Sat.1 holt "Akte" inhouse, möglicherweise ohne Claus Strunz.

Sat.1 produziert "Akte" ab Mitte 2019 selbst in Unterföhring. Ob Claus Strunz an Bord bleibt, ist noch unklar, schreibt Thomas Lückerath - Strunz produziert für Springers MAZ&More in Berlin das Sat.1-Frühstücksfernsehen - und sich selbst dort gern vor der Kamera. Die Produktionsfirma Meta Productions verliert damit ihre größte Sendung, Sat.1 baut am Münchner Stadtrand eine eigene Redaktion auf.
dwdl.de

Sat.1 kritisiert Absprachen für "Thügida"-Interview in "Akte".

Sat.1 distanziert sich von einem Beitrag seines Reporter-Magazins Akte 2018. Die Sendung hatte den rechtsextremen "Thügida"-Gründer David Köckert interviewt. Bedingung war ein Live-Stream der Interview-Aufzeichnung bei Facebok. Sat.1 sagt, dem Sender sei keine Absprache bekannt gewesen und er hätte sie auch nicht gebilligt. Die Produktionsfirma Meta Productions begründet die Zustimmung mit dem enormen "öffentlichen Interesse an dieser Figur der rechtsradikalen Szene".
meedia.de, dwdl.de

Sat.1 setzt bei Doku-Soaps vor allem auf Katastrophen, Unglücke und Kriminalität.

Sat.1 baut sein nicht-fiktionales Programm seit 2015 zwar erheblich auf, setzt dabei jedoch überwiegend auf Doku-Soaps zu Katastrophen, Unglücken und Kriminalität, zitiert Ulrike Simon aus einer Programmanalyse, die in "Media Perspektiven" erschienen ist. Dies verstärke ein Weltbild, in dem überall Gefahren lauern, so Simon, und widerspreche den Aussagen des Konzerns, die Werte der Gesellschaft zu schützen und deshalb öffentliche Förderung zu verdienen.
spiegel.de (Paid)

Sat.1 plant offenbar eine neue, tägliche Erfindershow.

Sat.1 startet offenbar einen neuen Anlauf für eine Gründershow, berichtet deutsche-startups.de. Der Sender suche "leidenschaftliche Erfinder", die Sendung mit dem Titel "Wie genial ist das denn?" solle täglich laufen. Von Montag bis Donnerstag stellen Gründer ihre Idee vor, im Finale freitags kürt eine Jury den Wochensieger, der ein Preisgeld von 3.000 Euro erhält.
deutsche-startups.de

Basta: Sat.1 möchte mit Carsten Maschmeyer keine Firma mehr gründen.

Startup-schied: Sat.1 zieht bei der Gründershow von Carsten Maschmeyer den Stecker und nimmt das Quotenunglück aus dem Programm. Die vier noch ausstehenden Folgen laufen nicht einmal in der Nacht oder bei einem Spartenkanal, sondern nur online auf sat1.de. Das Gründermotto "Try fast, fail fast" war wohl eine zu selbsterfüllende Prophezeiung.
dwdl.de, gruenderszene.de

Meinung: Private Sender graben sich bei YouTube selbst das Wasser ab.

TV-Sender tragen mit ihren Angeboten auf YouTube dazu bei, dass immer mehr Zuschauer vom linearen Fernsehen ins Netz abwandern, analysiert Christoph Burseg. Werber könnten ähnliche Zielgruppen so deutlich günstiger erreichen. Burseg listet zudem die zehn reichweitenstärksten Kanäle von TV-Sendern auf – auf Platz 1 "The Voice Kids" gefolgt von MySpass.de und Galileo. Unter den Top 10 finden sich ausschließlich Angebote der privaten Sender.
omr.com

Meinung: Michael Hanfeld vermisst Innovation bei den Eigenproduktionen der Privatsender.

Serienproduktionen von RTL und Sat.1 mangelt es an Qualität und Zielgruppenkenntnis – sie scheinen altbacken und gemacht "für alle zwischen acht und achtzig", kritisiert Michael Hanfeld. Sat.1, einst ansehnlich mit "Edel & Starck" oder "Kommissar Rex", habe irgendwann aufgegeben, dadurch das Markenpotential verspielt und fange nun von vorne an. Die neuen Eigenproduktionen sehen jedoch so aus, als wären sie direkt für den "Retro-Kanal à la Sat.1 Gold" produziert worden.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Sat.1 macht bald Frühstücksfernsehen zum Feierabend.


Studiohund Lotte ist die Attraktion im Sat.1 Frühstücksfernsehen. Welche Menschen, Tiere, Sensationen das abendliche Magazin bietet, ist noch nicht im Detail bekannt. (Foto: David Heerde / Picture Alliance)

Croissant zum Abendbrot: Sat.1 stemmt sich mit einem sturmerprobten Konzept gegen die Bedeutungslosigkeit. Im zweiten Quartal startet die Bällchen-Abteilung des ProSiebenSat.1-Reichs ein abendliches 60-Minuten-Magazin, erfährt Thomas Lückerath. "Endlich Feierabend" soll ähnlich funktionieren wie das erfolgreiche, quietschbunte Magazin am Morgen – und wird auch vom Springer-Unternehmen MAZ & More produziert.

Die neue Live-Sendung solle, anders als zuvor gescheiterte Konzepte, "mehr Show und Infotainment als Magazin" sein, sagt Sat.1-Geschäftsführer Kaspar Pflüger. Sie bekomme eine Doppelmoderation und Studiogäste. Pflüger kündigt außerdem an, dass die Produktionsfirmen UFA und Producers at Work im März Pilot-Episoden für vier verschiedene tägliche Serien produzieren. Im Sommer fällt die Entscheidung, welche Serie in Serie geht. Für den Nachmittag will Pflüger zwei Talkshows ausprobieren, weil es inzwischen zu viele Dokus mit Laienschauspielern gibt.

Wir graturilieren: Michaela Kiermaier wird 34.


Wir graturilieren: Sat.1-Gold-Senderchefin Michaela Kiermaier wird heute 34 Jahre alt. Auf ihren Bürotag heute folgt ein gutes, großes, gemeinsames Essen mit der Familie, bei dem traditionell keine Reste übrig bleiben. Noch besser als das Jahr bei Sat.1 Gold fand Kiermaier, mit ihrer Tochter wieder "neue, sehr bunte, großartige Teile der Welt" entdeckt zu haben.

Für die Welt um sie herum wünscht sich Kiermaier, sie möge ein bisschen stärker wie ihr Sender ticken: mit mehr Liebe und Gelassenheit. Genau solche Wünsche und mehr nimmt sie am liebsten per E-Mail entgegen. (Foto: ProSiebenSat.1 / Martin Saumweber)

Zitat: Bastian Pastewka hält Amazon für einen verlässlicheren Partner als Sat.1.

"Wir wollten der Serie eine verlässliche Heimat geben. Und zwar dort, wo die Serienfans ohnehin sehr genau hinsehen."

Comedian Bastian Pastewka begründet den Wechsel zu Amazon in einem dpa-Interview auch damit, dass er sich bei einem Streaming-Anbieter keine Sorgen machen müsse, seinen Sendeplatz an ein anderes Format zu verlieren.
abendblatt.de, turi2.de (Background)

Oliver Pocher und Ariana Baborie moderieren künftig "Dinner Party".

Oliver Pocher und Radio-Moderatorin Ariana Baborie übernehmen die Moderation des LateNight-Talks "Dinner Party" bei Sat.1, schreiben Thomas Lückerath und "Bild". Bisher moderiert Marlene Lufen die von Good Times produzierte Show dienstagnachts. Pocher und Baborie sollen den Sendungen im Wechsel einen eigenen Stempel aufdrücken. Pocher will mehr "miteinander, nicht nacheinander" mit den Gästen reden. Laut "Bild" hat Pocher außerdem für ProSieben eine Pilot-Show namens "Paybacktime" aufgezeichnet, die Ausstrahlung ist aber noch nicht entschieden.
dwdl.de, bild.de (Paid)

Sat.1 überträgt DTM ab 2018.

Sat.1 zeigt ab 2018 die Rennen der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft. Der Vertrag zwischen DTM und 7Sports läuft zunächst zwei Jahre. Der langjährige TV-Partner ARD hatte kein Angebot abgegeben. Zusätzlich zur TV-Übertragung bei Sat.1 gibt es die Rennen auch digital bei ran.de und über die "ran"-App zu sehen, die Qualifyings laufen nur online. Laut "Bild" plant Sat.1 ein DTM-Magazin am Samstag und Sonntag vor dem Rennen. Andrea Kaiser soll moderieren.
presseportal.de, bild.de

Amazon zeigt erste eigenproduzierte "Pastewka"-Staffel Ende Januar.

Amazon zeigt die achte Staffel der Comedyserie Pastewka ab dem 26. Januar 2018. Es ist die erste Staffel, die Brainpool im Auftrag von Amazon produziert hat - die vorherigen sieben liefen bei Sat.1, wobei sich der Sender bei Fortsetzungen immer geziert hat. Erstmals wollen die Serienmacher Handlungsstränge über mehrere Episoden erzählen.
horizont.net, dwdl.de, turi2.de (Background)

Analyse: Aufsichtsratschef Brandt war Strippenzieher hinter Ebelings Ablösung.

ProSiebenSat.1: Aufsichtsratschef Werner Brandt soll bei der frühzeitigen Trennung von Thomas Ebeling die Strippen gezogen haben, schreibt Dieter Fockenbrock. Die Schritte zur Entscheidung wirkten akribisch abgestimmt. Brandt habe seinen Abschied vom Aufsichtsratsvorsitz beim Energiekonzern Innogy wohl deshalb kürzlich angekündigt, um mehr Zeit für seine Aufgabe bei ProSiebenSat.1 zu haben. Brandt wolle künftig in München präsenter sein.
handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Thomas Ebeling und ProSiebenSat.1 trennen sich bereits Ende Februar 2018.


Ein Spruch zu viel: Thomas Ebeling verlässt ProSiebenSat.1 früher als bisher geplant, teilt der Konzern mit. Der Manager und der Aufsichtsrat haben sich demnach "einvernehmlich" auf ein vorzeitiges Ausscheiden geeinigt – nach der Bilanzpressekonferenz im Februar ist für Ebeling Schluss. Eigentlich läuft sein Vertrag noch bis Mitte 2019. Conrad Albert (Foto rechts), bisher Vorstand für External Affairs, wird Vize-Vorstandschef, er solle die Kontinuität im Konzern auch nach Ebelings Abgang sichern, falls die Nachfolger-Suche länger dauert.

Ebeling fällt nun offenbar einer seiner markigen Sprüche auf die Füße: Vergangene Woche war ein Kommentar aus einem Analysten-Call über arme und fettleibige TV-Zuschauer bekannt geworden. Auch wegen seines Führungsstils steht der Manager in der Kritik. Er hatte die Konzernführung 2009 übernommen und die damals schwächelnde Sendergruppe mit Digital-Zukäufen wieder zum Erfolg und aus der Abhängigkeit von Finanzinvestoren geführt. Gegen zuletzt einbrechende Werbeerlöse im klassischen TV fehlt aber das Rezept.
faz.net, dwdl.de, turi2.de (Zitat TV-Zuschauer), turi2.de (Führungsstil)

Mitarbeit: Markus Trantow

Analyse: Thomas Ebeling ist nie mit dem TV-Kerngeschäft warm geworden.

Thomas Ebeling, angezählter Chef von ProSiebenSat.1, ist als Manager nie richtig in der TV-Branche angekommen, analysiert Thomas Lückerath seinen Führungsstil. Kein Wunder, dass er nach seiner Aufreger-Aussage über angeblich arme und fettleibige TV-Zuschauer nur wenige Fürsprecher finde. Nur wer auf Ebelings Wellenlänge funkte, habe Zugang zu ihm gehabt. In vielen Detailfragen des Konzerns habe Ebeling auf das letzte Wort bestanden, Desinteresse und Kontrollwahn hätten sich abgewechselt, schreibt Lückerath. Als Ex-Pharma-Manager habe Ebeling erfolglos nach einer klaren TV-Erfolgsformel gesucht und mit Neukäufen ProSiebenSat.1 vom wenig kalkulierbaren Geschäft mit Ideen weggeführt.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Maue Zahlen von ProSiebenSat.1 sind hausgemachtes Problem, glaubt Juliane Paperlein.

ProSiebenSat1-P7S1 Logo ohne Schriftzug 150ProSiebenSat.1 setzen hausgemachte Probleme zu, nicht der Sieg von Online- über TV-Werbung, beobachtet Juliane Paperlein. Ein Beispiel seien die massiven Investitionen in junge E-Commerce-Unternehmen, die Sender selbst hätten außerdem ein "massives Performanceproblem" mit miesen Quoten. Paperlein vermisst im Programm "prominente Köpfe und schlagkräftige Primetime-Formate", die Daytime sei zu monoton. Sie rät zu heimischen Produktionen statt Hollywoodware. Seven-One Media könne die Einführung eines Key Account Managements helfen.
"Horizont 36/2017", S. 6 (Paid)

16,23 Mio Menschen schauen TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz.

TV-Duell: Insgesamt 16,23 Mio Zuschauer haben am Sonntagabend das Rede-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz verfolgt, etwas weniger als das TV-Duell zwischen Merkel und Peer Steinbrück 2013, als 17,64 Mio zuschauten. Die meisten der Zuschauer, nämlich 9,33 Mio, haben gestern das Erste eingeschaltet, ein Marktanteil von 26,5 %. Im ZDF schauten 3,72 Mio Menschen zu, bei RTL 2,13 Mio, bei Sat.1 nur 930.000. Weitere 120.00 Zuschauer haben bei Phoenix zugeschaut.
dwdl.de, meedia.de

Lese-Tipp: Juroren sprechen über die Gründer bei "Die Höhle der Löwen".

Lese-Tipp: Homeshopping-Unternehmerin Judith Williams und Technikexperte Frank Thelen sprechen im "Welt"-Interview über ihren Investoren-Jury-Job bei "Die Höhle der Löwen". Die Ideen der Gründer seien besser als zu Beginn der Show, doch gäbe es auch Träumer, die bei den Zahlen schummeln, ihr Produkt nicht weiterentwickeln wollen – oder für den Pitch in der Sendung gar nicht dabeihaben.
"Welt am Sonntag", S. 23 (Paid)

TV-Marktanteile im August: ProSieben fällt weiter zurück.

ProSieben verliert im August weiter an Marktanteil. Mit 8,3 % bei den 14- bis 49-Jährigen liegt ProSieben 1,8 % unter dem Wert von August 2016 und fällt hinter den Schwestersender Sat.1 zurück, der u.a. dank "Promi-Big-Brother" auf 8,5 % Marktanteil wächst. Marktführer in der werberelevanten Zielgruppe bleibt RTL mit 11,3 %, beim Gesamtpublikum liegt das ZDF mit 13,1 % vorne.
dwdl.de

Zitat: Nikolaus Brender wirft Merkel und Seibert Erpressung beim TV-Duell vor.

"Die Ei­ni­gung ist un­ter Er­pres­sung durch das Kanzleramt zu­stan­de ge­kom­men. Sol­che Ver­ein­ba­run­gen nennt man sit­ten­wid­rig."

Ex-ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender wirft Angela Merkel und ihrem Sprecher Steffen Seibert vor, die Bedingungen für das TV-Duell mit Herausforderer Martin Schulz arrogant und kompromisslos verhandelt zu haben. Als TV-Format sei das Duell eine "Miss­ge­burt".
"Spiegel", 35/2017, S. 32-34 (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Martin Schulz und Angela Merkel bereiten sich penibel auf TV-Duell vor.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" beschreibt, wie penibel sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz mit Fra­ge-Ant­wort-Spielen auf das TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel vorbereitet. Schulz hat den österreichischen Me­di­en­coach Mar­kus Peichl egagiert, um das Duell zum Wendepunkt des Wahlkampfs zu machen. Mer­kel studiere u.a. das TV-Du­ell zur Eu­ro­pa­wahl zwi­schen Schulz und Jean-Clau­de Juncker aus 2014. Sie wolle die Reaktionsweise von Schul­z ken­nen­ler­nen, um dar­auf re­agie­ren zu kön­nen. Merkel hätte die Debatte laut "Spiegel" am liebsten wohl ganz ver­wei­gert. Man­che Sendervertreter hät­ten die Verhandlungen aus Wut vor Merkels Bedingungen gerne plat­zen lassen.
"Spiegel", 35/2017, S. 32-34 (Paid), turi2.de (Background)

Gericht entscheidet: Sat.1 muss vorerst keine bundesweiten Drittanbieter-Sendungen mehr zeigen.

Sat.1 muss vorerst keine bundesweiten Drittanbieter-Sendungen mehr ausstrahlen, entscheidet das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße. Die Neuausschreibung hätte erst erfolgen dürfen, als ein früherer Lizenz-Streit abgeschlossen war. Zu diesem Zeitpunkt lag der Marktanteil von ProSiebenSat.1 jedoch unter 20 %, was Sat.1 von deutschlandweiten Drittanbieter-Sendungen entbunden hätte. Sat.1 hat zwei der drei Formate bereits aus dem Programm genommen, lediglich die "Focus TV Reportage" zeigt Sat.1 weiterhin freiwillig. In einem anderen Fall hat das OVG Rheinland-Pfalz entschieden, dass Sat.1 regionale Drittprogramme zeigen muss.
dwdl.de, digitalfernsehen.de, vgnw.justiz.rlp.de, turi2.de (Background Regionalprogramm)