Pressefreiheit ist ein so hohes Gut, dass sich selbst Autokraten gerne damit brüsten. lexikon2.de

Yücel-Anwälte beantragen Freilassung beim türkischen Verfassungsgericht.

Deniz Yücel: Die Anwälte des inhaftierten "Welt"-Korrespondenten haben beim türkischen Verfassungsgericht einen Antrag auf Freilassung von Yücel aus der Untersuchungshaft eingereicht. Die Inhaftierung verletze u.a. "sein Recht auf körperliche Unversehrtheit und seine persönliche Freiheit" sowie das Recht "auf ein faires Verfahren", argumentieren die Anwälte. Yücel ist seit vier Wochen in Einzelhaft, deutschen Botschaftsvertretern bleibt der Zugang zu Yücel verwehrt.
welt.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Analyse: Unabhängiger Journalismus in Kirgistan ist bedroht.

Kirgistan: Unabhängiger Journalismus ist im bisherigen Zufluchtsland für Medienmacher der zentralasiatischen Nachbarländer immer stärker bedroht, analysiert Edda Schlager. Die Regierung handle zunehmend repressiv, auch für ausländische Journalisten werde es ungemütlicher. Bisher sei Kirgistan eine Insel der Pressefreiheit in Zentralasien gewesen.
deutschlandfunk.deKommentieren ...

AfD Sachsen verwehrt "Spiegel"-Redakteurin Zutritt zum Landesparteitag.

Angst vor Reportern: Der AfD-Landesverband Sachsen hat die "Spiegel"-Redakteurin Melanie Amann vom Landesparteitag am Sonntag ausgeschlossen. Die Landesvorsitzende Frauke Petry und der restliche Landesvorstand hätten ihren Ausschluss beschlossen, sagt Amann. Die "Spiegel"-Rechtsabteilung prüft mögliche juristische Schritte. Schon im Januar hatte die sächsische AfD die Reporterin Amann von einem Landesparteitag ausgeladen und auch einen Reporter der "Sächsischen Zeitung" ausgeschlossen.

Amann ist Autorin des Buches "Angst für Deutschland" über die AfD und hat kürzlich in einem Interview von einem Einschüchterungsversuch auf einer Parteiveranstaltung erzählt. Am Samstag erschien auf Spiegel Online ein Porträt der Politikjournalistin über Petrys Ex-Mann - ein Auszug aus Amanns Buch. Auch die niedersächsische AfD hielt am Wochenende einen Parteitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Als Grund nennt die Partei einen entsprechenden Mitgliederbeschluss. Die AfD-Mitglieder fühlten sich von der Presse unfair behandelt.
twitter.com (Amann), deutschlandfunk.de (Niedersachsen), turi2.de, turi2.de, spiegel.de (Porträt über Petrys Ex-Mann), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Polens Außenminister: Deutsche Medien mischen sich unzulässig in polnische Politik ein.

Minister of Foreign Affairs of Poland, Witold Waszczykowski Ringier Axel Springer mischt sich unzulässig in die politischen Angelegenheiten Polens ein, behauptet Polens Außenminister Witold Waszczykowski (Foto). Er verbitte sich diese Einmischung. Dabei werfe Deutschland Polen seit anderthalb Jahren vor, Einfluss auf die eigene Presse zu nehmen, kritisiert Waszczykowski im Gespräch mit dem "Spiegel". Ringier Axel Springer soll angeblich die Journalisten der polnischen Tochter angewiesen haben, proeuropäisch zu berichten.
spiegel.de (Paid)Kommentieren ...

"Bild"-Journalisten sind bei Lubitz-Pressekonferenz nicht erwünscht.

Bild muss bei der Pressekonferenz von Günter Lubitz (Foto) draußen bleiben. Der Vater des Germanwings-Copiloten Andreas Lubitz sperrt Reporter von Springers Boulevardblatt aus, bestätigt der Verlag – und weist demonstrativ auf den trotzdem geführten Liveticker hin. Lubitz' Medienanwalt Andreas Behr meldet sich auf turi2-Nachfrage nicht zurück. "Bild" und Lubitz haben eine juristische Vorgeschichte: Die Familie wehrt sich gegen die Veröffentlichung von Grabstätten-Fotos, das Verfahren läuft noch. Zuletzt wurden Zweifel laut an einem "Bild"-Interview mit einer Frau, die Andreas Lubitz' Ex-Freundin sei.
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background), bildblog.de (Background)Kommentieren ...

"Spiegel"-Cover mit Trump in Henkerpose verstößt nicht gegen den Pressekodex.

Spiegel verstößt mit seinem Cover, das Donald Trump schemenhaft in Henkerpose zeigt, nicht gegen den Pressekodex, sagt der Deutsche Presserat. Alle 21 Beschwerden seien unbegründet. Die Karikatur sei "zwar provokant, aber ein zulässiger Beitrag im Rahmen der politischen Berichterstattung, der von der Meinungsfreiheit gedeckt ist", begründet der Presserat seine Entscheidung.
horizont.net, turi2.de (Background)

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Russland-Experte Reitschuster verlangt Schutz für terrorisierte Journalisten.

Staatlicher Psycho-Terror durch Russland gegen Journalisten wird von Behörden und Kollegen nicht ernst genommen, kritisiert der langjährige Moskau-Korrespondent Boris Reitschuster. Es herrsche "Gleichgültigkeit, bis hin zu Häme und Spott", weil sich viele das Ausmaß des Terrors nicht vorstellen könnten. Reitschuster fordert mehr Berichterstattung, juristische Schritte der Journalisten-Verbände und Schutz durch Behörden. Die Propaganda-Abteilung des Kreml beobachtet systematisch westliche Medien – der Ex-"Focus"-Journalist erwartet für die Zukunft noch härtere Attacken.
huffingtonpost.deKommentieren ...

Zitat: Gabriel zweifelt im Fall Yücel an Rechtsstaatlichkeit der Türkei.

"Wenn die Türkei wirklich ein Rechtsstaat ist, wie Herr Erdogan behauptet, dann frage ich mich, wie er schon vor Beginn eines Gerichtsverfahrens wissen kann und sagen darf, dass Deniz Yücel ein Terrorist und Spion sei."

Außenminister Sigmar Gabriel berichtet im "Spiegel" von vergeblichen Versuchen deutscher Diplomaten, zum inhaftierten "Welt"-Journalisten Deniz Yücel Kontakt aufzunehmen.
"Spiegel", 12/2017, S. 12Kommentieren ...

Zahl des Tages: Deutsche Journalisten stehen auf syrischer Fahndungsliste.

Zahl des Tages: Mehr als 500 Deutsche, darunter viele Journalisten, befinden sich auf einer geheimen, syrischen Fahndungsliste, berichtet Zapp. Offenbar sollen kritische Stimmen so mundtot gemacht werden. Befüllt wird die Liste mit insgesamt rund 1,6 Mio Einträgen vor allem von den Geheimdiensten des Landes.
ndr.de (mit 6-Min-Video)Kommentieren ...

Türkischer Wirtschaftsminister will juristisch gegen "Bild" vorgehen.

Türkischer Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci droht mit juristischen Schritten gegen die "Bild". In einer Mitteilung kritisiert der Politiker einen "empörenden Angriff" und spricht von "niveaulosen Beleidigungen", die gegen die ganze Türkei gerichtet seien. Laut "Bild" bezieht sich Zeybekci auf einen Beitrag, in dem die Zeitung darüber berichtet, dass er Erdogan-Kritiker und Putschisten als "Ka­nal­rat­ten" bezeichnet.
tagesschau.de, bild.deKommentieren ...

Anwälte von Deniz Yücel legen Widerspruch gegen Untersuchungshaft ein.

Deniz Yücel: Die Anwälte des in der Türkei in Untersuchungshaft sitzenden "Welt"-Journalisten legen wie erwartet Widerspruch gegen die Haftentscheidung ein. Die Anwälte begründen unter anderem, dass die als Beweis verwendeten Artikel des Journalisten älter als vier Monate und damit nicht anwendbar seien. Zudem lägen nur unzureichende Übersetzungen der Beiträge vor.
welt.deKommentieren ...

"Kicker" boykottiert Interviews mit TSV 1860 München.

Kicker verzichtet vorerst auf Interviews mit Spielern und Vereinsverantwortlichen des TSV 1860 München. Mit dem Boykott reagiert Chefredakteur Jörg Jakob auf das "Problem mit kritischer Berichterstattung", das der Verein habe. Zuletzt hatten die Münchner Löwen einer "Bild"-Reporterin die Akkreditierung entzogen und sie wissen lassen, dass ihre Berichterstattung "derzeit nicht willkommen" sei.
kicker.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Erdogan wirft "Welt"-Journalist Deniz Yücel Spionage vor.

testDie Türkei und der ausländische Agent: Der türkische Präsident Erdogan beschuldigt den "Welt"-Journalisten Deniz Yücel der Spionage. Yücel sei ein kurdischer Aktivist und "deutscher Agent", sagte er bei einer Rede in Istanbul. "Als ein Vertreter der PKK, als ein deutscher Agent hat sich diese Person einen Monat lang im deutschen Konsulat versteckt", sagte Erdogan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Das Staatsoberhaupt wirft den deutschen Behörden vor, "Terrorismus" in der Türkei zu unterstützen. "Sie müssen wegen Unterstützung und Beherbergung von Terrorismus vor Gericht gestellt werden." Das Auswärtige Amt weist die Vorwürfe als "abwegig" zurück.

Erdogan ärgert sich über die Absage mehrerer Redeauftritte seiner Minister in Deutschland. Sie dürften dort nicht sprechen, während Vertreter der verbotenen Kurdenorganisation öffentlich das Wort ergreifen dürften, sagt Erdogan, der sich zum ersten Mal seit der Verhaftung Yücels zu dem Fall äußert. Der deutsch-türkische Korrespondent der "Welt" sitzt im Gefängnis in Silivri, westlich von Istanbul. Die Türkei hält ihm Terrorpropaganda und Volksverhetzung vor. Nach Auskunft seines Anwalts drohen ihm bis zu zehneinhalb Jahre Haft.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Bayerischer Journalisten-Verband droht 1860 München mit Boykottaufruf.

Bayerischer Journalisten-Verband fordert von 1860 München, die Restriktionen gegen einzelne Medienvertreter sofort aufzuheben. Sollte der Fußball-Zweitligist weiterhin einzelne Medien von Spielen ausschließen, droht der BJV mit einem Aufruf an alle Medien, die Berichterstattung über die Spiele des Vereins zu boykottieren. Der Verband appelliert an die Solidarität der Presse, denn 1860 München verstoße gegen das Recht auf freie Berichterstattung und missbrauche sein Hausrecht. Der Münchner Verein hatte am Freitag abgelehnt, auf einer Pressekonferenz die Frage einer "Bild"-Reporterin zu beantworten. Sie durfte sich auch nicht für das Heimspiel der Löwen am Samstag akkreditieren.
bjv.de, tz.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: "FAZ" stellt Fehler bei Solidaritätsanzeige falsch dar.

#FreeDeniz: FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube (Foto) hat den Fehler bei den Unterschriften für die Solidaritätsanzeige für Deniz Yücel "fehlerhaft wiedergegeben", sagen die Organisatoren der Aktion. Das Organisations-Komitee um die Spiegel-Online-Autorinnen Margarete Stokowski und Sybille Berg und Moderator Jan Böhmermann habe vorab mehrfach per Mail und Telefon versucht, die "FAZ" zu erreichen, damit diese die Anzeige unterstütze. Die irrtümliche Aufnahme eines "FAZ"-Herausgebers in die Unterschriftenliste erklären die Organisatoren mit der falschen Zuordnung einer Mail. Der Fehler sei jedoch wenige Minuten nach dem Hinweis darauf korrigiert worden, sagen die Organisatoren.
meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"FAZ"-Mitarbeiter wurden für Free-Deniz-Anzeige nicht gefragt.

FAZ hat die Solidaritätsanzeige für Deniz Yücel nicht abgedruckt, weil "ehrliche Absichten" nicht zu erkennen waren, schreibt "FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube. Die Lock-Behauptung, auch ein "FAZ"-Herausgeber gehöre zu den Unterzeichnern, sei falsch gewesen - dieser wurde nie gefragt. Das Herausgeber-Gremium sowie die allermeisten Redakteure hätten erst durch die Veröffentlichung von der Anzeige erfahren. Kaube vermutet, dass die Beteiligung von "FAZ"-Mitarbeitern "gar nicht gewollt war".
faz.net
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"Spiegel" und Springer solidarisieren sich für Deniz Yücel.

Deniz Yücel 150#FreeDeniz: "Spiegel" und Spiegel Online machen sich mit einer Protestnote für die Freilassung von Deniz Yücel stark. Sie fordern auch, die 150 anderen unfreien Journalisten in der Türkei gehen zu lassen. Die Redaktionen schließen sich einer Zeitungsanzeige von mehr als 300 Medienleuten an. Auch Chefredakteure der ARD protestieren per Stellungnahme. Springer-Chef Mathias Döpfner kritisiert die U-Haft für seinen Mitarbeiter Yücel als gezielte Methode gegen die Gedankenfreiheit. Am Berliner Springer-Hochhaus prangt der Schriftzug #FreeDeniz.
spiegel.de, presseportal.de (ARD), welt.de (Döpfner), turi2.de (Anzeige)


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Türkei: Deniz Yücel kommt in Untersuchungshaft.

Deniz Yücel
Unfree Deniz: Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der "Welt", muss in türkische Untersuchungshaft. Nach einem Haftantrag der Staatsanwaltschaft hat Haftrichter Mustafa Cakar am Montagabend in beiden Anklagepunkten Untersuchungshaft verhängt. Yücel wird Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung vorgeworfen. Er befindet sich seit knapp zwei Wochen in der Türkei in Polizeigewahrsam. Yücels Anwälte wollen Einspruch gegen die Entscheidung des Haftrichters einlegen. Untersuchungshaft kann in der Türkei bis zu fünf Jahre dauern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet die Entscheidung als "bitter und enttäuschend" und hält die Untersuchungshaft für "unverhältnismäßig". Deutlicher wird Außenminister Sigmar Gabriel: "Das ist eine viel zu harte und deshalb auch unangemessene Entscheidung."

Unterdessen setzen sich einige hundert Journalisten und Medienmacher mit einer ganzseitigen, zweisprachigen Anzeige in der "Süddeutschen Zeitung" für die Freilassung von Deniz Yücel ein. Verantwortlich im Sinne des Presserechtes zeichnen für die Anzeige Spiegel-Online-Autorin Margarete Stokowski, Schriftstellerin Sibylle Berg und Moderator Jan Böhmermann.
welt.de, welt de (Merkel/Gabriel), turi2.de (Anzeige) 3 Kommentare

Margarete Stokowski, Sibylle Berg und Jan Böhmermann schalten Unterstützer-Anzeige für Deniz Yücel.

Freiheit für Deniz 150Freiheit für Deniz fordert eine ganzseitige Anzeige auf Türkisch und Deutsch, die u.a. in der "Süddeutschen Zeitung" und der "Welt" erscheint. Verantwortlich im Sinne des Presserechtes zeichnen Spiegel-Online-Autorin Margarete Stokowski, Schriftstellerin Sibylle Berg und Moderator Jan Böhmermann. Einige hundert Journalisten und Medienmacher unterstützen die Aktion und setzen sich für die Freilassung von "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ein, darunter "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer, "Zeit"-Chef Giovanni di Lorenzo, "Bild"-Chefreporter Paul Ronzheimer, ZDF-Moderatorin Dunja Hayali und Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios.
"Süddeutsche Zeitung", S. 11 / "Welt", S. 7 (Großansicht), freedeniz.de5 Kommentare

SWR-Chefredakteur will Korrespondenten nicht nur nach Fähigkeit auswählen.

Arthur Landwehr_150Korrespondenten sollten nicht nur aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgewählt werden, sagt Arthur Landwehr, Chefredakteur des SWR. In vielen Staaten kann es auch entscheidend sein, ob die entsprechende Person Verwandte im Land hat. Eine doppelte Staatsbürgerschaft wie im Fall Yücel sei kein Ausschlusskriterium, aber ein wichtiges Entscheidungskriterium, so Landwehr.
"FAS", S. 6 (Paid)
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Correctiv wird von türkischen Nationalisten bedroht.

David Schraven 600Recherchieren unter Polizeischutz: Türkische Nationalisten bedrohen Mitarbeiter des Recherchebüros Correctiv, berichtet Correctiv-Chef David Schraven in der "Zeit". Die Anfeindungen richteten sich vor allem gegen die türkischen Journalisten der Website Özgürüz. Fünf Redakteure hätten bereits gekündigt, weil ihnen die Arbeit zu gefährlich wurde. Das türkische Staatsfernsehen hatte zuvor über die Exil-Redaktion berichtet.

Die Correctiv-Redaktion in Berlin steht seit zwei Wochen unter Objektschutz. Für eigene Sicherheitsmaßnahmen, wie etwa eine Tür mit Sicherheitsschleuse, fehle der Redaktion das Geld. Schraven empfindet die Bedrohung durch türkische Nationalisten gefährlicher als die Aktivisten der neurechten Identitären Bewegung oder Putin-Freunde, die 2016 die Berliner Redaktion stürmten. "Dass man sich als Journalist in Deutschland fürchten muss - das kann doch nicht sein", sagt Schraven.
"Zeit", S. 9 (Paid), turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: David Schraven spricht über Gemeinnützigkeit im Journalismus.
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DJV und Netzwerk Recherche kritisieren Entwurf des Transparenzregisters.

djv-LogoTransparenzregister verdient seinen Namen nicht, kritisieren DJV und Netzwerk Recherche. Die Gewerkschaft bemängelt, dass das Finanzministerium entscheiden dürfe, welche Journalisten Zugang zu dem Archiv bekommen. Netzwerk Recherche stört sich an der geplanten Bezahlschranke und der eingeschränkten Durchsuchbarkeit des Firmenregisters, das Auskunft über die Eigentümer von Unternehmen geben soll.
djv.de, netzwerkrecherche.org, turi2.de (Background)
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"Zeit": Heiko Maas drängte auf Einstellung von Ermittlungen gegen Netzpolitik.org.

heiko-maas-9-2016-600
Ermittlung nach Maas: Bundesjustizminister Heiko Maas hat bei den Ermittlung gegen das Blog Netzpolitik.org wegen Landesverrats im Frühjahr 2015 womöglich eine andere Rolle gespielt als bisher eingestanden. Das berichtet die "Zeit" unter Berufung auf interne Akten der Bundesanwaltschaft. Demnach soll Maas über seine Staatssekretärin Stefanie Hubig mehrfach und unter Androhung sofortiger Entlassung massiv gedrängt haben, die Ermittlungen gegen die beiden Blogger Markus Beckedahl und Andre Meister einzustellen. Bisher hatten Maas und Vertreter seines Ministeriums stets bestritten, entsprechende Anweisungen an den Generalbundesanwalt gegeben zu haben.

Die Bundesanwaltschaft hatte im Frühjahr 2015 Ermittlungen gegen Beckendahl und Meister aufgenommen, nachdem Netzpolitik.org vertrauliche Unterlagen u.a. zu Abwehrmaßnahmen gegen Cyberangriffe veröffentlicht hatte. Der damalige Generalbundesanwalt Harald Range sagte damals öffentlich, Maas behindere die Ermittlungen und übe Druck aus, weil die Strafverfolgung von Journalisten politisch nicht opportun sei. Range verlor nach diese Aussage sein Amt, wenige Tage später wurden die Ermittlungen eingestellt.
zeit.deKommentieren ...

Bundeskabinett will am Mittwoch ein neues Firmenregister beschließen.

wolfgang schäuble_150Transparenz: Deutschland bekommt ein neues Firmenregister, das die Eigentümer von Unternehmen offenlegen soll. Das Bundeskabinett soll einen entsprechenden Gesetzentwurf am Mittwoch verabschieden. Laut "Süddeutscher Zeitung" wird das Transparenzregister ähnlich wie das Grundbuch nur für bestimmte Personen zugänglich sein. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (Foto) habe sich in diesem Punkt gegen die anderen Bundesministerien durchgesetzt. Die neue Datenbank ist Teil der vierten EU-Geldwäscherichtlinie, mit der die EU stärker gegen Korruption und Geldwäsche vorgehen will.
sueddeutsche.de, netzpolitik.org2 Kommentare

Meinung: Offenlegung von Hintergrundgesprächen würde Scoops verhindern.

Michael HanfeldUnter drei: Auskünfte zu Hintergrundrunden von Politikern mit Journalisten würden Scoops verhindern, meint Michael Hanfeld. Sollten die Teilnehmer und Themen der Gespräche bekannt werden, wäre es mit vertraulichen Gesprächen zwischen Politikern und Journalisten vorbei. Hintergrundgespräche seien keine Kungelrunden, sondern dienten als Verständnishilfe, so Hanfeld. Ein Journalist des "Tagesspiegels" verklagt das Bundeskanzleramt auf Auskunft, mit welchen Journalisten sich Kanzlerin Angela Merkel 2016 zu vertraulichen Gesprächen getroffen hat und welche Themen besprochen wurden.
faz.net, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Analyse: Radiosender durchbricht IS-Informationsblockade in Mossul.

Irak Flagge 150Irak: Ein Radiosender aus Kurdistan hilft Menschen im umkämpften Mossul, an unabhängige Informationen zu gelangen, beobachtet Inga Rogg. Der Sender Al Ghad nutzt mehrere Frequenzen, um Störsender der Terror-Miliz IS zu durchbrechen. Ein Professor in islamischer Theologie seziert auf Al Ghad die IS-Ideologie, ein Experte informiert die Zuhörer, wie sie aus Kräutern Medizin herstellen können. Vor knapp zwei Jahren gründete ein in den USA ausgebildeter 28-jähriger Informatiker aus Mossul den Sender.
taz.de
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AKP verweigert "taz" und weiteren Medien Zutritt zu Veranstaltung.

Yildirim in Oberhausen
Du kommst hier nicht rein: Die türkische Regierungspartei AKP hat am Samstag mehrere deutsche Journalisten von ihrer Veranstaltung mit dem türkischen Ministerpräsidenten Yilderim in Oberhausen ausgeschlossen. Die "taz" beklagt, dass ihrem Reporter trotz Akkreditierung der Zutritt verweigert worden sei. Der von der AKP angeheuerte Sicherheitsdienst habe sich auf "Sicherheitserwägungen" berufen und behauptet, der Ausschluss sei mit der Polizei abgesprochen. Die Beamten wollen von so einer Absprache allerdings nichts wissen.

Auch das Recherchebüro Corretiv meldet, dass zwei seiner Reporter, die für die kürzlich gestartete deutsch-türkische Website Özgürüz tätig sind, nicht in die Halle gelassen wurden. Marina Kormbaki vom Redaktionsnetzwerk Deutschland twitterte zudem, dass ihr Übersetzer nicht in die Veranstaltungsstätte gelassen wurde. Sie selbst konnte jedoch von der Rede Yilderims berichten. (Bild: dpa)
spiegel.de, correctiv.org, twitter.com2 Kommentare

Zitat: David Frum wertet Trumps Angriff auf die Medien als Aufruf zur Gewalt.

David Frum 150"Es ist schwer diesen zweifach geposteten Tweet als etwas anderes zu lesen, denn als Aufstachelung zur Gewalt durch eine Bürgerwehr."

David Frum, Senior Editor bei "The Atlantic" und ehemaliger Redenschreiber von George W. Bush, wertet Donald Trumps Bezeichnung der Medien als "Feind des Volkes" als Aufruf zur Gewalt.
twitter.com, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Trump-Kampagne befragt Anhänger zum Vertrauen in die Medien.

Donald Trump 150Trump führt seine Kampagne gegen die Medien fort. Kurz nach seiner Pressekonferenz, bei der er bereits gegen die Medien ausholte, schickt sein Team eine bizarre Online-Umfrage an seine Anhänger. Darin werden sie unter anderem in Suggestivfragen befragt, ob sie verschiedenen Medien trauen und bei welchen Themen die "Mainstream-Medien" den schlechtesten Job machen.
mashable.com, turi2.de (Background)Kommentieren ...