Paid Content ist der Versuch der Verleger, dem Online-Journalismus ein Preisschild anzuheften. lexikon2.de

YouTube lässt Influencer Premium-Abos für ihre Kanäle verkaufen.

YouTube lässt seine Influencer künftig exklusive Inhalte direkt zu Geld machen. Kanäle mit mehr als 100.000 Abonnenten sollen für 4,99 Dollar abonnierbar sein - bisher dürfen das nur ausgewählte Kanäle unter dem Namen Sponsorships. YouTube behält 1,50 Dollar des Betrags. Die Kunden bekommen u.a. exklusive Inhalte, zusätzliche Emojis und eigene Kommentarbereiche. YouTube aus den USA mit mehr als 10.000 Abonnenten können künftig Fanartikel direkt in ihrem Kanal verkaufen.
spiegel.de, zeit.de, googleblog.com (Ankündigung)

Studien: Paid Content funktioniert beim Streaming, noch nicht bei Nachrichten.

Paid Content legt beim Videostreaming massiv zu, ermittelt der Digitalverband Bitkom. 37 % der deutschen Internetnutzer streamen gegen Gebühr, vor einem Jahr nur 29 %. Bei Online-Nachrichten ist es grundsätzlich anders: Nur 8 % bezahlen gegenüber 7 % im Vorjahr, erhebt das Reuters Institute. In Norwegen hingegen zahlen schon 30 % für Nachrichten im Netz – unter anderem auch, weil es viel weniger Medienangebote und Gratis-Alternativen gibt.
bitkom.org (Streaming), dnv-online.net (Nachrichten)

Test: YouTube Music bietet tolle Suchfunktion, wirkt aber unfertig.

YouTube Music, Googles neuer Spotify-Konkurrent, punktet mit einer Suchfunktion als echtem Highlight, urteilt Andreas Proschofsky in einem Test. Auch Textpassagen finden den richtigen Song. Noch fehlten aber viele Funktionen, YouTube Music wirke noch unfertig, kritisiert Proschofsky. Audio und Video seien im Dienst gut miteinander verbunden.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie beim Spotify-Konkurrenten Deezer aus Daten ein Musik-Programm wird.

YouTube startet Musik-Streaming-Dienst und Bezahl-Angebot ohne Werbung.



Schöner streamen: YouTube startet einen Spotify-Konkurrenten und einen werbefreien Bezahl-Dienst in Deutschland. Nutzer finden auf YouTube Music gratis Musikvideos, Playlists und Live-Auftritte – für 10 Euro im Monat ist das Angebot werbefrei, kann im Hintergrund abgespielt werden und ist offline nutzbar. Mit YouTube Premium für 12 Euro im Monat bekommen Nutzer das Musik-Angebot plus sämtliche Videos ohne Werbung. Für Herbst kündigt YouTube erste deutsche Eigenproduktionen an.

Im Einzelnen:

YouTube Music vereint auf einer Plattform alle Musik-Angebote von YouTube. Die Start-Ansicht soll sich dynamisch der Nutzung und dem Standort des Nutzers anpassen. Wie bei Spotify oder Deezer gibt es Playlists. Nutzer sollen nach Musik googeln können, indem sie Stichworte oder ein Teil des Songtextes eingeben. Für 9,99 Euro im Monat kommt der Dienst ohne Werbung, läuft auf dem Handy im Hintergrund weiter. Außerdem können Nutzer Musik zum Beispiel vor einer Zugfahrt herunterladen.

YouTube Premium enthält die Leistungen von YouTube Music Premium und geht darüber hinaus: Abonnenten dieses Services bekommen überall auf YouTube keine Werbung zu sehen, können Videos im Hintergrund weiterlaufen lassen und sie für Offline-Zeiten herunterladen. Zahlende Kunden bekommen außerdem vollen Zugriff auf eigens produzierte YouTube-Serien und -Filme. Ab Herbst soll es erste deutsche Produktionen geben, auf Englisch gibt es bereits F2 Finding Football und The Sidemen Show.
per Mail, music.youtube.com, youtube.com/premium

Spiele-Verlag Electronic Arts startet Abo für PC-Games.

Electronic Arts führt ein Abo für Computerspiele nach dem Netflix-Vorbild ein. Der zweitgrößte US-Spiele-Publisher bietet Kunden für 15 Dollar im Monat oder 100 im Jahr Zugriff auf rund 100 Spiele. Top-Games wie "Battlefield" oder "FIFA" kosten einzeln zwar 60 Dollar, ein Abo auf alles reduziert aber die Gefahr einzelner Ladenhüter. Das Abo von EA gilt zunächst nicht für die Spielekonsole-Plattformen PlayStation und Xbox.
wsj.com (Paid), pcgames.de

Marktforscher: Netflix überholt Sky in Deutschland bis Ende 2018.

Netflix könnte in Deutschland bis Ende 2018 mehr Abonnenten haben als Sky, errechnet Mark Bradford, Chef des Londoner Marktforschers Cirkus. Bei einem Wachstum von 20 % werde Netflix bis Ende des Jahres 5 Mio zahlende Kunden erreichen. Sky hat in Deutschland und Österreich derzeit 5,2 Mio Abonnenten. Netflix selbst nennt keine Zahlen für einzelne Länder.
sueddeutsche.de

Porträt: Arbeitsweise von Politico Europe ist umstritten.

Politico Europe löst Kritik anderer Journalisten aus, indem das Portal seine Exklusiv-Infos teils nur an seine Abonnenten weitergibt und nicht die Öffentlichkeit informiert, berichtet Sandro Schroeder. Ein anderer Kritikpunkt sei, Politico Europe lasse sich von der EU-Kommission als Sprachrohr instrumentalisieren. Erst 2019 soll das Gemeinschaftsunternehmen von Springer und Politico kostendeckend arbeiten.
deutschlandfunk.de (6-Min-Audio)

New York Times zählt 400.000 Kreuzworträtsel-Abonnenten.

New York TimesNew York Times hat über 400.000 Digital-Abonnenten für sein Kreuzworträtsel, meldet der Verlag. Damit habe sich die Zahl innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Für 2,50 Dollar monatlich oder 14,75 Dollar Jährlich erhalten Nutzer geräteübergreifend Zugang zur Online-Version des tagesaktuellen Kreuzworträtsels sowie zu einem Rätselarchiv mit weiteren Spielen.
dnw-online.net

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Abo- und Community-Modelle neu denken
Am 21. Juni 2018 führt die Digital Innovation Tour Berlin im Tour-Bus zu interessanten Stationen wie z.B.: Glossybox und Readly. Bei der Tour erfahren Sie zusätzlich, wie das Membership-Angebot vom Handelsblatt Wirtschaftsclub funktioniert und wovon sich Neukunden in Zukunft überzeugen lassen. Jetzt anmelden!

Klingelton-Verkäufer Jamba ist immer noch aktiv.

Jamba war in den 2000er Jahren der Marktführer für mobile Inhalte wie Klingeltöne, Handyspiele oder Bildschirm-Hintergründe - und existiert zur Überraschung von Denise Fernholz immer noch. Zu Hochzeiten 2006 verkaufte Jamba 13 Mio Klingeltöne, 2014 waren es weniger als 1 Mio, Tendenz stark fallend. Die von den Samwer-Brüdern gegründete Firma hat Nervtöter wie den Crazy-Frog und Taschendgeldfallen wie das "Spar-Abo" hervorgebracht. Die Überreste von Jamba gehören heute zu Freenet Digital.
stern.de

Zitat: Sebastian Matthes glaubt nicht an rein werbefinanzierten Journalismus.

"Es war ein Fehler, dass die gesamte Branche so lange dem Mantra gefolgt ist, dass Inhalte im Internet kostenlos sein müssen. Letztlich war die ganze Gratiskultur im Internet ein Fehler."

"Handelsblatt"-Digitalchef Sebastian Matthes sagt, Inhalte, die im kostenlosen Bereich der Zeitung klickstark seien, kämen bei digitalen Abonnenten mitunter viel schlechter an. Sie erwarteten "etwas anderes als Royal-Wedding-Berichterstattung". Matthes glaubt, hochwertiger Journalismus lässt sich immer weniger rein werbefinanzieren, sei "einfach zu teuer."
meedia.de, turi2.de (Background)

YouTube startet Bezahldienste neu, einen für Musik, einen für Videos.

YouTube startet seine Bezahlangebote neu, schreibt Peter Kafka: YouTube Red fällt weg, dafür gibt es künftig YouTube Music für 10 Dollar mit werbefreien Musikvideos, Downloads und anderen Funktionen. Für 12 Dollar bietet YouTube Premium zusätzlich auch alle anderen Videos werbefrei und zusätzlich eigenproduzierte Sendungen. Die neuen Dienste sollen bereits am kommenden Dienstag starten.
recode.net

Zitat: Oliver Schröm sagt, man könne sich Geldgeber nicht immer aussuchen.

"Man kann sich seine Finanziers nicht immer aussuchen, so ist es leider."

Correctiv-Chefredakteur Oliver Schröm sagt auf der Republica, man müsse sich vom Gedanken verabschieden, dass es nur gute Geldgeber gibt. Fast alle Zeitungen seien von Anzeigen, Mäzen oder Stiftungen abhängig.
youtube.com (61-Min-Video, Zitat ab Min 29)

"Spiegel" startet Planestream, ein Netflix für Flugzeug-Gucker.

Spiegel-Gruppe schickt ein Netflix für Flugzeug-Fans auf die Startbahn: Planestream bündelt Videos und Live-Inhalte rund um die Luftfahrt. Das Monatsabo kostet nach einem Gratismonat 6,99 Euro, in Full-HD-Auflösung 11,99 Euro. Planestream produziert selbst und sammelt u.a. Spiegel-TV-Reportagen und Videos von Cockpit-Mitflügen. Der Streaming-Dienst ist Teil der Spiegelverlag-Tochter Media2Grow.
spiegel.de, planestream.de

"Sächsische Zeitung" zieht eine Paywall hoch.

Sächsische Zeitung führt schrittweise eine Paywall ein, schreibt flurfunk-dresden.de. Demnach will die Lokalzeitung Einnahmen im Netz vor allem über Inhalte generieren und die Reichweite in den Hintergrund rücken. Einen festen Stichtag oder Zeitplan soll es noch nicht geben. Chefredakteur Uwe Vetterick sagt, die Perspektiven für Print seien absehbar – noch habe das Blatt aber Spielraum zu handeln.
flurfunk-dresden.de

Sky will sich als Plattform für weitere Partner öffnen.

Sky könnte neben Netflix noch weitere Dienste auf seiner Plattform Sky Q integrieren, deutet Vorstandschef Carsten Schmidt an. Kunden sollten die Plattform nicht verlassen müssen, wenn sie Unterhaltung suchen. Schmidt will Sky "jünger, weiblicher, urbaner" machen und definiert den Sender nicht mehr über Fußball – etwas unfreiwillig, weil Sky zuletzt Übertragungsrechte verlor.
"Süddeutsche Zeitung", S. 25 (Paid), turi2.de (Background)

Plattform Sky Q startet Anfang Mai.

Sky startet seine Plattform Sky Q am 2. Mai in Deutschland und Österreich. Teil der Plattform werden Netflix und die Mediatheken von ARD und ZDF. Wie bei anderen Streaming-Portalen sollen Kunden Serien über Geräte hinweg dort weiterschauen können, wo sie zuvor aufgehört haben. Pro Account sind drei Fernseher und zwei Mobilgeräte erlaubt. Im Laufe des Jahres sollen eine eigene Soundbox und Sprachsteuerung das Angebot ergänzen.
horizont.net, dwdl.de

"Handelsblatt"-Chefredakteur Sven Afhüppe hat den digitalen Durchbruch vor Augen.

Handelsblatt plant bis Jahresende, mehr Digital- als Print-Abonnenten zu bedienen. Chefredakteur Sven Afhüppe sieht die App als Treiber für die digitale Auflage. Im 4. Quartal 2017 kam das "Handelsblatt" auf 44,6 % E-Paper-Anteil bei den Abos. Afhüppe verspricht, Print-Fans auch künftig nicht als Kunden zweiter Klasse zu behandeln.
medienpolitik.net

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Handelsblatt"-Chef Sven Afhüppe im Strategie-Gespräch.

Zitat: Dorothee Bär verspricht Gra­tis-Wlan bei Bundesbehörden.

"Als Kind habe ich frü­her auf einer Berg­hüt­te als erstes nach Limo und Pom­mes gefragt, die Kin­der heu­te fra­gen zuerst nach WLAN."

Digital-Staatsministerin Dorothee Bär will auf heutige Ansprüche reagieren und verspricht den Bürgern im "BamS"-Interview Gra­tis-Wlan bei Bun­des­be­hör­den.
"Bild am Sonntag", S. 4 (Paid), bams.de (Vorabmeldung)

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Schü­ler brau­chen heu­te vor allem drei Din­ge: ein Tablet, ihre Sport­sa­chen und das Schul­brot."

"Ich hat­te bis zum Abitur den schwe­ren Diercke-Welt­at­las aus den 80er Jah­ren. Dar­in gab es noch zwei Deutsch­lands, ein Jugo­sla­wi­en und eine Sowjet­uni­on. Bes­ser die Schü­ler lesen Goe­thes Faust auf dem Tablet als irgend­ei­nen Schund auf Papier."


"Alle Behör­den müs­sen alle Dienst­leis­tun­gen auch digi­tal anbie­ten – rund um die Uhr. Das will ich in die­ser Wahl­pe­ri­ode durch­set­zen."

Streamingdienst Deezer: Wie aus Daten ein Musik-Programm wird.


Team Stream aus Berlin: Mitten in der Hauptstadt entsteht ein Musik-Programm für Millionen. Der französische Streamingdienst und Spotify-Konkurrent Deezer beschäftigt hier Mitarbeiter, die Playlists basteln. turi2.tv guckt Musikredakteurin Simone Schiborr mit der Kamera über die Schulter: Die Musik-Wissenschaftlerin schaut auf ein Meer aus Daten – und baut daraus neue Programme. Content-Chef Richard Wernicke sagt: "Man muss den Konsumenten bei dem Übermaß an Titeln an die Hand nehmen."

Redakteurin Simone Schiborr tut das jeden Tag. Sie pflegt etwa eine "Neue Hits"-Playlist, der mehr als 5,5 Mio Fans folgen. Besonders beliebt auch: Die Liste mit den besten Deutschrap-Titeln. Schiborrs persönlicher Favorit ist ihre Chill-Out-Playlist. Gerade weil Musik so persönlich ist, braucht es ein individuelles Angebot. Nutzer zahlen monatlich 10 Euro, eben weil sie genau das bekommen, was sie mögen, sagt Richard Wernicke: "Man macht Hörer zu Kunden, indem man ihnen ein maßgeschneidertes Angebot liefert."

Deezer macht den eigenen Redakteuren aber zunehmend Konkurrenz durch eine selbst entwickelte, lernende Technologie. "Flow" heißt die Playlist, die Nutzern ihre Lieblingsmusik automatisch auswählt. "Der Algorithmus bietet jedem Nutzer eine maßgeschneiderte, endlose Playlist – basierend auf den jeweiligen Hörgewohnheiten", erläutert Wernicke. Je mehr ein Nutzer also liked, disliked und weiter schaltet, desto schlauer wird der Algorithmus – und anders ausgedrückt: desto weniger werden menschliche Redakteure benötigt.
turi2.tv (6-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Digitalkiosk Selectyco macht dicht.

Selectyco-150Selectyco schließt, der Digitalkiosk aus Österreich trägt sich wirtschaftlich nicht. Zu den Kunden zählten u.a. die "Salzburger Nachrichten" und der "Falter", aus Deutschland "Solinger Tageblatt" und "Remscheider General-Anzeiger". Selectyco hat u.a. mit Blendle und Read-it konkurriert. Gründer Alfonso Thurn und Taxis sagt, das Feedback der Leser sei sehr gut gewesen, die Verlage hätten für einzelne Artikel aber häufig zu viel verlangt. Die Technologie des Digitalkiosks will er verkaufen.
derstandard.at, turi2.de (Background)

"Ibbenbürener Volkszeitung" verkauft Online-Abos für Themengebiete.

Ibbenbürener Volkszeitung verkauft Online-Abos für einzelne Themengebiete. Auf ivz-themenwelten.de finden Nutzer acht verschiedene Rubriken wie "Blaulicht & Verkehr", "Lokalsport", "Vereinsleben" oder "Veranstaltungen & Kultur". Jedes Themenabo kostet monatlich 3 Euro, das Komplettangebot gibt es für 15 Euro. Die Artikel auf der regulären Website der Lokalzeitung sind nur für Print-Abonnenten zugänglich.
sueddeutsche.de

Zitat: Dorothee Bär appelliert an Verlage, Paid Content einfacher zu gestalten.

"Google bietet den Verlagen natürlich ein hohes Maß an Sichtbarkeit und einen wichtigen Kanal, um Leser zu erreichen. Sonst würden sich die Verlage doch von Google zurückziehen."

Dorothee Bär, künftige Digital-Staatsministerin, begründet, weshalb sie das Leistungsschutzrecht ablehnt und fordert die Verlage auf, zeitgemäße Geschäftsmodelle zu entwickeln. Einzelne Artikel zu kaufen, sei heute immer noch zu kompliziert, sagt die Politikerin im Interview mit der "Welt".
welt.de

Weiteres Zitat aus dem Interview:
"In der Technik sind wir wirklich gut, aber wir sind zu satt, wir sind ein Wohlstandsland."

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Digital Content monetarisieren: Best Practices auf der Fachkonferenz #mmm18
Nutzen Sie Ihre Chance am 16.04. zum Erfahrungsaustausch mit knapp 20 Experten von Laurent Burst (REPUBLIK), Dr. Markus Dömer (Carlsen), Hans Evert (upday), Matthias Mehner (WhatsBroadcast), Lisa Stadler (derStandard.at) bis Niko Thielsch (adjust / MMA Germany). Jetzt Ticket sichern!

Hör-Tipp: Telekom Entertain TV setzt auf deutsche Eigenproduktionen.

Hör-Tipp: Wolfgang Elsäßer, TV-Chef der Telekom, spricht im Serienjunkies-Podcast über die Strategie von Entertain TV. International kaufe die Telekom alles ein, "was für uns erwerbbar ist", bei Eigenproduktion setze er stark auf deutsche Inhalte. Elsäßer freut sich zwar über kreative Ideen, bevorzugt aber, "dass wir die Inhalte finden". Die Eigenproduktionen und Exklusiv-Serien auch unabhängig von einem Telekom-Anschluss anzubieten, plane der Konzern momentan nicht.
serienjunkies.de (9-Min-Audio)

Barbara Hans: Spiegel Online hat 2017 Rekord-Gewinn gemacht.

Spiegel Online hat noch nie so viel Geld verdient wie 2017, sagt Spiegel-Online-Chefin Barbara Hans bei ihrer Auszeichnung zur Chefredakteurin des Jahres. Für den Erfolg von Medien sei der einzelne Text entscheidend. "Wir müssen uns mehr Mühe geben. Das wird den Journalismus besser machen", sagt sie laut Teilnehmern der Veranstaltung.
twitter.com, twitter.com

Eine Redaktion, zwei Marken: Wie "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" im gemeinsamen Newsroom entstehen.


BoulevaRegionalzeitung: DuMont hat in Berlin eine ungewöhnliche Redaktion etabliert. Ein gemeinsames Team erstellt das Abo-Blatt "Berliner Zeitung" und den Boulevard-Titel "Berliner Kurier". Chefredakteur Jochen Arntz zeigt in der turi2.tv-Videoreportage, wie das funktioniert. Nach Personal-Abbau und vollzogener Vereinigung kündigt er neue Bezahl-Apps und Newsletter an.

150 Mitarbeiter zählt die Redaktionsgemeinschaft, ansässig direkt an der alten Zonengrenze zwischen Kreuzberg (West) und Mitte (Ost), geleitet die vom Dreigestirn Arntz, Elmar Jehn und Thilo Knott. Arntz verschweigt nicht, dass die Zusammenlegung keine Liebeshochzeit war. Eine Redaktion müsse "wirtschaftlich sein", sagt er, was so viel heißt wie: Auf dem turbulenten Berliner Zeitungsmarkt war Sparen angesagt. Viele Mitarbeiter mussten im Zuge der Zusammenlegung gehen. Arntz versucht es positiv zu nehmen: "Wir haben eine Redaktion neu aufbauen können - von der Technik und den Arbeitsabläufen her."

Im Alltag gibt es nun gemeinsame Ressorts, aus denen sowohl lange "Berliner Zeitung"-Stücke wie auch knallige "Kurier"-Schlagzeilen kommen – für die Zeitungen und die digitalen Kanäle. Arntz sagt, dass alle voneinander profitieren, fügt jedoch hinzu: "Wir haben unsere Dinge zusammen geworfen, wissen aber auch, wann wir sie wieder trennen müssen." Anders gesagt: Der "Kurier" beschäftigt sich häufiger mit den Schönheiten des weiblichen Körpers, die "Berliner Zeitung" widmet sich den schönen Künsten eher im Feuilleton.

Trotz aller Unterschiede startet der Berliner Newsroom nun auch gemeinsame Produkte. Ohne großen Rummel kam Ende 2017 die App Best of Berlin in die Stores. Sie bereitet täglich zehn Themen in anspruchsvoller Mobil-Ansicht auf; nach 30 Testtagen kostet sie 4,99 Euro. Arntz linst wie die Kollegen vom "Tagesspiegel" auf die Zielgruppe der Entscheider. Er sieht noch Potenzial für neue Spezial-Bezahlangebote, wie etwa Newsletter.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Auch bei turi2.tv: Jochen Arntz zeigt die Sonderausgabe der "Berliner Zeitung" zum Mauer-Jubiläum.

"Tagesspiegel" will eine Paywall einführen.

Tagesspiegel will 2018 Paid Content einführen. Der Verlag plant noch sein neues Konzept, Details sind unbekannt. Geschäftsführer Florian Kranefuß sieht die Steigerung der E-Paper-Auflage als Beleg für die Zahlungsbereitschaft der Leser. Bislang setzte das Berliner Blatt darauf, online mit seinen überregionalen Inhalten vor allem Leser außerhalb Berlins zu erreichen.
tagesspiegel.de, turi2 - eigene Infos

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SÜDDEUTSCHE ZEITUNG gewinnt mit SZ Plus: Die SZ ist mit 357.918 verk. Exemplaren (IVW IV/17) weiterhin der mit Abstand stärkste Titel unter den Qualitäts-Tageszeitungen. Gegen den Trend entwickelt sich die Aboauflage stabil. Grund ist der kontinuierliche Aufwärtstrend des E-Papers (+24,5 % ggü. Vorjahresquartal) und die stabile Entwicklung des Wochenendes.
sz.de

Klaus Brinkbäumer denkt laut Renner über englischsprachigen "Spiegel" nach.

Spiegel: Chefredakteur Klaus Brinkbäumer wärmt die Überlegungen für eine englischsprachige "Spiegel"-Ausgabe auf, schreibt Kai-Hinrich Renner. Schon Stefan Aust hatte 2007 diese Idee, die aber an den hohen Kosten für Druck und Vertrieb scheiterte. Heute könnte eine englischsprachige Ausgabe als E-Paper erscheinen, zudem will Brinkbäumer laut Renner auch nicht alle Artikel übersetzen lassen, sondern nur die mit internationaler Relevanz. Noch sei das das Projekt aber nicht entscheidungsreif.
abendblatt.de

Zitat: Barbara Hans kritisiert Planlosigkeit, die im Eiltempo kaschiert wird.

"Der Aktionismus, den man in unserer Branche beobachten kann, lenkt manchmal von der eigenen Ratlosigkeit ab."

Chefredakteurin Barbara Hans baut bei Spiegel Online auf klare Prioritäten und hat nicht den Anspruch, alles alleine zu bestimmen.
horizont.net

Weitere Zitate:

"Digitalem Journalismus wird fälschlicherweise oft unterstellt, die Schnelligkeit führe automatisch zu Oberflächlichkeit. Das Gegenteil ist der Fall, was aber nur dann gut funktioniert, wenn man sich die Zeit nimmt, zu reflektieren, was man eigentlich macht und was man will."

"Visualität, Audio, Paid Content und Audience Development sind die zentralen Themen für Spiegel Online."

"Höher, schneller, weiter, lauter mag kurzfristig funktionieren, zu Spiegel Online passt das nicht."

Aus dem Archiv von turi2.tv: Barbara Hans kündigt im Juli 2017 neue SpOn-Podcasts an.

"PV Digest": Umsätze mit Paid Content betragen in Deutschland jährlich 320 Mio Euro.

PV Digest schätzt die Umsätze mit Paid Content in Deutschland und kommt zum Ergebnis, sie seien in den letzten 12 Monaten um 16% auf jährlich 320 Mio Euro gestiegen. Neben E-Paper-Ausgaben von Printheften berücksichtigt das Modell auch Paywalls, Apps und Vertriebsplattformen von Drittanbietern. Fast 80% der Umsätze kommen von Paid-Content-Angeboten der Tageszeitungen. Alle deutschen Publikumszeitschriften zusammen generieren laut "PV Digest" weniger digitale Bezahlumsätze als die sechs überregionalen Tageszeitungen.
pv-digest.de (Kurzanalyse)

Ein nicht genannter Inhalteanbieter verdient mit Laterpay im Dezember 50.000 Euro.

Laterpay zahlt "einem grossen deutschen Inhalteanbieter" mehr als 50.000 Euro für Artikelverkäufe im Dezember aus, schreibt Laterpay-Chef Cosmin Ene bei Twitter. Das sei ein Meilenstein, der zeige, dass Journalismus im Netz sich mit einem guten Bezahlmodell rechne.
Es könnte sich um Spiegel Plus handeln, im Sommer meldete Laterpay 3 Mio verkaufte Spiegel-Plus-Texte innerhalb eines Jahres.
twitter.com, turi2.de (Background Spiegel Plus)