Paid Content ist der Versuch der Verleger, dem Online-Journalismus ein Preisschild anzuheften. lexikon2.de

Facebook holt Paywall-Tool für Publisher aus der Testphase.

Facebook fb-logo-neuFacebook macht seine Abo-Tools nach einem Jahr Testphase nun breit anwendbar. Damit können Publisher ihre Paywalls auf Facebooks Instant Articles ausweiten. Daneben testet Facebook eine neue Funktion namens News Funding, mit der Leser direkt in Facebook Abos abschließen können. Anders als bei den Fan Subscriptions verzichtet Facebook bei News Funding auf den Anteil am Aboumsatz.
digiday.com, turi2.de (Fan Subscriptions)

Hör-Tipp: Levin Kubeth und Felix Ogriseck betrachten medienübergreifende Bezahlangebote.

Hör-Tipp: In ihrem Podcast "Unter Zwei" betrachten Levin Kubeth und Felix Ogriseck die Erfolgsaussichten von Medien-Flatrates wie Blendle, Readly oder Apple News Plus. Auf Nachfrage erklären viele Verlage, dass sie die Plattformen zwar nutzten, sich aber auf eigene Bezahlangebote konzentrierten. Blendle sei in Deutschland faktisch gescheitert.
podcasts.apple.com (41-min-Audio)

Netflix kauft Kinderfernseh-Produktionsfirma.

Netflix kauft die Kindermedienmarke Storybots. Es ist erst der dritte Zukauf für Netflix. Die Gründer, Gregg und Evan Spiridellis, haben 2016 ihre Kinderserie "Fragestunde mit den StoryBots" bei Netflix gestartet, in der animierte Figuren gängige Kinderfragen beantworten. Sie bekommen dabei Unterstützung von Gaststars, u.a. Whoopi Goldberg, Snoop Dogg und Weird Al Yankovic.
variety.com

Meinung: Bezahlinhalte in Deutschland sind billiger geworden.

Paid Content: Im Schnitt verlangen Nachrichtenseiten in Deutschland 14,51 Euro pro Monat, um auf Bezahlinhalte Zugriff zu gewähren, sagt eine Untersuchung des Reuters Institute for Journalism. Damit liege Deutschland leicht über dem Durchschnitt der untersuchten Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Finnland, Polen und den USA. Anders als in den meisten anderen Staaten seien die Gebühren in Deutschland seit 2017 jedoch deutlich gesunken, um rund drei Euro.
niemanlab.org

Zahl des Tages: Google zählt 15 Mio zahlende Musik-Nutzer.

Zahl des Tages: Auf zusammen 15 Mio zahlende Nutzer kommt Google mit seinen Musikdiensten YouTube Music und Google Play Music, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die 15 Mio enthalten auch Nutzer in der Testphase. Zum Vergleich: Spotify hat nach eigenen Angaben mehr als 100 Mio zahlende Nutzer, Apple zählt 50 Mio.
bloomberg.com via theverge.com

Belgisch-Niederländischer Zeitungskonzern kauft Irlands Auflagenprimus.

Mediahuis, belgischer Verlagsgruppe hinter u.a. "De Standaard" und dem niederländischen "NRC Handelsblad", kauft den irischen Zeitungsverlag INM für 145,6 Mio Euro. INM verlegt mit "Irish Independent" und "Sunday Independent" die wichtigste Tages- und Sonntagszeitung Irlands. Mediahuis sieht Potenzial im Onlinegeschäft des irischen Zukaufs, der seinerseits in den letzten zwei Jahrzehnten sein internationales Geschäft verkaufen musste. Die Kartellis müssen noch zustimmen.
reuters.com, rte.ie

Studie: 20 Mio Konsumenten kaufen Lektüre im Internet.

E-Commerce: Rund 20 Mio Menschen in Deutschland kaufen laut dem Statistischen Bundesamt im Internet analogen oder digitalen Lesestoff. Laut der Studie zur privaten IT-Nutzung in Deutschland 2018 waren von den Käufern 2 Mio unter 24 Jahre alt, 13 Mio zwischen 24 und 55 Jahre alt sowie 5 Mio über 55 Jahre alt.
destatis.de (Pressemitteilung), destatis.de (Studie, PDF)

"Weser-Kurier" dampft Digitalprojekt Mein Werder ein.

Weser-Kurier: Die ausgelagerte Fußball-Redaktion Mein Werder entlässt 6 von 13 Journalisten, 2 gehen freiwillig, berichtet "Medium Magazin". Die Paid-Angebote rund um den Fußballclub Werder Bremen sind nicht so erfolgreich wie erhofft. Werder-Fans zahlen um die 5 Euro pro Monat, kriegen viele Infos in der Deichstube der Kreiszeitung Syke aber gratis.
"Medium Magazin" 02/2019, S. 6-7 via presseportal.de

Paid-Content-Startup Steady erhält Millionen-Investment.

Steady erhält eine Millionen-Investition von Müller Medien und der IBB Beteiligungsgesellschaft. Das Startup aus Berlin liefert 400 Journalisten, Bloggern und Podcastern die Technologie für digitale Abos. Medien wie Krautreporter, "Titanic" und Übermedien verwalten über Steady ihre Mitgliedschafts-Modelle. Müller hält nun rund 15 %, IBB rund 5 % der Anteile – die genaue Höhe des Investments bleibt geheim. Geschäftsführer von Steady sind die einstigen Krautreporter-Gründer Sebastian Esser und Philipp Schwörbel.
steadyhq.com, eigene Infos, turi2.de (Background)

Onefootball lässt britische Fußballfans einzelne Spiele ohne Abo kaufen.

Onefootball bietet ab sofort einzelne Fußball-Übertragungen zum Kauf innerhalb der App an. Das Angebot ist zunächst auf Großbritannien und Irland beschränkt – möglich durch einen Deal mit dem TV-Anbieter Eleven Sports. App-Nutzer auf den Inseln können Spiele der spanischen La Liga nach dem Pay-Per-View-Prinzip kaufen, die Preise beginnen bei 2,99 Pfund bzw. 3,49 Euro. Onefootball rechnet über Apple iTunes oder Google Play Store ab. Einzelspiele auf Abruf will das Startup auch in Deutschland anbieten.
per Mail, horizont.net

Studie: Young Professionals meiden gedruckte Tageszeitungen und Paywalls.

Tageszeitungen spielen für Berufsanfänger nur noch eine geringe Rolle – auch in ihrer digitalen Version, ergibt die Studie In Transition von Campus Media und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. 60 % der befragten Young Professionals greifen nie zur gedruckten Zeitung. Diese Nicht-Nutzer meiden auch die Digitalangebote der Verlage: Nur ein Drittel der Print-Vermeider liest Zeitungsangebote digital. 72 % der Berufseinsteiger versuchen bewusst Paywalls zu umgehen, nur 8 % lesen öfters Paid-Artikel. Befragt wurden rund 270 Berufseinsteiger mit einem Altersschnitt von 26 Jahren.
per Mail, campusmedia.de (Grafiken als PDF)

Zeitschriften-Branche stagniert – und setzt ihre Hoffnungen auf den Vertrieb.


Digitalvertrieb hui, Werbung pfui: Die deutschen Zeitschriftenverleger erwarten für dieses Jahr einen stabilen Umsatz – aber eine völlig gegensätzliche Entwicklung in den Segmenten. Der Bereich digitale Werbung, E-Commerce und Rubriken soll um 9,6 % wachsen, digitaler Vertrieb um 14,5 %, Events und Corporate Publishing um 3,8 %, geben die Mitglieder des VDZ laut Trend-Umfrage an. Umsätze mit Print-Vertrieb werden um 3,8 % zurückgehen, das Anzeigengeschäft um 4,2 %. Fach- und Publikumsverlage erzielten 2018 zusammen 20,6 Mrd Euro Umsätze – eine Steigerung um mehrere Milliarden, weil Methoden geändert wurden.

Die Hoffnung der Branche liegt auf dem Vertrieb: 4 Mrd Euro setzten Publikumszeitschriften 2018 mit Abos und Einzelverkäufen um – die Zahl hat der VDZ neu und erstmals über IVW-Zahlen hinaus erhoben. Einnahmen aus dem Lesermarkt werden wichtiger, sagt VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer (Foto, links). Einerseits weil das Geschäft mit Print-Anzeigen weg bricht. Andererseits weil digitale Werbedollars hauptsächlich bei Google und Facebook landen. Scherzer hofft auf ein Umdenken der Werbungtreibenden weg von den Plattformen: "Wenn sich das Mindset der Buchenden nicht ändert, sind wir bei 85 bis 90 % in drei Jahren."

Die Zahl der Publikumszeitschriften wächst trotz sinkender Reichweiten der großen Titel immer weiter. 2018 zählte der VDZ 1.625 Magazin-Titel, ein Plus von 38 % verglichen mit 2001. 45 % der Verlage planen auch in diesem Jahr neue, regelmäßig erscheinende Printtitel, 60 % Print-Sonderausgaben. Scherzer glaubt fest an eine analoge Zukunft – selbst Airbnb baue jetzt Hotels und Amazon eröffne Geschäfte. Zudem habe 20 Jahre Medienwandel gezeigt, dass alle Verlage noch da seien: "Ich habe den Eindruck, dass in dieser Branche noch immer Geld verdient wird."
turi2 bei VDZ-Pressekonferenz in Berlin, vdz.de (Mitteilung) vdz.de (PDF-Dokument)

Bloomberg-Chef John Micklethwait sieht ein "Comeback des Bezahlens".

Bloomberg war besser auf die Umbrüche im Journalismus vorbereitet, weil es schon immer Bezahlinhalte für Firmenkunden angeboten hat, sagt Chefredakteur John Micklethwait im Interview mit der "Welt". Er sieht ein "Comeback des Bezahlens für Informationen", erkennt aber dennoch Schwierigkeiten, etwa für Lokalzeitungen. Google und Facebook beunruhigten Micklethwait nicht. Da sie keine Informationen erstellen würden, seien sie keine Medienunternehmen, würden Anbieter wie Bloomberg aber gleichwohl herausfordern.
"Welt", S. 21 (Paid)

Druck-Schluss: Der "Kontakter" erscheint nur noch Digital.

W&V, der Kommunikations-Geschäftsbereich des Süddeutschen Verlags, stellt den gedruckten "Kontakter" ein und setzt auf ein komplett digitales Magazin. Das Heft war 1961 in Hamburg als erster Branchendienst an den Start gegangen. Flankierend zum Digitalmagazin gibt es einen Abonnenten-Bereich mit Zahlen, Analysen, Rankings und Umfragen zu Pitchverhalten und Agentur-Geschäftsentwicklung.
wuv.de

Facebook fördert deutsche Lokalzeitungen mit 2 Mio Euro.


Den Verlagen geld-fällt das: Facebook überweist 2 Mio Euro Lokalzeitungs-Entwicklungshilfe nach Deutschland – ein Teil der angekündigten 300-Millionen-Initiative. 13 deutsche Verlage nehmen das Angebot an, unter ihnen die "Rheinische Post", Funke, DuMont und Ippen. Facebook finanziert ihnen ein zwölf Wochen dauerndes Programm, in denen sie u.a. mit Digitalabo-Experten an Geschäftsmodellen basteln. Danach arbeiten die Verlage weiter im Facebook Journalism Project mit.

Ex-"Spiegel"-Geschäftsführer Jesper Doub, jetzt Facebook-Manager, sagt "Horizont", Bezahlmodelle seien ein wichtiges Element in der Finanzierung von Journalismus. "Klar ist aber auch, dass ein Abonnementmodell nicht für alle Medien funktionieren wird." Das nun beginnende Programm sei nur ein Anfang. Doub räumt ein, dass in der Zusammenarbeit von Verlagen und Facebook zuletzt öfter mal der Wurm drin war.
de.newsroom.fb.com, horizont.net (Doub, Login erforderlich), turi2.de (Background)

Laterpay erhält 6 Mio Euro, startet Zeitpässe für Werbefreiheit und digitale Einzelausgaben.


Zahltag: Der Paid-Content-Dienstleister Laterpay erhält weitere 6 Mio Euro von seinen Investoren und startet neue Angebote. Über Laterpay können Website-Betreiber ihren Nutzern jetzt Werbefreiheit verkaufen: Erster Kunde ist das US-Magazin salon.com, das eine werbefreie Stunde für 0,50 Dollar und eine werbefreie Woche für 7 Dollar anbietet. Mehrere hundert Nutzer sollen dieses Angebot in einem ersten Testmonat gebucht haben, meldet Laterpay-Gründer Cosmin Ene (Foto). Benutzer von Laterpay schreiben Einzelkäufe ohne Login wie auf einem digitalen Bierdeckel an und bezahlen erst später.

Laterpay bietet Verlagen nun außerdem auch die Technologie für den Verkauf einzelner E-Paper und digitaler Ausgaben an. Diese Möglichkeit fehle laut Cosmin Ene fast überall im Netz – obwohl Leser den Einzelkauf am Kiosk aus der Print-Welt kennen. "Verlage vernachlässigen so alle Leser, die kein Interesse an einem Abonnement haben", sagt Ene. Er gründete Laterpay 2010 in München. Das Unternehmen sammelte Kapital – so auch in der neuesten Finanzierungsrunden – von privaten Investoren ein. Zu ihnen zählen Experten aus der Tech- und Telekommunikationsbranche, Family Offices und der Online-Games-Pionier Klaas Kersting. (Fotos: Laterpay, Picture Alliance; Montage: turi2)
turi2 – eigene Infos, gruenderszene.de

Bei der "FAZ" wachsen die Vertriebserlöse durch Paid Content.

FAZ steigert ihre Vertriebserlöse gegen den Trend um rund 2 %, schreibt Kai-Hinrich Renner. Das Plus im Zeitraum Februar 2018 bis 2019 wird im Unternehmen auf die Digital-Flatrate F+ zurückgeführt. Verantwortlich ist Digital-Chefredakteur Carsten Knop, der sich damit für den vierten Herausgeber-Posten bei der "FAZ" empfiehlt.
abendblatt.de (Paid), turi2.de (Background)

Martin Dowideit wird Head of Product beim "Handelsblatt".

Handelsblatt: Martin Dowideit, 40, soll künftig auf der neu geschaffenen Position des Head of Product die Paid-Content-Strategie und den Ausbau digitaler Produkte koordinieren. Dowideit war bisher Leiter Digitales. Beim Schwesterblatt "Wirtschaftswoche" bekommt Kim Balve, 30, als Head of Business eine ähnliche Rolle. Sie soll übergreifend alle Projekte und Produkte der Zeitschrift steuern.
per Mail

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Neugierde, Neugierde, Neugierde!" - Das erwarten Chefredakteure von Journalismus-Einsteigern (02/2019)

Lese-Flatrate Readly holt "Bild" und "Welt" an Bord.


Bild Dir Deine Flatrate: Springer vertreibt seine Tageszeitungen "Bild", "Welt" und "B.Z." sowie die Sonntagsableger "BamS" und "WamS" ab sofort auch über die Magazin-Flatrate Readly – zunächst testweise für sechs Monate. Zahlende Nutzer können die E-Paper der Zeitungen im Rahmen ihrer Mitgliedschaft lesen, herunterladen und speichern. Springer will mit der Präsenz bei Readly neue digitale Vertriebswege ausprobieren und damit die "Überallerhältlichkeit" von "Bild" und "Welt" ausbauen, sagt Michael Fischer, Geschäftsführer von Springers Vertriebstochter Sales Impact. Konkurrenz zu eigenen Bezahl-Angeboten sei die Teilnahme an Readlys Flatrate-Angebot nicht, es handele sich um "ganz unterschiedliche Produkte", so ein Sprecher.

Readly hat rund 3.800 Zeitschriften im Portfolio - von Publikumstiteln bis hin zu Special-Interest-Magazinen, davon über 1.000 deutschsprachige. Nur im Heimatland Schweden sind bereits drei Tageszeitungen an Bord. Springer ist als erster deutschsprachiger Zeitungsverlag dabei. Die Nutzer zahlen 9,99 Euro im Monat. Readly schüttet 70 % der Nettoerlöse an die Verlage aus, abhängig u.a. von der Lesedauer, der Anzahl der gelesenen Seiten oder der Aktualität der gelesenen Ausgabe. Geo-Blocking gibt es nicht: Deutsche Nutzer können also auch finnische, italienische oder niederländische Magazine lesen.
turi2 - eigene Infos, spiegel.de, meedia.de

"Bild" verkündet Modern-Talking-Comeback und verkauft Tickets an Digital-Abonnenten.


Cheri Cheri Paywall: Dieter Bohlen kehrt als Ein-Mann-Modern-Talking zurück auf die Bühne. "Bild" berichtet über das Comeback und verkauft ab Mittwoch Tickets fürs Konzert – aber nur an Kunden des Digitalabos Bild Plus. Bohlen spielt am 31. August in Berlin und singt dabei seinen und Thomas Anders' Part. Wegen "Stress und Streit" mit Anders macht es Bohlen lieber alleine.

Der Bohlen-Deal ist ein kleiner Coup für Springer im Boulevard-Portal-Wettstreit zwischen Bild.de und dem frisch erneuerten RTL.de. Bohlen steht u.a. für "Deutschland sucht den Superstar" vor der RTL-Kamera, wählt aber "Bild" als Verkündigungs- und Verkaufsplattform. RTL sticht wegen eigener Online-Ambitionen weniger Dschungelcamp-Tratsch zu "Bild" durch, die RTL Gruppe hat jüngst Ex-"Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch an Bord geholt. (Foto: Röhnert / Keystone / Picture Alliance, Montage: turi2)
"Bild", S. 4 (Nachricht), bild.de (Ticketverkauf, ab 10 Uhr)

Zitat: G+J testet Paidmodelle im Digitalgeschäft, sagt Arne Wolter.

"Wir probieren schon an verschiedenen Stellen Paid-Modelle aus."

Arne Wolter, Digitalchef von Gruner + Jahr, sagt, dass u.a. Nutzer der Chefkoch-App gegen Bezahlung eine werbefreie Variante bekommen können und der Verlag überlegt, Offlinenutzung als Paid Service anzubieten.
dnv-online.net

Aus dem turi2.tv-Archiv: Arne Wolter, Digitalchef von Gruner + Jahr, will Digital-Geschäfte mit Verlags-DNA machen. (04/2017)