Zitat: Armin Wolf bringt zum Schutz vor Fake-News-Vorwürfen Quellen physisch mit zu Interviews.

"Neu ist in den letzten Jahren, dass ich die Zitate nicht nur suche, sondern auch physisch mitbringe, in Form von tatsächlichen Zeitungen."

ORF-Anchor Armin Wolf erklärt im Gespräch mit Holger Gertz, wie sich seine Arbeit in den letzten Jahren verändert hat. Wolf habe sich sogar Mitschnitte von Interviews schicken lassen, die er zitieren wollte – vor allem FPÖ-Politiker bestritten Zitate sonst einfach.
"Süddeutsche Zeitung", S. 3

Meinung: Jan Böhmermann nimmt seinen Job ernst.

Satire darf kalkulierte Grenzübertritte wie im Falle von Jan Böhmermann (Foto), schreibt Paul Dalg. Statt Witze auf Kosten der Österreicher für Likes abzufeuern, beschäftige sich der Satiriker mit dem ernsten Thema des Rechtsrucks in Österreich und den Angriffen der FPÖ gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

ORF distanziert sich in laufender Sendung von Böhmermann-Aussagen.


Pflichtschuldig vorab-entschuldigt: Der ORF hat Jan Böhmermann zum "Kulturmontag"-Interview eingeladen und distanziert sich direkt im Anschluss von seinen "provokanten und politischen Aussagen". Der Satiriker sagte im Interview u.a., es sei "nicht normal, dass das Land von einem 32-jährigen Versicherungsvertreter geführt wird".

Moderatorin Clarissa Stadler moderiert mit den Worten ab, Satire dürfe alles und der öffentliche Rundfunk künstlerische Meinung wiedergeben. Österreichs FPÖ attackierte zuletzt ORF-Anchor Armin Wolf nach einem kritischem Interview, Böhmermann scheiterte mit seiner Klage gegen Angela Merkel, mit der er der Bundeskanzlerin verbieten wollte, sein Erdogan-Schmähgedicht "bewusst verletzend" zu nennen.
derstandard.at, turi2.de (Background Wolf), turi2.de (Background Böhmermann)

Meinung: Öffentliche Medien geraten zunehmend unter Beschuss.

Österreich: Der Ton hat sich verschärft, seit die FPÖ an der Regierung ist, sagt ORF-Redakteursrat Dieter Bornemann im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Er beobachte, dass die öffentlich-rechtlichen Medien in mehreren Ländern Europas unter Druck gesetzt und ausgehungert werden, unter Beschuss genommen und still-gespart. Die finanzielle Situation mache Qualitätsjournalismus schwieriger, es sei aber Aufgabe der Journalisten, sich dagegen zu wehren.
"Süddeutsche Zeitung", S. 12, turi2.de (Background)

ORF-Stiftungsratschef will regierungskritischen Moderator Armin Wolf auf Sabbatical schicken.

Pressefreiheit macht keinen Urlaub: Im Streit der FPÖ gegen den ORF legt der ORF-Stiftungsratschef Norbert Steger (Foto links) dem regierungskritischen ORF-Moderator Armin Wolf eine Auszeit nahe. "Ich würde ein Sabbatical nehmen, auf Gebührenzahler-Kosten durch die Welt fahren und mich neu erfinden," sagt Steger in der Tageszeitung "Österreich" über Wolf.

Über die umstrittenen Pläne der Abschaffung der ORF-Gebühren äußert sich der als FPÖ-nah geltende Steger nur knapp: "Ich bin primär der Meinung, es soll billiger werden für den Zahlenden." Steger vermisse bei Wolf die "Dankbarkeit" gegenüber den Gebührenzahlern. Wolf sei "ein gut bezahlter, de facto pragmatisierter Journalist", bei dem "die Eitelkeit" mit ihm durchgehe. Ein FPÖ-Politiker kritisierte den Journalisten zuvor scharf nach einem kritischen Interview.
ots.at, twitter.com, sn.at, merkur.de

Meinung: Rundfunkgebühren sind in Österreich nicht mehr zeitgemäß.

ORF 150ORF-Gesetz: Das bisherige Modell der "Zwangsgebühren" ist in Österreich nicht mehr zeitgemäß, sagt Journalist Andreas Unterberger im "FAZ"-Interview. Heute schauten insgesamt nur noch 30 % die ORF-Fernsehprogramme. Statt der Abschaffung wäre eine Gebührensenkung vorstellbar. Die Sender müssten sich stärker auf lokale Inhalte statt Promi-Klatsch fokussieren.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Hör-Tipp: Facebook-Rückzug des ORF ist ein heikles Signal, sagt Konrad Weber.

Hör-Tipp: Die Podcaster Levin Kubeth und Felix Ogriseck sprechen mit Konrad Weber über sein mit 30 Experten ausgearbeitetes Manifest zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien in Zeiten der Digitalisierung. Der Journalist kümmert sich um die digitale Strategie beim SRF. Es sei ein "heikles Zeichen", wenn der ORF Facebook den Rücken kehre. Öffentlich-rechtliche Inhalte sollten dort sein, wo die Menschen sind. Journalisten müssten ihre Arroganz ablegen und lernen, Themen für Social Media anders aufzubereiten.
anchor.fm (60-Min-Audio), futurepublic.media (Manifest), turi2.de (Background)


Zitat: ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sieht die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Sender gefährdet.

"Wir glauben, dass die Beitragsfinanzierung durch 3 Mio Gebührenhaushalte eine größere Unabhängigkeit ist, als wenn man jedes Jahr zum Finanzminister um ein Budget einkommen muss."

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz beunruhigen die Pläne der österreichischen Regierung, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk künftig aus dem Haushaltsbudget zu finanzieren, sagt er im Interview mit Deutschlandfunk.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

ORF will sich zur Not mit einer Volksabstimmung retten.

ORF 150ORF fürchtet Einschnitte durch das neue ORF-Gesetz, da vor allem die rechte Regierungspartei FPÖ dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gegenüber feindlich auftritt, schreibt Hans-Peter Siebenhaar. Denkbar sei, dass der ORF künftig statt durch Gebühren direkt durch Staatsmittel finanziert werden könnte. ORF-Vertreter erwägen nun die Flucht in eine Volksbefragung wie in der Schweiz, da sie sich der Rückendeckung durch die Bevölkerung gewiss fühlen.
handelsblatt.com

TV-Tipp: "Aenne Burda" zeigt Aenne Burdas harten Weg zur Verlegerin.

TV-Tipp: In einem Zweiteiler zeichnen ARD und ORF den steinigen Weg von Aenne Burda hin zur erfolgreichen Blattmacherin. Mit dem Namenswechsel von Anne zu Aenne begründet sie den Wandel weg von ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter hin zur Verlegerin von "Burda Moden", das 1950 erstmalig mit 100.000 Auflage erscheint. ARD und ORF zeigen Teil 1 am Mittwochabend um 20.15 Uhr, Teil 2 läuft am kommenden Mittwoch.
derstandard.at

ORF löscht 50 Facebook-Seiten.

ORF 150ORF macht mit seiner angekündigten Facebook-Diät ernst und löscht zum 1. Dezember 50 von insgesamt 70 Seiten auf Facebook. Damit bleiben etwas mehr Seiten bestehen, als zunächst geplant. Künftig will der ORF nur noch einen Dachmarkenauftritt, eine Seite pro Sender sowie eine pro Landesstudio pflegen. Mit wenigen Ausnahmen wollen die Österreicher keine Videos ganzer Sendungen mehr auf Facebook hochladen.
dwdl.de

ORF verbietet Mitarbeitern die eigene Meinung in Social-Media-Kanälen.

ORF 150ORF will mit den "ORF-Social-Media-Leitlinien" seinen Mitarbeitern "auch im privaten Umfeld" auf Social Media ihre eigene Meinung "gegenüber politischen Institutionen" verbieten. Der Entwurf für die "Dienstanweisung" wurde offenbar versehentlich vorab an einige Radio-Mitarbeiter geschickt, Autor ist ein Mitarbeiter im Büro des ORF-Generaldirektors Alexander Wrabetz.
derstandard.at, twitter.com (Armin Wolf)

ORF zieht sich weitestgehend von Facebook zurück.

ORF 150ORF kürzt seine Social-Media-Aktivitäten massiv zusammen. Von aktuell rund 70 Facebook-Seiten betreiben die Österreicher nur noch 15 weiter, berichtet der "Standard". Auch auf werbliche Hinweise auf Social Media will der ORF verzichten, ebenso auf Werbung bei Facebook und Youtube. Der ORF begründet den Schritt mit Datenmissbrauch und Intransparenz bei Facebook.
derstandard.at, turi2.de (Background)

ORF mottet YouTube-Pläne ein.

ORF guckt in die Röhre und verabschiedet sich nach einem Nein der Medienaufsicht KommAustria vom geplanten YouTube-Kanal. Die Behörde stört sich an der exklusiven Kooperation mit YouTube, die "vergleichbare Unternehmen" diskriminieren würde. KommAustria sieht außerdem keinen "Beitrag zur wirksamen Erbringung des öffentlich-rechtlichen Kernauftrags".
derstandard.at, turi2.de (Background)

Alexander Wrabetz: ORF lässt sich von Politikern nichts diktieren.

ORF will sich ein Jahr lang so verhalten, als würde es dann eine Volksabstimmung über die Finanzierung des Senders geben, sagt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Der Sender soll verständlich machen, wofür es ihn braucht. Wrabetz sagt, er werde sich keine Personalentscheidungen von der Politik "diktieren lassen" - er wolle auch nicht "unter allen Bedingungen ewig diesen Job" machen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 48 (Paid), turi2.de (Background)

FPÖ-Chef Strache entschuldigt sich für Lügenvorwurf bei ORF-Mann Armin Wolf.


Keine Rache für Strache: ORF-Moderator Armin Wolf (rechts im Bild) einigt sich außergerichtlich mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Der österreichische Vizekanzler hatte Wolf und dem ORF in einem Facebook-Post Lügen vorgeworfen, wollte den Beitrag aber als vermeintliche Satire verstanden wissen. Wolf hat dagegen geklagt. Nun verpflichtet sich Strache dazu, diese und ähnliche Behauptungen künftig zu unterlassen. Zudem veröffentlicht er eine Entschuldigung als Anzeige in der "Kronen Zeitung", der größten Zeitung Österreichs, sowie zehn Tage lang auf seiner Facebook-Seite.

Strache übernimmt die bisherigen Verfahrenskosten und zahlt Wolf 10.000 Euro Entschädigung. Das Geld will der ORF-Moderator an das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes spenden. Ganz ausgestanden ist der Rechtsstreit damit noch nicht: Auch der ORF selbst klagt gegen Strache.
arminwolf.at, krone.at, horizont.at, dwdl.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: 62 % der Österreicher gegen ORF-Gebühren.

Zahl des Tages: Mehrheitliche 62 % der Österreicher würden bei einer Volksabstimmung für die Abschaffung der Gebühren für den ORF stimmen, so eine OGM-Umfrage für den "Kurier". Nur 30 % halten die Gebühren für berechtigt. Von den Befragten sind ebenfalls 62 % dafür, eine Volksabstimmung zum Thema durchzuführen. In der Schweiz haben vergangene Woche in einem Referendum über 70 % für den Erhalt der Rundfunkgebühren gestimmt.
derstandard.at, turi2.de (background)

ORF-Mann Armin Wolf klagt gegen Vizekanzler Strache.

Armin Wolf, News-Anchorman beim ORF, will gegen den österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache klagen. FPÖ-Mann Strache hat Armin Wolf und dem ORF in einem Facebook-Post Fake News und Lügen unterstellt. Wolf meint, dass die Attacken der FPÖ auf Medien und Journalisten ein "demokratiepolitisch wirklich bedenkliches Ausmaß" annehmen. Der ORF will rechtliche Schritte prüfen und den Post löschen lassen.
derstandard.at

Analyse: 2018 ist ein entscheidendes Jahr für deutschsprachige öffentlich-rechtliche Sender.

Öffentlich-Rechtliche: 2018 ist ein "Entscheidungsjahr" für die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland, Österreich und der Schweiz, analysiert Joachim Huber. Das öffentlich-rechtliche System ist im gesamten deutschsprachigen Raum unter Druck. Teile der Bevölkerung sehen die Sender durch Eliten aus Politik und Wirtschaft beeinflusst. Die Sender müssten deshalb ihren Daseinszweck untermauern, schreibt Huber.
tagesspiegel.de

Hans-Peter Siebenhaar bangt um die Demokratie in Österreich.

ORF 150ORF ist der rechtspopulistischen FPÖ ein Dorn im Auge, glaubt Hans-Peter Siebenhaar. Insider berichten ihm vom Plan, den kritischen Anchorman Armin Wolf "intern wegzuloben" und ihn so vom Bildschirm zu verbannen. Generaldirektor Alexander Wrabetz, Mitglied in der SPÖ, sei zwar wiedergewählt worden, im Hintergrund stünden aber bereits andere Chefsessel-Kandidaten bereit. Siebenhaar bangt um den Sender und die Demokratie in Österreich. Der ORF könne sich wegen der Rundfunkgebühren nur schwer gegen Umbaumaßnahmen wehren.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Österreich: Mitte-Rechts-Regierung nimmt den ORF an die kurze Leine.


O du mein Österreich: Der Koalitionsvertrag der neuen ÖVP-FPÖ-Regierung nimmt sich die Neuregelung der Medienwelt stärker vor als ihre Vorgänger. Davon betroffen sind u.a. ORF, Medienförderung und die Internet-Riesen Google und Facebook. So lehnt die Vereinbarung einen Verkauf der öffentlich-rechtlichen Sender ab und bekennt sich zur Rundfunkgebühr. Laut "Standard" soll sich die Führungsstruktur des Senders aber ändern und statt eines Geschäftsführers ein Vorstand installiert werden. Die Politik will neue Transparenz-Regeln erlassen, fürs Programm lautet die Parole: Österreich first.

Die Medienförderung wollen die Parteien prüfen und straffen. Das Motto lautet hier "Geld für Wandel", etwa in der Digitalisierung und der Aus- und Weiterbildung von Journalisten. Auch die Werbeausgaben der öffentlichen Hand will die neue Regierung unter die Lupe nehmen – vier Mal pro Jahr soll es einen Transparenzbericht geben.

Die neue Mitte-Rechts-Regierung spricht sich zudem für ein Leistungsschutzrecht aus. Sollte es keine EU-Regelung geben, wollen die Parteien eine "nationale Lösung". Bei der Besteuerung der Online-Riesen will die Regierung das Prinzip der digitalen Betriebsstätte durchsetzen.
derstandard.at, derstandard.at (Regierungsprogramm im Wortlaut)

Markus Breitenecker wünscht sich den ORF als Zulieferer für private Sender.

ProSiebenSat1-P7S1 Logo ohne Schriftzug 150Österreich: ProSiebenSat.1-Chef Markus Breitenecker sieht in einer Allianz aus öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern eine Chance, gegen die Marktmacht von Google, Facebook und Co zu bestehen. Im Interview mit "News" beschreibt er seine Vision: Dem ORF solle per Gesetz verboten werden, bei kommerziellen Angeboten mit privaten Sendern in Konkurrenz zu treten. Außerdem wünscht sich Breitenecker den ORF als Zulieferer für die Privaten.
news.at via derstandard.at

ORF kauft Amazon-Serie "You are wanted".


Jetzt auch in diesem Fernsehen: Amazon entdeckt lineares TV als Möglichkeit zur Zweitverwertung seiner teuren Eigenproduktionen. Der österreichische ORF kauft die Senderechte an der ersten, deutschen Eigenproduktion von Amazon, der sechsteiligen Serie You are wanted von und mit Matthias Schweighöfer. Der öffentlich-rechtliche Kanal ORF Eins zeigt die Serie ab dem 18. September immer montags in Doppelfolgen. Es ist das erste Mal, dass Amazon eine Eigenproduktion an einen deutschsprachigen Free-TV-Sender verkauft.

ORF-Film- und Serienchefin Andrea Bogad-Radatz schmeichelt Amazon, dass die Serie "ganz oben auf unserer Wunschliste" stand. Planungen für eine TV-Ausstrahlung in Deutschland gebe es nicht, erfährt DWDL. Amazon spricht von einem "einmaligen Sonder-Event", wenn auch weltweit nicht zum erste Mal: In den USA etwa zeigt der Sender Sundance TV die Amazon-Serie Transparent. Konkurrent Netflix dagegen zweitverwertet regelmäßiger: Die Polit-Serie House of Cards läuft hierzulande im Pay-TV bei Sky und im frei empfangbaren Fernsehen zuletzt bei ProSiebenMaxx. Im Frühjahr hat ZDFneo die Netflix-Gefängnis-Serie Orange is the new Black ausgestrahlt.
dwdl.de, ots.at

ORF hadert mit Turbo-Kapitalismus auf dem Markt der Sportrechte.

ORF verliert immer mehr Sportrechte an Bezahlsender und Streamingdienste. Sportchef Hans Peter Trost klagt über aggressives Vorgehen u.a. von Sky, im Fußball weicht der ORF auf regionale Spiele aus. Zeitgleich professionalisieren Sportler und Clubs ihre PR, um Journalisten auszusperren. Auch einige teure Tennis- und Wintersport-Wettbewerbe muss der öffentlich-rechtliche ORF aufgeben.
derstandard.at

BR, Arte, ORF und SRF launchen Projekt zu Verschwörungstheorien.

Bayerischer Rundfunk, Arte, ORF und SRF starten das gemeinsame Projekt "Die Weltherrschaft" zu Verschwörungstheorien. Eine TV-Dokumentation soll die Mechanismen von Verschwörungstheorien beleuchten. Mitte Juni soll das Portal dieweltherrschaft.net loslegen. Nutzer können dort künftig mit einem interaktiven Video-Baukasten ihre eigene Theorien entwerfen.
horizont.net

Österreichs Kanzler Kern will unabhängige Medien und verteidigt Moderator Armin Wolf.

Bundeskanzler Christian KernÖsterreich: Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern will die Medienförderung bei Gratiszeitungen an Qualitätsstandards knüpfen. "Wir müssen davon wegkommen, dass man das als Instrument einsetzt, um sich gewogenen Journalismus zu kaufen", sagt Kern über Regierungsinserate im neuen Ö1-Medienmagazin "#doublecheck". Medien, die vom Staat finanziell gefördert werden, müssten ordentliche journalistische Arbeitsplätze bieten. Der Politiker verteidigt auch ORF-Anchor Armin Wolf gegen Angriffe aus Politik und ORF-Management.
derstandard.at, orf.at, turi2.de, turi2.de (Background)

ORF-Redakteure wehren sich heftig gegen Kritik des Vize-Direktors.

Thomas Prantner (ORF)
Wolf bellt zurück: Der ORF-Redakteursrat wehrt sich gegen Kritik am Interviewstil der ORF-Moderatoren von ORF-Vize-Direktor Thomas Prantner (Foto). Die Redakteure verlangen von Prantner konkrete Beispiele für seine Anschuldigungen und schreiben in einem Brief, sie seien überrascht, dass Prantner öffentlich Zensuren für redaktionelle Inhalte erteile. Als Vize-Chef für Technik und Online sei er nicht für das Fernsehen zuständig. Prantner hatte den ORF-Moderatoren in einem Gespräch mit der Zeitschrift "Profil" vorgeworfen, das TV-Studio zu einem Verhörraum zu machen und Politiker unfair zu behandeln.

Offensichtlich zielt Prantners Angriff auch auf ORF-Anchorman Armin Wolf. Der schreibt süffisant, Prantners Interview diene "sicher nur dem Unternehmensinteresse, keinesfalls aber der Eigenprofilierung". Wolf bezweifelt auf Twitter Prantners journalistische Sachkenntnis und sagt, ein hartnäckiger Interviewstil sei bei anderen Sendern wie der BBC üblich.
derstandard.at (Redaktionsrat), twitter.com, twitter.com, twitter.com (Wolf), turi2.de (Background)

Zitat: ORF-Vize-Direktor vermisst bei seinen Moderatoren Fairness gegenüber Politikern.

Thomas Prantner"Es ist unzumutbar für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn das TV-Studio wie ein Verhörraum oder eine Anklagebank wirkt."

Thomas Prantner, stellvertretender ORF-Direktor, kritisiert im Gespräch mit dem Magazin "Profil" mangelnde Fairness seiner Moderatoren gegenüber Politikern. Politiker müssten sich kritische Fragen gefallen lassen, es komme aber auf Ton und Stil der Fragen an.
ots.at

Basta: ORF sendet britischen Abgesang auf Europa.

Brexit für die Ohren: Großbritanniens Austritt aus der EU inspiriert die britische Radiokünstlerin Lucinda Guy zu einem Abgesang auf Europa. Im ORF-Kunstradio improvisiert sie eine dreiviertel Stunde lang mit einem langgezogenen "Oh noooo!", das durch Loops von zögerlichem Wehklagen zu lautstarkem Brummen wird und sich letztlich anhört wie Stammesgesänge in Trance. Ein Vorgeschmack darauf, dass der Brexit nicht schön wird.
oe1.orf.at via derstandard.at

Österreichs Privatsender wollen YouTube-Kanal des ORF verhindern.

ORF 150ORF-Pläne für einen YouTube-Kanal stoßen auf große Ablehnung bei den Privatsendern Österreichs. In einer Stellungnahme schreiben sie, der Kanal würde "schwerwiegende negative Wettbewerbseffekte" bringen. Problematisch sei vor allem, dass der ORF die Vermarktung der Inhalte an YouTube abtrete. Außerdem würden die ORF-Inhalte in diesem Umfeld an Wertigkeit verlieren und die sendereigene Mediathek schwächen. Der ORF plant, bei YouTube bereits jetzt online verbreitete Kompakt-Nachrichten sowie Archivmaterial zu zeigen.
derstandard.at

Zahl des Tages: ORF bekommt 6,5 % mehr Gebühren.

ORF 150Zahl des Tages: Monatlich 17,21 Euro bekommt der ORF ab Mai von österreichischen Gebührenzahlern - eine Erhöhung um 6,5 %. Die Medienbehörde Kommaustria hat bis zum Fristende um Mitternacht keinen Einspruch eingelegt, was dem ORF rund 30 Mio Euro mehr in die Kasse spült. Trotzdem muss der Sender in den nächsten fünf Jahren 300 Mio Euro einsparen und rund 300 Arbeitsplätze streichen.
derstandard.at