Europäischer Gerichtshof: Netflix muss in die deutsche Filmförderung einzahlen.

Netflix und andere Streaming-Anbieter müssen die Filmabgabe nach dem Filmförderungsgesetz zahlen, auch wenn sie keinen Sitz in Deutschland haben. Der Europäische Gerichtshof hat eine entsprechende Klage von Netflix als unzulässig abgelehnt. Auch Anbieter wie Microsoft und Apple wehren sich gegen die 2016 von der EU-Kommission bestätigte Regelung.
horizont.at, spiegel.de, turi2.de (Background)

Netflix-Programmchef: "Deutscher Markt ist ziemlich verschlossen".


Tausend Mal gestreamt: Netflix wird bis Ende 2018 mehr als 1.000 eigenproduzierte Filme und Serien im Angebot haben, sagt Programmchef Ted Sarandos bei einer Konferenz in New York. 85 % der Neuausgaben werde Netflix in eigene Inhalte investieren, in diesem Jahr bis 8 Mrd Dollar. In einem Interview mit der "FAZ" äußert sich Sarandos zum deutschen Markt, der für Netflix "immer noch ein ziemlich verschlossener" sei.

ARD und ZDF seien "sozusagen von der Öffentlichkeit beauftragt" und hätten eine lange gemeinsame Geschichte mit vielen Fernsehmachern. "8 Mrd Euro im Jahr für das öffentliche Fernsehen und alles, was vor 'Babylon Berlin' international bekannt geworden ist, ist irgend so eine Polizeiserie von was weiß ich wann", sagt Sarandos im Hinblick auf die Vorliebe der Deutschen für Krimis. (Foto: Picture Alliance/AP/Invision)
"FAZ", S. 13 (Paid), dwdl.de, variety.com

P7S1 kooperiert mit Burda, liebäugelt mit De-Flix.


Offen für De-Flix: Conrad Albert, noch bis Ende Mai Interimschef von ProSiebenSat.1, lässt im "Handelsblatt"-Interview medienpolitische Testballons steigen. Er "begrüßt die Idee" einer gemeinsamen On-Demand-Plattform der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender. BR-Intendant Ulrich Wilhelm hatte sie wieder auf die Tagesordnung gehoben - Albert nennt ihn einen "echten Vordenker".

Gleichzeitig verkündet Marketing-Chefin Sabine Eckhardt in "W&V" eine Vermarktungs- und Content-Allianz mit Burda. Werbekunden sollen crossmediale Kampagnen bekommen, inhaltlich wollen die Partner bei TV-Sendungen, Websites und Events zusammenarbeiten. Erste Kunden sind das Schmuckhaus Pandora und Elektronikriese Samsung.

Albert erwartet eine offenere Haltung der Kartellbehörden als 2014, als die Plattform "Germanys Gold" in der Prüfung scheiterte. Albert wünscht sich außerdem, dass die Regulierungsrahmen für Plattformen wie YouTube und Fernsehkonzerne wie den seinen ähnlicher werden. Inhaltlich sollen lokale Inhalte und Live-Programme gegen die Konkurrenz aus der Konserve helfen.
"Handelsblatt", S. 22 (Paid, Albert), wuv.de (Burda)

Zitat: Inhalte-Chef Ted Sarandos ist gestresst vom Netflix-Angebot.

"Ich schaue normalerweise, was derzeit beliebt ist und wenn ich ausgehe, kann ich über alles reden, was auch alle anderen gesehen haben."

Ted Sarandos, Inhalte-Chef bei Netflix, überfordert das große Angebot auf seiner Streaming-Plattform, verrät er im Interview mit hollywoodreporter.com. Er sei jedes Mal gestresst, wenn er die App öffnet.
hollywoodreporter.com

Frank Hoffmann: Wettbewerb um Zuschauer wird immer härter.

TV-Sender haben es schwerer denn je, neue serielle Programme zu setzen, sagt RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann im "Horizont"-Interview. RTL investiere aktuell viel Geld, weil noch die Chance bestehe, Sehgewohnheiten zu schaffen oder zu verändern. Wegen des wachsenden Wettbewerbs werde dies immer aufwendiger. RTL habe rund 40 neue Projekte in der Pipeline.
"Horizont" 18/2018, S. 1 und 12-13 (Paid)

Zitat: Thomas Bellut will mit der ZDF-Mediathek mit Netflix und Co mithalten können.

"Jüngere Menschen können nicht nachvollziehen, warum eine internationale Kaufserie, die das ZDF in seinem linearen Angebot zeigt, nicht in der Mediathek zu finden ist."

ZDF-Intendant Thomas Bellut erhofft sich von Neuerungen im Telemedienauftrag, dass die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender an die Bedingungen des Internets und die Erwartungen der Nutzer angepasst werden können, um im Wettbewerb mit Netflix, Amazon und Co bestehen zu können.
"promedia" 05/2018 (Paid), medienpolitik.net

Netflix verfilmt "Die Welle" als Serie.

Netflix gibt mit einer Serien-Adaption von "Die Welle" nach "Dark" und "Dogs of Berlin" seine dritte deutsche Serie in Auftrag. Die Geschichte, die auf ein reales Schulexperiment in den USA der 60er-Jahre beruht, in dem verdeutlicht werden sollte, wie Extremismus entsteht, wird von Rat Pack produziert. Dennis Gansel wird Regie führen. Er war bereits Regisseur der Kino-Verfilmung von 2008.
dwdl.de

Reuters: Netflix bietet 300 Mio Dollar für Reklametafel-Firma.

Netflix bietet mehr als 300 Mio Dollar für das Außenwerbe-Unternehmen Regency, berichtet Reuters. Der Streamingdienst will sich damit zahlreiche Reklametafeln in Hollywood krallen. Es wäre die bislang größte Firmenübernahme für Netflix. Das Unternehmen will dieses Jahr 2 Mrd Dollar ausgeben, um international für seine eigenen Serien und Filme zu werben.
nytimes.com, wiwo.de

Erwachsenere Teenie-Serien sollen auch zahlende Eltern begeistern, schreibt Benedikt Frank.

Netflix versucht mit einer Reihe an Coming-of-Age-Serien gleichermaßen Jugendliche und Erwachsene zu begeistern, beobachtet Benedikt Frank. Der Grund der Doppelstrategie: Das Abo müssen die Eltern abschließen und bezahlen. Die Folge von erwachseneren Teenie-Serien könnte intellektuellere Jugendunterhaltung sein, die aber auch Gefahr laufe, die junge Zielgruppe zu überfordern, schreibt Frank.
sueddeutsche.de

Netflix will das Studio EuropaCorp kaufen, berichten Medien.

Netflix verhandelt mit Regisseur Luc Besson über den Kauf seines Studios EuropaCorp, berichtet das französische Magazin Capital. Das von Besson mitgegründete Studio hat u.a. die Filme Lucy und The Circle produziert. Im Januar wurde bereits bekannt, dass Netflix mit Besson darüber verhandelt, ob der Regisseur für den Streaming-Anbieter Filme drehen wird.
theverge.com, capital.fr, turi2.de (Background)

Netflix-Serie "Stranger Things" kurbelt Kassetten-Verkäufe an.

Musik-Kassetten erleben ein kleines Comeback: Die Soundtracks der Netflix-Serie Stranger Things und der Marvel-Filme Guardians of the Galaxy haben 2017 in den USA ein Viertel der Kassetten-Verkäufe ausgemacht. Superheld Star Lord nimmt seinen Walkman überall mit hin. In den USA ist der Kassetten-Absatz 2017 laut Nielsen um ein Drittel auf 174.000 gestiegen, mit 0,2 % der physischen Tonträger-Verkäufe bleibt der Anteil aber marginal.
"FAZ", S. 18 (Paid)

Netflix kauft Rechte an Extreme-Universe-Comics.

Netflix legt einen siebenstelligen Betrag für die Filmrechte an Comics von Rob Liefeld hin. Der Rechtedeal umfasst die Titel "Brigade", "Bloodstrike", "Cybrid", "Re-Gex", "Bloodwulf" und "Kaboom". Akiva Goldsman koordiniert die Filme, die ein zusammenhängendes Film-Universum bilden sollen. Mit der Investition will Netflix sich unabhängiger von Disney-Tochter Marvel machen, aus dessen Cinematic Universe derzeit mehrere Serien bei Netflix laufen.
theverge.com

Netflix-Konkurrenten spielen ihre Vorteile aus.

Netflix ist im Streaming-Bereich nicht mehr unangreifbar, schreiben Corinna Baier und Suzan Tunc. Konkurrenten wie Amazon, Apple und Disney hätten aufgeschlossen und besäßen den großen Vorteil, dass Streaming für sie nur eines von mehreren Geschäftsfeldern ist, was Querfinanzierungen und Kombi-Angebote ermögliche. Netflix reagiere daher mit Investitionen in neue Eigenformate. Letztlich sei entscheidend, wer die besseren Ideen umsetze, so Corinna Baier und Suzan Tunc.
"Focus 10/2018", S. 58 (Paid)

Sky und Netflix arbeiten für ein Kombi-Angebot zusammen.


Konkurrenten-Klüngel: Der Bezahlsender Sky will seine Nutzer davon abhalten, zur Streaming-Konkurrenz abzuwandern und integriert die Inhalte von Netflix in die eigenen Angebote. Mit dem geplanten Sky-Netflix-Bundle sollen Kunden über die neue Plattform Sky-Q direkt auf Netflix-Inhalte zugreifen können. Dadurch werde nur noch ein Abo benötigt, über das gesammelt abgerechnet wird.

Ein bestehendes Netflix-Konto soll in den Sky-Account überführt werden können – inklusive aller gespeicherten Inhalte und Serien-Stände. Der Dienst startet vorerst in Großbritannien und Irland, Deutschland soll folgen.
dwdl.de, winfuture.de

Zitat: Oliver Berben freut sich über neue Chancen durch Streamingdienste.

"Es gibt plötzlich Möglichkeiten, systemübergreifend Geschichten zu erzählen - und eine große Offenheit, das auch zu tun."

Produzent Oliver Berben freut sich im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" über die Zusammenarbeit mit Netflix und ZDFneo bei der Serie "Parfum" und das "international wettbewerbsfähige Budget". Berben hält aber höchstens fünf deutsche Netflix-Eigenproduktionen pro Jahr für denkbar.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Weiteres Zitat aus dem Interview:
"Bei unserem anderen großen Serienprojekt derzeit, 'Wir Kinder vom Bahnhof Zoo', handhaben wir es ähnlich, lassen der Autorin Annette Hess ebenfalls große Freiräume. Und auch hier zeichnet sich ab, dass es sich auszahlt, die Kreativen stark in die Produktion einzubinden und fair zu bezahlen."

Netflix schnappt sich die Streaming-Rechte für "Parfum".

Netflix sichert sich die weltweiten Rechte an der sechsteiligen Constantin-Film-Produktion "Parfum". Im deutschsprachigen Raum streamt Netflix erst ein Jahr später - im Herbst 2019, hierzulande zeigt ZDFneo die Neuinterpretation des Bestsellers "Das Parfum" von Patrick Süskind im Herbst 2018. Die Handlung des Films spielt nicht wie im Buch im 18. Jahrhundert, sondern in der Gegenwart.
haz.de, stimme.de

Meinung: Privatsender haben keine Chance gegen Streaming-Anbieter.

Werbeunterbrechungen behindern Privatsender im Rennen mit Streaming-Anbietern, urteilt Alexander Thies, Chef der Produzentenallianz. Dabei stünden sich die Privaten selbst im Weg, da sie nicht mehr nennenswert in Programmqualität investierten und damit zufrieden seien, "Stoffe zu bekommen, die woanders nichts geworden sind". Thies geht davon aus, dass Streaming-Anbieter Privatsender verdrängen werden.
dwdl.de

Skandal um Kevin Spacey kostet Netflix 39 Mio Dollar.

Netflix kommt der Rauswurf von Schauspieler Kevin Spacey nach den Vorwürfen der sexuellen Belästigung teuer zu stehen: 39 Mio Dollar musste der Streaminganbieter unerwartet für "unveröffentlichte Inhalte" abschreiben, berichtet hollywoodreporter.com. Auch das geplante, nicht veröffentlichte Special mit Comedian Louis C.K. spiele mit in die Summe.
hollywoodreporter.com via dwdl.de, turi2.de (Spacey) turi2.de (Louis C.K.)

Zitat: Bastian Pastewka rät dem Fernsehen, sich anzustrengen.

"Das klassische Fernsehen kann sich jetzt überlegen, wie es sich selbst revolutionieren will. Ich gehe davon aus, dass es sich anstrengt und etwas einfallen lässt."

Comedian Bastian Pastewka, inzwischen bei Amazon Video unter Vertrag, erinnert der Konkurrenzkampf zwischen TV und Streaming-Diensten an die Zeiten, als ARD- und ZDF-Stars zu den Privatsender wechselten.
teleschau.de

Wikipedia: Historische Serien erhöhen die Zugriffszahlen der Online-Enzyklopädie.

Second Screen: Serien wie "Victoria" oder "The Crown" haben den englischsprachigen Wikipedia-Einträgen der britischen Königinnen Elizabeth II. und Victoria mehr Aufmerksamkeit beschert, schreibt Karoline Meta Beisel. Die Klicks seien immer dann besonders zahlreich gewesen, wenn eine neue Folge veröffentlicht wurde.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27, blendle.com (Paid)

Tech-Konzerne bekennen sich zur Netzneutralität.

Tech-Konzerne reagieren sauer auf die Abschaffung der Netzneutralität in den USA. Facebook nennt es enttäuschend und schädlich, Twitter spricht von einem Schlag gegen Innovation und freie Meinungsäußerung. Für Netflix ist es der Beginn vieler Rechtsstreitigkeiten, Google bekennt sich zur Gleichbehandlung aller Angebote im Netz.
cnet.com, spiegel.de

Richard Gutjahr wünscht sich ein Netflix für Journalismus.

Richard Gutjahr kann sich nicht vorstellen, dass Leser mehrere Abos für digitalen Journalismus abschließen, prognostiziert er im Meedia-Interview. Die digitalen Bezahlmodelle von "New York Times" und "Washington Post" seien nicht "auf jedes heimische Angebot übertragbar". Deshalb bedürfe es einer Content-Allianz, ähnlich einem Netflix für Journalismus.
meedia.de, turi2.de ("New York Times"), turi2.de ("Washington Post")

Netflix setzt "House of Cards" ohne Kevin Spacey fort.

Netflix dreht unerwartet doch eine sechste Staffel "House of Cards", kündigt Content-Chef Ted Sarandos an. In den finalen acht Episoden wird Schauspieler Kevin Spacey nicht mehr auftauchen. Er ist wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung in der Kritik. Darstellerin Robin Wright soll eine zentrale Rolle einnehmen. Sie spielt die Ehefrau von Präsident Underwood, gemimt von Spacey.
deadline.com

Streaming-Anbieter Pantaflix kooperiert künftig mit Disney.


Schweighöfer fängt Mäuse: Die deutsche Streaming-Plattform Pantaflix hat einen Kooperationsvertrag mit Disney geschlossen. Ab 2018 wird Pantaflix Disney-Filme zeigen, darunter alle Neuerscheinungen, sowie Inhalte wie die "Star Wars"-Streifen, die Filme der "Fluch der Karibik"-Reihe und mehrere Pixar- und Marvel-Kinowerke. Für den von Schauspieler Matthias Schweighöfer und Dan Maag gegründeten Streaming-Anbieter ist es der erste Deal mit einem Major Studio.

Bisher setzt Pantaflix auf Independent-Werke und lässt die Produzenten selbst entscheiden, welche Werke zu welchem Preis angeboten werden. Disney seinerseits hat vor kurzem angekündigt, in den USA künftig nicht mehr mit Netflix zusammenarbeiten zu wollen. Stattdessen gibt es Überlegungen, eine eigene Streaming-Plattform zu etablieren.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Zitat: Englische Synchronisationen werden die Filmbranche wandeln, sagt Quirin Berg.

"Wenn das mit der Synchronisation sich auf dem US-Markt durchsetzt, wird das die Filmbranche nachhaltig verändern. Vielleicht dauert es eine Generation, aber ich glaube, dass es sich ändern wird."

Quirin Berg, Teil des Produzenten-Duos der ersten deutschen Netflix-Serie "Dark", freut sich, dass die deutsche Synchronisations-Tradition über den großen Teich schwappt.
"SZ am Wochenende", S. 9 (Paid), turi2.de (Background)