.


Schnell und schludrig: Daimler-Kommunikationschef Jörg Howe hat es zunehmend schwerer mit Journalisten. "Die Geschwindigkeit nimmt zu, die Recherche ab", berichtet Howe im turi2.tv-Interview bei der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche. Vielen Journalisten fehle zudem Fachwissen – in Workshops versucht der frühere Sat.1-Chefredakteur Howe den viel beschäftigten Schnellschreibern nun das kleine Einmaleins der Autoindustrie zu vermitteln.

Kursiert dennoch ein Bericht, der Howe nicht passt, besteht seine Pressestelle auf Richtigstellung. Höchste Priorität habe dann Schnelligkeit – deshalb kommunizieren der Konzern und seine PR-Leute individuell über Twitter. Dennoch müssen immer drei Leute auf Veröffentlichungen schauen – und häufig auch die eigenen Anwälte: "Die Arbeit ist juristischer geworden", sagt Howe, der einst für KarstadtQuelle und dessen umstrittenen Chef Thomas Middelhoff sprach.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)4 Kommentare

WDR will Antisemitismus-Dokumentation genauso wenig zeigen wie Arte.

WDR Logo 150WDR, Kooperationspartner von Arte bei der Beauftragung  einer Doku über Judenhass, will sie ebenfalls nicht zeigen. Die Ausstrahlungsrechte lägen bei Arte, außerdem habe der WDR nach einer erneuten Sichtung "handwerkliche Bedenken". Die Doku enthalte "zahlreiche Ungenauigkeiten und Tatsachenbehauptungen" und entspräche möglicherweise nicht den Standards des WDRs. Erstaunlich, findet Michael Hanfeld, denn die betreuende Redakteurin arbeitet seit Jahrzehnten führend für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und war Chefredakteurin bei Arte.
"FAS", S. 16 (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz verkaufen Übermedien-Abos über Steady.

Übermedien verabschiedet sich von Blendle und verwaltet seine Abos künftig über den Dienstleister Steady, gegründet u.a. von Krautreporter-Chef Sebastian Esser. Die Medienkritik-Seite von Stefan Niggemeier (Foto, links) und Boris Rosenkranz bietet neben dem 3,99-Euro-Monatsabo neu auch ein 7,99-Euro- und ein 24,99-Euro-Angebot. Wer mehr zahlt, soll Extras wie Video-Livechats bekommen. Schon bestehende Abos werden zunächst weiter via Blendle abgewickelt. Die Übermedien-Macher wechseln den Anbieter auch, weil sie Technologie und Service von Steady bevorzugen. Sie haben, eineinhalb Jahre nach dem Start, 2.550 Abonnenten.
turi2 – eigene Infos, steadyhq.com, uebermedien.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stefan Niggemeier im Interview zum Start von Übermedien.de.
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Medien irren mit ihren Beiträgen zu "Breitbart"-Zahlentief, findet Stefan Niggemeier heraus.

Breitbart verliert nicht so drastisch Leser, wie u.a. "Vanity Fair" und "FAZ" berichten, findet Stefan Niggemeier heraus. Die nationalistische Nachrichtenseite hat sich von Alexa zertifizieren lassen, der Firma, die auflistet, welche Internetseiten wie viele Zugriffe verzeichnen. Nicht zertifizierte Websites werden anhand von Stichproben geschätzt, bei zertifizierten misst Alexa direkt auf der Seite. Weil Breitbart die Zertifizierung zwischenzeitlich rückgängig gemacht hat, sackten die Zahlen ab, die Ursache ist also technischer Natur.
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Kunst-Ausstellung in München zeigt Propaganda im 21. Jahrhundert.

Museums-Tipp: Die Ausstellung After The Fact im Kunstbau des Münchner Lenbachhauses widmet sich der Propaganda im 21. Jahrhundert. Mit Bildern, Videos und Installationen zeigt die Schau, dass der freiheitlich gepriesene Kapitalismus Menschen oft viel subtiler und massiver manipuliert, als platte Gesinnungsmanipulation autoritärer Staaten es vermag. Zu sehen sind etwa jene Momente in Reality-TV-Sendungen, in denen echte oder vermeintliche Betroffene in echte oder erzwungene Tränen ausbrechen.
sonntagsblatt.de, sueddeutsche.deKommentieren ...

Basta: Mutti gibt Fakten-Nachhilfe.

Mutti-Schelte: Sonia Copeland Bloom, gelernte Journalistin und Mama von Legolas Will Turner Orlando Bloom, schickt britischen Medien einen Recherche-Rüffel vierseitigen Lebenslauf ihres Sohnes, weil die seine Laufbahn oft falsch wiedergeben. Mama Bloom schickt auch Schulnoten und Filmkritiken mit, Gemälde aus Kinderzeiten und Seepferdchen-Abzeichen behält sie vorerst im geheimen Schuhkarton.
spiegel.deKommentieren ...

Ulrike Simon findet die Ausbeute nach 100 Tagen "Bild"-Ombudsstelle mager.

Magere Ausbeute bescheinigt Ulrike Simon dem "Bild"-Ombudsmann Ernst Elitz nach 100 Tagen Amtszeit. Simon schreibt, sie habe von Beginn an gezweifelt, ob Elitz die richtige Besetzung sei, er betreibe "Selbst-Behauptungsjournalismus" und "Wenn-ich-das-sage-dann-stimmt‘s-und-basta-Arroganz". Moritz Tschermak nennt im Bildblog Themen, zu denen Elitz seiner Meinung nach hätte Stellung beziehen müssen, etwa sexistische Tipps, Enten und reißerische Falschinformationen.
daily.spiegel.de (Paid), bildblog.deKommentieren ...

"GNTM"-Staffelfinale inspiriert immerhin zwei lesenwerte Verrisse.

Germany’s Next Topmodel fällt mit dem 12. Staffelfinale in der Kritik krachend durch. Anja Rützel, Trash-TV-Gourmet für Spiegel Online, fürchtet "Narben auf der Hirnrinde" und sieht u.a. zwei Fehler: Die Regie lässt Heidi Klum singen und die Kandidatinnen sprechen. Juliane Liebert gruselt Klums perfektionierter "Mittelweg zwischen Motivationscoach und Domina".
spiegel.de (Rützel), sueddeutsche.de (Liebert)Kommentieren ...

Die deutsche Gesellschaft diskutiert zu wenig über Homophobie, meint Johannes Kram.

Medienkritik: Blogger und Marketingexperte Johannes Kram kritisiert, dass Homophobie-Debatten in Deutschland kaum geführt werden und nimmt auch die Medien dafür in die Verantwortung. Er fragt in einem konkreten Fall bei Claudius Seidl, Chef des "FAS"-Feuilletons, nach. Eine Antwort bekommt er nicht, aber den Hinweis, "homophob" sei das falsche Wort, "homosexuellenfeindlich" treffender.
bildblog.deKommentieren ...

Österreichs Kanzler Kern wirft Medien vor, das reale Leben der Bürger zu ignorieren.

Bundeskanzler Christian KernChristian Kern wirft den Medien vor, die "realen Lebensverhältnisse" der Menschen nicht zu behandeln. Die Newsroom-Macher seien zu sehr auf Klicks fixiert, sagt der österreichische Kanzler auf dem European Newspaper Congress. Das Ziel der Aufklärung verschwinde aus den Redaktionen. Auch die Politik sei gefordert, den Journalismus zu stärken. Kern habe Respekt vor den Zeitungen, die heute unter völlig anderen Bedingungen als vor 20 Jahren arbeiteten. Der SPÖ-Politiker fordert von Facebook, Google und YouTube, ihre Algorithmen offenzulegen.
news.at, derstandard.atKommentieren ...

Zitat: Tech-Kritiker Tristan Harris sorgt sich um Manipulation durch Apps und Social Networks.

"Kein Designer hat je geplant, dass haarsträubende Nachrichten ganz nach oben gehören – der Algorithmus hat von allein gelernt, dass Wut gut fürs Geschäft ist."

Tristan Harris, Ex-Design-Ethiker bei Google, ist besorgt, wie Soziale Netzwerke und Apps Nutzer manipulieren. Im "Focus"-Interview fordert er eine "ernsthafte Diskussion" darüber, "was wir dem entgegenstellen".
"Focus" 21/2017, 2. 53-55 (Paid)

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ZDF: Vize-Chefredakteur Elmar Theveßen verdient 205.560 Euro.

Elmar Theveßen, Vize-Chefredakteur des ZDF, verdient 205.560 Euro im Jahr, entdeckt Joachim Huber auf der ZDF-Internetseite. Seinen Dienstwagen dürfe Theveßen auch privat nutzen. Doch die Honorare von Fußballexperte Oliver Kahn wolle der Sender bis zum letzten Sendetag geheim halten, kritisiert Huber. Wenn der öffentlich-rechtliche Sender den Verdienst von leitenden Angestellten wie Theveßen so detailliert veröffentliche, müsse er auch sagen, wie viel Geld Kahn und der freiberufliche Anchorman Claus Kleber erhalten.
tagesspiegel.deKommentieren ...

Ulrike Simon wird Medien-Kolumnistin bei Spiegel Daily.

Spiegel Daily wird neue Heimat der Medienkolumne von Ulrike Simon. Die Medienjournalistin schreibt künftig für das tägliche Bezahlangebot des "Spiegels". Simon war zuvor Autorin für Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie schreibt außerdem für das Werbe-Fachmagazin "Horizont". "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer lobt Simon als "in der Medienwelt bestens vernetzt und so gut informiert wie wenige andere Journalisten". Die Kolumne erscheint wie bisher donnerstags.
per Mail, " target="_blank">turi2.tv (fragebogen2 mit Ulrike Simon)

Aus dem Archiv von turi2.tv: fragebogen2 mit Ulrike Simon.

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Roy Kühne gewinnt Wähler-Herzen mit angeblicher Gema-Sonderregelung.

Gema-frei: Roy Kühne, CDU-Bundestagsabgeordneter, hat in seinem Wahlkreis angeblich eine Gema-Sonderregelung für Schulen ausgehandelt, sie dürfen kostenlos zu einem "Bee Gees"-Lied Herzdruckmassagen üben. Die Gema erhebt aber gar keine Gebühr bei derartigen Veranstaltungen. Der Politiker nutzt offenbar nur die Recherchefaulheit von Radio ffn, das daraus eine Exklusivmeldung macht, beobachtet Boris Rosenkranz. "FAZ" und dpa schreiben ohne nachzuprüfen ab.
uebermedien.deKommentieren ...

Österreichs Kanzler Kern will unabhängige Medien und verteidigt Moderator Armin Wolf.

Bundeskanzler Christian KernÖsterreich: Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern will die Medienförderung bei Gratiszeitungen an Qualitätsstandards knüpfen. "Wir müssen davon wegkommen, dass man das als Instrument einsetzt, um sich gewogenen Journalismus zu kaufen", sagt Kern über Regierungsinserate im neuen Ö1-Medienmagazin "#doublecheck". Medien, die vom Staat finanziell gefördert werden, müssten ordentliche journalistische Arbeitsplätze bieten. Der Politiker verteidigt auch ORF-Anchor Armin Wolf gegen Angriffe aus Politik und ORF-Management.
derstandard.at, orf.at, turi2.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Schweizer Medienforscher sieht große Nachfrage nach unabhängigen Medien.

"Es findet immer mehr eine Vermischung zwischen Werbung und redaktionellem Teil statt und vor allem die gebildeteren Mediennutzer sind damit unzufrieden."

Der Schweizer Medienwissenschaftler Heinz Bonfadelli sieht bei den Schweizern eine große Sehnsucht nach gutem, unabhängigen Journalismus.
br.de (2-Min-Audio)Kommentieren ...

Zitat: Uwe Kohrs sieht bei Fake News nicht nur PRler, sondern auch Journalisten in der Pflicht.

"Die führenden Qualitäts-Medien gehörten einmal zu den ehernen Stützen der Gesellschaft, man wusste: Wenn die das schreiben, kannst du dich darauf verlassen, dass es stimmt. Das ist vorbei."

Noch-GPRA-Chef Uwe Kohrs sieht PR-Agenturen und Medien gleichermaßen in der Pflicht, gegen Fake-News-Vorurteile anzukämpfen.
horizont.net
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Meinung: ARD-Intendanten sollten Flagge zeigen für Deniz Yücel, findet René Martens.

NDR hat vorgeschlagen, dass die ARD-Intendanten im TV einen offenen Brief für Deniz Yücel vorlesen. Einige der Intendanten waren dagegen. ARD-Chefredakteur Rainald Becker habe den "nicht sehr fernsehgemäßen Ansatz" der Idee kritisiert, sagt er der "taz". Er sei außerdem gegen Kampagnen im öffentlichen Rundfunk. Dass die Aktion platzt, konterkariere die ARD-Programmgestaltung zum Tag der Pressefreiheit, kritisiert René Martens.
taz.deKommentieren ...

"Freitag" montiert aktuelle Fragen in altes Interview mit Didier Eribon.

Freitag schraubt an einem fünf Wochen alten Interview mit dem französischen Autor und Soziologen Didier Eribon, um den Eindruck zu erwecken, es sei aktuell, schreibt Boris Rosenkranz. Die Fragen drehen sich um die Präsidentschaftswahl in Frankreich und die Kandidaten Marine Le Pen und Emmanuel Macron. Eribon selbst schreibt auf Twitter, dass der "Freitag" Fragen nachträglich ohne seine Zustimmung verändert hat. Chefredakteur Christian Füller sagt, die Bedeutung des Beitrages sei nicht verändert worden und sieht kein Problem. Das Interview wurde dennoch von der Seite genommen.
uebermedien.deKommentieren ...

Correctiv fällt mit Prostituierten-"Enthüllung" auf die Nase.

Enthüllungsjournalismus: Correctiv steckt heftige Kritik ein, weil Gründer David Schraven eine AfD-Politikerin als Ex-Prostituierte enttarnt. Die Rechercheure teasern ihre Story als "Sexskandal" an, viele Kritiker finden den Text missglückt. Die Politikerin hatte ihr Profil auf einem Sex-Portal 2014 gelöscht. Correctiv-Chefredakteur Markus Grill stellt sich hinter Schraven. Und Schraven verteidigt die Veröffentlichung auf Nachfrage von turi2: Die Sexarbeit an sich sei kein Problem, wohl aber, dass sie ihre Tätigkeit gegenüber der Partei verschwiegen habe.

Schravens Statement:
"Iris Dworeck-Danielowski steht für eine Partei, die sich gegen Gleichberechtigung und gegen die Emanzipation etwa von Sexarbeiterinnen einsetzt. (...) Iris Dworeck-Danielowski hat aus einem wesentlichen Teil ihres Lebens ein Geheimnis gemacht, um bei parteiinternen Wahlen eine Chance auf ein parlamentarisches Mandat zu bekommen. Und genau in diesem Geheimnis liegt der entscheidende Punkt, der für eine Veröffentlichung spricht. (...) Der Skandal ist nicht, dass Iris Dworeck-Danielowski ihren Körper für Geld angeboten hat. Das sollte in unserer aufgeklärten Gesellschaft kein Problem sein. Der Skandal ist, dass sie dies in ihrer Partei vor der Wahl der Landtagskandidaten verschwiegen hat."
correctiv.org, daniel-bouhs.de, correctiv.org (Statement Schraven)1 Kommentar

Sänger Campino: Jan Böhmermann bettelt um Aufmerksamkeit.

Sänger CampinoCampino wirft ZDF-Moderator Jan Böhmermann vor, der Deutsche zu sein, der am meisten um Aufmerksamkeit bettle. Böhmermanns Erdogan-Schmähgedicht rechtfertige zwar keinen juristischen Prozess, sagt der Sänger der Band Die Toten Hosen im Interview mit der FAS. Der Text habe jedoch das Niveau "eines Furzkissens". Anschließend "zur Kanzlerin zu laufen" und um Schutz zu bitten, gehe gar nicht.
"FAS", S.11-12 (Paid), faz.net (Vorab), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Medien verkaufen mit unerträglichen Anzeigen den Journalismus.

Zeitungen verkaufen mit unerträglichen Anzeigen den Journalismus, meint NZZ-Autor Rainer Stadler (Foto). Neuestes Beispiel sei eine Ausgabe des Gratisblatts 20 Minuten, in der das anonyme Editorial Werbung für ein Smartphone mache. Wenn Medien im Auftrag von Werbekunden den redaktionellen Auftritt veränderten oder das Thema der Titelgeschichte anpassten, sei die Grenze des Erträglichen überschritten. Ein solches Verhalten wecke bei Lesern den Anschein der allgemeinen Käuflichkeit.
nzz.chKommentieren ...

Zitat: epd-medien-Chefin Diemut Roether wünscht sich mehr Recherche statt Gefühlsberichterstattung.

"Es ist einfacher über Emotionen zu berichten, als Hintergrund zu recherchieren."

Diemut Roether, Verantwortliche Redakteurin von epd medien, appelliert beim Frankfurter Tag des Online-Journalismus an Redaktionen, statt auf Gefühlsberichterstattung wieder mehr auf Fakten zu setzen und erinnert: "Wir nennen das Recherche".
evangelisch.de, ftoj.de (29-Min-Vortrag als Video)Kommentieren ...

Philipp Walulis kritisiert Polit-Kommentare von Claus Strunz.

Claus Strunz: Satiriker Philipp Walulis schießt sich in seinem Funk-Kanal auf den Chef des Sat.1-Frühstücksfernsehens ein. Strunz ersetze trockene Fakten durch Emotionen, gebe verbalen "Brandbeschleuniger" dazu und schade so "Diskussionen, die wir eigentlich führen sollten", wirft Walulis dem Journalisten vor.
youtube.com (6-Min-Video)

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Meinung: ARD und ZDF versagen bei Berichterstattung über französische Wahl.

ARD und ZDF versagen am hochpolitischen Sonntag, meint Joachim Huber. Eine fünfminütige Sonderschicht der "Tagesthemen" reiche für das Wochenende mit der Präsidentschaftswahl in Frankreich und dem AfD-Bundesparteitag nicht aus. Huber vermisst Sondersendungen, einen "Brennpunkt" oder einen Politik-Talk. Bei absehbaren Ereignissen wie der Frankreich-Wahl und dem AfD-Parteitag schalte das Erste in den Energiesparmodus. Phoenix mache, was dessen "schwache Kräfte" hergäben.
tagesspiegel.de4 Kommentare

ORF-Redakteure wehren sich heftig gegen Kritik des Vize-Direktors.

Thomas Prantner (ORF)
Wolf bellt zurück: Der ORF-Redakteursrat wehrt sich gegen Kritik am Interviewstil der ORF-Moderatoren von ORF-Vize-Direktor Thomas Prantner (Foto). Die Redakteure verlangen von Prantner konkrete Beispiele für seine Anschuldigungen und schreiben in einem Brief, sie seien überrascht, dass Prantner öffentlich Zensuren für redaktionelle Inhalte erteile. Als Vize-Chef für Technik und Online sei er nicht für das Fernsehen zuständig. Prantner hatte den ORF-Moderatoren in einem Gespräch mit der Zeitschrift "Profil" vorgeworfen, das TV-Studio zu einem Verhörraum zu machen und Politiker unfair zu behandeln.

Offensichtlich zielt Prantners Angriff auch auf ORF-Anchorman Armin Wolf. Der schreibt süffisant, Prantners Interview diene "sicher nur dem Unternehmensinteresse, keinesfalls aber der Eigenprofilierung". Wolf bezweifelt auf Twitter Prantners journalistische Sachkenntnis und sagt, ein hartnäckiger Interviewstil sei bei anderen Sendern wie der BBC üblich.
derstandard.at (Redaktionsrat), twitter.com, twitter.com, twitter.com (Wolf), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Analyse: Französische Präsidentschaftskandidaten wollen mit Medienkritik punkten.

Frankreich: Einige der aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten schüren Misstrauen gegenüber den Medien, analysiert "FAZ"-Journalistin Michaela Wiegel. Die Kandidaten wollten sich als Gegner des vermeintlichen Mainstreams profilieren. Die Rechtsextreme Marine Le Pen stelle den Wahl-Favoriten Emmanuel Macron als Herzchen der Medien dar. Kürzlich hatte der eher unbedeutende Kandidat Nicolas Dupont-Aignan aus einem Schreiben vorgelesen, in dem angeblich ein Verleger einen Berichtsboykott gegenüber Dupont-Aignan begründet.
"FAS", S. 2 (Paid), faz.netKommentieren ...