Zitat: Konkurrenz macht Kreative teurer, sagt Netflix-Chef Reed Hastings.

"Es wird schwieriger. Und teurer."

Netflix-Chef Reed Hastings, 58, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", durch Apple, Amazon und Disney würden Verhandlungen mit Kreativen schwieriger.
sueddeutsche.de

weitere Zitate:
"Wenn es zu viele Inhalte gibt, dann sollen die anderen einfach weniger produzieren."

"Wir sind nicht: Livesport, News, Virtual Reality."

Der Ex-Ufa-Chef Wolf Bauer hält Streaming-Plattformen für überbewertet.

Streaming-Plattformen werden von Journalisten überbewertet, kritisiert Ex-Ufa-Chef Wolf Bauer im "Handelsblatt"-Interview. Das lineare Fernsehen erreiche noch immer weitaus mehr Zuschauer und baue seine Reichweite mit Mediatheken noch aus. Gleichwohl seien die Streaming-Plattformen eine Bereicherung des Inhaltemarktes, weil sie Formate in Programmnischen ermöglichten. Produzenten müssten sich umgewöhnen: Statt eines Engpasses an Abspielmöglichkeiten gebe es nun ein Überangebot.
handelsblatt.com

Meinung: Netflix, Facebook und Co sind moderne Zeitjäger.

Zeit ist Geld: Netflix, Facebook und Co wollen unsere Zeit als wertvollstes Gut, schreibt Jürgen Schmieder. Dafür ließen sie sich – zunächst nicht verwerflich – grandiose Inhalte einfallen. Die Nutzer sollten aber wissen, dass sie von Konzernen verführt werden, die genau analysieren, wie sie süchtig zu machen sind, meint Schmieder.
sueddeutsche.de (Paid)

Bertelsmann-Chef fordert europäische Medien-Allianz.

Mediatheken: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe fordert im "Spiegel" eine europäische Medien-Allianz. "Die Macht von Google und Facebook im deutschen Werbemarkt ist inzwischen so groß, dass wir nicht mehr in unseren alten Mediensilos denken können", sagt Rabe. Bertelsmann sei bereit, sich für Partnerschaften mit Rivalen wie Burda oder ProSiebenSat.1 zu öffnen. "Über kurz oder lang" müsste es senderübergreifende Mediatheken geben.
"Spiegel", 12/2019, S. 78 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv:
Bertelsmann-Boss Thomas Rabe beansprucht seine Liege auf dem digitalen Sonnendeck (Archiv 03/2018).

Meinung: Außer Netflix investiert keiner genug in Digital-Inhalte.

Netflix hat freie Fahrt im deutschen Markt, weil die anderen Anbieter nicht genug ins Digitale investieren, meint Bewegtbildexperte Bertram Gugel. Netflix und Google hätten die Latte für digitale Streaminginhalte enorm hoch gehängt, TV-Sender müssten auch den zeitlichen Vorsprung mühsam aufholen. Lineare Inhalte wie News, Talk und Shows eigneten sich nicht, um sie auch online auszuspielen. Gugel glaubt, dass die Nutzer sich der klassischen Unterbrecherwerbung entziehen und stattdessen lieber für Inhalte zahlen werden.
"Werben & Verkaufen" 03/2019, S. 108 (Paid)

Zitat: KI kann den sechsten Sinn nicht ersetzen, sagt Stephan Grünewald.

"Die fünf Sinne des Menschen sind vielleicht durch die KI substituierbar. Aber nicht der sechste Sinn – das Gespür für Kreation, ästhetisches Empfinden und neue Problemlösungen."

Stephan Grünewald, Psychologe und Mitgründer des Rheingold-Instituts, spricht im Interview mit "Werben & Verkaufen" über Chancen und Gefahren der digitalen Transformation.
"Werben & Verkaufen", 3/2019, S. 16-19 (Paid)

Weitere Zitate:

... über die Grenzen der Digitalisierung im Alltag

"Die Digitalisierung muss durch das Nadelöhr des analogen
Alltags. Wir werden zum Beispiel durch die Blockchain in der
Lage sein, die Arbeit eines Notars zu ersetzen. Aber es wird
weiterhin Notare geben. Denn ich brauche bei lebenswichtigen
Entscheidungen einen väterlichen Beistand."


... über neue gesellschaftliche Gräben:

"Heute entsteht der Eindruck, die Eliten fänden die
Welt besser, wenn es die ganzen Dieselfahrer und
Fleischesser nicht gäbe."


... über die Vergötterung von Influencern:

"Der Umgang mit Influencern ist teilweise besorgniserregend. Und zwar dann, wenn der Influencer zum Totemtier und wie ein Gott verehrt wird."

... wie die Digitalisierung unser Verständnis von Teilhabe verändert:

"Sankt Martin hatte nach dem Teilen nur noch einen halben Mantel. In der digitalen Welt steht Teilen aber nicht mehr in einer Dividierungs- sondern in einer Multiplikations-Logik."

... über digitale Allmacht und analoge Ohnmacht:

"Die Allmacht, die wir in der digitalen Welt spüren,
kippt so in der analogen Alltagswelt wieder in Ohnmachts-Erlebnisse."


... wie Video-Streaming unsere Realitäts-Wahrnehmung verändert.

"Wenn wir in fünf Jahren kein Fernsehen mehr schauen, sondern nur noch vor Netflix sitzen, dann sind wir in einer Gesellschaft, die nicht mehr regierbar ist."

Zahl des Tages: Streaming-Steuer bringt Frankreichs Fiskus rund 10 Mio Euro.

Zahl des Tages: Rund 10 Mio Euro bringt die Streaming-Steuer dem französischen Fiskus ein, meldet die französische Zeitung "Le Figaro". Die Abgabe von 2 % des Umsatzes gilt seit Januar 2018 für Internetplattformen wie YouTube oder Netflix. Aktuell zahlten französische Kinos mehr Steuern als die internationalen Digitalkonzerne.
"FAZ", S. 13 (Paid)

WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine Framing-Sprachpolizei.

Framing-Manual: WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine interne Sprachpolizei. "Wenn nur noch bestimmte Worte benutzt werden sollen, mache ich nicht mehr mit," sagt er im "Handelsblatt"-Interview. Die Privatrundfunk-Einführung sei "ein Tritt in den Allerwertesten für die Öffentlich-Rechtlichen" gewesen, die Sender hätten sich gegenseitig aber besser gemacht.

Streaming-Angebote wie Netflix sollten nicht einseitig von US-Konzernen beherrscht werden. Doch das Streaming-Prinzip "Pay as you go" stelle alles, was solidarisch ist, infrage.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Netflix dreht Doku mit Microsoft-Gründer Bill Gates.

Netflix begleitet Microsoft-Gründer Bill Gates für eine Doku, schreibt "Bild am Sonntag". Der Film zeige, wie Gates das Geld seiner Stiftung für wohltätige Zwecke einsetze und solle auch private Einblicke in das Leben des Milliardärs gewähren. Die Doku werde zunächst in den USA verfügbar sein. Der Deutschland-Start sei offen.
"Bild am Sonntag", S. 37 (Paid)

Lese-Tipp: EU-Politik darf Netflix nicht bevorzugen, schreibt Florian Weischer.

Lese-Tipp: Die deutsche Medienindustrie ist im Wettbewerb mit globalen Playern wie Netflix oder Facebook benachteiligt, schreibt Kinowerbe-Unternehmer Florian Weischer in einem "Wirtschaftswoche"-Gastbeitrag. Internationale Konzerne agierten in der EU, zahlten legal aber kaum Steuern, was unfair sei. Die EU-Politik müsse nicht nur debattieren, sondern handeln.
"Wirtschaftswoche" 9/2018, S. 12 (Paid)

Streaminganbieter geben 166 Mio Dollar für Werbung im nationalen US-TV aus.

Streaminganbieter haben in den USA in den vergangenen drei Monaten 166,2 Mio Dollar für Werbung im nationalen TV ausgegeben, zählt iSpot.tv. Im Vorjahr lag der Betrag noch bei 197,9 Mio Dollar, die Zahl der Sichtkontakte steigt jedoch von 11,2 Mrd auf 11,8 Mrd. Amazons Prime Video ist mit 43 Mio Dollar Spitzenreiter bei den Ausgaben, gefolgt von Netflix mit 27,5 Mio Dollar.
mediapost.com

Filesharing-Angebote boomen trotz legaler Streamingdienste.

Streamingdienste: Schärfere Urhebergesetze helfen Netflix & Co im Kampf gegen illegale Angebote wenig, beobachtet Manuel Heckel. Sechsmal in Folge landet "Game of Thrones" auf dem ersten Platz der weltweit am häufigsten illegal angeschauten TV-Inhalte - sei es aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit der User. Wer keine Serie verpassen wolle, müsse monatlich schnell mehr als 50 Euro zahlen. Provider müssten mehr Verantwortung übernehmen und Filesharing-Server blockieren.
zeit.de

"Welt": Netflix zahlt ab September in die deutsche Filmförderung ein.

Netflix rudert rum und zahlt nun doch ab September in die deutsche Filmförderung ein, berichtet die "Welt". Die Entscheidung sei das Resultat eines Besuchs von Chef Reed Hastings bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters während der Berlinale. Es sei noch nicht geklärt, anhand welcher Zahlen die Filmabgabe für den Streaminganbieter berechnet werden soll.
welt.de

Apple will seinen Streaming-Dienst im Frühjahr starten.

Apple startet seinen Streamingdienst im April oder Mai mit Inhalten von Lionsgate, CBS und Viacom. Der Konzern will für das Angebot auch eigene Serien und Filme produzieren und investiert rund 1 Mrd Euro in die Produktion. Außerdem können Nutzer die Kanäle anderer Anbieter abonnieren. Netflix und HBO sind nicht dabei, weil ihnen die Gewinnbeteiligung von Apple – 30 % des Abo-Preises – zu gepfeffert ist. Wann der Streamingdienst in Deutschland startet, ist nicht bekannt.
handelsblatt.com via cbnc.com, turi2.de (Background)

Meinung: Netflix veröffentlicht Zugriffszahlen nur, um seine popkulturelle Relevanz zu zeigen.

Netflix veröffentlicht in seinem aktuellen Quartalsbericht ausgewählte Zugriffszahlen nur, um die eigene popkulturelle Relevanz zu untermauern, schreibt Jürgen Schmieder in der "Süddeutschen Zeitung". Die ungewohnte Offenheit werde daher nicht zur Gewohnheit, weil Netflix mit seinem Datenmonopol einen Vorteil bei Verhandlungen mit den Produzenten und gegenüber der Konkurrenz habe.
sueddeutsche.de

Netflix kündigt drei deutsche Filmproduktionen an.


Filmflix: Netflix steigt auch in Deutschland in die Produktion von Filmen ein und plant mit "Betongold", "Isi & Ossi" und "Freaks" die ersten drei deutschen Eigenproduktionen. Für die Satire "Betongold" holt sich der Streaminganbieter Ufa Fiction mit an Bord, vor der Kamera steht u.a. Schauspieler Frederick Lau. Bei der Superheldengeschichte "Freaks" arbeitet Netflix mit dem ZDF zusammen. Die Dreharbeiten für die Eigenproduktionen sollen im Frühjahr starten, 2020 sollen die Filme dann zu sehen sein. Die erste deutsche Serie läuft seit Ende 2017 bei Netflix.

Netflix hatte erst im Januar die Abo-Preise auf dem Heimatmarkt in den USA erhöht. Im 4. Quartal 2018 konnte der Streamingdienst bei den Abozahlen weltweit um 8,8 Mio auf rund 139 Mio zulegen. Zwar ein Zuwachs, der die Erwartungen um 1,2 Mio übertroffen hat – aber auch eine zusätzliche Herausforderung, die bestehenden Abonnenten mit immer neuem Stoff zu bespaßen.
dwdl.de

Disneys neuer Streamingdienst zeigt nicht nur eigene Produktionen.

Disney Logo 150Disney will zum Start des eigenen Streamingdienstes auch fremde Produktionen anbieten. Zu sehen sind Inhalte des US-Rivalen CBS. Die Plattform soll zum Jahresende zunächst in den USA verfügbar sein. Disneys Überschuss ist im vergangenen Geschäftsquartal auf umgerechnet rund 2,5 Mrd Euro gesunken.
techcrunch.com, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Fassung stand, dass auch Marvel-Produktionen Disney-fremde Inhalte seien. Seit 2009 gehört Marvel jedoch auch zu Disney.

Politico: Netflix will Lobbyverband der US-Filmstudios beitreten.

Netflix befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen um der Motion Picture Association of America beizutreten, berichtet Politico. Mit den Eintritt in den Lobby-Verband amerikanischer Filmproduktionsgesellschaften würde sich Netflix offiziell als Filmstudio positionieren. Bisher tritt Netflix in der Außendarstellung lieber als Techkonzern auf.
politicopro.com via axios.com

Streamingportal von ProSiebenSat.1 könnte im Spätsommer starten.

ProSiebenSat.1: Die geplante Streamingplattform, die der Konzern mit Discovery aufbaut, könnte im Spätsommer starten, sagt P7S1-Chef Max Conze beim DLD. Er will für die VoD-Plattform Maxdome und das Mediathek- und Live-Stream-Angebot 7TV verschmelzen. Dazu kommt der Eurosport-Player von Discovery sowie Inhalte vom ZDF.
faz.net, turi2.de (Background)

Netflix legt im 4. Quartal 2018 weltweit um 8,8 Mio Bezahlabos zu.


Zuschauer-Zuwachs: Netflix steigert die Zahl der bezahlten Abos im 4. Quartal um 8,8 Mio auf weltweit rund 139 Mio. Damit liegt der Streamingdienst 1,2 Mio über dem erwarteten Zuwachs. Auf dem Heimatmarkt konnte Netflix jedoch nur rund 1,5 Mio neue Nutzer gewinnen, international lag die Zahl bei 7,3 Mio.

Beim Umsatz liegt Netflix mit 4,19 Mrd Dollar leicht unter den prognostizierten 4,21 Mrd. Beim Gewinn liegt Netflix zwar über den Prognosen, verliert aber um 28 % auf 134 Mio Dollar. Die Investitionen in Eigenproduktionen lohnen sich laut dem Streaminganbieter jedoch: Den Thriller "Bird Box" hätten im ersten Monat 80 Mio Haushalte eingeschaltet.
techcrunch.com, handelsblatt.com

CNBC: Walmart streicht seine Pläne für einen eigenen Streamingdienst.

Walmart will Amazon und Netflix nun doch keine Konkurrenz auf dem Streamingmarkt machen und streicht seine Pläne für einen eigenen Videodienst, berichtet CNBC. Die Investitionen in eigene Inhalte seien zu riskant. Walmart wolle sich deshalb auf seinen 2010 übernommenen Dienst Vudu konzentrieren und dessen Angebot ausbauen.
cnbc.com

Prognose: Netflix überholt zum Jahreswechsel im UK erstmals Zahl der Sky-Abos.

Netflix erreicht bis zum Jahresende in Großbritannien voraussichtlich 9,78 Mio Abonnenten und überholt damit erstmals die Abo-Zahlen von Sky, errechnet Ampere Analysis. Sky, seit fast drei Jahrzehnten größter Pay-TV-Sender, verliere demnach bis Ende 2018 noch 55.000 Haushalte und lande damit bei 9,64 Mio Haushalten. Netflix, seit sieben Jahren im UK auf dem Markt, könne im 1. Quartal 2019 erstmals die 10-Mio-Marke knacken. Sky hat dafür zwei Jahrzehnte gebraucht.
theguardian.com

"NYT": Facebook ließ Netflix und Spotify private Chats mitlesen.

Facebook-LogoFacebook hat den nächsten Datenskandal am Hacken: Wie die "New York Times" berichtet, hat das Netzwerk Partnern wie Netflix und Spotify Zugriff auf private Chat-Nachrichten seiner Nutzer gegeben. Programmierer von Bing, Amazon und Yahoo konnten die Verbindungen der Nutzer untereinander einsehen. In seinen Geschäftsbedingungen schreibt Facebook zu einer so weitgehenden Datenweitergabe an Dritte nichts.
nytimes.com, derstandard.at