Meinung: "Vincent"-Zensur ist prüde und albern.

Radio-Empfindlichkeiten: Sarah Connors Lied "Vincent" über die Sorgen eines schwulen Jugendlichen läuft bei Privatwellen wie Antenne Bayern, Antenne 1 in Stuttgart und Radio Teddy in Berlin nur entschärft. Die Sender begründen mit Rücksicht auf Familien mit Kindern. Das sei nicht nur limitiert und prüde, sondern vor allem albern, argumentiert Elisa-Madeleine Glöckner in der "Augsburger Allgemeinen". ARD-Sender wie Bayern 3 und RBB 88.8 nutzen die Zögerlichkeit der Konkurrenz und spielen den Song in Gänze.
augsburger-allgemeine.de, spiegel.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Ina Tenz, Programmdirektorin bei Antenne-Bayern, erzählt bei der turi2 FuckUp Night von scheinschwangeren Kaninchen und anderen missglückten Coups.

FDP blockiert Entscheidung zur Umstellung des Rundfunkbeitrags auf Index-Modell.

Rundfunkbeitrag für Zweitwohnungen fällt weg, beschließen die Ministerpräsidenten. Ihre Entscheidung, den Rundfunkbeitrag auf ein Indexmodell umzustellen, das sich an der Teuerungsrate orientiert, vertagen sie aber. Es gebe noch "offene Fragen", zudem pocht die FDP darauf, zuerst den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen neu zu definieren und weitere Spar-Potenziale zu suchen.
welt.de, daniel-bouhs.de

Bloggerin Marie Sophie Hingst hat auch BR und SWR Fake-Geschichten erzählt.

Fake-Bloggerin Marie Sophie Hingst hat auch den BR und den SWR getäuscht, berichtet Spiegel Online. In Radio-Interviews hat sie über eine frei erfundene Sexual-Beratung für junge Männer in Indien bzw. Flüchtlinge in Deutschland berichtet - wie auch bei Zeit Online und Deutschlandfunk Nova. In ihrem Blog erfand sie Holocaust-Opfer.
spiegel.de, turi2.de (Background)

MDR: Zusammenschluss von Drefa und MDR Werbung verzögert sich.

MDR lässt sich beim Zusammenschluss der beiden Töchter Drefa und MDR Werbung mehr Zeit als ursprünglich geplant, beobachtet Uwe Mantel. Der Sender wollte seine kommerziellen Aktivitäten bereits 2018 unter dem Dach der "MDR Media" zusammenführen. Nun sollen jedoch erst einmal die räumliche Voraussetzungen in Erfurt geschaffen werden, ein Zusammenschluss würde dann 2020 erfolgen, der Umzug 2021.
dwdl.de

Wir graturilieren: Christian Bollert wird 37.


Wir graturilieren: Christian Bollert, Chef des Onlineradios Detektor.fm, feiert heute seinen 37. Geburtstag mit alten Freunden auf seinem Lieblingsfestival, dem Immergut. Das Beste am abgelaufenen Jahr war für ihn beruflich das Echo auf die 2019 erstmals von Detektor.fm veranstalteten Medientage Mitteldeutschland.

Für das nächste Lebensjahr wünscht sich Bollert "dass wir weiterhin einen so guten Riecher für die Audioentwicklung haben, unsere bestehenden Partnerschaften ausbauen" – und eine große Torte, denn Detektor.fm wird im Herbst 10 Jahre alt. Glückwünsche erreichen ihn über Twitter, Xing, LinkedIn, E-Mail oder auch per Fax.

SWR wählt Kai Gniffke zum Intendanten.


SWR: "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke ist neuer Intendant des ARD-Senders im Südwesten, meldet DWDL. Die SWR-Gremien haben ihn im zweiten Wahlgang mit deutlicher Mehrheit gewählt. Im ersten Durchlauf hatte Gniffke noch keine Mehrheit. Er setzt sich damit gegen Mit-Bewerberin Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin im baden-württembergischen Teil des Zweiländer-Senders, durch. Er folgt auf Peter Boudgoust, der in den Ruhestand geht.

Im SWR Mehrheiten zu organisieren, ist schwierig. Der Intendant braucht nicht nur die Mehrheit der Gesamt-Gremien, sondern auch die Mehrheit der Gremien der Länderanstalten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Gniffke hatte zunächst in Rheinland-Pfalz die Mehrheit, Schneider in Baden-Württemberg. Im zweiten Wahlgang setzte sich Gniffke in allen Instanzen durch.
dwdl.de

Mitarbeit: Markus Trantow

Stream-Tipp: Der SWR streamt seine Intendantenwahl.

Stream-Tipp: Rundfunk- und Verwaltungsrat des SWR wählen heute einen neuen Intendanten. Die Anstalt zeigt die öffentliche Sitzung ab 10 Uhr in einem Livestream auf SWRaktuell.de. Zur Wahl stehen Kai Gniffke, Chefredakteur ARD-aktuell, und die SWR Landessenderdirektorin von Baden-Württemberg, Stefanie Schneider. Die Vorauswahl der beiden Kandidaten hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt.
presseportal.de, swraktuell.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Vaunet erwartet Werbeumsätze von 6,1 Mrd Euro.

TV-Werbung im Fernseher 150Zahl des Tages: Die Werbeumsätze mit audio- und audiovisuellen Medien erreichen dieses Jahr 6,13 Mrd Euro, prognostiziert der Verband Privater Medien Vaunet. Damit wachsen sie um 2,6 % und überschreiten erstmals die 6-Mrd-Marke. Der Werbemarktanteil läge bei 40 % und damit über dem Anteil von 37,8 % in 2018. TV-Werbung stagniert, nachdem sie 2018 erstmals leicht zurückging.
wuv.de, horizont.net

Spotify ist ein Medienunternehmen, doch das Radio erkennt es nicht, meint Christian Jakubetz.

Spotify ist kein Streamingdienst, sondern längst ein Medienunternehmen, das den Audiomarkt dominieren will, meint Christian Jakubetz. Spotify bündele immer mehr Inhalte und biete Machern jetzt auch Software. Die alte Radiowelt unterschätze den Konkurrenten und verteidige lieber eine Totgeburt wie den Übertragungsstandard DAB+.
lead-digital.de, turi2.de (Spotify-Software)

Bayerischer Rundfunk muss Radio-Spot der NPD senden.

Bayerischer Rundfunk muss eine umstrittene Wahlwerbung der NPD im Radio ausstrahlen. Das Verwaltungsgericht München entscheidet, der Spot sei nicht offenkundig volksverhetzend. Der BR wehrt sich, soll den Spot aber schon morgen ausstrahlen. Der RBB hingegen ist vor dem Oberverwaltungsgericht auch in zweiter Instanz erfolgreich und darf einen TV-Spot der NPD zur Europawahl ablehnen.
abendzeitung-muenchen.de (BR), tagesspiegel.de (RBB)

Update, 16:43 Uhr: RBB darf TV-Spot ablehnen.

turi2 FuckUp Night: Ina Tenz und ihr missglückter Kaninchen-Coup.


Eine flog aus dem Osternest: Ina Tenz kauft bei Ebay ein scheinschwangeres Kaninchen – und vermasselt damit die Oster-Aktion bei Antenne Bayern. Die Programmdirektorin erzählt Heike Reuther von ihrem Missgeschick bei der FuckUp Night von turi2 in der Flyeralarm Lounge München. Wie es sich für eine leidenschaftliche Storytellerin gehört: Die Geschichte um Ebay-Kaninchen Mütze hat ein Happy End.
turi2.tv (8-Min-Video bei YouTube)

Aus dem Archiv: Ina Tenz beantwortet den Unterwegs-Fragebogen zur turi2 edition #7:


Aus dem Archiv: Ina Tenz bei den Medientagen in München 2017 über Radio und dieses Internet.

RTL Radio wechselt von der RTL Group zur Mediengruppe RTL Deutschland.

RTL Radio Deutschland rückt unter das Dach der Mediengruppe RTL in Köln. Bisher gehörte das Radio-Geschäft zur RTL Group in Luxemburg. Radio-Chef Stephan Schmitter wird zusätzlich Head of Audio. RTL Radio betreibt ein bundes­weites Programm, Sender in Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt und hält Beteiligungen u.a. an Radio Hamburg, Antenne Bayern und Radio NRW.
horizont.net, dwdl.de

Radioeins meldet keine Blitzer-Warnungen mehr.

RBB liefert den Hörern von Radioeins künftig keine Warnungen vor Radarfallen mehr. Nachrichtenchef Jan Vesper begründet den Schritt damit, dass die Meldungen nicht mehr zeitgemäß seien. Zwar melde die Polizei selbst Radarfallen, um den Eindruck flächendeckender Kontrollen zu erwecken, dennoch nehme Raserei als Unfallursache zu.
radioeins.de (2-min-Audio), twitter.com



turi2 edition #8: Ina Tenz erzählt live von ihren Radio-Pannen.


Zuerst das Herz übers Hindernis werfen: Ina Tenz stammt aus der niedersächsischen Provinz und wirbelt heute als Programmdirektorin von Antenne Bayern – nach Stationen in Australien, Berlin, Luxemburg und Hannover. Heike Reuther spricht mit ihr für die turi2 edition Unterwegs über die Besonderheiten des Radiomachens, die Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Sendern und warum sie Streamingdienste nicht fürchtet. Weiterlesen…

"Journalist": ARD und ZDF denken über vernetzte Mediatheken nach.

ARD und ZDF sprechen darüber, ob und wie sie ihre Mediatheken vernetzen, sagt ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm dem "Journalist". Er könne sich "verschränkte Angebote auf den Feldern Wissen, Kultur, Kinder oder auch Sport" sowie gemeinsame Such-Funktionen und Logins vorstellen.
journalist-magazin.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden (11/2018).

Meinung: Rundfunkgebühren sind in Österreich nicht mehr zeitgemäß.

ORF 150ORF-Gesetz: Das bisherige Modell der "Zwangsgebühren" ist in Österreich nicht mehr zeitgemäß, sagt Journalist Andreas Unterberger im "FAZ"-Interview. Heute schauten insgesamt nur noch 30 % die ORF-Fernsehprogramme. Statt der Abschaffung wäre eine Gebührensenkung vorstellbar. Die Sender müssten sich stärker auf lokale Inhalte statt Promi-Klatsch fokussieren.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Lese-Tipp: Radio- und TV-Übertragungen kommen bald ohne Ü-Wagen aus.

Radio- und TV-Übertragungen kommen mit immer weniger Technik aus, zeigt die größte Messe für Broadcasting. Wichtige Innovationen im Rundfunk sind z.B. "Remote Production", also Übertragungen ohne Ü-Wagen und großes Technik-Team, und die Nutzung der Cloud. Videojournalisten können ihre Bilder direkt in die Sender-Cloud übertragen oder direkt von der Kamera in Netz streamen. Bionics, britisches Startup, bietet eine Software, die auf Twitter und Facebook die Resonanz auf Beiträge misst und darauf basierend Highlight-Video-Clips empfiehlt.
deutschlandfunk.de

Der Bundesrechnungshof kritisiert Steuervorteile für die Öffentlich-Rechtlichen.


Vom Rechnungshof gejagt: Der Bundesrechnungshof moniert in seinem Jahresbericht, dass die öffentlich-rechtlichen Sender Steuervorteile in Anspruch nehmen, die ihnen aus seiner Sicht eigentlich nicht zustünden, berichtet die "Welt". In den letzten zehn Jahren seien ARD, ZDF und Co so mit 55 Mio Euro subventioniert worden. Konkret geht es um die Versteuerung von Einnahmen aus Werbung und dem Verkauf von Serien und Filmen.

Anders als Privatsender müssten die Öffentlich-Rechtlichen nicht die tatsächlichen Erträge versteuern, sondern könnten Pauschalen nutzen – und die seien seit 20 Jahren nicht angepasst worden, was aus Sicht des Rechnungshofes jedoch nötig sei. Die derzeitige Situation verzerre den Wettbewerb von Öffentlich-Rechtlichen und privaten Sendern beim Handel mit Werbezeiten und Lizenzen.
"Welt", S. 13 (Paid)

Ufa-Podcast zur Serie beleuchtet die Errungenschaften der Berliner Charité.

Ufa und RTL Radio starten einen Podcast zur ARD-Serie Charité, die Ufa ebenfalls produziert. Journalist Prof. Dr. Markus Heinker, kein Mediziner, spricht mit Ärzten und Experten über Errungenschaften, Probleme und Besonderheiten des historischen Krankenhauses. Der Podcast ist exklusiv über Bertelsmanns Audio-Now-App abrufbar. Die ARD hat zugestimmt.
per Mail

Roger Schawinski und Markus Somm setzen ihre Schweizer Radio-Show fort.

Schweiz: Roger Schawinski (Foto) und Markus Somm setzen ihre gemeinsame Radio-Show nach einer persönlichen Aussprache fort. Der frühere Sat.1-Chef und der Ex-Verleger diskutierten zuvor über den Mueller-Bericht zu Donald Trump und brachen die Sendung nach einem Brüll-Duell ab. Das "Reizthema Donald Trump" wollen sie "dieses Mal umschiffen", teilt Radio 1 mit.
persoenlich.com, turi2.de (Background)

Firmen-Podcasts lohnen sich für Journalisten, sagt Radiomacher Philipp Eins.

Corporate Podcasts mausern sich zum Refugium für freie Radio-Profis. Content Marketing wächst, klassischer Journalismus nicht mehr, analysiert Journalist Philipp Eins nüchtern. Er arbeitet parallel für Deutschlandfunk Kultur und u.a. die Pharma-Industrie – und trennt zwischen PR und Journalismus, indem er nicht über seine Unternehmens-Kunden berichtet.
youtube.com (5-Min-Video)

SLM-Versammlung fordert neue Ausschreibung für den Geschäftsführer-Posten.

SLM-Versammlung spricht sich bei der Besetzung der Geschäftsführung gegen das laufende Verfahren aus und fordert eine neue Ausschreibung, berichtet Flurfunk Dresden. Die Versammlung störe sich an der Intransparenz des Verfahrens, die Ausschreibung sei zu sehr auf den einen Wunschkandidaten Hardy Sieglitz, bisher Vize-Chef und Verwaltungsleiter, zugeschnitten.
flurfunk-dresden.de, turi2.de (Background)

Basta: Roger Schawinski und Markus Somm beenden Sendung mit Brüll-Duell.

Dumm bisch du gsi! Roger Schawinski und Markus Somm haben ihre gemeinsame Schweizer Radio-Show womöglich live on air beerdigt. Der frühere Sat.1-Chef und der Ex-Verleger diskutieren über den Mueller-Bericht zu Donald Trump. Aber plötzlich ist es vorbei mit der Schweizer Gemütlichkeit – die Sendung wird nach einem Brüll-Duell abgebrochen.
soundcloud.com (88-Sekunden-Audio) via persoenlich.com

Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf verlässt Bauer, Veit Dengler steigt auf.

Wachwechsel auf der Bauer-Brücke: Der Bauer-Verlag und Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf (Foto, rechts) gehen getrennte Wege. Verlegerin Yvonne Bauer spricht von unterschiedlichen Auffassungen "über den zukünftigen Kurs". Veit Dengler übernimmt ab sofort und wird Chief Operating Officer. Er denkt laut "Welt" über Zukäufe und Verkäufe nach und sagt "Horizont", er sei "mitten in der Portfolio-Analyse".

Dengler war bislang für Neugeschäft, Vergleichsportale, Radio und englischsprachige Medien verantwortlich. Von Hausendorf übernimmt er nun den Rest – insbesondere das gesamte Publishing-Geschäft. Zum Konzern gehören rund 700 Zeitschriftenmarken weltweit und rund 100 Radiosender. Bauer will sich vom Verlag zum Unternehmen entwickeln, das in neue Geschäftsfelder investiert. Mit klassischen Medien verdient Bauer wie fast alle auf dem Markt von Jahr zu Jahr weniger.

Ein neues Publishing Board soll das Zerwürfnis zwischen Hausendorf und Verlegerin Yvonne Bauer verschärft haben, hört Gregory Lipinski. In das Manager-Gremium soll Stefanie Hauer einziehen. Die Ex-Chefin von "Ostsee-Zeitung" und "Lübecker Nachrichten" hatte Madsack nach einem missglückten Auftritt mit dem damaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz verlassen müssen.
bauermedia.com, horizont.net welt.de, meedia.de (Lipinski)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Veit Dengler, im Sommer 2015 noch NZZ-Chef, spricht im Interview über seinen Innovationen-Turbo.

Norwegen will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab 2020 aus Steuern finanzieren.

Norwegen: Die Regierung will die Rundfunkgebühren abschaffen. Ab 2020 soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk NRK aus Steuergeldern finanziert werden. Volljährige Bürger sollen dann einen nach Einkommen gestaffelten Satz von rund 170 Euro pro Jahr zahlen. Davon würden insbesondere Alleinlebende profitieren. Derzeit zahlt jeder Haushalt über 300 Euro Gebühren.
derstandard.at