TV-Korrespondent Cezary Gmyz vermittelt Polen ein verzerrtes Bild von Deutschland.

Deutschlandbild vieler Polen ist geprägt durch Cezary Gmyz, den Berlin-Korrespondenten des öffentlich-rechtlichen polnischen Fernsehens. Er präsentiere seinen Landsleuten ein Deutschland, dass scheinbar von Islamisten eingenommen und dem Gender-Wahn verfallen ist, schreibt Philipp Fritz. Gmyz schnappe lokale Geschichten von Mord und Totschlag auf und unterstelle "ungeprüft einen Zusammenhang mit Flüchtlingen". Sein Antrieb sei, sagt er, gegen "die Selbstzensur deutscher Journalisten anzukämpfen".
"Zeit" 32/2017, S. 9 (Paid)Kommentieren ...

Bijan Khezri führt Marquard Media.

Marquard Media: Der Schweizer Verleger Jürg Marquard, der heute 72 Jahre alt wird, gibt die operative Führung seiner Mediengruppe an Bijan Khezri, Ex-Bänker, Berater und u.a. Investor beim Sportdaten-Dienstleister Sportradar. Marquard Media gibt in Deutschland diverse PC- und Games-Magazin heraus, in Polen u.a. "Cosmopolitan" und "Playboy" und in Ungarn u.a. "InStyle" und "Men's Health". Ungarn-CEO Zsuzsanna Ohidi führt nun auch die Geschäfte in Polen.
per MailKommentieren ...

Hör-Tipp: In Polen gerät die Pressefreiheit immer stärker unter Druck.

Hör-Tipp: Die Medienjournalisten Jörg Wagner und Daniel Bouhs reisen für einen EU-Pressefreiheits-Check 6.000 Kilometer durch Europa. Auf ihrer ersten Station Warschau sprechen sie mit Journalisten, denen immer weniger Luft zum Atmen bleibt und ARD-Korrespondentin Griet von Petersdorff, die als Deutsche wieder kritisch beäugt wird.
radioeins.de (40-Min-Sendung)Kommentieren ...

Zitat: Marc Walder schließt einen Rückzug aus Polen aus.

"Ich schliesse kategorisch aus – und dies gilt auch für Axel Springer –, dass wir uns in Polen von unseren Zeitungen, Zeitschriften oder Internetportalen trennen wollen, weder von einzelnen noch von allen."

Ringier-CEO Marc Walder will nicht verkaufen, obwohl der Ton regierungsnaher Medien und der Regierung gegenüber ausländischen Medien sich massiv verschärft habe.
nzz.ch

weitere Zitate aus dem Interview:

"Die Ausgestaltung eines Mediengesetzes kann auch Nuancen haben. Da stellt sich etwa die Frage nach den Marktanteilen eines Unternehmen oder nach der Cross-Ownership über verschiedene Bereiche – Presse, Radio, Fernsehen, Internet – hinweg. Dies ist Sache der Wettbewerbskommission, und die soll unabhängig von der Politik agieren können."

"Gerüchte sind Teil der politischen Agenda. Wir können nicht viel mehr machen, als zu dementieren und klarzumachen, dass wir ein unabhängiger und langfristig orientierter Investor sind."Kommentieren ...

Polnisches Mediengesetz ist schlecht für Springer, Bauer, Burda und "Passauer Neue Presse".

Polen: Springer, Bauer, Burda und die Passauer Neue Presse würde ein neues Mediengesetz in Polen hart treffen, schreibt Gregory Lipinski. Das Gesetz will Beteiligungen ausländischer Unternehmen auf 30 % begrenzen. Springer Ringier verlegt 13 Pressetitel, Bauer hat das größte Zeitschriften- und das größte private Radiohaus Polens, Burda gibt 26 Zeitschriften heraus, die Passauer 23 Regionalzeitungen.
meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Neues Gesetz soll deutsche Dominanz in polnischen Verlagen reduzieren.

Polen will deutsche Verlage offenbar schrittweise aus den Land drängen, schreibt Paul Flückiger. Die Regierungspartei PiS arbeitet an einem Gesetz, das die Beteiligung ausländischer Medienhäuser an polnischen Medien von 40 auf maximal 30 % senken soll. Nach PiS-Angaben befinden sich fast 80 % der Verlage in Polen in ausländischer Hand, drei Viertel davon würden von deutschen Unternehmen dominiert. Das Gesetz soll Ende Juni fertig sein.
tagesspiegel.deKommentieren ...

Analyse: Regierungsnahe Medien hetzen in Polen gegen deutsche Zeitungsbesitzer.

Polnische Medien, die der Regierung nahe stehen, hetzen gegen deutsche Zeitungseigentümer im Land, analysiert Gabriele Lesser. Der Verlagschef von Ringier Axel Springer werde im Privatsender Republika als "Gauleiter" bezeichnet, der glaube, den Polen Vorschriften machen zu dürfen. Politiker und Juristen der Regierungspartei PiS arbeiteten intensiv an Gesetzen, mit denen die angebliche "deutsche Mediendominanz" gebrochen werden soll. Als Erstes wolle die Regierung dem Verlag Polskapress mit dem Mutterhaus Passauer Neue Presse an den Kragen gehen. 60 % der Polen befürworten laut einer Umfrage die geplante "Repolonisierung" der Medien.
taz.deKommentieren ...

Polens Außenminister: Deutsche Medien mischen sich unzulässig in polnische Politik ein.

Minister of Foreign Affairs of Poland, Witold Waszczykowski Ringier Axel Springer mischt sich unzulässig in die politischen Angelegenheiten Polens ein, behauptet Polens Außenminister Witold Waszczykowski (Foto). Er verbitte sich diese Einmischung. Dabei werfe Deutschland Polen seit anderthalb Jahren vor, Einfluss auf die eigene Presse zu nehmen, kritisiert Waszczykowski im Gespräch mit dem "Spiegel". Ringier Axel Springer soll angeblich die Journalisten der polnischen Tochter angewiesen haben, proeuropäisch zu berichten.
spiegel.de (Paid)Kommentieren ...

YouTube-Serie veräppelt Polens Regierungspartei.

YouTube-Serie Ucho prezesa erfreut sich in Polen großer Beliebtheit, schreibt Gerhard Gnauck. Sie zeigt satirisch, wie PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski aus seinem Büro die Regierung lenkt, der er offiziell nicht angehört. Die ersten vier Episoden erreichen mehr als 7 Mio Klicks, halten sich mit kritischen Inhalten jedoch zurück, sodass sogar die sonst als medienkritisch geltenden PiS-Politiker sich anerkennend äußern.
"FAZ", S. 15 (Paid)Kommentieren ...

Journalisten starten internationales Recherche-Netzwerk Investigate Europe.

investigate-europe-simantke-schumann-600
Wühlen im EU-Sumpf: Neun europäische Journalisten schließen sich im Recherche-Netzwerk Investigate Europe zusammen, um Skandale auf internationaler Ebene aufzudecken. Die frühere "Tagesspiegel"-Redakteurin Elisa Simantke, 30, koordiniert, Harald Schumann, 59, ist zum Start vom Verlag freigestellt. Stiftungen finanzieren Investigate Europe, Medien aus mindestens sechs Ländern veröffentlichen ab diesem Wochenende die erste Recherche.

Sie handelt von der massiven technischen Aufrüstung zur Kontrolle der EU-Außengrenzen. Gemeinsam befragte das Team 200 Grenzpolizisten, Ermittler, Experten und Beamte. Der "Tagesspiegel" veröffentlicht das Ergebnis heute in Deutschland, zudem gibt es Publikationen u.a. im norwegischen "Aftenblad", der portugiesischen "Público" der italienischen "Corriere della Sera" und "Newsweek Polska". Vice produziert in Griechenland eine 45-minütige TV-Doku. Investigate Europe arbeitet für die Medien in den jeweiligen Landessprachen und erhält Honorare, auf ihrem Blog fassen sie Kernergebnisse auf Englisch zusammen.

Koordinatorin Simantke, die aus der Elternzeit nicht zum "Tagesspiegel" zurückkehrt, hat bis März ausreichend Geld u.a. von der Hans-Böckler- und der Rudolf-Augstein-Stiftung. Zunächst bleibt das Netzwerk – wie auch das deutsche Recherchebüro Correctiv – auf Stiftungen angewiesen, strebt aber eine Mischfinanzierung an. Simantke spürt in vielen Redaktionen ein "starkes Bedürfnis an dem europäischen Ansatz" und nach Kooperation: "Wir sind als Journalisten geprägt durch die Eurokrise. Da haben wir gesehen, dass es wirtschaftliche Entwicklungen gibt, die komplett grenzübergreifend sind."
investigate-europe.eu, "Tagesspiegel", S. S3-S5 (Paid), blendle.com (Paid, auf Deutsch), aftenbladet.no (Norwegisch), publico.pt (Portugiesisch), corriere.it (Italienisch), infolibre.es (Spanisch)Kommentieren ...

Marquard Media expandiert weiter in Polen.

marquardt150Marquard Media baut sein polnisches Mediengeschäft weiter aus und übernimmt Anfang September den 50%-Anteil an Hearst Marquard Publishing von Hearst Communications. Hearst Marquard Publishing gibt u.a. "Harper's Bazaar", "Cosmopolitan", "Esquire" und "Shape" heraus. Iwona Kossmann wird außerdem im September neue Polen-Chefin, sie folgt auf Alicja Skrzypczak, die ihre Position "auf eigenen Wunsch" aufgibt.
per MailKommentieren ...

Polens Bürger schalten bei öffentlich-rechtlichen Sendern ab.

PolenPolen: Die Bürger protestieren mit der Fernbedienung gegen die umstrittene Medienreform, beobachtet Natalie Skrzypczak. Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender verzeichneten in den letzten Monaten drastisch sinkende Einschaltquoten, doch es gebe immer noch zu viele Polen, die verzerrte Berichterstattung für bare Münze nähmen.
digitalfernsehen.deKommentieren ...

Lese-Tipp: Wie das polnische Mediengesetz die Gesellschaft spaltet.

Lese-Tipp turi2Lese-Tipp: Polens Mediengesetz spaltet die Gesellschaft, bei den Kurskis geht der Riss durch die Familie, porträtiert Piotr Heller einen ungewöhnlichen Fall. Während der jüngere Bruder Jacek Kurski Polens öffentlich-rechtliches Fernsehen als neuer Vorsitzender staatlich überwacht, schreibt der ältere Jarosław Kurski als Chefredakteur der "Gazeta Wyborcza" gegen die "Säuberungsaktion" in den Medien.
"Zeit", 19/2016, S. 33 (Paid)Kommentieren ...

Arte unterbricht Verbindung nach Polen.

arte-tvp-600
Beziehung eingefroren: Arte kündigt dem öffentlich-rechtlichen polnischen Fernsehen TVP bis auf Weiteres die Zusammenarbeit. Grund ist das umstrittene neue polnische Mediengesetz, das TVP direkt der Regierung unterstellt. Arte setzt die Beziehung nach Polen aus, solange es keine Gewissheit gibt, "dass die Meinungsfreiheit, die redaktionelle Vielfalt sowie die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Polen gewährleistet sind".

In einem Brief an den TVP-Intendanten Jacek Kurski "bedauern" Arte-Präsident Peter Boudgoust und Vizepräsidentin Anne Durupty die Entscheidung und hoffen, in den nächsten Monaten "wieder enger mit TVP zusammenarbeiten zu können". Zugleich dringt Arte selber in den polnischen Markt vor: Ab Herbst soll es online eine Auswahl an Programmen mit polnischen Untertiteln geben. "Arte po polsku" ergänzt die bestehenden Angebote Arte in English und Arte en español, die von der EU mitfinanziert werden.
presseportal.deKommentieren ...

Deutsche Medien bekommen konzertierte Post aus Polen.

PolenPolen sorgt sich um deutsche Medien: Eine nationalkonservative polnische Webseite hält Textvorlagen und Adressen von ausländischen Medien vor, um diesen den Unmut über kritische Berichte am neuen polnischen Mediengesetz mitzuteilen. Allein die "Süddeutsche Zeitung" erhält täglich 12 bis 15 nahezu gleichlautende Briefe. Auch die polnische Botschaft in Deutschland hat Briefe geschrieben, u.a. an die "taz" und die "FAZ".
taz.deKommentieren ...

Europäische Regierungen beeinflussen Rundfunk.

PolenStaatlicher Einfluss auf Medien ist nicht nur in Polen ein Problem, listet die "FAS" auf. Die spanische Regierung Rajoy mischt sich massiv in die Berichterstattung des staatlichen Fernsehens RTVE ein. Die italienische RAI leidet unter dem Einfluss von Silvio Berlusconi, der fast das komplette Privatfernsehen kontrolliert. Und in Großbritannien stört sich Premierminister David Cameron an der EU-freundlichen Berichterstattung der BBC.
"FAS", S. 45 (Paid), radiowoche.de (Spanien), turi2.de (Background Polen)Kommentieren ...

Polen: Regierungspolitiker zu TV-Chef ernannt.

Jacek Kurski 150Jacek Kurski, nationalkonservativer Journalist und Politiker, ist neuer Chef des öffentlich-rechtlichen TV-Senders TVP in Polen. Kurski wurde bereits kurz nach der Verabschiedung des umstrittenen polnischen Mediengesetzes ins Amt geholt. Auch andere Führungspositionen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wurden bereits neu besetzt.
spiegel.de, turi2.de (Background Mediengesetz)Kommentieren ...

Polens Umschwung betrifft auch deutsche Verlagshäuser.

PolenPolen: Die Umgestaltungspläne der neuen, nationalistischen Regierung bedrohen auch die geschäftlichen Interessen deutscher Verlage. Bauer, die Verlagsgruppe Passau und das Joint Venture Ringier Axel Springer sind wichtige Player im polnischen Medienmarkt. Die Häuser zeigen sich nervös, notiert Sonja Alvarez: Auf Anfrage hat sich nur ein Springer-Sprecher zu den umstrittenen Veränderungen geäußert.
tagesspiegel.deKommentieren ...