Pressefreiheit ist ein so hohes Gut, dass sich selbst Autokraten gerne damit brüsten. lexikon2.de

Silke Burmester sieht Deniz Yücel als Symbol für Kampf gegen Unrecht in der Türkei.

Deniz Yücel finde deutlich mehr Beachtung, als andere inhaftierte Journalisten und Aktivisten in der Türkei, beobachtet Silke Burmester. Das sei zwar unfair gegenüber anderen Inhaftierten wie Mesale Tolu, gleichzeitig tauge Yücel mit seinem Auftreten als cooler Hund gut als Symbol und stehe dadurch auch stellvertretend für seine Kollegen.
deutschlandfunk.deKommentieren ...

Hongkong nimmt die BBC vom Sender.

BBC-Logo-150x150BBC: Hongkong streicht den BBC World Service tagsüber aus dem Radioprogramm. Künftig ist der britische Auslandssender in der ehemaligen Kolonie nur noch nachts zu hören. Auf der Frequenz sendet künftig ein chinesisches Staats-Programm. Die Regierung wolle mit dem Schritt den kulturellen Austausch zwischen Hongkong und China fördern. Kritiker fürchten um die Pressefreiheit. Die BBC war in Hongkong fast 40 Jahre lang ununterbrochen auf Sendung.
theguardian.comKommentieren ...

Türkische Behörden erteilen Haftbefehle gegen 35 Journalisten.

Türkei Flagge 150Türkei hat Haftbefehle gegen 35 Journalisten ausgestellt. Die Behörden werfen den Journalisten vor, Mitglied der verbotenen Gülen-Bewegung zu sein. Unter den bereits Festgenommenen befindet sich Burak Ekici, Herausgeber der regierungskritischen Zeitung Birgün. Alle gesuchten Journalisten sollen die Messenger-App ByLock genutzt haben, was den türkischen Justizbehörden als Beweis für die Gülen-Mitgliedschaft gilt.
spiegel.de, handelsblatt.comKommentieren ...

Neun Journalisten klagen gegen Entzug der G20-Akkreditierung.

Klage gegen Schwarze Liste: Neun Journalisten ziehen gegen das Bundespresseamt von Regierungssprecher Steffen Seibert vor Gericht. Sie wollen nachträglich feststellen lassen, dass es rechtswidrig war, ihnen vor dem G20-Gipfel in Hamburg die zuvor erteilte Akkreditierung wieder zu entziehen, schreibt Fatina Keilani im "Tagesspiegel". Insgesamt sind 32 Journalisten betroffen, die erst zugelassen und kurz vor dem Gipfel auf eine Schwarze Liste gesetzt wurden.

Laut Bundespresseamt habe es "Sicherheitsbedenken" gegen die Medienvertreter gegeben. Genauere Erklärungen gibt es nicht. Die Betroffenen werfen dem Bundeskriminalamt und dem Bundespresseamt vor, zu Unrecht gebrandmarkt worden zu sein. (Foto: dpa)
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Israel ordnet Schließung von Al-Jazeera-Büro an.

Israel macht Ernst und verbannt Al Jazeera aus dem Land. Kommunikationsminister Ayub Kara kündigt an, den Journalisten des arabischen Senders die Akkreditierung zu entziehen. Bei Kabel- und Satellitenbetreibern habe er beantragt, die Übertragung zu stoppen. Zuvor hatte Ministerpräsident Netanjahu mehrfach beklagt, dass seine Behörden nichts dagegen unternehmen, dass Al Jazeera nach seiner Ansicht zu Gewalt aufrufe.
derstandard.at, theguardian.com, turi2.de (Background)Kommentieren ...

WeltN24 klagt in Straßburg gegen Inhaftierung von Deniz Yücel in der Türkei.

WeltN24 beschwert sich beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gegen die Inhaftierung von Deniz Yücel in der Türkei. Der Verlag beklagt die Verletzung der Presse- und Berichtsfreiheit, eine Vor-Ort-Berichterstattung aus der Türkei sei nicht mehr möglich. Seit April klagt auch Yücel vor dem Straßburger Gericht gegen seine Haft.
welt.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Lese-Tipp: Imran Ayata organisiert den Protest für die Freilassung von Deniz Yücel.

Deniz Yücel: Das öffentliche Interesse am Schicksal des in der Türkei inhaftierten "Welt"-Journalisten nimmt ab und wird noch weiter abnehmen, sagt Imran Ayata (Foto). Der "PR Report" porträtiert den PR-Profi und Freund Yücels, der seit der Festnahme für dessen Freilassung kämpft und als Organisator hinter Lesungen und dem Benefizkonzert in Berlin steht.
"PR Report", 4/2017, S. 9 (Paid)Kommentieren ...

U.S. Press Freedom Tracker sammelt Verstöße gegen die Pressefreiheit in den USA.

Pressefreiheit: Mehr als 25 US-amerikanische Medien- und Journalisten-Organisationen haben einen U.S. Press Freedom Tracker ins Leben gerufen. Die Seite rückt Verstöße gegen die Pressefreiheit in den USA in den Fokus, vor allem durch Regierung, Politik und Polizei. Demnach wurden seit Anfang 2017 bereits 19 Journalisten verhaftet, elf körperlich attackiert.
mediashift.org, pressfreedomtracker.usKommentieren ...

Türkische Behörden inhaftieren französischen Journalisten.

Türkei Flagge 150Türkei: Der französische Journalist Loup Bureau, freier Mitarbeiter des Fernsehsenders TV5, ist in der südöstlichen Provinz Sirnakc festgenommen und inhaftiert worden. Die türkische Justiz wirft ihm vor, Mitglied der kurdischen Miliz YPG zu sein. Unterdessen hat ein Gericht in Istanbul den Prozessbeginn für die inhaftierte deutsche Journalistin Mesale Tolu Corlu auf den 11. Oktober festgelegt.
derstandard.at (TV5), handelsblatt.com (Mesale Tolu Corlu)
Kommentieren ...

Türkei: "Tagesspiegel" macht mit der inhaftierten Journalistin Mesale Tolu auf.


Sippenhaft: Der "Tagesspiegel" widmet den Titel seiner Montagausgabe der in der Türkei inhaftierten türkischstämmigen, deutschen Journalistin Mesale Tolu. Auf Seite drei erzählt das Blatt die Geschichte von Tolu, die seit Ende April gemeinsam mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn in einem Gefängnis in Istanbul einsitzt, der Vorwurf lautet – wie so oft – Terror-Propaganda und Mitgliedschaft in einer Terror-Organisation. Auch ihr Ehemann sitzt in einem türkischen Knast, allerdings in einem anderen.

Der "Tagesspiegel" beschreibt, wie Tolu und ihr Sohn sich eine 50-Quadratmeter-Zelle mit 24 weiteren Frauen teilen müssen, dass es eine Stunde Hofgang pro Tag gibt und der Sohn nur einen Plastikball zum Spielen hat. Die Details kommen von Tolus Bruder, der die Geschichte von Deutschland aus erzählt. Er traue sich nicht in die Türkei zu reisen, aus Angst selbst verhaftet zu werden.
epaper.tagesspiegel.de (Paid), twitter.com, per Mail, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Ex-“Cumhuriyet“-Mitarbeiter beklagt unfairen Prozess und geistige Enge.

"Niemand von uns ist frei. Als Nation sind wir eingesperrt. Eingesperrt sind die, die ein Gewissen haben."

Ex-"Cumhuriyet"-Mitarbeiter und "taz"-Autor Ali Celikkan kritisiert einen unfairen Prozess gegen die “Cumhuriyet“-Mitarbeiter in der Türkei. In dem Land habe man das Gefühl, ständig an einer Klippe zu stehen.
taz.deKommentieren ...

Sieben "Cumhuriyet"-Mitarbeiter kommen vorerst frei.

Türkei lässt sieben von elf inhaftierten Mitarbeitern der Zeitung Cumhuriyet vorläufig aus der Untersuchungshaft frei. Die vier wichtigsten Angeklagten müssen jedoch in Untersuchungshaft bleiben, entscheidet ein Istanbuler Gericht. Dies betrifft Chefredakteur Murat Sabuncu, Kolumnist Kadri Gürsel, Herausgeber Akin Atalay und Investigativ-Journalist Ahmet Sik. Bisher waren elf der 17 angeklagten Mitarbeiter im Gefängnis.
zeit.de, deutschlandfunk.de
Kommentieren ...

Bild des Tages: Aktivisten protestieren in Istanbul für Pressefreiheit.


Bunter Protest für die Pressefreiheit: Mit Schildern und Luftballons protestieren Aktivisten vor dem Gerichtsgebäude in Istanbul gegen die Inhaftierung von Journalisten und Mitarbeitern der Zeitung "Cumhuriyet", denen der Prozess gemacht wird. Die Titelseite der Zeitung, die viele Demonstranten hochhalten, trägt übersetzt die Schlagzeile "Wir wollen Gerechtigkeit".
(Foto: Can Erok / ZUMA Press / picture alliance)Kommentieren ...

Zitat: Can Dündar will keine Tauschgeschäfte für die Freilassung von Journalisten.

"Man sollte Erdogan keinesfalls die Möglichkeit einräumen, die Freiheit von jemandem zum Tauschobjekt zu machen."

Can Dündar, aus der Türkei geflohener Ex-Chefredakteur der "Cumhuriyet", sagt der dpa vor dem Prozessauftakt gegen seine ehemaligen Kollegen, dass Rechtsstaaten nicht über Bedingungen für die Freilassung von Journalisten verhandeln sollen.
derstandard.at, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Türkei soll Austausch von Deniz Yücel gegen Ex-Generäle angeboten haben.

Türkei hat Medienberichten zufolge der Bundesregierung angeboten, den inhaftierten "Welt"-Journalisten Deniz Yücel freizulassen. Als Gegenforderung habe Staatspräsident Erdogan jedoch verlangt, dass Deutschland zwei Ex-Generäle ausliefert, die nach dem Putschversuch in der Türkei in Deutschland Asyl beantragt haben.
spiegel.deKommentieren ...

Betroffene Journalistin der schwarzen Liste beim G20-Gipfel wehrt sich öffentlich gegen "Brandmarkung".


Aufschrei gegen die schwarze Liste: Elsa Koester, Redakteurin beim Neuen Deutschland, outet sich als Betroffene der schwarzen Liste beim G20-Gipfel und wirft dem Bundeskriminalamt vor, sie und die anderen Betroffenen zu Unrecht zu brandmarken. Ihr hänge nun der Verdacht an, unsauber zu arbeiten. "Äußere dich besser nicht", würden ihr Kollegen raten, doch sie wolle die "Kriminalisierung" nicht hinnehmen.

Koester betont, saubere journalistische Arbeit abzuliefern und nicht selbst in das Geschehen einzugreifen. Die BKA-Liste verletzt sie sowohl in ihrem Stolz als auch in ihrer Berufsfreiheit. Sie habe auch Gewalt von Vermummten gegenüber Polizisten gefilmt und dokumentiert. Die Journalistin erklärt sich ihren Platz auf der BKA-Liste mit vielfältigen, gewaltfreien "Protesten gegen die Auswüchse kapitalistischer Zerstörung" vor ihrem Einstieg in den Journalismus.
neues-deutschland.de, turi2.de (Background)1 Kommentar

ROG: Russland kupfert bei deutschem Facebook-Gesetz ab.

Schlechtes Vorbild: Das Facebook-Gesetz von Justizminister Maas avanciert in Russland zum Vorbild für ein Gesetz, das die Freiheit im Netz stark einschränken könnte. Reporter ohne Grenzen kritisieren schwammige Formulierungen, die die Behörden gegen Putin-Kritiker einsetzen könnten. Das Parlament will auch die Nutzung von Anonymisierungs-Software stark einschränken.
presseportal.deKommentieren ...

"Kieler Nachrichten" vermuten Peilsender am Auto von Chefredakteur Christian Longardt.

Kieler Nachrichten erneuern ihren Verdacht, dass Journalisten der Zeitung abgehört und bespitzelt wurden. Eine Messung am Auto von Chefredakteur Christian Longardt habe "Signale einer Funkquelle" ergeben, womöglich ein Peilsender. Bei der Untersuchung in einer Werkstatt einige Tage später war jedoch nichts mehr zu finden. Zudem sei der private E-Mail-Account von Polizei-Reporter Bastian Modrow gehackt worden. Das Kieler Innenministerium weiß von nichts, das Landespolizeiamt weist die Vorwürfe als "substanzlos" zurück.
kn-online.de, ln-online.de (Reaktionen), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Journalisten fragen die ARD, ob sie auf der schwarzen Liste beim G20-Gipfel standen.

ARD wird, weil das BKA keine Auskünfte gibt, im Fall der ent-akkreditierten Journalisten beim G20-Gipfel zu einer Auskunft. "Wir sind unfreiwillig ein Servicebüro für Kolleginnen und Kollegen geworden, die sich Sorgen machen, ob sie auf der Liste stehen", zitiert die "FAS" ARD-Korrespondent Arnd Henze. Einem TV-Team der ARD war es gelungen, die an Polizisten ausgeteilten schwarzen Listen abzufilmen.
"FAS", S. 49 (Paid), turi2.de (Background)
Kommentieren ...

Innenministerium: Teils jahrealte Vergehen waren Grund für Entzug von G20-Akkreditierung.

G20: Das Bundesinnenministerium hat Details genannt, warum Journalisten die Akkreditierung zum G20-Gipfel entzogen wurde. Demnach handele sich um "etliche Personen mit Straftaten und Verurteilungen" aus dem "linksextremen Spektrum", u.a. "Landfriedensbruch, Graffiti und andere Sachbeschädigungen". Die Sachverhalte seien teilweise bereits "einige Jahre her". Bei 28 der 32 Journalisten auf der Liste sei dies bereits zum Zeitpunkt der Akkreditierung bekannt gewesen, bei weiteren vier hätten sich erst danach neue Erkenntnisse ergeben. Ein NDR-Journalist wurde als "Reichsbürger" gelistet, was sich nachträglich als falsch erwiesen hat.
taz.de, tagesspiegel.de ("Reichsbürger"), br.de (9-Min-Audio), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Weltjournalisten-Präsident Philippe Leruth appelliert an Solidarität für Pressefreiheit.


Mission Pressefreiheit: "Solidarität ist die wichtigste Waffe von Journalisten, um ihre Rechte durchzusetzen", sagt Philippe Leruth im Interview mit turi2.tv am Rande seines Besuchs beim Bayerischen Journalistenverband im Presseclub München. Er ist seit Juni 2016 Präsident der Internationalen Journalisten Föderation, der weltweiten Vereinigung der nationalen Journalistengewerkschaften. Der Weltverband unterstützt Journalisten bei ihrem Kampf für Pressefreiheit und faire Arbeitsbedingungen. Der erste Schritt liege aber bei den Journalisten selbst, in ihren Unternehmen und ihren Ländern für ihre Rechte zu kämpfen, "die Internationale Journalisten Föderation kann aus sich selbst nichts tun", sagt Leruth, der hauptberuflich als Redakteur bei der belgischen Tageszeitung L'Avenir arbeitet.

Sorgen bereiten ihm derzeit vor allem die Türkei, "das größte Gefängnis für Journalisten", und Mexiko, wo seit Anfang 2017 bereits acht Journalisten getötet wurden. Ihn ärgert besonders, dass Journalisten-Morde in Mexiko straflos bleiben. In Deutschland sei die Pressefreiheit im Vergleich dazu zwar sehr hoch, jedoch begrenze jede Maßnahme gegen Terrorismus auch die Pressefreiheit. Ebenso wirtschaftliche Interessen: Mehr und mehr Medienunternehmen sind Teil großer Konzerne, daher sieht Leruth die Gefahr, dass deren Gesellschafter auf Journalisten Druck ausüben könnten, über Themen nicht zu berichten, die für den Konzern problematisch sind.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Bundespresseamt muss sich Fragen zum Wert der Pressefreiheit gefallen lassen, findet Cerstin Gammelin.

Pressefreiheit ist ernsthaft in Gefahr, wenn Journalisten wie beim G-20-Gipfel "aussortiert" werden, ohne die Gründe offenzulegen, warnt Cerstin Gammelin. Um die Verhältnismäßigkeit der Arbeitsverbote einschätzen zu können, müsse das Presseamt seine Motive offenlegen. Das Schweigen werfe die Frage auf, ob die Sicherheit der Staatschefs über der Pressefreiheit stünde.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Süddeutsche Zeitung": BKA überwacht offenbar seit Jahren Journalisten bei Gipfeltreffen.


Big Brother: Regierungssprecher Steffen Seibert sagt in einer Erklärung, die 32 vom G-20-Gipfel ausgeschlossenen Journalisten wurden aus BKA-Personalknappheit vor die Tür gesetzt. Weil die Eins-zu-eins-Überwachung der Journalisten durch BKA-Beamte unmöglich war, habe man ihnen die Akkreditierung komplett entzogen. Zuvor seien sie überhaupt nur akkreditiert gewesen, um "einen größtmöglichen Zugang" zu gewährleisten.

Offenbar ist die Praxis, dass BKA-Beamte sich verdächtigen Journalisten bei Gipfeltreffen an die Fersen heften, nicht neu, sondern wurde nicht kommuniziert, weder öffentlich, noch gegenüber den Reportern. Mehrere Journalisten sagen der "Süddeutschen Zeitung", sie hätten eine solche Überwachung nicht akzeptiert, hätten sie davon gewusst. Weil keiner der Journalisten einen Sicherheitsbereich betreten habe, sei es allerdings in Hamburg auch zu keiner Überwachung gekommen. Die Deutsche Journalisten-Union will im Namen von acht betroffenen Journalisten gegen das Bundespresseamt klagen, um die Situation aufzuklären. Auch SPD und Grüne fordern Aufklärung von der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Gewerkschaften und Opposition: G20-Akkreditierungen müssen aufgeklärt werden.

G20-Akkreditierungen: Bundespresseamt und Bundeskriminalamt müssen die Vorgänge um die entzogenen G20-Akkreditierungen aufklären, fordern die Journalisten-Gewerkschaften und Oppositionspolitiker. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Das Vorgehen von Bundespresseamt und Polizei sei "skandalös und rechtswidrig", sagt die Deutsche Journalisten-Union (DJU) in Verdi. Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall wirft Regierungssprecher Steffen Seibert vor, die 32 betroffenen Journalisten unter Generalverdacht zu stellen und zu stigmatisieren. Das sei "eine Ungeheuerlichkeit". Jan Korte, Vize-Chef der Linksfraktion, fordert von der Bundesregierung, alle Erkenntnisse und Quellen zu präsentieren.
tagesspiegel.de, dju.verdi.de, djv.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Schwarze Liste akkreditierter Journalisten beim G20-Gipfel sorgt für Kritik.

Schwarze Liste mit Namen von Journalisten, denen nachträglich die Akkreditierung zum G20-Gipfel entzogen wurde, stößt auf Kritik von Datenschützern. Die Liste sei in großer Zahl an Polizisten verteilt worden und für viele Außenstehende einsehbar gewesen, so die Kritik, was zu einer Stigmatisierung führen könne. Außerdem sei weiter unklar, woher die Informationen gekommen seien, die der Liste zugrunde liegen. Womöglich habe ein ausländischer Geheimdienst Einfluss genommen.
tagesschau.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Klick-Tipp: Journalisten berichten von gezielten Polizei-Übergriffen bei G20.

Klick-Tipp: Polizisten gehen während der G20-Proteste gezielt auf Journalisten los, erfährt Flo Smith am eigenen Leib. Kollegen hören Sätze wie "Fuck the press" und "Mit Pressefreiheit ist jetzt Schluss". Smith bekommt Pfefferspray ins Gesicht und meldet den Fall an Reporter ohne Grenzen. Die G20-Krawalle hinterlassen Opfer auf allen Seiten, auch 476 Polizisten wurden verletzt.
huffingtonpost.de, PK im NDR FernsehenKommentieren ...

Hör-Tipp: In Polen gerät die Pressefreiheit immer stärker unter Druck.

Hör-Tipp: Die Medienjournalisten Jörg Wagner und Daniel Bouhs reisen für einen EU-Pressefreiheits-Check 6.000 Kilometer durch Europa. Auf ihrer ersten Station Warschau sprechen sie mit Journalisten, denen immer weniger Luft zum Atmen bleibt und ARD-Korrespondentin Griet von Petersdorff, die als Deutsche wieder kritisch beäugt wird.
radioeins.de (40-Min-Sendung)Kommentieren ...

DJU und DJV kritisieren polizeiliche Willkür rund um den G20-Gipfel.

Journalisten-Verbände intervenieren bei den Behörden wegen entzogener G20-Akkreditierungen für Reporter. Die Deutsche Journalisten-Union (DJU) in Verdi legt Widerspruch für mehrere Mitglieder ein. Es dränge sich der Eindruck auf, dass unliebsame Berichterstattung unterbunden werden soll. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) spricht von "völlig willkürlichen Entscheidungen" des Bundeskriminalamts. "Bild"-Reporter Frank Schneider berichtet von den Krawallen im Schanzenviertel, dass Polizisten gegen Journalisten vorgehen und mit Krankenhaus drohen. Auch die Polizei hat einen schweren Job: Bis Samstagvormittag zählt die Einsatzleitung 213 verletzte Beamte.
dju.verdi.de, djv.de, twitter.com (Schneider), twitter.com (Verletzte)

Kommentieren ...

Zitat: Frank Thomsen will Trump und Erdogan zum Nachdenken bringen.

"Vielleicht schaut ja Donald Trump mal von der Elbphilharmonie rüber und denkt nicht als erstes 'Fake News'. Oder Herr Erdogan entwickelt für eine Sekunde Mitgefühl für inhaftierte Journalisten."

Frank Thomsen, Marketing-Chef bei Gruner + Jahr, sagt im "W&V"-Interview, er wolle mit Großplakaten am Baumwall, auf denen symbolisch inhaftierte G+J-Chefredakteure für Pressefreiheit werben, nicht nur Eigen-PR betreiben.
wuv.deKommentieren ...

Trump twittert Prügel-Video gegen CNN.

Donald Trump greift den US-Sender CNN mit einem Prügel-Video auf Twitter an. Es zeigt den Milliardär im Jahr 2007 bei einem Schaukampf am Rande eines Wrestling-Rings. Das Gesicht des Gegners, den Trump verprügelt, ist von einem CNN-Logo verdeckt. Trump rufe damit zu Gewalt gegen Journalisten auf, schreibt der Sender in seiner Reaktion.
faz.net, theguardian.com


Kommentieren ...

Gerichtsentscheid: "taz" darf den Namen eines Hassposters nennen.

taz darf den Namen des Hassposters Eduard Schritter weiter nennen, entscheidet das Saarländische Oberlandesgericht. Schritter hat im Juli 2014 auf der Facebook-Seite des Schriftstellers Akif Pirincci einen Hass-Post samt Mordaufruf veröffentlicht und später behauptet, sein Accout sei gehackt worden. Er verlangte, dass sein Name aus entsprechenden Medien-Berichten gelöscht wird und klagte gegen die "taz". Das Gericht glaubt seiner Darstellung nicht.
per Mail, taz.de (Background)2 Kommentare

Verfassungsschutz muss "Bild"-Reporter Saure Akteneinsicht gewähren.

Bild-Chefreporter Hans-Wilhelm Saure darf die Akten zur Wehrsportgruppe Hoffmann einsehen, entscheidet das Verwaltungsgericht Köln. Der Verfassungsschutz hatte die Gruppe überwacht und wollte die Akten nicht herausrücken. In welchem Umfang "Bild" sie einsehen darf, ist noch nicht klar. Der Verfassungsschutz berief sich auf das neue Bundesarchivgesetz, das Gericht widersprach.
kress.deKommentieren ...

Generalstaatsanwaltschaft Sachsen speichert illegal Journalisten-Gespräche.

Pressefreiheit: "Zapp" berichtet, dass in Sachsen Gespräche von mindestens drei Journalisten abgehört und jahrelang gespeichert worden sind. Dem NDR liegen entsprechende Unterlagen der sächsischen Polizei vor. Die Generalstaatsanwaltschaft Sachsen hat drei Jahre gegen Personen aus dem Umfeld des Leipziger Fußball-Oberligisten BSG Chemie Leipzig e.V ermittelt und dabei die Gespräche abgehört. Die Daten hätten laut Gesetz nicht gespeichert werden dürfen. Informiert wurden die Journalisten auch nicht, zwei von ihnen prüfen juristische Schritte.
presseportal.deKommentieren ...

Zitat: Al Dschasira ist so frei, wie es in der Golfregion geht.

"In einer Region, in der selbst eine teilweise Pressefreiheit ein Fortschritt ist, liegen Al-Dschasiras Standards über der Norm."

Philip Seib, Journalistik-Professor in Kalifornien und Autor des Buchs "Der Al-Dschasira-Effekt", findet, Al-Dschasira könne nicht mit demokratischen Sendern verglichen werden, fordere den Status Quo aber dennoch heraus.
meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Golfstaaten fordern Schließung des katarischen Senders Al Dschasira.

Al DschasiraAl Dschasira soll schließen, fordern die arabischen Staaten, die ihre Kontakte zu Katar, dem Heimatland des Senders, vor Wochen abgebrochen haben. Der Sender ist den zumeist autokratisch geführten Staaten ein Dorn im Auge, weil er über Oppositionsbewegungen im arabischen Raum berichtet - außer in Katar selbst. Katar hat eine Schließung bereits im Vorfeld abgelehnt. Daneben wird in der vom Vermittlerstaat Kuwait weitergegebenen Liste u.a. ein Abbruch der Beziehungen zum Iran, der Muslimbruderschaft, der Hisbollah, und Al-Kaida gefordert.
sueddeutsche.deKommentieren ...

Lese-Tipp: Dilek Mayatürk Yücel berichtet von der Haft ihres Mannes Deniz.

Lese-Tipp: Die "Welt" veröffentlicht ein Interview mit Dilek Mayatürk Yücel, dass zunächst auf Türkisch in der "Cumhuriyet" erschienen ist. Dilek Mayatürk Yücel hat ihren Freund Deniz Yücel während dessen Inhaftierung geheiratet. Nun sieht sie ihn nur einmal die Woche, jeden Montag. Bereits freitags sei sie deshalb nervös, verrät sie.
welt.deKommentieren ...

Zitat: Deniz Yücel bedankt sich für einen Preis, für den er nur dumm rumsitzen muss.

"Für meine Texte habe ich den Theodor-Wolff-Preis nie erhalten, jetzt bekomme ich ihn, indem ich hier bloß dumm rumsitze. Hätte ich das mal früher gewusst."

Der in der Türkei inhaftierte "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel bedankt sich per Brief für den Theodor-Wolff-Sonderpreis.
twitter.com (Video von der Preisverleihung), horizont.net (Transkript des Briefs)


Kommentieren ...