Paid Content ist der Versuch der Verleger, dem Online-Journalismus ein Preisschild anzuheften. lexikon2.de

Video und Paid Content: "Handelsblatt"-Digitalchef Sebastian Matthes im Strategie-Gespräch.


Sendungsbewusst: Digitalchef Sebastian Matthes führt das "Handelsblatt" mit Bewegtbild und Bezahlinhalten in die Zukunft. Beim Besuch von turi2.tv im TV-Studio in Düsseldorf erzählt Matthes sichtlich stolz, dass es bereits 30 bis 40 Kollegen vor die Kamera gezogen hat. Trotz professioneller Anmutung will Matthes keinem TV-Sender Zuschauer abjagen: "Wir wollen unseren Lesern die Gelegenheit geben, die Kolleginnen und Kollegen noch mal anders zu erleben."

Video-Interviews und Expertengespräche, die hier entstehen, erscheinen genauso selbstbewusst hinter der "Handelsblatt"-Paywall wie Texte aus der gedruckten Zeitung. Seit fünf Monaten bittet die Online-Ausgabe schon nach wenigen kostenfreien Klicks die Leser zur Kasse – laut Matthes mit Erfolg: Die Zahl der pro Monat neu gewonnenen Bezahlnutzer habe sich im Vergleich zum Vorjahr um 100 % gesteigert. Und auch größere Reichweitenverluste von Handelsblatt.com seien ausgeblieben. Schwankungen schiebt Matthes eher auf saisonale Effekte als die Paywall.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

FAZ startet Einsteiger-Flatrate F+.


Kleine Summen für kluge Köpfe: Die "FAZ" startet ihr bereits angekündigtes Flatrate-Modell F+. Für zunächst 2,95 Euro pro Woche, also 11,80 Euro im Monat, bekommen die Nutzer Zugriff auf alle Artikel von faz.net, die hinter der Paywall liegen. Das sind nach eigenen Angaben mehr als 500 Texte pro Monat. Die ersten 30 Tage sind kostenlos. Ab dem zweiten Jahr kostet das Abo 4,95 Euro pro Woche. Bei Nichtgefallen können die Leser F+ jederzeit kündigen.

Auf das E-Paper von "FAZ" und "FAS" haben die Nutzer des Billig-Abos keinen Zugriff. F+ ist nicht zu verwechseln mit dem Angebot, das bis Mitte September noch "FAZ plus" hieß und eine Browser-Version der gedruckten Zeitung bietet. Dieses Angebot heißt inzwischen FAZ Edition.
faz.net, turi2.de (Background)

Zitat: Frank Dopheide will Preisschilder auf alle Handelsblatt -Produkte kleben.

"In dem Moment, wo du billig wirst ... they never come back. Wenn du eine Premiummarke verschenkst, kriegst du sie nie wieder auf die Kö."

Handelsblatt-Chef Frank Dopheide erläutert im turi2.tv-Interview, warum die Zeit der Gratiskultur vorbei ist. Auch das Morning Briefing soll "demnächst" etwas kosten.
turi2.tv (Dopheide über Paid Content)

"Wir sind von Monarchie auf Demokratie gewechselt (...) vom System Leitwolf auf Schwarmintelligenz."
turi2.tv (Dopheide über die Post-Steingart-Ära)

"Wir werden uns vom Reichweitenmodell langfristig verabschieden. Wir gehen weg von B2B hin zu B2P, dem Professional."
turi2.tv (Dopheide über seine Strategie)

"Die Messgröße lautet: Jeder Leser spürt den Wert und dokumentiert es dadurch, dass er irgendwas bezahlt."
turi2.tv (Dopheide über kostenpflichtiges Morning Briefing)

"Zur Information muss Qualifikation kommen, weil Journalisten mit ihren Fähigkeiten, auf Aktualität zu reagieren, Inhalte aufzubereiten, vielen überlegen sind."
turi2.tv (Dopheide über den Weg zum Bildungsunternehmen)

"Ideenreichtum ist unser Asset für die Zukunft. Es ist nicht Effizienzstreben, Abschneiden, Verpacken in größeren Einheiten – wir glauben, mit Ideenreichtum erfinden wir uns selbst neu."
turi2.tv (Dopheide über seine Prioritäten)

Sky erobert die Premier League von Dazn zurück.


Sky flying high: Der Bezahlsender schafft den Anti-Brexit und erobert die Übertragungsrechte an der britischen Premiere League zurück. Derzeit überträgt die Streaming-Plattform Dazn, die sich mit tiefen Taschen ein breites Portfolio zusammengekauft hat. Die Premier League ist ein Aushängeschild, läuft ab der kommenden Saison aber wieder für drei Jahre bei Sky.

Der Deal gilt für Übertragungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Er umfasst TV, Web und Mobile. Sky kann außerdem Ausschnitte in seinem Nachrichten-Kanal sowie frei auf seiner Website zeigen. Nicht-Kunden können per Sky Ticket Zugang zu einzelnen Spielen kaufen. Dazn fehlt damit künftig die Liga des Fußball-Mutterlandes, die zugleich Heimatliga der eigenen Mutter ist: Dazn gehört der britischen Perform Group.
dwdl.de, presseportal.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Ralph Fürther: Sky stellt sich breiter auf für die Duelle mit Netflix und Amazon.

Ralph Fürther: Sky stellt sich breiter auf für die Duelle mit Netflix und Amazon.

Alte Feinde, neue Verbündete: Der Bezahlsender Sky macht Schluss mit alten Fehden und nimmt neue Gegner ins Visier. Kommunikationschef Ralph Fürther sagt im turi2.tv-Interview anlässlich des Free-TV-Starts von Babylon Berlin, dass ARD und ZDF längst nicht mehr die Konkurrenz für den Pay-Sender sind. Die neue Serie ist die erste Co-Produktion zwischen Sky und der ARD, die Zusammenarbeit habe hervorragend funktioniert und könne Vorbild für weitere sein. Gefährlicher als die Wettbewerber auf dem deutschen Markt schätzt Fürther die Konkurrenz durch Netflix und Amazon ein. "Es braucht gute Kooperationen, um weiterhin Premium-Rechte erwerben zu können", sagt Fürther.

Sky hat die teuerste deutschsprachige Serie als erstes zeigen dürfen, satte zwölf Monate vor der ARD-Premiere. Als heimlicher Gewinner der Kooperation will er trotzdem nicht gelten: "Es gibt nicht 'den Gewinner'", sagt Fürther und gibt sich überzeugt, dass die Serie nicht nur ein Erfolg für Sky wird, sondern auch in der ARD. Fürther denkt indes schon weiter: Die zweite Staffel der Serie ist bei Sky bereits gelaufen, die Dreharbeiten für die dritte beginnen im November.
turi2.tv (4-Min-Interview)

"Das lineare Programm öffnen": Degeto-Chefin Christine Strobl über die Strategie hinter "Babylon Berlin".


Alte und neue Welt: Degeto-Chefin Christine Strobl verantwortet für die ARD das Prestige-Projekt "Babylon Berlin". Die Kooperation mit dem Bezahlsender Sky feiert am Abend Free-TV-Premiere auf dem "Tatort"-Sendeplatz und soll, so erzählt Strobl im Video-Interview mit turi2.tv, vorbildhaft sein für weitere Produktions-Partnerschaften. Jetzt müsse die Serie aber "erstmal den Beweis antreten, dass sie auch bei uns funktionieren". Partner Sky durfte die Serie zuerst im Pay-TV zeigen.

Um sich solche große Produktionen leisten zu können, ohne auf Klassiker wie den "Tatort" verzichten zu müssen, ist die Degeto-Chefin offen für weitere Kooperationen, "wenn jeder den anderen in seiner Spielwiese leben lässt." Strobl plädiert dafür, bei der Suche nach Kooperationspartnern die Scheuklappen abzulegen und schließt auch eine Zusammenarbeit mit RTL "oder sogar dem ZDF" nicht aus. Im Gespräch am Rande des Come Togethers der ARD ZDF Medienakademie verrät Strobl außerdem, was eine Serie für sie braucht, damit sie nicht mehr abschalten kann: gute Charaktere.
turi2.tv (4-Min-Interview auf YouTube)

Bundesliga: Sky zeigt Eurosport-Spiele in Sportbars bis einschließlich der Saison 2020/21.

Discovery und Sky kooperieren bei der Ausstrahlung von Bundesliga-Spielen. Sky Sport- und Hotelbars können über den Discovery-Kanal Eurosport 2 HD Xtra insgesamt 40 Bundesliga-Spiele zeigen, darunter u.a. 30 Freitagsspiele. Gastronomen können Spiele im Gegenzug nicht mehr über den Eurosport Player für Privatpersonen senden, was eine Preissteigerung von 50 Euro im Jahr auf mindestens 60 Euro im Monat bedeutet, wie DWDL berichtet.
discovery-networks.de, dwdl.de

Funke trennt Reichweiten-Portale und Zeitungs-Websites.


Neues Digital-Menü: Die Funke Gruppe schraubt an der Struktur ihrer Digitalangebote. Künftig sollen die Online-Seiten der Lokalzeitungen, u.a. Abendblatt.de und Morgenpost.de, verstärkt für Paid Content trommeln. Die neuen Abos sollen technisch unkompliziert und auch für kurze Zeit möglich sein. Technische und inhaltliche Unterstützung sollen die Markenportale aus der Digital-Einheit der Zentralredaktion in Berlin erhalten, etwa bei Datenprojekten. Carsten Erdmann leitet die Truppe und soll als "Impuls- und Taktgeber" für alle Digitalangebote wirken.

Die Reichweitenportale DerWesten.de, Thüringen24, news38 werden künftig zentral aus Essen gesteuert. Leiterin ist Marie Todeskino, die bereits als Chefredakteurin von DerWesten.de wirkt. Vom Umbau betroffen sind laut Funke konzernweit rund 30 Mitarbeiter aus den Verlagsbereichen und der Technik. Geschäftsführer Andreas Schoo deutet in der Pressemitteilung an, dass es inhaltliche Änderungen gibt: "Funke Digital hat bisher unzählige Wunschmenüs angeboten, jetzt werden wir nur noch eine Handvoll Speisen zur Auswahl stellen."
funkemedien.de

"Spiegel" zieht nach drei Monaten eine positive Bilanz zu Spiegel Plus.

Bezahlen, was ist: Der "Spiegel" bewertet sein neues Paid-Content-Modell Spiegel+ drei Monate nach dem Start deutlich positiv. Im "Spiegel"-Entwicklerblog schreibt Stefan Ottlitz (früher Plöchinger), Leiter der Produktentwicklung, die Ergebnisse nach drei Monaten lägen "weit über den Businessplänen". 13.500 zusätzliche Abonnenten habe der "Spiegel" gewonnen, außerdem 10.000 Probe-Abonnenten. Den überwiegenden Teil der neuen Abos wickle der Verlag über sein eigenes Bezahlsystem ab. Über iOS verbuche der "Spiegel" deutlich mehr Abos als über Android. Neukunden generiere der Verlag mit relativ geringen Mitteln zuverlässig, indem er einzelne Artikel auf Facebook und Instagram bewerbe.

Mit bestehenden Abonnenten zähle der "Spiegel" nun 94.500 Nutzer mit Zugriff auf das kostenpflichtige Digitalangebot. Darunter seien etwa 5.000 ehemalige Spiegel-Daily-Nutzer sowie gut 31.000 bisherige Abonnenten der Digital-Ausgabe und weitere 35.000 Kombi-Bezieher. Ende Mai hatte der "Spiegel" sein neues Bezahlmodell vorgestellt. Seitdem bietet er eine Digital-Flatrate für rund 20 Euro pro Monat, die alle Bezahlinhalte auf Spiegel Online sowie die Digitalausgabe des Magazins umfasst.
medium.com, turi2.de (Background Bilanz nach dem ersten Monat), turi2.de (Start von Spiegel+)

Buzzfeed testet freiwilliges Bezahlmodell.

Buzzfeed testet in Kooperation mit Google ein freiwilliges Bezahlmodell. Nutzer werden aufgefordert, einen selbst gewählten Betrag zu zahlen, um umfangreiche Berichterstattung zu finanzieren. Die Inhalte bleiben frei zugänglich. Bei Erfolg des Modells könnte Buzzfeed zusätzliche Funktionen für Abonnenten anbieten. Bei der technischen Umsetzung hilft Google im Rahmen seiner News Initiative.
digiday.com

TV-Piraterie verursacht Umsatzeinbußen und Steuerausfälle im Mio-Bereich.

TV-Piraterie: 1,9 Mio Deutsche nutzen regelmäßig illegale Live-TV-Streams, insbesondere Sport, sagt ein Gutachten des Lobbyverbands Vaunet. Hauptgrund seien zu hohe Kosten legaler Angebote. Durch die illegale Nutzung entgingen den TV-Anbietern mehr als 430 Mio Euro Umsatz pro Jahr. Hinzu kämen Steuerausfälle von bis zu 170 Mio Euro. Den höchsten Anteil illegaler Nutzung machen junge Männer zwischen 18 bis 23 Jahren aus.
presseportal.de, vau.net (Details)

Sky Sport News HD plant Konkurrenz-Format zum "Fantalk" von Sport1.

Champions League: Sky startet zur neuen Saison auf seinem Free-TV-Sender Sky Sport News HD die Sendung "Champions Corner" mit Moderator Florian Schmidt-Sommerfeld. Die Sendung läuft ähnlich wie der "Fantalk" von Sport1 ohne Live-Bilder, der Live-Kommentar aus der Sky-Konferenz soll jedoch regelmäßig eingespielt werden. Die Sendung läuft dienstags und mittwochs von 20:45 Uhr bis 23:00 Uhr. Als Experten an Bord sind Mirko Slomka sowie Margot Dumont, Reporterin von beIn Sports in Frankreich.
dwdl.de

"manager magazin" startet neues Digitalangebot und erhöht den Heftumfang.

manager magazin startet Ende September das Online-Bezahlangebot "Manager Magazin Premium", schreibt Gregory Lipinski. Wie beim Verlags-Flaggschiff "Spiegel" können Abonnenten das komplette Heft online lesen, ergänzt um weitere Inhalte. Das Abo soll monatlich kündbar sein und etwa 9 Euro kosten. Das Heft wächst um vier bis acht Seiten. Das Format verkleinert das "manager magazin" zeitgleich leicht, sodass es künftig so groß ist wie "Capital".
meedia.de

Meinung: Paywalls schränken Meinungsvielfalt ein.

Paywalls reduzieren für einige Bevölkerungsschichten den Zugang zu gesellschaftlichen Themen wie Rechtspopulismus und Klimawandel, schreibt Ilija Matusko, die das freiwillige Online-Bezahlmodell der "taz" betreut. Wer für Journalismus zahlen müsse, wähle zudem am ehesten Medien, die dem eigenen Weltbild entsprechen, was den gesellschaftlichen Diskurs einschränke.
taz.de

"Hamburger Abendblatt" soll online künftig vor allem Abo-Abschlüsse erzielen.


Kasse statt Masse: Funke ändert die Online-Strategie beim "Hamburger Abendblatt", schreibt Gregory Lipinski. Künftig soll die Redaktion nicht an erster Stelle Reichweite erzielen. Vielmehr sollen die Inhalte Aboabschlüsse generieren. Dafür will Funke stärker auf tiefgründige und investigative Inhalte setzen. Widersprüchliche Aussagen gibt es darüber, ob die neue Strategie auch mit einem Umbau der Redaktion einhergeht.

Das "Hamburger Abendblatt" soll das neue Modell stellvertretend für alle Funke-Titel testen. Bei Erfolg will der Verlag es auf seine weiteren Titel übertragen. Inspiration für die veränderte Art der Qualitätsmessung könnte Netflix geliefert haben. Der Streaminganbieter bemisst den Erfolg seiner Inhalte danach, wie viele neue Abos ihnen zuzuordnen sind. Dafür setzt Netflix allerdings auf deutlich mehr Daten.
meedia.de

Musik-Streaming übersteigt den Umsatz von CDs.

Audio-Streaming überholt im ersten Halbjahr 2018 erstmals den Umsatz von Audio-CDS, sagt der Bundesverband Musikindustrie. Spotify und Co machen inzwischen 47,8 % des Gesamt-Umsatzes von 727 Mio Euro aus, ein Zuwachs von 35 %. Musik-CDs steuern nur noch 34,4 % bei, fast 25 weniger als Mitte 2017. Auch der Anteil von Downloads ist mit 8,5 % weiter rückläufig.
faz.net, musikindustrie.de

US-Handelskonzern Walmart plant einen eigenen Video-Streamingdienst.

Walmart will seinem Erzfeind Amazon mit einem eigenen Video-Streamingdienst Konkurrenz machen, schreibt The Information. Demnach soll das Angebot des US-Handelskonzern mit acht Dollar unter dem Preis von Amazon liegen und vor allem die Bevölkerung im zentralen Heartland der USA ansprechen. Helfen könnte bei der Umsetzung der Videodienst Vudu, den Walmart 2010 übernommen hat, aber nur bedingt erfolgreich betreibt.
theinformation.com (Paid) via heise.de, sueddeutsche.de

Netflix wächst langsamer als erwartet.


Das war wohl flix: Der erfolgsverwöhnte Streamingdienst Netflix enttäuscht mit seinen Bilanzzahlen fürs 2. Quartal die Analysten, der Aktienkurs bricht um 14 % ein. Jammern auf hohem Niveau heißt konkret: 43 % Umsatzzuwachs auf 3,9 Mrd Dollar, der Gewinn versechsfacht sich auf 384 Mio Dollar. Doch kritisch ist für Netflix die Zahl der Neukunden: Die Analysten hatten mit 6,2 Mio neuen, zahlenden Zuschauern gerechnet, Netflix verfehlt die Zahl um eine satte Mio. Im Heimatmarkt USA kam mit 670.000 Neukunden nur rund die Hälfte der erwarteten 1,2 Mio dazu.

Der stetige Zuwachs an Neukunden ist für Netflix deshalb so wichtig, weil der Videodienst immer mehr Geld für Eigenproduktionen ausgibt. 2018 will Netflix zwischen 7,5 und 8 Mrd Dollar in eigene Inhalte investieren. Zugleich schlägt Netflix ein immer stärkerer Konkurrenzdruck entgegen - und da sieht Netflix nicht nur Amazon und HBO, sondern nennt explizit auch ProSiebenSat.1. Insgesamt zählt Netflix derzeit 130 Mio Abonnenten weltweit.
dwdl.de, handelsblatt.com, meedia.de, techcrunch.com

Maroldt: Kombination von Fachnewsletter und Zeitung schafft Chancen.

Paid Content: Zusammenarbeit von Bezahl-Fachnewsletter Background und Tageszeitungs-Redaktion ist ein großer Vorteil, sagt "Tagesspiegel"-Chef Lorenz Maroldt im Interview mit Christian Meier und Stefan Winterbauer. Allein der Background-Newsletter über Energiethemen beschäftigt sieben Mitarbeiter. Die Paid-Content-Angebote deutscher Verlage seien im Schnitt zu teuer, meint Maroldt.
meedia.de (45-Min-Audio), turi2.de (Background)

Zitat: "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer glaubt an Zahlbereitschaft, wenn es einfach ist.

"Ich glaube, dass wir längst soweit sind, dass das Publikum willig ist, zu bezahlen, wenn es denn richtig überzeugende Inhalte sind, die man nicht kostenlos bekommt. Und wenn der Bezahlvorgang einfach ist."

"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer sagt im "Zapp"-Interview, dass zahlungswillige Leser sich durch ein Abo nicht "geknebelt" fühlen dürfen.
ndr.de/zapp (8-Min-Video)

Weitere Zitate aus dem Interview:

zur Konkurrenz mit ARD und ZDF:

"Ich mag Wettbewerb! Und ich finde auch den Wettbewerb mit den Öffentlich-Rechtlichen zunächst einmal sportlich. Ja, Gebühren, die garantiert hereinkommen, sind etwas anderes als ob ich Leser für ein Bezahlmodell gewinnen muss. Das ist nicht wirklich Chancengleichheit in allem, aber dann ist es auch so reguliert, dass es gut funktioniert.

"Ich würde niemals das öffentlich-rechtliche System angreifen wollen. Das hat sich bewährt!"

zur Kooperation von NDR, WDR und der "Süddeutschen Zeitung":

"Wenn Gebührengelder auf irgendwelchen Umwegen in Projekte fließen, die bei der "Süddeutschen" landen, dann sprechen wir von Quersubventionierung eines Zeitungsverlages. Das heißt aber nicht, dass wir nicht den sportlichen, journalistischen Wettbewerb mit der "Süddeutschen" aufnehmen."

Video-Tipp: Sky-Media-Chef Martin Michel gewinnt trotz Bundesliga-Schwund neue Nutzer.

Video-Tipp: Sky-Media-Geschäftsführer Martin Michel will den Pay-TV-Anbieter fit für die Zukunft machen und künftig lauter für die VoD-Nutzung trommeln. Bei einigen Serien erreicht der Sender online schon mehr Nutzer als über die TV-Verbreitung, sagt Michel im Video-Interview mit "Horizont" am Rande der Screenforce Days. Dass Sky nicht mehr alle Bundesliga-Spiele in voller Länge zeigen kann, weil das Kartellamt das verbietet, habe weder Nutzerzahlen noch Reichweite geschadet.
youtube.com (6-Min-Video)

YouTube lässt Influencer Premium-Abos für ihre Kanäle verkaufen.

YouTube lässt seine Influencer künftig exklusive Inhalte direkt zu Geld machen. Kanäle mit mehr als 100.000 Abonnenten sollen für 4,99 Dollar abonnierbar sein - bisher dürfen das nur ausgewählte Kanäle unter dem Namen Sponsorships. YouTube behält 1,50 Dollar des Betrags. Die Kunden bekommen u.a. exklusive Inhalte, zusätzliche Emojis und eigene Kommentarbereiche. YouTube aus den USA mit mehr als 10.000 Abonnenten können künftig Fanartikel direkt in ihrem Kanal verkaufen.
spiegel.de, zeit.de, googleblog.com (Ankündigung)

Studien: Paid Content funktioniert beim Streaming, noch nicht bei Nachrichten.

Paid Content legt beim Videostreaming massiv zu, ermittelt der Digitalverband Bitkom. 37 % der deutschen Internetnutzer streamen gegen Gebühr, vor einem Jahr nur 29 %. Bei Online-Nachrichten ist es grundsätzlich anders: Nur 8 % bezahlen gegenüber 7 % im Vorjahr, erhebt das Reuters Institute. In Norwegen hingegen zahlen schon 30 % für Nachrichten im Netz – unter anderem auch, weil es viel weniger Medienangebote und Gratis-Alternativen gibt.
bitkom.org (Streaming), dnv-online.net (Nachrichten)

Test: YouTube Music bietet tolle Suchfunktion, wirkt aber unfertig.

YouTube Music, Googles neuer Spotify-Konkurrent, punktet mit einer Suchfunktion als echtem Highlight, urteilt Andreas Proschofsky in einem Test. Auch Textpassagen finden den richtigen Song. Noch fehlten aber viele Funktionen, YouTube Music wirke noch unfertig, kritisiert Proschofsky. Audio und Video seien im Dienst gut miteinander verbunden.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie beim Spotify-Konkurrenten Deezer aus Daten ein Musik-Programm wird.

YouTube startet Musik-Streaming-Dienst und Bezahl-Angebot ohne Werbung.



Schöner streamen: YouTube startet einen Spotify-Konkurrenten und einen werbefreien Bezahl-Dienst in Deutschland. Nutzer finden auf YouTube Music gratis Musikvideos, Playlists und Live-Auftritte – für 10 Euro im Monat ist das Angebot werbefrei, kann im Hintergrund abgespielt werden und ist offline nutzbar. Mit YouTube Premium für 12 Euro im Monat bekommen Nutzer das Musik-Angebot plus sämtliche Videos ohne Werbung. Für Herbst kündigt YouTube erste deutsche Eigenproduktionen an.

Im Einzelnen:

YouTube Music vereint auf einer Plattform alle Musik-Angebote von YouTube. Die Start-Ansicht soll sich dynamisch der Nutzung und dem Standort des Nutzers anpassen. Wie bei Spotify oder Deezer gibt es Playlists. Nutzer sollen nach Musik googeln können, indem sie Stichworte oder ein Teil des Songtextes eingeben. Für 9,99 Euro im Monat kommt der Dienst ohne Werbung, läuft auf dem Handy im Hintergrund weiter. Außerdem können Nutzer Musik zum Beispiel vor einer Zugfahrt herunterladen.

YouTube Premium enthält die Leistungen von YouTube Music Premium und geht darüber hinaus: Abonnenten dieses Services bekommen überall auf YouTube keine Werbung zu sehen, können Videos im Hintergrund weiterlaufen lassen und sie für Offline-Zeiten herunterladen. Zahlende Kunden bekommen außerdem vollen Zugriff auf eigens produzierte YouTube-Serien und -Filme. Ab Herbst soll es erste deutsche Produktionen geben, auf Englisch gibt es bereits F2 Finding Football und The Sidemen Show.
per Mail, music.youtube.com, youtube.com/premium

Spiele-Verlag Electronic Arts startet Abo für PC-Games.

Electronic Arts führt ein Abo für Computerspiele nach dem Netflix-Vorbild ein. Der zweitgrößte US-Spiele-Publisher bietet Kunden für 15 Dollar im Monat oder 100 im Jahr Zugriff auf rund 100 Spiele. Top-Games wie "Battlefield" oder "FIFA" kosten einzeln zwar 60 Dollar, ein Abo auf alles reduziert aber die Gefahr einzelner Ladenhüter. Das Abo von EA gilt zunächst nicht für die Spielekonsole-Plattformen PlayStation und Xbox.
wsj.com (Paid), pcgames.de

Marktforscher: Netflix überholt Sky in Deutschland bis Ende 2018.

Netflix könnte in Deutschland bis Ende 2018 mehr Abonnenten haben als Sky, errechnet Mark Bradford, Chef des Londoner Marktforschers Cirkus. Bei einem Wachstum von 20 % werde Netflix bis Ende des Jahres 5 Mio zahlende Kunden erreichen. Sky hat in Deutschland und Österreich derzeit 5,2 Mio Abonnenten. Netflix selbst nennt keine Zahlen für einzelne Länder.
sueddeutsche.de

Porträt: Arbeitsweise von Politico Europe ist umstritten.

Politico Europe löst Kritik anderer Journalisten aus, indem das Portal seine Exklusiv-Infos teils nur an seine Abonnenten weitergibt und nicht die Öffentlichkeit informiert, berichtet Sandro Schroeder. Ein anderer Kritikpunkt sei, Politico Europe lasse sich von der EU-Kommission als Sprachrohr instrumentalisieren. Erst 2019 soll das Gemeinschaftsunternehmen von Springer und Politico kostendeckend arbeiten.
deutschlandfunk.de (6-Min-Audio)