T-Online: Russland baut in Berlin zwei Medienunternehmen auf.


Auf geheimer Mission: Russland verschleiert laut Recherchen von T-Online aufwendig seine Verbindungen zu zwei neuen Medienkanälen, die es von Berlin aus aufbaut. Die Zielgruppe der Portale Maffick und Redfish seien vor allem Linke und ökologisch Interessierte.

Beide Medien gehören laut T-Online zu staatlichen Nachrichtenunternehmen wie Ruptly und RT und streuen ihre Inhalte besonders mit Videos bei Facebook. Nicht immer wüssten Interviewte und freie Mitarbeiter von den Verbindungen nach Russland. Facebook selbst lässt Werbung für Videos der Kanäle nicht zu und begründet das u.a. mit der Bezahlung mit russischen Rubeln und politischer Werbung ohne Angabe der Geldgeber.
t-online.de

Lese-Tipp: Constanze Kurz und Frank Krieger gehen Desinformation auf den Grund.

Lese-Tipp: Desinformation in sozialen Medien ist keine neue Idee – "Des­infor­ma­zi­ja" hieß bereits eine Abteilung des KGB, schreiben Con­stan­ze Kurz (Foto) und Frank Rie­ger. Die "FAS" druckt einen Ausschnitt ihres Buchs "Cyberwar". Je­des neue Me­di­um werde um­ge­hend für Zwe­cke der Be­ein­flus­sung ge­nutzt. Moderne Desinformation will Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit und Kon­fu­si­on erzeugen, um daraus politisch Kapital zu schlagen – die Methoden von Putin und Trump sind sich dabei ähnlich.
"FAS", S. 40 (Paid)

Basta: Liebe geht bei Domino’s nicht nur durch den Magen.

Tattoohungrig: Liebe geht bei Domino's nicht nur durch den Magen, sondern auch unter die Haut. In Russland versprach der Pizza-Brater Fans kostenlose Pizzen auf Lebenszeit – im Tausch gegen ein Domino's Tattoo. Die für zwei Monate angesetzte Promo-Aktion zog so viele tätowierwütige Pizza-Liebhaber an, dass sie bereits nach fünf Tagen beendet werden musste.
businessinsider.de

Sandberg: Facebook hat zu spät auf russische Einflussnahme reagiert.

Sheryl SandbergFacebook: Operativchefin Sheryl Sandberg entschuldigt sich in ihrer Eröffnungsrede vor dem US-Kongress dafür, dass Facebook zu spät auf russische Beeinflussung auf den US-Wahlkampf 2016 reagiert hat. Das geht aus ihrer vorab veröffentlichten Rede hervor. Am Mittwoch stellen sich Sandberg und auch Twitter-Chef Jack Dorsey den Fragen eines Ausschusses für Wahleinmischung.
businessinsider.de

BlaBlaCar übernimmt russischen Konkurrenten BeepCar.

BlaBlaCar, französische Online-Vermittlung für Fahrgemeinschaften, kauft die russische Carpooling-Plattform BeepCar des Onlinedienstes Mail.Ru. BlabBlaCar ist selbst in Russland aktiv und dort mit mehr als 15 Mio Mitgliedern größter Anbieter. Ab Herbst leitet BeepCar seine Nutzer zum neuen Besitzer um. BlaBlaCar ist in 22 Ländern aktiv, auch in Deutschland, und hat 65 Mio Nutzer.
gruenderszene.de, techcrunch.com

USA sind kaum auf russische Wahlmanipulationen vorbereitet, sagen Experten.

USA sind kaum auf russische Troll-Angriffe auf die Kongresswahlen im November vorbereitet, sagen Experten in einer Anhörung des Geheimdienstausschusses. Die Trolle seien inzwischen raffinierter, die USA habe die Schutzmaßnahmen aber nicht ausreichend verbessert. Die Experten fürchten, dass sich Manipulationen wie 2016 wiederholen.
welt.de, turi2.de (Background)

Gericht des Europarats verurteilt Russland wegen fehlender Ermittlungen.

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Russland wegen mangelnder Ermittlungen im Fall des Mordes an der Journalistin Anna Politkowskaja 2006. Zwar seien die Mörder verurteilt worden, aber Spuren zu Hintermännern hätten die Behörden nicht hinreichend geprüft. Das Gericht spricht den Angehörigen 20.000 Euro Schmerzensgeld zu.
derstandard.at

Facebook Messenger markiert testweise die Herkunft dubioser Direktnachrichten.

Facebook testet in seinem Messenger ein Feature, das die Herkunft von Nachrichten mit dubiosem Inhalt anzeigt, berichtet das Vice-Portal Motherboard. Mit der Funktion wird anhand der Telefonnummer ermittelt, aus welchem Land unerwünschte Direktnachrichten stammen. Zusätzlich soll ermittelt werden, ob die Nummer erst kürzlich neu in Betrieb genommen wurde.
motherboard.vice.com, theverge.com

Zitat: Arkadi Babtschenko hält sich in einem Bunker in der Ukraine versteckt.

"Selbst mein Stuhl und mein Besteck sind Staatseigentum. Ich trage immer noch die Hose, die ich im Leichenschauhaus anhatte."

Der russische Journalist Arkadi Babtschenko erzählt im "FAZ"-Interview von seinem Alltag in einem geheimen Bunker in der Ukraine, in dem er sich nach seinem inszenierten Mord mit seiner Familie versteckt hält.
"FAZ", S. 17 (Paid), turi2.de (Background)

ARD-Dopingredaktion: Doping im russischen Fußball wurde wohl vertuscht.

Russischer Fußball ist wohl von der Vertuschung positiver Dopingproben betroffen, berichten Hajo Seppelt, Florian Riesewieck und Andrea Schültke unter Berufung auf Doping-Whistleblower Grigori Rodschenkow. Von Doping betroffen sei u.a. Russlands Nationalspieler Ruslan Kambolov, der aber aus dem WM-Kader gestrichen wurde. Die Fifa hatte gegen Kambolov ermittelt, ihn jedoch aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Ar­kadi Babt­schen­ko versteht die Kritik an seinem fingierten Mord nicht.

Journalisten: Die "FAZ" trifft die kreml­kri­ti­schen, rus­si­schen Jour­na­lis­ten Ar­kadi Babt­schen­ko (Foto) und Ay­der Musch­da­ba­jew. Letzterer sei ur­sprüng­lich als erstes Mordopfer an­vi­siert gewesen, glaubt Babt­schen­ko. Die Kritik an seinem fingierten Mord kann er nicht verstehen, er habe Angst um sein Leben gehabt. Westliche Journalisten verstünden nicht, "dass es bei uns um Le­ben oder Tod geht."
"FAZ", S. 9 (Paid), turi2.de (Background)

Ukraine sperrt mehr als 180 russische und pro-russische Webseiten.

Ukraine: Der Geheimdienst SBU blockt mehr als 180 russische oder pro-russische Webseiten, zur "Vorbeugung gegen Gefahren für die Informationssicherheit". Auch Seiten der Halbinsel Krim und ein russisches Onlinezahlungssystem werden geblockt. Russische Filme ab 2014 und Filme unabhängig von der Herkunft ab 1991, die ein positives Bild russischer Amtsträger zeichnen, sind komplett verboten.
derstandard.at

Deutsche Welle dementiert, beleidigende Beiträge über Russland zu verbreiten.

Deutsche Welle 150Deutsche Welle bestreitet den Vorwurf des russischen Außenministeriums, mit einem Twitter-Eintrag "beleidigende" Beiträge über Russland zu verbreiten. Russland moniert die Ankündigung einer Interviewsendung, die ein Zitat der Schwester von Oleg Senzow enthält. Der ukrainische Regisseur ist in russischer Haft in den Hungerstreik getreten.
per Mail

Basta: Auch das "Morgenmagazin" sendet zur Fuball-WM live aus Rußland.

MoMa on Tour: Das ARD "Morgenmagazin" lässt sich zur Fußball-WM nicht lumpen und sendet an zwölf Tagen live aus Rußland. Passend zum TV-Event gibt es ein russisch gestyltes Wohnzimmer in einem Bauwagen und ein winziges Spielfeld – das einzige in dem ostfriesischen Dörfchen. Nach er heutigen Bekanntgabe für die WM 2026 haben die "MoMa"-Macher sicher auch schon in Amerika angefragt.
stern.de

Bild des Tages: Arkady Babtschenko lebt.


Er ist wieder da: Arkady Babtschenko ist sichtlich mitgenommen, während der ukrainische Geheimdienst bei einer Pressekonferenz bekannt gibt, den Mord an dem russischen Journalisten vorgetäuscht zu haben. Babtschenko entschuldigt sich besonders bei seiner Frau – sie hatte ihn vermeintlich angeschossen gefunden und von den Behörden erfahren, ihr Mann sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. (Foto: Efrem Lukatsky / AP / picture alliance)

Russischer Journalist Arkadi Babtschenko lebt, der Mord war vorgetäuscht.

Journalistenmord an Arkadi Babtschenko war fingiert. Der russische Journalist entschuldigt sich in einer live im Fernsehen übertragenen Konferenz für die Nachricht über seinen angeblichen Tod. Der ukrainische Geheimdienst habe den angeblichen Mord über Monate vorbereitet, um Anschlagspläne des russischen Geheimdienstes zu enttarnen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Russischer Journalist Arkadi Babtschenko in Kiew erschossen.

Journalistenmord: Auf den russischen Journalist Arkadi Babtschenko wurden in seiner Wohnung in Kiew Schüsse abgegeben. Kurz darauf starb er auf dem Weg ins Krankenhaus. Arkadi Babtschenko hatte unter anderem über die Kämpfe in der Ostukraine, Tschetschenien und Südossetien berichtet. Nach Drohungen gegen ihn und seiner Familie hatte Arkadi Babtschenko 2017 seine Heimat verlassen.
spiegel.de

Update 30. Mai 2018: Der Journalist lebt, der Mord war vorgetäuscht. (turi2.de)

Zitat: Hajo Seppelt ist überrascht, dass Russland so schnell seine Meinung ändert.

"Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so schnell ändern würde. Jetzt muss ich mir die Details anschauen und wir werden uns sicher ARD-intern sehr intensiv darüber abstimmen."

ARD-Doping-Journalist Hajo Seppelt lässt im Interview mit dem NDR-Magazin "Zapp" offen, ob er zur Fußball-WM nach Russland reisen wird.
facebook.com, turi2.de (Background)

Bild des Tages: Wladimir Putin eröffnet die Brücke zwischen Russland und der Krim.


Brücken bauen: Am Steuer eines orangefarbenen Lastwagens, der mit einer russischen Flagge dekoriert ist, eröffnet der russische Präsident Wladimir Putin sichtlich erfreut die neue Brücke zwischen dem russischen Festland und der annektierten Halbinsel Krim. Die 19 Kilometer lange Strecke wird ab Mittwoch für Autos freigegeben, der Bahnverkehr soll im kommenden Jahr starten. (Foto: Alexander Nemenov / AP / Picture Alliance)

"stern": Hajo Seppelt darf doch nach Russland.

Hajo Seppelt, ARD-Sportjournalist und Doping-Rechercheur, erhält nun doch ein Visum für die Fußball-WM in Russland, meldet der "stern" aus "informierten Kreisen". Seppelt war in Russland durch das Aufdecken eines umfassenden Staatsdoping-Systems unangenehm aufgefallen. Politiker und Sportfunktionäre hatten sich in den letzten Tagen diplomatisch für ein Visum eingesetzt.
stern.de, turi2.de (Background)

Urteil Menschenrechtsgericht: Russland verstößt gegen die Meinungsfreiheit.

Journalismus: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte rügt Russland für die Haftstrafe eines Journalisten. Er war wegen Beiträgen zum Tschetschenien-Krieg fünf Jahre inhaftiert und durfte drei Jahre nicht journalistisch tätig sein. Das Gericht sieht das als Verstoß gegen die Meinungsfreiheit und weist die russische Regierung an, dem Mann 12.500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Russland kann dagegen Rechtsmittel einlegen.
derstandard.at

MDR will Studio-Vergabe einheitlich regeln.

MDR will die Vergabe von Studiokapazitäten neu regeln. Hintergrund ist die Kritik an einer Schalte mit einem AfD-Mann zu Russia Today – gesendet aus dem MDR-Studio Dresden. Der MDR hat die Vergabe von Studiokapazitäten an ausländische Sender, die nicht der Europäischen Rundfunkunion angehören, aktuell auf Eis gelegt, hört Matthias Meisner aus Senderkreisen. Karola Wille strebt nun eine einheitliche Regel an, die neben den Landesrundfunkanstalten der ARD auch für den Deutschlandfunk und das ZDF gelten soll. Einige Rundfunkräte fordern, nur Sendern mit unabhängiger Berichterstattung Studiokapazitäten einzuräumen.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Bild des Tages: Schröder gratuliert Putin.


Alte Liebe rostet nicht: Mit breitem Kumpel-Grinsen und vor prunkvollem Hintergrund gratuliert Gerhard Schröder dem alt-neuen russischen Präsidenten Wladimir Putin zu den nächsten sechs Jahren Amtszeit. Außer ihm gönnt Putin nur zwei anderen Männern einen Handschlag: Kirchenoberhaupt Kyrill I. und Premier Dimitri Medwedjew – letzterem nach Schröder. (Foto: Alexei Druzhinin / AP / picture alliance)

Twitter verbannt Werbung von Kaspersky Lab.

Twitter verbietet dem russischen Sicherheitssoftware-Hersteller Kaspersky Lab, Werbung zu schalten. Das Geschäftsmodell von Kaspersky verstoße gegen die Werbevorschriften, schreibt der Kurznachrichtendienst. Kaspersky kündigt an, das für Twitter verplante Werbebudget an die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation zu spenden.
techcrunch.com, twitter.com

USA und Großbritannien kritisieren staatliche russische Hacker-Attacken.

Russland: Behörden der USA und Großbritanniens werfen staatlichen russischen Hackern vor, weltweit Regierungen und Infrastruktur anzugreifen. Sie würden u.a. Router infizieren, teilen das FBI und das US-Heimatschutzministerium sowie das Nationale Cyber-Sicherheitszentrum von Großbritannien mit. Russland habe Millionen Computer im Visier und bereite möglicherweise neue Angriffe vor.
faz.net