US-Handelskonzern Walmart plant einen eigenen Video-Streamingdienst.

Walmart will seinem Erzfeind Amazon mit einem eigenen Video-Streamingdienst Konkurrenz machen, schreibt The Information. Demnach soll das Angebot des US-Handelskonzern mit acht Dollar unter dem Preis von Amazon liegen und vor allem die Bevölkerung im zentralen Heartland der USA ansprechen. Helfen könnte bei der Umsetzung der Videodienst Vudu, den Walmart 2010 übernommen hat, aber nur bedingt erfolgreich betreibt.
theinformation.com (Paid) via heise.de, sueddeutsche.de

Netflix wächst langsamer als erwartet.


Das war wohl flix: Der erfolgsverwöhnte Streamingdienst Netflix enttäuscht mit seinen Bilanzzahlen fürs 2. Quartal die Analysten, der Aktienkurs bricht um 14 % ein. Jammern auf hohem Niveau heißt konkret: 43 % Umsatzzuwachs auf 3,9 Mrd Dollar, der Gewinn versechsfacht sich auf 384 Mio Dollar. Doch kritisch ist für Netflix die Zahl der Neukunden: Die Analysten hatten mit 6,2 Mio neuen, zahlenden Zuschauern gerechnet, Netflix verfehlt die Zahl um eine satte Mio. Im Heimatmarkt USA kam mit 670.000 Neukunden nur rund die Hälfte der erwarteten 1,2 Mio dazu.

Der stetige Zuwachs an Neukunden ist für Netflix deshalb so wichtig, weil der Videodienst immer mehr Geld für Eigenproduktionen ausgibt. 2018 will Netflix zwischen 7,5 und 8 Mrd Dollar in eigene Inhalte investieren. Zugleich schlägt Netflix ein immer stärkerer Konkurrenzdruck entgegen - und da sieht Netflix nicht nur Amazon und HBO, sondern nennt explizit auch ProSiebenSat.1. Insgesamt zählt Netflix derzeit 130 Mio Abonnenten weltweit.
dwdl.de, handelsblatt.com, meedia.de, techcrunch.com

Netflix muss sich in Indien für die Serie "Sacred Games" vor Gericht verantworten.

Netflix verteidigt seine indische Serie „Sacred Games“ vor Gericht. Ein Vertreter der oppositionellen Kongresspartei klagt, die Serie verletzte die Reputation von Ex-Premierminister Rajiv Gandhi. In der Serie werden neben gestellten Szenen auch Originalaufnahmen von Rajiv Gandhi verwendet. Es ist die erste indische Produktion von Netflix.
hollywoodreporter.com

Streaming-Anbieter setzten auf Datenanalyse statt Einschaltquoten.

Einschaltquoten sind für Filme und Serie nicht mehr die wichtigste Währung, schreibt Jürgen Schmieder. Streaming-Anbieter interessiere eher die Zahl der Abonnenten insgesamt. Sie würden das Verhalten ihrer Nutzer genau untersuchen, um zu verhindern, dass Kunden ihr Abonnement kündigen. Außerdem wollen sie verstehen, mit welchen Inhalten neue Zuschauer gewonnen werden können.
sueddeutsche.de

Serienkritik: Netflix-Serie "Novine" würdigt unabhängigen Journalismus.

Novine, die erste kroatische Netflix-Serie, ist zugleich Abgesang auf und Würdigung des unabhängigen Journalismus, schreibt Denise Bucher. Die Handlung der 12-teiligen Serie erinnere an Ereignisse aus der realen Medienwelt wie Entlassungen bei Zeitungen trotz Gewinnen. Die Serie zeige, dass kritische Medien das letzte Instrument zum Erhalt von Demokratie und Gerechtigkeit sind, falls Politik und Justiz versagen.
nzz.ch (Registrier-Schranke), blendle.com (Paid)

Vaunet und Bitkom einigen sich mit Gema auf Vergütung bei VoD-Diensten.

Video-Streaming: Die Gema einigt sich mit den Verbänden Vaunet (ehemals VPRT) und Bitkom auf eine Vergütung bei Video-Portalen wie Prime Video oder Netflix. Die Gema erhält künftig und rückwirkend ab 2009 von den Anbietern 2,5 % der Nettoerlöse, mindestens aber 20 Cent pro Abonnent pro Monat. Die Einigung umfasst ausschließlich Abonnement-Angebote. Werbefinanzierte Dienste, Mediatheken und Anbieter mit Einzelverkauf sind nicht eingeschlossen.
presseportal.de

Zahl des Tages: Britische Regierung erlässt Netflix 174.000 Pfund Steuern.

Zahl des Tages: Rabattierte 174.000 Pfund Steuern erlässt die britische Regierung Netflix 2017. Die Steuergutschrift habe Netflix erhalten, weil Dreharbeiten für den Film War Machine u.a. im englischen Surrey stattgefunden haben. Trotz Einnahmen von rund 500 Mio Pfund zahlt Netflix 2017 auch keine Körperschaftssteuer im UK – der Sitze der Firma liegt in den Niederlanden.
theguardian.com

Netflix kooperiert mit Spieleentwickler Telltale Games.

Netflix arbeitet mit Spieleentwickler Telltale Games zusammen und fügt eine spielebezogene interaktive Serie Minecraft: Story Mode zu seinen interaktiven Inhalten hinzu. Netflix betont, es handle sich dabei um kein Spiel. Zuvor hatte das Portal Tech Radar berichtet, Telltale Games entwickle ein Minecraft-Spiel und arbeite an Inhalten zur Netflix-Serie Stranger Things.
techcrunch.com, techradar.com

Studie: Video-on-Demand wird in 18 % aller deutschen Haushalte genutzt.

Video-on-Demand: Mindestens einen kostenpflichtigen Video-Dienst haben 18 % der deutschen Haushalte Ende 2017 abonniert, ergibt eine Goldmedia-Studie. Zum Jahreswechsel lagen die Gesamterlöse auf dem VoD-Markt bei 1,1 Mrd Euro, die Studie prognostiziert bis 2023 einen Anstieg auf 2,5 Mrd. Netflix und Amazons Prime sind die beliebtesten Anbieter in Deutschland.
goldmedia.com, digitalfernsehen.de

Marktforscher: Netflix überholt Sky in Deutschland bis Ende 2018.

Netflix könnte in Deutschland bis Ende 2018 mehr Abonnenten haben als Sky, errechnet Mark Bradford, Chef des Londoner Marktforschers Cirkus. Bei einem Wachstum von 20 % werde Netflix bis Ende des Jahres 5 Mio zahlende Kunden erreichen. Sky hat in Deutschland und Österreich derzeit 5,2 Mio Abonnenten. Netflix selbst nennt keine Zahlen für einzelne Länder.
sueddeutsche.de

Zitat: Netflix-Chef Reed Hastings setzt auf Unterhaltung mit Gesprächswert.

"In der Unterhaltung spielt eine große Rolle, dass wir Menschen gern die TV-Serien sehen, die die anderen auch sehen - einfach um mitreden zu können."

Netflix-Chef Reed Hastings sagt im Interview mit der "Welt am Sonntag", dass der menschliche Rudeltrieb zum Erfolg von TV-Serien beiträgt.
Welt am Sonntag, S. 14-16

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Ich gebe gern zu, dass ich mitnichten geahnt habe, dass es eines Tages das Serienphänomen geben würde. Ich dachte damals nicht im Traum daran, dass der Sender HBO das Fernsehen neu erfinden würde."

"Wir konkurrieren um Unterhaltungszeit. Da ist das Argument schlagkräftig, dass es bei Netflix keine Werbeunterbrechungen gibt, die den Zuschauer Lebenszeit kosten."

"Wir alle verantworten Fehler, es kommt drauf an, sie nicht zu wiederholen. Hätte ich wiederholt katastrophale Entscheidungen getroffen, hätte ich mich wohl selbst entlassen."

Basta: Flüchtling greift Polizisten an. Oh, doch nicht.

Das Leben ist die beste Bühne? Rechte Realitäts-"Reporter" reichen im Netz tausendfach ein Bild weiter, auf dem ein Flüchtling mit Aggro-Anmutung einen Polizisten angreifen will. Sie halten es für einen stichfesten Beweis der Bedrohungslage. Und das stimmt fast. Also, beinahe fast. Eigentlich handelt es sich um ein Szene-Bild aus der Netflix-Serie Dogs of Berlin.
faktenfinder.tagesschau.de

Europäischer Gerichtshof: Netflix muss in die deutsche Filmförderung einzahlen.

Netflix und andere Streaming-Anbieter müssen die Filmabgabe nach dem Filmförderungsgesetz zahlen, auch wenn sie keinen Sitz in Deutschland haben. Der Europäische Gerichtshof hat eine entsprechende Klage von Netflix als unzulässig abgelehnt. Auch Anbieter wie Microsoft und Apple wehren sich gegen die 2016 von der EU-Kommission bestätigte Regelung.
horizont.at, spiegel.de, turi2.de (Background)

Netflix-Programmchef: "Deutscher Markt ist ziemlich verschlossen".


Tausend Mal gestreamt: Netflix wird bis Ende 2018 mehr als 1.000 eigenproduzierte Filme und Serien im Angebot haben, sagt Programmchef Ted Sarandos bei einer Konferenz in New York. 85 % der Neuausgaben werde Netflix in eigene Inhalte investieren, in diesem Jahr bis 8 Mrd Dollar. In einem Interview mit der "FAZ" äußert sich Sarandos zum deutschen Markt, der für Netflix "immer noch ein ziemlich verschlossener" sei.

ARD und ZDF seien "sozusagen von der Öffentlichkeit beauftragt" und hätten eine lange gemeinsame Geschichte mit vielen Fernsehmachern. "8 Mrd Euro im Jahr für das öffentliche Fernsehen und alles, was vor 'Babylon Berlin' international bekannt geworden ist, ist irgend so eine Polizeiserie von was weiß ich wann", sagt Sarandos im Hinblick auf die Vorliebe der Deutschen für Krimis. (Foto: Picture Alliance/AP/Invision)
"FAZ", S. 13 (Paid), dwdl.de, variety.com

P7S1 kooperiert mit Burda, liebäugelt mit De-Flix.


Offen für De-Flix: Conrad Albert, noch bis Ende Mai Interimschef von ProSiebenSat.1, lässt im "Handelsblatt"-Interview medienpolitische Testballons steigen. Er "begrüßt die Idee" einer gemeinsamen On-Demand-Plattform der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender. BR-Intendant Ulrich Wilhelm hatte sie wieder auf die Tagesordnung gehoben - Albert nennt ihn einen "echten Vordenker".

Gleichzeitig verkündet Marketing-Chefin Sabine Eckhardt in "W&V" eine Vermarktungs- und Content-Allianz mit Burda. Werbekunden sollen crossmediale Kampagnen bekommen, inhaltlich wollen die Partner bei TV-Sendungen, Websites und Events zusammenarbeiten. Erste Kunden sind das Schmuckhaus Pandora und Elektronikriese Samsung.

Albert erwartet eine offenere Haltung der Kartellbehörden als 2014, als die Plattform "Germanys Gold" in der Prüfung scheiterte. Albert wünscht sich außerdem, dass die Regulierungsrahmen für Plattformen wie YouTube und Fernsehkonzerne wie den seinen ähnlicher werden. Inhaltlich sollen lokale Inhalte und Live-Programme gegen die Konkurrenz aus der Konserve helfen.
"Handelsblatt", S. 22 (Paid, Albert), wuv.de (Burda)

Zitat: Inhalte-Chef Ted Sarandos ist gestresst vom Netflix-Angebot.

"Ich schaue normalerweise, was derzeit beliebt ist und wenn ich ausgehe, kann ich über alles reden, was auch alle anderen gesehen haben."

Ted Sarandos, Inhalte-Chef bei Netflix, überfordert das große Angebot auf seiner Streaming-Plattform, verrät er im Interview mit hollywoodreporter.com. Er sei jedes Mal gestresst, wenn er die App öffnet.
hollywoodreporter.com

Frank Hoffmann: Wettbewerb um Zuschauer wird immer härter.

TV-Sender haben es schwerer denn je, neue serielle Programme zu setzen, sagt RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann im "Horizont"-Interview. RTL investiere aktuell viel Geld, weil noch die Chance bestehe, Sehgewohnheiten zu schaffen oder zu verändern. Wegen des wachsenden Wettbewerbs werde dies immer aufwendiger. RTL habe rund 40 neue Projekte in der Pipeline.
"Horizont" 18/2018, S. 1 und 12-13 (Paid)

Zitat: Thomas Bellut will mit der ZDF-Mediathek mit Netflix und Co mithalten können.

"Jüngere Menschen können nicht nachvollziehen, warum eine internationale Kaufserie, die das ZDF in seinem linearen Angebot zeigt, nicht in der Mediathek zu finden ist."

ZDF-Intendant Thomas Bellut erhofft sich von Neuerungen im Telemedienauftrag, dass die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender an die Bedingungen des Internets und die Erwartungen der Nutzer angepasst werden können, um im Wettbewerb mit Netflix, Amazon und Co bestehen zu können.
"promedia" 05/2018 (Paid), medienpolitik.net

Netflix verfilmt "Die Welle" als Serie.

Netflix gibt mit einer Serien-Adaption von "Die Welle" nach "Dark" und "Dogs of Berlin" seine dritte deutsche Serie in Auftrag. Die Geschichte, die auf ein reales Schulexperiment in den USA der 60er-Jahre beruht, in dem verdeutlicht werden sollte, wie Extremismus entsteht, wird von Rat Pack produziert. Dennis Gansel wird Regie führen. Er war bereits Regisseur der Kino-Verfilmung von 2008.
dwdl.de

Reuters: Netflix bietet 300 Mio Dollar für Reklametafel-Firma.

Netflix bietet mehr als 300 Mio Dollar für das Außenwerbe-Unternehmen Regency, berichtet Reuters. Der Streamingdienst will sich damit zahlreiche Reklametafeln in Hollywood krallen. Es wäre die bislang größte Firmenübernahme für Netflix. Das Unternehmen will dieses Jahr 2 Mrd Dollar ausgeben, um international für seine eigenen Serien und Filme zu werben.
nytimes.com, wiwo.de

Erwachsenere Teenie-Serien sollen auch zahlende Eltern begeistern, schreibt Benedikt Frank.

Netflix versucht mit einer Reihe an Coming-of-Age-Serien gleichermaßen Jugendliche und Erwachsene zu begeistern, beobachtet Benedikt Frank. Der Grund der Doppelstrategie: Das Abo müssen die Eltern abschließen und bezahlen. Die Folge von erwachseneren Teenie-Serien könnte intellektuellere Jugendunterhaltung sein, die aber auch Gefahr laufe, die junge Zielgruppe zu überfordern, schreibt Frank.
sueddeutsche.de

Netflix will das Studio EuropaCorp kaufen, berichten Medien.

Netflix verhandelt mit Regisseur Luc Besson über den Kauf seines Studios EuropaCorp, berichtet das französische Magazin Capital. Das von Besson mitgegründete Studio hat u.a. die Filme Lucy und The Circle produziert. Im Januar wurde bereits bekannt, dass Netflix mit Besson darüber verhandelt, ob der Regisseur für den Streaming-Anbieter Filme drehen wird.
theverge.com, capital.fr, turi2.de (Background)

Netflix-Serie "Stranger Things" kurbelt Kassetten-Verkäufe an.

Musik-Kassetten erleben ein kleines Comeback: Die Soundtracks der Netflix-Serie Stranger Things und der Marvel-Filme Guardians of the Galaxy haben 2017 in den USA ein Viertel der Kassetten-Verkäufe ausgemacht. Superheld Star Lord nimmt seinen Walkman überall mit hin. In den USA ist der Kassetten-Absatz 2017 laut Nielsen um ein Drittel auf 174.000 gestiegen, mit 0,2 % der physischen Tonträger-Verkäufe bleibt der Anteil aber marginal.
"FAZ", S. 18 (Paid)

Netflix kauft Rechte an Extreme-Universe-Comics.

Netflix legt einen siebenstelligen Betrag für die Filmrechte an Comics von Rob Liefeld hin. Der Rechtedeal umfasst die Titel "Brigade", "Bloodstrike", "Cybrid", "Re-Gex", "Bloodwulf" und "Kaboom". Akiva Goldsman koordiniert die Filme, die ein zusammenhängendes Film-Universum bilden sollen. Mit der Investition will Netflix sich unabhängiger von Disney-Tochter Marvel machen, aus dessen Cinematic Universe derzeit mehrere Serien bei Netflix laufen.
theverge.com