Meinung: Rundfunkgebühren sind in Österreich nicht mehr zeitgemäß.

ORF 150ORF-Gesetz: Das bisherige Modell der "Zwangsgebühren" ist in Österreich nicht mehr zeitgemäß, sagt Journalist Andreas Unterberger im "FAZ"-Interview. Heute schauten insgesamt nur noch 30 % die ORF-Fernsehprogramme. Statt der Abschaffung wäre eine Gebührensenkung vorstellbar. Die Sender müssten sich stärker auf lokale Inhalte statt Promi-Klatsch fokussieren.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Lese-Tipp: Radio- und TV-Übertragungen kommen bald ohne Ü-Wagen aus.

Radio- und TV-Übertragungen kommen mit immer weniger Technik aus, zeigt die größte Messe für Broadcasting. Wichtige Innovationen im Rundfunk sind z.B. "Remote Production", also Übertragungen ohne Ü-Wagen und großes Technik-Team, und die Nutzung der Cloud. Videojournalisten können ihre Bilder direkt in die Sender-Cloud übertragen oder direkt von der Kamera in Netz streamen. Bionics, britisches Startup, bietet eine Software, die auf Twitter und Facebook die Resonanz auf Beiträge misst und darauf basierend Highlight-Video-Clips empfiehlt.
deutschlandfunk.de

Der Bundesrechnungshof kritisiert Steuervorteile für die Öffentlich-Rechtlichen.


Vom Rechnungshof gejagt: Der Bundesrechnungshof moniert in seinem Jahresbericht, dass die öffentlich-rechtlichen Sender Steuervorteile in Anspruch nehmen, die ihnen aus seiner Sicht eigentlich nicht zustünden, berichtet die "Welt". In den letzten zehn Jahren seien ARD, ZDF und Co so mit 55 Mio Euro subventioniert worden. Konkret geht es um die Versteuerung von Einnahmen aus Werbung und dem Verkauf von Serien und Filmen.

Anders als Privatsender müssten die Öffentlich-Rechtlichen nicht die tatsächlichen Erträge versteuern, sondern könnten Pauschalen nutzen – und die seien seit 20 Jahren nicht angepasst worden, was aus Sicht des Rechnungshofes jedoch nötig sei. Die derzeitige Situation verzerre den Wettbewerb von Öffentlich-Rechtlichen und privaten Sendern beim Handel mit Werbezeiten und Lizenzen.
"Welt", S. 13 (Paid)

Ufa-Podcast zur Serie beleuchtet die Errungenschaften der Berliner Charité.

Ufa und RTL Radio starten einen Podcast zur ARD-Serie Charité, die Ufa ebenfalls produziert. Journalist Prof. Dr. Markus Heinker, kein Mediziner, spricht mit Ärzten und Experten über Errungenschaften, Probleme und Besonderheiten des historischen Krankenhauses. Der Podcast ist exklusiv über Bertelsmanns Audio-Now-App abrufbar. Die ARD hat zugestimmt.
per Mail

Roger Schawinski und Markus Somm setzen ihre Schweizer Radio-Show fort.

Schweiz: Roger Schawinski (Foto) und Markus Somm setzen ihre gemeinsame Radio-Show nach einer persönlichen Aussprache fort. Der frühere Sat.1-Chef und der Ex-Verleger diskutierten zuvor über den Mueller-Bericht zu Donald Trump und brachen die Sendung nach einem Brüll-Duell ab. Das "Reizthema Donald Trump" wollen sie "dieses Mal umschiffen", teilt Radio 1 mit.
persoenlich.com, turi2.de (Background)

Firmen-Podcasts lohnen sich für Journalisten, sagt Radiomacher Philipp Eins.

Corporate Podcasts mausern sich zum Refugium für freie Radio-Profis. Content Marketing wächst, klassischer Journalismus nicht mehr, analysiert Journalist Philipp Eins nüchtern. Er arbeitet parallel für Deutschlandfunk Kultur und u.a. die Pharma-Industrie – und trennt zwischen PR und Journalismus, indem er nicht über seine Unternehmens-Kunden berichtet.
youtube.com (5-Min-Video)

SLM-Versammlung fordert neue Ausschreibung für den Geschäftsführer-Posten.

SLM-Versammlung spricht sich bei der Besetzung der Geschäftsführung gegen das laufende Verfahren aus und fordert eine neue Ausschreibung, berichtet Flurfunk Dresden. Die Versammlung störe sich an der Intransparenz des Verfahrens, die Ausschreibung sei zu sehr auf den einen Wunschkandidaten Hardy Sieglitz, bisher Vize-Chef und Verwaltungsleiter, zugeschnitten.
flurfunk-dresden.de, turi2.de (Background)

Basta: Roger Schawinski und Markus Somm beenden Sendung mit Brüll-Duell.

Dumm bisch du gsi! Roger Schawinski und Markus Somm haben ihre gemeinsame Schweizer Radio-Show womöglich live on air beerdigt. Der frühere Sat.1-Chef und der Ex-Verleger diskutieren über den Mueller-Bericht zu Donald Trump. Aber plötzlich ist es vorbei mit der Schweizer Gemütlichkeit – die Sendung wird nach einem Brüll-Duell abgebrochen.
soundcloud.com (88-Sekunden-Audio) via persoenlich.com

Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf verlässt Bauer, Veit Dengler steigt auf.

Wachwechsel auf der Bauer-Brücke: Der Bauer-Verlag und Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf (Foto, rechts) gehen getrennte Wege. Verlegerin Yvonne Bauer spricht von unterschiedlichen Auffassungen "über den zukünftigen Kurs". Veit Dengler übernimmt ab sofort und wird Chief Operating Officer. Er denkt laut "Welt" über Zukäufe und Verkäufe nach und sagt "Horizont", er sei "mitten in der Portfolio-Analyse".

Dengler war bislang für Neugeschäft, Vergleichsportale, Radio und englischsprachige Medien verantwortlich. Von Hausendorf übernimmt er nun den Rest – insbesondere das gesamte Publishing-Geschäft. Zum Konzern gehören rund 700 Zeitschriftenmarken weltweit und rund 100 Radiosender. Bauer will sich vom Verlag zum Unternehmen entwickeln, das in neue Geschäftsfelder investiert. Mit klassischen Medien verdient Bauer wie fast alle auf dem Markt von Jahr zu Jahr weniger.

Ein neues Publishing Board soll das Zerwürfnis zwischen Hausendorf und Verlegerin Yvonne Bauer verschärft haben, hört Gregory Lipinski. In das Manager-Gremium soll Stefanie Hauer einziehen. Die Ex-Chefin von "Ostsee-Zeitung" und "Lübecker Nachrichten" hatte Madsack nach einem missglückten Auftritt mit dem damaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz verlassen müssen.
bauermedia.com, horizont.net welt.de, meedia.de (Lipinski)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Veit Dengler, im Sommer 2015 noch NZZ-Chef, spricht im Interview über seinen Innovationen-Turbo.

Norwegen will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab 2020 aus Steuern finanzieren.

Norwegen: Die Regierung will die Rundfunkgebühren abschaffen. Ab 2020 soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk NRK aus Steuergeldern finanziert werden. Volljährige Bürger sollen dann einen nach Einkommen gestaffelten Satz von rund 170 Euro pro Jahr zahlen. Davon würden insbesondere Alleinlebende profitieren. Derzeit zahlt jeder Haushalt über 300 Euro Gebühren.
derstandard.at

Cord Hollender folgt Alexander Sempf als Geschäftsführers Verkauf bei RMS.

RMS befördert Cord Hollender Ende 2020 zum Geschäftsführer Verkauf. Er folgt auf Alexander Sempf, der ein Sabbatical plant. Hollender ist derzeit Bereichsleiter Verkauf und Services. Er kam 2002 als Assistent der Geschäftsführung zu RMS. Ein Nachfolger für den 2020 ebenfalls ausscheidenden Geschäftsführer Matthias Wahl hat RMS noch nicht gefunden.
wuv.de, turi2.de (Background)

Audio-MA weist leicht steigende Reichweite insgesamt aus.

Audio-MA: In der aktuellen Reichweitenanalyse erzielen die klassischen Radiosender insgesamt leicht steigende Reichweiten, schreibt Jens Schröder. Die Radio- und Online-Audio-Angebote erreichen eine Gesamtreichweite von 95,2 %. Während die größten aus NRW, 1Live, WDR 2 und der Regionalradio-Zusammenschluss Radio NRW, Hörer einbüßen, können die größten Sender aus Bayerns, Bayern 1, Bayern 3 und Antenne Bayern, sowie aus Hessen mit Hit Radio FFH und hr3 Hörer hinzugewinnen.
meedia.de

"manager magazin": WDR-Intendant Tom Buhrow ist "Gefangener im Kölner Chaos".

WDR verschläft unter Intendant Tom Buhrow den digitalen Wandel, urteilt Gisela Maria Freisinger im "manager magazin". Grund seien u.a. interne Machtkämpfe, etwa zwischen Radio-Chefin Valerie Weber und Fernseh-Chef Jörg Schönenborn. Der bekannte TV-Moderator gelte vielen als heimlicher Herrscher im Sender – einst war er Buhrows Chef, nun ist es umgekehrt. Auch der #MeeToo-Skandal schwele weiter. Kritiker werfen Buhrow fehlende Entscheidungsfreude und mangelnde Management-Kompetenz vor.
"manager magazin" 4/2019, S. 100-104 (Paid)

Zitat: Malu Dreyer spricht sich für eine gemeinsame Onlineplattformen von ARD und ZDF aus.

"Das wäre ganz und gar in unserem Interesse, aber wir denken, das ist vor allem im Interesse der Zeit."

Malu Dreyer, die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, spricht sich im Interview mit Steffen Grimberg und Daniel Bouhs für eine gemeinsame Onlineplattform von ARD und ZDF aus – in der neuen Welt müsse es auch darum gehen, wie man die Angebote des Öffentlich-Rechtlichen künftig findet.
daniel-bouhs.de

Lokalradios sollten Themen nicht zu lokal wählen, findet Hans Hoff.

Lokalradios verfestigen ein Hörer-Weltbild, das jenseits der Stadtgrenze unscharf wird, wenn sie nur Lokales erzählen, glaubt Hans Hoff. Das "krampfhafte Herunterbrechen von internationalen Themen aufs Lokale" nervt ihn. Er bricht eine Lanze für Deutschlandfunk Kultur: Der Sender erweitere "beinahe beiläufig" seinen Horizont und spiele guten Pop.
dwdl.de

Hanfeld: Rundfunkräte mokieren Intendanten-Vorauswahl beim SWR.

SWR: Die Auswahl von nur zwei Bewerbern für das Intendanten-Amt verärgert Mitglieder des Rundfunkrats, berichtet Michael Hanfeld. Eine Arbeitsgruppe habe von 15 Kandidaten nur Stefanie Schneider und Kai Gniffke übrig gelassen. Rundfunkräte vermuten, dass vor allem die rheinland-pfälzische Regierung entsprechende Strippen gezogen hat.
"FAZ", S. 15, turi2.de (Background)

Antenne Bayern gründet eine Podcast-Marke namens "Lautgut".

Antenne Bayern Logo 150Antenne Bayern startet ein Podcast-Label, unter Lautgut läuft künftig der True-Crime-Podcast "Dunkle Heimat" des Senders sowie weitere, z.B. zu Popkultur und zu Autos. Wöchentlich sollen neue Podcasts erscheinen. Nutzer, die sich registrieren, bekommen Exklusiv-Inhalte wie Bonusfolgen und Making Ofs.
new-business.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Antenne-Bayern-Programmchefin Ina Tenz ermuntert Radiomacher zu Co-Produktionen fürs Netz.

Daniel Torka soll digitales Audiogeschäft der Mediengruppe Pressedruck flottmachen.

Mediengruppe Pressedruck holt Daniel Torka, 35, in die Geschäftsführung ihrer Rundfunk-Holding rt1.media group. Dort soll er digitale Geschäftsmodelle vor allem im Bereich Audio vorantreiben. Torka kommt spätestens im Oktober nach Augsburg, derzeit ist er für die Rundfunkbeteiligungen der Neuen Pressegesellschaft in Ulm zuständig.
radiowoche.de

RTL Radio Deutschland startet die Plattform Audio Now.


Volle Dröhnung: RTL startet Audio Now, das Hör-Pendant zu seiner TV-Mediathek TV Now. Das Portal bündelt Audio-Inhalte deutscher Radiosender, Podcastproduzenten und Audio-Anbieter. Die Bertelsmann Content-Alliance aus Mediengruppe RTL Deutschland, UFA, Verlagsgruppe Random House, Gruner + Jahr, BMG und RTL Radio Deutschland bietet dort außerdem exklusive Podcasts und Audio-Serien an.

Alle Inhalte gibt es kostenlos zum Streamen via App oder als Download. Stephan Schmitter, CEO RTL Radio Deutschland, sagt, das Interesse an Podcasts und Audio steige gerade rasant. Audio Now soll alle zentral versammeln, dafür steht auch der Claim "Hier hörst Du alles!".
presseportal.de, turi2.de (Bertelsmann Content Alliance)

Norwegens Rundfunk verbannt für zwei Wochen die Songs von Michael Jackson.

Michael Jackson fliegt mit seinen Songs für mindestens zwei Wochen aus dem norwegischen Radio. Der staatliche Rundfunk will ab Freitag als Reaktion auf neue Missbrauchsvorwürfe gegen den toten Musiker auf dessen Musik verzichten. Die Anstalt zeigt am Sonntag die Dokumentation "Leaving Neverland", in der die Vorwürfe geäußert werden und will die Reaktionen des Publikums abwarten.
tagesspiegel.de

Bayerns Ministerpräsident Söder will Rundfunkbeitrag an die Inflation koppeln.

Rundfunkbeitrag : Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert im "Spiegel", die Entwicklung des Rundfunkbeitrags an die Inflation zu koppeln. Den Anstalten solle außerdem ein Budget zugewiesen werden, über das sie eigenverantwortlich entscheiden können. Für eine Steigerung des aktuellen Beitrags von 17,50 Euro auf mehr als 18 Euro schließt Söder aus.
"Spiegel" 10/2019, S. 63 (Paid)

ORF will sich zur Not mit einer Volksabstimmung retten.

ORF 150ORF fürchtet Einschnitte durch das neue ORF-Gesetz, da vor allem die rechte Regierungspartei FPÖ dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gegenüber feindlich auftritt, schreibt Hans-Peter Siebenhaar. Denkbar sei, dass der ORF künftig statt durch Gebühren direkt durch Staatsmittel finanziert werden könnte. ORF-Vertreter erwägen nun die Flucht in eine Volksbefragung wie in der Schweiz, da sie sich der Rückendeckung durch die Bevölkerung gewiss fühlen.
handelsblatt.com

Rundfunkbeitrag wird 17,98 Euro nicht übersteigen, sagt Staatsminister Rainer Robra.

Rundfunkbeitrag stößt bei 17,98 Euro an eine Grenze, sagt Sachsen-Anhalts Staatskanzlei-Chef Rainer Robra. In seinem Bundesland sei dies die Schallmauer. Robra mahnt Einsparungen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten an und sieht noch Verbesserungsbedarf in der Berichterstattung über den Osten.
tagesspiegel.de

WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine Framing-Sprachpolizei.

Framing-Manual: WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine interne Sprachpolizei. "Wenn nur noch bestimmte Worte benutzt werden sollen, mache ich nicht mehr mit," sagt er im "Handelsblatt"-Interview. Die Privatrundfunk-Einführung sei "ein Tritt in den Allerwertesten für die Öffentlich-Rechtlichen" gewesen, die Sender hätten sich gegenseitig aber besser gemacht.

Streaming-Angebote wie Netflix sollten nicht einseitig von US-Konzernen beherrscht werden. Doch das Streaming-Prinzip "Pay as you go" stelle alles, was solidarisch ist, infrage.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Basta: Französischer Zentrale sind "Playboy"-Fotos deutscher Moderatorinnen zu nackt.

Zieh Dir doch was an, Mädchen: Fünf deutsche Moderatorinnen von Radio Energy posieren leicht bis nicht bekleidet im aktuellen "Playboy". Der französischen Mutter der Radio-Kette gefällt das gar nicht. Die Bilder passten nicht zum Sender-Image, heißt es aus der Zentrale in der Stadt der Liebe. Vielleicht ist die Mutter aber auch nur beleidigt, dass die deutsche Tochter sie vor vollendete nackte Tatsachen gestellt hat.
bild.de (Paid)

RMS-Geschäftsführer Matthias Wahl und Alexander Sempf verlassen Radiovermarkter 2020.

RMS und die Geschäftsführer Matthias Wahl (Foto) und Alexander Sempf gehen getrennte Wege, schreibt "Horizont". Sprecher Wahl werde spätestens nach Vertragsende im April 2020 gehen, Vermarktungschef Sempf Ende 2020. Wahl habe sich schwergetan, die Gesellschafter des Hamburger Radiovermarkters für seine Strategie zu begeistern. Sempf plane ein Sabbatical.
horizont.net

Aus dem turi2.tv-Archiv: Matthias Wahl kritisiert die Kreativen.