Spanische Ermittler klagen Cristiano Ronaldo wegen Steuerhinterziehung an.

Cristiano Ronaldo, Fußballstar bei Real Madrid und mehrfacher Weltfußballer des Jahres, wird von der Staatsanwaltschaft Madrid der Steuerhinterziehung bezichtigt. Er habe zwischen 2011 und 2014 gut 14,7 Mio Euro "absichtlich" und "bewusst" über Offshore-Firmen hinterzogen, so die Anklage. Ronaldo spielt laut "Forbes"-Schätzung pro Jahr rund 65 Mio Euro an Gehalt und Werbegeldern ein. Die belastenden Dokumente stammen offenbar von der Enthüllungsplattform Football Leaks.
spiegel.de, sport1.de, elmundo.esKommentieren ...

Kleine Pünktchen sollen NSA-Whistleblowerin verraten haben.

NSA-Whistleblowerin ist offenbar wegen winziger Wasserzeichen aus einem Drucker enttarnt worden. Das Dokument zum geplanten Wahlkampf-Hack wurde vom Portal The Intercept im Original veröffentlicht – die Journalisten gaben damit versehentlich ihre Quelle preis. US-Behörden fanden über Pünktchen auf dem Dokument den Drucker. Die mutmaßliche Whistleblowerin, eine 25-jährige externe Mitarbeiterin, soll zudem dummerweise von einem Dienstrechner mit The Intercept kommuniziert haben. Laura Hazard Owen trägt Fehleranalysen zum missglückten Leak zusammen. Wikileaks setzt 10.000 Dollar Kopfgeld auf den Reporter an, der es versaut haben soll.
niemanlab.org, mashable.com (Wikileaks), turi2.de (Background)Kommentieren ...

FBI verhaftet Quelle eines Berichts über russische Staats-Hacks.

US-Wahlkampf-Hack: Die US-Bundespolizei FBI nimmt eine mutmaßliche Whistleblowerin fest, die NSA-Dokumente an das Investigativportal The Intercept weitergegeben haben soll. Es geht um konkrete Cyber-Attacken des russischen Militärgeheimdienstes auf einen Lieferanten von Wahl-Software und Phishing-Mails an lokale Wahlhelfer.
sueddeutsche.de, nytimes.com, theintercept.com (Original-Bericht)Kommentieren ...

Basta: Nachwuchs-Recherche zwingt Schuldirektorin zum Rücktritt.

BastaFrüh übt sich: Die neue Rektorin der Pittsburg High im US-Bundesstaat Kansas hat einen Master und einen Doktor, sagt sie. Die Redaktion der Schülerzeitung The Booster Redux prüft den Lebenslauf. Die Führungskraft in spe tritt kurz danach ab, weil ihre Uni nicht akkreditiert ist, sondern eine Titelmühle.
washingtonpost.com, welt.de, pittsburgdragonactivities.com (Schülerzeitung)Kommentieren ...

lexikon2: Daniel Drepper.


Daniel Drepper, geboren im Januar 1986 in Ahlen, gehört zu den schärfsten Messern in der investigativen Journalismus-Küche. Drepper studiert Gesetze und tritt den Mächtigen mit Faktenwissen auf die Füße – vor allem seine Sport-Recherchen sind preisgekrönt. Nach drei Jahren Correctiv baut der diplomierte Journalist ein deutsches News-Team bei Buzzfeed auf. Weiterlesen …

BBC weitet Gegenmaßnahmen zu Fake News aus.

BBCBBC gründet ein Team, das absichtlich als wahr getarnte Fake News identifizieren und überprüfen soll, sagt News-Chef James Harding. Die britische Rundfunkanstalt will die bestehende Reihe Reality Check ausweiten und mit einem eigenen Team unterfüttern. Die BBC will die Beiträge der Reihe so in TV, Radio und Web platzieren, dass sie "faszinierender" und "griffiger" ankommen als die zugrundeliegenden Fake News.
theguardian.com, derstandard.atKommentieren ...

BuzzFeed veröffentlicht unbelegte, explosive Vorwürfe gegen Trump.

donald-trump-150Donald Trump: BuzzFeed veröffentlicht ein Dossier, in dem ein Analyst u.a. behauptet, die russische Regierung verfüge über kompromittierendes Material ("perverted sexual acts") über den künftigen US-Präsidenten. Der Stoff ist journalistisch umstritten, weil bisher unbestätigt. Der Analyst hinter dem Material soll ein ehemaliger britischer Geheimdienstler sein, der während des Wahlkampfs zunächst für republikanische, später für demokratische Trump-Gegner recherchiert hat. Das Dossier liege einer Reihe von Redaktionen und Politikern in Washington seit einigen Wochen vor.
nytimes.com, buzzfeed.com (Veröffentlichung), washingtonpost.com (Kritik)1 Kommentar

"New York Times" präsentiert Opfer von Donald Trump.

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Donald Dumb: Die "New York Times" zündet die nächste Rakete im US-amerikanischen Wahlkampf und präsentiert zwei Frauen, die mutmaßlich von Donald Trump belästigt wurden. Jessica Leeds, heute 74, erzählt über den Vorfall aus den 1980er Jahren in einem Video. Trump habe sie auf einem Flug nach New York belästigt. Seine Hände sollen plötzlich überall gewesen sein. "Er war wie ein Octopus", sagt Leeds in die "NYT"-Kamera.

Ein zweiter Vorfall soll sich 2005 ereignet haben. Rachel Crooks behauptet, Trump habe völlig unvermittelt angefangen, sie zu küssen. Crooks arbeitete damals am Empfang eines Unternehmens. Trump bestreitet die Vorfälle auf Nachfrage der "NYT" – und geht zum Gegenangriff über: Er droht dem Verlag mit einer Klage und bezeichnet die Reporterin als "widerlichen Menschen". Am Freitag war ein Video von 2005 aufgetaucht, in dem Trump mit sexueller Belästigung prahlt. Diesen Scoop landete die "Washington Post" mit Material von NBC.
nytimes.com
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US-Rechercheorganisation macht Datensätze zum Geschäftsmodell.

ProPublica-150Datenladen: Die durch Stiftungen finanzierte US-Recherche-Organisation ProPublica verkauft in ihrem Datastore aufwendig zusammengetragene Datensammlungen aus Recherchen. In den ersten beiden Jahren kamen insgesamt 200.000 Dollar zusammen, etwa von Anwälten oder anderen Journalisten. Die Organisation vertreibt mittlerweile auch die Datensets anderer Medien.
niemanlab.orgKommentieren ...

CNN wildert BuzzFeeds Investigativ-Team.

CNN Logo (Foto_ dpa/picture alliance)CNN jagt BuzzFeed in der heißen Phase des US-Wahlkampfs das komplette vierköpfige Team für politische Investigativ-Recherche ab. Andrew Kaczynski, Kyle Blaine, Nate McDermott und Christopher Massie informierten Buzzfeed am Montag und haben bereits heute ihren ersten Arbeitstag bei CNN. Kaczynski begründet die Fahnenflucht mit den Ressourcen von CNN und der Chance, den letzten Monat der Präsidentschaftswahl besser abzubilden. Das Team soll anschließend zu Gouverneurswahlen und Bürgermeisterwahlen in den USA recherchieren.
huffingtonpost.com via politico.comKommentieren ...

Meinung: Das Ferrante-Outing wäre nicht nötig gewesen.

ferrante-coverPseudonym-Jäger: Der Journalist Claudio Gatti hat den Klarnamen der Erfolgsautorin Elena Ferrante enthüllt, unter anderem in der "FAS". Statt Applaus gibt es Kritik von den Kollegen: Den Namen gegen den erklärten Willen der Autorin auszugraben, sei blanke "Sensationslust", schreibt Autorin Zoe Beck. Die Enthüllung mache schlechte Laune und liefere nur Promi-Quatsch, schreibt Dirk Knipphals in der "taz". Ihn ärgert das investigative Gehabe, es gehe schließlich nicht um Wikileaks oder die Mafia, sondern um Romane.
"FAS", S. 41, blendle.com (Paid), buchreport.de, zoebeck.wordpress.com, taz.de (Knipphals)
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Journalistische Inhalte haben in Italien nun ein Verfallsdatum – wie Quark.

Paragraph150 Justiz JuraPflicht zum Löschenmüssen: Italiens oberster Gerichtshof wendet das Recht auf Vergessenwerden, einst als Folterinstrument für Google und Co erdacht, auf eine Zeitung an. Das Urteil fixiert, dass in Italien das öffentliche Interesse am journalistischen Artikel nach zwei Jahren keinen Vorrang vor der Privatsphäre eines Protagonisten habe - und argumentiert explizit mit dem Haltbarkeitsdatum von Milch und Joghurt. Das betroffene Regionalportal Primadanoi.it aus den Abruzzen fordert, Medien vom Recht auf Vergessenwerden auszunehmen. Eigentlich geht es bei der Rechtskonstruktion aus der EU-Grundverordnung für Datenschutz nur um Links, nicht um Inhalte.
repubblica.it (Englisch) via netzpolitik.org, wan-ifra.orgKommentieren ...

Basta: Auf diese Art könnte Nixon noch Präsident sein.

snowdenDie Quelle vor Schutz schützen: Die "Washington Post" spricht sich in einem Editorial gegen eine Begnadigung des Whistleblowers Edward Snowden aus. Das ist mindestens verwunderlich, denn das Blatt hat einen Pulitzerpreis für eine Geschichte über die NSA-Spähprogramme gewonnen - die Quelle: Edward Snowden.
thehill.com, washingtonpost.com (Editorial)Kommentieren ...

"Spiegel" will Artikel über Todenhöfer nicht als Fehler thematisieren.

spiegelSpiegel steht zum Inhalt des Artikes über Jürgen Todenhöfer, für den das Magazin eine Unterlassungserklärung abgeben musste, berichtet Kai-Hinrich Renner. Todenhöfer habe auf Gegendarstellung und Widerruf verzichtet und einen Teil der Verfahrenskosten übernommen, schreibt Renner unter Berufung auf Verlagskreise. Der Spiegel stehe zum Kern der Geschichte - es ging um Todenhöfers Recherchereise für das Buch "Inside IS".
handelsblatt.com, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Israel-Korrespondenten der ARD rechtfertigen Wasser-Beitrag.

Tagesschau_150x150ARD-Studio Tel Aviv verteidigt sich gegen den Vorwurf, einseitig über Wassermangel im Westjordanland berichtet zu haben. Die Argumente beider Seiten wären in den Beiträgen für "Tagesschau" und "Tagesthemen" enthalten gewesen. Künftig sollen jedoch immer beide Seiten per O-Ton vorkommen - in dem Beitrag äußern sich nur Palästinenser und ein Experte.
br.de, tagesschau.de (Beitrag)Kommentieren ...

Doping-Rechercheur Hajo Seppelt steht unter Personenschutz.

Hajo Seppelt 600
Schutz vor Don Dopinow: Hajo Seppelt, Dopingexperte der ARD und Rechercheur hinter den Enthüllungen zum russischen Dopingsystem, steht bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro unter Personenschutz, berichtet der "Spiegel". Seppelt werde von Spezialkräften der brasilianischen Militärpolizei bewacht. Zuvor war Seppelt u.a. bei Twitter und YouTube bedroht worden, vor allem aus Russland und Kenia.

Der konkrete Auftrag für den Personenschutz in Rio kam offenbar vom NDR. Auch Seppelts Haussender, der WDR, soll entschieden haben, Bodyguards für seinen Investigativ-Reporter zu organisieren. Bereits bei Recherchen in Wien und Toronto sei er mit Personenschützern gesehen worden, schreibt der "Spiegel". Seppelt selbst sowie NDR und WDR wollen sich zu Sicherheits-Vorkehrungen nicht äußern. (Foto: WDR/Herby Sachs)
"Spiegel" 33/2016, S. 89 (Paid), tagesspiegel.deKommentieren ...

Hausdurchsuchungen nach verdeckter Recherche bei Kölner Polizei.

polizeikoeln150Polizei Köln hat am Montag mehrere Wohnungen von Reportern einer für RTL arbeitenden Produktionsfirma durchsucht. Am vergangenen Mittwoch waren die Reporter und eine mit ihnen zusammenarbeitende Polizistin aufgeflogen, als sie verdeckt Einsätze der Polizei gefilmt haben sollen, das Projekt lief offenbar über Monate. RTL hat das verdeckt gedrehte Material der Polizei übergeben, der Sender will sich nicht weiter äußern. Die Beschuldigten schweigen, gegen die suspendierte Polizistin läuft ein Entlassungsverfahren.
abendblatt.de, spiegel.de (Background)Kommentieren ...

BuzzFeed gründet Einheit für virale Überprüfungsrecherche.

buzzfeed150BuzzFeed gründet eine globale Factchecking-Einheit, um gefakten Nachrichten auf die Spur zu kommen. Der verantwortliche Redakteur ist Craig Silverman. Silverman soll von Toronto aus als Ombudsmann für die Leser und Dienstleister für die BuzzFeed-Mitarbeiter weltweit dienen. Erklärtes Ziel ist, die Aufklärungsstücke viraler werden zu lassen als die ursprünglichen Fakes.
firstdraftnews.com
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Zitat: Augenschein zählt auch etwas.

yacine-le-forestier150"Unsere Fotografen können nicht systematisch, wenn sie über eine politische Veranstaltung oder ein Fußballspiel berichten, a priori bezweifeln, dass die dortigen Anhänger oder Fans nicht diejenigen sind, als die sie sich ausgeben."

Yacine le Forestier, Chef des Berliner AFP-Büros, sieht die Verantwortung für irreführende Agenturfotos eines vermeintlichen Brexit-Anhängers beim Darsteller, dem "Handelsblatt"-Reporter Mathias Brüggmann.
kress.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Zitat: Enthüllungen fördern Vertrieb nicht mehr nachhaltig.

Mario Lauer-150"Heute hat sich die Nachhaltigkeit von Nachrichten auf den Verkauf insgesamt deutlich abgeschwächt, das Interesse sinkt rascher wieder auf ein normales Niveau zurück."

Mario Lauer, Vertriebschef der "Süddeutschen Zeitung", freut sich trotzdem über die starken Verkaufszuwächse in Folge der Panama Papers.
horizont.netKommentieren ...

Polizei Frankfurt widerspricht "Bild"-Bericht.

bild bildlogoBild: Die Polizei Frankfurt dementiert gezielte Ermittlungen gegen den Frankfurter "Bild"-Vize Max Schneider und widerspricht einem Bericht der Zeitung. Die Behörde habe Ermittlungen aus der privaten Anzeige eines Lokalpolitikers wegen Verleumdung und die Ermittlungen wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen zusammengeführt, weil sie sich auf den selben "Bild"-Artikel beziehen. Einen Angriff auf die Pressefreiheit, wie von "Bild" geschrieben, sieht die Polizei nicht. "Bild"-Chefin Tanit Koch sieht das anders und glaubt, dass es der Polizei um das Ausräuchern einer Quelle geht.
presseportal.de, uebermedien.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow1 Kommentar

Das BKA-Gesetz ist teilweise verfassungswidrig.

Bundesverfassungsgericht verkündet Urteil zum BKA Gesetz
Gesetz geht in weiten Teilen zu weit: Das Bundesverfassungsgericht erklärt das BKA-Gesetz für teilweise verfassungswidrig. Die weitreichenden Befugnisse des Bundeskriminalamts wie das Abhören von Wohnungen zur Terrorabwehr griffen zu weit in die Grundrechte der Bürger ein, so die Richter. Geklagt hatten u.a. Ex-Bundesinnenminister Gerhart Baum und der frühere Kulturstaatsminister Michael Naumann.

Das Gesetz betrifft auch Journalisten und vor allem investigative Arbeit. U.a. die Regeln zum Zeugnisverweigerungsrecht hebeln den Informantenschutz aus, betonten Kritiker bereits bei Verabschiedung des Gesetzes. Das BKA darf nach dem Gesetz die Herausgabe von Rechercheunterlagen erzwingen, bei Bedarf mit Durchsuchungen von Redaktionsräumen, Zwangsgeldern und sogar Beugehaft. Bei Straftaten "von erheblicher Bedeutung" dürfen Journalisten - ebenso wie die anderen beruflich geheimnistragenden Gruppen der Ärzte und Anwälte - abgehört werden, anders als die privilegierten Gruppen der Abgeordneten, Seelsorger und Strafverteidiger.
spiegel.de, deutschlandfunk.de (Background)

Mitarbeit: Dirk Stascheit4 Kommentare

EU-Parlament stimmt für Datenschutz, gegen Whistleblower.

eu-parlament600
Datenschutz-Tag im EU-Parlament: Die Volksvertretung hat heute gleich zwei medienrelevante Entscheidungen getroffen. Ein umfassendes Datenschutzpaket, die sogenannte EU-Datenschutzgrundverordnung, ist nach vier Jahren der Verhandlungen beschlossen. Es sieht u.a. härtere Strafen für Verstöße gegen Datenschutzregeln vor - bis zu 4 % des globalen Umsatzes der betroffenen Firma können fällig werden. Hacks, die persönliche Daten von Nutzern betreffen, müssen innerhalb von 72 Stunden gemeldet werden. Das sogenannte Recht auf Vergessenwerden wird zur gesetzlichen Regelung. Die Privatfunk-Lobby VPRT begrüßt die Vereinheitlichung der Regeln in Europa, hätte sich die Verordnung aber "konkreter" und damit u.a. "rechtssicher" gewünscht und befürchtet "hohen bürokratischen Aufwand". Die Nationalstaaten haben nun zwei Jahre, um eigene Gesetze aus der Verordnung abzuleiten.

Daneben stimmte das EU-Parlament auch für die umstrittene Richtlinie zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Gegner fürchten, dass die Regelung das Veröffentlichen durchgestochener Informationen über Fehlverhalten erschweren wird. In der Richtlinie gibt es Ausnahmen bei "öffentlichem Interesse", für "Pluralität" und "Freiheit der Medien" - das öffentliche Interesse müssten Journalisten allerdings im Zweifel vor Gericht belegen, warnt die Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament.
persoenlich.com, techcrunch.com, presseportal.de (VPRT), twitter.com (Geschäftsgeheimnis-Richtlinie), deutschlandfunk.de (Background Geschäftsgeheimnis-Richtlinie)Kommentieren ...

Zitat: Gefährliche Richtlinie für investigative Journalisten.

Markus Grill_150"Ein Großteil unserer Berichte, wenn wir Skandale aufdecken, beruht darauf, dass wir interne E-Mails und interne Unterlagen aus Unternehmen haben."

Markus Grill, Chefredakteur von Correctiv, hält die "Richtlinie zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen" für "sehr gefährlich" - das Papier wurde am Mittag im EU-Parlament verabschiedet.
ndr.de (mit 3-Min-Video), twitter.com (Abstimmung)Kommentieren ...

"Spiegel" gründet Recherche-Netzwerk.

Recherchenetzwerk Spiegel-600
Die neun Gefährten: Der "Spiegel" gründet das Europäische Netzwerk für investigative Zusammenarbeit. Zu den acht Partnern gehören u.a. Le Soir aus Belgien, Politiken aus Dänemark, El Mundo aus Spanien und der italienische L‘Espresso. Mit weiteren Medien in der Schweiz und im angelsächsischen Raum laufen Gespräche, schreibt Ulrike Simon. Die Chefredakteure des Netzwerkes hätten sich auf "totale Transparenz nach Innen" verständigt. Wöchentlich gäbe es eine Skype-Konferenz, über eine verschlüsselte Plattform würden Dokumente ausgetauscht.

"Die EIC wird weiter wachsen und uns in der Investigativ-Arbeit noch stärker machen", sagt "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. Die Themen des Recherche-Bundes werden "vor einem europäischen Hintergrund spielen", so Simon. Die erste Veröffentlichung des Netzwerkes ist eine Geschichte über die Herkunft von Waffen bei den Terroranschlägen von Paris und Kopenhagen im neuen "Spiegel".
rnd-news.de, spiegel.deKommentieren ...

Sparkassenverband: "FAZ" macht "Kampagnenjournalismus".

archillesSparkassenverband: Christian Achilles, Direktor für Kommunikation und Medien beim DSGV, wirft der "FAZ" "Kampagnenjournalismus" vor. Die Tageszeitung ruft derzeit zusammen mit dem Recherchezentrum Correctiv ihre Leser auf, herauszufinden, "welche Sparkasse wie viele faule Kredite hat und demnächst vom Steuerzahler Hilfe benötigen könnte". Die Auswertung der von Lesern gelieferten Daten will die Redaktion selbst übernehmen.
kress.de1 Kommentar

Meinung: Das Rechercheklima wird rauer.

christian-fuchs150Journalisten sind zunehmend noch während der Recherche Einschüchterungen, Beleidigungen und Anschwärzereien ausgesetzt, beobachtet Christian Fuchs. Obwohl uneingeschränkte Freundlichkeit auch zuvor nicht die Regel war, reagieren Protagonisten rechercheintensiver Stücke nicht nur aus dem rechten Spektrum heute roher, grober und umfassender als zuvor, nimmt der "Zeit"-Reporter wahr.
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