Die deutsche Gesellschaft diskutiert zu wenig über Homophobie, meint Johannes Kram.

Medienkritik: Blogger und Marketingexperte Johannes Kram kritisiert, dass Homophobie-Debatten in Deutschland kaum geführt werden und nimmt auch die Medien dafür in die Verantwortung. Er fragt in einem konkreten Fall bei Claudius Seidl, Chef des "FAS"-Feuilletons, nach. Eine Antwort bekommt er nicht, aber den Hinweis, "homophob" sei das falsche Wort, "homosexuellenfeindlich" treffender.
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Österreichs Kanzler Kern wirft Medien vor, das reale Leben der Bürger zu ignorieren.

Bundeskanzler Christian KernChristian Kern wirft den Medien vor, die "realen Lebensverhältnisse" der Menschen nicht zu behandeln. Die Newsroom-Macher seien zu sehr auf Klicks fixiert, sagt der österreichische Kanzler auf dem European Newspaper Congress. Das Ziel der Aufklärung verschwinde aus den Redaktionen. Auch die Politik sei gefordert, den Journalismus zu stärken. Kern habe Respekt vor den Zeitungen, die heute unter völlig anderen Bedingungen als vor 20 Jahren arbeiteten. Der SPÖ-Politiker fordert von Facebook, Google und YouTube, ihre Algorithmen offenzulegen.
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Zitat: Tech-Kritiker Tristan Harris sorgt sich um Manipulation durch Apps und Social Networks.

"Kein Designer hat je geplant, dass haarsträubende Nachrichten ganz nach oben gehören – der Algorithmus hat von allein gelernt, dass Wut gut fürs Geschäft ist."

Tristan Harris, Ex-Design-Ethiker bei Google, ist besorgt, wie Soziale Netzwerke und Apps Nutzer manipulieren. Im "Focus"-Interview fordert er eine "ernsthafte Diskussion" darüber, "was wir dem entgegenstellen".
"Focus" 21/2017, 2. 53-55 (Paid)

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ZDF: Vize-Chefredakteur Elmar Theveßen verdient 205.560 Euro.

Elmar Theveßen, Vize-Chefredakteur des ZDF, verdient 205.560 Euro im Jahr, entdeckt Joachim Huber auf der ZDF-Internetseite. Seinen Dienstwagen dürfe Theveßen auch privat nutzen. Doch die Honorare von Fußballexperte Oliver Kahn wolle der Sender bis zum letzten Sendetag geheim halten, kritisiert Huber. Wenn der öffentlich-rechtliche Sender den Verdienst von leitenden Angestellten wie Theveßen so detailliert veröffentliche, müsse er auch sagen, wie viel Geld Kahn und der freiberufliche Anchorman Claus Kleber erhalten.
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Ulrike Simon wird Medien-Kolumnistin bei Spiegel Daily.

Spiegel Daily wird neue Heimat der Medienkolumne von Ulrike Simon. Die Medienjournalistin schreibt künftig für das tägliche Bezahlangebot des "Spiegels". Simon war zuvor Autorin für Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie schreibt außerdem für das Werbe-Fachmagazin "Horizont". "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer lobt Simon als "in der Medienwelt bestens vernetzt und so gut informiert wie wenige andere Journalisten". Die Kolumne erscheint wie bisher donnerstags.
per Mail, " target="_blank">turi2.tv (fragebogen2 mit Ulrike Simon)

Aus dem Archiv von turi2.tv: fragebogen2 mit Ulrike Simon.

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Roy Kühne gewinnt Wähler-Herzen mit angeblicher Gema-Sonderregelung.

Gema-frei: Roy Kühne, CDU-Bundestagsabgeordneter, hat in seinem Wahlkreis angeblich eine Gema-Sonderregelung für Schulen ausgehandelt, sie dürfen kostenlos zu einem "Bee Gees"-Lied Herzdruckmassagen üben. Die Gema erhebt aber gar keine Gebühr bei derartigen Veranstaltungen. Der Politiker nutzt offenbar nur die Recherchefaulheit von Radio ffn, das daraus eine Exklusivmeldung macht, beobachtet Boris Rosenkranz. "FAZ" und dpa schreiben ohne nachzuprüfen ab.
uebermedien.deKommentieren ...

Österreichs Kanzler Kern will unabhängige Medien und verteidigt Moderator Armin Wolf.

Bundeskanzler Christian KernÖsterreich: Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern will die Medienförderung bei Gratiszeitungen an Qualitätsstandards knüpfen. "Wir müssen davon wegkommen, dass man das als Instrument einsetzt, um sich gewogenen Journalismus zu kaufen", sagt Kern über Regierungsinserate im neuen Ö1-Medienmagazin "#doublecheck". Medien, die vom Staat finanziell gefördert werden, müssten ordentliche journalistische Arbeitsplätze bieten. Der Politiker verteidigt auch ORF-Anchor Armin Wolf gegen Angriffe aus Politik und ORF-Management.
derstandard.at, orf.at, turi2.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Schweizer Medienforscher sieht große Nachfrage nach unabhängigen Medien.

"Es findet immer mehr eine Vermischung zwischen Werbung und redaktionellem Teil statt und vor allem die gebildeteren Mediennutzer sind damit unzufrieden."

Der Schweizer Medienwissenschaftler Heinz Bonfadelli sieht bei den Schweizern eine große Sehnsucht nach gutem, unabhängigen Journalismus.
br.de (2-Min-Audio)Kommentieren ...

Zitat: Uwe Kohrs sieht bei Fake News nicht nur PRler, sondern auch Journalisten in der Pflicht.

"Die führenden Qualitäts-Medien gehörten einmal zu den ehernen Stützen der Gesellschaft, man wusste: Wenn die das schreiben, kannst du dich darauf verlassen, dass es stimmt. Das ist vorbei."

Noch-GPRA-Chef Uwe Kohrs sieht PR-Agenturen und Medien gleichermaßen in der Pflicht, gegen Fake-News-Vorurteile anzukämpfen.
horizont.net
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Meinung: ARD-Intendanten sollten Flagge zeigen für Deniz Yücel, findet René Martens.

NDR hat vorgeschlagen, dass die ARD-Intendanten im TV einen offenen Brief für Deniz Yücel vorlesen. Einige der Intendanten waren dagegen. ARD-Chefredakteur Rainald Becker habe den "nicht sehr fernsehgemäßen Ansatz" der Idee kritisiert, sagt er der "taz". Er sei außerdem gegen Kampagnen im öffentlichen Rundfunk. Dass die Aktion platzt, konterkariere die ARD-Programmgestaltung zum Tag der Pressefreiheit, kritisiert René Martens.
taz.deKommentieren ...

"Freitag" montiert aktuelle Fragen in altes Interview mit Didier Eribon.

Freitag schraubt an einem fünf Wochen alten Interview mit dem französischen Autor und Soziologen Didier Eribon, um den Eindruck zu erwecken, es sei aktuell, schreibt Boris Rosenkranz. Die Fragen drehen sich um die Präsidentschaftswahl in Frankreich und die Kandidaten Marine Le Pen und Emmanuel Macron. Eribon selbst schreibt auf Twitter, dass der "Freitag" Fragen nachträglich ohne seine Zustimmung verändert hat. Chefredakteur Christian Füller sagt, die Bedeutung des Beitrages sei nicht verändert worden und sieht kein Problem. Das Interview wurde dennoch von der Seite genommen.
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Correctiv fällt mit Prostituierten-"Enthüllung" auf die Nase.

Enthüllungsjournalismus: Correctiv steckt heftige Kritik ein, weil Gründer David Schraven eine AfD-Politikerin als Ex-Prostituierte enttarnt. Die Rechercheure teasern ihre Story als "Sexskandal" an, viele Kritiker finden den Text missglückt. Die Politikerin hatte ihr Profil auf einem Sex-Portal 2014 gelöscht. Correctiv-Chefredakteur Markus Grill stellt sich hinter Schraven. Und Schraven verteidigt die Veröffentlichung auf Nachfrage von turi2: Die Sexarbeit an sich sei kein Problem, wohl aber, dass sie ihre Tätigkeit gegenüber der Partei verschwiegen habe.

Schravens Statement:
"Iris Dworeck-Danielowski steht für eine Partei, die sich gegen Gleichberechtigung und gegen die Emanzipation etwa von Sexarbeiterinnen einsetzt. (...) Iris Dworeck-Danielowski hat aus einem wesentlichen Teil ihres Lebens ein Geheimnis gemacht, um bei parteiinternen Wahlen eine Chance auf ein parlamentarisches Mandat zu bekommen. Und genau in diesem Geheimnis liegt der entscheidende Punkt, der für eine Veröffentlichung spricht. (...) Der Skandal ist nicht, dass Iris Dworeck-Danielowski ihren Körper für Geld angeboten hat. Das sollte in unserer aufgeklärten Gesellschaft kein Problem sein. Der Skandal ist, dass sie dies in ihrer Partei vor der Wahl der Landtagskandidaten verschwiegen hat."
correctiv.org, daniel-bouhs.de, correctiv.org (Statement Schraven)1 Kommentar

Sänger Campino: Jan Böhmermann bettelt um Aufmerksamkeit.

Sänger CampinoCampino wirft ZDF-Moderator Jan Böhmermann vor, der Deutsche zu sein, der am meisten um Aufmerksamkeit bettle. Böhmermanns Erdogan-Schmähgedicht rechtfertige zwar keinen juristischen Prozess, sagt der Sänger der Band Die Toten Hosen im Interview mit der FAS. Der Text habe jedoch das Niveau "eines Furzkissens". Anschließend "zur Kanzlerin zu laufen" und um Schutz zu bitten, gehe gar nicht.
"FAS", S.11-12 (Paid), faz.net (Vorab), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Medien verkaufen mit unerträglichen Anzeigen den Journalismus.

Zeitungen verkaufen mit unerträglichen Anzeigen den Journalismus, meint NZZ-Autor Rainer Stadler (Foto). Neuestes Beispiel sei eine Ausgabe des Gratisblatts 20 Minuten, in der das anonyme Editorial Werbung für ein Smartphone mache. Wenn Medien im Auftrag von Werbekunden den redaktionellen Auftritt veränderten oder das Thema der Titelgeschichte anpassten, sei die Grenze des Erträglichen überschritten. Ein solches Verhalten wecke bei Lesern den Anschein der allgemeinen Käuflichkeit.
nzz.chKommentieren ...

Zitat: epd-medien-Chefin Diemut Roether wünscht sich mehr Recherche statt Gefühlsberichterstattung.

"Es ist einfacher über Emotionen zu berichten, als Hintergrund zu recherchieren."

Diemut Roether, Verantwortliche Redakteurin von epd medien, appelliert beim Frankfurter Tag des Online-Journalismus an Redaktionen, statt auf Gefühlsberichterstattung wieder mehr auf Fakten zu setzen und erinnert: "Wir nennen das Recherche".
evangelisch.de, ftoj.de (29-Min-Vortrag als Video)Kommentieren ...

Philipp Walulis kritisiert Polit-Kommentare von Claus Strunz.

Claus Strunz: Satiriker Philipp Walulis schießt sich in seinem Funk-Kanal auf den Chef des Sat.1-Frühstücksfernsehens ein. Strunz ersetze trockene Fakten durch Emotionen, gebe verbalen "Brandbeschleuniger" dazu und schade so "Diskussionen, die wir eigentlich führen sollten", wirft Walulis dem Journalisten vor.
youtube.com (6-Min-Video)

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Meinung: ARD und ZDF versagen bei Berichterstattung über französische Wahl.

ARD und ZDF versagen am hochpolitischen Sonntag, meint Joachim Huber. Eine fünfminütige Sonderschicht der "Tagesthemen" reiche für das Wochenende mit der Präsidentschaftswahl in Frankreich und dem AfD-Bundesparteitag nicht aus. Huber vermisst Sondersendungen, einen "Brennpunkt" oder einen Politik-Talk. Bei absehbaren Ereignissen wie der Frankreich-Wahl und dem AfD-Parteitag schalte das Erste in den Energiesparmodus. Phoenix mache, was dessen "schwache Kräfte" hergäben.
tagesspiegel.de4 Kommentare

ORF-Redakteure wehren sich heftig gegen Kritik des Vize-Direktors.

Thomas Prantner (ORF)
Wolf bellt zurück: Der ORF-Redakteursrat wehrt sich gegen Kritik am Interviewstil der ORF-Moderatoren von ORF-Vize-Direktor Thomas Prantner (Foto). Die Redakteure verlangen von Prantner konkrete Beispiele für seine Anschuldigungen und schreiben in einem Brief, sie seien überrascht, dass Prantner öffentlich Zensuren für redaktionelle Inhalte erteile. Als Vize-Chef für Technik und Online sei er nicht für das Fernsehen zuständig. Prantner hatte den ORF-Moderatoren in einem Gespräch mit der Zeitschrift "Profil" vorgeworfen, das TV-Studio zu einem Verhörraum zu machen und Politiker unfair zu behandeln.

Offensichtlich zielt Prantners Angriff auch auf ORF-Anchorman Armin Wolf. Der schreibt süffisant, Prantners Interview diene "sicher nur dem Unternehmensinteresse, keinesfalls aber der Eigenprofilierung". Wolf bezweifelt auf Twitter Prantners journalistische Sachkenntnis und sagt, ein hartnäckiger Interviewstil sei bei anderen Sendern wie der BBC üblich.
derstandard.at (Redaktionsrat), twitter.com, twitter.com, twitter.com (Wolf), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Analyse: Französische Präsidentschaftskandidaten wollen mit Medienkritik punkten.

Frankreich: Einige der aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten schüren Misstrauen gegenüber den Medien, analysiert "FAZ"-Journalistin Michaela Wiegel. Die Kandidaten wollten sich als Gegner des vermeintlichen Mainstreams profilieren. Die Rechtsextreme Marine Le Pen stelle den Wahl-Favoriten Emmanuel Macron als Herzchen der Medien dar. Kürzlich hatte der eher unbedeutende Kandidat Nicolas Dupont-Aignan aus einem Schreiben vorgelesen, in dem angeblich ein Verleger einen Berichtsboykott gegenüber Dupont-Aignan begründet.
"FAS", S. 2 (Paid), faz.netKommentieren ...

Zitat: ORF-Vize-Direktor vermisst bei seinen Moderatoren Fairness gegenüber Politikern.

Thomas Prantner"Es ist unzumutbar für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn das TV-Studio wie ein Verhörraum oder eine Anklagebank wirkt."

Thomas Prantner, stellvertretender ORF-Direktor, kritisiert im Gespräch mit dem Magazin "Profil" mangelnde Fairness seiner Moderatoren gegenüber Politikern. Politiker müssten sich kritische Fragen gefallen lassen, es komme aber auf Ton und Stil der Fragen an.
ots.atKommentieren ...

Meinung: Medien beschleunigen das Umfrage-Karussell.

Medien beschleunigen den Wettlauf neuer Umfrage-Nachrichten, meint Gordon Repinski. Es vergehe kaum ein Tag ohne eine neue Umfrage. Mittlerweile ließe sich vor lauter Umfragen nur noch etwa jeder zehnte Bürger von den Instituten befragen. Politikberater Frank Stauss sagt, die Medien müssten mehr überlegen, welcher Zahl sie welchen Wert beimessen. Monate vor der Bundestagswahl auf der Basis von Umfragen wochenlang über mögliche Koalitionen zu spekulieren, sei "absurd".
"Spiegel", 17/2017, S. 24-27 (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

dpa ist fahrlässig mit fragwürdigem Bekennerschreiben umgegangen, kritisiert Andreas Szabo.

Deutsche Presse-Agentur handelt im Fall des Bekennerschreibens zum Dortmund-Anschlag fahrlässig, kritisiert Andreas Szabo. Sie hat aus einem Indymedia-Eintrag eine Eilmeldung gemacht und dabei das Zwei-Quellen-Prinzip außer Acht gelassen. Dass ausgerechnet bei einem so großen Ereignis die Standard-Mechanismen der dpa versagten und sie danach mehrere Stunden brauche, nachzubessern, sei ärgerlich.
flurfunk-dresden.deKommentieren ...

Factchecking amerikanischer Medien erreicht nur wenige und die falschen.

USA: Faktenchecks erreichen nur einen kleinen Teil der Gesellschaft, nämlich demokratische Wähler, die sich überdurchschnittlich gut mit Politik auskennen, ergeben Untersuchungen in den USA. Viele Mediennutzer sind voreingenommen und lassen sich von Fakten nicht überzeugen. Amerikaner misstrauen zudem häufig ihren Medien und deren Quellen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 9 (Paid)Kommentieren ...

Deutsche Bahn, Deutsche Post und ARD finanzieren mit ihren Anzeigen schlechten Journalismus, kritisiert Mats Schönauer.

Deutsche Bahn schaltet regelmäßig Anzeigen in der Regenbogenpresse, lässt in der aktuellen Ausgabe ihres Kundenmagazins aber Florian Silbereisen schildern, wie fragwürdig ihm Paparazzi auflauern, kritisiert Mats Schönauer. Auch die Deutsche Post und die ARD hält er in ihrer Anzeigen-Vergabe für zu unkritisch.
uebermedien.deKommentieren ...

Huffington Post testet medienkritisches Tool.

Huffington Post testet ein Tool, bei dem Leser in einer interaktiven Matrix die neuesten Schlagzeilen zu verschiedenen Themen sehen – sortiert von vertrauenswürdig bis verschwörerisch, liberal bis konservativ. Das Redaktionsteam will so ohne erhobenen Zeigefinger darauf aufmerksam machen, wie breit das Spektrum der Berichterstattung ist. Auch die Huffington Post selbst erscheint im Raster, sie rangiert in Sachen Glaubwürdigkeit hinter "Washington Post" und "New York Times".
niemanlab.orgKommentieren ...

Zitat: Serdar Somuncu findet, dass das Fernsehen die Zuschauer unterfordert.

"Im Fernsehen können Sie wenig machen, was von der Norm abweicht, weil da so viele dranhängen: Die Sender, die Redakteure, die Werbepartner."

Kabarettist und TV-Moderator Serdar Somuncu kritisiert im Interview mit Hans Hoff, dass das Fernsehen zu sehr auf Nummer sicher geht und "in sich selbst gefangen bleibt".
"Journalist", 4/2017, S. 32-36 (Probeabo), presseportal.de1 Kommentar

Studie: Deutsche vertrauen Medien so sehr wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Vertrauen in die Medien ist so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr, sagt eine Studie der Universität Würzburg. 55,7 % der Deutschen vertrauten 2016 Radio, TV und Presse. 38,8 % misstrauten den Medien. Dies sei der beste Wert, seit das Eurobarometer in 2000 das Vertrauen in Medien abfragt. Am meisten Glaubwürdigkeit genießt das Radio. Die Forscher werteten Daten des Eurobarometers aus.
br.de1 Kommentar

Meinung: Verlage haben unabhängigen Reisejournalismus totgespart.

Reisejournalismus: Leser sollten beim Reisejournalismus die Reißleine ziehen und sich bei den Chefredakteuren beschweren, meint Silke Burmester. Viele Reisemagazine und Reiseseiten hätten den Anspruch, Journalismus zu sein, verwirkt. Ein Großteil der Artikel wird in Abhängigkeit vom Reiseveranstalter und den Tourismusverbänden geschrieben, will Burmester wissen. Die Verlage hätten den unabhängigen Reisejournalismus totgespart.
deutschlandfunk.deKommentieren ...

Stefan Niggemeier: Auch AfD darf Ansprüche an ARD und ZDF stellen.

AfD darf die Abschaffung von ARD und ZDF fordern und zugleich Ansprüche an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk stellen, sagt Stefan Niggemeier in einer Video-Replik auf Anja Reschke. Die hatte in einem Video-Kommentar der rechtspopulistischen Partei Doppelzüngigkeit vorgeworfen. Reschkes "Unsinn", der auf billigen Beifall abziele, könne als "Populismus" bezeichnet werden, kritisiert Niggemeier. Es sei kein Widerspruch, die Abschaffung von ARD und ZDF zu verlangen und Ansprüche an die Sender zu stellen, solange diese noch existieren. Die AfD hatte sich beschwert, dass sie zu selten in die Talkshows von ARD und ZDF eingeladen werde. Reschke erwiderte, die AfD fordere doch die Abschaffung des gebührenfinanzierten Fernsehens.
uebermedien.de (2-Min-Video)Kommentieren ...

US-Journalist Jim Rutenberg: Guter Journalismus ist unersetzbar.

Seriöse Berichterstattung von klassisch ausgebildeten Reportern ist heute unermesslich wichtig, sagt New-York-Times-Autor Jim Rutenberg im Interview mit "Horizont". Donald Trumps Beschimpfungen von Journalisten änderten nichts daran, dass Medienberichte zum Rücktritt seines Sicherheitsberaters Michael Flynn geführt hätten. Die Aufgabe der US-Journalisten sei es, Fakten darzulegen und Trumps Erfindungen zu entlarven. Die "New York Times" erlebe den größten Zulauf seit der Watergate-Affäre.
horizont.netKommentieren ...

Dunja Hayali wirbt in der "Jungen Freiheit" für mehr Dialog.

Dunja Hayali und die rechte Junge Freiheit proben den Dialog – und finden in einem überraschenden Interview doch nicht zusammen. ZDF-Moderatorin Hayali bekräftigt, als Journalistin alle Menschen gleich zu behandeln. Sie bittet, nicht jeden Fehler als Absicht auszulegen. Interviewer Moritz Schwarz mimt die Stimme der Konservativen und fragt fair. Die Freitag erscheinende Zeitung druckt Hayalis Appell "Wir müssen reden!" auf den Titel.
"Junge Freiheit" 13/2017, S. 3 (Vorabexemplar), jungefreiheit.deKommentieren ...

Zitat: Stefan Aust wünscht sich weniger Hysterie in Mediendebatten.

"Wer sich verschrecken lässt durch Begriffe wie 'Lügenpresse', der hat nicht genügend Selbstbewusstsein."

"Welt"-Herausgeber Stefan Aust rät Kollegen, auf unsachliche Vorwürfe nicht hysterisch zu reagieren.

Aust über seinen Umgang mit Fake News:
"Ich hab bei meinem Computer eine kleine Taste, die sieht aus wie ein Papierkorb, da stecke ich das rein und dann ist das weg."

... über den "fast religiösen Begriff" Wahrheit:
"Der Begriff Wahrheit ist häufig eine Anmaßung. Es gibt viele Informationen, die man unterschiedlich interpretieren kann – es liegt immer im Auge des Betrachters."

... über mediale Hysterie:
"Es wird eine immer größere Tsunami-Welle, wenn irgendetwas passiert. Manche Informationen, die nicht wirklich überprüft sind, kriegen eine gewaltige Bedeutung – aber häufig ist es so, dass nach ein paar Stunden schon eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird."
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio)Kommentieren ...

Zitat: Frank Rosin will prekäre Ecken des Gastro-Geschäfts ausleuchten.

"Andere vorzuführen liegt mir nicht - die Menschen führen sich höchstens selber vor, indem sie offenbaren, dass sie sich in einer Branche selbständig gemacht haben, von der sie keine Ahnung haben."

Fernsehkoch Frank Rosin sieht "Rosins Restaurants", seine Rettungsshow für strauchelnde Gastronomen, als Akt der Nächstenliebe.
sueddeutsche.de, blendle.com (Paid)Kommentieren ...

Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier starten Podcast beim Streaming-Dienst Deezer.



Pod-zblitz: Moderatorin Sarah Kuttner, 38, und Medienkritiker Stefan Niggemeier, 47, starten sanft und sorgfältig einen Podcast. Ab heute soll Das kleine Fernsehballett immer dienstags beim Streaming-Dienst Deezer erscheinen. Kuttner und Niggemeier wollen in 45 Minuten über alles reden, "was aus viereckigen Geräten rauskommt und sich bewegt". Für ihr neues Format werfen beide eine hohe Social-Media-Reichweite in den Ring.

In ihrer Audio-Show wollen sie sich gemeinsam über das Fernsehen aufregen und lustig machen. Ein Interview mit Kuttner und Niggemeier, geführt von Imre Grimm, lässt erahnen, dass es im "kleinen Fernsehballett" vor allem um Spaß gehen soll. Viel Spaß und ein bisschen Ernst finden Podcast-Hörer schon seit Mai 2016 beim Streaming-Konkurrenten Spotify: Jan Böhmermann und Olli Schulz präsentieren exklusiv dort "Fest & Flauschig", das zuvor als "Sanft & Sorgfältig" in öffentlich-rechtlichen Radios lief. (Foto: Promo/Facebook)
haz.de, deezer.com (48-Min-Podcast)1 Kommentar

Hör-Tipp: Deutschlandfunk startet heute @mediasres.

Hör-Tipp: Die werktägliche Medien-Sendung @mediasres feiert um 15.35 Uhr im Deutschlandfunk Premiere. Leiter Stefan Koldehoff und sein Team wollen tagesaktuell arbeiten und "Sendung mit der Maus" für medieninteressierte Laien spielen. @mediasres ersetzt "Markt und Medien", das Samstag zum letzten Mal lief.
"Süddeutsche Zeitung", S. 23 (Koldehoff), deutschlandfunk.de (Markt und Medien)Kommentieren ...

Basta: Zum Abschreiben ist die "Lügenpresse" gerade gut genug.

Falsch gespickt: Das rechte Magazin "Info-Direkt" aus Österreich schreibt fleißig ab – bei der "taz", dem "Spiegel", tagesschau.de und "Handelsblatt". Die Initiative Stoppt die Rechten listet viele Beispiele auf. Dumm gelaufen: Die genannten Medien sind für "Info-Direkt" eigentlich Hetze verbreitende Mainstream-Medien und "Lügenpresse".
derstandard.at, profil.at1 Kommentar

Meinung: Leser sind es satt, von Medien bevormundet zu werden.

Medienkritik: Viele Leser und Zuschauer sind es satt, von Medien bevormundet zu werden, sagt Jörg Quoos. Der Chef der Funke-Zentralredaktion beobachtet, dass viele Leser die Realität anders wahrnehmen als die Medien sie beschreiben - etwa in der Flüchtlingskrise. Quoos empfiehlt, Nachricht und Kommentar klar zu unterscheiden. Auch bei der Trennung von Werbung und Redaktion seien einige Medien nachlässig geworden.
pr-journal.deKommentieren ...

"Psychologie heute": Unsere Schwäche für Fake-News liegt in den Genen.


Wenn Sie diesem Mann glauben, sind vielleicht die Neandertaler schuld (Foto: picture-alliance.com/newscom)

Fake ist Trump(f): Viele Menschen glauben den Lügen von Demagogen, wenn diese ihre Botschaften nur oft genug über soziale Medien verbreiten - daran ist ein archaischer Reflex des Menschen schuld, schreibt Autor Klaus Wilhelm in der April-Ausgabe des Fachmagazins "Psychologie heute". Demnach reagieren Menschen seit Jahrtausenden vor allem bei (vermeintlicher) Gefahr weniger mit dem Verstand als mit dem Gefühl - und glauben denjenigen Menschen und Parolen, die sie zu kennen glauben.

Diesen, für die Meinungsbildung in einer Demokratie erschreckenden Umstand erklärt Tom Stafford von der University of Sheffield: "Je besser und simpler wir uns an etwas erinnern, desto wahrscheinlicher glauben wir, dass es wahr ist." Entstanden ist der Mechanismus in grauen Vorzeiten, quasi im Neandertal, als eine schnelle Reaktion auf das Auftauchen eines Säbelzahntigers wichtiger war als ein gründliches Überdenken der Situation. Demagogen ziehen daraus den einfachen, aber wirkungsvollen Schluss: "Wiederhole eine Lüge oft genug, und sie wird zur Realität."

Studien aus den USA zeigen, dass z.B. Probanden die Behauptung "Ein Sari ist der Rock, den die Schotten tragen" glaubten, wenn sie diese Aussage oft genug gehört hatten - obwohl sie vorab den Schottenrock richtig als Kilt identifiziert hatten. Jason Reifler von der University of Exeter sieht Fake-News als "absolute Gefahr für die Demokratie". Das beste Gegenmittel ist für Reifler ein schneller Gegencheck von glaubwürdigen Absendern - so bringe z.B. ein sofortiger Faktencheck in einer Polittalk-Sendung viel.
"Psychologie heute", 4/2017, S. 34-37 (Paid), "Psychologie heute" (Kennenlern-Abo)
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Deutschlandfunk gibt Silke Burmester eine Medienkolumne.

Silke Burmester berichtet wieder von der Medienfront: Die frühere Medienkolumnistin der "taz" bekommt in Mediasres, dem neuen Medienmagazin des Deutschlandfunks, einen regelmäßigen Auftritt. Burmester hatte ihre "taz"-Kolumne Die Kriegreporterin 2016 nach sieben Jahren eingestellt. "Mediasres" läuft ab 20. März von Montag bis Freitag im Deutschlandfunk. Weitere Kolumnisten sind Christian Ulmen, Matthias Dell und Marina Weisband.
twitter.com/medienmagazin, twitter.com/SilkeBurmester, deutschlandradiokultur.deKommentieren ...