Pressefreiheit ist ein so hohes Gut, dass sich selbst Autokraten gerne damit brüsten. lexikon2.de

Golfstaaten fordern Schließung des katarischen Senders Al Dschasira.

Al DschasiraAl Dschasira soll schließen, fordern die arabischen Staaten, die ihre Kontakte zu Katar, dem Heimatland des Senders, vor Wochen abgebrochen haben. Der Sender ist den zumeist autokratisch geführten Staaten ein Dorn im Auge, weil er über Oppositionsbewegungen im arabischen Raum berichtet - außer in Katar selbst. Katar hat eine Schließung bereits im Vorfeld abgelehnt. Daneben wird in der vom Vermittlerstaat Kuwait weitergegebenen Liste u.a. ein Abbruch der Beziehungen zum Iran, der Muslimbruderschaft, der Hisbollah, und Al-Kaida gefordert.
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Lese-Tipp: Dilek Mayatürk Yücel berichtet von der Haft ihres Mannes Deniz.

Lese-Tipp: Die "Welt" veröffentlicht ein Interview mit Dilek Mayatürk Yücel, dass zunächst auf Türkisch in der "Cumhuriyet" erschienen ist. Dilek Mayatürk Yücel hat ihren Freund Deniz Yücel während dessen Inhaftierung geheiratet. Nun sieht sie ihn nur einmal die Woche, jeden Montag. Bereits freitags sei sie deshalb nervös, verrät sie.
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Zitat: Deniz Yücel bedankt sich für einen Preis, für den er nur dumm rumsitzen muss.

"Für meine Texte habe ich den Theodor-Wolff-Preis nie erhalten, jetzt bekomme ich ihn, indem ich hier bloß dumm rumsitze. Hätte ich das mal früher gewusst."

Der in der Türkei inhaftierte "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel bedankt sich per Brief für den Theodor-Wolff-Sonderpreis.
twitter.com (Video von der Preisverleihung), horizont.net (Transkript des Briefs)


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Mexikanische Journalisten: Regierung bespitzelt uns.

Mexiko: Die Regierung bespitzelt Medien und Aktivisten, sagen mexikanische Journalisten. Die Regierung habe eine Spionagesoftware auf den Handys installiert und private Kommunikation abgefangen. Die Journalisten und Aktivisten würden die Regierung nun wegen des mutmaßlichen Spähangriffs verklagen. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück.
derstandard.atKommentieren ...

Erstmals Verfahren gegen verhaftete Journalisten in der Türkei eröffnet.

Türkei Flagge 150Türkei eröffnet das erste Verfahren gegen seit dem Putschversuch verhaftete Journalisten. Bisher sitzen die meisten Reporter, darunter auch die deutschen Mesale Tolu und Deniz Yücel, ohne eine Anklage in Haft. Der Prozess gegen 17 Publizisten könnte wegweisend für alle weiteren werden. Zwei der Angeklagten werden wie Deniz Yücel vom Anwalt Veysel Ok vertrten.
welt.de1 Kommentar

Zitat: Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg setzt sich für Pressefreiheit ein.

"Wer als Regierender die Pressefreiheit unterdrückt, wird über kurz oder lang scheitern. Menschen wollen nicht nur Wohlstand und Sicherheit, sie wollen auch Freiheit und Gerechtigkeit."

Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg appelliert an Regierungen, Meinungsfreiheit zu akzeptieren. Medien sollten den Austausch anregen - auch zwischen vermeintlich unüberbrückbaren Positionen.
dw.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: Peter Limbourg digitalisiert die Deutsche Welle.
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"Kieler Nachrichten" wollen wissen, ob Journalisten illegal abgehört wurden.

Kieler Nachrichten haben den Verdacht, dass Journalisten der Zeitung illegal abgehört wurden. Einen Fragenkatalog der Zeitung hat das Innenministerium an den Generalstaatsanwalt weitergeleitet, der nun prüfen soll, ob es tatsächlich Abhöraktionen gab. Parallel berichtet die Madsack-Zeitungen über eine umfangreiche Kontroll-Aktion bei der Landespolizei. Die gesamte Internet-Kommunikation der vergangenen drei Monate werde überprüft. Im Visier seien auch Beamte, die in Verdacht stehen, Kontakt zu kritischen Journalisten zu haben.
kn-online.de, taz.de
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Zitat: Inhaftierte Journalisten in der Türkei sind politische Gefangene, sagt Oğuz Güven.

"Sie alle kennen den wahren Grund ihrer Inhaftierung. Keiner von ihnen hat sich zur Stimme des Regimes instrumentalisieren lassen. Sie sitzen als politische Gefangene in Haft, dessen sind sie sich bewusst."

Oğuz Güven, Online-Chef von "Cumhuriyet", ist am Mittwoch nach 30 Tagen aus der Haft entlassen worden und fühlt sich, als habe er seine inhaftierten Kollegen "zurückgelassen".
taz.deKommentieren ...

"kresspro": VDZ-Präsident Holthoff-Pförtner sieht Fake News als Chance für Verlage und verteidigt Yellow-Titel.


Fake News nein, Yellow Press ja: Stephan Holthoff-Pförtner, VDZ-Präsident und Funke-Gesellschafter, outet sich im Titel-Interview mit kresspro als Klatschblatt-Leser: Er selbst lese die Funke-Yellows "mit großem Genuss" und spielt die Übertreibungen der bunten Blätter herunter. "Wer Yellows kauft, weiß, dass er Unterhaltung bekommt. Nicht mehr und nicht weniger", sagt Holthoff-Pförtner und gibt sich überzeugt, dass die Mehrheit der Leser Nachrichten und Yellow Press auseinanderhalten könne.

Zuvor plädiert Holthoff-Pförtner für Investitionen ins journalistische Produkt. Er sieht in Fake News eine Chance für Verlage und Verleger, die Pressefreiheit zu sichern und warnt: "Wir haben zu viele Leute nicht mitgenommen. Die Medien spielen da eine tragende Rolle." Facebook habe zwar klassischen Medien die "alleinige Hoheit" über die Verbreitung von Nachrichten abgenommen, doch nicht jeder, der dort veröffentliche, tue das mit der Sorgfalt eines Verlages. Daher gewinne die Quelle einer Nachricht an Bedeutung.

Verlage müssten in der Bevölkerung das "journalistische Markenbewusstsein" stärken, zu dem auch gehöre, dass es Pressefreiheit und Qualitätsjournalismus nicht umsonst gebe. "Die Leute regen sich wahnsinnig auf, wenn irgendein Huhn nicht frei herumgelaufen ist. Ob ein Journalist frei herumläuft, ist viel zu vielen egal", gibt Holthoff-Pförtner zu bedenken. "Hier müssen wir Medienhäuser ansetzen. Alles andere ist gefährlich für unsere Gesellschaft."

Interviewer Bülend Ürük spricht mit Holthoff-Pförtner auch über den Streit beim VDZ, der Ende 2016 zum Rückzug der Hamburger Verlage um Gruner + Jahr führte, allerdings ohne neue Erkenntnis. Zudem befragt Ürük den Verleger-Präsidenten zu dessen Homosexualität und seinem Outing. "Ich habe lange geglaubt, damit leben zu können, ohne es zu thematisieren. Das geht aber nicht." Als Grund für sein Comingout nennt er Google. "Ich wollte nicht, dass jemand meinen Namen eingibt und dann überprüft, wie es um mein Privatleben steht."
"kresspro" 5/2017, S. 16-22 (E-Paper)

Aus dem Archiv von turi2.tv: VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner will für die Medienfreiheit kämpfen.
1 Kommentar

Zitat: Hans-Wilhelm Saure will Infos zur Nazi-Vergangenheit ehemaliger Ministeriums-Mitarbeiter.

"Es kann nicht sein, dass ein Bundesministerium sich mit der Nazi-Vergangenheit ehemaliger Mitarbeiter beschäftigt, die Ergebnisse dann aber unter Verschluss hält. Das ist absurd."

"Bild"-Chefreporter Hans-Wilhelm Saure pocht weiter auf das Informationsfreiheitsgesetz. Seit sechs Jahren hält das Landwirtschaftsministerium die Namen NS-belasteter Ex-Mitarbeiter geheim, Ende Juni entscheidet das Bundesverwaltungsgericht über den Fall.
kress.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: SPD-Landeschef Ralf Stegner freut sich über gerichtlich bestätigte Meinungsfreiheit.

"Ich finde es sehr erfreulich, dass Meinungsfreiheit in Deutschland spätestens in der zweiten Instanz gerichtlich bestätigt wird."

SPD-Landeschef Ralf Stegner hat eine dreistellige Zahl Online-Pöbler angezeigt und bekommt jede Woche selbst Post von der Staatsanwaltschaft, weil AfD-Anhänger ihn anschwärzen.
turi2 vor Ort beim Netzwerk Recherche in HamburgKommentieren ...

Pressefreiheit steht in Mexiko weiter dramatisch schlecht da, schreibt Boris Herrmann.

Pressefreiheit: In Mexiko entscheidet die Gunst der Drogenbosse über das Leben von Journalisten, Morde blieben oft ungesühnt, schreibt Boris Herrmann. Manche Medien geben auf, um ihre Mitarbeiter zu schützen, andere halten genau das für falsch. Mexikanische Journalisten hoffen, dass Angela Merkel, die am Freitag ein Freihandelsabkommens zwischen Mexiko und der EU mitverhandelt, den Schutz der Pressefreiheit zur Bedingung für künftige Beziehungen macht.
"Süddeutsche Zeitung", S. 9 (Paid)Kommentieren ...

Al Dschasira gerät in der Katar-Krise immer stärker unter Druck.

Al DschasiraAl Dschasira leidet massiv unter der Krise in Katar, der Heimat des Senders. Saudi-Arabien schließt das Büro des Senders und entzieht die Lizenz, in Jordanien droht ebenso ein Bann, warnt Reporter ohne Grenzen. In Ostjerusalem stürmen ultraorthodoxe Juden das Büro und werfen Al Dschasira vor, den IS zu unterstützen. Schon länger ist Al Dschasira in Ägypten verboten, mehrere Länder blocken die Website.
rsf.orgKommentieren ...

Bahrain verbietet Oppositionszeitung "Al-Wasat".

Bahrain: Die Regierung des Golfstaats hat die unabhängige Oppositionszeitung Al-Wasat verboten und "bis auf Weiteres" eingestellt. Die Regierung wirft "Al-Wasat" vor, Informationen verbreitet zu haben, "die die nationale Einheit gefährden". Chefredakteur Mansur al-Jamri sagte der dpa, die Entscheidung sei völlig unerwartet gekommen. Er habe keine Möglichkeit gehabt, die eigene Position zu verteidigen.
derstandard.atKommentieren ...

Chefredakteur der türkischen Zeitung "Aydinlik" festgenommen.

Türkei Flagge 150Türkei: Ilker Yücel, Chefredakteur der Zeitung Aydinlik, nicht verwandt mit Deniz Yücel, ist verhaftet worden, berichtet das Blatt in eigener Sache. 2014 hatte "Aydinlik" in einem Artikel Berat Albayrak, Energieminister und Schwiegersohn von Präsident Erdogan, mit Verbrechen in Verbindung gebracht. Das Blatt lehnt es ab, einen Widerruf zu drucken oder eine Geldstrafe zu zahlen.
haz.deKommentieren ...

Zitat: Verdi-Chef Frank Bsirske sieht Deniz Yücel als Opfer der deutsch-türkischen Beziehungen.

"Die türkischen Kolleginnen und Kollegen sagen ganz offen, dass Deniz Yücel ein Opfer der angespannten deutsch-türkischen Beziehungen ist."

Verdi-Chef Frank Bsirske hat sich in der Türkei über die Situation von Journalisten, Gewerkschaftern und Justizmitarbeitern informiert. Im Interview mit der "Welt am Sonntag" sagt Bsirske, dass hinter den Kulissen selbst hohe AKP-Funktionäre zugeben, dass die Vorwürfe gegen Deniz Yücel jeder Substanz entbehren.
welt.de

Weitere Zitate von Frank Bsirske:

zu Solidaritätsaktionen für Deniz Yücel:
"Die internationale Aufmerksamkeit und dass alles, was in seinem Fall passiert, öffentlich wahrgenommen wird, schützt ihn natürlich auch ein Stück weit vor den schlimmsten Repressalien."

über regierungskritische Presse in der Türkei:
"Die Gewerkschafter, die auch stark unter Repressalien leiden, haben mir gesagt, dass es für sie das Ende der Demokratie bedeutet, wenn die Presse schweigt."

zu willkürlichen Beschuldigungen:
"Die Begründungen sind zum Teil abenteuerlich, da werden Postings in sozialen Medien angeführt oder dass Betroffene eine regierungskritische Zeitung lesen, dass sie Kurdisch als Muttersprache sprechen oder dass sie an Demonstrationen teilgenommen haben."1 Kommentar

Journalist klagt gegen KfW-Bank auf Auskunft.

Informationsfreiheitsgesetz: Die KfW soll Informationen zu Bau-Aktivitäten in Afghanistan herausrücken, fordert der Journalist Marvin Oppong und klagt gegen die Bankengruppe. Bisher weigert sich die KfW, die geforderten Informationen herauszugeben. Allein der Bauherr, ein afghanisches Ministerium, könne Auskunft erteilen, so die Bank. Oppong vermutet, dass ein kasachisch-afghanisches Joint-Venture den Zuschlag für einen millionenschweren Bauauftrag nur auf illegalen Umwegen erhalten hat – von Wikileaks veröffentlichte Dokumente würden das nahelegen.

Zudem fordert Oppong Einsicht in die internen Revisionsberichte der Bank ab dem Jahr 2012. Auch hier stellt die KfW sich quer. Im Fall der Revision handele es sich nicht um öffentlich-rechtliche Aufgaben, deswegen sei die Bank nicht auskunftspflichtig. Mit Informationsverweigerung hat sich die Aufbau-Bank bereits mehrfach Negativ-Einträge in den Berichten der Datenschutzbeauftragten eingehandelt.

Oppong berichtet über die Verschwiegenheit der KfW bereits seit 2013 in der linken Tageszeitung "Junge Welt". Er hatte von 2008 bis 2013 nach dem Informationsfreiheitsgesetz gegen den WDR geklagt, um geschäftliche Beziehungen des Senders mit Rundfunkratsmitgliedern aufzudecken, und in dritter Instanz gewonnen.
turi2 – eigene InfosKommentieren ...

Türkei: Behörden verhaften zwei Journalisten der Zeitung "Sözcü".

Türkei Flagge 150Türkei erlässt Haftbefehl gegen zwei Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung Sözcü. Mediha Olgun, die für die Online-Ausgabe verantwortlich ist, und Korrespondent Bekir Gökmen Ulu wurden festgenommen, nachdem sie bereits seit einer Woche festgehalten werden. Die Behörden werfen ihnen vor, mit der Gülen-Bewegung in Verbindung zu stehen, jedoch gilt "Sözcü" als absolut Gülen-kritisches Blatt.
spiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Neues Gesetz soll deutsche Dominanz in polnischen Verlagen reduzieren.

Polen will deutsche Verlage offenbar schrittweise aus den Land drängen, schreibt Paul Flückiger. Die Regierungspartei PiS arbeitet an einem Gesetz, das die Beteiligung ausländischer Medienhäuser an polnischen Medien von 40 auf maximal 30 % senken soll. Nach PiS-Angaben befinden sich fast 80 % der Verlage in Polen in ausländischer Hand, drei Viertel davon würden von deutschen Unternehmen dominiert. Das Gesetz soll Ende Juni fertig sein.
tagesspiegel.deKommentieren ...

Beschwerde von Deniz Yücel erhält Vorrang beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Deniz Yücel: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte will den Fall des inhaftierten "Welt"-Korrespondenten mit Vorrang behandeln. Yücel hatte eine Beschwerde gegen seine Untersuchungshaft in der Türkei eingelegt, die nun in "in kürzest möglicher Zeit untersucht" werden solle, teilt das Gericht in einem Schreiben an Yücels Anälte mit. Der EGMR überwacht die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention in den Staaten des Europarates, in dem die Türkei seit 1949 Mitglied ist.
welt.de, zeit.de
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Zitat: Silke Burmester fordert mehr Engagement von Journalisten für die Pressefreiheit.

"Ich bin Journalistin geworden, weil ich das Gefühl habe, diese Gesellschaft geht mich etwas an. Wäre sie mir egal, könnte ich auch Metzger sein oder Schmuck verkaufen."

Silke Burmester fordert in ihrer Deutschlandfunk-Kolumne, dass Journalisten die Werte ihres Berufes stärker verteidigen. Eine Trennung zwischen Berufs- und Privatperson könne sie nicht nachvollziehen.
deutschlandfunk.deKommentieren ...

Türkei fasst verurteilten "Nokta"-Chefredakteur bei Fluchtversuch.

Türkei Flagge 150Türkei fasst Murat Capan, ehemaliger Chefredakteur des geschlossenen Magazins Nokta, als er versucht, die Grenze nach Griechenland zu überqueren. Am Dienstag hatte ein Gericht Murat Capan und seinen Kollegen Cevheri Güven zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Gericht wirft den beiden vor, einen "bewaffneten Aufstand" gegen die Regierung aufgewiegelt zu haben.
spiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Deniz Yücel ruft zum Abo unabhängiger Zeitungen auf.

Deniz Yücel ruft dazu auf, eine der noch wenigen unabhängigen Zeitungen in der Türkei zu abonnieren, um die Pressefreiheit im Land zu unterstützen. Dafür müsse man auch kein Türkisch können. Deutsche und europäische Unternehmen in der Türkei sollten Anzeigen schalten. In seinem sarkastisch geprägten Text, den er seinen Anwälten im Gefängnis diktiert hat, beerdigt er seine Hoffnung, dass der Papst ihn befreien und mit dem Papamobil abholen werde. Auch aus seinem lange geplanten Sommerurlaub auf Santorini werde in diesem Jahr wohl nichts mehr.
"Welt", S. 4 (Paid)Kommentieren ...

Zitat: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt ist besorgt über schwindende Pressefreiheit.

"Die vergangenen 100 Tage haben deutlich gemacht, wie kostbar und zentral die Meinungs- und Pressefreiheit für eine liberale Gesellschaft ist und wie wenig selbstverständlich sie geworden ist - auch an den Rändern Europas."

Ulf Poschardt, Chefredakteur der "Welt, ist besorgt über schwindende Pressefreiheit. Am morgigen Mittwoch ist Korrespondent Deniz Yücel genau 100 Tage in Haft.
daily.spiegel.de (Paid)Kommentieren ...

Türkisches Gericht verurteilt Chefredakteure von Satire-Magazin zu 22,5 Jahren Haft.

Türkei Flagge 150Türkei verurteilt die beiden Chefredakteure des politischen Satire-Magazins Nokta, Cevheri Güven und Murat Capan, zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft. Das Gericht wirft ihnen vor, einen "bewaffneten Aufstand" gegen die Regierung aufgewiegelt zu haben. Im November 2015 stand in ihrem Magazin, in der Türkei beginne ein "Bürgerkrieg", dazu ein Foto von Präsident Erdogan, der ein Selfie vor einer Soldaten-Beerdigung macht.
horizont.netKommentieren ...

Video-Tipp: Jan Böhmermann singt "Die Gedanken sind frei".

Video-Tipp: Bei einer Solidaritätsveranstaltung für Deniz Yücel in Frankfurt haben Prominente Texte des inhaftierten "Welt"-Korrespondenten vorgelesen. Satiriker Jan Böhmermann trug ein Haftprotokoll Yücels vor und sang das Volkslied Die Gedanken sind frei.
twitter.com/hessenschau (50-Sek-Video), hessenschau.de (Background)


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Zitat: Erschossener Journalist Javier Valdez fühlte sich in Mexiko alleingelassen.

"Früher standen wir Journalisten in der dritten Reihe, heute stehen wir ganz vorne in der Schusslinie und sind zur Zielscheibe von Militär, Polizei und organisiertem Verbrechen geworden."

Der mexikanische Journalist Javier Valdez, 50, war eine der letzten kritischen Stimmen Mexikos - am Montag wurde er auf offener Straße erschossen. Wer in Mexiko ernsthaften Journalismus betreibe, sei allein und finde aus Angst keinen Rückhalt in der Gesellschaft, sagt er im Interview, das er Ende Februar dem deutschen Blogger Airen gegeben hat.
faz.netKommentieren ...

Türkische Zeitung erscheint mit leeren Seiten.

Türkei: Die drittgrößte Tageszeitung des Landes, Sözcü, ist heute mit leeren Seiten erschienen. Mit der "Spezialausgabe zur Pressefreiheit" reagiert die Redaktion auf die Festnahme dreier Mitarbeiter und die Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei. Der Absatz der Ausgabe mit 20 leeren Seiten liegt nach ersten Schätzungen 40 % über dem regulären Verkauf.
spiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Elysée-Palast veröffentlicht Bekenntnis zur Pressefreiheit.

Emmanuel Macron, neuer Staatspräsident in Frankreich, sieht sich genötigt, ein Bekenntnis seiner Regierung zur Pressefreiheit zu veröffentlichen. Für Kritik hatte die Auswahl der Reporter gesorgt, die Macron nach Mali begleiten dürfen. Laut Elysée-Palast seien nicht bestimmte Medienvertreter ausgewählt worden, vielmehr wolle Macron sich für "spezialisierte Journalisten" öffnen, die "einen anderen Blick" auf seine Arbeit hätten.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Französischer Präsident Macron sperrt Journalisten aus dem Elysée-Palast aus.


L'état c'est moi: Journalisten dürfen die Sitzungen des neuen französischen Regierungskabinetts nicht mehr im Innenhof des Elysée-Palastes verfolgen. Der frisch gewählte Präsident Emmanuel Macron hat die Erlaubnis seiner Vorgänger, die Journalisten einen freien Zugang zum Sitz des Staatsoberhauptes gewährte, am Donnerstag aufgehoben, schreibt Michaela Wiegel in der "FAZ". Macron und sein Premierminister Edouard Phil­ip­pe würden "einen neuen Umgang mit der Presse pflegen", sagt Regierungssprecher Chris­to­phe Cas­ta­ner. Auch zum traditionellen "Familienfoto" der neuen Ministerriege waren keine TV-Kameras, sondern nur der offizielle Fotograf zugelassen. Unter Journalisten sorgten die neuen Regeln für Empörung.

Dazu passt, dass Macron seinen Ministern eingeschärft habe, nicht in jedes Mikrofon zu sprechen, das ihnen hingehalten werde, und sie zu "Vertraulichkeit, Disziplin, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein" ermahnt hat. Das neue französische Staatsoberhaupt will anscheinend verhindern, dass Intrigen und Konflikte über die Presse öffentlich ausgetragen werden, wie es in der Vorgänger-Regierung der Fall war. (Foto: picture alliance / abaca)
faz.net, blendle.com (Paid)1 Kommentar

Deutscher Generalkonsul darf Deniz Yücel erneut im Gefängnis besuchen.

Deniz Yücel: Der deutsche Generalkonsul in Istanbul darf den "Welt"-Korrespondenten am morgigen Donnerstag zum zweiten Mal in türkischer Untersuchungshaft besuchen. Er will sich dabei u.a. ein Bild von den Haftbedingungen machen. Das Auswärtige Amt begrüßt die Erlaubnis, bleibt aber bei der Forderung, Deniz Yücel freizulassen.
welt.deKommentieren ...

"Obermain-Tagblatt" nimmt Schreibverbot für Journalisten zurück.

Obermain-Tagblatt nimmt das politische Schreibverbot für zwei Lokalreporter zurück. 86 Tage durften die Journalisten Annette Körber und Till Mayer nicht zu politischen Themen berichten, weil das Verlagshaus befürchtete, sie würden Lokalpolitikern allzu nette Texte widmen. Körber und Mayer streiten für einen neuen Haustarifvertrag und hatten dafür auch Unterstützung von Politikern bekommen.
facebook.com (Post "Die Wertschätzer" - Mitarbeiter des "Obermain-Tagblatts"), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Türkei erlässt Haftbefehl gegen Oğuz Güven, Online-Chef der "Cumhuriyet".

Türkei erlässt drei Tage nach der Festnahme von Oğuz Güven offiziell Haftbefehl gegen den Online-Chef der "Cumhuriyet". Ihm wird vorgeworfen, Propaganda für eine Terrororganisation betrieben zu haben. Güven ist damit der 13. Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung, der nun in Untersuchungshaft sitzt.
derstandard.at, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Eutelsat stoppt in der Türkei News Channel TV, Sterk TV und Rohani TV.

Türkei Flagge 150Eutelsat beugt sich dem Druck der türkischen Regierung und nimmt die kurdischen Sender News Channel TV, Sterk TV und Rohani TV, die bisher aus Italien, Norwegen und Schweden in die Türkei ausstrahlen, aus dem Programm. Die Präsident der türkischen Aufsichtsbehörde für Radio und Fernsehen behauptet, die Sender seien Organe der PKK und betrieben Terrorpropaganda.
"FAZ", S. 14 (Paid)Kommentieren ...

Volker Beck hat vor dem BGH im Streit mit Spiegel Online ausgesagt.

Volker Beck hat am Donnerstag persönlich vor dem BGH ausgesagt. Dort streitet der Grünen-Politiker gegen Spiegel Online. Beck will erreichen, dass Spiegel Online eine von ihm verfasste Schrift zur Entkriminalisierung von sexuellen Kontakten mit Kindern nicht ohne eine Distanzierung verbreiten darf. Er beruft sich auf sein Urheberrecht.
sueddeutsche.de, taz.deKommentieren ...

Türkische Behörden verhaften deutsche Journalistin.

Türkei Flagge 150Türkei: Die Journalistin Mesale Tolu wurde in der Nacht zum 30. April verhaftet, wie nun bekannt wurde. Die Behörden werfen ihr vor, Terrorpropaganda betrieben zu haben. Die 33-Jährige hatte für eine sozialistisch orientierte Nachrichtenagentur und einen linken Radiosender gearbeitet, der vor kurzem von den Behörden geschlossen wurde. Die gebürtige Türkin ist seit 2007 deutsche Staatsbürgerin. Gleichzeitig gab sie die türkische Staatsbürgerschaft ab.
tagesschau.de
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Tarifstreit: Lokaljournalisten bekommen Schreibverbot für Politikthemen.

Obermain-Tagblatt erteilt zwei Journalisten Schreibverbot zu lokalpolitischen Themen, weil sie sich seit Monaten für einen neuen Haustarifvertrag einsetzen. Aus dem Verlagshaus der "Main-Post", der Mutter des "Obermain-Tagblatts", heißt es, das Schreibverbot beruhe auf einem "erheblichen, öffentlich wahrnehmbaren Interessenskonflikt". Die Journalisten werden bei ihrem Tarifstreit auch von Lokalpolitikern unterstützt; nun befürchtet der Verlag, sie könnten sich mit positiver Berichterstattung "revanchieren".
taz.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Deniz Yücel meldet sich via "Welt"-Artikel aus dem Gefängnis und fordert einen fairen Prozess.


Nachricht aus dem Gefängnis: Der inhaftierte Journalist Deniz Yücel, der im türkischen Gefängnis auf seine Anklage wartet, meldet sich via "Welt"-Artikel zu Wort. Er kritisiert seine "Vorverurteilung" durch Erdogan und fordert einen fairen Prozess. Dieser könne "gar nicht anders enden als mit einem Freispruch". Der Journalist wolle das Gefängnis nicht durch die Hintertür verlassen und "den Kampf um Demokratie, Gerechtigkeit und Freiheit (…), mit Gottes Hilfe auch in Zukunft aus nächster Nähe journalistisch begleiten". Er fordert Erdogan außerdem auf, die Kameraaufzeichnungen, die ihn laut Staatspräsident belasten sollen, zu veröffentlichen. Eine Anklageschrift gegen Yücel liegt bislang nicht vor, er ist seit 67 Tagen inhaftiert.
welt.deKommentieren ...

Zitat: Kuno Haberbusch wähnt Hajo Friedrichs auf seiner Seite.

"Ich bin mir sicher, dass Hajo Friedrichs es nicht verstehen würde, wieso man unter Berufung auf ihn ein solches Engagement, eine solch klare Haltung ablehnt."

Kuno Haberbusch ärgert sich in einer E-Mail an Ulrike Simon darüber, dass die ARD-Granden seine Idee eines im TV verlesenen offenen Briefes an den in der Türkei inhaftierten Deniz Yücel ausgebremst haben.
rnd-news.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...