Zitat: Hajo Seppelt ist überrascht, dass Russland so schnell seine Meinung ändert.

"Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so schnell ändern würde. Jetzt muss ich mir die Details anschauen und wir werden uns sicher ARD-intern sehr intensiv darüber abstimmen."

ARD-Doping-Journalist Hajo Seppelt lässt im Interview mit dem NDR-Magazin "Zapp" offen, ob er zur Fußball-WM nach Russland reisen wird.
facebook.com, turi2.de (Background)

Bild des Tages: Wladimir Putin eröffnet die Brücke zwischen Russland und der Krim.


Brücken bauen: Am Steuer eines orangefarbenen Lastwagens, der mit einer russischen Flagge dekoriert ist, eröffnet der russische Präsident Wladimir Putin sichtlich erfreut die neue Brücke zwischen dem russischen Festland und der annektierten Halbinsel Krim. Die 19 Kilometer lange Strecke wird ab Mittwoch für Autos freigegeben, der Bahnverkehr soll im kommenden Jahr starten. (Foto: Alexander Nemenov / AP / Picture Alliance)

"stern": Hajo Seppelt darf doch nach Russland.

Hajo Seppelt, ARD-Sportjournalist und Doping-Rechercheur, erhält nun doch ein Visum für die Fußball-WM in Russland, meldet der "stern" aus "informierten Kreisen". Seppelt war in Russland durch das Aufdecken eines umfassenden Staatsdoping-Systems unangenehm aufgefallen. Politiker und Sportfunktionäre hatten sich in den letzten Tagen diplomatisch für ein Visum eingesetzt.
stern.de, turi2.de (Background)

Urteil Menschenrechtsgericht: Russland verstößt gegen die Meinungsfreiheit.

Journalismus: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte rügt Russland für die Haftstrafe eines Journalisten. Er war wegen Beiträgen zum Tschetschenien-Krieg fünf Jahre inhaftiert und durfte drei Jahre nicht journalistisch tätig sein. Das Gericht sieht das als Verstoß gegen die Meinungsfreiheit und weist die russische Regierung an, dem Mann 12.500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Russland kann dagegen Rechtsmittel einlegen.
derstandard.at

MDR will Studio-Vergabe einheitlich regeln.

MDR will die Vergabe von Studiokapazitäten neu regeln. Hintergrund ist die Kritik an einer Schalte mit einem AfD-Mann zu Russia Today – gesendet aus dem MDR-Studio Dresden. Der MDR hat die Vergabe von Studiokapazitäten an ausländische Sender, die nicht der Europäischen Rundfunkunion angehören, aktuell auf Eis gelegt, hört Matthias Meisner aus Senderkreisen. Karola Wille strebt nun eine einheitliche Regel an, die neben den Landesrundfunkanstalten der ARD auch für den Deutschlandfunk und das ZDF gelten soll. Einige Rundfunkräte fordern, nur Sendern mit unabhängiger Berichterstattung Studiokapazitäten einzuräumen.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Bild des Tages: Schröder gratuliert Putin.


Alte Liebe rostet nicht: Mit breitem Kumpel-Grinsen und vor prunkvollem Hintergrund gratuliert Gerhard Schröder dem alt-neuen russischen Präsidenten Wladimir Putin zu den nächsten sechs Jahren Amtszeit. Außer ihm gönnt Putin nur zwei anderen Männern einen Handschlag: Kirchenoberhaupt Kyrill I. und Premier Dimitri Medwedjew – letzterem nach Schröder. (Foto: Alexei Druzhinin / AP / picture alliance)

Twitter verbannt Werbung von Kaspersky Lab.

Twitter verbietet dem russischen Sicherheitssoftware-Hersteller Kaspersky Lab, Werbung zu schalten. Das Geschäftsmodell von Kaspersky verstoße gegen die Werbevorschriften, schreibt der Kurznachrichtendienst. Kaspersky kündigt an, das für Twitter verplante Werbebudget an die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation zu spenden.
techcrunch.com, twitter.com

USA und Großbritannien kritisieren staatliche russische Hacker-Attacken.

Russland: Behörden der USA und Großbritanniens werfen staatlichen russischen Hackern vor, weltweit Regierungen und Infrastruktur anzugreifen. Sie würden u.a. Router infizieren, teilen das FBI und das US-Heimatschutzministerium sowie das Nationale Cyber-Sicherheitszentrum von Großbritannien mit. Russland habe Millionen Computer im Visier und bereite möglicherweise neue Angriffe vor.
faz.net

AfD-Politiker schimpft bei RT über den Islam – zugeschaltet aus dem MDR-Studio.

MDR leistet dem russischen Sender RT Produktionshilfe. Der sächsische AfD-Politiker Maximilian Krah wettert im internationalen Kreml-Kanal über den Islam und lässt sich dafür aus dem MDR-Studio Dresden zuschalten. Der MDR sagt, "Wir sind dazu verpflichtet". Die MDR-Tochterfirma MCS Sachsen agiere nur als technischer Dienstleister, so wie bei Anfragen anderer EBU-Sender auch. RT ist jedoch kein EBU-Mitglied.
tagesspiegel.de

RT Deutsch etabliert sich schleichend, befürchtet Martin Niewendick.

RT Deutsch nähert sich seinem Ziel, in der deutschen Medienlandschaft Fuß zu fassen, Senderchef Iwan Rodionow wird als Gast in Talkshows oft zu wenig hinterfragt, schreibt Martin Niewendick. Obwohl Rodionow an vorderster Propaganda-Front Verschwörungstheorien verbreite, tauche er immer wieder in namhaften Sendungen auf und vermittele Zuschauern, die sich mit RT Deutsch nicht auskennen, schlimmstenfalls das Gefühl, der Sender sei ein unabhängiges Nachrichtenmedium.
welt.de

"Bild"-Chef Julian Reichelt würde britischen Boykott der Fußball-WM unterstützen.

bildlogoBild würde einen britischen Boykott-Aufruf der Fußball-WM in Russland unterstützen, sagt Chefredakteur Julian Reichelt der BBC. Sollte Premierministerin Theresa May im Zuge der Vergiftung eines Ex-Spions einen Boykott fordern und Nato-Alliierte um Unterstützung bitten, wäre auch "Bild" dabei.
twitter.com/BBCNewsnight (52-Sek-Video)


Putin würdigt ultranationalistischen Publizisten Alexander Prochanow.

Wladimir Putin würdigt den ultranationalistischen Publizisten Alexander Prochanow in einem Schreiben zu dessen 80. Geburtstag als Person, die sich mit ihren "sozialen, literarischen und journalistischen Aktivitäten verdient gemacht" habe. Prochanow ist Chefredakteur der Zeitschrift Sawtra und hatte sich u.a. für einen neuen "Kalten Krieg mit dem Westen" ausgesprochen.
derstandard.at

Basta: Russland kennt weder Korruption noch Verschwörung.

Haste Worte? Die russische "Sport Express" verfälscht ein Deutschlandfunk-Interview mit dem Ex-Chef des russischen Anti-Doping-Labors Grigori Rodschenkow. Die Verstrickungen Putins fehlen, kritische Aussagen sind glattbügelt. Die Redaktion begründet es mit "der Einzigartigkeit jeder Sprache". – Gesucht werden russische Worte für "Korruption" und "Verschwörung".
deutschlandfunk.de

US-Sonderermittler erwirkt Anklagen gegen St. Petersburger Trollfabrik.

US-Sonderermittler Robert Mueller (Foto) erreicht Anklagen gegen 13 russische Staatsbürger und drei Firmen wegen Verschwörung zum Betrug. Eine Grand Jury auf Bundesebene sieht ausreichende Verdachtsmomente u.a. gegen Jewgeni Prigoschin, auch bekannt als Putins Lieblingskoch. Es geht im Kern um eine berüchtigte Trollfabrik in St. Petersburg, die Prigoschin aufgebaut und gegen die Konkurrenten von Donald Trump eingesetzt haben soll.
spiegel.de, cnbc.com

Meinung: Staaten müssen ein Abkommen gegen Cyber-Kriege schließen.

Cyber-Krieg: Staaten müssen ein internationales Abkommen gegen Cyber-Kriege schließen, mahnt Virenscanner-König Jewgeni Kaspersky. Die gegenseitigen Internet-Angriffe von Staaten seien zu heftig. Die USA haben Kaspersky-Software in ihren Behörden verboten, weil der Hersteller von Antiviren-Software mit russischen Geheimdiensten zusammenarbeite.
"Welt am Sonntag", S. 32-33 (Paid), welt.de (Vorabmeldung), turi2.de (Background)

YouTube will Videos staatlich finanzierter Sender kennzeichnen.

Label gegen Propaganda: YouTube will künftig Videos von staatlichen Sendern wie Russia Today mit einem Hinweis versehen. Die Kennzeichnung soll nicht im Video, aber noch über dem Video-Titel erscheinen, kündigt das Google-Unternehmen an. Die Hinweise sollen auf Wikipedia-Artikel verlinken. Vorerst sehen nur Nutzer in den USA solche Hinweise.

In den USA werden damit auch Videos des Public Broadcasting Service (PBS) versehen. Er wird künftig als "öffentlich finanzierter amerikanischer Sender" angezeigt. In Deutschland dürfte es die Deutsche Welle betreffen, die sich aus dem Haushalt des Bundes finanziert. ARD, ZDF und Deutschlandradio erhalten dagegen Rundfunkbeiträge aller Bürger. Große Bedeutung dürfte die Maßnahme für Russia Today (RT) entfalten, das mit rund 5,5 Mrd Videoabrufen zu den meistgenutzten News-Angeboten auf YouTube gehört.
youtube.googleblog.com, wsj.com

Basta: Es ist kreativ, es konvertiert, es kommt aus dem Kreml.

Zaren des ROI: Werber-Preise sollen auszeichnen, was funktioniert und nicht hübsche, aber wirkarme Ideen. Die Gruppe Project Meddle hat nun die aus ihrer Sicht erfolgreichste Marketingaktion des Jahres 2016 bei den Webbys, der One Show, den Löwen in Cannes, den Clios und den Addys kostenpflichtig eingereicht - den mutmaßlichen Hack der US-Wahl durch Russland.
mashable.com

Kaspersky wehrt sich gegen Software-Verbot in US-Behörden.

Kaspersky legt bei einem Gericht Einspruch gegen den Bann seiner Software aus US-Behörden ein. Die US-Regierung habe keine Beweise dafür, dass Kaspersky mit russischen Geheimdiensten zusammenarbeite, sagt die Firma. Das Verbot des Heimatschutzministeriums sei verfassungswidrig. Das Ministerium befürchtet Kooperationen zwischen dem Hersteller von Antiviren-Software und Geheimdiensten.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Russische "Forbes" streicht Topverdiener-Ranking.

Forbes in Russland streicht in ihrer aktuellen Ausgabe ihr jährliches Ranking der meistverdienenden Russen. Die Chefredaktion sagt, die bisherigen Daten seien zu ungenau gewesen. Betroffene hatten die Rangliste in der Vergangenheit stark kritisiert und dagegen geklagt. Nun veröffentlicht das Magazin von Alexander Fedotov eine Rangliste mit dem Wert der Unternehmensbeteiligungen, die russische Konzern-Chefs an den von ihnen geleiteten Firmen halten. Springer hat 2015 sein früheres Blatt an den russischen Unternehmer Fedotov verkauft.
"New Business" 49/2017, S. 26 (Paid), new-business.de, turi2.de (Background)

Facebook will Putin-Propaganda entlarven.


Propaganda-Prüfung: Facebook will seinen Nutzern künftig zeigen, ob sie Ziel russischer Propaganda waren. Bis Ende 2017 soll ein Tool erscheinen, mit dem Nutzer prüfen können, ob sie Inhalte der russischen Internet Research Agency auf Facebook oder Instagram gelikt oder gelesen haben. Die Internet Research Agency gilt als russische Propaganda-Maschine.

Facebook reagiert damit auf Druck der Politik. Der US-Kongress verlangt, dass Facebook und andere Tech-Konzerne ihre User über Manipulation durch russische Propaganda vor der US-Präsidentschaftswahl 2016 informieren.
bloomberg.com, recode.net

Google will Russia Today und Sputnik bei Suchergebnissen herabstufen.

Google plant, umstrittene russische Nachrichten-Portale wie Russia Today und Sputnik bei der Suchergebnis-Rangliste herabzustufen. Damit soll die Verbreitung russischer Propaganda erschwert werden. Google will die Seiten aber nicht komplett aus den Treffern entfernen. US-Geheimdienste werfen Russia Today und Sputnik vor, sich im Auftrag der russischen Regierung in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingemischt zu haben.
theguardian.com, www.bbc.com, turi2.de (Background)

Neun Sender müssen sich in Russland als "ausländische Agenten" registrieren.

Russland benennt neun Auslandssender, die sich nach Ansicht des Kremls als "ausländische Agenten" registrieren lassen müssen. Betroffen ist der US-Sender Voice of America sowie Radio Free Europe/Radio Liberty, die ebenfalls Geld vom US-Kongress bekommen. Daneben müssen sich auch sieben Ableger von Radio Free Europe/Radio Liberty registrieren, u.a. auf der Krim und in Sibirien. Die Deutsche Welle steht derzeit nicht auf der Liste.
de.reuters.com, rt.com, turi2.de (Background)

USA zwingen russischen Sender RT zur Registrierung als "ausländischer Agent".

Kreml-Sender RT stimmt widerwillig zu, sich in den USA als sogenannter "ausländischer Agent" registrieren zu lassen. Das US-Justizministerium hatte RT eine Frist bis Montag gesetzt, ansonsten drohe dem Sender eine Sperrung seiner Konten und womöglich die Verhaftung des US-Büroleiters. Die amerikanischen Behörden stufen RT nicht als gewöhnliches Medium ein, sondern als Instrument der staatlichen russischen Propaganda.
washingtonpost.com

Lese-Tipp: Klaus-Helge Donath besucht die Redaktion der kommunistischen "Prawda".

Lese-Tipp: "taz"-Auslandskorrespondent Klaus-Helge Donath besucht die Redaktion der Prawda, Sprachrohr russischer Kommunisten, und zeichnet ein etwas trauriges Bild. In ihren erfolgreichsten Zeiten erscheint die "Zeitung von Arbeitern für Arbeiter" in einer Auflage von 14 Mio, heute gibt es dreimal pro Woche 100.000 Exemplare. Chefredakteur Boris Komozki nutzt den Computer seiner Sekretärin, "falls mal nötig", viele Redakteure sind bereits in Rente. Ihr Unbehagen gegenüber Putins Politik behalten sie lieber für sich.
taz.de

Deutsche Welle startet die politische Satire-Sendung "Zapovednik" auf Russisch.

Deutsche Welle 150Deutsche Welle lässt in der politischen, russischsprachigen Satire-Sendung "Zapovednik" Angela Merkel, Wladimir Putin und Donald Trump aufeinander treffen. Der deutsche Auslandssender will damit für die Meinungsfreiheit eintreten und kooperiert mit dem israelischen Channel 9. Die Episoden werden im Motion-Capture-Stil produziert, die lettische Produktionsfirma Kollektiv finalisiert sie immer erst kurz vor der Erstausstrahlung, um aktuelle Geschehnisse aufgreifen zu können. Zehn TV-Sender strahlen die Sendung aus, die Deutsche Welle verbreitet sie über ihr russisches Programm und soziale Medien.
dw.com

Russische Facebook-Anzeigen zielten auf verschiedenste Zielgruppen.

Facebook-Anzeigen, mit denen russische Kräfte Einfluss auf die US-Wahl nehmen wollten, adressierten völlig unterschiedliche Zielgruppen, zum Beispiel Gegner von Polizei-Gewalt, Waffenbefürworter und Menschenrechtler. Das zeigt eine vom US-Geheimdienstausschuss veröffentlichte Auswahl von Anzeigen, die Techcrunch aufbereitet hat. Die erfolgreichsten Posts aus der Auswahl erreichten 25.000 Klicks und kosteten rund 1.000 Dollar. Andere kamen nur auf zweistellige Klickzahlen.
techcrunch.com

Facebook, Google und Twitter informieren US-Kongress über russische Polit-Propaganda.

Facebook-LogoFacebook hat zwischen 2015 und 2017 bis zu 126 Mio Nutzern von Russland beauftragte Polit-Propaganda gezeigt, berichten u.a. "Washington Post" und Recode. Diese Zahl schätzt Facebook in einer schriftlichen Erklärung für den US-Kongress. Google findet rund 1.100 Videos und 4.700 Dollar Werbeinvestitionen russischer Herkunft. Twitter entdeckt 2.752 Accounts und 36.000 Bots, die Verbindungen zur russischen Regierung aufweisen.
spiegel.de, washingtonpost.com, recode.net