Studie: Durch Netflix und Co fühlen sich Schüler sicherer im Umgang mit Englisch.

Keep calm and Netflix: Durch Streaming-Anbieter werden für viele deutsche Schüler immer mehr Filme und Serien im Originalton verfügbar. 84 % der befragten Kinder zwischen sechs und 13 Jahren sind überzeugt, dass englischsprachiges Programm beim Erlernen der Sprache hilft, sagt eine Studie von Mindline Media. 26 % geben an, Unterhaltungen auf Englisch führen zu können. Bei Kinder aus Haushalten ohne Netflix und Co liegt die Zahl bei nur 17 %.
sueddeutsche.de

Meinung: Product Placements sind in digitalen Medien nur der Anfang.

Streamingdienste setzen stark auf Product Placement, um Werbebotschaften zu den Zuschauern zu bekommen – Nicolas Freund fragt sich, ob auch politische Einflussnahme denkbar wäre. Aus Massenkompatibilität verzichteten Netflix und Co zwar auf "allzu klare politische Positionierung", die Produktplatzierungen zeigen aber laut Freund die Manipulationskraft digitaler Medien.
sueddeutsche.de

Netflix kauft Kinderfernseh-Produktionsfirma.

Netflix kauft die Kindermedienmarke Storybots. Es ist erst der dritte Zukauf für Netflix. Die Gründer, Gregg und Evan Spiridellis, haben 2016 ihre Kinderserie "Fragestunde mit den StoryBots" bei Netflix gestartet, in der animierte Figuren gängige Kinderfragen beantworten. Sie bekommen dabei Unterstützung von Gaststars, u.a. Whoopi Goldberg, Snoop Dogg und Weird Al Yankovic.
variety.com

Ex-RTL-Chef Helmut Thoma glaubt nicht an einen dauerhaften Erfolg von Netflix.

Netflix und andere Streaming-Angebote "werden aller Voraussicht nach scheitern", sagt der ehemalige RTL-Chef Helmut Thoma der dpa. Die vielen Serien seien am Ende "doch immer wieder das Gleiche", was die Zuschauer letztlich langweile. Das lineare TV könne hingegen mit aktuellen Nachrichtenformaten oder Magazinsendungen punkten. In Deutschland sieht Thoma jedoch zu wenig Konkurrenz innerhalb des TV-Marktes.
faz.net, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Neue Streamingdienste könnten Dominanz von Netflix brechen.

Hör-Tipp: Apple und Disney könnten mit ihren Streamingangeboten Netflix schwächen, glaubt Marcus Schuler bei WDR5. Ähnlich wie bei Büchern, zahlen Zuschauer künftig für einzelnen Content, sagt DWDL-Chefredakteur Thomas Lückerath im Interview. Die öffentlich-rechtlichen Sender müssten künftig stärker auf Innovationen statt "auf Nummer sicher" setzen.
overcast.fm (11-Min-Audio)

Hör-Tipp: TV-Zuschauer suchen nach Orientierung und Berieselung, sagt Kai Blasberg.

Hör-Tipp: Kai Blasberg (Foto), Senderchef von Tele 5 und "Klassensprecher des Privatfernsehens", spricht mit Mr. Media Thomas Koch über die Zukunft des Werbefernsehens. Auch in zehn Jahren werde es neben Streaming lineare Sendeplätze geben, sind sich die "Zwei Herren mit Hund", dem Podcast von Tele 5 und "Werben & Verkaufen", einig. Menschen suchten nach Orientierung und Berieselung, wovon kleinere Sender mit markanten Profilen profitierten.
presseportal.de, soundcloud.com (47-Min-Audio)

Snap bringt u.a. Amazon, Tinder und Netflix zu Snapchat.


It's a match: Snapchat öffnet seine Stories-Pforten für Apps von Drittanbietern und kooperiert u.a. mit Tinder, Netflix und GoFundMe. Nachdem Facebook das Stories-Format fleißig für die eigene App und Tochter Instagram kopiert hat, bringt Snap nun die eigene Funktion in weitere Apps. Snapchat-Nutzer, die auch die Dating-App Tinder nutzen, können nun ihre "My Tinder Story" direkt aus Snapchat auf ihr Tinder-Profil posten. Aus den Apps von Netflix (aktuell nur für iOS) und GoFundMe können Nutzer Empfehlungen direkt in ihre Stories posten oder an Freunde verschicken.

Die App erhält außerdem eine Erweiterung mit der Funktion "Scan". Über die Snap-Kamera können Nutzer ein physisches Produkt oder einen Barcode scannen und bekommen dann Suchergebnisse bei Amazon angezeigt. Auch die Musik-Erkennungsapp Shazam kann nun direkt über Snapchat ausgelöst werden. Mit den Partnern Photomath oder Giphy lassen sich nun auch Mathe-Gleichung im Kamerafeld lösen oder zum Umfeld passende GIFs ausspielen.
techcrunch.com (Scan), mashable.com (Tinder)

Zitat: Konkurrenz macht Kreative teurer, sagt Netflix-Chef Reed Hastings.

"Es wird schwieriger. Und teurer."

Netflix-Chef Reed Hastings, 58, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", durch Apple, Amazon und Disney würden Verhandlungen mit Kreativen schwieriger.
sueddeutsche.de

weitere Zitate:
"Wenn es zu viele Inhalte gibt, dann sollen die anderen einfach weniger produzieren."

"Wir sind nicht: Livesport, News, Virtual Reality."

Der Ex-Ufa-Chef Wolf Bauer hält Streaming-Plattformen für überbewertet.

Streaming-Plattformen werden von Journalisten überbewertet, kritisiert Ex-Ufa-Chef Wolf Bauer im "Handelsblatt"-Interview. Das lineare Fernsehen erreiche noch immer weitaus mehr Zuschauer und baue seine Reichweite mit Mediatheken noch aus. Gleichwohl seien die Streaming-Plattformen eine Bereicherung des Inhaltemarktes, weil sie Formate in Programmnischen ermöglichten. Produzenten müssten sich umgewöhnen: Statt eines Engpasses an Abspielmöglichkeiten gebe es nun ein Überangebot.
handelsblatt.com

Meinung: Netflix, Facebook und Co sind moderne Zeitjäger.

Zeit ist Geld: Netflix, Facebook und Co wollen unsere Zeit als wertvollstes Gut, schreibt Jürgen Schmieder. Dafür ließen sie sich – zunächst nicht verwerflich – grandiose Inhalte einfallen. Die Nutzer sollten aber wissen, dass sie von Konzernen verführt werden, die genau analysieren, wie sie süchtig zu machen sind, meint Schmieder.
sueddeutsche.de (Paid)

Bertelsmann-Chef fordert europäische Medien-Allianz.

Mediatheken: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe fordert im "Spiegel" eine europäische Medien-Allianz. "Die Macht von Google und Facebook im deutschen Werbemarkt ist inzwischen so groß, dass wir nicht mehr in unseren alten Mediensilos denken können", sagt Rabe. Bertelsmann sei bereit, sich für Partnerschaften mit Rivalen wie Burda oder ProSiebenSat.1 zu öffnen. "Über kurz oder lang" müsste es senderübergreifende Mediatheken geben.
"Spiegel", 12/2019, S. 78 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv:
Bertelsmann-Boss Thomas Rabe beansprucht seine Liege auf dem digitalen Sonnendeck (Archiv 03/2018).

Meinung: Außer Netflix investiert keiner genug in Digital-Inhalte.

Netflix hat freie Fahrt im deutschen Markt, weil die anderen Anbieter nicht genug ins Digitale investieren, meint Bewegtbildexperte Bertram Gugel. Netflix und Google hätten die Latte für digitale Streaminginhalte enorm hoch gehängt, TV-Sender müssten auch den zeitlichen Vorsprung mühsam aufholen. Lineare Inhalte wie News, Talk und Shows eigneten sich nicht, um sie auch online auszuspielen. Gugel glaubt, dass die Nutzer sich der klassischen Unterbrecherwerbung entziehen und stattdessen lieber für Inhalte zahlen werden.
"Werben & Verkaufen" 03/2019, S. 108 (Paid)

Zitat: KI kann den sechsten Sinn nicht ersetzen, sagt Stephan Grünewald.

"Die fünf Sinne des Menschen sind vielleicht durch die KI substituierbar. Aber nicht der sechste Sinn – das Gespür für Kreation, ästhetisches Empfinden und neue Problemlösungen."

Stephan Grünewald, Psychologe und Mitgründer des Rheingold-Instituts, spricht im Interview mit "Werben & Verkaufen" über Chancen und Gefahren der digitalen Transformation.
"Werben & Verkaufen", 3/2019, S. 16-19 (Paid)

Weitere Zitate:

... über die Grenzen der Digitalisierung im Alltag

"Die Digitalisierung muss durch das Nadelöhr des analogen
Alltags. Wir werden zum Beispiel durch die Blockchain in der
Lage sein, die Arbeit eines Notars zu ersetzen. Aber es wird
weiterhin Notare geben. Denn ich brauche bei lebenswichtigen
Entscheidungen einen väterlichen Beistand."


... über neue gesellschaftliche Gräben:

"Heute entsteht der Eindruck, die Eliten fänden die
Welt besser, wenn es die ganzen Dieselfahrer und
Fleischesser nicht gäbe."


... über die Vergötterung von Influencern:

"Der Umgang mit Influencern ist teilweise besorgniserregend. Und zwar dann, wenn der Influencer zum Totemtier und wie ein Gott verehrt wird."

... wie die Digitalisierung unser Verständnis von Teilhabe verändert:

"Sankt Martin hatte nach dem Teilen nur noch einen halben Mantel. In der digitalen Welt steht Teilen aber nicht mehr in einer Dividierungs- sondern in einer Multiplikations-Logik."

... über digitale Allmacht und analoge Ohnmacht:

"Die Allmacht, die wir in der digitalen Welt spüren,
kippt so in der analogen Alltagswelt wieder in Ohnmachts-Erlebnisse."


... wie Video-Streaming unsere Realitäts-Wahrnehmung verändert.

"Wenn wir in fünf Jahren kein Fernsehen mehr schauen, sondern nur noch vor Netflix sitzen, dann sind wir in einer Gesellschaft, die nicht mehr regierbar ist."

Zahl des Tages: Streaming-Steuer bringt Frankreichs Fiskus rund 10 Mio Euro.

Zahl des Tages: Rund 10 Mio Euro bringt die Streaming-Steuer dem französischen Fiskus ein, meldet die französische Zeitung "Le Figaro". Die Abgabe von 2 % des Umsatzes gilt seit Januar 2018 für Internetplattformen wie YouTube oder Netflix. Aktuell zahlten französische Kinos mehr Steuern als die internationalen Digitalkonzerne.
"FAZ", S. 13 (Paid)

WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine Framing-Sprachpolizei.

Framing-Manual: WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine interne Sprachpolizei. "Wenn nur noch bestimmte Worte benutzt werden sollen, mache ich nicht mehr mit," sagt er im "Handelsblatt"-Interview. Die Privatrundfunk-Einführung sei "ein Tritt in den Allerwertesten für die Öffentlich-Rechtlichen" gewesen, die Sender hätten sich gegenseitig aber besser gemacht.

Streaming-Angebote wie Netflix sollten nicht einseitig von US-Konzernen beherrscht werden. Doch das Streaming-Prinzip "Pay as you go" stelle alles, was solidarisch ist, infrage.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Netflix dreht Doku mit Microsoft-Gründer Bill Gates.

Netflix begleitet Microsoft-Gründer Bill Gates für eine Doku, schreibt "Bild am Sonntag". Der Film zeige, wie Gates das Geld seiner Stiftung für wohltätige Zwecke einsetze und solle auch private Einblicke in das Leben des Milliardärs gewähren. Die Doku werde zunächst in den USA verfügbar sein. Der Deutschland-Start sei offen.
"Bild am Sonntag", S. 37 (Paid)

Lese-Tipp: EU-Politik darf Netflix nicht bevorzugen, schreibt Florian Weischer.

Lese-Tipp: Die deutsche Medienindustrie ist im Wettbewerb mit globalen Playern wie Netflix oder Facebook benachteiligt, schreibt Kinowerbe-Unternehmer Florian Weischer in einem "Wirtschaftswoche"-Gastbeitrag. Internationale Konzerne agierten in der EU, zahlten legal aber kaum Steuern, was unfair sei. Die EU-Politik müsse nicht nur debattieren, sondern handeln.
"Wirtschaftswoche" 9/2018, S. 12 (Paid)

Streaminganbieter geben 166 Mio Dollar für Werbung im nationalen US-TV aus.

Streaminganbieter haben in den USA in den vergangenen drei Monaten 166,2 Mio Dollar für Werbung im nationalen TV ausgegeben, zählt iSpot.tv. Im Vorjahr lag der Betrag noch bei 197,9 Mio Dollar, die Zahl der Sichtkontakte steigt jedoch von 11,2 Mrd auf 11,8 Mrd. Amazons Prime Video ist mit 43 Mio Dollar Spitzenreiter bei den Ausgaben, gefolgt von Netflix mit 27,5 Mio Dollar.
mediapost.com

Filesharing-Angebote boomen trotz legaler Streamingdienste.

Streamingdienste: Schärfere Urhebergesetze helfen Netflix & Co im Kampf gegen illegale Angebote wenig, beobachtet Manuel Heckel. Sechsmal in Folge landet "Game of Thrones" auf dem ersten Platz der weltweit am häufigsten illegal angeschauten TV-Inhalte - sei es aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit der User. Wer keine Serie verpassen wolle, müsse monatlich schnell mehr als 50 Euro zahlen. Provider müssten mehr Verantwortung übernehmen und Filesharing-Server blockieren.
zeit.de

"Welt": Netflix zahlt ab September in die deutsche Filmförderung ein.

Netflix rudert rum und zahlt nun doch ab September in die deutsche Filmförderung ein, berichtet die "Welt". Die Entscheidung sei das Resultat eines Besuchs von Chef Reed Hastings bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters während der Berlinale. Es sei noch nicht geklärt, anhand welcher Zahlen die Filmabgabe für den Streaminganbieter berechnet werden soll.
welt.de

Apple will seinen Streaming-Dienst im Frühjahr starten.

Apple startet seinen Streamingdienst im April oder Mai mit Inhalten von Lionsgate, CBS und Viacom. Der Konzern will für das Angebot auch eigene Serien und Filme produzieren und investiert rund 1 Mrd Euro in die Produktion. Außerdem können Nutzer die Kanäle anderer Anbieter abonnieren. Netflix und HBO sind nicht dabei, weil ihnen die Gewinnbeteiligung von Apple – 30 % des Abo-Preises – zu gepfeffert ist. Wann der Streamingdienst in Deutschland startet, ist nicht bekannt.
handelsblatt.com via cbnc.com, turi2.de (Background)

Meinung: Netflix veröffentlicht Zugriffszahlen nur, um seine popkulturelle Relevanz zu zeigen.

Netflix veröffentlicht in seinem aktuellen Quartalsbericht ausgewählte Zugriffszahlen nur, um die eigene popkulturelle Relevanz zu untermauern, schreibt Jürgen Schmieder in der "Süddeutschen Zeitung". Die ungewohnte Offenheit werde daher nicht zur Gewohnheit, weil Netflix mit seinem Datenmonopol einen Vorteil bei Verhandlungen mit den Produzenten und gegenüber der Konkurrenz habe.
sueddeutsche.de

Netflix kündigt drei deutsche Filmproduktionen an.


Filmflix: Netflix steigt auch in Deutschland in die Produktion von Filmen ein und plant mit "Betongold", "Isi & Ossi" und "Freaks" die ersten drei deutschen Eigenproduktionen. Für die Satire "Betongold" holt sich der Streaminganbieter Ufa Fiction mit an Bord, vor der Kamera steht u.a. Schauspieler Frederick Lau. Bei der Superheldengeschichte "Freaks" arbeitet Netflix mit dem ZDF zusammen. Die Dreharbeiten für die Eigenproduktionen sollen im Frühjahr starten, 2020 sollen die Filme dann zu sehen sein. Die erste deutsche Serie läuft seit Ende 2017 bei Netflix.

Netflix hatte erst im Januar die Abo-Preise auf dem Heimatmarkt in den USA erhöht. Im 4. Quartal 2018 konnte der Streamingdienst bei den Abozahlen weltweit um 8,8 Mio auf rund 139 Mio zulegen. Zwar ein Zuwachs, der die Erwartungen um 1,2 Mio übertroffen hat – aber auch eine zusätzliche Herausforderung, die bestehenden Abonnenten mit immer neuem Stoff zu bespaßen.
dwdl.de

Disneys neuer Streamingdienst zeigt nicht nur eigene Produktionen.

Disney Logo 150Disney will zum Start des eigenen Streamingdienstes auch fremde Produktionen anbieten. Zu sehen sind Inhalte des US-Rivalen CBS. Die Plattform soll zum Jahresende zunächst in den USA verfügbar sein. Disneys Überschuss ist im vergangenen Geschäftsquartal auf umgerechnet rund 2,5 Mrd Euro gesunken.
techcrunch.com, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Fassung stand, dass auch Marvel-Produktionen Disney-fremde Inhalte seien. Seit 2009 gehört Marvel jedoch auch zu Disney.