"NZZ" und "Standard" setzen bei Deutschland-Expansion auf Synergien.

nzz-150Deutschland-Expansion von "NZZ" und "Standard" könnte sich auszahlen, schreibt Christopher Ophoven. Beide Häuser setzten beim Versuch, deutsche Leser zu gewinnen, bewusst nur wenige Ressourcen ein und setzen auf Synergien. Beiträge oder zumindest Themen werden sowohl für Deutschland als auch für die Heimat verwendet. Dadurch könnten beide Zeitungen zeitnah in Deutschland Gewinne erwirtschaften.
deutschlandfunk.de

Schweiz: Arne Bergmann leitet Print-Werbung der NZZ Medien.

NZZ Medien holen Arne Bergmann, 46, als Leiter für den Werbemarkt Print. Er folgt Andy Bürki, 44, der das Unternehmen wegen "unterschiedlicher strategischer Auffassungen"verlässt. Bergmann verantwortet die Vermarktung aller Zeitungen und Zeitschriften der NZZ Medien. Bis Januar war er Chief Sales Officer von Admeira, zuvor in verschiedenen Positionen u.a. bei Media Impact und bei Springer.
werbewoche.ch

Bauer verpflichtet Ex-NZZ-Chef Veit Dengler.

Ein Ösi in Hamburg: Bauer verpflichtet Veit Dengler, 49, als Geschäftsführer für internationale Märkte und neue Geschäftsfelder. Damit verantwortet er die Aktivitäten der Bauer Media Group u.a. in Großbritannien, den USA und Australien. Mit dem Neuzugang will Verlegerin Yvonne Bauer den Umbau der Geschäftsleitung abschließen. Bauer freue sich, mit Dengler einen "vielseitigen und international erfahrenen Top-Manager an Bord geholt" zu haben.

Die Neuausrichtung war durch den Wechsel des früheren Bauer-Geschäftsleiters Andreas Schoo zu Funke nötig geworden. Die Lücke soll Dengler nun schließen. Der Österreicher Dengler musste im Juni 2017 als Chef der Schweizer NZZ-Gruppe gehen. Grund für die Trennung sollen unterschiedliche Auffassungen zwischen Dengler und dem Verwaltungsrat zur Umsetzung der Unternehmensstrategie gewesen sein.
wuv.de, horizont.net, turi2.de (Dengler), turi2.de (Schoo), turi2.de (Funke)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "NZZ"-Chef Veit Dengler über Innovationen in der Zeitung.

Lese-Tipp: Auch Akademiker entfremden sich und lehnen die Medien ab.

Lese-Tipp: Auch die Gebildeten entfremden sich von den Medien, beobachtet der "Spiegel". Die Flücht­lings­kri­se habe das lange vorhandene Gefühl, Jour­na­lis­ten maß­ten sich an, ihre Le­ser zu ma­ni­pu­lie­ren, an die Ober­flä­che ge­spült. Auch Rechts­an­wäl­te, Steu­er­be­ra­ter und Be­am­te dachten, Medien bögen die Fakten zurecht. Die Leser wollten nicht erzogen werden, sondern sich selbst eine Meinung bilden. Viele seien wütend auf die Medien. Gewinner der Entfremdung deutscher Leser und Zuschauer sei die "Neue Zürcher Zei­tung", die sich als An­laufadres­se für deut­sche Le­ser profiliere, de­nen in den hemischen Me­di­en zu viel Kon­sens herrscht.
"Spiegel" 09/2018, S. 68-73 (Paid)

"Tagesanzeiger": SDA setzt Stellenstreichung radikal um.

SDA Nachrichten Logo 150Schweizerische Depeschenagentur baut etwa 40 der 150 Vollzeit-Stellen schon innerhalb der nächsten zwei Wochen ab - bisher war von zwei Jahren die Rede. Die Löhne werden abgesenkt, schreiben Markus Häfliger und Philipp Loser. Die Verlage, vor allem die NZZ-Gruppe und die AZ Medien, sollen der SDA 2016 gedroht haben, eine Konkurrenzagentur aufzubauen, falls die Nachrichtenagentur nicht die Preise senke. Die SDA lagert die Wirtschaftsberichterstattung künftig an ihre Tochter AWP aus, die niedrigere Löhne zahlt. Die SDA-Redaktion warnt in einem Brief, die journalistische Grundversorgung der Schweiz sei in Gefahr.
tagesanzeiger.ch (Paid), persoenlich.com, syndicom.ch (Brief SDA-Redaktion), turi2.de (Background)

NZZ-Verwaltungsrat beruft Felix Graf als neuen CEO.


Neuer Zürcher Zampano: Die NZZ-Mediengruppe hat einen neuen CEO gefunden. Felix Graf, 50, tritt den Job im Juni 2018 an. Er folgt auf Veit Dengler, der den Posten im Juni verlassen hat. Finanzchef Jörg Schnyder leitet den Verlag seither und bis zu Grafs Amtsantritt kommissarisch.

Felix Graf ist promovierter Physiker und leitet derzeit den Energieversorger CKW, 1998 bis 2002 arbeitete er für den Berater McKinsey, bis 2009 für den Telekommunikationsanbieter Swisscom. Dort hat er auch Erfahrungen im Managen von Medieninhalten gesammelt - u.a. beim Portal Bluewin sowie dem Fernsehpaket Swisscom TV.
persoenlich.com, nzzmediengruppe.ch

Jürg Weber übernimmt die Verantwortung für die elektronischen Medien bei der "NZZ".

NZZ übergibt Jürg Weber die Verantwortung für die elektronischen Medien. Seit 2014 ist Weber bei der NZZ-Mediengruppe für die 14 Wochen- und Sonntagstitel zuständig und Mitglied der Unternehmensleitung. Er übernimmt von Daniel Ettlinger, der ab Februar Geschäftsführer bei Rheintal Medien wird.
persoenlich.com, turi2.de (Background), turi2.de (Ettlinger)

Anita Zielina verlässt die NZZ-Mediengruppe.

NZZ verliert Produkt-Chefin Anita Zielina zu Ende 2017. Zielina hat im Mai 2015 die neu geschaffene Stelle als NZZ-Digitalchefin übernommen und die digitalen Produkte aller Medien des Hauses verantwortet, aktuell die NZZ-Newsapp, die vor ihrem Weggang noch fertig werden soll. Sie hat außerdem ein digitales Storytelling-Team aufgebaut. Wohin es Zielina beruflich zieht, weiß sie noch nicht, sie wolle zunächst ihren MBA-Abschluss beenden und reisen. Ihr Lieblingsprojekt NZZ.at musste Ende April schließen.

Die Bereiche Bewegtbild und Audience Management verantwortet künftig die Redaktion, den Bereich Digitale Produkte übernimmt interimistisch Rouven Leuener, der bereits die Digitale Produktentwicklung verantwortet. Anita Zielina war einst beim "stern" im Rang einer Vize-Chefredakteurin für das Digitale zuständig, davor stellvertretende Chefredakteurin beim "Standard".
derstandard.de, facebook.com (Statement Zielina), turi2.de (Background)

Europäische Verlage gründen Allianz für automatisierte Buchung von Werbung.


Sichere Deals: Gruner + Jahr, "NZZ", "Standard" und weitere europäische Verlage bündeln ihr Geschäft mit der automatisierten Vermarktung ihrer digitalen Werbeflächen. Über das Angebot Premium Programmatic Europe können Werbungtreibende pan-europäische Kampagnen buchen. Die Allianz verspricht Sicherheit für Marken, weil alle buchbaren Websites bekannt sind. Ein Kritikpunkt beim sogenannten Programmatic Advertising ist die Intransparenz.

Neben dem digitalen Inventar von G+J, "NZZ" und "Standard" sind auch Flächen bei der G+J-Tochter Prisma Media in Frankreich verfügbar. Auch Unidad Editorial ("El Mundo", "Marca") aus Spanien, NextRégie aus Frankreich und das "Luxemburger Wort" wollen sich anschließen. Bis Ende des Jahres will die Allianz "alle wichtigen Märkte in Europa" bedienen.
per Mail

"Standard" und "NZZ" nehmen deutsche Leser ins Visier.


Alpiner Zweikampf um die Piefkes: Die österreichische Tageszeitung "Standard" und die Schweizer "NZZ" starten eigene Digital-Angebote für Leser in Deutschland. Seit Montagmittag ist derstandard.de online, der deutsche Ableger soll "Laborcharakter" haben und Experimentierfeld sein, um Neues auszuprobieren. Die sichtbar österreichische Färbung der Themenauswahl lässt nicht verheimlichen, dass zum Start noch etliche Artikel Übernahmen der österreichischen Hauptseite sind.

Die "NZZ" startet morgen mit NZZ Perspektive ein E-Paper speziell für Deutschland. Dazu kommt ein täglicher Newsletter, der die in Deutschland beliebtesten Artikel auf nzz.ch zusammenstellt. Schon seit April kommentiert Chefredakteur Eric Gujer jeden Freitag die deutsche Politik in seinem Newsletter "Der andere Blick".

Es mag Zufall sein, dass die Ankündigungen aus Wien und Zürich am gleichen Tag kommen, doch der Trend ist klar: Trotz starker einheimischer Angebote ist der deutsche Markt für Medienunternehmen aus dem Ausland lukrativ. Beide Angebote beanspruchen für sich, den deutschen Lesern einen Außenblick auf das Geschehen in Deutschland und der Welt zu liefern. Bereits heute zählt nzz.ch rund ein Drittel seiner Zugriffe aus Deutschland. Bei derstandard.at sind es nach eigenen Angaben mehr als 10 %.
meedia.de, derstandard.at ("Standard"), persoenlich.com ("NZZ"), turi2.de (Background "NZZ")

Deutschland-E-Paper der "NZZ" startet morgen.

NZZ startet morgen mit NZZ Perspektive ihr angekündigtes Angebot speziell für Deutschland. Das Paket umfasst das E-Paper der "NZZ" mit Auslandsberichterstattung, Analysen und Kommentaren zur deutschen Politik sowie Feuilleton. Ein täglicher Newsletter stellt die in Deutschland beliebtesten Artikel auf nzz.ch zusammen, jeweils am Freitag kommentiert Chefredakteur Eric Gujer die deutsche Politik in seinem Newsletter "Der andere Blick". Das Monatsabo kostet zehn Euro, einen Probemonat gibt es für einen Euro.
persoenlich.com, turi2.de (Background)

"NZZ" plant E-Paper-Ausgabe für Deutschland noch vor der Bundestagswahl.

Expedition Nord: Die "Neue Zürcher Zeitung" nimmt Deutschland ins Visier und plant eine E-Paper-Ausgabe speziell für den "großen Kanton im Norden", berichtet der "SonntagsBlick". Die elektronische Ausgabe für Deutschland solle aussehen wie das Original, jedoch ohne Schweizer Inhalte. Probeversionen würden intern bereits "herumgeistern", der Personalbestand sei aufgestockt worden. Ein Starttermin ist noch nicht bekannt, soll aber vor der Bundestagswahl im September sein.

Chefredakteur Eric Gujer verschickt bereits seit April einen wöchentlichen Politik-Newsletter für Deutschland. Zuletzt waren die Bemühungen der Zeitung, in Österreich mit dem Bezahlangebot NZZ.at Fuß zu fassen, gescheitert. Die gedruckte Auslands-Auflage der "NZZ" liegt laut Mediadaten bei rund 8.600 Exemplaren. Wie viele davon nach Deutschland gehen, sagt der Verlag nicht.
"SonntagsBlick" via persoenlich.com, handelszeitung.ch, turi2.de (Background Newsletter)

"NZZ"-Chef Veit Dengler stürzte womöglich über Österreich-Deutschland-Streit.

NZZ gibt Geschäftsführer Veit Dengler offenbar auch den Laufpass, da dieser in mehreren Punkten völlig unterschiedliche Ansichten als Chefredakteur Eric Gujer pflegt, mutmaßt Charlotte Theile. Der Österreicher Dengler scheiterte mit NZZ.at, Gujer zielt auf konservative Leser aus Deutschland – unter anderem mit einem Newsletter für deutsche Leser.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

"NZZ" trennt sich von CEO Veit Dengler.


Neuer Zürcher Zampano gesucht: Die "Neue Zürcher Zeitung" und ihr CEO Veit Dengler gehen getrennte Wege. Als Grund für die Trennung nennt die "NZZ" unterschiedliche Auffassungen zwischen des Verwaltungsrats und des CEO zur Umsetzung der Unternehmensstrategie. Beide Seiten seien sich jedoch einig, "dass der strategische Fokus auf Publizistik weiterhin richtig" sei.

Finanzchef Jörg Schnyder wird den Konzern übergangsweise leiten, während das Unternehmen einen Nachfolger für Veit Dengler sucht. Er kam vor vier Jahren als Branchenfremder von Groupon zur "NZZ". Unter ihm versuchte die Zeitung vergeblich, mit NZZ.at auch in Denglers Heimat Österreich Fuß zu fassen. (Foto: Christian Beutler / Keystone/ Picture Alliance)
persoenlich.com, nzzmediengruppe.ch

Aus dem turi2.tv-Archiv:

"NZZ" startet Bezahl-Newsletter zur globalen Risikobewertung für Unternehmen.

NZZ will mit Risikobewertung für kleine und mittlere Unternehmen Geld verdienen und startet den wöchentlichen Newsletter NZZ Global Risk. Immer donnerstags um 16.30 Uhr zeichnet der Newsletter Zukunftsszenarien zu aktuellen Themen – im Erstling geht es um den Aufstieg Chinas. Der Newsletter soll Unternehmern eine "Schweizer Perspektive auf die entscheidenden Entwicklungen unserer Zeit" liefern. Zunächst ist "NZZ Global Risk" für alle Zeitungsabonnenten kostenlos zubuchbar, später soll daraus ein eigenes Bezahl-Angebot entstehen.
per Mail, abo.nzz.ch

"NZZ" befördert Luzi Bernet zum Chefredakteur der Sonntagszeitung.

NZZ am Sonntag wird künftig von Luzi Bernet, 53, geführt. Der stellvertretende Chefredakteur der "NZZ" löst Felix E. Müller, 66, ab. Müller bleibt Autor und Berater. Nicole Althaus, Mitglied der Chefredaktion der "NZZ am Sonntag", wird Chefredakteurin Magazine. Sie verantwortet somit "NZZ"-Zeitschriften und den Buchverlag NZZ Libro.
nzzmediengruppe.ch

Meinung: "NZZ"-Strategie, nur auf Publizistik zu setzen, ist alternativlos.

Neue Zürcher Zeitung macht nur 7 % ihres Gewinns mit Aktivitäten, die nichts mit Publizistik zu tun haben, beobachtet Kurt Zimmermann. Das Geschäftsmodell der "NZZ", die fast nur Inhalte verkauft, sei weltweit einzigartig – und alternativlos, denn das Unternehmen könne nichts anderes und habe den Einstieg in digitale Geschäfte komplett verschlafen.
kress.de

Lese-Tipp: Aus den Erfahrungen und Fehlern von NZZ.at lernen.

Lese-Tipp: NZZ.at-Chefredakteur Lukas Sustala analysiert die Gründe für das Scheitern seines Portals. Die Paywall in Höhe von 14 Euro sei anfangs ein "durchaus aggressiver Preispunkt" gewesen. Der Chef des eingestellten Österreich-Ablegers der "NZZ" sieht 9 Euro pro Monat als Richtschnur für den Preis journalistischer Bezahlinhalte. Am Anfang habe NZZ.at zu viel zugleich sein wollen: Nachrichtenmedium, Clubabend-Veranstalter und Hintergrund-Lieferant. Der Mut zur Lücke sei aber für kleine Redaktionen entscheidend. Newsletter hätten geholfen, Leser zu erreichen. Wichtig sei auch, dass Journalisten ihre eigenen Inhalte in ihren Netzwerken "in die Auslage stellen".
nzz.at, turi2.de (Background)

NZZ.at stellt Ende April den Betrieb ein.

NZZ stellt ihren Österreich-Ableger NZZ.at Ende April ein. Die Bezahl-Seite blieb trotz mehrerer Weiterentwicklungen "hinter unseren Erwartungen", sagt "NZZ"-CEO Veit Dengler. Bis Ende September werden fünf Mitarbeiter gekündigt, den Standort Wien will die "NZZ" jedoch beibehalten und sieht Deutschland und Österreich weiterhin als "wichtige Märkte".
nzzmediengruppe.ch, persoenlich.com

NZZ-Mediengruppe erhöht ihren Gewinn um 7 %.

NZZ-Mediengruppe steigert ihren Gewinn 2016 um 7 % auf 23,8 Mio Franken. Der Umsatz geht um 3 % auf 442,7 Mio Franken zurück. Gründe für den Umsatzrückgang seien u.a. die Zusammenlegung von drei Zeitungen, der Wegfall von Zeitschriften und der Verkauf einer Druckerei. Der Umsatz verlagere sich von der Print-Werbung hin zu Einnahmen aus dem Lesermarkt und neuen Geschäftsfeldern. Die Erlöse mit Business Medien wachsen besonders stark - von 40,8 auf 49,9 Mio Franken.
handelszeitung.ch, nzzmediengruppe.ch (Pressemitteilung)

"NZZ am Sonntag" bekommt eigenen Internetauftritt.

NZZ schenkt ihrer Sonntagsausgabe zum 15. Geburtstag eine eigene Bezahl-Website. Auf NZZaS.ch will die Redaktion die "wichtigsten und überraschendsten Geschichten der Woche" digital aufbereiten und zeitlose Hintergrundartikel liefern. Die Texte erscheinen schon in der Woche und sollen einen "Vorgeschmack" auf den Sonntag geben. Vorläufig ist das Angebot nur zahlenden Abonnenten vorbehalten.
nzzas.ch

Meinung: Die Leidenschaft und Distanz im Journalismus fehlen.

Journalismus ist eine ziemlich leidenschaftslose Angelegenheit geworden, sagt Christoph Zürcher, Leiter des Gesellschaftsressorts der "NZZ am Sonntag". Stattdessen müsse Journalismus wie der "Eintritt in ein Kloster" sein - der Abschied vom gewöhnlichen Leben mit seinen vielen Interessengruppen. Journalisten müssen eine eigene Haltung zeigen, meint Zürcher. Reporter müssten auf Distanz gehen - auf immer und ewig, zu allem und zu allen.
kress.de