Pressefreiheit ist ein so hohes Gut, dass sich selbst Autokraten gerne damit brüsten. lexikon2.de

Polnischer Rundfunkrat verhängt Rekordstrafe für TV-Berichte über Antiregierungsproteste.

Polen: Der Rundfunkrat verhängt 350.000 Euro Strafe für die Berichterstattung des Privatsenders TVN24 über die Parlamentskrise im Dezember 2016. Sie propagiere "die Sicherheit gefährdende Handlungen". Journalisten kritisieren das Bußgeld als Zensur-Versuch, es ist laut Medienexperten die bisher höchste, in einem solchen Fall verhängte Strafe. Der Sender will sich wehren.
derstandard.at, deutschlandfunk.deKommentieren ...

Zitat: Heribert Prantl erinnert an die Verantwortung von Journalisten.

"Pressefreiheit ist nicht die Freiheit zu Larifari und Tandaradei, Pressefreiheit ist nicht die Freiheit zu bequemer Berufsausübung."

Heribert Prantl erinnert in seinem Newsletter "Prantls Blick" Journalisten an ihre Verantwortung. Pressefreiheit sei das tägliche Brot der Demokratie.
Prantls Blick

Weitere Zitate aus dem Newsletter:
"Die Sache des Journalismus sind die Grundrechte und Grundwerte der Verfassung - dafür nämlich gibt es die Pressefreiheit. Pressefreiheit ist das tägliche Brot der Demokratie. Wenn Journalisten dieses Brot missachten, dann haben sie ihren Beruf verfehlt."

"Es ist wichtig, dass junge Journalisten in den Journalistenschulen nicht nur lernen, wie Crossmedia-Marketing funktioniert, dass sie dort nicht nur lernen, wie man effektiv und schnell schreibt und produziert, sondern dass sie dort auch erfahren, dass es journalistische Vorbilder gibt."
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Deniz Yücel bedankt sich ausführlich bei Menschen, die ihm schreiben.

Deniz Yücel berichtet in der "Welt" auf zwei Seiten aus seinem Haft-Alltag und beantwortet viele Zuschriften. An die Öffentlichkeit kommen die Texte über seine Ehefrau Dilek. U.a. bedankt sich Yücel bei der Nachwuchs-Journalistin Lena W., die sich auch seinetwegen für eine Ausbildung bei der "Welt" und an Springers Axel Springer Akademie beworben hat. Yücel schreibt: "Liebe Akademie, die nehmen wir, ja? Super, danke!"
"Welt", S. 7-8 (Paid)Kommentieren ...

Freundeskreis #FreeDeniz schaltet Anzeigen für Deniz Yücel.

Deniz Yücel: Der Freundeskreis #FreeDeniz schaltet in deutschen und türkischen Zeitungen Anzeigen für eine Freilassung von Yücel. Sie erscheinen u.a. in den Samstags-Ausgaben von "Süddeutscher Zeitung", "Bild" und "Welt", fünf Literaturnobelpreisträger machen bei der Solidaritätsaktion mit. Yücel sitzt am Sonntag seit 300 Tagen in türkischer Haft. Seine Zeitung hat am Samstag eine Sonderausgabe zu Ehren Yücels gedruckt.
"Süddeutsche Zeitung", S. 20, "Welt", S. 9, "Welt", S. 10, "Bild", S. 8 (Paid), welt.de, turi2.de (Background)2 Kommentare

"Welt" erscheint Samstag mit Grundriss der Zelle von Deniz Yücel.


Zwölf Quadratmeter: Am Sonntag sitzt "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel seit 300 Tagen in türkischer Haft. Die "Welt" druckt deshalb am Samstag eine Sonderausgabe mit so vielen Seiten wie noch nie und bedruckt nur die Vorderseiten. Auf den Rückseiten bildet die Tageszeitung die Zelle von Deniz Yücel ab. Legt man alle Seiten aneinander, erhält man einen maßstabsgetreuen Grundriss der 4,18 x 3,10 Meter großen Zelle.

Die Redaktion fertigt den Grundriss nach Skizzen von Yücel an, die durch die Anwälte des Korrespondenten aus dem Gefängnis zur "Welt" gelangt sind. Auf Welt.de wird die Gefängniszelle auch für Virtual Reality Brillen erlebbar gemacht.
welt.de, facebook.de/weltKommentieren ...

Malta: Polizei nimmt zehn Verdächtige im Galizia-Mordfall fest.

Malta: Die Polizei verhaftet zehn Verdächtige im Mordfall an der Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia. Die Verdächtigen seien alle maltesische Staatsbürger, einige von ihnen vorbestraft. Galizia, die durch ihre Recherchen viele Feinde hatte, ist Mitte Oktober bei einem Anschlag durch eine Auto-Bombe gestorben.
spiegel.de, turi2.de (Feinde), turi2.de (Anschlag)Kommentieren ...

Türkei wirft Deniz Yücel in Stellungnahme Propaganda für PKK und Gülen-Bewegung vor.


Liebesgrüße aus Ankara: Die ARD zitiert aus der am Dienstag von der Türkei am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorgelegten, 51-seitigen Stellungnahme zum Fall Deniz Yücel. Darin begründet das Justizministerium die Untersuchungshaft gegen den "Welt"-Journalisten damit, dass er sowohl die PKK als auch die Gülen-Bewegung unterstützt habe. In seinen Artikeln habe Deniz Yücel die PKK als legitime Organisation bezeichnet und ihre Gewalttaten befürwortet. Ferner habe er Hass unter der türkischen und kurdischen Bevölkerung verbreitet und Staatspräsident Erdogan mit diffamierenden Äußerungen herabgesetzt. Ferner erklärt die Türkei, es habe bislang keine Verzögerung beim Verfahren oder den Ermittlungen gegeben.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte von der Türkei eine Stellungnahme erbeten, da Deniz Yücel hier Beschwerde gegen seine Untersuchungshaft eingelegt hat. Das Gericht hat bereits erklärt, es wolle den Fall mit Vorrang behandeln.
tagesschau.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

G20-Affäre: Bundespresseamt plant Stelle für Akkreditierungsbeauftragten.

Bundespresseamt reagiert auf die Panne beim G20-Gipfel in Hamburg und setzt einen Akkreditierungsbeauftragten ein. Der Ansprechpartner wird Ende des Jahres ernannt und soll u.a. Sicherheitshinweise prüfen und eng mit dem Bundesinnenministerium und den Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten.
dw.com, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Bericht: Behörden hätten Dogan Akhanli vor einer Verhaftung schützen können.

Dogan Akhanli: Deutsche Behörden haben die Chance verstreichen lassen, den türkischstämmigen Schriftsteller vor der Verhaftung in Spanien zu bewahren, schreiben Lena Kampf und Ronen Steinke. Seit Oktober 2013 wusste das Bundeskriminalamt demnach, dass die Türkei nach dem Autor fahndete. Doch 2014 habe Deutschland auf einen Aufruf Interpols, Fälle von politischer Verfolgung zu melden, um die Betroffenen von der Fahndungsliste zu streichen, nicht reagiert. Erst seit der Verhaftung Akhanlis warne Deutschland Interpol vor möglichem Missbrauch der internationalen Haftbefehle.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Deniz Yücel kritisiert seine Haftbedingungen als Folter.

"Isolationshaft ist Folter. Auch wenn ich eigentlich guter Dinge bin, kann ich nicht absehen, welche langfristigen Folgen das haben wird."

Der in der Türkei inhaftierte "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel wirft im Interview mit der "taz" der Türkei vor, Einzelhaft als Folter gegen ihn zu verwenden.
taz.de

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Ich weiß, wie es mir gehen würde, wenn die Öffentlichkeit mich vergessen würde: nicht so gut."

"Obwohl noch immer keine Anklageschrift vorliegt, weiß ich ja, weshalb ich eingesperrt bin: weil ich, so meine ich mir einbilden zu können, meinen Job als Journalist ordentlich gemacht habe."Kommentieren ...

Zitat: Christian Schertz glaubt nicht an einen Sinneswandel der Regenbogen-Blätter.

"Solange es sich rechnet, gegen Persönlichkeitsrechte zu verstoßen, wird die Klatschpresse ihre Arbeit mehr oder weniger weiter verrichten wie bisher."

Medien-Anwalt Christian Schertz bezweifelt, dass der Appell von Funke-Verlegerin Julia Becker in Richtung Klatschblätter etwas verändert und plädiert stattdessen für höhere Geldentschädigungen.
meedia.de, turi2.de (Julia Becker)

Aus dem turi2-Archiv: Promi-Anwalt Christian Schertz über die rauen Sitten des Boulevards.
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Medienanwalt Roger Mann interessiert sich nicht für Promi-Klagen.

Medienrechtler Roger Mann sucht anders als manche seiner Kollegen nur selten die Öffentlichkeit. "Im Vordergrund stehen für mich die Mandanten", sagt Mann, der u.a. die Autoren der Helmut-Kohl-Biografie vertritt, im "Handelsblatt"-Interview. Ihn interessieren komplexe Sachverhalte und nicht, "ob jemand nackt am Strand fotografiert worden ist". Als "Gegner des Lagerdenkens" vertritt er Betroffene und Beschuldigte, um nicht "betriebsblind" zu werden. Bedenklich findet er, dass Anwälte oft schon im Vorfeld versuchen, kritische Berichterstattung im Interesse ihrer Mandanten durch Einschüchterung zu verhindern.
"Handelsblatt", S. 11 (Paid)Kommentieren ...

EGMR verlängert Frist für türkische Stellungnahme zu Deniz Yücel.

Deniz Yücel: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat erneut und letztmalig die Frist verlängert, bis wann die Türkei Stellungnahme zum Fall des inhaftierten "Welt"-Korrespondenten abgeben muss. Die Regierung in Ankara hat nun zum 28. November Zeit, sich zu äußern, eigentlich wäre die Deadline am 14. November. Der EGMR will die Beschwerde von Deniz Yücel dann mit Vorrang behandeln.
welt.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Westliche Medien opfern für China ihre Prinzipien.

Westliche Medienunternehmen zahlen für den Markteintritt in China einen hohen Preis, schreibt Niklas Dummer. Um lokale Gesetze zu erfüllen, opfern nicht wenige ihre Prinzipien wie Meinungsfreiheit zugunsten ihrer geschäftlichen Interessen. Der Fall des Wissenschaftsverlags Springer Nature, der für China heikle Texte gesperrt hat, sei "symptomatisch" für Chinas Versuch, seine eigene Sicht auf Menschenrechte und Medienfreiheit auch global durchzusetzen.
wiwo.deKommentieren ...

Ägyptische Moderatorin verurteilt, weil sie über Sex vor der Ehe gesprochen hat.

Ägypten: Ein Gericht hat die TV-Moderatorin Doaa Salah zu drei Jahren Haft verurteilt, weil sie in ihrer Sendung über die Möglichkeit einer außerehelichen Schwangerschaft gesprochen hat. Die Richter werfen ihr "Verstoß gegen öffentliche Sitten" vor. Gegen Zahlung von umgerechnet knapp 500 Euro darf sie bis zu einem eventuellen Berufungsprozess auf freiem Fuß zu bleiben.
faz.net, theguardian.comKommentieren ...

Türkische Opposition setzt sich für Deniz Yücel ein.

Deniz Yücel bekommt Unterstützung von der größten türkischen Oppositionspartei CHP. Der Istanbuler Abgeordnete Sezgin Tanrikulu hat im Parlament in Ankara eine kleine Anfrage gestellt, warum gegen Deniz Yücel bisher keine Anklage vorliegt, obwohl er seit neun Monaten in Haft sitzt. Außerdem fragt der CHP-Politiker, warum der "Welt"-Korrespondent in Isolationshaft gehalten wird und nicht gemeinsam mit anderen Gefangenen untergebracht ist. Eine Antwort der Regierung steht aus.
welt.deKommentieren ...

DW: Türkische Presse verfälscht Interview mit Ulla Schmidt.

Deutsche Welle beklagt, dass ein Interview, das der Sender Mitte Oktober geführt hat, verfälscht in türkischen Medien wiedergegeben wird. Demnach habe sich die frühere Ministerin Ulla Schmidt in einem DW-Interview kritisch über die Türkei geäußert. Medien wie die Tageszeitung "Star" verkehrten die Kritik jedoch ins Gegenteil.
dw.comKommentieren ...

Polizei München reagiert auf Vorwürfe des NDR-Journalisten Christoph Lütgert.

Polizei München antwortet auf Vorwürfe des NDR-Journalisten Christoph Lütgert, der beklagt, die Polizei habe ihn und sein Team bei einem Dreh festgehalten. Der Stellungnahme zufolge sei der Polizei durch die JVA, an der gedreht wurde, eine "verdächtige Wahrnehmung" mitgeteilt worden, da ohne Drehgenehmigung Aufnahmen gemacht worden seien. Der Sachverhalt sei dann innerhalb einer halben Stunde geklärt worden, ohne dass Bildmaterial sichergestellt oder gelöscht worden sei. Mit einer vorherigen Unterrichtung der Polizei durch den NDR wäre die Situation vermeidbar gewesen, so die Polizei.
meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Angela Merkel trifft Ehefrau von Deniz Yücel.

#FreeDeniz: Bundeskanzlerin Merkel hat am Rande der konstituierenden Sitzung des Bundestages die Ehefrau von Deniz Yücel, Dilek Mayatürk, getroffen. Thema des Gesprächs war die Situation des "Welt"-Journalisten, der seit acht Monaten ohne Anklage in türkischer Haft sitzt. In der vergangenen Nacht ist eine Frist für eine türkische Stellungnahme beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ausgelaufen. Unklar ist, ob die Türkei eine Verlängerung beantragt hat wie in den Fällen anderer Journalisten.
spiegel.de, welt.de1 Kommentar

Auch NDR beschuldigt Polizei München wegen Eingriffen in die Pressefreiheit.

Polizei München bekommt nach der "Bild" nun auch vom NDR Gegenwind. Wie Meedia berichtet, soll die Polizei München am 14. Oktober ein Team um den Ex-Chefreporter Christoph Lütgert festgehalten haben. Ferner habe die Polizei gefordert, gedrehtes TV-Material sichten zu dürfen. Christoph Lütgert hat ein Beschwerdeschreiben an die Polizei gerichtet. Diese hat geantwortet, sie werde den Fall untersuchen.
meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Türkei klagt Journalisten wegen Verbreitung geleakter E-Mails an.

Türkei Flagge 150Türkei: In Istanbul beginnt heute ein Verfahren gegen sechs Journalisten, die über geleakte E-Mails des türkischen Energieministers Berat Albayrak, einem Schwiegersohn von Präsident Erdogan, berichtet haben. Die Hackergruppe Redhack hatte Albayraks E-Mail-Konto geknackt und seine Mails im Internet veröffentlicht und an Reporter verschickt. Die Hacker sind nicht ausfindig zu machen, weshalb die türkischen Behörden die Verbreiter anklagen.
taz.deKommentieren ...

"Bild" erstattet Anzeige gegen Münchner Polizei.

"Bild"-Anzeige: Die "Bild" wirft der Polizei München einen schweren Eingriff in die Pressefreiheit vor und erstattet Anzeige gegen die Behörde. Der Vorwurf: Die Polizei habe am Samstag einen Reporter aufgefordert, das Video einer Festnahme von seinem Handy zu löschen. Ein Zivilfahder habe dem Reporter das Handy abgenommen und das Video schließlich selbst gelöscht. Die Polizei sieht sich keiner Schuld bewusst und widerspricht laut "Bild" der Schilderung des Journalisten.

"Bild"-Chef Julian Reichelt schreibt zum Vorfall auf Twitter. "Was sich die Polizei München hier erlaubt hat, ist ein Angriff auf die Pressefreiheit, wie wir ihn bei Bild selten zuvor erleben mussten." Bayerns Innenminister Joachim Hermann zitiert die "Bild" mit der Forderung nach einer unabhängigen Prüfung.
meedia.de, "Bild" S. 2 (Paid)

Mitarbeit: Andreas Grieß

Korrektur: In einer früheren Version hieß es, die Polizei habe den Reporter gezwungen das Video zu löschen. Laut "Bild" hat jedoch ein Polizist das Video vom Handy des Reporters gelöscht.
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"Welt" bittet um Leser-Post für Deniz Yücel.

#FreeDeniz: Die "Welt" bittet ihre Leser um Post für Deniz Yücel. Nach einer längeren Postsperre bekomme der Journalist im türkischen Gefängnis nun vereinzelt Briefe zugestellt. Weil vor allem Post in türkischer Sprache gute Chancen hat, durchzudringen, übersetzt die "Welt" jeden Brief. Yücel sitzt seit 251 Tagen ohne Anklage in türkischer Haft.
welt.deKommentieren ...

Malta bietet 1 Mio Euro für Aufklärung des Galizia-Mordes.

Malta: Die Regierung will Bewegung in die Ermittlungen um den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia bringen und setzt 1 Mio Euro Kopfgeld auf die Ergreifung des Täters aus. Auch knapp eine Woche nach dem Autobomben-Anschlag gibt es keine heiße Spur. Caruana Galizia hatte zuletzt u.a. aufgedeckt, dass Mitarbeiter von Ministerpräsident Muscat in den Skandal um die Panama Papers verstrickt sind.
n-tv.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Ermordete Journalistin Daphne Caruana Galizia hatte viele Feinde.

Ermordete Journalistin aus Malta, Daphne Caruana Galizia, hatte viele Feinde, schreiben Oliver Meiler und Bastian Obermayer und blicken auf das Leben der Investigativ-Fachfrau zurück. Vor elf Jahren sei schon einmal das Auto der Journalistin angezündet worden. Nun ist ausgerechnet eine Untersuchungsrichterin dem Fall zugeteilt, die selbst öfter in der Berichterstattung von Daphne Caruana Galizia vorkam.
"Süddeutsche Zeitung", S. 3 (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Türkei entzieht 2016 etwa 900 Akkreditierungen.

Türkei Flagge 150 Pressefreiheit: In der Türkei haben 2016 etwa 900 Journalisten ihre Akkreditierung verloren, 110 Medienfirmen wurden dichtgemacht. 156 Journalisten sitzen laut Aussage von Justizminister Abdülhamit Gül im Gefängnis. Diese Zahl ist aber nicht sicher, da die Türkei inhaftierten Journalisten ihren Berufsstatus aberkennt und sie formal nicht mehr als Journalisten gelten. Auch dem ehemaligen Türkei-Korrespondenten des "Spiegel" Haznain Kazim hatte die Türkei die Verlängerung seines Journalistenvisums im vergangenen Jahr verwehrt.
derstandard.de Kommentieren ...

Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia ist durch Auto-Bombe getötet worden.

Daphne Caruana Galizia, 53, ist durch eine Auto-Bombe ermordet worden. Die maltesische Investigativ-Journalistin hatte an den Malta Files gearbeitet und wollte mit den rund 150.000 vertraulichen Dokumenten Steuerhinterziehung aufdecken. Die Bombe in ihrem Auto explodierte in der Nähe ihrer Wohnung. Caruana Galizia hatte wegen Morddrohungen vor zwei Wochen Anzeige erstattet.
nzz.ch, tagesschau.de, zeit.deKommentieren ...

Spanien liefert den von der Türkei gesuchten Dogan Akhanli nicht aus.

Spanien liefert Dogan Akhanli nicht an die Türkei aus, entscheidet die spanische Regierung. Damit Akhanli ausreisen kann, muss noch das zuständige Gericht die bisherigen Auflagen aufheben. Der türkischstämmige Schriftsteller, der nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, hat bereits für nächsten Mittwoch einen Flug nach Köln gebucht. Akhanli war am 19. August bei einem Spanien-Urlaub wegen eines türkischen Fahndungsaufrufs festgenommen worden, er war einen Tag später unter Auflagen frei gekommen. Die Türkei wirft ihm Beteiligung an einem Raubmord vor.
spiegel.de, merkur.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Mesale Tolu kritisiert vor Gericht die Umstände ihrer Haft in der Türkei.

"Deswegen lebt mein Sohn, der eigentlich in den Kindergarten gehen müsste, seit fünf Monaten mit mir im Gefängnis."

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu kritisiert am ersten Tag ihres Prozesses in der Türkei, dass sie und ihr Mann seit Monaten ohne Urteil in Haft sind und fordert ihre Freilassung.
spiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Journalisten können im Dienst in rechtliche Grauzonen geraten.

Journalisten werden häufig mit realen oder vermeintlichen Straftaten in Verbindung gebracht, berichtet Ralf Hutter. Wenn sie beispielsweise Flüchtlinge oder Demonstranten begleiten können sie wegen Hausfriedensbruch oder illegalem Grenzübertritt belangt werden. Da es selten zu einem Prozess kommt, sei die Lage weiter eine rechtliche Grauzone. Gleichsam belasten zurückliegende Ermittlungen die Journalisten später, wie der G20-Gipfel gezeigt habe.
deutschlandfunk.deKommentieren ...

Sächsische Justiz hörte 360 Gespräche mit Berufsgeheimnisträgern mit.

Sächsische Justiz hat bei ihren Ermittlungen zur linken Szene im Umfeld des Fußballvereins Chemie Leipzig 360 Gespräche mit Berufsgeheimnisträgern mitgehört. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Valentin Lippmann (Grüne) hervor. Allein 130 Mal wurde dabei ein Journalist der "Leipziger Volkszeitung" von der Polizei belauscht. Auch Telefonate und SMS weiterer Journalisten, unter anderem von "Bild" und "Spiegel", wurden überwacht.
lvz.de, landtag.sachsen.deKommentieren ...

Türkei: Journalistin Meşale Tolu steht ab heute vor Gericht.

Meşale Tolu, deutsche Journalistin mit türkischen Wurzeln, steht ab heute in Istanbul vor Gericht. Die Behörden werfen der Mitarbeiterin der linken Nachrichtenagentur Etha Propaganda und Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation vor. Meşale Tolu sitzt mit ihrem kleinen Sohn im Gefängnis, ihr Mann ist auch inhaftiert. Ein anderes Gericht verurteilt indes die "Wall Street Journal"-Reporterin Ayla Albayrak zu zwei Jahren und einem Monat Haft.
br.de, "Süddeutsche Zeitung", S. 5 (Paid), wsj.com (Albayrak)Kommentieren ...

G20-Affäre: Polizei löscht Beweise, Regierung beschuldigt Journalisten weiter.

Großer Löschangriff: Die Affäre um entzogene G20-Akkreditierungen ist um einen Skandal reicher. Das LKA Berlin löscht noch vor einer Überprüfung Datensätze, die einen Fotografen belasteten, aber offenbar falsch waren. Ex-Datenschutzbeauftragter Peter Schaar spricht von einer "Unterdrückung von Beweismitteln". Die Bundesregierung räumt inzwischen ein, vier Journalisten zu Unrecht die G20-Akkreditierung entzogen zu haben.

Bei 28 weiteren Journalisten beharrt die Regierung auf der Rechtmäßigkeit des Rausschmisses. Das ARD-Hauptstadtstudio recherchiert zwölf Fälle und findet heraus, dass die gravierenden Vorwürfe gegen die Journalisten wie "besonders schwerer Landfriedensbruch" und "Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion" falsch sind. Die angekündigte Entschuldigung der Regierung lässt weiter auf sich warten, berichtet ARD-Korrespondent Arnd Henze. Seit dem G20-Gipfel habe das BKA indes mehrmals erneut Journalisten von Veranstaltungen fern gehalten.
tagesschau.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Türkei will Exil-Journalisten Can Dündar von Interpol suchen und ausliefern lassen.

Can Dündar: Die türkische Justiz will den in Deutschland lebenden, türkischen Journalisten auf die Fahndungsliste von Interpol setzen lassen. Ziel sei die Auslieferung des Ex-Chefredakteurs der regierungskritischen Zeitung Cumhuriyet. Der DJV appelliert an die deutschen Behörden, "eine klare und unmissverständliche Haltung in dieser Sache" zu zeigen.
correctiv.org, tagesspiegel.de, djv.deKommentieren ...

Zitat: Kai Diekmann kritisiert Österreichs Kanzler Kern wegen seines Anzeigen-Boykotts.

"Unzulässig ist es, Medien durch wirtschaftlichen Druck abzustrafen. Das ist ein klarer Verstoß gegen die Regeln der Pressefreiheit."

Kai Diekmann greift Österreichs Bundeskanzler Kern wegen seines Interview- und Anzeigen-Boykotts gegen die Mediengruppe Österreich an. Medien müssten kritisiert werden, wenn sie "über die Grenzen gehen", wirtschaftliche Sanktionen gingen aber gar nicht.
horizont.atKommentieren ...