Satire ist Kunst - Dichter, Zeichner, Bildhauer, Filmer oder Journalisten sind ihre Überbringer. Und die leben oft gefährlich, denn Satire, die nicht wehtut, ist keine. weiterlesen auf lexikon2.de

Zitat: Jetzt wird sogar der "Spiegel" für Machtspielchen missbraucht.

"Angela loves to get spanked with a rolled-up 'Der Spiegel'. That is one sick Fräulein."

US-Latenight-Talker Stephen Colbert macht sich über Donald Trump lustig, der sagt, Deutschland werde von Russland kontrolliert. Eine Trump-Bekanntschaft gestand jüngst, sie habe ihm mal mit einer "Forbes"-Ausgabe mit Trump-Cover einvernehmlich den Hintern versohlt.
youtube.com

Dieter Hanitzsch zeichnet jetzt für die Münchner "Abendzeitung".

Abendzeitung verpflichtet Karikaturist Dieter Hanitzsch, 85. Nach seinem Rauswurf bei der "Süddeutschen" kehrt Hanitzsch zu seinen Wurzeln zurück - ab 1961 hat er mehr als 20 Jahre lang schon einmal die für die Münchner Abendzeitung gezeichnet. Künftig will Hanitzsch sich in seinen Karikaturen auf die Münchner und die bayerische Politik konzentrieren.
abendzeitung-muenchen.de via kress.de, turi2.de (Background)

Presserat: Netanjahu-Karikatur ist von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Süddeutsche Zeitung: Die Netanjahu-Karikatur von Dieter Hanitzsch überschreitet die Grenze zur Diskriminierung von Juden nicht und ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, entscheidet der Presserat mehrheitlich. Die Zeichnung zeigt Israels Premier Benjamin Netanjahu im Kleid der ESC-Gewinnerin. Er hält eine Rakete in der Hand, Ohren und Nase sind überzeichnet. Nach Antisemitismus-Vorwürfen hatte sich die "Süddeutsche Zeitung" von Karikaturist Hanitzsch getrennt.
dwdl.de, turi2.de (Karikatur), turi2.de (Hanitzsch)

Italienisches Satiremagazin "Vernacoliere" ist das letzte Print-Einhorn.

Italien: "Il Vernacoliere" ist das einzige Print-Satiremagazin, das den Wandel des italienischen Medienkonsums überlebt hat, schreibt Manfred Schuchmann. Das Magazin gibt es nur in Livorno. Mario Cardinali ist Gründer, Herausgeber, Chefredakteur und Leitartikler in Personalunion, seine Lieblingsfeinde sind der Papst, die katholische Kirche und Italiens Politiker. Werbeanzeigen lehnt er seit jeher ab. Viele Autoren schreiben ohne Honorar für das Heft, die meisten unter Pseudonym.
deutschlandfunk.de

"Charlie Hebdo" zeigt Muslima als Affen.

Charlie Hebdo sorgt in Frankreich für Aufregung, weil die Satire-Zeitschrift eine Muslima auf dem Cover als Affen darstellt. Gemeint ist die Chefin der Studentenunion UNEF an der Pariser Elite-Uni Sorbonne, die ihren Hijab in der Öffentlichkeit trägt. Joachim Huber vergleicht den Fall mit der Netanjahu-Karikatur, für die Dieter Hanitz bei der "Süddeutschen" gehen musste, und fragt sich, was gewonnen ist, "wenn Politic Correctness gegen Political Directness eingetauscht wird, wenn Instinkte gefüttert werden statt Intellekt bedient".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background Hanitzsch)

Zitat: Dieter Hanitzsch ist von seinem Rauswurf bei der "Süddeutschen" überrascht.

"Es ist nicht üblich, dass eine Zeitung wegen einer Zeichnung einen Karikaturisten rausschmeißt. Man kann ihn schimpfen, ihm eine Abmahnung geben. Aber Knall auf Fall rausschmeißen ist nicht die feine Art."

Karikaturist Dieter Hanitzsch sieht seinen Rauswurf bei der "Süddeutschen Zeitung" im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland als "Überreaktion".
haz.de, turi2.de (Background)

"Süddeutsche Zeitung" trennt sich von Karikaturist Dieter Hanitzsch.

Süddeutsche Zeitung trennt sich nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit von Karikaturist Dieter Hanitzsch. Grund ist eine Karikatur von Hanitzsch, die manche als antisemitisch empfunden haben. Die "Süddeutsche" hat sich nach öffentlicher Kritik entschuldigt, Hanitzsch sieht keinen Grund für eine Entschuldigung.
tagesschau.de, taz.de, haz.de (Reaktion Hanitzsch) turi2.de (Background)

Staatsanwaltschaft: "heute-show" verletzt mit Osterhase am Kreuz keine christlichen Gefühle.

heute-show darf einen Plüsch-Osterhasen ans Kreuz nageln. Die Staatsanwaltschaft Mainz leitet nach mehreren Strafanzeigen gegen die ZDF-Satiresendung kein Ermittlungsverfahren ein. Moderator Oliver Welke hatte sich über den Osterhasen als "zentrale Figur der christlichen Mythologie" lustig gemacht. Die Äußerung sei "erkennbar ironisch" gewesen, ohne "beschimpfenden Charakter" gegenüber einer Religion, sagt die Staatsanwaltschaft.
tagesspiegel.de, spiegel.de

Zitat: Jan Böhmermann freut sich über barrierefreie Kommunikation.

"Ich kann per Twitter den Kanzleramtsminister anschreiben. Und das kann ich nicht nur machen, wenn ich prominent bin, das könnte ich auch, wenn ich nur 25.000 Follower hätte."

Satiriker Jan Böhmermann sieht im Interview mit taz Futurzwei durch soziale Medien die Chance einer "einigermaßen barrierefreien Kommunikation" zwischen allen Teilen der Gesellschaft.
"taz Futurzwei" 04/2018, S. 28-37

Weiteres Zitat über Kritik an seinem Erdogan-Gedicht:
"Dabei ist völlig das Verständnis verloren gegangen, dass das ein Job ist und dass es eine gesellschaftliche Funktion erfüllt, so eine Arbeit zu machen, die nicht journalistisch, sondern künstlerisch motiviert ist. Und Grenzen auslotet."

"Titanic" hat "Bild" mit der SPD-Troll-Geschichte hereingelegt.

Titanic schreibt auf ihrer Website, sie habe die gefälschten Schmutzkampagnen-E-Mails von Juso-Chef Kevin Kühnert in Umlauf gebracht, über die "Bild" vergangene Woche auf dem Titel berichtet hat. Kühnert tauscht sich in diesen E-Mails vermeintlich mit einem russischen Troll aus. Das Satire-Magazin bietet die E-Mails öffentlich zum Download an.
meedia.de, deutschlandfunk.de, titanic-magazin.de

"Zapp" kritisiert Oliver Welke wegen Witz über stotternden AfD-Mann.

Oliver Welke macht sich im ZDF über einen stotternden AfD-Mitarbeiter lustig, kritisieren u.a. "Zapp" und "NZZ"-Journalist Marc Felix Serrao. Der AfD-Mitarbeiter hatte stotternd erklärt, viele Flüchtlinge würden die deutsche Sprache nicht gut genug lernen können, um ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. "Heute-Show"-Moderator Welke zeigte ein Video davon und äffte den Stotterer nach. Der AfD-Mann hatte vor seiner Rede in einem Bundestagsausschuss erklärt, dass er stottert. Die "Heute Show" entschuldigt sich für den Fehler.
twitter.com ("Zapp"), huffingtonpost.de, twitter.com (Serrao), twitter.com ("Heute Show")

"Baby-Hitler": Staatsanwaltschaft Berlin übernimmt Ermittlungen gegen "Titanic".

Titanic gerät ins Visier der Staatsanwaltschaft Berlin. Sie ermittelt wegen des Verdachts der "öffentlichen Aufforderung zu Straftaten" gegen das Satire-Magazin, das im Oktober den Österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz im Fadenkreuz mit dem Schriftzug "Endlich möglich: Baby-Hitler töten" online gezeigt hat. Österreichische Behörden hatten bereits Ermittlungen aufgenommen und nun die Staatsanwaltschaft in Berlin gebeten, die Untersuchungen zu übernehmen. Die "Titanic" hat inzwischen Kurz anlässlich seines Berlin-Besuchs erneut als "Baby-Hitler" bezeichnet.
derstandard.at, meedia.de, turi2.de (Background)

Künstlerin: Facebook löscht harmlose Beiträge und zensiert Satire.

Facebook-LogoFacebook löscht harmlose Bilder und droht mit Profil-Löschungen, kritisiert die anonyme Streetart-Künstlerin mit dem Pseudonym Barbara. Dadurch könne Satire im sozialen Netzwerk nur noch zensiert stattfinden. Unter den gelöschten Fotos sind ein mit einem Bikini verziertes Verkehrsschild und eine Veralberung einer rechtsextremen Schmiererei. Das Verkehrsschild-Foto hatte Facebook laut faz.net bereits vor Inkrafttreten des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes gelöscht.
facebook.com, faz.net

"Charlie Hebdo": Meinungsfreiheit wird ein Luxusprodukt.

Meinungsfreiheit wird in Zeiten des Terrors zum "Luxusprodukt", beklagt die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" vor dem 3. Jahrestag des Anschlags auf die Redaktion mit zwölf Toten. Pro Jahr müsse das Magazin 800.000 Exemplare verkaufen, um die Kosten zum Schutz der Mitarbeiter zu decken. Redakteur Fabrice Nicolino schreibt, der Alltag der Redaktion seit dem Anschlag bestehe aus "bewaffneten Polizisten, gepanzerten Türen, Angst und Tod".
derstandard.at, turi2.de (Background)

ZDF verlängert den Vertrag mit Jan Böhmermann und produziert neue Sendungen mit ihm.


Böhmermann bleibt: Das ZDF verlängert den Vertrag mit Jan Böhmermann und will nächstes Jahr neue Sendungen mit ihm entwickeln, sagt Programmdirektor Norbert Himmler zu DWDL. Wie lange der neue Vertrag läuft, verrät Himmler nicht. Die Schlagzahl von "Neo Magazin Royale" erhöht der Sender von 34 auf 38 Sendungen im Jahr, inhaltlich soll Böhmermann mehr Spielraum bekommen. Außerdem soll die Sendung "non-linear häufiger aufschlagen". Böhmermann selbst sagt: "Deutschland braucht jetzt eine handlungsfähige Unterhaltungssendung. Ich habe den Auftrag des Gebührenzahlers verstanden."
dwdl.de, turi2.de (Background)

Deutsche Welle startet die politische Satire-Sendung "Zapovednik" auf Russisch.

Deutsche Welle 150Deutsche Welle lässt in der politischen, russischsprachigen Satire-Sendung "Zapovednik" Angela Merkel, Wladimir Putin und Donald Trump aufeinander treffen. Der deutsche Auslandssender will damit für die Meinungsfreiheit eintreten und kooperiert mit dem israelischen Channel 9. Die Episoden werden im Motion-Capture-Stil produziert, die lettische Produktionsfirma Kollektiv finalisiert sie immer erst kurz vor der Erstausstrahlung, um aktuelle Geschehnisse aufgreifen zu können. Zehn TV-Sender strahlen die Sendung aus, die Deutsche Welle verbreitet sie über ihr russisches Programm und soziale Medien.
dw.com

Österreichische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen "Titanic".

Titanic_logo_150Titanic hat Ärger mit der Staatsanwaltschaft in Österreich. Grund ist ein Tweet des Satire-Magazins zum Wahlerfolg von Sebastian Kurz. Zu einem Foto, dass den Politiker im Fadenkreuz zeigt, schreibt "Titanic": "Endlich möglich: Baby-Hitler töten!" Österreichische Zeitungen sehen in dem Tweet einen Mordaufruf. Die Staatsanwaltschaft der Alpenrepublik ermittelt.
t-online.de, vice.com, twitter.com/titanic

Jan Böhmermann will gegen Angela Merkel klagen.

Jan Böhmermann überlegt laut einem Schreiben seines Anwalts Christian Schertz, Angela Merkel zu verklagen. Im damaligen Streit um sein Erdogan-Gedicht habe sie mit ihren Formulierungen "Schmähgedicht" und "bewusst verletzend " in die Gewaltenteilung eingegriffen. Böhmermann fordert, dass Merkel ihre öffentliche Bewertung des Gedichtes zurücknimmt, sie komme einer Vorverurteilung gleich.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de

Die Partei kapert 31 AfD-Gruppen bei Facebook.

Die Partei hat sich vor elf Monaten in 31 geheime Facebook-Gruppen von AfD-Sympathisanten mit insgesamt rund 180.000 Mitgliedern eingeschlichen und nun dort die Macht übernommen, die Administratoren rausgeworfen und die Gruppennamen geändert. Shahak Shapira, Mitglied der Satire-Partei, veröffentlicht in den Gruppen ein Bekenner-Video. Anne Teska, Mitglied der AfD, eine der bisherigen Administratoren, prüft rechtliche Schritte.
stern.de, n-tv.de

Alf Frommer findet es kleingeistig, Leo Fischer vom "Zeit Magazin"-Twitteraccount abzuziehen.

Satire: Leo Fischer (Foto) hat dem "Zeit Magazin"-Twitteraccount gut getan, findet Alf Frommer. Er bedauert den schnellen Abbruch der Übernahme. Der Satiriker habe den Magazinmachern und -lesern, die sich weltoffen und tolerant finden, den Spiegel vorgehalten. Frommer wundert sich, dass beim "Zeit Magazin" niemand mit diesem Ausmaß Satire gerechnet hat. Wahre Satiriker dürften sich nicht zurückhalten, nur weil sie vermeintlich auf der "gleichen Seite" stehen wie die, gegen die sich ihre Satire richtet.
kress.de, turi2.de (Background)

Satire-Zeitschrift "Mad" stampft aktuelle Ausgabe ein.

Satire-Magazin Mad zieht seine jüngste Ausgabe aus dem Handel zurück und stampft rund 55.000 Hefte ein, berichtet Meedia. Grund sei ein "inhaltliches Lizenzproblem", sagt ein Sprecher des Panini-Verlags, ohne Details zu nennen. Die neu produzierte Ausgabe erscheint frühestens Mitte September - dann auch mit neuem Cover. Das aktuelle Titelbild zur Bundestagswahl wäre dann zu schnell überholt.
meedia.de

Lese-Tipp: Die Suche nach dem jungen Hape-Kerkeling-Darsteller.

Lese-Tipp: Jörg Thomann beschreibt, wie die Ufa in Potsdam-Babelsberg den Jungen gesucht hat, der in einem Kinofilm den jungen Hape Kerkeling spielt. Er soll witzig, gerne "pummelig bis dick" sein. Aus einer Vorauswahl von knapp 400 Jungen musste der wahre Hape-Darsteller ausgewählt werden. Die Wahl für die Verfilmung von Kerkelings Buch Der Junge muss an die frische Luft fällt auf Julius Weckauf, neun Jahre alt und aus einem kleinen Ort im Ruhrgebiet.
"FAS", S. 9-10 (Paid), turi2.de (Background)