Zitat: Wir brauchen bessere Medien-Hygiene, sagt Maren Urner.

"Wir sind sehr gut darin, die Zähne zu putzen, eine gewisse Körper- oder Gesundheitshygiene zu betreiben und überlegen sehr gut, was wir konsumieren. Wenn es zu unserem Medienkonsum kommt, sind wir allerdings sehr unkritisch."

Maren Urner, Gründerin von "Perspective Daily" plädiert im "FAZ"-Interview für Medienhygiene und gegen "die Vermüllung unserer Gehirne". Dazu gerhöre, Medien bewusst einzeln zu konsumieren und nicht nur Überschriften durchzuklicken.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (02/2016): Maren Urner will mit konstruktivem Journalismus Probleme lösen.

Renner: Relotius-Förderer Matthias Geyer könnte "Spiegel" verlassen.

Spiegel und Matthias Geyer, Förderer von Claas Relotius und derzeit Redakteur für besondere Aufgaben, gehen womöglich getrennte Wege, schreibt Kai-Hinrich Renner. Geyer führe Gespräche mit der Personalabteilung, an deren Ende eine Vertragsauflösung stehen könnte. Der zweite Relotius-Förder, Ulrich Fichtner, der sich als Reportern nach Paris gerettet hat, werde wohl bleiben.
morgenpost.de (Paid), turi2.de (Background)

Burda-Blatt "Freizeit Revue" unterliegt gegen Lebensgefährten von Helene Fischer.


Freund oder Freund, das ist hier die Frage: Burdas Klatschblatt "Freizeit Revue" muss auf dem Titel eine Gegendarstellung des Lebensgefährten von Sängerin Helene Fischer abdrucken, urteilt das Landgericht Offenburg. Das Blatt hatte getitelt: "Helene Fischer: Das Baby-Interview – Sensationell, was ihr Freund verrät." Zwar war ihr Lebensgefährte, Akrobat und Model Thomas Seitel (rechts im Bild), auf dem Cover zu sehen, das Interview gab aber nicht er, sondern ein befreundeter Promi.

Burda argumentiert: Mit den Worten "was ihr Freund verrät" könne jeder der vielen Fischer-Freunde gemeint sein. Die Richter überzeugt das nicht: Ein unbefangener Kioskleser würde vermuten, der abgebildete Freund, also Helenes Lebensgefährte, würde sprechen. Burda hat gegen das Urteil bereits Berufung eingelegt. (Archivfoto von 2017: Rolf Vennenbernd/dpa)
lahrer-zeitung.de, badische-zeitung.de

Zitat: Bernhard Pörksen sieht Österreich aktuell in einem journalistischen Live-Experiment.

"Österreich durchlebt momentan ein Live-Experiment, das von der Frage handelt: Behält der seriös sortierende Journalismus in Zeiten der fiebrigen Sofort-Spekulation die Deutungshoheit?"

Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen stellt im "Profil"-Interview die Frage, ob der Kern des Ibiza-Skandals das "Brausen aus Empörung und Gegenempörung" zwischen den Medien und sozialen Netzwerken bestehen kann oder die "Akteure des Spektakels" am Ende gewinnen.
profil.at

Reporterfabrik veröffentlicht Podcasts zum Fall Relotius und seinen Folgen.

Hör-Tipp: Die Reporterfabrik stellt sechs Audio-Mitschnitte von Workshops zu den Folgen des Relotius-Betruges für den Journalismus online. Es geht u.a. darum, wie Medien mit betrügenden Redakteuren umgehen sollten, was sich an der Reportage als Erzählform ändern muss und was zu tun ist, wenn sich Protagonisten falsch dargestellt fühlen.
reporterfabrik.org

Meinung: So schlecht war Madonna nun auch wieder nicht.

Madonna erntet kübelweise Kritik für ihren Auftritt beim ESC – zu Unrecht, schreibt Carola Padtberg. Ein Chor verunsicherter Männer komme nicht damit klar, dass Madonna sich auch mit 70 noch erdreistet, auf Bühnen zu klettern. Tim Sohr findet den Auftritt zwar "ein bisschen peinlich", hält die Häme darüber aber für deutlich überzogen. Manche Journalisten trauten sich zuviel "Urteilsmacht und Expertise" zu.
spiegel.de (Padtberg), stern.de (Sohr)

Studie: Leitmedien haben UN-Migrationspakt als Thema verschlafen.

Medienkritik: Journalistik-Professor Michael Haller untersucht, ob die Medien aus den Fehlern in der Berichterstattung über Flüchtlinge gelernt haben. Er untersucht dafür die Berichterstattung von "FAZ", "Süddeutscher Zeitung", "Welt", "taz", "Bild" und der "Tagesschau" zum UN-Migrationspakt – laut Studie haben die Medien das Thema verschlafen und erst berichtet, als Rechtspopulisten es nutzten. Sie hätten die Fragen der Leser und Zuschauer zu wenig beachtet, aber auch Falschannahmen und Vorurteile richtiggestellt.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Meinung: Klima-Aktivistin Lui­sa Neu­bau­er wirft Journalisten Halbwissen vor.

Klima-Nachhilfe: Lui­sa Neu­bau­er, das deutsche Gesicht der Fri­days for Fu­ture, attestiert vielen Politjournalisten zum Klimaschutz "ei­ne Meinung, aber lei­der we­nig Ah­nung", schreibt sie in der "Zeit". Mit mehr Expertise könnten sie "die halbwah­ren Einordnungen der Po­li­tik" er­ken­nen und "die richtigen Fragen" stellen. Über die Schüler-Streiks hätten Medien aus­führ­lich berichtet, über das Kli­ma selbst und sei­ne Zerstörung da­ge­gen kaum.
"Zeit" 20/2019, S. 5 (Paid)

FES-Studie ist voreingenommen und alarmistisch, kritisiert Juliane Wiedemeier.

Medienkritik: Die "Mitte Studie" der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt, was mit Studien, Sperrfristen und dem Herdentrieb der Journalisten schief läuft, meint Juliane Wiedemeier. Die Studie untersucht, wie sich rechtsextreme Einstellungen in Deutschland verbreiten. Der Tonfall bei der Auswertung sei "alarmistisch", die Fragestellung unglücklich, insgesamt sei die Studie nicht sehr ergebnisoffen. Über Spiegel Online machten die Ergebnisse dann die Runde, bevor die Sperrfrist vorbei und die Studie einsehbar war. Nur wenige wie Claus Kleber hätten sich die Mühe gemacht, selbst zu recherchieren.
uebermedien.de

ARD und ZDF bekommen Kritik und Lob für Notre-Dame-Berichterstattung.

ARD und ZDF bekommen Kritik und Zustimmung für ihre spärliche Live-Berichterstattung zum Brand von Notre Dame. TV-Journalistin Sonia Mikich forderte Infos auf Tagesschau24, Ulrich Deppendorf einen Brennpunkt im Ersten. DWDL-Gründer Thomas Lückerath findet in diesem Fall Zurückhaltung besser als "Desaster Porn".
twitter.com (Mikich), twitter.com (Deppendorf), dwdl.de (Lückerath)

Nutzer verzeihen Fehler, glaubt Manfred Protze vom Presserat.

Medienkritik: Nutzer sind nicht "von vornherein bösgläubig und verzeihen auch Fehler, sagt Manfred Protze vom Presserat im "taz"-Interview. Wichtig sei, dass Medien Fehler nicht unter den Teppich kehren. Zwischen sozialen Medien und journalistischen Formaten zu unterscheiden, gelänge nicht allen Nutzern – u.a. daraus resultiere der Vorwurf der Lügenpresse, weil Medien mitunter "aus ethischen Gründen nicht publizieren".
taz.de

"Spiegel"-Aufklärer Clemens Höges: Relotius-Kommission möchte keinen Zeitdruck.


Wortkarge Aufklärer: Knapp vier Monate nach der Relotius-Affäre treffen sich hunderte Journalisten beim Reporterforum im "Spiegel"-Haus – und sind teils verwundert über die wenigen Antworten. "Spiegel"-Blattmacher Clemens Höges bittet um Geduld und sagt: "Die Kommission möchte sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen". "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann sagt seine Teilnahme am Workshop der Reporter kurzfristig ab – wegen einer Management-Tagung.

Die dreiköpfige Kommission habe viele Gespräche mit Beteiligten geführt und interne Abläufe hinterfragt, erzählt Höges. Ihr Bericht gehe zunächst an Chefredaktion und Geschäftsführung. Auf ungeduldige Fragen von Anwesenden, wann Ergebnisse vorliegen werden, antwortet Höges lediglich: "bald". "Es ist für uns eine große Aufgabe, denn wir stellen absolute Transparenz her", sagt Höges bei der Eröffnung der Veranstaltung (siehe Video). In Zeiten von Fake News gehe es darum, wieder das Vertrauen der Leser zu gewinnen: "Das gilt für den 'Spiegel', aber nicht nur für den 'Spiegel' – obwohl der 'Spiegel' gewissermaßen Ground Zero war." (Foto: Jens Twiehaus)
turi2.tv (2-Min-Video mit Höges)

Clemens Höges zur Relotius-Aufklärung im Video:

Meinung: Fake News verdeutlichen den Wert des unabhängigen Journalismus.

Fake News verbreiten sich zuletzt stärker, verdeutlichen Menschen aber den Wert von unabhängigem Journalismus, sagt Klaus Meier, Professor für Journalistik, im Interview mit der "Schwäbischen Zeitung". Journalisten sollten künftig transparenter Quellen offenlegen und Lesern erklären, warum bestimmte Themen redaktionell stärker gewichtet werden.
schwaebische.de

Zitat: "Bild"-Journalist Martin Eisenlauer findet viele Tech-Debatten faktenfrei.

"In den meisten Redaktionen fehlen Experten, die moderne Technik wirklich verstehen und Entwicklungen seriös einordnen können. Stattdessen wird nachgeplappert, was Interessensgruppen einflüstern."

Martin Eisenlauer, Technik-Journalist bei "Bild", findet, dass sich viele Technologie-Debatten faktenfrei um äußerst unwahrscheinliche Horrorszenarien drehen.
frauwenk.de

Presserat erklärt "Focus Money" die Bedeutung von Anführungszeichen, schreibt Stefan Niggemeier.

Presserat muss "Focus Money" die Bedeutung von Anführungszeichen erklären, schreibt Stefan Niggemeier über die vergangene Woche ausgesprochene Rüge gegen das Titelseiten-Zitat von Alan Greenspan. Chefredakteur Frank Pöpsel räumt ein, dass der Ex-US-Notenbankchef den Satz "Wer Verstand hat, kauft Gold" nicht wörtlich gesagt hat. Das Zitat sei komprimiert, aber inhaltlich durch Aussagen von Greenspan gedeckt. Ein "durchschnittlich verständiger Leser" müsse die Überschrift in Anführungszeichen "zwingend als wörtliches Zitat auffassen", kontert der Presserat.
uebermedien.de, presserat.de (Rüge)

Sexismus bleibt Hauptbeschwerdegrund beim Deutschen Werberat.

Sexistische Werbung führt auch 2018 die Rangliste der Beschwerden beim Deutschen Werberat an. Mit 445 Beschwerden sind dazu 9 % mehr eingegangen als 2017, die Zahl der betroffenen Kampagnen ist aber von 321 auf 261 gesunken. An zweiter Stelle stehen mit 61 Fällen Verstöße gegen ethische und moralische Mindestanforderungen, gefolgt von Kinder-und Jugendschutz mit 27 Fällen. Die Zahl der Beschwerden über Werbung in sozialen Netzwerken ist um 22 % auf 45 angestiegen.
absatzwirtschaft.de, wuv.de, horizont.net

WDR entfernt fehlerhafte Doku aus der Mediathek.

WDR entfernt eine Doku aus der Mediathek: In "Ausgerechnet – Billig-Kreuzfahrt" begibt Reporter Daniel Aßmann sich auf hohe See und suggeriert, in einer billigen Innenkabinen zu nächtigen. Zuschauer erkennen anhand der Kabinennummer, dass das nicht stimmt. Der WDR will nun weitere Folgen der Sendung prüfen. Anfang des Jahres hat der Sender bereits Fakten-Schiffbruch mit der Doku-Reihe "Menschen hautnah" erlitten.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Lokalradios sollten Themen nicht zu lokal wählen, findet Hans Hoff.

Lokalradios verfestigen ein Hörer-Weltbild, das jenseits der Stadtgrenze unscharf wird, wenn sie nur Lokales erzählen, glaubt Hans Hoff. Das "krampfhafte Herunterbrechen von internationalen Themen aufs Lokale" nervt ihn. Er bricht eine Lanze für Deutschlandfunk Kultur: Der Sender erweitere "beinahe beiläufig" seinen Horizont und spiele guten Pop.
dwdl.de

Meinung: Wer sich Attentats-Bilder anschaut, macht sich zum Komplizen.

Medienkritik: Wer die Bilder, die vom Attentat in Christchurch im Netz kursieren, anschaut, macht sich zum Komplizen "in einem Krieg, in dem die Bilder wichtiger geworden sind als die Opfer", schreibt Arno Frank. Die Boulevardmedien verbreiteten das Video, weil sie dem Konkurrenzdruck nicht widerstehen könnten. Dazu komme der Primaten-Reflex der Zuschauer, die Bilder zu sehen.
spiegel.de

Renner: Relotius-Förderer Ullrich Fichtner hat "inhaltlich zusammengezogen".

Spiegel: Reporter Ullrich Fichtner soll Zitate verschiedener Personen zu den Aussagen einer einzigen Figur verschmolzen haben, berichtet Kai-Hinrich Renner. Das sage Fichtner selbst laut einer Aufnahme vom Reporter-Workshop 2016 des Vereins Reporterforum. Fichtner äußert sich gegenüber Renner per Mail, will aber nicht zitiert werden.

"Spiegel"-Journalist Fichtner war Leiter des Gesellschaftsressorts und betreute dort Claas Relotius. Seine Beförderung in die Chefredaktion, geplant für Januar, liegt deshalb auf Eis. Fichtner habe Zuhörern des damaligen Workshops auch empfohlen, sich bei Reportagen an Techniken des Kinos zu orientieren. Bei der Enthüllung des Falls Relotius zweienhalb Jahre später mahnt Fichtner hingegen, Journalisten dürften "nur Dokumentarfilme" zeigen.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

In einer früheren Fassung dieses Beitrags lautete die Überschrift "Relotius-Förderer Ullrich Fichtner gab eigene Schummelei zu". Das ist so nicht richtig formuliert: Er hat eingeräumt, mehrere Figuren zu einer verschmolzen zu haben.

Meinung: Sprachschützer wollen eigentlich was anderes schützen.

Sprachverhunzung: Der Appell des "Verein Deutsche Sprache" gegen "Gender-Unfug" übertreibt und argumentiert sprachlich fragwürdig, urteilt Till Raether. Der Appell verwende "toxischen Wortmüll" wie etwa "Vergewaltigung der Sprache". Er zeige weniger eine Liebe zur Sprache als mehr eine Abscheu gegenüber Veränderungen. (Foto: Stephanie Brinkkoetter)
sz-magazin.sueddeutsche.de

Meinung: Julian Reichelt sollte nicht über Moral im Boulevard sprechen.

Julian Reichelt spricht bei einer Podiumsdiskussion des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma über Ethik und Moral im Boulevard, kritisiert Mario Damolin. Der "Bild"-Chef inszeniere ein "einwandfreies Schmierenkabarett", der Rest des Podiums inklusive des Moderators ließen ihn weitgehend unkommentiert reden und sich das Wort von ihm nehmen. Das Publikum sei "gefangen in einem Setting des Anstands und des Unkundigen."
kontextwochenzeitung.de

Zitat: Paul-Josef Raue warnt Reporter, in literarischen Bildern zu schwelgen.

"Der Reporter erschafft nicht die Welt, er erfindet sie nicht, er recherchiert und erzählt, wie sie ist."

Paul-Josef Raue schreibt 100 Tag nach der Aufdeckung des Relotius-Skandals bei kress.de, dass Reporter nicht der Versuchung erliegen sollten, in literarischen Bildern zu schwelgen. Je mehr das Erzählte die Leser packe, desto distanzierter müsse die Sprache sein.
kress.de

"Journalist": Keine Redaktion kann Claas Relotius entlasten.

Claas Relotius: 13 Redaktionen haben neben dem "Spiegel" Texte des Fälscher-Reporters veröffentlicht, acht davon haben Hinweise auf Manipulationen gefunden, erfährt der "Journalist" auf Nachfrage. Allerdings haben auch die fünf Redaktionen, die Relotius keine Fälschung nachweisen können, Zweifel an seinen Texten. Entlasten könne Relotius keine Redaktion.
journalist-magazin.de

Übermedien zweifelt an angeblich exklusiven Star-Interviews.

Übermedien verdächtigt einen Promi-Interviewer, bei anderen Medien plagiiert zu haben: Der betreffende Journalist habe in "etlichen" Interviews teils wörtlich "Sätze und Passagen" stehen, die denen in Interviews in der "New York Times", dem "Independent" und Condé Nasts "Bon Appetit" gleichen. Der überraschend unbekannte Journalist habe vor allem in Bauer-Zeitschriften veröffentlicht. Eine Sprecherin sagt gegenüber Übermedien, mit den Interviews sei "alles in Ordnung".
uebermedien.de

Zitat: Jan Böhmermann sieht Positives im "Computer Bild"-Urteil und zieht vor den BGH.

"Die einzige positive Überraschung nach dieser 'unendlich unscharfen' Entscheidung des OLG ist die Erkenntnis, dass die 'Computer-Bild' offenbar noch existiert."

Jan Böhmermann will den Streit mit "Computer Bild" vor den BGH bringen. Er fragt, warum Springer gegenüber Google auf ein Leistungsschutzrecht pocht, aber sein Gesicht verwerten darf.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Gericht: "Computer Bild" durfte werblichen Artikel mit Jan Böhmermann bebildern.

Computer Bild durfte einen Artikel über DVB-T2 HD-Receiver mit Jan Böhmermann bebildern, auch ohne dessen Zustimmung, urteilt das Oberlandesgericht Köln. Der Artikel enthielt ein Angebot für einen Receiver und sei daher auch als Werbung einzuordnen, sagen die Richter. Dennoch habe der Beitrag auch dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit gedient.
juris.de, olg-koeln.nrw.de, twitter.com (Reaktion Böhmermann)


Zitat: Elisabeth Wehling sagt, ihr Framing-Manual sei keine Handlungsanweisung.

"Wenn man den Kontext nicht kennt, in dem damals in den Workshops mit Verantwortlichen der ARD diskutiert wurde, kann man auch einzelne Schlagwörter nicht einordnen."

Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", ihr Framing-Manual für die ARD sei eine "Diskussionsgrundlage".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

weitere Zitate:
"Ich habe noch nie einem Kunden vorgeschrieben, was er sagen soll."

"Es geht darum, dass sich gedankliche Vielfalt zu ein und denselben Fakten in sprachlicher Vielfalt spiegeln sollte. Anders gesagt: Was man denkt, sollte man auch sagen."

Übermedien führt Zeitschriften-Rezensionen mit Autoren-Zuwachs fort.

Übermedien führt die Zeitschriften-Kolumne "Bahnhofskiosk" mit Autoren-Zuwachs fort: Drehbuchautorin Johanna Halt, "Zeit"-Journalistin Sigrid Neudecker, Ex-"Spiegel"-Redakteur Cordt Schnibben und der Kulturjournalist Arno Frank rezensieren jeden Monat jeweils eine Zeitschrift. Sie lösen Michalis Pantelouris ab, der bisher Blattkritiken schrieb.
per E-Mail, uebermedien.de (Kolumnen-Archiv)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stefan Niggemeier im Interview zum Start von Übermedien (Archiv 01/2016).

Zahl des Tages: ARD zahlt 120.000 Euro für umstrittenes Framing-Manual.

Zahl des Tages: Umstrittene 120.000 Euro hat die ARD für ihr Framing-Manual ausgegeben, legt die Anstalt offen. Einen Anteil von 90.000 Euro für das Papier und begleitende Workshops habe der MDR übernommen, der zur damaligen Zeit den Vorsitz der Anstalt inne hatte. Die restlichen Kosten habe das Generalsekretariat für Folgeworkshops ausgegeben.
sueddeutsche.de

"Sie sehen, ich lebe noch": Wie Bahn-Chef Richard Lutz die Medien erlebt.


Lutz nimmt's locker: Richard Lutz ist der Buhmann der Bahnfahrer – als Chef der Deutschen Bahn muss er den Kopf für alle Probleme hinhalten. Wie nimmt er die Berichterstattung wahr, fragen "Horizont" und turi2.tv bei der dpa-Chefredaktionskonferenz. Lutz antwortet pragmatisch-ironisch: Er lebe noch. Einen Bogen um die Presse macht er nicht, wohl aber um Social Media: "Für Twitter, Facebook und andere Dinge bin ich wahrscheinlich schon zu alt", sagt der 54-Jährige.

Werktags vertraut Lutz auf den dicken Pressespiegel der Bahn und liest meist digital, am Wochenende hält er bevorzugt Papier in der Hand. Er sieht in den Medien ein Stimmungsbarometer. "Wir sind ja kein abgehobenes Unternehmen", sagt er. "Man muss ein Gefühl dafür kriegen, wie dieses Unternehmen draußen wahrgenommen wird." Um die Stimmung in den sozialen Netzwerken macht er dabei, womöglich sicherheitshalber, einen Bogen.
turi2.tv (2-Min-Interview)

Meinung: ARD hätte Framing-Manual selbst veröffentlichen sollen.

ARD: Chefredakteur Rainald Becker sagt, ein offener Umgang mit dem Framing-Manual wäre gut gewesen, die ARD habe nichts zu verbergen. Dass Netzpolitik.org das Papier veröffentlicht hat, findet er okay. Einige Reaktionen seien überzogen. Er könne keinen Skandal entdecken. Er persönlich "hätte dieses Papier aber nicht gebraucht."
welt.de, turi2.de (Background)

WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni sagt, der Sender prüfe Doku-Recherche nun besser.

WDR-Dokus: Chefredakteurin Ellen Ehni sagt im "Spiegel"-Interview, der Sender habe neben den Dokus der kritisierten Autorin stichprobenartig weitere geprüft, könne aber nicht alle prüfen. Das Vieraugenprinzip und die Gegenrecherche weitet der WDR aus und will die Protagonisten-Akquise schriftlich festhalten. Dokus zu "weichen" Themen müssten "ebenso wasserdicht recherchiert sein wie ein 'Monitor'-Beitrag".
spiegel.de, turi2.de (Background)

Zitat: Sergej Lochthofen traut Funkes Sparplänen für Thüringen nicht.

"In Essen haben sie keine Vorstellung davon, wie die Orte in Thüringen heißen, wer die Leser überhaupt sind und was die hier so machen."

Sergej Lochthofen, ehemaliger Chefredakteur der "Thüringer Allgemeinen", sieht in Funkes Zukunftsprogramm einen Print-Rückzug auf Raten. Der Standort Thüringen sei in Essen "offensichtlich unwichtig", sagt er der "FAZ".
faz.net